Indiana Tribüne, Volume 2, Number 25, Indianapolis, Marion County, 31 January 1880 — Page 5

I n d i a tt a ri Butte

Lokal.

An unsere Leser. . , t .1 ;". , , Wir ersuchen alle diejenigen unsrer ver ehrlichen Leser, welche ihre Wohnung wechseln, uns ihre neue Adresse zukommen zu lassen, damit da Blatt zeitlich in ihre Hände gelangt. D.ie Redaltion. Bodenstedt wird nun doch hierher kommen, denn ein Garantiefond für die Bodenstedt'sche Vdrlesung'ist bereits auf. gebracht. , XST Der .Sentinel" und der. Tele graph" fallen mit rührender Einstimmig seit ' über Hutchinson her, welcher dem Journal" und dem .CincinnatiEnquirergravirende Mittheilungen über die Verwaltung des JrrenhauseS machte. Sie bezeichnen Alles kurzweg als erlogen und nur zu dem Zwecke erfunden, um politi lcheö Capital gegen die Demokraten zu machen. Die Anschuldigungen waren solch ernster Art, daß man erwarten dürste, daß die Verwaltung aUeS Mögliche auf bieten würde, um nachzuweisen, daß die selben unwahr sind, oder zum Mindesten Denjenigen, welche'sich benühen, derSache auf den Grund zn 'kommen, hülsreiche Hand bieten würde. ES ist natürlich, daß weder von den Angestellten, noch von den zur Zeit in der Anstalt Befindlichen, die Wahrheit zu erfahren ist. DaS .Journal" sandte deshalb einen Reporter an den Superintendenten der Anstalt, mit dem Austrage.eine Liste aller der seit der Ein setzung der gegenwärtigen Verwaltung durch die Demokraten als geheilt aus der Anstalt Entlassenen, mit Angabe ihrer Adresse anzufertigen,- um. mit diesen Personen korrespondiren zu können. Ihre Zahl ist ungefähr 300. ; Dr. RogerS, der Superintendent verweigerte jedoch dem Reporter Zutritt , zu den Büchern. Dies beweist, daß die gegenwärtige, demokra tische Verwaltung deS Irrenhauses jede Untersuchung fürchtet. Und '.obwohl .Sentinel" und .Telegraph" übexHutchinson herfallen, lo haben sie . doch nicht den geringsten Versuch gemacht zu zeigen, daß er 'gelogen. - Sie verlegen .sich äuf's Schimpfen.' Inzwischen aber theilt dasi .Journal" weitere Fälle grausamer Be-! Handlung von Patienten des Irrenhauses mit. ES nennt Name und Wohnort, der Betreffenden. Es wäre also doch leicht. das Gegentheil . zu beweisen, wenn die Sache auf Erfindung beruhen , würde. Sie beruht aber nicht aus Erfindung. . Es wäre in der That auch wunderbar wenn eine demokratisch? Verwaltung keine Miß Verwaltung wäre. Wir. hoffen, daß -die nächste Legislatur eine strenge Unter suchung anordnet. r jc Gesund en. Verschon seit ei .nigen Wochen vermißte und todtgeglaubte Levin T. Miller ist endlich gefunden. Es wurde' hrerhergeschrieben, daß man Miller in Arkansas gesehen hat und verschiedene Umstände berechtigen zu derAnnahme, daß sich Miller unglücklicher Familienverhält

nisie wegen aus unserm Staate entferntes. Februar in . 'der Mozart und so lange unsichtbar gemacht hat-. . 'Halle statt. TicketS 81.00, 3- Eisenbahnunglück. Am Samen-Tickets 50 CentS. Mittwoch wurde auf dem Geleise der Jn Für den neuen Bau und Spardianapolis, Peru und: Chicago Eisenbahn verein, welcher dieser Tage in3 Leben ge schon wieder ein Opfer gefordert. . Der tuf en wurde erwählte man die folgenden Bremser Spendisf war damit beschäftigt Beamten :

