Indiana Tribüne, Volume 2, Number 30, Indianapolis, Marion County, 6 March 1880 — Page 6

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Am Abgrunil.

-w Novelle von S. von der Horst. V . -Am späten Abend desselben Tages, nach Stunden voll Todesangst und schweren Ringens, erklärte der Arzt das kleine Mädchen für gerettet. .Die Krisis war jetzt überstanden, die Blutegel hatten ihre Schuldigkeit'gethan, um welchen Preis ! Und auch die Tisa?lerbuben kamen und brachten den Sarg. Riemer selbst legte das kleine Mädchen, dem mitleidige Nach darinen die letzten irdischen Dienste gelei stetin das enge, kalte Bett.. Ihm war es wie einem Nachtwandler ; .seltsame Kälte, bleischwer und stumpf, lag über seinem Wesen.' Es schien als sei der unglückliche junge Mann' in sich gebrochen, seit jenem Moment, wo er das Couvert herabriß. Er legte es mit dem seidenen Streifen in ein Fach seines Schreibpultes ,und wars auf die eingenähten Zeichen "nur einen flüchtigen Blick. Sämmtliche Buchstaben waren in sogenanntem Kreuzstich ausgeführt und boten daher keinerlei .Merkmal ihrer Entstehung. ' Dergleichen '.hät man zu Tausenden in allen Theilen. d erWelt.' Niemet las ohnt Mühe die ' zusammen hängenden Worte :. Bitt? um Uebersen dung unter derChissreG. . iost restante hier. Schleunigst. Postamt No. 3. Aber feine Seele verweilte nicht bei dem Sinn des 'SaZ)es.". Er dachte nur wie im Fluge an die; Nothwendigkeit, einen Brief aus Stockholm, der dieseZeiche'n tragen würde, sogleich zu vernichten Jener elegante Herr mit den dunklenAu'ge und der blassen Gesichtsfarbe wußte es ja, oufc er den'un terschlagenen Brief in der Hand gehalten. - 6r verbarg schaudernd den Seidenstreifen und trat dann zu seiner Frau in's Wohnzimmer. Die kleine Helene lag setzt fieberlos schlafend in der Wiege und Paul verzehrte die Erdbeeren, welche ihm eine Nachbarin gebracht. Bon der Stratze heraus tönte ' die heitere Stimme einer Drehorgel : Wer nur den lieben Gott laßt walten". Riemer beugte .sich,, erdrückt von den wechselnden heftigen Empfindungen dieses Tages, über die Wiege herab und verbarg sein Gesicht in. den Kisten derselben. Ihm blieb ja nur die Wahl, dies theure geliebte Leben dahin zu opfern, oder das schreck liche Verbrechen zu' begehen. Das Kind war gerettet, aber der Vater ein unglückli cher, in seinem eigenen Bewußtsein entehr ter, g'ebrandmarkter Mann. . ' Heiße Thränen netzten das Kinderantlitz. Jetzt' endlich, nun die Spannung nachgelastenmachte die überreizte menschliche Natur gebieterisch ihr Recht geltend. Marie störte ihn nicht. Sie glaubte es ohne den leisesten Zweifel, daß er das Geld für schwere Zinsen von einem Wucherer erhalten. Geräuschlos schlich ste, an den Sarg ihres todten Kindes,' um noch einmal die geliebten Züge zu sehen, bevor ihr Mann die Schrauben befestigte, bevor eS zu scheiden galt auf immerdar. . Riemer lauschte den friedlichen Athem zögen. Sie erfüllten ihn mit Entzücken, aber dennoch, dennoch schienen sie ein ein ziges furchtbares Wort ihm zuzuraunen Dieb! Dieb! 0 Zweites Kapitel. In einem der prächtigsten Gebäude des eleganten Stadttheils faßen zwei Personen neben einander; beide sehr verschieden in jeder Beziehung, aber dennoch durch ein untrennbares Band vereinigt, Mann und Frau. Wir haben vorhin in der vor überrollenden Equipage flüchtig den Hei nen gebrechlichen Greis gesehen und an seiner Seite das juqendschöne Weib ; jetzt . . ' . .n- ' i. -X. 1.1. n . i mouen nur z auaz precqen yoren, ne naher kennen lernen. Die Dame, obwohl gekleidet