Indiana Tribüne, Volume 2, Number 28, Indianapolis, Marion County, 21 February 1880 — Page 4
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Sndicma Hriöüne.
(Wochenblatt.) efsice: Ecke Circle u. Meridianstr '3m dritten Stock ) JEntered ns seconsl-elass matter at the rostonice at Indianapolis, inaiana.j Abonnements-Preise. 3n der Stadt durch die Post in Haus gelieser Per Iaht im Voraus .52.00 Per Nummer ß&ent. Otto Tchissel, Herausgeber. P. O. B. 295. Indianapolis, Ind., . den 21. Febr. 1380. Vin Schandfleck unserer Zeit. ' Noch heute können wir einen Ausrus der Empörung nicht unterdrücken, wenn wir über die Art und Weise lesen, wie sich die Völker des Alterthums ihrer Kinder ent ledigten, indem sie sie aussetzten, oder wie sie ihre Kinder opferten, indem sie dlesel ben in die glühend gemachten Arme des als eherner Stier verehrtenGottes Molock legten. Das Grauen, das bei solchen Er zählungen in uns erweckt wird, ist natürlich und der Abscheu, den wir gegen jene ver ruchten Handlungen unserer Vorfahren empfinden, ist gewiß berechtigt. Berechtigter wäre aber unsere Empo rung jenen uncultivirten Böllern gegen über, wenn wir von uns sagen könnten. .daß mir uns frei von diesen Sünden sühlen, daß in unserm civivilisirten Jahr hundert? solche Greuelthaten nicht mehr vorkommen können. Das können wir aber leider nicht. Wenn wir ein offenes Auge sür unsere heutigen Zustände haben, so müssen wir uns.sagen, daß die Kinderar beit in den Fabriken so wie sie heute ein geführt ist, weit mehr Opser fordert als der finsterste Wahn einer in Vorurtheilen verkommenen Zeit und, daß das langsame Verkümmern und Absterben eines kaum halb entwickelten Körpers weit qualvoller ist als ein rascher Feuertod im Rachen des Molochs bei verschiedenen Völkern des Alterthums. Jene blutigen Verbrechen, von denen uns die Geschichte aus vergan genen Jahrtausenden kündet, waren die Thaten einer fanatisch erregten, abergläu bischen Volksmenge; die Kinderarbeit jedoch ist das planmäßig und mit Bewußt sein begangene Verbrechen unseres Zeit alters ; die Triebfeder sür dieselbe ist die Habgier. Um recht billige Arbeitslüste zu bekommen, laßt man Kinder im zartesten Alter, die. aus die Schulbänke gehören. und deren noch unentwickelter Körper anhaltende und verhältnißmäßig schwere Arbeit noch gar nicht vertragen kann, in Fabriken Arbeiten. Körper und Seele müssen dabei verkümmern; bei der ein tönigen Arbeit entbehrt das arme Kind aller geistigen Entwicklung, es lernt maschinenmäßig thätig sein, das Denkver mögen bildet sich nicht aus und das Ge müthsleben wird im Keime erstickt. Wel chen Ersatz kann ein späteres Leben für diese geraubteJuqend bieten ? Solch eine trostlose und verödete Kindheit pflegt ihren Schatten auf das ganze spätere Leben zu werfen. Die Kinderarbeit ist noch nicht lange genug im Gange, um die schädlichen Folgen schon jetzt alle ermessen zu können. Erst an einem späteren Geschlechte werden sich die Sünden rächen, die unsere heutige Gesellschast begeht, indem sie es duldet und sogar gutheißt, daß Kinder in den dumpfen Fabrikräumen ihre Kindheit verdringen. Was für eine Generation soll aus diesen, armen Kleinen hervorgehen, die hinter den Arbeitstischen der Fabriken aufwachsen und den Segen eines Fami kienlebenS, und einer guten Schulerziehung gänzlich entbehren? Als einen der Hauptgründe sür die Kinderarbeit wird gewöhnlich angeführt, daß auch das Kind lias Seinige zum Unterhalt der Familie beitragen müsse. Dem entsprechen wir aber ganz entschieden, denn abgesehen da von, daß es nimmermehr als Aufgabe eines Kindes betrachtet werden kann, dasür zu sorgen und zu arbeiten, daß der Lebensunterhalt herbeigeschafft wird, ist es bereits erwiesen und sehr leicht begreif lich, daß ohne die Kinderarbeit die Nachfrage nach Arbeitskräften bald so beträchtlich steigen würde, daß die Arbeitslöhne schnell in die.Höhe gehen müßten; Die Statistik sagt uns, daß seit Einsührung der Kinderarbeit die Sterblichkeit unter denselben gans beträchtlich gestiegen ist und es ist auch erwiesen, daß ein großer Theil der Kinder, die nicht körperlich um