einige Frachtwagen für die AtlaZ Works auf das Seitengeleise, welches zu dieser Fabril führt, zubringen. Der Unglück liche siel unter einen Wagen -iinb da der Zug nicht sofort zum Stillstehen gebracht werden ksnnte' wurde . er von demselben Übersahren.' Er erlitt dadurch sehr schwere Verletzungen und das linke Bein mußte sosort abgenommen werden. Die Opera tion war eine sehr schmerzhaste aber trotze dem gelang es nicht, dem Verunglückter das Leben zu erhalten. Schon nenigt Stunden noch der Operation starb Spens diss. Der Verstorbene war unverheirathet und befand sich erst seit Kurzem in unser Stadt. . : " Ein Vetter vom- Lande ist . an Mittwoch Abend ganz gehörig .reingefal len''' Er konnte den Sirenen Belle Wilson u. Lizzie Dävis nicht viederstehen, lieb sih von den beiden Schönen in ein .Haus an der Kentucky Avenue locken und hat für d!e Gtunde deS Glücks die "er dort zngebraojt feine Baarschaft bestehend auS $55 cingjbüßt., AlSer nämljch das Haus der Vekfühermnen verlassenbemerkte er, daß man ihn unbarmherig bestohlen hatte.- Er hat nun der Polizei seine Lkbessreuden uad Leiden anvertraut, die beiden Mädchen wurden verbastet, aber daS Geld wird dm Weg alles Geldes gegangen sein. . ; -

Die republikanische County'Con' venton findet im März statt. Es ist das allgmeine Verlangen der Deutschen, daß enystenS eines der CountyAemter durch einerDeutschen besetzt wird. Die Frage ist,ttlches? ES muß jedenfalls ein oU .chesilmt fein, dessen Besetzung durch einen Deuschen diesen auch von irgend welchem Vorheil ist, und in dieser Beziehung steht dasSherifsS'Amt wohl obenan. Der Shsiff hat eine Art Polizeimacht, welche er, wenn es ihm beliebt, zur strengen Duichführung derSonntagS- und Liquorgesye verwenden kann. ES ist deßhalb von Wichtigkeit für die Deutschen, daß diesS Amt durch einen Mann von liberaler Anschauung besetzt werde. Äa in der Prozeßsührung alle Erlasie unl Exekutionen durch die Hände bestens? gehen, so kommt das Publikum wohl mitkeinem Beamten in so nahe und hüuftgj Berührung als mit dem Sheriff, und kei.'eS Beamten Freundlichkeit, Gefällig, kei'und Nachsicht wird so häufig in An spuch genommen, als die deS Sheriffs. Mncher Deutsche dürfte in die Lage kom mit, eö als eine Wohlthat anzusehen, daß er n demSheriff einen Landsmann findet, zudem er Vertrauen fasten, mit dem er in seier eigenen Sprache sprechen kann. von allen Aemtern ist deßhalb das She ri'Amt das, welches durch einen Deut schn zu besetzen, am Wichtigsten undVorthilhastesten ist. Herr Engelbert Metzger isCandidat für dieses Amt. Erwürbe in dasselbe eine sechsjährige Erfahrung mtbringen, da er seit sechs Jahren als erer Stellvertreter im SberiffSAmte an gstellt, und in dieser ganzen Zeit daS Amt tatsächlich versehen hat. Um den geeig nten Mann. sind wir also nicht verlegen. Es ist noch ein anderer deutscher Candi dit im Felde. Herr Vieler ist Candidai f:r daS RecorderSAmt. Vom Stand pnkte der Persönlichkeiten aus geben wir kinem der-Beiden, den. Vorzug. Herr Netzger und Herr Vieler sind beide tüch tge, ehrenhafte Männer und ist es mög lch, den Deutschen eine doppelte Bert' ung zu sichern, so sind wir. dabei, Herrn Kieler mit allen Kräften zu unterstützen. Zorn Standpunkt allgemeiner Nützlichkeit jdoch müssen wir zunächst auf die Besetz mg deS Sheriffs-AmteS durch einen, Deut fhen dringen. M't dem Recorder kommt vs Publikum nicht viel inBerührung, der

