Indiana Tribüne, Volume 2, Number 24, Indianapolis, Marion County, 24 January 1880 — Page 5

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s. r : nt)iana Tribüne."

S o f u I.

An unsere Leser. Wir ersuchen alle diejenigen unsrer ver ehrlichen Leser, welche .'ihre Wohnung wechseln, uns ihre neue Adresse zukommen zu lassen,', damit das Blatt zeitlich in ihre Hände gelangt. ' Die Redaktion. CSr Für Geschworenengebühren' und 'Verköstizung der Geschworenen wahrend des vergangenen Jahres betrugen dieAuslagen $24750.02. - Davon fallen aus das Bezirksgericht $3,729.47, das Criminalgericht $9,387.47 und das Superiorgericht $11,003.03. ' ' Unsere irischen Mitbürger haben ' beschlossen die Parade, welche jedes Jahr zur Verherrlichung des St. Patricktages in. Scene gesetzt wird, in .'diesem Jahre nicht abzuhalten, sondern das $eld, wel ches dasür nöthig wäre, lieber ihren hun gernden Landsleuten zu übermitteln. Dieser Beschluß ist nur lobcnswerth. izt?" Die vor Kurzem gegen Herrn ' John Grosch erhobene Klage sich gegen das Postgesetz vergangen zu haben, würd sallen gelassen, da der Angeklggte die Be weise erbrachte, daß er von F. Martin beauftragt war, olle für ihn einlaufender Briefe zu vernichten. ' j5T Am Dienstag Abend wurde eine ganze Diebsgesellschaft verhaftet. Die Verhafteten gaben ihre Namen mit Jakot Smith, James Binam und Thomas Eddr an und sind angeklagt in der Nacht vorr Samstag auf den Sonntag, aus einen Frachtwagen der Jcffersonville, Madisoi? und Indianapolis Eisenbahn, Waaren in Werthe von 1.500 geftohl-n zu haben. Die Diebe haben die gestohlenen Sachen nachdem sich der Zug in Bewegung setzt ' zum Wagen heraus auf das Geleise ge worsen, sind dann vom Zuge herabge sprungen und haben fies); ihrer Beule be mächiigt. Am Mittwoch Abend hielt der ir! sche Agitator im hiesigen Opernhause eir lange Rede. Die Versammlung roc ziemlich gut besucht und Moyor Cave präsidirte in derselben. Parnell schilder hauptsächlich die graulichen Zustände ik Irland und tadelte das dortige Pach systcm. Die Herren Dillon und Sulliva wiesen ebenfalls auf die Noh in Jrlati hin und eine Resolution, ' dahingehen, daß die Farmer unseres . Staates txv werden sollen, Weizen für ihre nothleide den Landsleute herzugeben, wurde passir öS" L ied e r k r a n z. Am Mittwoh Abend veranstaltete der Liederkranz d& dritte Conzert in dieserSaison. Dassele erfreute sich eines sehr guten Besuches u ) wurde sehr beifällig aufgenommen. Ä e Solovorträge lagen in den Händen er Herren Spelhof und Knodel und die b den Sänger entledigten sich ihrer Aufgc e auf das Vortrefflichste. Die Vortrc e des Liederkranz und Union Band" f ' den ebenfalls verdiente Anerkennun. Nach dem Conzert huldigte die luste Gesellschaft noch mehrere Stunden dm fröhlichen Tanze und als sich die Besucer des Conzerl's auf den Heimweg begabn, mußte sichJeder gestehen, wieder einen rt vergnügten Abend verlebt zu haw. Dafür wird derLiederkranz auck a'mAbkd des 9. Februars Sorae trauen, denn er Maskenball, der an diesen Abend mt ' findet, soll all die früheren Feste in fen Schatten stellen. Der Verein scheut mqer m rvt I Mühe noch Kosten um dlesen.Ball ln er ( großartigsten Weise zu arrangiren, tid wir Höften deshalb, daß auch eine rra lebhaste Theilnahme und dadurch der finanzielle Erfolg nicht ausbleiben wirL Thomas Monroe, den die Poze in bim Glauben, einen verdächtigen Qa rakter ausgegabelt zu haben, Ansangs lie ser Woche nerhastete, wurde wieder in Freiheit gesetzt. t& In der Turnschule des Uwb hängigen Turnvereins ereignete sich artn Dienstag ein Unsall. Der Tmnschile Gaß, ein Sohn'öes Herrn And. Gaß, fie vom Barren uno brach den Arm. gS- Am Montag begann das Comite welches die Aufgabe bat. auji'stnben, oll die Negereuiwanderung in Jnoiana von . Seiten der Rtpublikaner aus politischer Gründen vkronlaßt wurde. Herr VorheeZ ist Vorsitzender des Comites. . Bis jetzt is es demselben nicht gelungen,ieineAufgab AM erfüllen. Zine Anzahl Zeugen wucdä verhört, die aier Alle Nichts wußten., Am U und 12. Fe)ruar wird der Astronom Nichcrd A. Proc:or hier Vorle sungen halten.