kommen, doch moralisch zu Grunde gehen, denn daß die Beschäftigung in der Fabrik auf das zarte Kind auch in moralischer Beziehung äußerst schädlich wirkt, braucht wohl kaum näher erörtert werden. Wenn
wir also die Kinderarbeit ins Auge fassen, so können wir unmöglich Lichtseiten, wohl aber sehr viele Schattenseiten an ihr ent decken. Sie ist der größte Schandfleck unserer Zeit und wir brauchen nicht mi Entrüstung auf die Thaten unserer Vor fahren zurückschallen, denn der moderne Kindermord ist noch viel barbarischer, als die Greueltaten, die jene Völker an ihren Kindern begingen. . ' Die einzige, vorläufige, wirksame Ab Hilfe gegen diese Barbarei, wäre ein Ver bot der Kinderarbeit überhaupt, und ein Gesetz, wodurch der Schulzwang einge führt würde. Es mag aber vielleicht noch sehr lange dauern, bis man sich herbeiläßt, dem mo dernen Kindermord durch derlei Bestim mungen ein entscheidendes Halt" zuzu rusen, denn leider wird die höhere Gesell schaft auch von diesem sozialen Uebel nicht direkt betroffen. Die (Korruption in der Politik ist bei uns fast ausschließlich dem System zuzuschreiben, daß mit Ausnahme der Bundesbeamt.en sämmtliche Beamte ge wählt, anstatt ernannt werden. Da viele Aemter lukrativ sind, und nicht btn ge ringsten Einfluß aus politische Gestallun gen ermöglichen, so wird eben gar zu häu sig die Ausübung des Stimmrechts von ihrem eigentlichen Zwecke abgeleitet und dient nur dazu persönliche Interessen zu fördern. Die politische Drahtzieherei würde ein Ende haben, wenn lediglich die Häupter ver verschiedenen öffentlichen Cor porationen, wie Gouverneure, Mayors und die gesetzgebenden Behörden, wie Le gislaturen, Stadträthe u. s. w. gewählt würden. Administrativ- und richterliche Beamte sollten nicht gewählt, sondern unter geeigneten Negulationen, welche weniger die politische Gesinnung als dieFähigkeit berücksichtigen, eingesetzt werden. Wir können absolut nicht einsehen, was das Volk sür einen Vortheil davon hat, daß es jeden Constabler, jeden Friedensrichter, jeden Stadtschreiber, jeden Gerichtsschrei' der wählen kann. Ist das Volk besser im Stande die richtigen Leute für dieseAemter auszuwählen, als eine Behörde, welche das Ernennungsrecht hat? Ganz bestimmt nicht, sonst müßten unsere Bundesbeamten alle weniger taugen, als die County-, Stadt- und Staatsbeamten. Die Bundesrichter sind so gute Juristen und so ehrenhaste Männer, als die Nichter der Staaten' und Counly-Gerichte, die Bundesmarschälle sind so tüchtig im Amte, wie die Sheriffs und die Clerks der Bundesgerichte können es jederzeit mit den Clerks der anderen Gerichte ausnehmen. Und doch werden jene ernannt, und diese werden gewählt. Was würde wohl aus dem Institut der politischen Wardbummler und Drahtzieher werden, wenn das viele Wählen ein Ende hätte ? Es würde verschwurden. So lange die Ausübung deöStimmrechts nicht ausschließlich dazu dient, ver politischen Gesinnung Ausdruck zu verleihen, so lange es sich beiden Wahlen gar zu oft weit weniger um Geltendmachung eines Prinzips, als darum handelt, gewissen Persönlichkeiten Aemter zu verleihen. und sie an der öffentlichen Krippe zu füttern, wird die Politik mehr oder weniger OdiöseS an sich haben und. wird der Ruf eines Politikers kein ehrenhafter werden. Nirgends macht sich jedoch dieses fortwährende Wählen mehr zum Schoden des Volkes geltend, als bei der Erwählung der Richter. Schon Mancher hat es durch de magogische Umtriebe in der Politik zum Richter gebracht, der nicht die geringste Besähigung für dieses Amt besaß, und dessen Charakter durchaus keine Garantie ür gemiffenhaste Pflichterfüllung bot. Wir haben auch in Marion County schon diese Erfahrung gemacht. Wir wählen zu viel, das Stimmrecht wird zu oft zur För derung persönlicher Jntereffen mißbraucht, und so lange das nicht anders wird, wird auf dem politischen Felde immer zu viel Schmutz vorhanden sein. Das neueste Attentat auf dcn Ezaren. Die Attentate, welche auf den Kaiser von Rußland verübt-werden, haben alle das Merkwürdige an sich, daß sie, ir'otzdem t entschieden von erfinderischen Köpfen geplant werden, alle fehlschlagen. Das neueste Attentat wurde am 17. Februar verübt und nur durch einen ganz
besonderen Zufall entging der Kaiser und die kaiserliche Familie dem Tode.