wie eine Fürstin und wie in derUmgebung einer sol chen lebend, arbeitete emsig an derNähma schine. Ein dunkelgrünerAtlas und Prachtvoller schwarzerBesatz lagen auf einem Ne bentischchen, man fast es. daß sie einKleid verfertigte. ': ' Der alte Herr saß im Lehnsessel, so nahe bei ihr, als dies die Maschine gestattete. Sobald in der Arbeit eine momentane Pause entstand, ergriff er die weiße, juwe lenschimmernde Hand seiner. Frau und küßte dieselbe. Man bemerkte in solchen Augenblicken von Seite der Dame keinerlei Interesse an dieser Huldigung. .' Sie lächelte nicht, sprach nicht und machte keinen LZersuch, sich den Liebkosungen ihres Gemahl zu entziehen. Nur wenn im Vorzimmer die Thüre ging, schien sie zu er

schrecken, und die Hand zuckte, wie im leb haften Verlangen,- emporzuschnellen. Menn Jemand käme' Rudolph !" flü. sterte sie halb vorwurfsvoll ' Thorheit !" lächelte der Alte. Es ist gesorgt, daß Niemand hier einzudringen versucht. Mein Schatz gehört mir allein, ich halte die freien Falter ' vom Lichte fern, ste misten es schon alle." Die Dame gab keine Antwort, aber ein aufmerksamer Beobachter würde gehört haben, daß die Maschine in'etwas schnelle rem Tempo sich bewegte ; vielleicht erfaß ten auch die feinen Finger den Perlbesatz etwas fester als ganz nothwendig gewesen wäre, wenigstens zersprangen die seidenen Fäden und kleine Perlen rollten ' über den Teppich. Das Gesicht ' der schönen Frau zeigte jedoch die gleiche vollkommene Ruhe. Gestehe mir's, Nora-, bat der alteHerr, wo worstDu gestern während ich schlief ? .Im Garten, mein' Freund, Du selbst ermahntest mich, frische Luft zu schöpfen". Nora steh mich an. Du sprichst' die Unwabrheit. ' Im Garten 'war neuer Kies auf dieWege gestreut, und trotzdem fanden sich keine Fußspuren.' 'Du müßt einen Spaziergang auf 'den ' Straßen gemacht 1 ' m . ' i ' .' 1 , , : . , . haben ' , " ' Die schöne Frau' lächelte.' ; ..Und wäre denndas ein Unglück, Rudolph?" fragte sie. Am hellen Mittag darf ich doch f- " V Er unterbrach ste rasch. Es wäre in der That ein Unglück, N'ora. 'Jch'-will nicht,' daß'D'u ausgehst'; Du weißt das, ich habe Dir sogar ausdrucklich verboten das Haus zu. verlassen, habe zu diesemJweck denGar ten gekauft." ""' - Die weiße Hand legte stch bei der hesti gen Rede des alten Herrn sanft auf seinen Arm. ' ' Du hast es verboten. Rudolph, und ich gehorchte Dir, wie immer. ' Ich blieb in der Rosenlaube dahin ist kein Kies gebracht worden, mein Freund. Ue berdies, was sollte ich auf den Straßen su chen?" - Ihre Nachgiebigkeit schien ihn bald zu überzeugen. Nun", antwortete er, ich glaube Dir, Nora ; nur ist es mir - ganz unbegreiflich, wen denn mein Buchhalter gesehen haben könnte!" Jetzt zeigte sich auf den bisher kaltenZü gen der jungenFrau eine plötzlicheUnruhe. Was sagst Du da,' Rudolph ? Dein Buchhalter ? Ach, also Du beauftragst Spione ?" Nora !" rief er, :das glaubst Du von mir nicht. Aber der Mann erzählte zufällig, daß Du gestern in der Dämmerung ausgegangen seiest".Die Dame ließ ihre Arbeit ruben und sah festen Blickes den alten Herrn an. Etwas wie ein unerschütterlicher Entschluß sprach aus den schwarzen Augen. .Rudolph", flüsterte sie leise, es ist jetzt für,mich der Zeitpunkt herangekommen, wo ich über eine äußerst fatale Angelegen heit gegen Dich nicht länger schweigen kann. Es gilt, mich selbst zu vertheidigen und daher darf keine Schonung obwalten Das was ich sagen muß, betrifft Minna". Der Alte seufzte.