Indiana Tribüne, Volume 2, Number 22, Indianapolis, Marion County, 10 January 1880 — Page 6

In d i a na Tr ib ü n e."

Das Geheimniß des Pavillons.

AuS denPapieren einesGe h e i m p o l i z i st e n, von C. Yaulodsky. (Fortsetzung.) Ich habe ihn heute gesprochen. Er hat eS nicht gewagt, sich Ew. Hoheit nochmals vorzustellen, weil die Hindernisse sich nicht so schnell beseitigen lassen, wie er eS hoffte. Mein Agent ist sehr gewissenhaft und rechnet eS sich zur Ehre an, wenn seine Clienten mit seinen Leistungen zufrieden sind. Er suchte mich eigens zu dettZwecke auf, um mich zu bitten, Ihnen mitzuthei len, dab er erst dann wieder daS Grand Hotel betreten würde, wenn eS ihm ge lungen wäre, die in Rede stehenden' Erben namhaft machen zu können." - Glaubt er, dab darüber eine länge Zeit vergehen wird?Bei meiner Rückkehr wird alles inOrd-nung-fein." Werden Sie den Herrn zu mir begleiten?" fragte der Rabob, indem er einen lauernden Seitenblick aus ihn richtete. Tollan schien diese Frage ein wenig auö der Fassung zu bringen, doch faßte er sich gleich wieder und entgegnete : 'Mein Agent ist sehr mißtrauisch, und sieht es nicht gern, daß Jemand bei einer Unterredung mit seinem Clienten zugegen ist. Daß er sich heute Morgen an mich gewendet hat, ist dem Umstände beizumes sn, daß er sich genöthigt gesehen, eine Reise anzutreten, welche die mehrerwähnte ErbschastS Angelegenheit hervorgerufen hat." Der Nabob machte Miene, noch einige Fragen an Tollan zu richten, allein ihr Gespräch, obgleich es mit gedämpfter Stimme geführt wurde, schien die nahe sitzendenZuschauer zu stören, und erinnerte T harnn, bah Dtt und Zeit zur Be- ' V - - fcJ - - " u v sprechung ihrer Sache unpassend gewählt waren. Tollan athmete sichtlich erleichtert auf, verbeugte sich tief und sagte : In acht Tagen hoffe ich die Ehre zu haben, Ew. Hoheit wiederzusehen. Kaum war er fort, als auch der Nabob von.Bahour das ttpernhauö verlletz. XXIX. Weitere Nachforschungen. Was mich betrifft, so bin ich derAnsicht, daß Tollan außerhalb Paris eine Wohnung haben wird, bemerkte der angebliche .Nabob gegen seinen Intendanten Fergon, als sie am nächsten Morgen ungestört im Grand Hotel ihre Lage erwogen. Ob daS Haus in einer Stadt oder in einem Dorfe liegt, das weiß ich felbstver ständlich nicht ; glaube aber mit Gewißheit annehmen zu dürfen, daß man mit dir Eisenbahn von Orleans dahin gelangt. Tollan bedient sich mitunter einesWagens, wie es gestern Abend der Fall war, als er mit seiner Vertrauten Paris nach Mitter ternacht verließ, zu welcher Zeit keinBahn nia mehr fäbrt. Ich schließe hieraus, daß man nach vier- bis sechsstündiger Fahrt dahingelangt. Sein Versteck wird an der Eisenbahn, zu Orleans belegen sein, und hätten, wir besonders die Stationen: Juvisy, " Savigny, Epinay und Samt Michel, in'S Auge zu fassen. An einer die ser vier Stationen wird Tollan aussteigen und sich zu Fuß. zu Pferd oder zu Wagen nach seinem Schlupfwinkel begeben. Wir müsien ihm verkleidet das. Geleit geben. Fergon pflichtete der Ansicht des Herrn Lesebre bei, wünschte aber zu wissen, in welcher Verkleidung man Tollan verfolgen solle. .Ich habe darüber lange nachgedacht. versetzte er, und mich dafür entschieden, daß ich als Weinreisender die erwähnten Orte und deren Umgebung besuche, und Du als Zeitungscolporteur jene Plätze durcksireisst." Werden wir dann nicht zusammen reisen?- ' ' . Zusammen, nein; wohl aber nach demselben Orte und an dem nämlichen Tage. Ich werde die Städte und Flecken besuchen, während Du Deine Nachfor. schungen auf dem Landebeginnen wirst. Zu diesem Zwecke habe ich bereits das be -deutende Weingeschäst ; von Rawson, Jen kinS & Co. in Liverpool ersucht mich mit . VollmachtenPreiScouranten und Frakturen dieses berühmten HauseS zu versehen und harre aus eine Sendung'..' JenkinS ist .mein intimster Freund und mir zugleich

verpflichtet, da er eine Summe von zwölf.