i influß seines Amtes, von der Person ab sehen,, ist nicht erwöhnenSwerth. Wir )aben .keine Vorliebe für- Herrn Metzger öoer Hfrrn, Vieler. Beide sind sie uns lleich, werth. Wenn wir zunächst die No ninatipndes Herrn Metzger befürworten, o geschieht dies von dem unpartenschen Standpunkte allgemeiner Nützlichkeit, von )em Standpunkte des Vortbeils für das Leutschthum überhaupt. Wir suhlen uns zerpflichtet, diesen Standpunkt ohne Rück sicht aus Persönlichkeilen einzunehmen. Ist es jedoch möglich zwei Candidaturen den Deutschen zu .sichern, so hat. Herr Wieler, wie gesagt, unsere volle Unterstütz ung. . Der Liederkranz Masken ball findet am Montag, den Theo. Sander Präsident: EhaS. Zeph Vice.Präsident. Otto Paulini Sekretär. Otto N. Frenzel Schatzmeister. Direktoren. Alb. flopp, John P. Frenzel, Armin Bohn, Aug. M. Kühn, Wm. Kiemeyer. Am Dienstag lieb sich die C. Ha bisch Bottling Compagnie imStaatssekrc tarlat incorporiren. .'' Unter der Anklage des. Hühnerdiebstahls wurde am Mittwoch Abend der Neger Thomas Venable verhaktet. 3- Die Bildhauer LewlS'und White. heäd wurden Donnerstag im Süperiorge richt von Frau Sarah Monroe aus' $1000 Schadenersatz verklagt, weil sie den Grab stein von dem Grabe deö verstorbenen ManneS der'Klägerin wieder wegnehmen ließen. Wahrscheinlich war. daS Monu. ment noch nicht bezahlt. :- kS-. Am Donnerstag wurden die beiden Burschen Wm. Emerson und O. P. Gray hinter Schloß und Riegel gebracht, weil sie beschuldigt sind aus der Wohnuilg von G. D. Jliff No. 176 West Michigan Str. mehrere Schmuckgegenstände gestohlen zu .haben. .,' -A",.; , . u - .

Freidenker - Verein und Sozialer Turn-Verein. Am Sonntag Abend' versammelten sich die Mitglieder obiger Vereine und deren Freunde, um übtr folgendes Thema zu debattiren : .2 . Sind progressive Steuern ein wirk sameö Mittel, um nach und nach eine gerechtere und übermäßigen Reichthum, sowie Noth und Elend ausschließende Vertheilung der menschlichen GlückSgüter zu sichern V Die Debatte Aurde von den Herren Elements Vonnezut und Philip Rappa Port eingeleitet. ! Herr Vonnegut sprach sich zuerst dahin auS, daß progressive Steuern allein durchaus nicht im Stande seien, eine, Noth ,nd Elend a'usschließende, gleichmäßige V:rtheilung der Glücks güter herbeizuführen, daß sie aber im Ver ein mit anderen Aeformen, wohl ein wirksames Mittel zu biefem Zwecke seien. Die Steuerlast könnte dem Armen ganzund gar abgenommer und so seine Lage er leichtert werden. Durch eine sehr hohe Besteuerung sehrgroßerReichthümer könne sich der Staat die Mittel beschaffen, eine sehr große Anzihl von Arbeitern bei öffentlichen Barten zu beschäftigen, er könne einen hohm Arbeitslohn bezahlen, und indem er in Stande sei, alle unbe schäftigten Arbewr anzustellen, zwingt er den Fabrikanten, ebenfalls höhere Löhne zu bezahlen, wodurch die Lage des Arbei terö eint entschieden bessere würde. Herr Rappaport cntgegnete daraus, daß eine progressive Steuer, ob Vermögens oder Einkommensteuer kein derartiges Resultat herbeiflhre, daß der von Herrn Vonnegut beschrlebeneVorgang theoretisch und praktisch unmöglich sei, daß eö für den Arbeiter, der zumeist die ärmere Klaffe bilde, ganz gleichgültig' sei, auf. zwelche Art der Staat Ne Steuern einziehe, daß er jede, Steuer schließlich, bezahlen müsse, so daß unter Ullständen eine Progresstv-, steüer dem Arbeiter erst recht gefährlich werden könne. DieProgressivsteuer werde sür den Staat um so einträglicher, je mehr Vermögen sich m e.i n e r Hand ansam melt. Besteuert der Staat em Einkorn men von $100 mt 1 Prozent, so bringen tzllXX), wenn sij sich gleichmäßig auf 10 Personen verthttlen, ,dem Staate tz10; und wird ein Einkommen von 1000 mit 5 Procent besteuert, so bringen diese 1000, wenn sie . das Einkommen eine r Person bilden, dem Staate $ö0. Es',ist'lsö Gesahr vorhanden, daß bei unserer kapi talisiischen Gestllschaftsorbnüng ' und der Macht des.Kapltals, der Staat die Ansammlung großxr Reichthumer. begünstigt und dem entsprechend Gesetze erläßt. ES ist, .eine längst von allen ehrlichen Nationalökononen anerkannte Thatsache, daß der Lohn sch stets , um die Summe dreht, welche tt dem Arbeiter' ermöglicht, in der bei seiner Klaffe ' gebräuchlichen Lebensweise sich und seine Familie zu er halten. Diese sogenannte . Ricardo'sche Regel, von Lasalle das eherne Lohngesetz genannt, macht den wohlthätigen Einfluß einer Progressivsteuer aus die Verhältniffe deS Arbeiters unmöglich. .'Ist. der Lohn hoch, so vermehrt sich durch zahlreichere Heirathen beffere Ernährung der Kinder u. s.'w. die ZaU der Arbeiter, ist der Lohn schlecht, so verringert sich durch die gegentheiligen Einflüsse die Zahl .der Arbeiter. In dem einen Falle wird' durch die vermehrte Eoncurrenz- unter den' Arbeitern der Lohn sallev, in dem andern durch die verringerte Eoacurrmz steigen. Es ist dieö ein ewiger' AreiSlaus, auf den die Art der Besteuerung keinen Einfluß hat. Es giebt Nichts, was Werthe erzeugt, als menschliche Arbeit. Die' Steuer, welche der nicht arbeitende Millionär bezahlt, ist also auch durh Arbeit erzeugt worden, wenn auch nicht durch seine. . Es. ist also schließlich doch der Arbeiters welcher alle Steuern bezahl. Für den Arbeiter hat

