Indiana Tribüne, Volume 2, Number 25, Indianapolis, Marion County, 31 January 1880 — Page 6

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I n d i an Xv ih ü n e."

DaS . " i , , Geheimniß des Pavillons.

Aus denPapieren einesGe h e i m p o l i z i st e n, von C. Paulovsky.. (Fortsetzung.) '.Ihr Bett ist, gemacht murmelte sie, als er den letzten Bissen aufgezehrt, hatte, dort aus den Säcken. Es schläst sich eben so weich darauf, wie aus Heu '.Vielleicht noch weicher.' Nun noch eine Pfeife Tabak und dann werde ich mich auf die Säcke betten. , GutiNacht ! Ich . will 'mich ebenfalls schlafen -legen,; . es wäre Verschwendung, die'Lampe unnütz brennen ju lassen.Jac qiiet schläst bereits ., . s, - . ' Während die Frau bei diesen Worten verschwand, benutzte Fergon die'Gelegenheit, beim verschwindenden Schein' einen Sireisblick auf die Halle, welche ihm zum Schlasen angewiesen worden war, zu werfen. Die 'Hülste deö Raumes war mit . . . i , . . ' j , ' . l .--.." , . ; .1 rn-.Qni: ,.4 iiuyilicijiin, uutu uiiw cwiiiit.ii uiimsüllt. Der Räum schien ihm sehr grob 'zu sein. Immerhin gab aber die Halle' eme güte Schlasstätie ab und Fergön pgte sich behaglich nieder. Die Müllerin verschloß je'kt geräuschvoll die Thür und unterließ nicht, zur größeren Sicherheit einen Riegel vor. dieselbe zu . schieben. Dann kletterte sie die .Leiter hinauf und rief, altz 'sie den Heuschober erklommen hatte, noch zu ihrem Gast hinunter : ".' j ;; ; .'.Gute Nacht ! Ich werde Sie 'morgen zeitig wecken !" .'Fergon befand sich letzt im Finstern und sein Geist ward sogleich ineinen Zustand verletzt, der' wedtt Schlas noch Wachen genannt werden konnte.. Es sauste in den Ohren und flmmerle.ihm vor den Augen, kurz, er verspürte ein unbeschreibliches Unwohlsein, das sich von Minute . zu Minute steigerte. .Vergebens machte er Versuche, sich von seinemLager.Lu erheben, er sank aberste'ts wieder auf, die Säcke zurück. In dem Maße jedoch, wie seine Kräste schwanden, schienen sich seine Sinne zu verschärfen. DaS feistste -Geräusch sinnt? in seinen Obren wie eine Ervlosion MMW WWW V W wieder Seine Auven sahen in der Fin sternib so hell wie die einer Katze, doch vermochte er von dem, was er sah und hörte, keine, klare Vorstellung zumachen. Ihm trschien,ÄUeS wie ein Traum. In diesem Zustande mochte er mehrere Stun den zu gebracht haben, als er, durch eine Spalte der Bretterwand einen Lichtstreisen in die Halle dringen sah. Unwillkürlich sah er hindurch und erblickte, in einem klei nen Bretterverschlag an einem Tische, auf welchem eine Lampe flackerte, die.Müllerin mit einem. Manne, der über sechs Frß maß, von muskulösem Körperbau war und dessen Aeußeres .auf einen , entsprungenen Galeerensklaven schließen ließ. Lmeisels ohne war er der Mann der Megäre.. Er schlürste Branntwein in vollen Zügen aus einem blechernen Trinlbehälter, und seine Frau , sorgte dasür. daß daö Gesäß stetö wieder gesüllt wurde. ,. Wie war er in diesen Verschlag gelangt, da die Müllerin dieHauSthür doch so sorg fältig verriegelt hatte ? . WaS sührte das unheimliche Ehepaar imSchilde ? Fergon zerbrach sich über diese beiden Fragen ver geblich den Kopf. Er folgte. inzwischen jeder Bewegung der Beiden und hörte, oder glaubte es' wenigstens zu hören ihre Unterredung eben so deutlich, ' als wenn er an ihrer Seite gesessen'hätte. Seine Sinne verwirrten sich mehr und mehr ; er vergaß Alles um - sich und eS schien ihm, alS ob er jählings in eine Tiese stürze, sich wie im Wirbel um sich selbst herumdrehe und jetzt einen' furchtba ren Fall erlitte. Er vermochte eS nicht, die Augen zu öffnen. Noch einmal griff er, wie nach einem Halt suchend, um sich, dann aber verließ ihn vollends daS Be vußtsein und er-sank 'kraftlos auf sein Lager zurück. XXXI. In TodeSg esahr. AlS Fergon seinerSinne wieder mächtig ward, befand er . sich , auf einer lockeren Masse liegend und fühlte seinen.Mund mit einem klebrigen Gegenstande verschlossen, der wahrscheinlich den Zweck hatte, ihn am Schreien zu verhindern. 7 Er schüttelte sich; richtete sich empor, entfernte die klebrige Masse vorseinen Lippen, tastete vorsichtig umher und begriff jetzt, was mit ihm vor

