Indiana Tribüne, Volume 2, Number 26, Indianapolis, Marion County, 7 February 1880 — Page 5

I n d i a n a r i b ü n e

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Lokal.

An unsere Leser. Wir ersuchen alle diejenigen unsrer ver ehrlichen Leser, welche ihre Wohnung wechseln, uns ihre neue Adresse zukommen zu lassen, damit das Blatt zeitlich in ihre Hände gelangt. - Die Redaktion. C In der Sitzung des JÖoard of Aldermen", welche am Mittwoch Abend stattfand, berichtete der Dispensar!um rath, daß seiner Meinung nach die Rech nung. welche von der TelephonCompag nie für die Benutzung im städtischen Dispensarium eingelaufen, eine unbillige Forderung sei. Wenn die TelephonCompagnie für die Benutzung des Tele Phons in städtischen Osficen. Entschädigung verlangt, so solle man auch darauf dringen, dafc ihr das Recht, ihre Telephon Pfosten in den öffentlichen Straßen anzu bringen, nicht länger gestattet - sei. Die Compagnie solle deshalb veranlaßt wer den in allen städtischen Ossicen die BeNutzung deS Telephons unentgeldlich zu gestatten. Das Comite für Ansprüche und Rechnungen, sowie der Stadtanwalt, sollten wegen dieser Angelegenheil mit der Compagnie Rücksprache nehmen. Der Bericht wurde angenommen. . - tS" Die Jail von Noble County wird demnächst einen sehr noblen Schwindler für längere Zeit als Gast bekommen. Dr. Wm. H. Clark, der mit Pensions Dokumenten allerlei unerlaubte Schwinde leien getrieben hat, wird neun Monate lang dort aufgehoben werden. Nachdem wir ObigeS geschrieben, erfahren wir, daß Richter Gresham das Anerbieten Claras Strafe entrichten und demGefängniß fern bleiben zu dürfen annahm. weilClarke schon sehr bejahrt ist'.Also am Monrag Abend werden die ffreunde und Mitglieder des Liederkränz in der Mozart Halle regieren. Die Theilnehmer deS Maskenballes werden gewiß die Zeit kaum erwarten können, denn Jeder glaubt ja immer mit seinem Costüm ganz besondern Geschmack oder tu nen überaus orginellen Einsall gehabt zu haben. Das Arrangement? - Comite bis Balles hat sich auch alle Mühe gegeben, gelungene Ueberraschungen zu bieten, und Wir können deshalb nur Jeden rathen .am Montag Abend die Mozart Halle zu besuchen. S&m Im Criminalgericht präsidirt ge genvärtig Richter Hood von Shelbyville. da er mit dem Richter Heller für kurze Zeit Plätze wechselte. Am Donnerstag ließ er hm ZMirtK Mm. veld die Strenge des (V.UbeZ fuMn htnn tr bestrafte ibn. der XZ IWIIVW , " i- 1 - - - -i - r sich gtgen das Tempirknzges.d vergang.n l J U u ' I hatte, um $20. George Cluckner, 2ömJ Emerson, Oliver P. Gray. John Jacks und Georqe Sand's sind alle verdächtig der Langfingerzunft anzugehören unk wurden von den Großgeschworenen in An klagezustand versetzt. Elijah Maß bekan seinen vorläufigen Aufenthalt im Zucht haus zu Plainfield angewiesen. Frei. Walsman. der unter der Anklage dls Diebstahl stand, wurde aus der Unte: suchungshast entlassen. j&ST Am 27. Februar findet der qtoI artige Maskenball der Lyra im Park Theater statt. Der Verein wird sich die ses Jahr ganz besondere Mühe geben ein großartiges Fest zu veranstalten und schon lange wird von den Mitgliedern fleißig geprobt und' berathen um Alles auf das Feinste herzurichten. Den Besuchern des Lyra. Maskenballes steht deshalb ein sehr großer Genuß in Aussicht. Die County. Commissäre beabsich tigen sich einen Anwalt mit fixen Gehal anzustellen, weil ibre bisherige Anwal Herr A. C. Harris sie neuerdings wieder übers Ohr gehauen hat. Er verlangt für die Dienste, welche er dem County seit letz im Mai aeleistet bat 520. Für die Auslieferung des wegen Langsingerei bekannten Burschen, Frank Gladden haben die Farmer von Wayne Township $200 Belohnung ausgesetzt, Gladden besitzt das besondere Geschick sich überall den Handen der Polizei zu entwinden. ' Am Montag wurde im Waisenge

richt C. F. Rooker zum Verwalter desund G. Lang.

