Indiana Tribüne, Volume 2, Number 18, Indianapolis, Marion County, 13 December 1879 — Page 5
I n d i a n a .Tribünen"
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Lokal.
An unsere Leser. Wir ersuchen alle diejenigen unsrer ver ehrlichen Leser, welche ihre Wohnung wechseln, uns ihre neue Adresse zukommen zu lassen, damit das Blatt zeitlich in ihre Hände gelangt. Die Redaktion. Die Grant-Feier. Viel Lärm um Nichts. Nun können auch die Jndianapoliser mit Stolz sagen, daß ihnen die Gelegenheit geboten war, der Kutsche des vielgereisten Grant im Drecke nachlausen zu dürfen. Und daß Viele diese Gelegenheit benutzten, daS bewies die grobe Menschenmasse, die sich am letzten Dienstag, also am Tage W Grantfeier in den Strafen unserer Stadt bewegte. Allerdings hatten sich uchidie Vettern vom Lande sehr zahlreich eingefunden, aber auch die Jndianapoliser selbst hätten es sich nicht nehmen lassen. daZ große Wunderthier von Angesicht zu Angesicht zu sehen. Um halb 3 Uhr erreichte der Zun der die hohen und allerhöchsten Gaste hierher brachte die Stadt, und schon zwei Stun den zuvor konnte man sich nur mit Mühe und Noth durch den Theil der Washing Ion Straße winden, wo die Prozession ihren Anfang nahm. Sehr viel Militair, (insoweit es überhaupt diesen Namen ver dient, denn wenn Moltke diese jungen Vaterlandsvertheidiger, die noch nicht eirtmal zu marschiren verstehen, gesehen hätte, würde er ganz bedenklich den Kopf geschüttelt haben), hatte sich eingefunden, und marschirte hinter den Wagen, der den General in Gesellschaft seines Sohnes und des Postmeisters Holloway durch die Straßen fuhr, daher. Die verschiedenen Organisationen zeichneten sich außerdem noch durch schlechte Musik und mehr oder minder fastnachtSmäbiger Garderobe auS. Die Parade, bei der selbstverständlich auch unsere hohe Polizei und die unverwüstliche Feuerwehr nicht fehlte, hielt die bestimmte Marschroute ein und machte dann am Grand Hotel halt. Genera! Knesler hieb den hohen Gast willkommen und der Letz tere bedankte sich in verbindlicher Weise. DaS Abendesien nahm General Grant und seine Begleiter bei John C. New ein und um halb S Uhr wurde die .hohe Gefellschaft von den deutschen und amen kanischen Veteranen abgeholt und bis zum CourthauS begleitet. . Der Corridor im Courthause war ähn lich decorirt, wie zur Zeit als der Präsident hier war und die Menschenmenge, welche daS Courthaus umstand um den General sehen und womöglich die Hand schütteln zu können war so groß als damals. Der Unterschied lag nur darin, daß die Grantnarren tüchtig verregnet wurden, während mit den damaligen Narren der Himmel mehr Nachsicht hatte. Am Mittwoch Früh um 9 Uhr reisten die Herrschasten wieder ab und die ganze Herrlichkeit hatte dann ein Ende. Nur einige leere Fahnenstangen, die noch hie und da an Häusern zu entdecken sind, wo der Regen die bunten Flaggen mit fort nahm, zeigen noch von verschwundener Pracht. CT Am Mittwoch' Abend brannte es in Ewald Over's Cisengieserei. DerFeuerwehr gelang es tedoch sehr bald das Jeuer zu bewältigen, so deß kein bedeutender Schaden verursacht wurde. . öS- Die Indianapolis, Cincinnati & Lafenette. Eisenbahn soll auf Anordnung des Bundesrichters Gresham am 3. Februar versteigert werden. Hawaro Shilling, ein noch ganz junger Bursche wurde am Mittwoch unter der Anklage, ein junges München schwer verletzt zu. haben, verhaftet. tS Wir machen unsere Leser aus die Anzeige der Uhrenfabrikanten Menfred :Belmont & Co., aufmerksam. Nichts ist ipasiender für ein Weihnachts oder Neu jahrsgeschenk, als eine gute Uhr. Die ge nannte berühmte Fabrik schickt an jeden 'Einzelnen eine Uhr zum EngroS Preis. John Burk, he'cht der Mann, der -sich am Donnerstag Abend auf einemZuge der I. & St. L. Eisenbahn von zwei ihm unbekannten Männern in einen leerenWa gen führen lieb und von den Schwindlern um 50 beraubt wurde. Die Spitzbuben suchten sogleich das Weite und Bürk hatte 'das Nachsehen. Eine gute Lehre wurde
:ih aber nebenbei noch zu Theil.
