Indiana Tribüne, Volume 2, Number 20, Indianapolis, Marion County, 27 December 1879 — Page 6
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DaS Geheimniß des Pavillons.
Aus denPapieren eine ZG e . he im Polizisten, ' von C. Paulovsky. (Fortsetzung.) Wie fangen Sie das an.? Um eine Erbschaft zu erzielen, muß man. si.ch, doch legitimiren können." .Allerdings; wenn nun aber Mehrere ein Anrecht aus eine gewisse Erbschast haben, und einer der Erbschastsberechtig ten die übrigen Erben zu beseitigt weife, wie dann ?" .Aber auf welche Weise ?" Die Criminalgeschichte hat Beispiele genug aufzuweisen," erwiderte Fergon, .baß man schon oftmals sehr geringfügiger Erbschaften wegen Verbrechen verübt hat. An Ihrer Stelle würde ich Ihre Tochter aufmerksam bewachen. .Ich hätte sie beinahe schon verloren, und nur einem Wunder ist es zuzuschrer ben, daß die Eisenbahnwagen sie nicht zermalmt haben. Wer weiß, ob jener Tollan seine Goldstücke nicht absichtlich hat zwi fclicn die Schienen fallen lassen." .Das ist mir bis jetzt nicht eingefallen, aber Sie können Richt haben," besetzte Fergon hastig, weil er sich aus dieser Anschauung Nutzen versprach. .Wo ist Ihre Tochter?" Das kleine Mädchen war nirgend zu sehen. Der Vater eilte die Straße binab und war überglücklich, als er seine Tochter an der Straßenecke unschlüssig umherlausen sah. "Welche Angst hast Du mir verursacht,Pauline." Das Kind eilte in seine Arme. .Ich ahnte es wohl, daß Du nicht nach Hause gegangen wärcst", schluchzte das selbe, .wie eine alte Frau versicherte, als sie mich mit sich fortziehen wollte." .Eine Jrau !" wiederholte Cambremer ängstlich. .Sie ergnss mich am Arm, aber ich sträubt.: mich so sehr, daß sie sich genöthigt sah, mich loszulassen." sagte das kleine Mädchen. .Ich habe Sie bereits gewarnt," sagte Fergon, .und lege es ihnen nochmal an's Herz, Ihre Tochter nicht aus den Augen zu lassen. Was hier vorgegangen, ist augenscheinlich geschehen, weil sie eine der berechtigten Erben des O'ullinan'jchen Nachlasses ist. Beeilen Sie sich deshalb, Madame Barre aufzusuchen." Mit diesen Worten verabschiedete er sich von dem Weichensteller und begab sich eiligen Schrittes nach dem Grand'Hotel, um Herrn Lefebre zu beweisen, das seine Nachforschungen nicht ganz erfolglos ge wesen seien. XXVI. In droh ender Gefah r. Im Salon ihrer prächtigen Villa nah men eines Nachmittags Frau Barre und deren Tochter den Kaffe ein und ihre düfle ren Blicke folgten dem Laufe der Seine, welche ihre grauen Wellen unablässig ge gen das Usr von St. Cloud triebe Die Natur hatte sich in ein Festkleid gehüllt, die Sonne schien hinter den Gipfeln blü hender Kastanienbäume zu verschwinden : die Vögel zwitscherten im Laubwerk, und des warmen Frühlingswetters sich freuend, summten Schwärme von Mücken und Eintagsfliegen durch die Luft. Von derSeine herauf erscholl derGesang lustiger Matro sen, der in's Ohr des armen Mädchens drang, welche den Verlust ihres Verlobten, und jetzt auch ihren Vater beweinte, dem die Ereignisse der letzten Zeit das Herz ge brachen hatten. .Erinnerst Du Dich noch, liebe Mutter", sagte Ädeline, .welch' selige Stunden Charles und ich an jenemFenster verträumt haben. Die Witterung war stürmisch, die Erde im Schnee gehüllt, allein das Glück, in seiner Nähe zu athmen, verwandelte die rauhe Natur zum Paradiese. Und jetzt kommt es nir vor, als ob zwischen meine Augen und das glänzende Naturgemälde ein Schleier zöge. Alles verläßt mick, ich fühle mich sterbenskrank." Frau Barre ergriff dieHände ihrerToch ter und preßte sie an ihr Herz. .Weshalb willst Du diese Villa nicht verlassen?" murmelte sie; .weshalb wei geist Du Dich, auö diesem Hause zu zie-