Nachlasses von Amma C. Moses ernannt Derselbe stellte $1200 Bürzschaft. Der unter der Anklage des Ein bruchs verhaftete Theodore Blakley ver zichtete auf ein Vorverhör im Polizeige richt und wurde am Dienstag de.n Großge schworenen überwiesen.

- Geistiges Turnen. ..-Die überaus große Versammlung amSonntag

Bormittag in der Turnhalle bewies, daö das Intersse für das aeistiae Turnen bei den Turnkr und Turnerinnen jetzt lebhaf' ter ?st, dem je. Die Versammlung wurde um 10 Uhr von dem Vorfitzenden Herrn Kühne eröffnet, und die Anwesenden leg ten sehr kiel Theilnahme für die Sacke an den Tagj Der ersten Nummer des Pro grammsjufolge wurde die Vorlage dcs Comitesverlesen und besprochen, und die Anw?sen)en waren mit derselben ganz und gar einttrstanden. Die übrigen Nummern deS Pngramms enthielten musika'ische und dekkmatorische Vorträge sowie einen Aufsatz iber den nordamerikanischen Tur nerbundund die Anerkennung, welche den Vortragenden zu Zheil wurde mag ihnen ein Beveis gewtsen sein, daß sie sich sämmtlch ihrer Aufgabe auf das Vortref flichste ntledigten. , Die :ächste Versammlung findet morgen uor acht Tagen und das Programlndafür werden wir in nächsterNum mer brngen. . . kSZum Nachfolger von NelsonTruS ler wude der schon seit 1871 assistirende BundeZdistriktöanwalt Charles Holstein ernanii. t&j Morgen über acht Tagen, also am 15. Fsruar wird der Dichter Bodenstedt in deriMannerchorhalle eine Vorlesung Halter Der Junge von Sam H. Cobb verleg sich am Mittwoch am Kopfe indem er imSchulhaus des 9.Distriks dieTreppe hinüber fiel. !ver Liederkranz MaSkenbaflj findet am Montag, den 9. Februar in der Mozart Hale statt. Tickets 81 00, Oanen-Tickets 50 VentS. Theo. Smithers, ein Dachdecker, der an Montag Nachmittag damit besctäjigt war, das Dach eines Dr. Greiner gchöenden -Stalles auszubessern siel wahrmdder Arbeit vom Dache und erlitt sehr g'fchrliche Verletzungen. LS 100,000 hölzern Teller werden tjglch in der Fabrik der. Wooden Dish tzonpagnie angefertigt. John Henna läßt an der Libertyrche ein Wohnhaus errichten und hat ,!nen Bauerlaubnißschein dafür erlangt. .' Die Familie Pattison an der Ecke er Pennsylvania und Tinkerstraße wurde n Ut letzten Zeit von Krankheit schwer 'eimgesucht. Ein Sohn starb vorigeWoche im Nervenfieber und Herr Pattison und eile Tochter liegen zur Zeit an derselben ffmnkheit schwer darnieder. Im Zimmer No. 3 des Superior ge'ichts wurden am Dienstag zwei Hypo th ken auf eine Ed. King, gehörende Farm l , - , . ( i .nWn. Xotraffei für versallen erklart -.-. sTC .i.fi RamiS um a Cti iahIm Charles Jones wurde amDienstag uiter der Anklage ein Pulverhorn gestoh l zu haben, verhastet. Frau Mary Fries starb am Diensug plötzlich während sie ihr Mittagsmahl nnahm. Die Verstorbene wohnte an Cüd Meridianstraße und war 70 Jahre ät.. Der Polizist Ben Johnson hat re jgnirt und John Weber nimmt jetzt seine vtelle ein. T Ueber den vomMännerchor gestern bend im Parktheater abgehaltenen Mas nball werden wir in der nächstenNumme? erichten. ! Fred. Withe hat sich am Dienstag bend beim Stehlen ein paar guter Stiefel zwischen lassen und wurde verhaftet. Der Gouverneur begnadigte den im 16. Dezember 1873 wegen Diebstahls u dreijährigerZuchthausstrafe verurtheil enThomaS Burns. T John Jacks wurde am Samstag klbend unter der Anklage hinter Schloß und Riegel gebracht, sich unrechtmäßiger veise den Ueberrock des Farmers Johnson dngeeignet zu haben. I 3 In der - letzten Stadtrathsitzung vurde beschlollen denPollzelralh anzuwel. tn D0n nun Qn jedenPolizisten dem nach. wiesen werden kann, daß er eineVerhaf. ung blos der Zeugengebühren wegen vor. genommen, sofort zu entlassen. ' Am Sonntag Abend verhaftete die .Polizei zwei Flüchtlinge aus dem Gefäng niß zu Plainfield Namens Allen Bracken James M. Williamson klagte die ser Tage auf Scheidung von seiner Gattin Louise. Die Leute sind war schon 20 Jahre lang verheirathet, aber schon seit acht Jahren hat die ungetreueLouise ihren Gatten verlassen und sich seitdem nicht mehr um denselben bekümmert.