Im Winterpalaste, der Residenz des Kaisers unter dem Wachezimmer, über welchem sich direkt der Spenesaal der tau serlichen Familie befindet, hatte man eine Mine gegraben. Die Explosion fand zur selben Stunde statt in der die kaiserliche Familie gewöhnlich das Diner einzunehmen pflegt, aber der Zufall wollte, daß gerade an diesem Tag das Mittagsmahl nicht zur gewöhnlichen Stunde eingenom' men wurde, und die Betreffenden dadurch dem Tode entgingen. Leider kamen auch bei diesem Atientat wieder Unschuldige ums Leben, denn fünf Soldaten wurden sofort getödtet undisünf unddreißig schwer verwundet. DieExPlosion war so stark, daß sie in den Fußboden des Speilesaals ein Loch von 10 Fuß Länge und 6 Fuß Breite riß. Daß der Fürst aller Reußen nach dieser neuesten Affaire etwas unbehaglich fühlt, läßt sich ja wohl denken, denn durch dieses neue Attentat hat man dem Manne sehr deutlich zu verstehen gegeben, daß er jede Minute gewärtig sein muß, daß seine Knochen schon in der nächsten Stunde nach allen Himmelsgegenden hin zerstreut sein können. Das Bewußtsein, daß stets Tausende darnach trachten, einem das Lebenslicht in sehr unsanster Weise auszublasen, muß wirklich sehr unangenehm sein, und die Berichte, daß Väterchens Versland durch den neuen Mordversuch etwas erschüttert wurde, sind daher sehr glaubhast. Das Volk fragt aber nach den Ausregungen dieses eigensinnigen Monarchen sehr wenig. Rußland steht aus einem Vulkane, I der, wenn er einmal zumAusbruche kommt, in seinem glühenden Strome von Haß, Rache und Verzweiflung eines gelnuteten Volkes Alles vernichten wird, was sich ihm in den Weg stellt. Die französische Kammer hat sich mit zwei Drittel gegen ein Drittel gegen die allgemeine Ammestie erklärt. Viel Friede, viel Geld, mehrSoldaten und eine längere Sozialistenknute, das ist der Inhalt der deutschen Thronrede. In einerJrrenanstalt inKansas wurde neulich ein Maskenball abgehalten. An Narren kann dabei kein Mangel gewesen sein. Beschäftigungslosigkeit brachte den Arbeiter Charles Lane zuBainbridge,Pa., dazu, seine Frau, seine zwei Kinder und schließlich sich selbst zu vergiften. Telegraphischen- Nachrichten aus Breslau zufolge ist dort der bekannte lyrische und dramatische Schriftsteller Karl von Holtei im 83. Lebensjahre gestorben. In New Pork entleibten sich im letzten Jahre 117 Personen, darunter 17 weibli chen Geschlechts. Die Auzahl der deutschen Selbstmörder betrüg 43. Der in Newark erscheinende Beobachter am Passaic" hat sein tägliches Erscheinen eingestellt. Die hohen Papierpreise werden noch manche Zeitung zu ähnlichem Handeln zwingen. New York ist der 12. Staat, der den Frauen das Recht einräumte sür Schuldeamte zu stimmen und als solche gewählt zu werden. So schreiten wirwenn auch langsam doch immer vorwärts. Emerson sagt, jederMensch sollte stets einen Bleistift bei sich tragen, um Eingebungen deö Augenblicks niederzuschreiben. Dahätten gar Viele an einem kurzenBlei stift genug den sie im ganzen Leben nicht einmal zu spitzen brauchten. Die Arbeitslosigkeit in SanFrancisco soll in letzter Zeit sehr beträchtlich gestiegen sein. Am Samstag versammelten sich dort 1,000 unbeschäftigte Arbeiter um zu berathen wie diesem Uebelstande abzuhelsen sei. . Aus Breslau wird berichtet, daß sich in einem oberschlesischen Bergwercks - Distrikt die Bergleute gegen ihre Vorgesetzten auflehnten, so daß das Militär einschreiten mußte und dabei viel Schaden angerichtet wurde. Im Jahre 1879 betrugen die Verluste durch Feuer in denVer. Staaten $77,703, 700, wovon 44460,700 auf die Versicherungsgesellschaften fiel. Sie betrugen'um viele Millionen mehr als 1883, 77 und '76. Die Verluste der VersicherungSgefellfchaften betragen seit einer Reihe von Jahren durchschnittlich nicht viel unter 40 Millionen jährlich. .