65 Männerchor Conzert. Das am Donnerstag Abend vom Männerchor veranstaltete Conzert erfreute sich eines ausgezeichneten Besuchs, und fand bei den Anwesenden urgetheilten Beifall. Die Solovorträge fanden viel Anerkennung und zeichneten sich dabei hauplsäch lich die Damen Stoddnrd und Rouse und die Herren Pearson, Rand und Bennerscheidt aus. Frau Shaw erntete durch ihrenPianovortrag verdienteAnerkennung. Der Vortrag des Männerchor Erinnerung yon Möbring" gefiel ganz besonders, und der Männerchor hat durch seine Vortrage überhaupt, gezeigt, daß er während der ganzen Zelt nicht müßig gewesen ist. Dem Conzerte folgte wie gewöhnlich eine Tanzunterdaltung, welche die Anwesenden bis zum frühen Morgen in der heitersten Stimmung erhielt. Auch mit den Borbereitungen zum Maskenball sind jetzt die Mitglieder des Männerchör vollauf beschäftigt. Das Arrangcmentscomite ist mit der Ausstattung des Palklheaters, das in einen prachtvollen Ballsaal umgewandelt werden soll, sehr in Anspruch genommen. Die Theilnahme an dem Feste

verspricht eine überaus große zu werden wie überhaupt dieser Maskenball, was Großartigkeit nbetrifft, alle früher ubgehaltenen, in den Schatten stellen wird. Albert Brown ein Mitglied der Langfingerzunst bekannte sich am Dienstag im Criminalgericht für schuldig und wird nun die nächsten' zwei Jahre im Zuchthaus verleben. Das schwerste Risiko. Am Montag Nachmittag fand der Fres' comaler August Ehle b'i der Arbeit seinen Tod. Ehle stand bei Herrn 'Langoni in Arbeit und war an jenem Tage in der neuen katholischen St. Budgets Kirche an der Nord West Straße beschäftigt. Bei Einbruch der Dunkelheit wollte er das etwa 25 Fuß höbe Gerüst, von welchem aus r gemalt hatte, verlassen, aber der Unglückliche! that einen Fehltritt und fiel besinnnngslos zu Boden. EinArzt wurde zwar rasch herbeigeholt, aber der Schädel bruch den Ehle erlitten hatte mußte seinen baldigen Tod herbeiführen. Zti Un glückliche starb ohne seine Frau und Kind, die er am Morgen verlassen hatte, noch einmal gesehen zu haben. Dieser Vorfall zeigt abermals, daß die Arbeiter, welche mit dem Verkauf ihr Hände zugleich ihr Leben einsetzen, gewiß das schwerste Äisiko haben. LS- Wm. Meyers, Charles Allen, John Brooks und Alexander Mann, ein vierblätteriges Kleeblatt, das des Großdiebstahls angeklagt war und verurtheilt wurde. Charles Allen bekam ein Jahr Zuchthaus zudiktirt, die Andern haben je zweijährigen Aufenthalt im Zuchthaus zu nehmen. Das waren kurze Flitterwochen, die das Ebehaar Eliza Stinson und John Stinfon mit einander verlebte. DieLeut chen sind im Ganzen erst 10 Wochen ver heirathet und schon hat Frau Eliza eine Scheidungsklage eingereicht. Die arme Frau mußte nämlich bald nach ihrer Hochzeit die traurige Wahrnehmung machen, daß der Herr Gatte ein Faullenzer und sie dadurch genöthigt ist ganz allein für den Unterhalt zu sorgen. Als sie ihrem Manne daher eines Tages den Stand Punkt klar machte, packte er seine Sieben fachen, verschwand und kam nicht wieder. Da nun Frau Stinson Strohwittwe ist, will sie lieber ganz und gar von ihrem Manne geschieden werben. Der Liederkranz MaSkenball findet am Montag, den 9. Februar in der Mozart Halle statt. Tickets $1.00, Damen-Tickets 50 Cents. ä Der Kcvers'sche Jnquest, den der Coroner am Mittwoch beendigte, hat nichts Neues an den Tag gebracht. Die Zeugenaussagen waren alle mehr oder m:nd?r unbedeut?.id und das Verdikt, welches der Coroner am Mittwoch abgab, lautete den Umstanden gemäß. Nobert Kevers erlag der Wunde, dte ifcrn von LouiS Anlknat kkinillklst, kims MsZerS beigebracht wurde. Der Freidenker- und Soziale Turnverein veranstalten morgen Abend in der Turnhalle e!ne Debatte über dieFrae: Sind progressive Steuern ein wirksames Mittel um nach und nach eine gerechtere und übermäßigen Reichthum sowie Noth und Elend ausschließende Vertheilung der menschlichen Glücksgüter zu sichern ? Die Debatte wird von den Herrn Vonnegu und Nappaport . eingeleitet und versprich fedr interessant zu werden.. Es ist sehr er wünscht, -daß sich, recht Viele an der Debatte betyeUlgen.' Der Elntrrtt lst frei.