gegangen war. Man hatte ihn kopsüber aus einen Sandhaufen hinabgeworfen, und zwar so heftig, daß er nur .wie durch ein Wunder dem Tode deö Erstickens entrönnen war. Fergon, durch de heftigen Stoß zumBewußtfein zurückgekehrt, erwog feine mißliche Lage. , Er sagte sich, daß die Frau ihn in eine Falle gelockt und sein Bett aus einerKlppe.bereitet gehabt hatte.

von der sie nur eine Feder zu berühren brauchte, um ihren Gast in das unterndlsche Verließ der Mühle zu stürzen. Sein Leben hing offenbar an einem Faden; denn man hatte ihn selbstverständlich mcht mit der Absicht in die Tiese geschleudert. um ihn dort zu ernähren und zu bewachen. Beabsichtigte man. ihn zu ermorden, , oder wollte man ihn verhungern lassen ? Er erging sich darüber in nutzlosen Gedanken. Es war' ihm, indeß klar, daß man ihm nicht erlauben würde, wieder den Keller zu verlassen.? , Nicht,, weil die Räuber in der Mühle ihn sür einen Spion ,hielten, war er zu diesem Gefängniß , verurtheut, sondern weil sie es auf sein Geld abgesehen batien. vsn .dessen Vorhandensein er so unvorsichtig gewesen war, die Müllerin in Kenntniß zu setzen. .Da , er aber seine Geldkatzewie' die Börse bei sich behalten hatte, war es mehr'alä wahrscheinlich) daß sie später herunterkommen würdenum ihn auszuplündern... , Sie werden sicher, glauben, daß mich der Sturz getödtet. hat,? -dachte Fergon, aber mögend sie? immerhin kommen, sie werden mich'immer vorbereitet finden." Bei diesen Worten zog er seinen Revol ver und sein Taschenmeffer hervor. Er beschloß, .sich -ruhig zu verhalten, streckte sich ausüben Sand aus) und heftete seine Blicke unverwandt an , die Decke, um sich nicht übenaschen zu Waffen, wenn dieKlappe geöffnet werden-würde.', Den Revolver und dasi.mit; zwn? Klingen versehene Taschenmesser legte.er neben stch' ijDte alte Hexe hat den Wein mit einem schweren .Schlaftrunk, vermischt, das ist ganz . gewiß murmelte er nachdenklich. Ich .hätte von: vornherein mißtrauisch gegen sie sein und nur reines Waffer.trin ken sollen. ' Schon 'bei der ersten Flasche ward mir der Kopf zentnerschwer und .bei der zweiten versank ich in einen Taumel, der mir die? Sinne, raubte. Der : Sturz auS der Höhe hat mich glücklicherweise wieder ernüchlert ,, .. . Plötzlich entstand ein Geräusch, daö, wie leise es auch war, doch das Herz oes wackern Polizisten, erbeben machte. Es klang , wie ein. Seufzer, ein verhaltenes Wimmern ; allein es beunruhigte Fergon weit mehr, als es. das Knarren der Fallklappe bewirkt 'ihaben würde. War die Kellerhöhle wohl gar bewohnt ? Er hielt, um sich über diesen Punkt . Gewißheit zu verschaffen, den Athem an und lauschte. Daö Seufzen verwandelte sich nun in ein klagendes Gemurmel und dieses wieder in Gesang. .Es war. eine kaum vernehm bare Melodie, die.' wie ein verhallender Chor aus. tiefem Walde zu ihm hinüber dräng. . Fergon war die Melodie bekannt, er hatte sie schon einmal gehört, aber wo ? Nach einigen Minuten erhob sich die Stimme von. Neuem und jetzt kehrte ihm die Gesangsweise wieder in's Gedächtniß zurück. ' ... . . Es ist Pauline murmelte er, es ist die kleine Pauline Cambremer, sie sang das Lied, als ich mit ihrem Vater, ein GlaS Wein trank und . sie -beinahe von einem alten Weibe entführt worden wäre.Er hatte ganz leise gesprochen, aber die Wölbung deö Kellers verzehnfachte den Schall und Ueß die kleineSängerin furcht sam verstummen . Er wollte indeß Ge wißheit haben. Er hatte in seiner Tasche ein Stearinlicht, sowie eine Schachtel mit Schwefelhölzern, und beschloß aus die Ge fahr hin, von oben herab gesehen zu wer den, daö Licht . anzuzünden. Kaum stammte das Schwefelholz auf, als sich ein Geschrei erhob. Fergon eilte, das Licht in der Hand, nach jener' Seite, woher das Geschrei gekommen war und erblickte, in eine Ecke des unterirdischen Kellers ge schmiegt, die ' Tochter des Weichenstellers. DaS arme Kind saß auf der steinernen Diel?, mit -zusammengezogenen Knieen auf die ihr Antlitz sich stützte, und starrte Fergon entsetzt an, geblendet von ' der plötzlichen Helle.' Unzweifelhaft hielt sie den fremden Mann, der sich ihr näherte, für einen ihrer Feinde. t ; . :0 ( ,Zü Hilse, Papa, zu Hilfe!" schrie daS arme Kind.' ' . Sei ünhesorgt,- Kleine sagte Fergon bewegt. Ich komme, um Dich,. zu. befreien. Erkennst Du mich nicht? Sieh' doch an, ich bin ja"ein Freund Deines Vaters