- Es wird also etwas sehr Unangenehmes sein", versetzte er. Alles Unglück, aller Kummer, den ich er litten, kam von meinen Kindern. Sprich, Nora". Die Dame war während dieser Worte noch blasser geworden als vorhin. Ihre Stimme zitterte merklich. Laß die Vergangenheit, Rudolph", flü. sterle sie. Wir misten ja Beide, daß sie todt ist, faktisch und geistig. Aber Du hast Recht, mein armer Freund, dieGegen wart bietet des Verdrießlichen nur zuviel. Minna hat einLiebesverhältniß angeknüpft, natürlich ein ganz unpassendes". Aber derAlte schien nicht so sehr erschrocken, wie es die schöne Frau geglaubt haben mochte. Ein Liebesverhältniß, sagst Du, Nora ? Und wer ist denn der Betrefsende ? Ich wäre nur allzu froh, wenn das Madchen durch eine passende Partie aus unserem Hause käme". Die Dame verbarg unter einem erzwun'' genen Seufzer ihre unangenehme Ueberraschung. .Ja, Rudolph", antwortete sie rasch, eine passende Heirath, da wäre natürlich sehr zu wünschen, aber so" Ein Kopfschütteln vollendete den Satz. Nun" drängte der Alte, wer ist denn jener Mann, Nora ?" Der verschuldetste Cavalier unserer Stadt, Rudolph ; Lieutenant von Hol. ten." Der Gemahl hob abweisend die Hand. Das geht nicht", antwortete er rasch, das geht ganz' unmöglich. Obwohl Minna, wie alle meine Kinder, mir nur Kummer macht und mich überhaupt von jeher, durch ihr Betragen nur geärgert hat, so bin ich doch als Vater verpflichtet, ihre Zukunft

vor dem Verderben zu sichern. Hat sie Dir diesen 'Liebeshandel - eingeständen, Nora?" ' Die schöne Frau sah ihn bald erstaunt an. Wohin denkst .Du, Rudolph V versetzte ste mit traurigem Tone. Wäre es mir denn jemals gelungen, das Vertrauen meiner Stieftochter zu. erwerben? Minna antwortete mir mit demjenigen Trotz, der alle ihre Handlungen kennzeichnet; .sie verbirgt mir niemals den Haß, welchen ich ihr einflöße." ' Und rie bekümmerte Stiefmutter hob bei diesen Worten das Spitzentaschentuch zu ihren Augen empor, als bekämpfe sie müh sam die . überwältigende Rührung. . Ich habe mir keinen Vorwurf zu machen, Rudo'ph", setzte sie hinzu. -Alle Liebe, alle Sorgsalt welche, ich Deiner Tochter ent gegenbrachte, wurden kalt und trotzig zu. rückgewiesen". : -. , - Der Greis küßte wieder die Hände.seiner Frau.. Laß.das, Nora", fragte er, ich weiß ja aus eigener Erfahrung, wie die Dinge stehen. Minna, ist das Unglück meines Lebens ; ? aber wenn sie es gar ge wagt hat, Dich.zu beleidigen, mein Herz? blatt, dann soll sie sosort. zum Hause hinaus. .Habe ich einmal Ernst gemacht, so kann ich ja auch " : '. ' ' Er unterbrach sich seufzend, , wie in trüber . Erinnerung.- Alle, Väter, erleben Freude an ihren Kindern, sagte: er in bitterem Töne, nur ich allein bin von diesem Gemeingut der Menschheit ausgeschlosten, und dennoch . war ich. immer ein , gütiger, liebevollerVater. Aber jetzt soll alleMilde ein Ende'nehmen.' Sag,? mir, mein Lieb, ling, war Minna. gegen Dich unfreundlich nnd unehrerbietig? Ich will . es nicht hoffeN". ORudolph", rief schluchzend die schöne Frau, weißt .Du, was mir Deine Tochter antwortete? Ich habe keine Mutter mehr, ich kann also auch zu keiner solchen von meiner Liebe sprechen". Ah!" versetzte empört der alte Herr, das ist stärker, als ich, glaubte. Aber ste soll es büßen, die Verwegene, ste soll noch heute mein Haus verkästen !" Die Dame legte mit schneller Bewegung ihre Rechte auf seinen Arm. Keine Ue. bereilung,Rudolph", sagte ste hastig, man muß das Aussehen vermeiden, stch nicht in den Mund der Menge bringen. Und.wohin auch Minna käme, der Osfizier würde ihr nachfolgen". Der Alte