Indiana Tribüne, Volume 2, Number 29, Indianapolis, Marion County, 28 February 1880 — Page 6

6 I n d i a n a r i b ü n e."

bgrnnil. . Novelle von S. von der Horft. o (Fortsetzung folgt.) '.''ES überlief ihn siedendheiß ; schon zuckte seine Hand, um den Kasten zu ergreifen, um seine Lieben zu erlösen auS denBanden tiner unerträglichen Lage. War e3 denn nicht ein geheiligteSOpfer, das er brachte? starb er nicht den Tod eines Märtyrers, indem er auf sich daS Gericht nahm und die Seinen befreite ? Aber nein, nein, auch das war unmög lich. Wie hatte er so blind sein können ! Man würde der unglücklichen Frau Alles nehmen, ja würde sie vielleicht als seine Mitschuldige anklagen. Marie im Gefängniß, sie, die Reine, die Geliebte, o Gott, der Gedanke war fürchterlich. ? 'Riemer bemerkte es kaum, daß der Bu reaudienerWasier in dasZimmer trug und wieder fortging, um draubentzolz zu spal ten. Erst als die Hausthüre klingelte, fuhr er auf. . .Ein Lausbursche brachte eine größere Summe, welche versandt werden sollte, noch' mehr Geld in den Drahtkasten. Rie mer glaubte, daß ihn die Thaler wieFeuer berührten, als er sie zusammenraffte. Es ist gut !" schrie er halblaut. Es ist gut". ' Der Bursche sah ihn fragend an. 53c komme ich leine Quittung, Herr?" Ja ja freilich. Ich vergaß eS nur. Glaubte, daß sie schon ausgeschrieben sei". Er setzte sich haßig zumTisch und wühlte unter den verschiedenen Papieren, um das Schema für die Quittung zu finden. Der 'Bureaudiener, welcher gerade wieder hereintrat, sah sein verstörtes Gesicht und reichte ihm mitleidig das Gesuchte. Er wußte, was den Unglücklichen quälte. Der Lausbursche ging und wieder war Riemer allein. Eine elegante Equipage rollte in diesem Augenblicke durch die Straße ; flüchtig, wie eine Erscheinung, sah er das blasie eingesunkene Gesicht eineö alten Mannes, der trotz der warmen Sommerluft inPelze gehüllt war, und tu ben ihm im Fond der Chaise ein junges Weib, fürstlich gekleidet, von brillanter, königlicher Schönheit. , Der Postbeamte war noch bleicher geworden, als zuvor. Er fuhr über die Stirn, als habe ein blendender Blitz sein Auge getroffen. Wer ist unglücklicher", dachte er, er oder ich?" Da öffnete eine Kinderhand die Hausthüre und kleine Finger klopften an den Schalter. Riemer sah einen Brief, der ihm mit äußerster Anstrengung des Aerm'chens dargeboten wurde ; sogleich, nachdem er denselben an sich genommen, lief der kleine Bote davon. - ' Der Beamte wog das Schreiben in der Hand und legte es dann aus die Schale. Sein Scharfblick hatte ihn nicht getäuscht, die Francatur war ungenügend. Im Begriff, das Kind, welches nur m nige Schritte entfernt sein konnte, zurückzurufen, trat er an das Fenster, blieb oder unschlüssig stehen, als ihm vor demselben, fest an die Scheiben gepreßt, das Gesicht eines Mannes entgegenblickte. . Dunkle Augen sahen für Sekunden in die seinen, dann verschwand der Fremde, aber nicht, ohne deutlich verrathen zu haben, daß seine -Aufmerksamkeit der richtigen Ueberlieferung des Briefes gegolten halte. Riemer war unwillkürlich stehen geblie .ben und besah jetzt die Adresse des Schrei dens. Warum wohl der Unbekannte das Kind geschickt, anstatt selbst zu.kommen ? Jedenfalls wollte er als der Absender -des Briefes nicht erkannt werden. -. Die Adresse, von verstellter Hand ge -schrieben, lautete : An Herrn Dr. Held, post restants Stockholm." ;.. Irgend ein lichtscheuer Handel", dachte ' Riemer, aber was.kümmert es mich V Er ergriff seufzend den Rothstift und schrieb aus das Couvert die Zahl der seh lenden Pfennige. Bei dieser Beschäftigung . hielt er jedoch plötzlich inne und nahm den Brief wieder in die Hand. Wie seltsam weich war daö Papier, der Rothstist fand gar keinen Widerstand, er versank fast. ' Magnetisch angezogen bog der junge JTTJrtnn hnä Csnithrt htrnh nnh nlhr hin , g -m w w v w w v pr w M auf, s knisterte nicht. , Riemer Hütte in dieseraAugenblick keim Gedanken, keine Absicht, die er systematisch verfolgte; er faßte ihn nur wie eine Art von Schwlnoel, unvestlmmte Buder gau selten qualenö uno Doch veryelßend vor seiner Seele.