ausend Pfund, die ein Cassirer ihm ent wendet, wieder erhalten hat. Die er wähnte Firma handelt vorzugsweise mit spanischen Weinsorten. Damit endete die Unterhaltung. Drei Tage später traf Lefebre, welcher etzt als Weinreisender Henry Colmuet hieß, in dem so malerisch belegenenMarkt flecken Savigny ein und eine Stunde darauf hielt Fergon, der den Namen Pierce Paladin angenommen hatte, ein schweres Paquet mit Zeitungen auf dem Rücken, gleichfalls daselbst seinen Einzug. Lefebre nahm sein Logiö im Goldenen Hirsch-, dem ersten Gasthof deö Orts und hätte schwerlich eine bessere Wahl treffen können, da der Besitzer desselben ein Herr Bonasan, auS Savigny gebürtig, und auf drei Meilen in der Runde so genau mit den Verhältnissen bekannt war, daß er die leinsten Details über Vermögen, BezieHungers und was dergleichen mehr, über eoe einzelne Familie an den Fingern her zählen konnte. VonNatur neugierig, war er sehr gesprächig um nicht zu sagen: chwatzhaft. Um ihn sich geneigt zu machen, verfehlte Lefebre nicht, das beste Zimmer des Gasthofes zu verlangen, wie er sich denn auch pomphaft als Repräsen ant der in der ganzen Welt bekannten Weinhandlung Rawson, JenkinS & Co.zu Liverpool ankündigte und dem Wirth mittheilte, er werde sämmtlichen angesehenen Häusern in Savingny und Umgegend seine Auswartung machen, um ihnen seine ausgezeichneten Weinsorten zu offeriren. Zu jener Zeit war das Eintreffen eines Handelsreisenden in Savingh fast ein Er eigniß, denn diese Geschäftsträger Pflegen nur in größeren Städten sich aufzuhalten. wie denn auch die wohlhabende Bevölke rung ihre Einkäufe in Paris machte. Aber der Reisende der Firma Rawson, Jenkins ä: Co., welcher nur Weine zu 5 Francs Flasche abließ, war gewiß ganz besonders geeignet, Sensation zu erregen. Der Wirth fragte Lefebre, nachdem da Früh stück servirt war, ' ob es ihm angenehm wäre, in Gesellschaft eines angesehenen Rentiers 'zu speisen. Herr Lefebre hütete sich wohl, dieses Anerbieten, welches ihm sicherlich Anlaß bot, erwünschte Erkundi gungen einzuziehen, von der Hand zu weisen, nichts destoweniger gebot ihm aber die Klugheit, sich nicht zu übereilen und seiner Rolle als Vertreter eines der ersten Handelshäuser der Welt eingedenk zu bleiben. Fürwahr," rief Herr Bonasson auS. Sie sind ganz anders als die franzö sifchen Reisenden, die sämmtlich ärgerlich sind, wenn ich ihnen sage, daß ich keine table d'hote halte." .Sie haben Recht ! Eine tabled'hote ist Allem vorzuziehen. Man würzt das Dessert mit witzigen Einfällen und Wetten, und der Champagner spielt dabei eine Hauptrolle Lieben Sie Champagner?" O, gewiß, und ich habe, als ich für ein Weingeschäst in London reiste, mancher Flasche den Hals gebrochen. Jetzt ist aer eine ernste würdevolle Haltung dieParole. Meine Vorgesetzten wollen nicht, daß man mit Kameraden fcyerzt und lacht und be Häupten, daß dadurch dem Geschäfte Ab bruch geschäde. Es ist allerdings eine Thorheit, aber die Engländer sind nun einmal so. Ihrer Ansicht nach, darf man kein Cafe besuchen, obschon ich, unter uns gesagt, mich dieses Genusses nicht beraube.DaS wäre auch sehrSchade,denn meine Frau steht einem solchen an der andern Seite dieses HauseS vor, Sie werden dort alle möglichen Leckerbissen finden Jch werde-es mir zur Ehre anrechnen, Ihrer Frau nach dem Frühstück meine Aufwartung zu machen," äußerte Lefebre verbindlich und sügte dann hinzu : Sa gen Sie, Herr Bonasson. ist der Herr, den Sie Mlr als Genossen beVm Frühstück vor schlagen, nicht aus Savigny, weil er im Hotel speis't V . Er ist nicht von hier, wohnt aber sei fünf Jahren in diesem Marktflecken." der setzte der Wirth mit . einem verschmitzten Lächeln, und schätzt' sich ' glücklich, ein Hauö wie das memige gesunden zu haben. Eristunverheirathet?" '" ',: Ja, und auch weit über daS Alter hin. auS,- in welchem man sich zu verbelratb'en Pflegt. Er' haßt alle ' Verdrießlichkeiten, vle e,n vausnano nun einmal mit sich bringt - ' -i '.'.-''! ;W ; y WS treibt dieser seltsame Hagestolz? n Richt. .'Er Zwar srühe? Associe eines großen Geschäfte in Pari, au S welchem er sich mit reichem Gewinn zurückgezogen hat. Dann ist er nach Savigny gezogen'.

