Indiana Tribüne, Volume 2, Number 28, Indianapolis, Marion County, 21 February 1880 — Page 7
I n d i an a T r i b ü n e
Er schüttelte den Kopf. Um Gottes willen, ich kann nicht helfen, adieu, Matic, adieu " Er schloß so schnell hinter sich dieThüre, daß kein Wort mehr möglich war. Es mochte ihn vielleicht bis zur Unerträglichkeit martern, so seine Frau aller Hoffnung berauben zu müssen. Dicjenigen, welche ihm auf Erden dasTheuerste wuren,konnte er vor dem bittersten Mangel nicht schü tzen, das drückte ihn fast zu Boden. Draußen in der Küche blieb er aufathm'end stehen und trat dann zögernd zu einem Tische, auf dessenPlalte ein ganz ver.hangener Korb sich befand. Nachdem seine Hand das Tuch .zurückgeschlagen, zeigte sich ihm das blasse Antlitz einer kleinen Leiche, und bei diesem erschütternden Anblick drängten sich langsam, aus dem tiefsten Herzen herausquellend, die Thränen in seine Augen. Und fernen Sarg", dachte der Unglückliche Vater, keine Begräbniskosten, o großer Golt, was wird aus uns werden V Er küßte auch diese so kalte -Stirne und ließ das Tuch herabgleiten, bevor er mit schnellen Schritten davonging-. Es war heute zu spät geworden, das wußte er ja. Im Bureau empfing ihn derBeamte, wel cher während der. Mittagsstunde seinen Dienst versehen, schon mit ziemlich unfreundlichen Blick. Zehn Minuten nach Eins l" sagte er halb abgewandt. Entschuldigen Sie mich' diesmal, Herr Berger, meine Kinder haben Scharlach fieber. Ich verlor gestern da5 kleine Mädchen-. DieWorte blieben dem geq',ältenManne sast in der Kehle stecken. Ersah wieder vor sich daö blasse Todtenanlitz seines Lieblings und wandte den Kopf, um nicht das schmerzvolle Zucken seiner Züge dem. Anderen zu zeigen. Der war ja nicht Vater, konnte nicht wissen, wie wehe es thut so ein kleines Wesen, das wir mit so viel Liebe bedütet haben von seiner ersten Lebensstunde an, jetzt, wo es uns kannte und unsere Liebkosungen zurückgab, in daö kalte Grab betten zu müssen. Entschuldigen Sie mich, Herr Berger", sagte er nach einer Pause noch einmal. Der junge Mann erröthete leicht. JD bitte, bitte", versetzte er, ich konnte ja nicht wissen! Das Heirathen bei unsererEinnahmeist doch ein Wagestück auf Leben und Tod, brr, ich möchte es um keinen Preis. Gute Besserung. Herr Riemer!Er ging und ließ seinen unglücklicheu College im Bureau allein. Riemer setzte sich mechanisch, an das Fenster und stützte den Kopf in die Hand, war in einem Nebenpostamt, daher kam jetzt keine Seele, so daß der bedauernswerthe Mann ganz den eigenen trüben Gedanken nachhing. Wie sollte er durch diese entsetzliche Zeit gelangen, von seinen Gläubigern verklagt und vielleicht gar ausgepfändet zu werden?