Am

Wenn in diesem, unter so geheimnißvol len Umständen aufgegebenen Briefe Bank noten enthalten waren! Niemand durste Ersatz fordern es war keine Werth Angabe gemacht worden, keine Quittung ausgestellt. Die Beamten sind sür nicht ingetrage Briefe ihren Vorgesetzten keine Rechenschaft schuldig. O.Versucher Dein Flüstern ist so schmeichelnd so bestrickend. . , Riemer hielt den Brief gegen das Licht. Seine Hand zitterte derartig, daß er kaum die Eoiltouren des Inhalts deutlich unter scheiden konnte. Was war das, dort in der äußersten Ecke? Weich und nachgiebig daö Ganze, in sich haltlos, aber dort unten, halb verborgen, kaum erkennbar eine Fünf. Roch genauer sah er hin, noch schärfer, alle seine Pulse flogen und der Athem ging keuchend. Ja, ja, ein Fünf ein Kassenschein." Riemer sank fast willenlos auf denStuhl am Fenster. Er fühlte, daß ihn seine ganze WiderstandLkraft verließ. Diese Fünf gehörte zu einer Zwei, es mußten fünfundzwanzig Thaler sein, welche das Cou vert umschloß. Auf der Straße wurde in diesemAugen blick einer der Kistenträger sichtbar und von anderer Seite kamen plaudernd die beiden Postboten mit ihren leeren Lederlaschen heran. Jetzt konnte der Beamte auf keinen ungestörten Moment mehr rech nen, bis die Post wieder expedirt war.

