Indiana Tribüne, Volume 2, Number 25, Indianapolis, Marion County, 31 January 1880 — Page 1

JM.Wlg 2 No. 25. ! ssice: gs (Utcü n: mttibianita Laufende No. 77. , j Zndianaporis Zndiana, Samstag, den 31. Januar 1880.

An meinen Ultra.

Du lühmst die Zeit, in welcher deine Kaste Genoß ein ruhig Glück? Wal aber, außer einer Puderquaste, Ließ jene goldne Zeit zurück? Kann blos Vergangenes dein Eemüth ergehen, Nicht frische, warme That? Was blickst du rückwärts nach den alten Gofrrn, Wie Julian, der Apostat? Es führt die Fieiheit ihren goldnen Morgen Im Strahlenglanz herbei !. Im Finstern, sagst du, schlich sie lang verborgen: Daö war die Schuld der Thrannei. Wer spräche laut, denn'i ein Despot verwehrt, Der Allen schließt den Mund ? Selbst Christi Wort, da alle Welt verehrt, War lang nur ein gkhcimer Bundl Nicht Böse blos verbergen ihre Thaten, Auch. Tugend hüllt sich ein; DaS Vaterland, auf offnem Markt verrathen. Weint seine Thräne ganz allein ! Den Herrscher sagst du, soll ein Scepter zieren, DaS unumschränkt befiehlt, Als stund' ein Mensch er zwischen wilden Thieren, Nach denen deine Flinte zielt! Du willst der Rede setzen ihre Schranken, Einkerkern Schrist und Wort? Umsonst ! Es wälzt sich jeder Gluthgedanke Bacchantisch und unsterblich fort ! Umsonst, Verstockter, tadelst du das Neue, Allmacht herrsch': die Zeit ; Zwar eine schöne Tugend ist die Treue, Doch schöner ist Gerechtigkeit! Und ist eö neu, was einst der Weltgemeinde Freiheit verliehn und Glanz Vor jenem fünften Karl und seinem Feinde, Dem schnöden Unterdrücker Franz ? Und sollt' ich sterben eins! wie Ulrich Kutten Verlassen und allein Abziehn den Heuchlern will ich ihre Kutten; Nicht lohnt'i.der Mühe, schlecht zu sein! Briefe aus der Hauptstadt. (Con unserem regelmäßigen Corresxondenten. W a s h i n g t o n, 23. Januar 1880. Eine langweiligere und mehr monotone Session des Congresses wie die jetzige hat es nach dem einstimmigen Urtheil derMt glieder des CongrefseS und des außerhalb demselben stehenden hiesigen Publikums seit langer Zeit nicht gegeben. Gebrannt ttind scheut das Feuer" das ist in Kürze die Erklärung der Situation. Der Ausfall der Wahlen im letzten herbst hat sowohl den nördlichen, wie den südlichenDe mokraten eine Lehre gegeben, und beson derS den Letzteren. Sie sehen jetzt wohl ein, daß mit der Feuer-Fresser"Politik von ihrer Seite Nichts durchzusetzen ist, und sie halten darum, so schwer ihnen das auch ankommen mag, an sich und lassen sich von den .Stalwart-Republikanern" nicht zu Debatten hinreißen, die nicht nur ihnen, sondern auch der demokratischen Partei Schaden bringen müssen. Einst weilen herrschen bei ihnen die Rathschläge der gemäßigten nördlichen Demokraten vor; ob aber das bis zum Ende der Ses ston fortdauern wird, muß abgewartet werden. Beide Parteien wissen recht gut, daß die Situation, so weit die nächste Präsi dentenwahl in Betracht kommt, eine sehr zweiselhaste ist, und daß von der Nomina tion der National. Convention sehr viel abhängt. Den Demokraten würde Nichts willkommener sein, als wenn Grant für einen dritten Termin nommirt würde, und die Republikaner würden Nichts lieber sehen, als wenn Tilden, oder einer seiner Sateliten, den Demokraten als Präsident schasts-Candidat aufgedrängt würde.-Die .Macher" in beiden Parteien kümmern sich indessen sehr wenig um die öffentliche Wltu nung, und so kann denn das .Unmöglich Geglaubte" zur vollendetenThatsache werden. Sie haben nur zu oft erfahren, daß die überwältigende Mehrzahl der Bürger so sehr in Partei-Banden gefesselt ist, daß sie für irgend einen" Candidaten stimmen. wenn er nur dre reguläre ommamn erhalten hat auf welche Weise, darauf

kommt eö gar nicht an. Zuweilen kames indessen, auch anders", wie der Schulze vori Nlxdorf sagt, und die Furcht davor