hen, welches Dich unablässig an eine schmerzliche Vergangenheit erinnert V pDu weißt es ja, Mutter, daß ich beschlössen habe, hier so lange zu weilen, bis jegliche Hoffnung aus seine Rettung, verschwundrn ist." Ist denn etwa noch Hoffnung Vorhanden?- fragte die Mittwe bitter. .Weißt Du nicht, daß Alles vorbei ist, jetzt, da auch Dein Vater gestorben ist?" .Nein, nein, Gott wird nicht zugeben,
'daß Charles unschuldig stirbt." .Er ist verurtheilt und selbst seine Ver theidiger haben ihn aufgegeben." .Nicht alle." .Sein Vater hält ihn sogar für schuldig und hat darauf verzichtet, seine Schuldlo sigkeit zu beweisen." .In diesem Punkte irrest Du Dich, liebe Mutter," sagte Adeline, und sügte, als ihre Mutter überrascht aussah, hinzu, .ich bin sogar überzeugt, daß er handelt und daß er, wenn er sich verbirgt, das nur ge lhan hat, um desto sicherer ans Ziel zu gelangen. " Sie hielt inne, als wenn sie befürchtete, ihr Geheimniß zu verrathen und bereits zu viel gesagt zu haben, allein Frau Barre dachte ni ht daran, näher in sie zu dringen und dieses für sie wie für ihre Tochter peinliche Gespräch fortzusetzen. Sie erhob sich hastig, küste Adeline auf die Stirn und erwiederte traurig : ..Ich will Gott bitten, daß er Dich vor Verzweiflung schützen möge!" !Das junge Mädchen antwortete nicht und begab sich, als sie sich allein sah, um sich zu ersrischen, in den Garten. Der Tag ging zur Neige und das Abendroth beleuchtete im Purpurglanze den westlichen Himmel. Es war die Stunde, wo Sie binde sich Zärtlichkeiten in's Ohr zu flü stern Pflegen, oder diejenigen, welche innig geliebt haben, sich ihres entschwundenen Glücks erinnern. ' Die Braut des zum Tode Verurtheilten ließ sich durch den m:lancholisch?n Reiz des Schweigens und der Abenddämmerung hinreißen, in eine Allee einzubiegen, welche sich längs des Flusses hinzog und zuletzt auf das freie Feld führte. Der Tag entschwand schnell ; unter d?n gloßcn Buchen herrschte bereits völlige Finsterniß. Adeline's Gedanken schweislen sort von diesemPark, in welchem Charles ihr zuerst seine Liebe gestanden hatte. Ein leises Geräusch scheuchte sie aus ihren Träumereien auf; ein Stein, der zu ihren Füßen niedergefallen war, hatte dasselbe verursacht. Der Stein war rnt Papier umwickelt, welches die Worte enthielt : .Wenn Sie erfahren wollen, wie es Ihrem Verlobten geht, so kommen Sie. Man erwartet Sie an der Landstraße." Kaum hatte sie diese Worte gelesen, als sie ohne zu erwägen, ob diese annonymen Zeilen nicht zur Vorsicht aufforderten, ihre Schritte beflügelnd, den Park verließ. Auf der Landstraße erblickte sie zwei Man ntr, welche sich bei ihrer Ankunft rasch in einen Graben zu verbergen schienen. In dir Nähe derlelben entdeckte sie einen dunk len Gegenstand, der einem Wagen ähnlich sah, sich aber nicht mehr erkennen ließ. Plötzlich fiel ihr ein, daß sie allein und der Weg menschenleer war. Der Stimme der Klugheit Gehör ge bend, kehrte Adeline um. und sah nun, daß einer der Männer aus dem Graben her vorstürzte und ihr eiligst folgte. Er hatte sie bald erreicht und redete sie mit leiser Stimme an : .Sein Vater wünscht Sie zu sprechen." .Sein Vater!"' wiederholte Adeline; .ach, ich wußte es wohl, daß er ihn nicht verlasien würdet Wo ist er?" .Nur wenige Schritte von hier, in jenem Wagen, dessen Umrisse Sie dort sehen. Er wagt sich nicht, öffentlich zu zeigen, da die Polizei ihn, wie Sie wissen, sucht. Er kann nur eine sehr kurze Unterredung mit Ihnen haben und wird den Wagen nicht verlasien. Es handelt sich um eine sehr wichtige Frage, die sie ihm beantworten können." .Führen Sie mich zu ihm hin, mein Herr, sagte Adeline, nur ihrem Herzen folgend. Der Mann schritt ihr voran und sie folgte ihm. Als sie aber an der Stelle des Grabens vorüber gingen, wo die beiden Männer sich verborgen gehalten hatten, fühlte sie sich plötzlich von zwei klüftigen Armen umschlungen, während der Mann, der voraus ging, sich rasch umwandte und ihr ein Taschentuch vor den Mund hielt, so daß sie nur mit halb erstickter Stimme rufen konute : - .Zu Hilfe, Mutter, zu Hilfe.