nickte. Das freilich, Nora ; aber wüßtest Du denn ein Auskunftsmittel? Jndie Penston kann man ein neunzehnjähriges Mädchen nicht mehr bringen". . Die schwarzen Augen der schönen Frau erglänzten fast dämonisch, als diese Frage eine direkte Antwort herausforderte. Es gäbe ein solches Mittel, Rudolph", flüsterte sie; ja ja, ich wüßte eins !" Nun?" fragte der Greis. So nenne mir es je eher, desto lieber"., Nora sah ihn fest an. Es ist die Dia. konistenanstalt, . Rudolph. Eine .solche Schule thäte dem unlenksamen, störrischen Charakter Deiner Tochter überaus wohl". Nach diesenWorten verging eine längere Pause. Dem Vater, so sehr er gegen sein Kind erbittert war, - mochte doch der Vor schlag zu grausam erscheinen,um denselben sogleich zu billigen. - Während der jetzt eingetretenen . Stille öffnete stch die Thüre des ZimmerS und eine junges Mädchen trat herein Im auffallenden Gegensatz zu der Dame des Hauses war das Mädchen durchaus einfach gekleidet und ließ in seiner äußeren Erscheinung weit eher eine Gesellschafterin oder Erzieherin, "als die Tochter eines Millionärs, vermuthen. Komm' hierher, Minna !" rief gebiete risch der alte Herr. ' Ich war eben im Begriff, Dich holen zu lasten". ' Das junge Mädchen trat ruhig und ohne ein Zeichen deS Erschreckens dem Al ten näher. .Was wünschest Du, Papa V fragte sie unbefangen. J . Der alte Herr fah sie stirnrunzelnd an. Nicht so keck", versetzte er in unsreundli chem Tone. Du wirst Dich zu verantworten haben, Minna. Deine gütige, nachsichtige Mutter ist von Dir .wieder einmal mit beispiellosem Mangel an Respekt behandelt worden, Du bast ihr das'üertraueu und die kindliche Hingebung einer Tochter mit beleidigenden Worten versagt. Sprich, leugnest Du das etwa, oder wärestDu vielleicht sogar dreist genug Dich gegen meine Vorwürfe vertheidigen zu wollen?" ' Das junge Mädchen lächelte.schmerzlich. O nein, Vater", antwortete sie, das ver suche ich nicht erst. 'Es wäre vergeblich. Dir Auseinandersetzungen zu machen, wo

es sich um Deine zweite Frau handelt, und ich habe auch -nicht -die Absicht, Dich aufzuregen oder zu reizen, eS würde Dei nen Zustand verschlimmern, ohne mir zu nützen Nimm an, daß AlleV was Dir hinterbracht worden, wahr sei und schilt mich Vater. Ich muß es ertragen, daS Schicksal erlaubt mir keine Rechtfertig gung." Die schöne Frau hatte während dieser ganzen Rede des Mädchens mit unver wandtem Blick aus ' ihren Mann gesehen, wie es schien, um das Auge der Sprechen den zu vermeiden. Jetzt berührte sie seus zend seine Schulter. , Siehst Du, Rudolph", sagte ste mit trübem Lächeln, ganz wie ich Dir schon vorhin erzählte. Sie leugnet nicht einmal, das nrme, verirrte Kind welches in unbe greiflicher Verblendung sowohl Vater als Mutterliebe von sich weist. Aber ich kann diese Sprache nicht länger anhören,Mina; es ist unmenschlich von Dir,Deinen leben den Vater an seine Krankheit zu errinnern, ja, zu thun, als sei dieselbe gefährlich genüge um eine weitgehende Schonung nothwendig zu machen. Verkäste uns, Kind, und komme nicht zurück, bevor Du entschlosten bist. Deinen Vater um Ver zeihung zu bitten". Sie stand bei diesen' Worten' vom Sitz auf und schlang beide Arme um denNacken des Alten, dessen graues Häupt ste an ih' ren Rufen preßte. . Geh' fort, Minna". wiederholte ste, 'Deine Gegenwart ist für den Vater eine Beleidigung".