Indiana Tribüne, Volume 2, Number 27, Indianapolis, Marion County, 14 February 1880 — Page 4

i

I n d i a n a Tribüne. 44

ndiana Hriöüne. - i i . . (Wochenblatt.)

.

Office: Ecke Circle u. Meridianstr. sJm dritten Stock ) . (Entered as second-class matter at the Postoffice at Indianapolis, lndiana. Abonnements-Preise. In der Stadt durch die Post int Hau geliefert Per Jahr im Voraus 52.00 nct Nummer 5 Kent. Otto SchZssel, Herausgeber. ' 7. P. O. B.S95. .Indianapolis, Ind., den 14. Febr. 1880. Der zweite Jahresbericht deö BureauS für Arbeitstatistik von New Jersev liegt vor uS. Derselbe vurde uns von Herrn 5?ames Bishop, dem Cbef desselben. zugeschickt. In soweit derselbe Bezug aus die sveziellen Verbältnisse deS genannten Staates hat, ist er für unsere Leser nicht von besonderem Interesse. Dagegen ist der dritte Theil desselben, der sich mit Arbeitsstatistik im engeren Sinne befaßt, von allgemeinem Werthe. DaK Herr Bisbop wieder, wie im vorigen über die Lauheit der Arbeiter, die vorffelegten Fra gen zu beantworten, zu klagen hat, ist natürlich. Mangel'anVerständnib. Furcht vor Entlassung u. s. w. das sind die Ursachen, welche nicht so bald verschwinden werden. Die DurchschnittSeinnahme eines Arbei terö im Staate New Jersey war im Jahre 1879 $412.35 per Jahr, also $1.31 per Arbeitstag, oder $1.13 für jeden Tag in der Woche. Daß eine solch' kleineSumme nicht hinreichend , ist zum Leben, und dab die Arbeiter genöthigt waren, die Erspar niste, welche sie in besseren Zeiten gemacht haben, wieder zuzusetzen, geht aus der Thatsache hervor, dab die Durchschnitts Mehrausgabe als die Einnahme $95.02 per Arbeiter betrug. In der That ein trauriges Zeichen. Wie schlecht das ver? gangene Jahr war, zeigt die Thatsache, daß die Arbeiter im Durchschnitte 87 Tage des Jahres ohne Beschädigung waren. Unter 112 Arbeitern, welchen die Frage, ob sie Eigenthümer des .Hauses seien. -welches sie bewohnen, vorgelegt wurde, antworteten 25 mit Ja. In zwei Fällen waren, bereits $2000 . und in wem Falle $800 bezahlt, als' bic auf dem Eigenthum, bestehende Hypothek ein. geklagt wurde, und daS Eigenthum verloren ging. Wie viele Schulden an dem Eigenthum der anderen ?25 hasten, giebt der Bericht leider nicht 'an, sonst würde man wahrscheinlich . ersehen, daß es mit diesem Eigenthum nicht weit her. . . Ein wahrhaft entsetzliches Bild unserer heutigen Zustande zeigt jedoch Tafel No. 10 -'bc Berichtes. Dieselbe zeigt unter Anderem, wie viele Kinder in 112 Fabriken beschäftigt find. Natürlich sind diese 112 Fabriken nicht alle Fabriken deö Staates, denn der Staat New Jersey ist ein sehr industriereicher Staat und in der Stadt CD .1 .T11 RuV mid A 11Q yiciuiiii uuciii iuu uicyi uis uuv"iV" Also in diesen 112 Fabriken arbeiten 1.975 Knaben und 1.751 Mädchen im Alter von zwischen 10 und fünfzehn Jahren und, U f ff 1 A . f AiiftiM 1 AI Ort art ; Ulan luuic c luuiu yiuuucu, j.ui nuuuui und 68 Mädchen im Alter von weniger als zehn Jahren. In 32 Fabriken müssen die Kinder sogar Nachtarbeit versehen. Ein r n v n i l mit!!!. lolllzer uiiano icgrcu iaui um aoguic. Gesetze, welche die Verwettdung von Kin dern zur Fabrikarbeit verbieten, und Daviderhandelnde mit ' schwerer Strafe belegen, sollten allenthalben eingeführt werden. Die Kinderarbeit bildet unbedingt den schwärzesten Punkt in unserer gesellschastlicken5rdnuna. Kinderarbeit muh unab " " - - v- f w r i . ....v f i. n f i . wenovar Nlittlllqung uno pgumajr. Degeneration der Arbeiterklasse zur Folge haben. v Wie gewöhnlich, so wurden auch dies' mal den Arbeitern von dem Chef deS Bureaus's die Fragen vorgelegt, was sie von der Einführung eines achtstündigen Arbeitstages erwarten, und auf welche Weise sie glauben, daß eine. Verbesserung ihrer Lage herbeigeführt werden könne. Daß die Antworten darauf die verworrensten Anschauungen und Ideen zeigen, läßt ri X. k 1 - cffll. V C. n Vft Kii(ii ti iUf tVll. i V V V , VUQ VVt V ... einer Einnahme von durchschnittlich $1 13 per Tag nicht in der Lage ist, sich die Bildung anzueignen, welche zur Lösung der sozialen Fragen nöthig ist, und daß Kin. der, welche vom zehnten Lebensjahre an