Dann war auch die Anstellung dahin,
dann fehlte selbst das knappe Stücklein
Brod, welches sonst in gesunden Tagen
wenigstens vor dem Hunger schützte. Und
er mußte noch Geld auftreiben sowohl für
das Begräbniß. als für die Pflege der bei
den anderen Kind.r. Seit drei Wochen
war nun Marie mit dem kleinen Kranken allein, hatte keine Hilfe, keinen Trost, bis
er nach Hause kam. Wenn aber auch sie
dem Uebermaß der Anstrengung und des Kummerserliegen sollte, wenn Mane krank würde? Er sprang aus bei diesem schrecklichen Gedanken und ging hin und her durch das Zimmer. Fürwahr, Berger hatte Recht, das Hei rathen war fast eine. Sünde, wo' solche Verhältnisse der Geliebten entgegenstarr ten. Wenn er das Aussehen seiner Frau mit dem blühenden lebensfrischzn Bilde
der einstigenBraut verglich, dann schüttelte
lhn ern Schauder. Und doch zählteMarie erst sechsundzwanzig'Jahre, war' noch eine junge Frau. ' . ' Nur hundert Thaler", dachte der un glückliche Mann. Nur hundert Thaler und ich wäre gerettet, könnte das Begräbniß bezahlen, eine Wärterin nehmen und dem Hausmirth die zehn Thaler mehr bie ten. welche er verlangt, um seine - Kündi' gung zurückzuziehen. O Gott, so wenig brauchte es nur, und dennoch gehe ich zu Grunde, weil mir dieSumme unerreichbar ist, als wären es eben so viele Tausende." Sein scheuer Blick streifte den Kasten auS Drahtgeflecht, welcher die Kaffe ent hielt, und aus dessen Innerem ihmHaufen von.Silber undBanknoten entgegenschim merten. Ob ich eS thue?" dachte er, blitz, artig schnell den versuchenden Gedanken erfassend, ob ich es thue, und dann heute Abend fortgehe, hinaus aus der Stadt, bis an den Strom ganz hinaus für im nur?" (Fortseung folgt.)
AuS dem Staate.
H Die New Albany Deutsche Ztg." erzählt Folgendes über einen sehr dum men Spaß: John Edmonson wollte in Stulton's Hotel nach seinem Zimmer und zu Bette gehen, als er, in seinem Zimmer angekommen, plötzlich stille stand, Entsetzen erfaßte ihn. die Haare standen ihm zu. Berge, er zitterte am ganzen Leibe, die Augen starrten aus ihren Höhlen und mit einem furchtbaren Schrei allarmirte er das ganze Hotel. Die Leute kamen mit Lichtern herbeigelaufen, und siehe da gerade über dem Bette hatte sich ein Mann erhängt. Der Kerl war mit Stroh ausgeflopst. Allgemeines Ge' lächter. Edmonson war aber wirklich zu Tode erschrocken und konnte unter Umständen durch diesen schlechten Witz seinen Verstand, seine Gesundheit oder sein Leben verlieren. . Ueber eine eigenthümliche Praxis der Rockport StraßenContraktoren und einen dadurch veranlaßten Unsall legt das Rockport .Banner" los : Bekanntlich lassen die Herren Dogherty und Aardy den Fahrweg an dieser Werfte mit Steinen pflastern. Am Freitag waren die Leute damit beschäftigt, aus den Plusfs in der Nähe des unlerenWaarenhauses durchAnWendung von Sprengpulver Steine diesen Zweck zu, gewinnen. Eben hatten dieselben eine Ladung angelegt, und war teten in einer Entfernung daö Resultat derselben ab: eine geraumeWeile verstrich, ohne daß sich die Ladung entzündet und glaubte man, daß der Zunder erloschen sei. Um sich hiervon zu vergewissern, lugte Herr Dougherty hinter einer Ecke des Waarenhauses hervor und gewahrte Herrn Gentry mit seinen zwei kleinen Kin dern an der gefährlichen Stelle vorbei kommen, als in dem nämlichen Augenblick die Ladung losging, der ein unheimliches Gesause von kleineren und größerenStücke Steine um die Köpse der Nahebefindlichen folgte. Einer der Steine traf Herrn Dougherty mit gewaltiger Wucht an die Stirn, daß man ihn attsangs sür todt aufhob; ein anderer traf das kleineSöbnchen des Herrn Gentry am Hinterkopfe, eine klaffende Wunde verursachend, indeß sind weder in diesem noch in dem Falle des Herrn Dougherty die Verletzungen lebensgefährlich, was bei dem Unfall noch ein Glück ist. ? In Evansville hat sich ein junges Mädchen, Namens Emma Buchholz Der giftet, wie man glaubt, weil sie zwei Lieb haber hatte, also einen zuviel. Uebrigens hat sie eine zu große Dosis Laudanum genommen und wird über ihre Verlegenheit und Verzweiflung hinausleben. Die Stadt Wabash hat mit derBrush Electric Ligbt Company in Cleveland einen Contrakt abgeschlossen, wonach sich diese verpflichtet, für die Summe von $1800 die Stadt mit einem elektrischen Lichte von 10,000 Kerzen Beleuchtungskrast zu erleuchten. Die Stadt hat sich kontraktlich verpflichtet; nur dann dasGeld zu zahlen, wenn die Beleuchtung eine voll kommene ist. Die Wabash Gascompagnie, welche sich erst vor wemgenMona ten organisirt hat, wird in solchem Falle wahrscheinlich bankerott machen, andern falls aber die elektrische Lichtgesellschaft.