Er ergriff im Fluge den Brief und verbarg ihn in seiner Brusttasche. Noch hatte er die Hand nicht zurückgezogen, als schon mehrere Unterbeamte in das Zimmer tra ten. Sein frerz klopste, mit ungestümen Schlägen, jetzt war ein erstes Unrecht unvermeidlich, der Brief wurde nicht expe dirt. Mechanisch fertigte . er die nöthigen Schriftstücke aus, zählte den Briefträgern die angewiesenen Summen vor und ließ sich Ihre Quittungen geben. Als der Bu reaudiener mit dem versiegelten Packet der eingelaufenen Schreiben das Comptoir verließ, um die Briefe zur Hauptpost zu tragen, da wandte er sich ab, als müsse der Mann auf seiner Stirne lesen, daß ein Schreiben zurückgeblieben sei, ein einzi ges! Nach rechts und links zerstreuten sich die Leute, wieder war er allein und jetzt nicht mehr unter dem Eindruck der ersten Aufregung, sondern ruhiger, vollbewußt der Sache in's Antlitz sehend. Und wenn er niemals entdeckt werden konnte, wenn kein Menschenauge sah, was er gethan, er selbst wußte doch, daß er gestohlen hatte,ja gestohlen. O das schreck liche Wort, ein Dieb. Und gerade, daß er es so straflos thun konnte, daß der Eigenthümer des Geldes so ganz seiner Redlichkeit überliefert war, gerade das schien ihm der unaulöschlich ste Schimpf. Nein, jetzt wo er eö kaltblütiger überlegte, jetzt konnte er, um den Preis seiner ganzen Existenz, nicht die Hand ausstrecken nach fremdem Eigenthum. Er war mahn sinnig gewesen,' der Anblick der Banknote hatte ihn geblendet mit dem Glanz der Hölle. Und Gott würde ihn ja nicht verlassen, würde ihm Rettung schicken ! Es war dem Unglücklichen, als höre er die sanfte Stimme seiner Frau, die ihn auflehnte, nicht, sein höchstes Gut, das unbefleckte Ge. wissen dahin zu geben ; als fühle er die weiche liebkosende Hand aus der heißen Stirn. . . Er zog den Brief hervor er wollte ihn von sich werfen und verstecken unter ande ren Papitten,.um ihn. nicht mehr anzusehen, bisZeugen zugegen waren. Aber der Versucher umgarnt mit sinste ren Mächten das Opfer, welches seiner Stimme ein williges Ohr geliehen, er schickt seine Sendboten, die mit den guten Engeln ringen und sie besiegen im heißen Kampfe. Furchtbar.sckmeichelnd nabt er in Freundesgestalt, bestrickend ist seine Lockung. August Volten, Riemers vertrauter Freund, trat in das Comptoir und reichte dem Andern die Hand, ehe noch der Brief aus der .Tasche hervorgezogen. .Aber Junge", sagte er mitleidig. Berger be gegnete mir und erzählte. Du sähest aus wie ein Verzweifelter ! Na, nimm Dir' nicht zu Herzen. Du weißt ja, ich hab's auch ertragen müssen im vorigen Jahre. Die Zeit macht es leichter. Geh' jetzt nur nach Hause, Riemer, ich will den Dienst gern für Dich übernehmen; Gott gebe. daß ich Dir Besseres zu bieten hätte , als meinenfreien Tag". Während dieser Worte hatte er Hut und