C. F. WM
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kirnen weroen prompt erfüllt. - . . . - Daö Testament des Sozialisten Raspail vermacht dem Stadtrath von Paris ein Vermögen von 2,000,000 Frcs. ($400,000), unter der Bedingung, daß das Geld zu Darlehen an Arbeiter Vereine verwendet wird. Sehr bezeichnend ist es. daß der Lon doner Stadtratb, den Antrag, dem russischen Kaiser zu seiner glücklichen Errettung bei dem jüngsten Attentate, zu gratuliren, bei der Abstimmung mit 74 gegen 4 Stimmen verworfen hat. Ueber die Engländer sagt ein ltalieni scher Schriststeller: Die Engländer sind solche Krämer, daß -ich sie nur ungern in Italien sehe ; ich fürchte immer, sie werden uns noch einmal unsere schöne ltalienische Sonne abhandeln, um sie uns stück weise als Talglicht wieder zu verkaufen. Die Enciyclica des Papstes gegen die Ehescheidung ist erschienen. Sie verlangt, daß bürgerliche Behörden von Vollzieh' ung des Trauaktes ausgeschloffen werden und erklärt, daß Christus die Ehe zu ei nern Sakrament erhob, daS nur die Ktrche verwalten dürfe. Dazu sagen wir, Herr, vergib ihnen u. s. w. Wie wir lesen, ist inBerlin die gericht liche Entscheidung gefällt worden, daß die gewerbmäßige Wahrsagerei als großer Unfug zu bestrafen sei. Traurig, ist es, daß man sich hierzu später. entschlossen hat, als zu der gerichtlichen Entscheidung, nach welcher es als grober Unfug bestraft wird, was wahr ist. zu sagen. Die Westliche Post" stellt eine Frage, die sie aber gewiß niemals beantwortet bekommt. Sie schreibt nämlich : Wer hat die Kosten der Reise Grant's um die Welt zu tragen, wer bezahlt wieder die Ausgaben des Ausflugs nackCuba, Mexico u. s. w. ? Jedes Kind weiß, daß diese nicht aus Grant's Tasche kommen. Der berühmte Orientalist (Kenner der orientalischen Sprachen) Franz Ferdinand Benary, Professor an der Berliner Uni versität, ist gestorben.' (B., geb. am 22. März 1805 zu Kassell, studirte Theologie und Philosophie zu Bonn und Halle, pro' movirte 1827 als Doctor der Philosophie und war einer der Ersten, welche die uralte Sanskritsprache gründlich studirten. Seine zahlreichen, höchst werthvollen Arbeiten finden sich in wiffenschastlichenZeitschriften zerstreut.) , Lasker will demnächst eine Reise durch die Vereinigten Staaten machen. Was will er.hier ? Vielleicht auch Vortrage halten ? Bei seinen Ansichten wird sich das in Amerika nicht rentiren. Wir wollen in Amerika'freie Menschen haben und er wird mit seiner Meinung, daß man dem Volke einen Maulkork anlegen müffe hier nicht Propaganda machen können. Darum wäre es vielleicht das Beste er blieb hübsch zu Hause bei Muttern. Viele von den Festlichkeiten, die zum 25. Jahrestag der Thronbesteigung des Czaren abgehalten werden sollen, werden wegen der Krankheit der Czaren unterbleiben müffen. Ob bei Abhaltung der übrigen Festlichkeiten nicht von den Nihilisten ein Strich durch die Rechnung gemacht wird, steht auch nicht außer Frage. 9tc formen werden verlautet aus gut unterrichtet Quelle sicherlich kein Theil des Festprogramms bilden. Von der Bewilligung einer Constitution oder überhaupt von einer . Umänderung der politischen Verwaltung ist keine Rede.