KumoristisHes. Unschuldiges Vergnügen. Drei Freunde spielten an einem bestimm ten Abend jeder Woche ihre Partie Skat. Einer von ihnen hatte. Dank seinem Spiel und seinem Glück, fast jedes Mal daS Ver gnügen, mit einem Gewinnst von S bis 10 Mar! nach Hause zu gehen, ohne daß je doch die beiden Änderen sich dadurch in ihrer guten Laune stören ließen. Eines Abends aber mußte er sich mit einem Ge winne von 2 Mark begnügen ; darob na türlich große Freude seiner Mitspieler. Kaum hatte er diese verlassen, als der Eine vergnügt lächelnd, zum Andern sagte: Den haben wir heut' mal ordentlich ge rupst!Aufeinen grobenKlotzge hört ein grober Keil. DerMa gistrat einer preußischen Stadt schrieb einst an einen Bürger ' Herrn Tischlermeister R." . .Dieses Herrn- war auf dem Couvert ausgestrichen und darüber geschrieben Dem". Der Tischlermeister fand dies mit Recht beleidigend und.beschwklte sich bei dem Magistrat. : . . Ach waS," erwiderte ihm der HerrBür germeister, was auSgestrichen ist, daß ist so gut, als ob eS nicht dasteht. ES heißt
einfach Dem Tischlermeister N., und da mit beruhigen Sie sich."' Gut sagte der Tischlermeister und ging. Am andern Tage richtete er an den Magistrat ein Schniben mit der Aufschrist : An den naseweisen Magistrat in Dieses nase" hatte er ausgestrichen und darüber ganz klein hoch" geschrieben. Der Herr Bürgermeister ließ ihn vor sich kommen und suhr ihn mit barschenWorten an, wie er sich eine solche Frechheit herausnehmen könne. Was wollen Sie denn," antwortete gelassen, der Bürger Sie haben mir ja gestern gesagt, was ausgestrichen ist, ist so gut als ob es nicht dasteht. Ich habe nase" ausgestrichen; es heißt also einfach : An den h'ochweisen Magistrat zu M V.
Abwehr. Professor : Mein Herr ! Sie lernen rein gar nicht in meiner Klasse sind Sie der einzige EselSchüler (auffahrend) : Herr Proseffor ! Sie vergessen sich. Ueber die Ehe. Der Arzt nennt die Ehe ein verkehrtes Fieber, das mit Hitze anfängt und mit Kälte endigt. Der Chemiker: Eine einfache WahlVerwandtschaft. Der Apotheker : ein niederschlagendes Pulver. Der Jurist : Einen Contrakt. - DerKausmann : Eine Spekulation, die eben so ost fallirt als glückt. Der Dichter : EinenRoman, der manch mal mehrere Auflagen erlebt. Der Schauspieler : Eine Tragikomödie, die stets vom Publikum beklatscht wird. Der Musiker : Ein Conzert. iy dem die Liebe die Flöte bläst, dieKinder, die Querpfeise, die Nachbarn die Trompete und der Mann'zuweilen Hornsolo. Der Soldat': Einen Feldzug, der sich bald bis zum siebenjährigen, bald bis zum dreißigjährigen Kriege ausdehnt.
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