A-Enthüllungen. Das Journal" vom Donnerstag brachte sogenannte Enthüllungen über'Vorgänge im Irren Hause, welche, wenn wahr, einen schauer lichen Commentar zur Führung unserer öffentlichen Institute liesern. Die Enthüllungen gehen von einem gewissen Jere Hutchinson aus, welcher im Irrenhause angestellt ist, und welcher folgende Vor kommnisse als wahr angiebt : Ein Deutscher, Namens Akord wurde in der Neujahrsnacht von seinem Wärter so geschlagen, daß er besinnungslos zuBoden fiel. Ein gewisser Daniel Fcx starb in der Zwangsjacke. Joseph Meßmöre von Elkhardt County wurde in der dritten Ab' theilung mit Blut bedeckt und bewustlos auf dem Bode gefunden. Nachforschungen ergaben, dan er von einem Wärter geschlagen worden war. Er hätte eine tiefe Wunde über der Schläfe, und eine am Scheitel. Der Mann starb drei Tage nachher und als Ursache seines Todes wurde Schlagflub angegeben. Ein alter Mann Namens Brown wurde von einem Patienten erschlagen, und der Familie wurde mitgetheilt, daß der Verstorbene sich bei einem Falle verletzt habe. Aehnliche Vorfälle, sollen sich nach der Behauptung besagten Hutchinsons und des Journals" häusig zugetragen haben. Eine strikte Untersuchung der Sache wäre deshalb am Platze. SMaskenball derHarmonie. Also am kommenden Montag findet das großartige Fest in der Männerchorhalle statt, zu dem schon so umsaffende Vorbe reitungen getroffen wurden. Die Har monie ist immer rührig und thätig und war von scher bestrebt, ihren Mitgliedern angenehme Unterhaltungen zu verschaffen. Die Maskenbälle der Harmonie sind schon lange als äußtrst amüsant bekannt und es ist auch diesmcl mit Bestimmtheit vorauszusagen, daß der Maskenball allen Theilnchmern ein seltenes Vergnügen bereiten wird. Die Besucher des Balles werden sich gewiß vortresstich dabei unterhalten und dürfen sich einstweilen auf äußeist gelungene Überraschungen gefaßt machen. Wir. hoffen deshalb, daß die MännerchorHalle am Montag Abend bis zum letzten Platze gefüllt s?in wird. S& John Müller wurde am Donnerstag Abend an der WashmgtonStraße von einem Unbekannten dermaßen auf den Kopf geschlagen. daß eine tiefe Wunde zu rückblieb. Der feige Angreifer hat sich natürlich sofort cus dem Staube gemacht. Nicht alle können das große Loos ziehen, aber Jedermann kann seinenHusten cunren durch den sofortigen Gebrauch von