- ' Das junge Mädchen ' wandte sich ab. Thränen perlten in ihren Wimpern, als sie jetzt zur Thüre ging. " . . Vater", hörte er ihre halblaute, )on Weinen erstickte Stimme, besiehlst Du, daß ich gehe ? Glaubst Du, daß Dich Dein Kind kränken wollte?" . Der Me erhob matt die Hand. Erlaube noch einige Worte, Nora", vers:tzte er. Ich will misten, vonDir selbst ersahren, Minna, ob Du mit dem Lieuterant von Holten in einem Liebesverhällniß stehst. Die Mu.tter sagt es." Das junge Mädchen erröthete tief, ber ste blieb vollkommen ruhig. ' Dir ist recht berichtet worden, Valer", antwortete sie halblaut. Ich habe keinen Grund, eine Wahl zu verleugnen, auf die ich sogar stolz bin. Dennoch aber bitti ich Dich, vergiß die Sache, Du wirst ie mals wieder davon hören, das verspreche ich Dir". . ' Der Alte hatte sich drohend im Seffel erhoben. . Wahnsinnige!" rief er, was unterstchst Du Dich '. Wahrlich, es ist die höste Zeit, daß Du zum Gehorsam gezwungen wirst. So vernimm denn, daß ich Dir alle und jede Beziehungen zu dem Lieutenant vonHolten hiermit verbiete.Aus derHeirath mit einem notorischen Schuldenmacher und Habenichts wird nie etwas werden. Hast Du mich verstanden?" . Die Rothe auf den Wangen des jungen Mädchens war einer um so tieferen Blässe gewichen. Vater", sagte ste, Du wiederholst nur meine Worte. Denke nicht mehr an eine Angelegenheit,, von der Du nie hättest erfahren sollen. Weder Robert von Hollen, noch ich. selbst , werden Dich jemals um eine Einwilligung bitten, von der wir Beide misten, daß Du dieselbe verweigern würdest, Vergiß das Alles". . Hörst Du es, Rudolph ?" sagte wieder die schöne Frau. . Sie spricht von der Zeit, wo Du nicht mehr sein wirst; sie be rechnet klüglich, daß jede Aufregung Dein Herzübel verschlimmert sie, DeinKind." Hinaus !" rief in drohendem Tone der Greis. Hinaus, entartetes Kind, das nicht abwarten kann, des Vaters Erbtheil einem Gleichgesinnten Galan in die Hände zu liefern. Ich werde Dir zeigen, daß Du Dich verrechnet hast werde Deinen Scharfsinn zu beugen misten, darauf ver laste Dich! Jetzt geh'!"Das junge Mädchen sah ihn traurig bittend an. Ohne ein freundliches Wort schickst Du mich von Dir, Vater ?"' fragte sie leise. Willst Du mir denn nicht er lauben,' Dir Alles zu Zagen, solange es noch Zeit ist?" DaS wird es auch morgen sein",, ver setzte er spöttisch, oder übermorgen. ' 'So schnell sterbe ich noch nicht, Dirnd dem saubern Herrn Lieutenant zu Gefallen." Rudolph", flüsterte zusammenzuckend die schöne Frau, sprich nicht vom Sterben. Was würde aus mir, wenn ich Dich verlieren müßte?" Der alte Herr schlang aufathmend beide Hände um ihreTaille. Nora", antwortete er, Gottlob,daß ichDich besttze,ich Unglück licher Mann, den seine Kinder hasten und verfolgen. Aber mir fehlt kein Erdengut, ich vermiste Nichts, so lange ich Deiner Liebe gewiß bin." (Fortsetzung folgt.) ,

Das

Geheimniß des Pavillons. Aus denPapieren einesGe h e i m p o l i z i st e n, - von C. Paulovsky. . (Schluß.) - XXXIV. . . Freigesprochen. Am Morgen deö zur Hinrichtung deS verurtheilten Charles Lefebre bestimmten Tages verbreitete stch . durch ganz Paris t iiMvfiftv fl?ninftt Qitrn trftm VltlV - IIVyVfc Vfc4jjv.. yj V?s in hiprn lf aferhunbcrt batte MSN v J - ein Schaffst erichten lasten, welches man " niederriß, noch ehe es seinen blutigenZweck erfüllt hattet .' ' Die dicht? Vo!ksmenge welche stundenlang in bewuttderungSwür?'