Sommerpaletot abgelegt und drängte den

Ueberraschten zur Thüre. Laß alle Weitläufigkeiten. Riemer sagte er, das Buch und die Kasie werden schon stimmen. . Geh' Du nur fort zu Deiner Frau.Ueber das Gesicht des Anderen zuckte fahle Blässe. Ich danke Dir herzlich. Balten," sagte er, Du thust mir einen großen Gefallen. Aber sieh die Kasse nach." Ist nicht nöthig, Mann ! Du bist ja der Ordentlichste von uns Allen. Geh nur, geh.Rein, nein, erst zähle, Balten. Ein Unglück kommt nie allein ; wer weiß, waö in der nächsten Minute geschieht. Er sah so verstört auS, sprach so unzu sammenhängend und vermied so offenbar das Auge des Anderen, daß dieser köpf' schüttelnd in aller Eile Buch undKassenbe' stand verglich, um nur einEnde zu machen. Stimmt Alles, Riemer", nickte er. Bester Junge, nimm Dich doch zusam men. vatte ein ,sremoer vor wenigen Minuten Dein Gesicht gesehen, so würde er darauf geschworen haben, Du besaßest kein gutes Gewisien". . R'lemer schwankte sast; er stützte sich ge gen den Thürpfosten, um einen Halt zu gewinnen. War das ein leichter, wenige Gramm wiegender Brief, den er da auf der Brust trug ? O, es schienen Felsenlasten ; ein Etwas, das ihn erstickte mit zermalmender Wucht. Was würde Bolten denken, er. der so ehrenhaft dachte, so ganz sein Freund gewesen war von jeher, wennerwüßte,was vorhin in seinesCollegen verstörter, umdüsterterSeele vorgegangen ? Mußte er sich nicht mit unbesiegbarer Ver achtung von ihm abwenden? Erschüttert streckte er die Hand aus. Vergib mir, Balten, sprich auch nicht davon. Mein Kops schmerzt fürchterlich." Bolten sah ihn aufmerksam an. Riemer", sagte er, wie willstDu es anfangen. Deine Verhältnisse in dieser -Krisis mit Ehlen aufrecht zu halten? Zhr seid erst wenige Monate hier in der Stadt, Credit findet Ihr nicht. Freunde, die Euch helfen könnten, besitzt Ihr nicht, mir däucht, Du müßtest um Deiner Kinder willen ein Aeußerstes thun. Dich direkt an Deinen Vater wenden !" Riemer schüttelte den Kopf. Das räthst Du mir, Bolton,Du, der alle meine Angelegenheiten kennt, mein wirklicher Freund?" ; Ja, Emil, eben darum,' Frau und Kinder müssen Dir mehr gelten, als alle übrigen Rücksichten der Welt". Riemer legte schmerzlich bewegt seine Hand über die Augen. Gott weiß, daß sie mir theurer sind, als das Leben selbst. Bolten, ach und was ich für ste thun könnte. Aber das, wovon Du sprichst, ist eine Unmöglichkeit". Der Andere zuckte die Achseln. ES schien, als bestehe hier eine MeinungSver schiedenheit, über deren Ausgleich vielleicht schon debattirt worden war, ohne ihn jedoch anbahnen zu können. Aber wie willst Du die Sache anfangen, Emil?" fragte er nach einer längeren Pause. Das weiß ich nicht", antwortete resig nirt der unglückliche junge Mann. Ich habe so sparsam gelebt, wie nur einMensch eö vermag. Vorwürfe brauche ich mir nicht zu machen." Gewiß nicht, wer sollte daran wohl denken! Nur den einen ausgenommen, daß Du nicht bei Deinem Vater bitten willst." Adieu, Bolten", rief Riemer, wie es schien, etwas hastig. Was Du da sagst. ist gut gemeint, aber eine Unmöglichkeit. Adieu." , Der Andere klopfte ihm auf die Achsel. Grüß' Deine Frau, Riemer. Gott helfe Euch Beiden". Er schob den fast Bewußtlosen hinaus und sah ihm seufzend nach. Der arme Kerl", dachte er, hätte man nur das leidi ge Geld, um ihm wenigstens die Sorgen leichter zu machen. Aber bei sechshundert Thalern und mer hungrigen Mäulern, da gebe Einer was!" Riemer ging unterdessen durch die re gennassen Straßen nach Hause. Ein Briefkasten fand sich auf seinem Wege nicht, er mußte den Brief später am Abend irgendwo einstecken. Marie sollte von der Elistenz desselben nichts erfahren. Wozu ihr den furchtba ren Seelenkampf bereiten, welchen er vor hin überstanden? Nein, nein, er liebte sie zu sehr, er wollte die Nrme schonen. Ausgehen mußte er ohnehin, des Begräbnisses wegen. .. In seiner Wohnung angelangt, traf er den Arzt, welcher sich mit derUntersuchung des kleinsten Kinde beschäftigte. Ein

banges Schweigen herrschte in dem Zimmer. Riemer legte den Arm um die zitternde Frau und sprach kein Wort, aus Furcht, den Doktor in seinen Beobachtungen zu stören. Endlich hob dieser den Kopf. Ah, Herr Riemer, guten Tag", sagte er ; ich be merkte Sie nicht gleich. Sie müssen sofort zur Apotheke schicken. Gewiß, gewiß, Herr Doktor. Ist Helene kränker geworden?" Nicht erheblich", versetzte ausweichend der Arzt. Der Hals scheint etwas ange griffen, und wir müssen vorbeugen. Hier ist ein Rezept, außerdem sollen zwei Blut egel gesetzt werden, heute Abend komme ich wieder". Großer Gott", rief mit ausbrechender Verzweiflung die geängstigte Mutter, so soll ich das zweite Kind verlieren !" Riemer preßle sie fest an seine Brust. Stille, stille", bat er. Es kann ja noch gut werden". DaS wird es sogar", versetzte der Dos tor, wenn Sie nur keine Zeit verlieren ; sonst freilich ist das Kind verloren. Der gleichen Krankheiten Pflegen mit Riefen schritten ihren Ausgang zu nehmen". Der unglückliche junge Mann griff me chanisch wieder nach dem Hut, welchen er eben erst vom Kopse genommen. In einer Viertelstunde bin ich wieder bei Dir, Ma rie", rief er halblaut. Der Doktor zog ihn mit sich hinaus in