in der Fabrik arbeiten, auck nichts lernen' derartige Fragen zu beantworten, läßt sich ebenfalls denken. Hie und da begeg net man einer intelligenten Antwort, im Allgemeinen aber zeigen die Antworten einen hohen Grad trostloser Hoffnungs losigkeit. Behandlung der Irren.

Wir halten einen Brief des Irrenarztes Dr. Seguin von New Pork besonders des halb werth mitgetheilt zu werden, weil die Enthüllungen, welche das .Journal" neu lich über die Behandlung der Irren in der hiesigen Anstalt brachte, uns dargethan haben wie Wahnsinnige nicht behandelt werden sollen. . Dr. Seguin sagt: Die ungeheure Mehrzahl der Fälle von Wahnsinn sind solche, welche auS chronischen und unheil baren (körperlichen) Krankheiten entsprin gen. Sie erfordern nichts als menschliche Behandlung, die größtmögliche persönliche Freiheit, viel Beschäftigung, etwas Erhei terung, einfachste Wohnung und Nahrung nach Maßgabe der heutigen Gesundheitslehre. , Ob NUN die bestimmten Behauptungen, die das Journal" bezüglich der schlechten Behandlung der Kranken im Jrrenasyl ausstellte alle richtig sind, oder ob sie nur zum Theil zutreffen, so wird es doch nichts schaden wenn sich die Verwaltung der Anstalt diese Worte eines Sachverständi gen hinter die Ohren schreibt und ferner darnach handelt. In dem Briefe heißt es auch noch, daß diese Fälle nicht einen so hohen Grad ärzt licher Kunst und so. viele und geschickte Wärter als die Fälle acuter (hitziger) Krankheit erfordern. ES erscheint als eine argeGeldverschwendung, palastartigeAsyle zu bauen, welche mit Unheilbaren gefüllt sind. Als ein Beispiel solcher Thorheit bezeichnet Dr. Seguin das Irrenhaus von Morristown, N. I.. welches $2.500.000 zu bauen und auszustatten gekostet hat, um 500 Patienten aufzunehmen. Mit dieser ungeheuren Auslage wurden nur fünf Prozent Fälle der Heilung erzielt im Jahre, welches am 1. November 1878 endete! Im Staate New Zlork ist auch ein solches verschwenderisches Asyl in Busfalo errichtet worden, welches sich wohl auch meist mit unheilbaren Fällen anfüllen wird. Die hitzigen Fälle erfordern eine viel bessere Fürsorge, als sie jetzt erhaleen können. Es ist ökonomisch und menschlich, ! p k p . n v. ' . w t wenn iur vleie viel vdcio ausgegeoen wiro, um Heilung zu erzielen. Sie erfordern die beste Nahrung, viel- theure Arznei Wein, Brandy und Kleiderwechsel.