. diger Ausdauer vor demGefängniß harrte,um den Scharfrichter'zu sehen, war.zületzt" ' . , 1 Hch W Mtrrh Tue jninpi nprtrtcnpti rnstrom. i.uno v t y rwsww - - - - - - - ' .l r .. . y i' rtr i- l r'ii v v V M ' i w . ' v ' rvn , ' c i . . '' .1 CY ... ' nin nn.Aiir .nirninnirgn irnrnn nirpr rnii yocykravenoen uorien oie einzklnen Äe"' gebenheiten dieser wunderbaren Ergreifen-',' den Geschichte. . . i Die Erklätungen, welche Lesebre, der. Pastor- und der Taubstumme abgaben,waren so überzeugend'gkwesen,'daß' der-. Polizeidirektor sich für berechtigt hielt, die . Hinrichtung zu verschieben bis-der höchste Gerichtshof über diesen Fall sein Verdikt abgegeben - hätte. Dieser entschied,' daß .' eine Confrontation des Taubstummen mit dem Verurtheilten stattzufinden hätte und' da diese zu Gunsten deö Letzteren ausfiel indem der Stumme erklärte, daß er Herrn Lefebre niemals gesehen hätte,- ward der selbe von der Anschuldigung, die-Pique Dame ermordet zu haben, feierlich freige sprachen. Aber der Verurtheilte wünschte eine völlige Rehabilitirung abseilen des Gerichts und nichts ist schwieriger zu er reichen, als eine solche, namentlich in die sem Falle, wo Tollan oder richtiger Dermott in den Flammen umgekommen war. Zum Glück standen dem Verurtheilten in deß noch andere Zeugen zur Seite welche die Wahrheit an den Tag zu bringen ver mochten uno Das Jeugnltz- oer Araveua Disney, welches - sie kurz vor ihrem Tode abgelegt, gab den Ausschlag. - Tollan hatte MaricFassit ermordet, um die nächste Erbin des O'Sullivan'chen Vermögens . zu beseitigen, nachdem es ihm mißlungen war, .ste zur Heirath mit ihm zu zwingen. An demselben Abend, an welchem sie nach London abreisen wollte, ward sie von Tol Inn erdrückt und mi f?rr kkbre Ner muthete, hatte er sie, welche den. Kauf mann Feran erwartete, beim Patiencespiel angetroffen und ihr in seiner wilden Räch, sucht die Karte PiqueDame" mittelst des Dolches auf die Brust geheftet. In der. tYl aaiPCa4iim Sid C? a l m C)mXam V Xj r w u . y . v v v m möglicherweise entkommen würde, hatte er, von Arabella benachrichtigt, welche mzwischen seine Verbündete geworden war sein Opfer kurz vor der beabsichtigten Ab rette aufgesucht, die Bluttbat .beaanaen viii ii um r kii ii ii . i l 4. . i r ii i i I II i'iiiiiiiiii und die , Leiche später mit Aarabella's Hilfe durch den Stummen in einem Koffer fort tragenlasten, um denselben in die Seine zu versenken. Bald nachdem das Verbrechen verübt worden, war Feran erschienen, um Abschied von Marie zu nehmen Arabella empfing ihn an Stelle derselben, und hieß . ihn ein Abendeffen einnehmen, da ihre Herrin ausgegangen . sei, aber bald zurückkehren werde. Arabella leistete. Feran Gesellschaft, während Tollan die y u1 möglich zu verwischen suchte. Der Leine wandhändler war endlich ungeduldig und trank mehr, als er zu vertragen im Stande war. Da erschien Charles Lefebre. Feran hielt ihn für Mariens Verfolger. Das Uebrige ist denLesern bekannt. Der junge Lesebre schlug Feran zu Boden und ent floh, da er glaubte, den Kaufmann erschla gen zu haben. Aber dieser lebte noch und 1 rim firtTX VntXv ?H st tiMutii .- (n,ir?n ipinp Z)?rnr?m?nz in rtiir ni uu vuw vutuu. wivuit guv v 1 1 iiuuii f . . nrt . 9 r rassle llcy aus UNO lamm oas Vouooir, wo, Tollan und Arabella, durch den Lärm im Speisezimmer aufgeschreckt, die letzten Spuren des Mordes zu vertilgen suchten. Kaum sah Tollan den Kausmann, älö er entdeckt zu sein fürchtete und ohne weiter zu überlegenwarf er stch auf den von dem Kampfe mit Charles Lefebre, ermatteten. Feran. Vergeblich setzte stch der Unglück liche zur Wehr, er. unserlag. , Ein. Schlag mit einem Todtschläger, ..von Tollan er barmüngslos gegen das Haupt des Kauf manns geführt, streckte ' Feran todt zu' Boden. Also. war Tollan auch, der Mörder des Kaufmanns, x ' , ;