hat sich hier ein schönes Haus gekauft und

äßt sich hi"r von einer alten Haushälterin bedienen." Weshalb hat er nicht das prächtige Städtchen Jainvillete.Pont als Aufent halt vorgezogen V Meiner Treu, das weiß' ich nicht, und ch möchte darauf eine Wette eingehen, daß er eS selbst nicht weiß. Er ist ein Original, wie ich selten- einS gesehen habe. Denken Sie sich, erfüllt den ganzen Tag damit aus, umherzuschleichen, um Scandalgeschichten zu erfahren und dieselben von Thür zu Thür zu colportiren." Eine nobleBeschästigung, die nicht nach meinem Geschmack ist," äußerte Lefebre. Der Wirth nickte zustimmend. Er ist nie aufgeräumter, dieser Herr Funeaux, als wenn er bei'm Frühstück Jemanden antrifft, gegen den er die Be wohner von Savigny schlecht machen und hm erzählen kann, wie viel BöseS die Frauen seinen Freunden angethan haben Ich bin begierig seine Bekanntschaftzu machen," sagte Herr Lefebre lächelnd. Wie aber, wenn ich mich weigere, mit ihm zu frühstücken V Mann kannNiemanden dazu zwingen; n der . Regel acceptirten die Reisenden edoch gern seine Gesellschaft. Indeß, die Uhr ist zehn und Herr Funeux ist präcise wie die Uhr selbst." . Diese interessante Unterhaltung fand auf der Schwelle deS ZimmttS stat und Herr Lefebre zog sie klüglicherweise in die Länge, da er auS Erfahrung wußte, daß man, wenn man sich mit Gastwirthen un erhält, stets etwas Wtni erfährt.' Was sagte ich Ihnen . rief der Wirth ast triumphirend aus; Da ist Herr Fu neux schon; sehen Sie, er biegt soeben um die Ecke der Straße." j Dann werde ich .mich an den Tisch etzen", bemerkte der angebliche Weinrei sende, daS wird Sie Ut Mühe . entheben. mich ihm vorzustellen. Theilen Sie ihm gefälligst mit, daß ih ein Freund von Scherzen sei und mich nicht scheute, für einen lebenslustigen Tischgenossen eine Flasche Champagner zum Besten zu geben. Das wird ihn in gute Laune versetzen und ihm die Zunge lösen." Mit diesen Worten segab sich. Herr Lefebre hastig in den Speisesaal, wo ein runder Tisch einladend servirt war. Er wählte seinen Platz so. daß sein Tischge nosse jn voller Beleuchnng ihm gegenüber zu sitzen kam. Die Thür öffnete sih, und der Wirth führte einen Mann toben Speisesaal, in dem er mit nichtiger tzeberde die Worte äußerte: i . Treten Sie doch heein ! DaS Früh' stück wird kalt und der emde Herr erwar tet Sie bereits seit zehnMmuten. , Es war eine Manie des Herrn ffunenx, (eine Manie, welcher der Wirth klüglich schmeichelte), die dltchreisinden Gäste r v r ' cn glauven zu macyen, o er icine caylzelten gewöhnlich im Hoel einnähme. Jn Uebereinstimmung hie mit liebte er eö auch, sich von Herrn B nasson vertraulich behandelt zu sehen, welcher achselzuckend fortfuhr: ,Sie werden doch genß pünktlicher auf ihrem Comptor gemein sein, als 'Sie noch Associe der Firna Feran & Co. waren. Herr Lesebre, welche noch ein treues Gedächtnib sür Namendatte, horchte hoch auf, als er den Wirth die Firma des Ge schäfts aussprechen hörte, dessen Inhaber in der ru Panatiere ,das Schicksal der unglücklichen Pique Dame hatte theilen müffen. Es war ihm besonders auffällig, daß der Name Funeux? in den ihm genau bekannten Prozeßakten! über diesen Dop pelmord in keiner Weise figurirte, und er nahm sich daher vor, diesen Criminalfall geschickt in das Gespräch einzuflechten. . Als . ich noch Kaufmann war, hieli ich es für eine heiligePflich, pünktlich zu fein", antwortete Herr Funeux. Pünktlichkeit ist nämlich die Seele des Geschäfts ! Aber letzt, als Rentier, habe ich, denke ich, das Recht zu thun waS mir beliebt." . , Der Eintretende war! kltin.und hager. Seinem Munde fehlten die Zähne; seine Nase war gebogen, seine Stirn niedrig und eingedrückt und seine trüben Augen hatten einen widerlich lauerndmAusdruckRei'm Lachen und . er , .lachte sehr oft, i; zerrte er sein Antlik. 6m Blick auk dies abstoßende Persönlichkeit reichte hin, um zu begrelsen, daß d:e Ausgave. semeö. Lebens . (oti 'i r w ' ' ' oarm bestand, ' seine öMmeniqen izu, . ver leumden, sich selbst für an Jdel,auSzuge her; und Geldauf Geld anzuhäufen.. ! V 9 AM ' . 1. Ä f m. SMtn&tzx,- vemeule ven Xtlxt würdevoll, Sie'haben sollkommen Recht.' Alle Menschen sind vor dem Gesetze gleich