Das Schauturnen des Soc. Turn Vereins.
Ein grober Erfolg. Der Soziale Turnverein hat seine An ziehungskrafk wieder einmal bewährt. Ein glänzender Beweis dafür, dab dieser Ber ein nicht nur all seine alten Anhänger und Freunde behalten hat, sondern dab er auch von Tag zu Tag neue Gönner gewinnt, war am Montag die ungeheure Menschen masie, welche sich in der Männerchorhalle eingefunden hatte um dem Schauturnen deö SozialenTürnvereinS beizuwohnen. Wenn wir sagen, die Männerchorhalle war bis zum letzten Platz gesüllt, so ist da mit noch nicht annähernd ausgedrückt, wie stark der Besuch war. Wir haben den Saal und die Gallerie noch bei keiner Gelegenheit so gut besucht gesehen. Im ganzen Gebäude war kein leerer Stuhl mehr aufzutreiben, und in der geräumigenHalle war kaum noch ein S'ehplab zu bekoM' men. Schon um 8 Uhr war dieHalle dicht besetzt und alle Diejenigen, welche sich nach dieser Zeit einfanden, und vielleicht noch auf ein gutes Plätzchen hofften, sa hen sich in dieser Voraussetzung sehr getäuscht. Das Programm war ein äußerst ge wähltes und um 8 Uhr wurde mit dem selben begonnen. Die erste Nummer war eine Ouvertüre, welche von dem Orchester vortrefflich gespielt wurde und daS Publikum in die heiterste Festlaune versetzte. Dieser folgte ein lebendes Bild .Turnenleben". Die Gruppe war höchst sinnreich zusammengestellt und fand ebenfalls gro ben Beifall. Ganz besondere Anerkennung fand Nummer 3, in welcher die Turner amBarren wirklich Vorzügliches leisteten. Ein zelne haben sich durch äuberst schwere Ue bungen ganz besonders hervorgethan, und der Beifallssturm mit dem sie dafür belohnt wurden, wollte gar nicht enden, Herr Pantzer, der Turnlehrer des Vereins hat dabei und durch No 6KeulenschwM' gen zur Genüge dargethan, dab der Ver ein in ihm einen vortrefflichen Turner ge Wonnen hat und durch die Uebungen, wel che die Turnschüler so ausgezeichnet ausführten, hat er auch gezeigt, dab er als Lehrer Nicht minder tüchtig ist. HerrPan tzer gewinnt auch vorzüglich durch seine ta delose, wunderschöne Haltung und durch sein feines Austieten. Den Schülern undSchülmnnen konnte man eö anmerken, dab sie mit ganzer Lust beim Turnen sind. Die Kinder freuten sich schon lange auf diese Gelegenheit um auch einmal eine Probe dafür ablegen zu können, dab sie während der ganzen Zeit nicht mübig gewesen sind. Und sie haben die Probe ausgezeichnet bestanden. Die Turnschule hat Kinder jeden AlterS und auch einige Knaben undMädchen, die viel leicht erst fünf oder sechs Jahre zählen mö gen, turnten wacker mit. Wenn sie dann auch einmal das .Links" mit RechtS" ver. wechselten und das Publikum durch La chen seine Heiterkeit bekundete, so konnte das doch die kleinen Turner und Turner innen keineswegs auS der Faffung brin-' gen. Die Damenklaffc, welche ebenfalls einen Theil des Programms zu tragen hatte, trug nicht wenig zum Gelingen des Gan zen bei. Die Turnerinnen erschienen alle in wei ben, lustigen Kleidern und mit Selbstbe wubtsein undGrazie führten sie die Pracht volle Uebung .Keulenschwingen" aus. DaS ging Alles im Takte und dieLeichtig keit, mit welcher die Damen jede Bern gung ausführten, überzeugte uns aber mals dab dieTurnerei besonders dem weib lichen .sogenannten" schwachen Geschlecht nur von Vortheil sein kann. Die Damen bewiesen in optima forma. dab die Bewegungen, durch die Turnübungen, graciös und anmuthig werden, während die Mus kelkrast gewinnt. Der Beifall, den die Damenklaffe durch ihre vorzüglichen Lei' stungen Hervorries, wollte gar kein Ende nehmen und wir hoffen, daß durch diesen glänzenden Erfolg, recht viele junge Damen angespornt werden, sich der Damen klaffe anzuschlieben. Das plastische Bild und die Leiterpyramiden gefielen auch ganz außerordentlich und so kann man wohl das jüngsteSchau turnen des Sozialen Turnvereins mit Recht u.in jeder Beziehung einen grobar tiaen Erfolg nennen denn auch in sinnan zeller Beziehung war das Resultat ganz überraschend günstig. Nach dem Schauturnen huldigte ein grober Theil des Publikums noch dem fröhlichen Tanze und die turnernche Ge müthlichkeit kam dabei recht zumAusdruck. ffrobsinn und Heiterkeit belebte alle Ge müther und erst zu später Stunde trennte, man üch mit dem festen Versprechen, zum Neujahrsball wieder zu kommen um diese ? rr v c l r-i ' yerrliazen Viunoen ,orizu,even.