XXVII. Die Rettung. Dieser Schrei der Verzweiflung konnte von Adeline nicht wiederholt werden, da das Taschentuch ihr jetzt, völlig den Mund verschloß und derjenige, welcher sie über fallen hatte, sie in seinen Armen forttrug. Die Thür des Wagons, welcher bestimmt war, si. aufzunehmen, war geöffnet und der Kutscher saß auf dem Bock, bereit, so bald die Räuber ihre Beute in Sicherheit gebracht hatten, fortzufahren. Es war jetzt völlig dunkel geworden. Auf der Landstraße zeigte sich Niemand, und dennoch war derHilferuf des armen Mädchens gehört worden. Ein Mann trat plötzlich aus dem Gebüsch hervor, hinter welchem er sich verborgen hatte, als er hörte, daß der eine der beiden Männer die angebliche Bitte des Herrn Lefebre Adeline mittheilte. In drei Sprüngen hatte er die Räuber erreicht, auf die er mit seinem dicken Stock einhieb. Diese, auf nichts weniger als aus einen Uebersall gefaßt, sahen sich genöthigt, das junge Mädchen loszulaffen, um sich zur Wehre zu setzen; allein ein wuchtiger Schlag traf den Arm des Einen, worauf Beide ihr Heil in eiligster Flucht suchten. Adelines Retter dachte nicht daran, sie zu verfolgen, sondern näherte sich der jungen Dame und bot ihr, da er zu seiner Freude wahrnahm, daß sie ihre Besinnung nicht verloren hatte, seinen Arm an. .Dank, tausend Dank, mein Herr," stammelte Adeline bewegt, .ich bitte, ich beschwöre Sie, mich nicht zu verlassen.". Nommen Sie, stützen Sie sich aus mci nem Arm." Die Räuber machten keine Miene sie zu verfolgen, vielmehr hatten sie es vorge zogen, in den Wagen zu steigen, der in rascher Fahrt die Richtung nach Paris einschlug' Es freut mich," sagte Adeline's Retter theilnahmsvoll, .daß ich, als Ihr Diener mir vor einer Stunde den Einlaß in .die Villa verweigerte, mich nicht gleich auf den Rückweg nach Paris machte, da ich Sie fönst nicht hättte beschützen können." . .Ach, wie vermag ich Ihnen zu danken"? versetzte Aveline. Wen wünschen Sie zu sprechen, mein Herr?" .Frau Barre." .Ich bin ihre Tochter. Wollen Sie mir folgen ?" Der Unbekannte schritt stumm neben ihr auf dem Fußwege dahin. .Mein Herr," begann Adeline nach einer Pause, -ich verdanke Ihnen meine Ret tung, aber ich habe Sie noch um eine an dere Gunstbezeugung zu bitten. Sagen Sie Niemandem, was hier vorgefallen ist, Niemandem, hören Sie, nicht einmal meiner Mutter. Sie werden mir recht geben, daß diejenigen, die mich überfallen haben, dieselben Personen sind, welche die Verurteilung Charles Lesebre's erwirkt haben." .Charles Lefebre?" fragte ihr Netter betroffen. Ja, sein Vater wird Ihnen Alles ge sagt haben, denn ich zweifle nicht daran, daß er Sie geschickt hat." .Verzeihen Sie, ich verstehe Sie nicht." .Wie ! Sie kommen nicht von He.rrn Lesebre? Dann habe ich mich geirrt," versetzte sie, .doch bitte ich Sie noch ein mal über diesen Vorfall zu schweigen, und meine Erzählung nicht Lügen strafen zu wollen. 