und wie 'Sie das Recht haben, mich hier

warten zu lassen, so würde auch mir zweiselsohne das Recht zvgeNanden haben, ohne Sie den Braten zu verzehrend , Herr Banasion, eine Flasche Champagner, jedoch wenn ich bitten darf, von der besten Sorte." In der Hoffnung, daß die Eisrinde zwi schen diesen beiden Praktikern geschmolzen sei, verschwand der Wirth aus dem Spei sesaal, um gleich darauf wieder mit einer in EiS gestellten Flasche Champagner und zwei Gläsern zurückzukehren. Sie sind Weinreisender V fragte Funeux angelegentlich, indem er seine Serviette entfaltete. . . Ja, mein Herr," antwortete Herr Lefebre zutraulich. Sie müffen viel Erfahr rung besitzen, um auf den ersten Blick mein Geschäft zu errathen." - ,Wenn man dreißig Jahre lang einen Großhandel betrieben hat, kann es nicht fehlen, .daß man Menschenkenntniß er langt." . In welcher. Branche arbeiteten Sie?" Jn Leinewand." . Ein schönes Geschäft, mein Herr. Die Leinenwaarenindustrie ist vorzugsweise in französischen Händen, und lch schmeichle mir, ein guter Franzose zu sein, mag ich auch immerhin sür ein englisches Hans reisen und mich den größten Theil deö Jahres in England aushalten." Sie vertreten also ein englisches HauS, mein Herr V Ich reise für Rawson, Jnkins & Co." Sie kommen nach Savigny, um hier Geschäfte zu machen?" Um Savigny und Umgegend mit spanischen Weinen in Flaschen, Ankern und Stückfäffern zu überschwemmen." Die spanischen Weine sind nicht nach meinem Geschmack." WennSie sie selbst nicht trinken mögen, so werden Sie mir doch vielleicht einige Winke an die Hand geben können, um sie hierorts abzusetzen. Herr Banaffon hat mir mitgetheilt,, daß Sie in Savigny und deffen Umgebung . fast Jedermann kennen." Ich kenne sie ohne sie zu kennen, denn ich enthalte mich sorgfältig des Umganges mit den Einwohnern. Wenn man dreißig Jahre in Paris einen Großhandel betrie? ben hat " .,' ' Dann sieht man . die Provinzbewohner über die Achsel an. Ich würde es ebenso machen, wenn ich sie nicht brauchte. M,t Ihnen ist eö etwas ganz Andere?. Sie haben. Ihr Schäfchen im . Trocknen, wie man mir eben berichtet hat k Hm", schmunzelte Herr Funeux beifäl lig, wenn man dreißig Jahre , in Paris gearbeitet hat, .läßt sich schon ein Sümm chen erübrigen. ES ist wenigstens aus ehrliche Weise erworben, und denke ich, ehrenwerther, als das.. Vermögen .jenes Börenspeculanten, der sich in . unserer Nähe . ein Schloß gekauft hat und ein so abenteuerliches Leben führt. , Man weiß nämlich nicht, auf welcher Urt er sich sen Vermögen erworben hat, fuhr derRentier leise fort. Ich vermuthe aber, daß eine Schuld, wenn nicht ein Verbrechen, den Ursprung seiner mehr als geheimnißvollen Existenz gebildet hat." Lefebre wollte nach dem Namen deSBSr fenspeculanten fragen, den der Rentier so gravirend. schilderte, aber Herr Funeux liek ihn nicht zu Worte kommen. Ich habe viele Erfahrungen gesam melt," fuhr der Letztere hastig fort, als ich noch in Paris war und habe einenscharftn Blick für abenteuerlicheExistenzen. Auch