Eine Anklage auf Bigamie. Ein junger Mann NamensDriscoll sitzt gegenwärtig unter einer schweren Anklage im StationshauS. Am lekten Montag lieb ihn nämlich der Leihstallbesiker Ripley verhaften, weil er ein von Ripley gemiethetesPferd. scheublich drangsalirt und bei nahe zu Tode gehetzt hatte. DieseS Uebel wäre aber jedenfalls bald wieder gut zu machen gewesen, wenn nicht noch eine viel schwerere Anklage dazu ge kommen wäre. Eine junge Frau kam ei nige Stunden nachdem der Angeklagte in Sicherheit war ins Stationshaus und verlangte den Betreffenden zu sehen. . Nach dem die Frau und der junge Mann ihre ziemlich lange Unterhaltung beendigt hat ten beschuldigte Erstere den Verhafteten der Bigamie. Sie erklärte, dab sie seit drei Monaten mit Driscoll bekannt sei, dab er sich ihr unter dem Namen Parker vorgestellt habe, und dab sie sich vor Kur zem heiratheten. Sie lebten bisher sehr gut zusammen, aber jetzt hat die junge Frau Kenntniß davon erlangt, daß ihr Gatte in Chicago verheirathet war und seine Frau mit fünf Kinder im Stiche lieb. Der Angeklagte stellt nun allerdings all die Angaben in Abrede und die Untersu chuvg wird erst das Nähere ergeben.
Das Conzert der Philharmonischen Gesellschaft. Die Mozart Halle war am letztenSonn tag wieder ausgezeichnet besucht und alle Anwesenden erfreuten sich an den herrli chen Klangen der Musik. DaöProgramm war ein lehr gewähltes und die einzelnen Piecen wurden mit grobem Beifall aufge nommen. Besondere Anerkennung fand daSHornQuartt vonMendelöfohn Wer hat dich Du schöner Wald". DaS Publikum beruhigte sich nicht eher, bis man dem Ver langen, die Piece zu widerholen, nachkam. Morgen findet wieder ein Conzert statt und können wir nur rathen,dasselbe zu be suchen.da sürMorgen wiederumein Pracht volleSProgramm entworfen wurde und die Besucher gewib aus einenisehr genußreichen Abend rechnen können. Die Philharmo Nische Gesellschaft gibt sich überhaupt alle Mühe um diese Unterhaltungen recht an genehm zu machen und es freut unS, dab diese Bemühungen von Seiten des Publi kum in so hohem Mabe gewürdigt werden. X3r Ein schlimmes Ende. Diez Vergnügungsreise des Farbigen L. K. Waldron, der um der Grantseier beizu wohnen hierherkam, nahm ein recht schlim mes Ende. Als der Betreffende nämlich am Mittwoch Abend wieder nach seiner Heimath zurückkehren wollte, benutzte er den Zug der PeruBahn. Als er schon im Wagen war, sagte ihm ein Mann, daß er den unrechten Zug genommen habe. Wal dron spron'g deshalb in der Nähe der Ohio Straße wieder vom Zuge herab und siel so unglücklich, dab die Räder der Wägen über den Unglücklichen hinweggingen. Die Verletzungen, welche er dabei erlitt sind so schlimm, dab em.Futz noch m jener Nacht abgenommen werden mubte und dab man auch jetzt noch das . Schlimmste befürchtet. Der Beklagenswerthe hat eine Frau und ein Kind. Er fand Ausnahme im hiesigen stadtischen HospitelA. A. Suppan schreibt uns von Jefferson City : Harleß' Brust-Cara-meUen sind hier ein großer Erfolg. Jeder der sie gebraucht, rübmt ihre schnelle und angenkmheWirkung. DerVerkauf der selben nimmt daher in raschen Maabe zu. tr Hen.ry Ruske hat eine Scheidungsklage gegen seine Frau eingereicht. Von allzu grober Liebe für seine besiere Hälfte scheint der Kläger niemals beseelt gewesen zu sein, denn erst neulich wurde er bestraft, weil er seiner Frau eine Portion Prügel verabreicht hat. In der Scheidungsklage sagt Ruske allerdings dab keine Frau, die er als Wittwe mit vier Kindern geheira tet hat ihm das Leben recht sauer macht und nach der Schilderung mub sie ein wahrer Teufel sein. Trennung ist für die guten Leute jedenfalls das Beste. Eine Wagenladung Getreide mub jetzt laut Beschlub desHandelsraths 26.000 Pfund wiegen, während früher das Gewicht zwischen 22,000 und 25,000 Pfund schwankte. . Im Monat November hatten die im diesigen Vostamt angestellten Briefträger ziemlich viel zu thun. Sie haben im Ganzen abgenesert : Briefe von auttoärtS . . . ..265,011 Postkarten .55,790 Hier aufgegebene Briefe 27.188 Hier aufgegebene Postkarten 22,005 Zeitungen und Phamphte 108,100 ernae ammeil: Briefe 158,289 Postkarten ....72,789 Zeitungen. .. . 42,221
Männerchor Conzert.