Harleß Bruu-Caramellen. B" Gestern Abend veranstaltete die Lyra ein Cor.cert nebst Tanzunterhaltung in der Washinajon Halle. Einen aus führlichen Bericht darüber werden wir in der nächsten Numner bringen. In der an. letzten Mittwoch abge haltenen Extra.Vasammlung des Jndia napolis Soc.Turwereins wurden folgende stehende Comites für das nächste halbe Jahr ernannt : Comite für geisige Bestrebungen: H. Pantzer! Chas. Köhie. Franklin Tonnegut. H. Lieber, j O. Pepke. -Außerdem von der DamenSektion des Vereins : ! Frl. L. Sjulmeyer. Frl. Keller Frl.Uhl. Comite für köerliches Turnen: . Otto Schlssel. Joseph Mrig. H. Wilking. ' H. Eiscle. H. Pantze. Wirthschafts.5omite: P. Pfistera-. A. Patz. H. Vonnäut. , . Ad. Schnidt. - Wm. Nezer. Comite für dDamenSeklion : H.PaM. A. Bohn.

ChaS. KDe. I. Karle. - ö.Reaer.i. Unterhaltung Comite : OltoSWl. A. Bobn. i . Wm. Muff. ' Comit'e für Buldes'Tagsatzung : H. Lieber, l W. Haueistt. ' G. Manns id. . Chas. Köhie.- . C. Vonneait sen. Otio Schisel.. . 'J.Karle, j ' . i .