In New York fanden letztes Jahr 1.541 Feuersblünste statt.. ... In der Nähe des Vesuvs zu sein muß gegenwärtig nicht sehr angenehm sein. Er speit schon wieder einmal Feuer. An der Taybrücke forscht man noch immer nach den Leichen der verunglückten Pasiagiere, jedoch mit sehr wenig Erfolg. , Der deutshe Kaiser hat den Reichstag nicht in Perfol eröffnet fondern sich durch den Reichskanzler vertreten lasten. ' Auch in (ypern ist jetzt eine Hungers noth ausgebröchen. Wenn es so fortgeht wird von der Welt und den Menschen bald nichts mehr ükrig bleiben. Der Atttttäter König AlfonsoS ist nun doch lo in Gericht für zu rech' nungsfähig klärt worden, und zum Tode durch die Garotte verurtheilt worden. Das fähsische Abgeordnetenhaus hat ein Gesetz z,m Verbot deS Wuchers an genommen. Da wird eS eben dann auch heißen, verbitene Früchie schmecken noch viel bester. Der Theaterbrand ii Dublin (Großbritanien) hct einen Schaden von 200,000 Pfund Sterling verursacht Leider sind dabei , 'auch' sechs Persoren umS Leben gekommen. ; " Man will jetzt schon vissen, daß das Sozialistengesztz aus weitre zwei Jahre ausgedehnt werden soll. Jie Herren wer den gewiß erst erwägen ob das Sauhatz gesetz nicht weit mehr zu ijrem Schaden a!S Nutzen gearbeitet hat. Pros. Felix Adler in itro York hat sich durch eine sehr freisinnig Rede, die er am Sonntag vor der Gesellchuft für sitt liche Kultur gehalten, die; Bezeichnung .Kommunist- zugezogen. Ae Post- hat von allenZeitungen am erster entdeckt, dab Adler eine kommunistische Rae hielt. . 1

Auck die Insel Cuba wird von Noth stand heimgesucht. Die Tabakernte ist dort gänzlich mißrathen, und die Zuckerernte, welche hauptsächlich nach New $orf geht, kann nicht verkauft, werden, weil in New Pork die Preise so niedrig sind. Umringt von 12 Kindern, 47 Enkeln und 5 Urenkeln starb am Dienstag ein an gesehener ' Bürger von Reading, Pa. Namens Michael Rebholz .im Alter von 101 Jahren. -Noch wenige Minuten vor seinem Hinscheiden trank er ein GlaS Bier. Die N. Z). Evening TimeS" will aus zuverlässiger Quelle erfahren haben, daß sich Tilden auS Gesundheitsrücksichten von der Bewerbung um die Nomination als Präsidentzurückziehen wird. Wahrschein lich sind ihm die Trauben zu sauer weil er weiß, daß er sie nicht erreichen kann. Die Jrländer wollen allenthalben die Feier deS St. Patrickstages in diesem Jahre unterlassen, und das Geld welches dafür würde aufgewendet werden, den Nothleidenden in Irland zu Gute kommen lassen. Ob aber die Pfaffen damit einverstanden sind? Was doch die Chemiker nicht Alles zu Wege bringen. Da schreibt die Westl. Post- daß eS einem Pariser Chemiker ge lungen ist, Garn in Seide zu verwandeln. Nun wird eö gewiß auch nicht mehr lange dauern, bis auS Kupfer Gold und aus Kieselsteinen - Diamanten gemacht wer-den.