'Ich will meine Mutter nicht noch mehr beunruhigen." An der Hausthüre begegnete sie ihrer Mutter und beeilte sich zu sagen : Ich stelle Dir hier einen H'.rrn vor, der Dir etwas Wichtiges, mitzutheilen hat. Unser Portier hat ihm vor einer Stunde den Einlaß verweigert, worauf er sich an mich gewandt hat. Ist es Ihnen gefällig, in den Salon zu treten, mein Herr," sprach die Wittwe. Daselbst angelangt, .bot ihm diese einen Stuhl an und fragte höflich : .Womit kann ich Ihnen, dienen, und mit wem habe ich die Ehre?" .Mein Name wird Ihnen ganz unbe kannt sein, entgegnete der Fremde, und eö dürste Sie überraschen, daß ich mir erlaubt habe, Ihre Villa zu betreten, denn ich bin nur ein schlichter Arbeiter. Mein Name ist Pierre Cambremer, ich bin als Weichensteller bei der Eisenbahn von Orleans an gestellt." .WassührtSiezumir?"' .Mein Wunsch ist, zu wissen, ob Ihre Schwiegermutter den Mädchennamen O' Sullivan geführt hat ? Ich erlaube mir, hinzuzufügen, daß nicht Neugierde mich zu dieser Frage veranlaßt, sondern es sich
I vielmehr um ernste Dinge handelt
Ja, so hieß meine Schwiegermutter," erwiderte die Wittwe erstaunt. ' Es sei mir gestattet. Folgendes aufzu. führen," bemerkte Cambrcmer. .Vor sie den Jahren verheirathete ich mich mit einer armen Nätherin, welche mir der Tod geraubt hat und dre mir eine kleine Tochter hinterließ, welche jetzt sechs Jahre zählt. Meine Frau hieß vor ihrer Verheiratung Martha O'Sullivan." Dieser Name ist in Irland sehr ge bräuchlich," unterbrach ihn die Wittwe. Das hat man mir gesagt, und ich würde mich sehr wenig um die Verwandten meiner Frau kümmern, wenn man mir nicht gerathen hätte, diese Nachforschungen im Interesse meiner Tochter anzustellen. Ich habe unter den vergelbten Papieren meiner Schwiegermutter eine sogenannte Stammtasel aufgefunden, welche die Namen sämmtlicher Personen enthält und ich habe aus derselben entnommen, daß eine Tante meiner Schwiegermutter, eine geborene OSullivan, im Jahre 1819 einen Banquier, Namens Joseph Barre geheirathet hat." Mein Großvater hieß Joseph und war Banquier," rief Adeline aus. .Die Mutter meiner Frau hieß Elisabeth," nahm Cambremer auss Neue' das Wort, die Gattin des erwähnten Banquiers führte den Vornamen Georgina." .So hieß meine Großmutter," sprach Adeline wieder. .Alsdann", sagte der Weichensteller freudig, .hätte ich mich nicht geirrt, und meine kleine Tochter ist zweifelsohne Ihre Cousine. O, fürchten Sie jedoch nicht Madame," beeilte er sich hinzuzufügen, .daß ich in der Absicht erschienen bin, um unsere