tSF An dcm Schkvindler. Myo wird

sich wahrscheinlich wieder daSSprüchwort, t)oi man die groben Diebe lausen lafct bewahrheiten. Bekanntlich wurde Mayo des Vergehens eine Bank um einen großen Betrag beschwindelt zu haben, schuldig be funden, und daraufhin vkrurtheilt. Die Advokaten Mayo'S bieten nun Alles auf, für den Schwindler einen neuen Prozeß zu erlangen und der dahin lautende Antrag wird am nächsten Montag verhandelt wer den. Außerdem wollen aber die Freunde Mayos beim Präsidenten ein Begnadigungsgesuch einreist" t V3)afc dieseBemühur. gen Erfolg haben ist gar nicht so unwahr scheinlich, denn warum sollte, auch ein so großartiger Schwindler mit dem ZuchtHaus. Bekanntschaft machen ? 3 Folgende Wirthe erlangten Lizen sen : Henry Smith, Romolus C. Stout, John Murray, Louis Schmidt, JamesMc Bride, C. Sullivan, John Quin, Long & Prindle. LS' VerkehrteErziehung. Die Erfahrung hat es längst gelehrt und auch die Gelehrten sind darüber einig, daß in je feinerer und zartfühlenderer Weise man auf das Kind einzuwirken sucht, in desto reicheremMaße dieErziehung die gewünschten Früchte trägt. Daß demnach das Ver fahren, des Herrn Hülsmann, derAnsangs dieser Woche in Uebereinstimmung mit sei ner Frau seinen Jungen Fredrick eine Nacht im StationShaufe halten ließ, weil der Knabe seinen Eltern einen Dollar ge stöhlen hatte, nicht gebilligt werden kann, ist selbverständlich. Die Eltern haben da durch, daß sie dasKind dieserSchandeaus setzten vielleicht jedes bessere Gefühl in dem Knaben erstickt. Die Wirkung wird also gerade eine gegentheilige sein, und anstatt daß der Knabe in sich geht und seine That bereut wird er jcht vielmehr geneigt sein einen noch schlimmeren Streich aüszusüh ren, da ihm an der Achtung seiner Eltern, Geschwister und Freunde nichts mehr gelegen sein braucht. Die gemüthlichenSchwaben bestnden sich jetzt in großer Aufregung. Auch sie haben beschlossen dem Prinz Carneval ihren Tribut zu zollen, und da heißt es jetzt Vorbereitungen treffen, um ein glänzendes Maskenfest zu veranstalten. Die Schwaben zeichnen sich immer durch orgi nelle Einfalle aus und es ist demnach zu erwarten, daß sich der Maskenball, des Schwabenvereins, der am Donnerstag den 19. Februar in der Mozart Halle statt findet zu einer äußerst angenehmen Unter Haltung gestaltet. C3 Am Montag fiel Wm. Terron als er über die Fall Creek Brücke ging. durch die Brücke, an einer Stelle wo die Brücke schadhaft war Der Mann fiel so unglücklich, daß er Verletzungen erlit, die an seme Wledergenesung zwelseln lassen. Bej& Am Mittwoch wurde Catherina Rogers auf Anordnung der Großgeschwo renen aus der Untersuchungbast entlassen. Sie war des Klnderdiebsstahls. angeklagt. rs- Fnfe Kiel bat es auch für den kommendenSommer übernommen sür das Besprengen der das Courthaus umgebenden Straßen zu sorgen. Er erhalt dafür von dem County $10 per Woche und es bleibt ,bm dabei immer noch Zett genug auch der Kunst Genüge zu thun. Thomas Painc-Feier. Am Sonntag Abend wurde von dem Freidenker und dem Soc Turnverein das Geburtstagsfest Thomas Paines gefeiert. Die Turnhalle war bis zum letzten Platz gefüllt und die Anwesenden befanden sich alle in sehr begeisterter Stimmung. Das Fest wurde von Herrn Georg Kothe mit einem Pianovortrag, der sehr beifällig aufgenommen wurde, eingeleitet. Herr Eisele trüg dann ein sehr passendesGedicht vor und fand damit viel Anerkennuna. Die Aufgabe, über den Zweck des Festes und über Thomas Paine selbst zu sprechen wurde Herrn Rappaport zu Theil. -Der Redner entwarf eine biographische Skizze von ThmaS Paine und sprach ohngesähr wie folgt : ThomaS Paine war vorzugsweise ein politischer Schriftsteller. Nicht daß er als solcher neue, große weltbewegende Gedan ken ausgesprochen hätte, welche vor ihm noch nicht gedacht worden waren, seine Bedeutung besteht vielmehr darin, daß er seine Gedanken zu einer Zeit aussprach, in welcher sie von weltbewegender Wirkung sein konnten und auch waren. Thomas Paine wurde am 29. Januar 1737 in Thetford.England, geboren. Sein Vater war Corsettenmacher, welchesHand werk auch der Sohn später eine Zeit lang betrieb. Von'Relgion war er Quäker. Seine Eltern waren arm und waren nicht im Stande, ihm eine bessere, als eine Volksschul-Erziehnng zu geben. Sein Leben in England bis zum Jahre 1774