waö die Frauen anbetrifft, bin ich ein genauer Kenner, obschon ich ihnen kein Loblied singen kann. Finden Sie etwa, daß Damen das Leben verschönern V wandte er sich an Herrn Lefebre, welcher sich vorbehielt, nach demNamen des er wähnten Börsenspekulanten zu fragen. . . Ja. Ich bin allerdings kein Jüngling mehr,allein iich huldige noch, immer der Schönheit, j und Sie haben, glaube ich" Mein Herr," iunterorach. ihn der ehe malige Leinenfabrikattt-mit angenommener Würde, ich habe i mich nie verheirathen wollen, weil- ich die Unannehmlichkeiten der .Ehe zur Genüge : kenne. - AuS mehr als einer stichhaltigenUrsache habe, ich die Thorheit, eine Ehe einzugehen, vermieden. Ich habe, die .schlimmsten-Folgen).ivon LiebeSverhältniffen beobachtet, welche de gute.Sitteverurtheilt -! v-: :-Jn ide5 That ?5 s.fagte-? Herr Lefebre lachend.-,, Habeniemohl Freunde ge habt, welche.imPunkte der Ehe oder der Hiebe eme'r freien Richtung huldigten V'A -,f 'ieKJL''' n'ti'm im twX5n9tAutwt9 .weniger, faubxsMne flch?.mir .als. solcher iu nahen, der mit Damen von zweifelhaftem

Rufe verkehrt. Aber ich hatte einen Com pagnon; der seine Thorheit leider theuer hak bezahlen müssen.- - Sie meinen, daß er seine Zahlung hat einstellen müffen." . Schlimmer als das.' Er ist ermordet worden." . '.Ermordet!" wiederholte Herr Lesebre, den Erstaunten spielend, wiewohl seine Erregung nur der Hoffnung zuzuschreiben war, über das tragische Ende des Kauf manns in , der nie Pantiere etwas Neues zu' erfahren. Aus welcher Ursache V ' . Man merkt, daß Sie aus England kommen," antwortete Funeux mit wichti ger Miene. Seit vier Monaten haben sämmtliche französische Zeitungen sich aus schließlich mit diesem Fall beschäftigt und man.meint, daß der Mörder schon in eini gen Wochen hingerichtet werden wird." ' Jetzt entsinne ich mich ; eö handelte sich um die gleichzeitige Ermordung einer, wegen ihrer seltenen Schönheit berühmten Dame.'! Ich habe seinerZeit darüber meh r'ere Artikel gelesen. Doch werdenSie mir einräumen,' HerrFuneur, daßCriminalfälle im Allgemeinen nur die Angehörigen der Opfer interesstren. - Sie haben Recht ; doch zur Sache. Der Ermordete war der unglücklicheFeran, Associe der Handelsfirma Feran & Co." Dann sind Sie wohl auch in dieser Angelegenheit als Zeuge vorgeladen gewe sen?" unterbrach ihn Lefebre. Nein, mein Herr. , Als daö Verbrechen verübt wurde, , war ich bereits seit drei Jahren auS dem Geschäfte getreten." Zum lebhasten' Berdrusse . Lesebre's wurde sein Tischgenosse plötzlich durch den Eintritt des Wirthes unterbrochen, welcher zwei neue Flaschen mit SilberetiquetS versehen, . brachte. Er entkorkte die eine, der Wfin schäumte in den Gläsern, und' letz, tere gaben bn'm Anstoßen einen silberhel len , Klang.. 'Funeur'leert'e sein GlaS bis an die Nagelprobe und ließeS von Neuem füllend Er.ließ sich eben nie vergeblich zum Trinken einladen, wenn ihn jedoch derWein nichts kostete. ,. Mein Herr," sagte er mit boshaftem Lächeln, den Faden seiner.Erzählung wie