die Küche, welche der kleinen Wohnung als Entree diente. Herr Riemer", sagte er, noch ein Wort'; die Leiche muß in den Sarg gelegt und dieser verschlossen wer den. Bei so warmer Luft, und in der Nähe des Herdes, auf.dem sast unausgesetzt Feuer erhalten wird, geht das nicht länger. , Aus Wiedersehen !" Er entfernte sich, ehe noch Riemer für eine Antwort die nöthige Zeit behielt. Er war im Begriff 'gewesen, als letztes Aus kunftsmittel den Arzt um einige Thaler zu bitten, aber die beschämenden Worte sän den sich so schnell nicht, und vielleicht hatte das auch der Jünger Aeskulaps voraus gesehen, darum trennte er sich rasch von dem Bedauernswertben. Zögernd stand dieser in der Küche. Der Apotheker gab ihm Credit, aber derWund arzt und der Tischler, der Todten gröber, sie Alle wollten baares Geld haben. Es half Nichts, er mußte seinen Winter rock auf das Ersatzamt tragen, um nur die Blutegel zu erlangen. Das war schrecklich, aber doch nicht in der Dienstordnung ver boten, es blieb ihm Nichts weiter übrig. ' Seine Hand öffnete leise dieZimmerthür Marie", sagte er, gib mir den Schlüssel, ich möchte meinen Paletot 'haben, sieh' mich nicht so an, Liebe, was gilt uns der Schein, wo wir sür unser Kind handeln müssen r Die junge Frau reichte ihm weinend den Schlüssel, Sieh' doch Helene an", flü sterte sie, wie schwer der Athem geht !" Wirklich hob. sich die kleine Brust, in krampshaster Anstrengung und ein Husten pfeifend und schroff, brach sich Bahn. Die Händchen griffen angstvoll in die Luft. Marie schrie laut in namenlosen Schre cken. Emil ! Emil ! sie stirbt !" Er hörte nichts mehr. Es gab ja eine Zeit, in der er Medezin studirte, wo er über Krankheitsformen und deren Verlauf die berühmtesten Schriftsteller las er wußte, was jetzt auf dem Spiele stand. Das Versatzamt befand sich in einem entfernten Stadttheik, es mußten Stunden vergehen, bevor er von dort her baares Geld erhalten konnte unterdessen starb sein Kind. , . Der Schlüffel blieb aus dem Tische lie. gen. Mit fest zusammengepreßten Zäh nen, eiskalt durchschauert, stürzte der Un glückliche die Treppe hinab. Auf dem halbdunkeln Flur zerrissen seine bebenden Hände das Couvert des Brieses und ein Stöck weißer Seide, mit roth gestickten Buchstaben übersäet, zeigte sich den wirren Blicken. Riemer schlug es auseinander, drinnen mußte ja der Kassenschein liegen. Und endlich, endlich. Eins Zwei Drei Vier! Es waren hundert Tha ler, die der Brief enthielt. . Dem Unglück lichen schwindelte fast. Laufend verbarg er das Couvert und den Seidenstoff in sei ner Brusttasche, ohne Aufenthalt, ohne einen Gedanken, als an sein bedrohte? Kind, eilte er zum Wundarzt. ? - ' (Fortsetzung folgt.) ' -Wie eine Frau im Eheleben von Süß iu Sauer ' überging, !wird auS Quincy, JllS., berichtet. Dort ließ sich eine Frau Honig' scheiden und .. heirathete einen Häring.

Das Gchcimniß dcs Pavillons.