wird'wohl die Drahtzieher beider Parteien davon abhalten, den bummsten Schritt zu thun den sie nur machen könnten. Da. die Verhandlungen im Congrek nun gar so langweilig sind, so machte C05 von New Po'rk gestern und Horr von Michigan heute- einen Versuch' durch Spaßmacherei (herbeig-sührt durch eine" harmlose Cön. troverse zwischen Beiden), ewäs Heiterkeit in dle Versammlung zu bringen, und eö gelang ihnen daö auch. .'Die Pointe' des Wies" lag in dem Contrast zwischen der kleinen, und winzigen Gestalt von Mr.Cöx und' dem schweren Caliber deS Mr. Horr. DerErstere zog mit seinen Lawyer". Witzchen dem Hast du nicht gesehen"-A guttent des Letzteren gegenüber entschieden den. Kürzeren. Mr. Horr versteckte seine durch ehrliche Arbeit schwielig gewordene Hand nicht in einem Glace-Handschuh und zeigte, .da man nicht die .Hohe Schule" besucht zu haben braucht, um selbst im Wortgefecht mit einem professionellen Wört.Duellanten-das ist Mr. Cox ja doch als Lawyer, ganz abgesehen davon, daß er sonst ein sehr wackerer Mann, und einsder tüchtigsten Mitglieder des Congresies ist die Oberhand zu behalten. Mr. Cox erwiderte nicht, und das ist die Räumung des Schlachtfeldes oder die An erkennung der Niederlage. Da oben von Langweiligkeit die Rede war, so kommt man unwillkürlich auf das zweite StaatsDiner", welches gestern im Weißen Hause stattfand mit obligater Begleitung von Buttermilch und Limonade und Musik von der Marine-Band. Außer den Mitgliedern des CabinetS waren nur Senatoren und Repräsentanten eingeladen. Die-Liste zeichnete sich dadurch auS, daß mit geringen Ausnahmen selbst die nur einigermaßen ' bedeutenden Mitglieder deS Congresses durch ihre Abwesenheit glänz ten. Es war das wohl nicht wegen der Buttermilch und Limonade, sondern aus anderen Beweggründen. Anwesend waren unter Anderen die Senatoren Logan, Gordon,.Burnside, Morrill, Allison,WilliamS und Hoar. Auch nicht ein einziges Mitglied des Congresses von Bedeutung war dabei, weder von republikanischer noch von demokratischer Seite. C. A. S. m 'm 5 Die drückendste unter allen Steuern in Italien ist die Mahlsteuer. Sie ist so hoch, daß sie es dem arbeitenden Volke fast durchaus unmöglich macht, Weizenbrod zu genießen und die armen Leute fast ganz auf den aus gestcßenenen Mais bereiteten Brei (Polenta) als Nahrung beschränkt, aus . dessen ausschließlichen Genuß die Krankheit Pollagra Blutarmuth entsteht. Das Ministerium nun begreift endlich, daß es diese sündhaste Steuer abschaffen muß; der Senat aber hat die Berathung des GesetzentwursS vertag, und um nun das Gesetzwerden desselben zu ermöglichen, will das Ministerium eine genügende Anzahl neuer Senatoren er nennen, um die alten zu überstimmen. Die Comfoie in Maine ist so ziemlich vorüber. Das Obergericht hat sich ge weigert, die ihm von derFusionisteN'Legis latur vorgelegten Fragen zu beantworten, weil dieselbe keine gesetzliche Körperschaft ist, welche da? Recht hat, dem Obergerichte Fragen zur Entscheidung vorzulegen. Damit ist natürlich auch bestimmt, daß, sollte die Rumpflegislatur auch Beschlüsse fasten und Gesetze erlassen, dieselben nicht von - den Gerichten anerkannt werden. Damit hat wohl die ganze Comödie ein Ende. Am Montag Morgen brach in KingS County Zuchthaus zu Brooklyn Feuer aus, wobei fast das ganze Gebäude zer stört wurde. EinSträfling Namensßenry Morris hat eingestanden, daß er daö Feuer im Zuchthause anlegte. Er benutzte dazu eine zwei Quartkanne Benzin und schüttete die Flüßigkeit auf den Fußboden und ge gen die Thüre, worauf er sie in Brand setzte. Er sagte, er wiffe nicht warum er dieS gethan habe. Morris wurde früher Iween Mordanfalls zu sechsjährigerZucht hausstrafe verurtheilt.

. .Der Weltbote" sagt ganz richtigein wirklich grober Mann ist, der Mann .der Arbeit ! Er läßt aber neben dem furcht losen Grubenarbeiter, dem rüstigen Landwirth und dem gewandtenMechaniker auch den von ihm am meisten verehrten Predi ger als Mann der Arbeit .auftreten. Der Weltbote", ist überzeugt, daß derGeistliche die Aufklärung der Vernunft und die Ver edlüng des Herzens zu sördern sucht. Wir sind leider überzeugt, daß die Herren Pfaffen, die Entwickelung der menschlichen Vernunft zu hindern suchen, und daß die Arbeit, die sie verrichten,, der Gesellschaft nur Unheil bringt. '.

'" Der jährliche Bedarf von Stahlschienen für die Eisenbahnen in unserem Lande wurde auf 1,500,000 Tons geschätzt, 500,. 000 TonS für neue Bahnen und 1,000.000 für Erneuerung der Schienen auf alten. Dieser Bedarf ist zweimal so groß als die Leistungssähigkeit ' unserer inländischen Stahlschienen Etablissements, , so daß, wenn, der jetzige übermäßige Zoll aus Stahlschienen (tz28perTonne) fortbestehen bleibt, - ein großer Theil der Bahnen. mit Eisenschienen belegt werden muß; denn die großen 'Kosten der .Stahlschienen, werden die Compagnien verhindern, sie anzuwenden. Hier sieht man abermals wie der Schutzzoll als zweischneidiges Schwert ax Wxitt V . ' , . - Neue Mnzeigen. Freidenkerverein. ocTurnverein. Morgen, Sonntag, 1. IleSrnar, Abends SUbr v . in der . Turr?hMe. Zur ' Feier des Geburtstages von Thomas Paine Reden, musikalische und deklamatorische . Vortrage Luch Nlchtmitglieder Haien Zutritt. , WMßSV ' ÄVVCVÄ des '. ' , Freitag, 6. Februar 1880. Der untere Raum deS Theaters ist nur für Mitglieder nud eingeladene Gaste be stimmt. ; . Die Gallerie ist für Zuschauer reservirt. Großer MlSsVöNC' C des Indianapolis Soc. Hmnvereins am Montag, dcn,16. Februar i der AWnuvrekor Usll. Eintritt für Herr und Dame 1.00. Jede weitere Dame 60 Cents. Gallerie dentS. NB. Programm später QaS (Comite.

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