der aufnehmend, sobald der Wirth sich tactvoll zurückgezogen hatte, ich. .habe in dieser blutigen Affaire kein Zeugniß vor Gericht abgelegt, und dennoch war ich ein zig und allein in der Lage, über den un glücklichen Feran wichtige. Mittheilungen zu machen,.'da ich ihn kurz vor seinem Tode gesprochen habe." . '. Was höre, ich .Sie hatten an dem Tage, an welchem .'er g'etödtet worden ist eme Unterredung mit ihm gehabt?" sagte Lefebre. . Eine Stunde vor seiner Ermordung", erwiderte Funeux mit der Würde eines ManneS, der . sich seines Werthes bewußt ist und zu seiner lebhaften Befriedigung wahrnimmt, daß man seine Worte beach tet. . Es scheint Sie zu befremden mein Herr, daß ich mein Seheimniß für mich behalten hake. Nach Ihrer Ansicht hätte ich mich freiwillig dem Gerichte stellen müssen,, um ; Zeugniß ; abzulegen. Nicht wahr?" . Ich gestehe allerdings, daß ich an Ihrer Stelle so gehandelt haben würde, doch beruht das auf Anschauungen," - versetzte der angebliche Weinhändler. welcher nun hoffte, die Aussagen des Herrn Funeux baldigst verwerthen zu können. Ich habe andere Ansichten, zwar ist der Bürger verpflichtet, vor Gericht die Wahrheit zu sagen; keineswegs aber sich dahin zu begeben, wenn er nicht citirt wird. Ich bin im Allgemeinen kein Freund der Polizei." Sie waren also kurz vor dem Tode des Herrn Feran noch in seiner Gesellschaft?" lenkte Lefebre ein, den die letzte Anspielung unangenehm berührt zu haben schien. Ja ! Ich reise halbjährig nach Paris, um Gelder zu belegen. In der Regel pflege ich schon des Abends nach Savigny zurückzukehren: ES war sechSUhr Abends, und ich war im Begriff, mich nach dem Bahnhofe zu , begeben, als ich plötzlich meinen Namen rufen .hörte. Es war Feran,' der mich ansprach und im Laufe der Unterhaltung , von einer unvergleichlich schönen Engländerin erzählte, deren Be kanntschast er in England, gemacht hatte." War ,diese Engländerin die PiqueDamc ?" , , - . " Errathen. ' Eine solche Schönheit sagte er sei in gänj Paris nicht zu finden,' und er schätzte sich überglücklich, sie anbeten zu können. - Er war, wie ich merkte, in,d!ese Engländerin bis über beide Ohren verklebt und wollte fie'heirathenl' ' Ihr zu gefallen hätte 'ereiN''hübscheS HauS in dwnie Panatiere gemiethet und elegant. eingerichtet. Er sud mich) ein, mit. Hm , zu ..der r. : ' . rli' ri;''m 1.. ' 1 -1 - J ' w - - --' )vame seines. Herzens zu geyen, oa er tr at kn sei. rade 'auf dem Wege" zu' ihr .'begriffe um in ihrerGeseUschüst jü Abend zu effen. Ich lehnte die Gnladun? ad.""' zmu (Fortsetzung folgt.)