die Art der Beteuerung absolut kein Interesie, auf seine Verhältniffe hat bloß die augenblickliche Aenderung in dem Steuer systeme einen zkitweiligen.Einftuß. , Es ist statistisch erwnsen, daß beim Steigen der Preise, . die Arieit letzt folgt, während bei , einem Fallen der Preise der Arbeits lohn, wenn auh nicht sofort, doch rascher, folgt. Bei der Eimührüng. einer .neuen Steuer . wird also t )er Arbeiter fchwer zu leiden haben, veil e! lange dauert, bis der Arbeitslohn sich entsjirechend erhöht, und bei der AbschaFung iner Steuer, wird der Arbeiter aus kurze Zeit einen Vortheil genießen, weil der Lohn nicht sosort fällt. In beiden Fällen jedoch wird über kurz oder lang der Lohn sich .dem neugeschaffen nen Verhältniß anpaffen und die zeitwei?

lige, scheinbare Suspension des ehernen Lohngesetzes hat ein Ende. Daß der von Herrn Vonnegut dargestellte Vorgang nach Einführung einer Progressivsteuer nicht möglich sei, erklärte Herr Rappaport in sclgender Weise : Besteuert der Staat große Kapitalien so, daß er genügende Mittel erzielt, um durch Anlage öffentlicher Werke, den Arbeitern die Wahl anheimzustellen sür den Staat oder sür Private zu arbeiten, und stellt der Staat seinen Arbeitslohn so hoch, daß der Arbeiter comsortabel leben kann, mit einem Worte, greift der Staat so ein in die Arbeiterverhältniffe, daß er die Eoncurrenz unter den Arbeitern beseitigt, so wäre die sen allerdings geholfen. Da aber in solchem Falle das Ansammeln großer Reichthümer nicht mehr möglich wäre, indem diese bloß durch die Ausbeutung der Arbeitskraft angesammelt werden können, so würde binnen Kurzem die Steuerquelle versagen und die ganze Sache hätte wieder ein Ende, denn eine Progressivsteuer. ist nur erträglich sür den Vtaat, wenn der selöe die Ausbeutung der Arbeit begünstigt. . Außer den Herren Vonnegut und Rap paport betheiligten sich noch die Herren Grumann, Köhne und Grobe an der Debatte, so daß dieselbe in der That recht lebhaft und interessant wurde.