Die Nihilisten in St. Petersburg lasten sich nicht irre machen. Die Redak teure deö Nihilisten Organ'S .Der Wille deS Volkes" veröffentlichten 'eine Notiz, wonach die Ausgabe der- dritten Nummer durch die Wegnahme, der Preffe verzögert wurde. Sie erklärten jedoch, daß dieselbe binnen Kurzem erscheinen werde. Dan 'VoorheeS hat sich soweit mit feinem Comite zur Untersuchung der Ein Wanderung von Neger inJndiana blamirt. Bis jetzt hat er weiter' nichts herauSgebracht, als daß die Baltimore & Ohio Eisenbahn aus SpekulationSzwecken, die Geschichte angezettelt hat. Und' deshalb so viel Geld auszugeben, eS ist doch eine Schande! ' : Das Repräsentantenhaus der Leqis latur von Iowa hat einen Beschluß gefaßt, die fierfastung des Staates so zu amentiren, daß Frauen für. die Legislatur Wählbar sind. Natürlich ist noch die An nähme der Resolution durch den Senat und da es eine Verfassungsänderung be trifft, auch noch Annahme von .Seiten deö Volkes, durch allgemeine Abstimmung nöthig. . - . ' In Schuylkill, Northamplon, Columbia und Dauphin Co. sind in verschiede nen Eigenschaften 23,816 Männer und Knaberr in den Kohlenwerken beschäftigt. Den Berichten der Minen Inspektoren zufolge passirten während deS letzten Monats .40 Unglückssälle, von . denen 7 einen tödtlichen Ausgang nahmen. Man steht hieran wieder, daß . die Förderer des schwarzen Goldes nicht ohne Risiko arbeiten. . Von einer polnischen Demonstration auS Warschau wird berichtet und hinzuge setzt daß ein derartiger Ausstand seit 1863 1864nicht vondenPolen gewagt wurde. Veranlassung dazu gab die Beerdigung deS 16jährigen Gymnasiasten Jgnaz Neufeld, der wegen Betheiligung an der Ueberrei chung eir.eS mit den polnischen National färben gcschmücktenKranzeS an dieSchau Ipielerin Frau Modrzejewska aus der Schule für immer verwiesen worden war, und sich deshalb durch einen Revolverschuß das Leben nahm. ES betheiligten sich an dem von einemRabbiner geführtenLeichen zuge (der Verstorbene wär Jude) minde stenS 10,000 Polen und Juden, unter denen sich die hervorragendsten Personen beider Nationalitäten befanden. Der mit feierlichem Ernst durch die Hauptstraßen der Stadt sich bewegende Leichenzug im ponirte der Polizei in dem Grade, daß sie sich von ihm zurückhielt, und ihn nur durch einige Polizisten von ferne beobachten ließ. Deffenungachtet kam' während des ganzen - Verlaufs der BeerdigungSfeier nicht die geringste Störung vor, die ein polizeiliches Einschreiten nöthig gemacht hätte. Die Aufregung unter der polnischen'Bevölkerung. ist noch immer sehr groß, und wie man hört, hat der General Gouvernenr Graf Kotzebue, um diese Auf regung einigermaßen zu beschwichtigen, eine Untersuchung des ganzen SachverHalls angeordnet.

Lag

Bier

(SCHMIDT'S eie berühmteste und besteingerichtetste iJ nh "Tnviororafinor MalfJpVf rn.ef.

vorzüglich anerkannt. Aufträge zum Verschiffen von Lagerbier aus allen Eisenbahn s)! - V & i ftfVi