bietet Nich!s von Interesse. Seine potiti-; sche Laufbahn begann mit der im Jabre 1774 erfolgten Ueberssedelung nach Ämerika. Nach einigen unbedeutenden litera rischen Versuchen publicirte er im Januar des Jahres der Unabhängigkcitserklärung 1776. seine epochemachendeSchrift : Cornrnon pnse". Es war eine durch und durch revolutionäre Schrift, eine Verur theilung der monarchischen Idee. und der englischen Verfassung und eine direkte Aufforderung an die amerikanischen Co lonien sich von England loszureißen. Es gehörte kein geringer Muth dazu in jenen Tagen, eine derartige Schrift zu veröffentlichen und nur mit Mühe und Notb ge lang es ihm einen Drucker sür dieselbe zu finden. Wohl selten hat eine Schrift einen größeren Eindruck hervorgebracht. Man darf sie wohl den Funken nennen, der den überall angehäuften revolutionär ren Zunder in Brand setzte. Sie über zeugte Tausende und aber Tausende von der Nothwendigkeit einer Lostrennung von England, und wer weiß,' ob ohne sie fünf Monate später die Unabhängigkeitserklä. rung erfolgt wäre. In demselben Jahre trat Paine in die. Armee ein und diente unter Washington. Im Laufe der nächsten Jahre veröffentlichte er unter dem Titel : Die Crisis" eine Anzahl Brochüren, die ihren Einfluß auf die Befestigung deS revolutionären und republikanischen Geistes nicht verfehl ten, und Zeugniß darlegen von glühender Frejheitsliebe. Im Jahre 1777 wurde er zum Sekretär des Comites für auswärtige Angelegen heiten gewählt. In 1780 war'er Clerk der Legislatur von Pennsylvania. Im Jahre 1785 votirte ihm der Congreß in Anerken nung seiner Verdienste um'den Erfolg der Revolution die Summe von dreitausend Dollars; der Staat Pennsylvanien machte ihm ein Geschenk von 500 Pfund Sterling und der Staat New Jork schenkte ihm ein Grundstück von 300 Ackern mit Gebäuden in New-Rochelle. ' ' ' Im Jahre 1786' veröffentlichte er eine Schrift unter dem Titel : Dissertations on Government, the afiairs of the bank and paper money." Manche Stellen dieser Schrift lesen sich. als wären sie erst gestern geschrieden, und unsere verrückten Papierbolde