Verwandschaft mit Ihrer Familie vonJhnen anerkannt. zu wissen. Ich weiß, welcher gesellschastlicheUnterschied zwischen uns besteht. Glauben Sie auch nicht, daß ich gekommen sei, Sie um Beistand oder Protection' zu ersuchen. Ich verdiene, Gott sei Dank, mein tägliches Brod und brauche keine Almosen." ' Ich bitte Sie nochmals," betonte die Wittwe, mir zu erklären, was Sie eiaentlich von mir beanspruchen." Nichts, gar nichts. Ich habe mich aus der Ursache zu diesem Besuche enlschloffen, weil meine Tochter Aussicht auf eine Erb schaft hat, und weil JhreTochter vermeint' lich gleiches Anrecht an diese Erbschaft haben möchte. Es ist allerdings sür's Erste nur eine Hoffnung ; sollte sich diese aber verwirklichen, so werde ich mich beei len, Sie davon in Kenntniß zu setzen, da mit Sie Ihren Antheil ebenfalls beanspruchen können" Das wirkte. MadameBarre, durch eine so seltene Uneigennützigkeit gerührt, ver suchte nicht mehr, ausweichende Antworten zu ertheilen und sagte : Verzeihen Sie, mein Herr, daß ich, da ich weder Sie noch ihre Absichten kannte, Ihre Fragen ungenügend beantwortet habe. Mein verstorbener Mann war ein Sohn jener Georgina O'Sullivan. Er hat indeß seine Mutter kaum kennen gelernt, da sie nach dreijähriger glücklicher Ehe starb, und hat er sich, soviel ich weiß, bei seinen Lebzeiten nie um seine Verwandten bekümmert. Er wußte nur, daß ein FräuleinO'Sullivan, Tochter eines Gutsbesitzers in Irland, sehr jung nach Frankreich gekommen ist, und einen Bruder und drei .Schwestern hatte, die das Schicksal nach dem Tode ihres Vaters weit auseinander führte. Heute' höre ich zum ersten Male von Verwandten OSullivan's. Nehmen Sie aber die Versicherung hin, mein Herr, daß weder meine Tochter noch ich erröthen werden, um 'das Band, der Blutsverwandtschaft zu respektiren, welches uns an Ihr Kind fesselt." - .Ich würde nie aus den Gedanken ge kommen sein, daß meiner Tochter eine Erbschast in Aussicht stände,wenn nicht diesen Winter ein unbekannter nn zu mir gekommen wäre, der mir erösjt..te, daß meine Tochter die gesetzliche Erbin eines fürstlichenVermögens wäre. . Ich beachtete damals kaum seine Worte und hatte seinen Besuch schon vergessen, als ich die erwähn ten. Familiendocumente auffand. Ein Freund rieth mir, mich zuerst bei Ihnen nach dem Stand der Dinge zu erkundigen und dann die.Papiere einem Rechtsanwalt zu übergeben." Das ist doch seltsam," murmelte Adeline. .Sie sagen, es sei in diesem Winter ein Mann zu Ihnen gekommen, um Sie auf die Erbschaft aufmerksam zu machen. KönnenSie sich nicht mehr besinnen, wann der Unbekannte Sie aufgesucht hat? .Ich entsinne mich," antwortete Cam bremer, .daß es zwei oder drei Tage nach einem traurigen Ereignisse gewesen ist.