Linien werden prompt erfüllt. Der.Präsident HayeS hat in seiner Botschaft den Wunsch ausgesprochen, der Kongreß möge beschließen.daß es demPrä stdenten erlaubt sein soll, einzelne Ansätze in den VerwilligungsbillS mit seinem Veto zu belegen, anstatt um derselben willen die ganzen BillS verwerfen zu müsten. Die ser an sich vernünftige Wunsch soll ihm nicht gewährt werden so will eS dasbe treffende Senats Comite mit Ausnahme einer einziger Stimme. Dazu bemerkt die N.Y. V.Z." sehr richtig: Die Herren scheinen zu denken, man müsse immer das Gegentheil von dem thun, was der politische Gegner wünscht. ' Die Gesetzgebung von Georgia hat letzten Sommer ein Gesetz erlösten, wonach sich irgend Jemand eines Vergehens schul' big macht, welcher einen Farbigen zur Auswanderung aus demStaate veranlaßt, oder ihm in irgend einer Weise dazu bf hülflich ist. In Folge diesesGesetzes wur den vor einigen Tagen in MorganCounty, Ga., zwei Personen zu je 5150 Strafe verurtheilt. In Mississippi liegt ein ähn liches Gesetz vor der Legislatur, das zwei' felSohne gleichfalls passtrt werden wird.' Ä)as sind Beweise, daß man den Farbigen daS echt freie Menschen zu sein, die sich ansiedeln dürfen wo immer sie nur wollen, noch nicht einräumen will. '. Männerchor-MaSkenball. Wie vorauszusehen, war daS Parkthea ter am Freitag vor acht Tagen bis zum letzten Platz gefüllt. Die Mitglieder 'des Vereins sowie dasGesammtpublikum nah men den neuen Plan, den Maskenball im Park Theater . abzuhalten, sehr enthu siastisch aus und fanden sich daher sehr zahlreich dort ein. . Der. Hauptvortheil den der Männerchor mit dieser neuen Idee erzielte, war daher ein sehr großer fivan zieller Erfolg. , Wie wir hören hat der Verein bei dieser Gelegenheit einen Rein gewinn von. $300 gewonnen, und diese Summe für einen einzigen Ball will gewiß viel heißen. An dem Maskenscherz selbst hat ein großer Theil der Mitglieder des Vereins Theil gmommen. - Hier müsten wir aber bemerken, daß eö uns in der That unmöglich war, das eigentliche. Maskentreiben mit anzusehen, da wir uns in der. unglücklichen Lage be fanden, in.der hintersten Ecke deS Theater raumeS. mit einem alten Stuhl, der uns mit vieler Mühe erobert wurde, vorlieb nehmen zu müsten. (Für diese Auf merksamkeit- sind wir dem Arrangements Comite zu au ßer o rd e n tl i ch e m D a n k e ver pflichtet.) DieGelegenheit, einen aus jährliche, wahrheitsgetreuen Bericht deS MaSkenscherzes zu schreiben war uns somit genommen, trotzdem wir : den : HalS . nach allen Seiten streckten um etwas von dem lustigen Treiben wahrnehmen zu können. Nachdem das Programm ausgeführt war, begaben wir uns selbst auf den Schauplatz wo kurz zuvor blutige Stiergefechte stattgefunden haben' sollen. Hier sahen wir allerdings sehr . schöne Masken, die alle Nationen der Erde repräsentirten. Wir Unterlasten es einzelne Personen anzufüh ren, weil wir der Sitte oder vielmehr der Unsitte der englischen Zeitungen, die NamenDerjenigen, die das meisteGeld für ihren Anzug auszugeben vermochten, be sonders herauszustreichen, durchaus nicht beipflichten können. Wir glauben, daß Derjenige der sich durch einen geschmackvollen oder orginellen Anzug hervorgethan, darin Anerkennung genug finden kann, wenn man den Anzug besonders hervor hebt. Das thun wir recht gerne und zollen deshalb auch denCostümen des Hal len'Comites unsern ganzen Beifall. Jene Herren trugen sehr elegante, spanische Costüme die aus schwarzem Sammet und Seide gefertigt waren.