Sie! versetzte daö Kind mißtrauisch. Ja freilich. Hast Du es vergeffen, daß, ich vor einige Woüen eines Nach, mittags mit Deinen Bat einGlas Wein trank, während Du dem tanzenden Affen deS Leierkastenmanr.es folgtest?" Pauline stieß jetzt einen lauten . Freuden ruf aus und sprang mit ememSatze ihrem Befreier um den .Hals. In diesem Au genblick vernahm men das Geräusch einer sich öffnenden Luke. -Still! Kein Wort mehr; stelle Dich schlafend. Ich weide .mir den Anschein geben als sei ich durch de Sturz getödtet worden flüsterte Fergon ihr, in's Ohr und blies gleichzeitig dasLicht aus. .Dann schlich er auf den Zehen zu seiner srüheren Lagerstätte und warf sich auf den.Sand? Haufen, das Gesicht in den Sand gedrückt. Kaum war dies geschehen, als sich durch die offene Lücke eine großeLaterne an einem Seil herabsenkte, die den ganzen Raum tageshell erleuchtete. Man wollte sich offenbar überzeugen, wie es in dem Kell?? aussah. Das Resultat schien die Bewoh. ner der Mühle zufrieden zi stellen. Fergon lag nämlich platt auf dem Sandhaufen, mit gekreuztenArmen hnd. ausgestreckt ten Beinen, kurz, wie Jemand, der sich durch einen schweren Fall den Tod zuge zogen , hat, .wahrend Paüline, in . einen Winkel gekauert, V. mit zusammenge schrumpstem , Körper ,..usd geschliffenen Lidern, den Anblick eines mit . dem Tode ringenden Kindes darbot. Es ist mit ihnen vorbei j flüsterte eine spöttische Stimme,' jetzt nur schnell die Dritte herbeium den Bei)en Gesellschaft zu leistend 7 , ; ; :r ! ; Fergon sah von der Seitedaß dieMör der einen Körper, der in gnues Leinen ge hüllt war, 'aus der Lücke ju ihm hinab warfen, wie wenn man 'einen Leich.nahm vom Felsen ins Meer stürzt. Kaum hatte der Körper den Boden berührt als. die Laterne wieder heraufgezogen und dieLucke , 1 : j 1 . t 1 wieder zugeschlagen wurde. Ein dumpfes Geräusch ließ den Gesangenen errathen, daß man .jetzt die Lücke mit Steinen be lastete, unzweifllhaft um z verhüten, daß man sie von unten aufhebm und so einen Ausweg zurFlucht gewinnen konnte. Eine unnöthige Vorsicht, da der Keller eine Höhe von sechszehn Fuß hatte und sich in demselben keine Leiter befard. ' Wie sind verloren lachte Fergon, wir müffen hier verbungkrn. Ein Trost nur, daß die Räuber vorläusig nicht wieder kommen werden, da sie las Grab wohl verwahrt glauben . ' Et zündete nun wiederLicht an und beleuchtete ! daö dritte unglückliche Opfer, um zu erfahren, welchen Lndensgefährten er soeben' bekommen hatte, der todt oder lebend in dieses Grab gesenkt war,' in welchem auch die Tochter d:3 Weichenstel lerS ihren Tod finden solltet Er beugte sich zu dem vechüllten Körper Herab und entdeckte, daß er derjenige einer weiblichen Person war. Die untereHälfte deS . Antlitzes war durch ein großes Taschentuch bedeckt, das man ihr als Knebel in. den Mund gesteckt hatte; ihre Haare umrahmten in dichten Locken eine schneeweiße'Stirn ; ihre ßönde waren ge feffelt und über der Brust zusammenge schnürt. Fergon befreite sie sogleich .von dem Taschentuch, strich ihr die Locken aus der Stirn zurück und erkannte jetzt jenes reizende Mädchen,' obgleich er es nur ein mal gesehen hatte, ihm deiuoch nie wieder aus dem Sinn gekoramett var: Adeline Barre, die Braut des unglücklichen Sohnes dtö Herrn Lefebre. Sie war blaß, äbge zehrt, entstellt, ab sie lebte ! ' Als sie ihn üher sich herabgebeugt sah, schien sie an zunehmen, daß er sie tödte wolle, denn sie sagte, indem sie ihre schönen Augen schloß:' 1 ' ; j