welches damals in Paris das allgemein Stadtgespräch bildete, dem Morb bti PiqueDame m der nie Panattiere." ' Cambremer bemerkte zu seiner Uebcr raschung, daß seine letzten Worte lie Damen tief erschüttert hatten. Akelne ward todtenbleich und -preßte ihre Harfr auf ihr Herz, während. Madame Bae, ihr Antlitz mit ihrem Taschentuche rW hüllte. . .Können Sie mir den fremden He:rrj näher bezeichnen?" fragte Adeline nach; kurzer Pause hastig. .Ja," entgegnete der Weichensteller, .er war elegant gekleidet und konnte fünsind vierzig bis sünfzigJahre alt sein. Vor Allem fielen mir feine unstäten grauen Augen auf." .O, meine Ahnung !" rief Adeline p'.tV lich erregt aus. .Ich täusche mich nicht! Es ist derselbe Mann, der von Charles AM A M i C M A A A S A fc A
i yici cuiyiuuycii uuiuc uuu uci iyu uuuii j den will." Diese Worte waren fast unbewußt ihren Lippen entschlüpst und bestürzt brach, sie deshalb ab. Sie sühlte mehr als je, daß . gegen ihren . Verloblen ein Complot geschmiedet sei, um ihn zu vernichten und ihre Liebe , zu trennen. Es war ihr auch . klar, daß sie selbst soeben fast dem Anschlag ; des geheimen Feindes zum Opser gefallen wäre und diese schmerzliche Gewißheit ergriff sie hestig, wenn auch ihre feste ' Ueberzeugung von Charles' Unschuld sie mit neuer Hoffnung erfüllte. Ich begreife nicht," nahm Madame Barre das Wort, .welche Beziehungen zwischen dem Besuche, der Charles galt und demjenigen, welchen jener Herr em psangen hat, bestehen sollten." - Adeline schwieg einen Augenblick, dann fragte sie, anscheinend ruhig gegen Cam bremer gewendet : Kennen Sie vielleicht den Namen des Herrn, der Ihnen im letzten Winter so wichtige Mittheilung machte?" Er heißt Tollan." .Ich werde mir den Namen merken," sagte Adeline." ..Mein gutes Kind," äußerte die Mo trone, welche die Unterredung so bald als möglich zu beendigen wünschte, die Um stände, die Du erwähnst, interejstren den Herrn nicht im Mindesten und ich mache mir bereits Vormlirfe, ihn seiner kostbaren Zeit schon so lange beraubt zu haben." Der Weichensteller verstand die Andeu tun,, und erhob sich. " Ich danke Ihnen für die gütige Auf nähme," sagte er. Gestatten-Sie mir ehe ich gehe, noch die Anfrage ob es miO
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erlaubt ist, dem Rechtsanwolt welchem ich ' meine Dokumente übergeben werde, zu sagen, daß Sie ebenfalls von der Familie ' O'Sullivan abstammen?" ,. .Ich bitte Sie sogar darum und ersuche Sie, mir seiner Zeit das Resultat Ihrer H Nachforschungen mittheilen zu wollen," ! - .Und ich hoffe, daß Sie nrir recht bald ; meine kleine Cousine vorstellen werden," ' sagte Adeline, ihn mit einem seelervollen Blick die Hand reichend, dre er kaum mit seinen Fingerspitzen zu berühren wagte. Im Freien angelangt, empfand Cam bremer plößlich eine solche Sehnsucht nnaV, seinem Kinde, das er während seiner Ab '5 Wesenheit einer mit. ihm in einem Hause wohnenden Wäscherin anvertraut -hatte, ; daß er, um möglichst schnell nach Hause zu , gelangen, die Ausgabe für einen Wagen nicht scheute. Die Hausthür seiner niedri , . gen Wohnung stand offen und in dem! Zimmer, worin seine Nachbarin sich auf zuhalten pflegte, bewegten sich mehrer' Gestalten hin und her -1 : .Vortrefflich dachte er, indem er. dem' Kutscher den guhrlohn bezahlte, .die Wüscherinnen der Frau Sorbier sind nock, t SV . . . . . M . 1.1
rn voller Arbeit, .ch war em Thor, dafc ich mich ängstigte. .? ijn drinnen klang eine Stimme, welches ! soge: fJ '
Horch, ein Wagen! Man wird sie zu rückbringen !"
Der Weichensteller verstand diese Worte. 1 nicht, aber eine unheimliche Ahnung stieg in seinem Innern auf. Galten die W'or-7..?e i
seiner Tochter Pauline ? Ohne sich :q besinnen, öffnete er rasch die Thür u:i trat in's Zimmer. Er war so erregt, dkk er kein Wort hervorzubringen vermochte ' Bei Cambremer's Eintritt stoben d', i Wscherinnen erschrocken auseinander, al; wenn sie ein Gespenst erblickt hätten Dit Wäscherin Sorbier fuhr ihn hestig an : -; Sie haben sich einen schlechten Schev ,' mit uns erlaubt, Herr Cambremer. Ich verstehe Sie nicht," versetzte 1 K Weichensteller. .Es ist meiner kleine , Pauline doch kein Unglück zugestoßen? .Ein Unglück?" . . ; (Fortsetzung folgt.)