könnt. Vieles daraus lernen, z. B. Fol genoes : Papiergeld ist wie das Trinken berauschender Ge.ränke, eö nützt für einen Augenblick durch eine täuschende Wirkung, aber nach und nach verfliegt die natürliche Wärme und der Körper besindet sich in schlimmerem Zustande, als vorher. Wäre dies nicht der Fall, und könnte man Geld aus Papier nach Belieben machen, dann könnte jeder Herrscher in Europa so reich sein, als er wollte. In Wirklichkeit ist es eine Blase und der Versuch ein eitler." Im Jahre 1787 ging Paine nach Eng land, woselbst er die zweite epochemachende Schrift ": The Rights of man veröffent. lichte. Es war dies eine Erwiderung auf Burkes : ReüeetiOQS pon the French revowUon." Diese Schrift erlebte zahl lose Auflatten .und wurde fast in alle Sprachen Europas übersetzt. Sie zählt unbedingt mit zu dem Besten, was je über die französische Revolutiyn und über die Corruptheit desMonarchenthums geschrie ben wurde, und zeugt von klarer, vorur theilsloser Austastung der moralischen und politischen Zustände der damaligen Zeit. Die Folge seiner Schrift The Rights of Man" war eine gerichtliche Verfolgung von Seiten der britischen Regierung. Ehe. zedoch sein Proceß herankam, wurde er in Frankreich in den Nationalconvent gewählt und er begab sich nach Paris. Er schloß sich der Partei der Girondisten an, und eine Rede gegen die Hinrichtung Ludwigs des Vierzehnten zog ihm den Haß Rdbespierre'S zu. 1793 beschloß der Na tionalconvent die Ausstoßung aller Aus länder und so wurde auch Thomas Paine ausgestoßen. In Folge eines weiteren BeschluffeS, alle Engländer gefangen zu setzen, wurde er in's Gefängniß geworfen. woselbst er elf Monate verblieb. Vor der Guillotine rettete ihn nur die Vermittlung des amerlkamjchen Gesandten. Im Ge fängniffe zu Paris schrieb er sein drittes Epoche machendes Werk : ?The Age of reason". Es ist dies eine vernichtende Kritik dtr Bibel und des Christenthums. Er bekennt sich darin zum reinen Deismus er giebt auch zu an ein zukünftiges Leben zu glauben, aber er leugnet die Wahrhei des Christenthums und der christlichen Offenbarung, sowie den göttlichen Ur sprung. und die Wahrheit der Bibel Diese Schrift zog ihm.das Anäthema der gläubigen Welt zu. Hätte er diese Schrift