N Q-RS tsr TrtP rni'A ntA (lkVUlV MVV. , , . leiden!" v , ' Ihr Retter verlor keine Zeit, sie durch Reden zu beruhigen, in solchem Falle sind Thaten bester als Worte.' Er durchschnitt mit seinem scharfen Meffrr die- Stricke, welche Adeline die Ara'e feffklten, nahm ihr daö grobe Leinentuch ab, worin , man sie eingehüllt hatte und röthigte sie,- sich auf daffelbe, welches er auf den Sandhaufen ausbreitete, zu setzen. ! ' Wo bin ich V murmelte sie. . ' BeZ. Elenden, die Sie, nich und jene kleine Kind auS der Welt zu schaffen gedenken antwortete Fergon, aber ich werde schön Mirtel finden, uns zu retten . . ' ' ' Wer sind Sie,, mek.'i Herr ?" ' !.Jch bin ein Freund des Herrn Lefebre, jenes alten, freundlichen Herrn,'' besten Namen man benutzte, um Sie vor Kurzem in einen Wagen zu locken. . ES ist dies

Alles das Werk eines Schurken Namnö Tollan. Ich werde JhnendaS .Nähre später mittheilen. Freilich weiß ich roch nicht, wie wir einen Ausgang aus dlser Höhle, erzwingen wollen, aber dm Muthigen gehört die Welt. Wir müsen noch in dieser Nacht entfliehen, sonst istes zu spät , ' ; Mit kurzenWorten erzählte ihm Adelue daß fle trotz aller angewandten Vorscht" auf einem Spaziergange in dem nahe iher Villa gelegenen Gehölze von zwei M& nern ergriffen worden sei, welche sie,naz dem' sie ihr . mit einem Taschentuchen Mund verschloffen, m einen Wagen (t schleppt hätten. Sie habe das Bewuz sein verloren nnd sei erst jetzt wieder zir Besinnung zurückgekehrt. . . Auch Pauline .Cambremer berichtee Aehnliches. , Wie mir misten, hatte sie ere Frau unter dem Vorwande, daß ihrVatr lebensgefährlich verwundet ' worden jl; aus . der Wohnung d'r'Wäscherin gelock.' Die Kleine war erst in Paris in eineMan sarde 'gebracht und dort versteckt word'er! Aus den Antworten des'Kindes, die zur Theil ziemlich klar waren, entnahm Fer gon, daß man Pauline' erst 'am Morgei dieses TägeS in die Mühle von Yveti und zwar in den unterirdischen Keller ge bracht habe." : ' ; Fergon ließ keineMinüte mehr unbenutz verstreichen. ' Er untersuchte den Keller mi prüfender Miene. Er war sehr geräumig und hatte offenbar' zur Äufspeicherung de Korns ' gedient, zu einer Zeit, - als 'di Mühle noch 'von wirklichen Müllern lt-

wohnt war. Augenblicklich befanden siä nur leere Tonnen und Fäffer in demselben Der Keller hatte keine Thür, man konnt nur durch die Lucke zu demselben gelängen und dennoch verspürte Fergon einen Zug' wind d'er ihm schon' zweimal das Sich ausgelöscht hattet ' ;