Kommende MaSkenfrenden. Die Fastnachtszeit wird sietS von den deutschen Vereinen in der angenehmsten Weise geseiert aber in diesem Jahre scheinen die deutschen Gesellschaften ihren be sonderen Stolz dareinzusetzen den Mit gliedern die seltensten Genüsse zu bieten. Da ist vor Allem der Männerchor der sich überhaupt stets bemüht, etwas ganz Neues zu bieten auf eine ausgezeichnete Idee ge kommen. Weil sich die geräumige MÜn nerchorhalle noch in jedem Jahre für den starken Besuch deö Männerchormaökenballes als zu klein erwiesen hat, wird der Männerchor Carneval diese Mal im Park Theater gefeiert: . Dieser großartige Raum wird in einen glänzendem Ballsaal umgewandelt werden und obwohl diese herrliche Idee viele Kosten verursacht, wird der Verein immerhin durch ' den ; starken Besuch, der sür diesen Maskenball inAus sicht steht, zur Genüge entschädigt werden. Ein solch seltener Genuß bietet sich nicht jeden Tag und deshalb hoffen, wir be stimmt, daß sich am 6. .Februar daS Park Theater nicht als zu groß erweisen wird. Das nSchstsolgendeVergnugen welches sich nach dem Männerchor MaSkenfest unsern Deutschen bietet, ist der Maskenball, des Liederkranz, der am Montag den 9. Je bruar in 'der Mozart' Halles veranstaltet wird. Der 'Liederkranz hat in Bezug auf MaSkenscherzr immer Vorzügliches gelei stet aber wenn wir nach den Vorbereitun gen, welche derVerein für den bevolstehenden Ball schon getroffen, schließen sollen, so wird dieser wohl alle früher abgehaktenen Bälle in den Schatten gellen. Der Verein ist schon seitWochen thätig um diese Unterhaltung zu einer glänzenden As' faire zu gestalten und wir bezweifeln nicht, daß ihm daö gelingen wird. Von dem Sozialen Turnverein, der seinen Masken ball am 16. Februar in der - MannerchorHalle abhalten wird, kann man sagen, spät kommt Ihr, doch Ihr kommt, man kann aber auch gleich hinzusetzen, was lange währt, wird gut, denn der Sociale Turn verein scheut weder Mühe noch Kosten um ein großartiges Maskenfest, zu veranstal ten. . Er wird aber auch dann die Genug thuung haben, mit diesem Balle denselben großartigen Erfolg zu ' habe, der ihn in dieser Saison noch immer begleitet hat. Der Lyra Maskenball,' welcher am 27. Februar stattfindet wird auch eines der größt.'N Ereigniffe der Saison werden. Die Vorbereitungen, welche dafür getroffen werden, lagen wenigstens darauf schließen. Selbstmord auS Noth. Frau .Anna Shaw, deren Mann vor einigen Monaten starb , lebte seitdem uiü ihren beiden Kindern in kümmerlichenVer hältniffen denn mit dem Gatten wurde ihr auchder Ernährer, geraubt. Diese traurigln Umstände. scheinen die Arme auf den Gedanken gebracht zu haben, sich das Leden .zu nehmen und am letzten Sonntag nahm die Unglückliche eine Dosis Gift, -Die aber nicht den augenblicklichen Tod der Frau zur Folge hatte. : L)ie Selbstmörderin verbrachte vom. nnntna

bis zum Donnerstag schreckliche Stunden, bis sie. endlich durch den Tod von ihren Leiden erlöst wurde: 'Die' Arme wohnte an der Ecke der Garden und Tnneffee St. und hatte noch eine Schwester ynd einen Bruder in der Stadt. ... 1 i . ' . j ; . : 1 . ' 1

Harmonie MaSkenfest.