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- Vramre 9 SQUAKE,) INDIANAPOLIS, IND. X - . C. F. Schmidt. Das Criminalgesetzbuch des Staate New Jersey bleibt vorläufig mit dem altbiblischen Grundsatz : Aug um Nuge.Zahn um Zahn in Uebereinstimmung. In der Gesetzgebung zu Trenton war die Bill auf Abschaffung der Todesstrafe eingebracht und kam zur Abstimmung. Die Mehrheil drang mit der Ansicht durch, daß die BeibeHaltung der Todesstrafe besser sei sür die Rff ti fTJif STT?rtins nT5 Krti Wh nff itti rt " wobei das Verhältniß drei zu eins war. UIIL1I11 1 -3-1 LU1U1 lA ft -J II L A. L. 11 1 II I IU II I I U I I U . svr Arrb Wrtfh hft vIntirrhrtA t vivDv ihui , wii t et v , w ! Schweiz, Hat die Wiedereinführung der Todesstrafe beschaffen, wenn auch nur mit geringer Mehrheit. So gewiß wie die : Verbrechen dadurch nicht gemindert wer
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den, so gewiß wird auch dort die Todesstrafe wieder abgeschafft werden. ES ist eben überall dieselbe Geschichte woraus aber die Wenigsten eingehen wollen. Wenn K man nämlich das Uebel beseitigt haben will muß man es an der Wurzel anpacken.
Die letzte Nummer des "Journal of Freedom and night" enthält folgende Stelle : Deutsche Wirthe freuet Euch. diePrellerei ist abgeschafft.. Richter Britton von ErawfordsviUe hat entschieden, daß der Verkauf von berauschenden Getränken an Minderjährige und Trunkenbolde nicht strasbar ist, wenn der Verkäufer eine County-Luens hat. Dies endet die Prellerei der Wirthe." Wir würden den Wirthen rathen, sich durch Obiges nicht beinfluffen zu lassen. Die Autorität des Richters Britton geht über seinen eigenen Circuit nicht hinaus. Die Entscheidung desRichters Britton von Crawfordsville ist falsch. Der Verkauf berauschender Getränke an Minderjährige ist vor wie nach strafbar, was auch Richter Britton von Crawsordsville darüber denken mag. Aber selbst wenn er Recht hätte, braucht kein anderer Richter sich um seine Entscheidung zu kümmern, so lange dieselbe nicht von der Supreme Court aufrecht erhalten wurde. Die Wirthe von Indianapolis mögen sich um die Entscheidung der SupremeCourt und- des hiesigen Criminalgerichts kümmern, sollten sich aber bei Leibe nicht an die Entscheidungen eines Richters von Crawsordsville halten. öS' Jnder letzten Stadtrathssitzungtheilte der Chef, Feuerwehr - Ingenieur mit daß an solgendenPlätzen neueHydranten angebracht wurden : Ecke Columbiastr. und Hill Ave. Ecke Columbiastr. und Lincoln Ave. Ecke Lincoln Ave. und Vandesstr.' Ecke LincolnAve. und J.P.C.Eisenbahn Ecke Lincoen Ave. und Rohamptonstr. Ecke der siebenten und Rohamvtonstr. Ecke der achten und Rohamptonstr. Ecke der neunten und Rohamptonstr. Ecke der neunten und Ashstr. - Ecke der neunten und College Ave. Ecke der achten und College Ave. SS-So wird Gerechtigkeit geübt. Wie wir es voraussagten, so ist es gekommen. Der nobleSpitzbube Mayo, der die 2. Nationalbank in Lafahette um eine sehr beträchtliche Summe beschwindelt hat, und auch deshalb zu mehrjähriger Zuchthausstrafe verurtheilt wurde, entgeht seiner Strafe. Dieser Bankschwindler wurde vom Präsidenten begnadigt. Reiche Verwandte haben ein gutes Wort für Mayo eingelegt und dem' Betrüger bleibt deshalb die Unannehmlichkeit mit dem Zuchthaus Bekanntschaft machen zu müssen, erspart. Warum auch nicht ? Zucht Häuser sind ja nur für das niedrige Volk da, die hohe Gesellschaft empfängt für ihre feinen Betrügereien womöglich nt ) Huldigungen. Die Aldermänne? passirten in ih. ren letzten Sitzung eine Resolution, daß der Name Chatam St. in Park Avenue umgeändert werde.
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