Inzwischen hatte Adeline sich zu 'der der beiden Verbrecher entgangen wären.. kleinenPauline begeben, die sie, ihre eigene tzs. erhellte auö ihnen, daß ein Jndividutrübe Lage vergestend, zu trösten versuchte.! um,' welchen das saubere Ehepaar den Das armeKind vermochte stch vorSchwache Beinamen ' dc? Rothe" gab und der kein kaum zu erheben. 'Anderer als Tollan sein konnte, gegen Fergon starrte zur Decke hinauf. Mitternacht dach , der Mühle kommen Es muß stch dort oben irgendwo eine würde, um die Körper der Opfer, die er Lustklappe befinden ' pachte er, 'denn dann unzweifelhaft ertränkt wähnte, fort woher käme sonst der Zug ? Wo sie 'nur zuschaffen und auf die Schienen der unfern sein mag? Wahrscheinlich an -der Seite befindlichen Eisenbahn zu werfen, die dann deö Bacheö oder vielmehr ge'gin den künst von dem ersten besten Zuge dergestalt zer

lichen Kanal zu der durch die Scheide?! mauer gebildet worden ist. Ich entsinnt mich jetzt, über dem schmalen Steg ein lange Oeffnung in der Seitenmauer entdeckt zu haben, dicht neben den Rädern Er folgte dem Lustzug und hielt for schend daS Licht in die Höhe, um sich zu orientiren, als sich, plötzlich ein Sturzbad über ihn ergoß das ibn vom Kops hZ zu den Füßen durchnäßte. Das Licht erlosch. Fergön sprang mehrere Schritte rückwärts

und fragte sich, woher dieser unerwarteteicht darnieder, sondern stählte ihn viel

Wasserstrahl gekommen sein mochte. Er überzeugte stch indeß bald von der Ursache dieser Ueberraschung Ein dumpfes Ge plätscher, das Anschlagen des GischteS an die - Außenmauer, ließ Fergon "erkennen, daß ' die Fluih 'iui Steigen begriffen dar und wohl bald dieOeffaung in der Mauer erreicht haben würde. - Ah rief er händeringend aus, die Elenden haben dieZugbrücke niedergelassen der Eanal füllt sich mit Waffer an und wird, wenn er gefüllt ist, fein Bett über schreiten und sich in den Keller ergießen. Wir müssen ertrinken. Darum hat, man auch keinen von unS getödtet. Sie muß ten, daß der Bach, an ihrer Stelle diesen Liebesdienst ; vollsühren würde. In einer halben Stunde wird, daS Wasser das Niveau der Oeffnung erreicht und denKeller in wenigen Minuten gefüllt haben." Mit trüben Gedanken näherte,. sich jetzt dem Winkel, wo Adeline und Pauline sich umarmt hielten. Sie fragte das Kind unter Küffen nach seinem Namen. Ich heiße Pauline Cambremer. Paulinel- wiederholteAdeline. .Pau line Cambremer, . welche ich so sehnlichst kennen zu lernen wünschte !" , i Ja mischte Fergon, der sein erlösche neS Licht inzwischen, wieder, angezündet hatte, sich jetzt .in daS Gespräch, Sie sind Verwandte und eben aus dieser Ursache trachtet man Ihnen nach dem Leben. . i Während er so sprach, ergoß . sich daS Wasser in Strömen durch die Oeffnung der Mauer und bedeckte allmälig die Diele des Kellers. ' ' Adeline erblaßte bei diesem Anblick. ' ' Wir sind'verloren murmelte ste. Noch, nicht, antwortete Fergon, dem ein glücklicherMdanke einfiel. Er ging nach der Seite, wo er eine Anzahl Fässer und Tonnen gesehen hatte und suchte sich zwei Tonnen aus, die, nach dem leichten