Frcidenkcrvcrcin, Sozialer Turnverein. Die Theatervorstellung, welche von

Mitgliedern obiger Vereine am Sonntag Abend veranstaltet wurde, war ein großartiger Erfolg. Die Männerchorhalle war bis zum letzten Platz gefüllt und mit gespannte? Erwartung harrte das Publikum der Vorstellung. Ist schon das Stück, welches zur Ausführung gelangt, an und für sich ganz dazu geeignet, die Aufmerk samkeit der Hörer vollkommen in Anspruch zu nehmen so haben doch in jenem Falle die Darsteller noch weit mehr dazu beige tragen, das Interesse der Anwesenden zu erwecken. Die Rollen waren sämmtlich Bekannten übergeben, und jeder Einzelne entledigte stch seiner Aufgabe in wahrhaft musterhafter Weise. Das Zusammenspicl war ausgezeichnet ja weit besser als man es mitunter bei professionellen Schauspie lern trifft und dieses herrliche Ensemble erweckte beim Publikum die höchste Begci' sterung. Der Beifallssturm wollte gar nicht enden und als hauptsächlich im letzten Akte sich all die komischen Verwicklungen zu lösen begannen,' steigerte sich der Enthusiasmus derAnwesenden so sehr, daß die Darsteller mitunter durch laute Beifallsbezeigungen unterbrochen wurden. Die Vorstellung kann mit vollem Recht eine vortreffliche genannt werden, denn es war eine gerundete Aüfführung, die ohne irgend welche Störung und mit dem besten Erfolge von statten ging. Wir unterlas sen es die Verdienste Einzelner hervorzu heben, da Jeder der Mitspielenden sein Theil zum Gelingen des Ganzen beitrug, und daher auch jeder Einzelne Anspruch auf die geernteten Lorbeeren hat. Den drei mitspielenden Damen wurde freilich noch eine ganz besondere Anerkennung zu Theil,da ihreLeistungenmitBlumenspenden belohnt wurden. Die Erwartungen der Besucher wurden nicht nur erfüllt, sie wurden sogar weit übertroffen, denn Jeder weiß, daß beiAufführung der Bencdix'schen Stücke viel Schwierigkeiten überwundern werden müssen, und da dieselben am letzten Sonntag mit solcher Leichtigkeit bemei stert wurden, war dieBewunderung, welche den Darstellern gezollt wurde, nur um so größer. Nach der Vorstellung folgte ein gemüth liches Tanzkränzchen das die Anwesenden bis zu später Stunde fesselte. '8 Morgen Abend wird Frl. Oppen heimer einer Einladung des Turnvereins in Lafayette nachkommen, und einen Vortrag über die Frauensrage- doet halten. Frau Schulmeyer erhielt auch eine Einla dung und wird, um die Gründung eines Frauenvereins dort zu bewerkstelligen,heute nach Lufaytte reisen. t& Coroner Wishard hat die Mangel haste Einrichtung des weiblichen Irren asyls streng getadelt und schreibt es nur dieser zu, daß dort so viele Selbstmorde vorlommen könrlen. Doktor Eoarts, der die Pläne zu jenem Gebäude entwerfen half, will das durchaus nicht zugeben, und hat sich in einem längeren Artikel in der News über die An sichten des Coroners in scharfer Weise ausgesprochen. LS Bestellte ihre Zeitung ab. Folgendes Geschichtchen spielte sich vor Kurzem in der Osfice des Evansville Demokrat" ab. Der Letztere schreibt : Sie kam gestern wie eine Kanonenkugel auf unser Sanktum geflogen und warf ohne mal' haujedu" zu sagen,ihrenRegenschirm auf unseren Schreibtisch, daß die Rippen (nicht die Rippen unseres Tisches) krachten und rief dann mit vor Wuth heiserer zit ternder Stimme : Ich will meineZeitung gestoppt haben." All right Madame !" Stoppen se se reitcweh fuhr sie fort unsernT?sch mit ihremSchirm bearbeitend, denn ich habe nun lange genug gewartet, daß se mal das squär Ding duhn sollten, war aber ich." Ihre Sprachmaschine stand einen Augenblick still, wahrend wi: unsern Finger über die Namenliste gleiten ließen, und als wir ihren Namen gefunden und einen dicken Strich durch denselben gemacht hatten, öffnete sie ihre Batterie abermals : So, jekt duhn fie vielleicht besser uf en annermal ; wenn reiche Leute crnal en rothhaarigen, boMcinige'n schklZugigen Bub kriegen, so tuten se diese Neuigkeit in k ganze Welt hinaus, puffen den Bengel bis in Himmel und machen einen Engel draus, wenn arme Leute mal ein Kind kriegen, sagen se keinWort, wenn es das schönste Kind ist, das jemals eine Mutter des Nachts wachgehalten hat. Datl's watt's de medder und darum stoppe ich meine Zeitung," sprach's und flog zur yur oinaus, mit t gekommen.

Charles S. PSrnell, der iri'che Agitator kam am Donnerstag Mittag hier an. Er wulde am Bahnhof von einem Comite von Bürgern empfan gen und nach ?m Grand Hotel escortirt. Abends hielt er eine Rede im Opernhaus, vor deren Beginn er von Mayor Caven willkommen geheißen wurde. Parnell wurde vom Auditorium mit stürmischen Applaus empfangen. Er schilderte zuerst die Leiden der Distrikte, in welchen Hun gersnoth' herrscht, und wie trotz der daS Land entvölkernden Auswanderung, .die Noth derJrlädder sich immer mehr steigert. Die Ursache liege in den Gesetzen und Einrichtungen in Bezug auf Grund und Boden. Der gegenwärtige Grundbesitz in Irland rühre noch von der Feudalzeit her. Er befindet sich in den Händen einiger Weniger und wird von Pächtern bebaut, welche dim L.ir.d'0!-d einen stipulirten Pachtzins bezahlen. Der Landlord hat das Recht, den Pächter nach sechsmonat licherKündigur'g wegzuschicken und braucht weder für die Hütte, welche sich der Pächter gebaut, noch für irgend welche Verbesse rung, welche derselbe angebracht, Ent