Die Männerchorhalle.war am Montag Abend wieder einmal der Sammelplatz der' Seligen. Vertreter aller Nationen' hatten sich eingesund'ett, um an den Herrlichen Maskenfreuden theilzunehmen, und das bunte Leben in der geräumigen Halle bot hauptsächlich von der Gallerie auS, einen prachtvollen Anblick. ' Die Theil nähme an dem Feste war noch weit größer als man erwartete und jeder Einzelne hatte eö sich angelegen fein lasten, in einem besonders geschmackvollen . oder höchst orginellen Eostüme zu erscheinen. Da durch haben sich' nicht nur die Theilnehmer, sondern auch die Zuschauer vortrefflich amüsirt, und den Letzteren bereitete Haupt, sächlich der äußerst gelungene deutsche Händwerksbursche viel Spaß. ES waren außerdem noch viele Charaktermasken ver treten, und sämmtlich spielten sie ihreRolle recht gut. AlS nach und nach das DemaS kiren vor sich ging, konnte man manchen AuSruf der Ueberrafchung vernehmen, ein' Beweis, wie gut eS Prinz CarnevalS Unterthanen verstanden haben, das In cognito bis zur letzten Minute zu be wahren.' Nach den lustigen Klängen der Union Band tanzte die fröhliche Menge undJung und Alt huldigte bis zum frühen Morgen diesem Vergnügen. DaS Hallen-Comite, welches auS den Herren Mack, Vollrath und Paul bestand, erfüllte seine Pflichten aus däS Beste und zeichnete sich durch prachtvolle Jäger anzöge. aus. All denen, welche' dem Maskenball der Harmonie beiwohnten, wird derselbe noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben. Die Narrensitzung der Harmonie, welche am Sonntag Abend in' der Vereinshalle stattfand, war ebenfalls sehr gut besucht und hat gezeigt,, daß der gesunde Humor den Harmonisten niemals ausgeht. " m m ..,"...' ' Lyra Goneert. Mit dem Concert.' das am "vergangenen' Freitag in der Washingtonhalle abgehal' ten wurde, hat ' die Lyra wieder einmal tüchtige ' Beweise ' ihrer unermüdlichen Thätigkeit abgelegt.' Das'' äußerst gewählte Programm befriedigte die zahlreiche Hörerschaft in jeder Weife. DaS Orchester' hatte sich ei :e sehr schwere Aufgabe gestellt, erntete aber dafür desto größeren Beifall. Der gemischte Chor hatte zwei Nummern des Programms zu tragen und die' Herrlichen, theilweise bekannten' Klänge riefen ' einen lauten Beifallssturm hervor ' DaS Bariton Solo des HerrnFranke gefiel soausgezeichnet, daß sich der Sänger zu einem Encore herbeilassen mußtet Nicht minder gesiet das Qüartet Vesper Bell bei welchem die Damen Barmeier und Schnull und die Herren Störer und Uebelmeffer mitwirkten. ES war dieS eine der schwierigstenPiecen ausdemProgramm und dieMitwirkenden entledigten sich ihrer' Aufgabe aus wirklich anerkennenswerther Weise. ' Herr Knobloch fand mit seinem Cörnet Solo ebenfalls verdiente Anerkennung. s DerVerein kann mit demErfolg sehr zu frieden sein, und wird dadurch nur zu neuer Arbeit und rührigem Schaffen angespornt werden. Nach Schluß deö Conzerteö be wegte sich die fröhliche Menge nach den Weisen der Musik im Tanzsaal und erst am frühen Morgen dachte man anS Heim' gehen.v 'l: - - Im Theater gestorben. ' Der Bundes -DistriktSanwalt Nelson TruSler ist am Donnergag Abend ganz plötzlich in der Vothalle des Opernhauses gestorben. Herr Trusler wollte mit seiner Gattin die Vorstellung besuchen, aber in dem Augenblicke als er in daS Theater eintreten wollte, fiel er zu Boden und schon nach wenigen. Minuten war er eine Leiche. Man glaubt, daß der Mann amHerzschlag gestorben ist, da er schon früher herzleidend war. Er erreichte daS 57. Lebensjahr und hinterläßt eine Fratt.und vier Kinder. ;

tT Die Veteranen versammelten sich am Donnerstag Abend und passtrten Resolutionen durch welche sich die Anwesenden für die Weaver Pensionsbill erklärten. Die Resolutionen sollen an die Vertreter unseres Staates im Congreß geschickt werdev .... S- Der erst feit kurzer Zeit verheira thete Jacob Wiles wird von semer Familie vermißt. 'Am Montag Abend verließ er sein Hau? um,'wie er sagte, stch'vach iiner unweit von der Stadt gelegenen Farm zu begebm, seitdem hat er.qber nicht mehr von sich hören lasten. .'. ?-.:. ..: .