nicht geschrieben, so würde heute in Amerika sein Name wahrscheinlich mit dem

Washingtons unb der anderen Größen der Revolution i: einem Athem genannt. ucuci ucuuicujein -puuic ijui jcuuuj uu u II Ah JtAVrM.Aa A A nW 4 r & r f l r C f . ehr unter dem Einflüsse des Pfaffen- und' Muckerthums stehende Amerikaner den Patrioten und Jreibeitskämpfer vergessen. Das ganze amerikanische Muckerthum vricht den Namen ThomaS PaineS nur noch mit Haß und Abscheu aus. Dieses Vorurtheil ist freilich zum großen Theilt ein vererbtes, d?nn auch bei den Amerika nern hat der Geist der religiösen Freiheit bereits seinen Einzug gehalten und die Zeit wird kommen, in welcher ThomaS Paine gerade um desscntwillen verehrt wird, um deffentmillen man ihn jetzt haßt. Und darum, weil diese Zeit letzt noch nicht gekommen, darum steht es uns Freiden. kern zu, sein Andenken zu ehren und sei nen guten Ruf vor dem Hasse deS Mucker hums zu retten. Auch auf sozialem Gebiete bat sich fcrtlrifiS flslntnr Mrfnrtit 4rhnrf rni ttittii v m v ys 14 t v yvt H t 0 y v w f ger Glück, als auf dem politischen. Wie - eine Schrift "Agrarian Justice" beweist, ' o sah und begriff er die Ungerechtigkeit unterer jujiuicii ouuunuc. r r , . ' , . r ri 2 v . Selbstverständlich mußte ein Mann, wie er aua, auf bittet zur Avyltfe ' nnnen. -J Darin aber ist er nicht glücklich, und wir' brauchen uns darüber nicht zu wundern: Erstaunlich ist nur, daß er die Ursachen - dieser Zustände sah, denn Paine war kein Mann tiefen Wissens. Sa. t er doch ; selbst: Was ich über diesen Gegenstand ; zu sagen habe, ist das Resultat der Beob achtung und des Nachdenkens, nicht erhal , ener Belehrung."' Ais Mittel zur Abhilfe schlägt er die Schaffung eines Nationalfonds vor, nuS" welchem Jeder in seinem 21. Lebensjahre , 15 und von deinem fünfzigsten Jahre' an ährl ch 10. erhalten soll. Uno er be merkt, das Auszahlen dieses Geldes dürfe ' nicht als ein Akt der Wohlthätigkeit - angesehen werden, es sei bloß ein Akt der Gerechtigkeit. Es ist hier nicht am Platze s mich über das Unpraktische und die Unzu änglichkeit eines solchen Planes auszu prechen. Paine war auf diesem Gebiete vollständig Autodidakt und sein selbst. 'tändiges Denken und forschen verdient ' nicht nur Anerkennung, sondern Bewun derung. . Zm Jahre 1802 kehrte er nach den Ver." einigten Staaten zmück. Er begab sich zuerst nach Baltimore und von dort auS nach seinem Gute bei New Aochelle, wo erbis zu seinem am 8. Junl 1803 ersolglen. Tode verblieb. Er erreichte ein Alter von 72 Jahren und 5 Monaten. Alle die von den Pfaffen aufgetischten Geschichten, . daß er sich noch vor seinem Tode zum Ehri' stenthum bekannt habe, gehören in' daS Reich der Erfindung. Er starb, wie er gelebt hatte, ein Verehrer politischer und geistiger Freiheit. Seine Grabschrift hatte er selbst noch bei seinen Lebzeiten versatzt, fcae lautet : Tuomas Paine, der Verfasser des "Coramon Sense", starb am 8. Juni 1809 im Alter von 72 Jahre.n und 5 Monaten. Paine war ein Mann von edler, auf. richtiger Gesinnung, beseelt von glühender Freiheitsliebe und reiner Menschenliebe. Sein Leben, sein Sueben und sein Wirken standen im Dienste der Menschheit, waren darauf gerichtet, dieselbe von drückenden Feffeln zu erlösen. Daß dieses Streben nnd Wirken zunächst praktisch unserem Lande zu Gute kam, verpflichtet uns zu doppelter Dankbarkeit. In seinenSchrif ten bedient er sich einer einfachen, aber kräftigen und doch edlen Ausdrucksweise, er schreibt klar, logisch und verstandlich. Ihre große Kraft liegt in ihrer Populari tät. Mögen sie auch manche Jirthümer enthalten, wir sind alle nicht frei von solchen.. Wohl aber mögen die Worte Schiller's aus ihn Anwendung sinden: Wer den Besten seiner Zeit genug gethan, Der hat gelebt für alle Zeiten. Der Rede des Herrn Rappaport hörten die Anwesenden mit ungeschwächter Auf. merkramkeit zu und der Redner wurde mit stürmischem Applaus belohAt. .Zur Ver herrlichung des Festes trugen noch Frl. Uhl und Frl. M. Schulmeyer durch musi kalische Vortrüge bei, während Frl.' Oppenheimer und die HerrnEisele, Pantzer und Warmerling durch deklamatorische Vorträge das Publikum auf die ange nehmste Weise unterhielten. Es war r r " e. vi m. tcyon ziemiicD ipai ais mau ans gerni gehen dachte und Jeder sagte sich, daß er noch selten so angenehme Stunden ver lebte, wie am vergangenen Sonntag Abend in der Turnhalle.