rmerel , SQUARE,) INDIANAPOLIS, IND. Brauerei im Staate. Mein Lagerbier "Rotflft "ReerM ist hnr ntlpm nnhrn nTfi C. F. Schmidt. Der Maskenball deö Sozialen Turnvereins. Prinz Carneval mit feiner lustigen Schellenkappe kann mit Recht von sich sa gen, daß ihm augenblicklich mehr gehuldigt wird als irgend einem andern Fürsten der Erde. . Wo man jetzt auch hinkommen mag, so wird von der fröhlichen Carnevalszeit.von dem bunten Maskentreiben und den Herr lichtn Maskenbällen gesprochen.. Die Damen sind vollauf mit der Anschaffung der MaSken Costüme beschäftigt, während sich die Herren auf originelle Einfälle be sinnen um die Lachmuökeln der Zuschauer in Bewegung zu setzen. Der Maskenball, den der Soziale Turnverein am kommen den Montag veranstaltet, wird in jeder Beziehung Großartiges bieten. Das für diese. Gelegenheit aufgestellte Programm läßt schon vermuthen, daß die Turner all ihren Witz und ihre Heiterkeit zusammen nehmen, um ein äußerst gelungenes Mas kenfest in Scene zu setzen. Die Zuschauer dürsen mit Recht an dem diesjährigen Turnerball großer Ansprüche stellen, denn wir sind überzeugt, daß auch die kühnsten Erwartungen noch übertroffen, werden. -Hauptsächlich werden die jungen Damen die es übernommen haben den Amazonen -Schlachttanz auszuführen. Vortreffliches leisten. Schon feit Wochen wird für diese Nummer besonders geprobt und die Lei stungen werden dem entsprechend auch ganz großartig. Dabei werden die herrliche Ausstattung und die prächtigen Costüme dazu beitragen, den Genuß noch bedeutend zu erhöhen. Die übrigen Nummern des Programms werden ebenfalls nicht ver fehlen, daS Publikum in die beste und hei terste Stimmung zu versetzen, denn trotz der großartigen Arrangements, die der SozialeTurnverein für seinen diesjährigen Maskenball getroffen hat, er nicht vergessen daß Gemüthlichkeit", die erste Bedingung ist wenn sich der Mensch nach Herzenslust amüsiren jsoll. Jeder Besucher des Mas kenballes kann deshalb darauf rechnen,daß am Montag Abend in der Männerchor halle ein gemüthliches Treiben, ein bunteS, fröhliches Maskenleben herrscht Wir hoffen also, daß sich der' Maskenball deS Sozialen Turnvereins einer recht großen Betheiligung zu erfreuen hat.. . Liederkranz-Maökenball. Am Montag Abend hat der Liederkranz seinen Mitgliedern und Freunden gezeigt, was auf dem Gebiete der Narrheit geleistet werden kann.' Der Maskenball erfreute sich eines äußerst zahlreichen Besuches und dieBesucher amüsirten sich alle vortresflich. Das Gewühl im Saale, daS auS maSkir ten und unmaskirten Gestalten bestand, erhöhte nur das Vergnügen und die Neu gierde. wer wohl unter dieser oder jener Maske versteckt sem mag, zeigte stch auf vielen Gesichten recht deutlich. Die Masken hatten dabei natürlich den größten Spaß, denn sie befanden sich ja in der glücklichen Lage alle! zu sehen und zu verstehen und doch nicht gesehen zu werden. Die Maskenanzüge zeichneten sich alle durch feinen Geschmack aus. Auch sehr gute Charaktermasken befanden stch dabei. Das liederliche Kleeblatt führte seine Rolle so gut durch, daß es lobend erwähnt zu werden verdient. Dem Tanzvergnügen wurde natürlich sehr gehuldigt und es tagte schon als die lustige Menge die Mozarthalle verließ. In Bryce's Bürstenfabrik verun glückte am Mittwoch ein Arbeiter Namens James Fitz'gerald. .Der rechte Arm vurde von einer Cirkelsäge gepackt und dadurch schwer verletzt.

; r .

' I