schädigung zu leisten. Er hat es daher in seiner Macht, den Pachtschilling nach Belieben in die Höhe z schrauben. Der Pächter hat nicht einmal ein Anrecht auf die vielleicht schon in Halmen stehende Frucht. Es ist natürlich, daß auf diese Weise weder Geld noch Arbeit auf die Ber besserung des Landes verwendet wird. Die irische Landliga verlange deshalb eine Ablösung des Grundcigcnlbums, so daß die Pächter Eigenthümer desselben wer den. Der Staat müsse hier eingreifen, den Landlords das Land gen Enrschädi gung nehmen und dem Volke übergeben. Darum, daß man ihn Communist nenne. kümmere er sich nicht. Als Präcedenzfälle sükrle er die in Preußen durch Freiherrn von Stein cingefülzrten Landrcsormcn an. sowie die Aufhebung der Leibeigenschaft in Rußland, und die mit desselben vcrbun denen Landgesetze. Wenn auch die Pri vatmohlthätigkeit viel zur Linderung der augenblickliche '. Noth in Irland beitragen könne, so müsse doch dauernde Hilfe vom Staate auf dem Wege der Gesetzge bung kommen. Nach Herrn Parnell sprach noch sein Begleiter Dillon in demselben Sinne, einige Herren von hier, darur-ter Gouver nor Williams, hielten kurze Ansprachen, in denen sie ihre Sympathie für die irische Sache ausdrückten, worauf zum Schluß eine Collekte veranstaltet wurde, welche eine hübsche Summe einbrachte. Wir wissen nicht, wie weit unsere Deut schen mit der irischen Landresorm Bewegung sympathisiren. Vielleicht sehen nur Wenige, daß diese Bewegung der ganzen Menschheit zu Gute kommen muß. Die Hungcrsnoth in Schlesien und inr Erzge birge läßt sich im Prinzip auf dieselben Ursachen zurückführen, wie die in Irland, denn ob die in den Händen Weniger angehäuften Kapitalien in Geld, Maschi nen oder Land bestehen, ist einerler. Die selben Ursachen lagen m Prinzipe der sch echten Zeiten Ulld dem Allgemeinen Nothstande bei uns zu Grunde. Es wird nur leider nicht verstanden. Am 16. Februar findet der Masker.ball des Sozialen Turnvereines in der Männerchorhalle statt. Es tt'rd jetzt schon tüchtig gearbeitet um ein recht gelungenes Maskenfest zu Stande zu bringen und da der Verein weder Mühe noch Kosten scheut so werden diese Bestrebungen gewiß von Erfolg begleitet sein. Wesley Gates ein Mitglied der Bande welcher vor Kurzem bei alten Far merSvear beraubte wird dafür fünf Jahre lang im Zuchthaus aufgehoben. flST Spiele nicht mit Schießgewehren, denn sie können loslegen und oich und Andere verletzen. Spiele nicht mit deinem Gelde, denn das Gcld ist rund, und läuft leicht, von bannen. Spiele nicht mit der Zeit, denn der Augenblick entflieht und das Leben bcsteht nur aus einer Summe von Augenblicken. Spiele nicht mit derJugend denn das Jahr hat- nur einen Frühling, der als Saatzeit benutzt sein will, wenn Sommer und Herbst die Fruchl reisen sollen. Spiele nicht mit Deiner Gesundheit denn ist der Baum erst in seiner Psahlwürzet verletzt, so ist' urnjeinc stolze Hal tung leicht geschehen. spiele nicht mit derArbeit. denn sie ist eigenNnnig und will nur dem ihren Segen eben, der sie ganz und ernst eisabt. Spiele , nicht mit der ffreundschaft. denn die. Freundschaft will gleichmäßig behandelt sein und kann das Hin und Her üich'l leiden. Spiele nicht mit der Wahrheit, denn die Wahrheit hat nur eine Seite, von der sie gegeben- und betrachtet sein will, und sie läßt, sich nicht drehen und wenden. Spiele nicht mit der Liebe, denn Liebe und Menschenherz. Nnd aus gar edlem Stoffe bereitet. . , i.

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