Aus den Papieren einesGe heim Polizisten, von C. Paulodöky. (Fortsetzung.) Herr. Pastor," begann Lefebre wieder, gcben Sie mir meinen einzigen Sohn zurück." . Ich?" stammelte derPfarrer, wie könnte ich-" - Seine Rettung ruht in Ihren Händen, ich werde Ihnen jetzt die volle Wahr heit mittheilen. Meine Nachforschungen gelten dem Mörder der PiqueDame und die Männer, welche mich begleiten, sind Polizeibeamte. Ich flehe Sie an, mir Ihren Beistand nicht zu versagen, damit mein Sohn nicht unschuldig hingerichtet werde. Seit vier Monaten arbeite ich Taz und Nacht an seiner Rettung, end lich ist Gott barmherzig gegen mich und läßt mich den wirklichen Verbrecher sinken. Um Aufschub sür die Hinrichtung meines Sohnes, die schon morgen früh stattfinden soll, zu erzielen, ist es nöthig, daß ich alle Verbrecher noch in .dieser Nacht derGerech tigkeit. überliefere,, besonders aber den Taubstummen. O, helsen Sie mir, Herr Pastor, ihn, auszuforschen." Von Herzen gern." Ich . sehe mich genöthigt, Sie noch mit emer'anderen Bitte zu behelligen. Mein Zeugniß ist parteiisch, und das des Taub stummen würde nicht genügen, aber Ihre Aussage wird entscheidend sein. Sie sind Seelsorger, kennen die ganze Umgegend." Ich bekleide diesesAmt schon seit zwan zig Jahren. . Nun wohl, Sie kennen diesen elenden Dermott, seine - würdige Genossin, seinen Complicen AtkinS und die verbrecherischen Insassen jener Mühle. Sie werden mit dem Taubstummen , sprechen, werden vor den Richtern bezeugen, daß man keine Comödie spielt und man wird Ihnen schon wegen Ihres ehrwürdigen Amtes unbe dingt glauben. Ich bitte Sie, mich zu begleiten." . Nach Paris?", rief der Pfarrrer erschrocken aus. ' Ja, r.ach Paris noch heute Abend, so v ... i i l r.: v. oalo oer Viumme angelangr roim. Aber erwägen Sie doch, mein Herr daß ich seit zwanzig Jahren den Kirch thurm von Morsang nicht aus den Augen verloren habe, daß meine Pfarrkinder mei ncr bedürfen !" . . Es bedarf Ihrer ebenfalls der Unschul dige, der ohne Sie nur noch einige Stunden zu leen hat. Sie werden mir meine Bitte nicht abschlagen, Sie können es nicht !" ,, Eine Gestalt kam jetzt durch den Nebel über die Wiese geschritten. Das ist der Stumme," sagte der Pfar rer, demselben entgegeneilend. ( Lefebre, der besorgte Vater, zitterte hef tig, als er sich demjenigen gegenüber be fand, der das Leben seines Sohnes in sei ner Hand hielt. Er wünschte auf der Stelle Aufklärung von ihm, aber eö wär jetzt vollständig dunkel geworden, und ( a 4 X 1 0 äX 9 ü CTYl 4 4 T Ait(A(iiM uiuii yui ui jtpi uuuj ituiiuiti uumtu" den, um mit einem Taubstummen im Fin stern zu reden. Lasien Sie uns nach der Mühle gehen", sabte er zum Geistlichen. ..Ich habe Schwefelhölzer und ein Licht' bei' mir. Wir können, wahrend meine Untergebenen die Elenden gefangen nehmen, uns mittelst Ihres Beistandes mit - dem Stummen un ierhalten." Der Pastor, von Mitleid für 'den so schwer geprüften Vater durchdrungen, er griff den Arm' des Taubstummen und folgte schweigend dem voraneilendenGreise nach der Mühle Pvette. Die Fenster de Erdgeschosies im Hause Atkins schimmer tenjetzt so hell, daß sie auf ein sehr großes Herdfeuer schließen ließen. Plödlich schoß ein langer Feuerstreifen aus einem' der Fenster zum Himmel, wie Irrlichter einen i r ' r v k V . t JT' a z.yeu oes lsevauoes umyupseno, melazes seit einigen Augenblicken den Mördern der Pique-Dame Obdach gewährte. .Das ist Feuer!" schrie Lefebre, .der nichtswürdige AtkinS hat seine Wohnung selbst angezündet. Tollan wird entkom men, laßt uns dahin eilen, ich muß seine Flucht zn verhindern suchen. Mit tiefen Worten stürzte er so schnell auf die Brandstätte zu, daß der Priester und der Taubstumme ihm kaum zu. folgen vermochten.