Gewicht zu urtheilen, leer waren. Dan sagte er zu Adeline : , ; Fräulein, wenii Gott unS beisteht, sol len diese Tonnen das 'Mittel zu unserer Rettung' werden. Das' Wasser -steigt

schnell. Wenn Sie Krast und' Muth noch besitzen, sich an den Ring dieser Tonne anzuklammern, sind wir dennoch gerettet. Und daö Kind V fragte sie, indem sie ängstlich auf Pauline deutete. Ich werde die Kleine, da sie zu schwach ist, um sich an der Tonne festzuhalten, mit diesem Strick an dieselbe binden, und selbst zwischen' den beiden Tonnen schwimmen, um sie gegen denStrom zu lenken, der unS fortreißen wird sobald wir uns der Oeff nung zu nähern versuchen'. Es wird noch einen harten Kampf gegen die Macht deS Elements kosten aber er wird glücklicher weise nicht von Dauer sein, da wir,' wenn, das Waffer auf das Niveau der Oeffnung ; gebracht ist, st eher den Ausgang gewinnen ; werden. Hegen Sie keine Besorgnisse; als Soldat war ich' im Schwimmen stets ' der Erste, und-ich verspreche Ihnen, daßich mit Jhlem Beistände Sie ohne Unfall ' auf die Brücke bringen iverde. ; J .. I 'Jch'bin bereit antwortete Adeline mit ' dumpfer Restgnation. -..'; . Fergon ' befestigte nun einen Strick um PaulinenS Leid und 'knüpfte demselben an den Ring einer der erwähnten Tonnen, währendl'Adeline den Ring der andern, Tonne mit beiden Händen erfaßte. DaS Waffer war ihnen bereits bis an die Kniee jestiegen, da eS! sich mit dem Ungestüm eines Katarakts in den Keller ergoß. Fergon blies sein Licht.aus; er gebrauchte eS nicht mehr, um das. kühne Werk zu vollbringen, daS der Himmel ihm eingeflößt, hatte.' In diesenAugenblttk durchschaute'.' er das ganze boshafte Spiel seiner Feinde. , Der Fall -war'nämlich nicht .so jählings -vor sich gegangen, daß , ihm eln,ge Worte malmt werden würden, daß man schwer constatiren könnte, welchen TodeS sie ge starben wären. Was Fergon anbelangte, so hatte Tollan ihn selbstverständlich nicht mit auf der Rechnung, da 'der Plan von dem teuflischen Weibe entworfen. war, um sich leichten Kaufs i seiner durch die Groß muth des Herrn Lesebre reich gespickten Geldbörse zu sichern. - .. Die verzmeiflungsvolle Lage, in der Fergon steckte, beugte seinen Muth indeß mehr zum kräftigen Handeln, indem sie ihm zeigte, daß für ihn nichts Andere?: übrig blieb als zu siegen oder unterzu zehen. .. ' (Fortsetzung folgt.) Bisher noch nicht gedruckt war der lolgend'e flnnig'ernste Trinkspruch Fritz ZZeuter's, den dieser einst im Freundes kreise bei Überreichung eineS Deckelglases AN einem Festgenossen ausbrachte : ; 'Hoch schäumt dak Gluck .in Deines, Lebenk : ' . . - ; Becher, -Du schlürfst es heut im durstigen Genus, ; lns Deinen Lippen glüht der Kuß, Tu sitzest trunken da, ein Liebeszecher, öchau her! Ich will fein bildlich es Dir zeigen: Der Schaum verschwindet bald : don unserm ', ' . .. . Glück : . . . Der edle Trank bleibt klar zurück 6n echte i Glück läßt keine trüben Neigen ! Toch spar' (er trinkt) in kleinen kurzen Zügen : ; ; . ' ; (er trinkt), genieße ek (er trinkt) ; nur dann bekommt' Dir t; ' Den, der im Glück auf seiner Hut, Lird' nie des Lebens Ungemach besiegen (er yr.y, x; :" trinkt). . ' N,d venn des Pulses Schlag beginnt ,u sinke. Nid tropfenweis' die Kraft und Lust verrinnt, Dan mag mit sanftem Lächeln lind, - z, U,d j still der Tod die letzte Neige trinkeu -(yr ' ',L v leert das Glas und kehrt es .) We diese Tropfen hier zur Erde fließen, S sollen Thonen aus Dich iederthau'n Jr's brechend Auge Dir die Aebe schau',. - , . Urd (den Deckel leise senkend) Freundeshand de V Sargesdeckel schliksen. . ' ' :- ,.- ! ji - Londo n, 26. Jan. ' AuS Teheran rmrd unter, dem 25. M. gemeldet,. .dak' z Dashberdy eirrebedeutende Streitme'chtder Tette Turkomanen t angekommen ist,' welche die Verbindung zwischenChatte und' Tchlkislar bedroht, und daß' eine Schlagt berorsteht.