Der Männerchor gab am Donnerstag Abend seine dritte Abendunterhaltung. DaS Conzert war in jeder Hinsicht zufriedenstellend. . Die vorgetragenen Chöre hat der Verein zwar schon bei früheren Gele genheiten gesungen, aber erstens kann man etwas Gutes öfter hören und zweitens ist der Verein jetzt eifrig mit dem Einstudiren der Glocke" für das 25jährige StiftungS. fest beschäftigt und das Einstudiren eines solchen Werkes nimmt natürlich viel Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch. Beissenherz Orchester spielte recht brav. In Herrn Heckler bewillkommnete das Publikum den bekannten und beliebten Tenoristen nach langer Abwesenheit des selben. Hoffen wir, daß durch den Auf enthalt im Süden seine Gesundheit sich dauernd gebessert hat, so daß er nicht wie der nöthig hat, Indianapolis zu verlassen. Frl. Lillian Stoddard sang die Pagen Arie aus den Hugenotten. Die Dame er freut sich einer prachtvollen Sopran Stimme, nnd ausgezeichneter Schule. Ein nicht enden wollendes Dacapo beantwortete sie in höchst liebenswürdigerWeise durch den Vortrag eines Verses aus dem Volksliede: Freut Euch des Lebens", wobei wir die Deutlichkeit ihrer deutschen Aussprache bewunderten. Herr Joseph Heine trug eine eigene Composition auf seiner alten ächten Cre moneser-Geige, welche er quf $1,500 schätzt, vor. Herr Heine ist al8 tüchtiaer Violinspieler zu bekannt, alS daß es nöthig wäre, nock Besonderes darüber zu sagen. . Der stürmische Beifall, welchen das Finale aus der sicilianischen Vesper diesmal ebenso, wie bei früheren Gelegenhei ten fand (die Soli wurden diesmal von Frl. Stoddard und den Herren Pearson, Bennerscheidt und Knodel gesungen) zeigt, daß daS Publikum leichte gefällige'Melo dieen, größeren und umfangreicheren Musikwerken vorzieht. Es ist jedoch nicht die Aufgabe eines Gesangvereins, lediglich dem Geschmacke des Publikums Rechnung zu tragen, sondern vielmehr auf diesen Geschmack veredelnd zu wirken, weshalb der Verein sich durchaus nicht davon ab halten zu lassen braucht, neben Gefälligem auch Künstlerisches zu bringen. Auf das Conzert folgte wie immer'ein Tanzkränzchen. 5T Freidenker und Soz. Turnverein. Morgen Abend wird Herr Rappaport ei nen Vortag in der Turnhalle halten. Wir hoffen, dab die Mitglieder undFreun de des Freidenker und Soz. Turnvereins recht zahlreich erscheinen, denn Herr Rappaport hat es immer verstanden, seine Hö rer zu fesseln. DaSThema des VortragS ist : Der Kampf ums Dastin." X2r Wenn sechsjährige Erfahrung im Amte Grund zum Vorzuge eines ManneS für daS betreffende Amt bilden, dann sollte Herr Engelbert Metzger unbedingt der nächste Shenff werden. Die Deutschen können sich bis jetzt nicht schmeicheln, von der republikanischen' Partei besonders berücksichtigt worden zu fein. Die deutschen Republikaner erwarten dieSmal mit Bestimmtheit eine Vertretung bei den Nominationen, da sie sich ihres Einflusses aus die Wahl wohl vewutzt sind. Abgesehen davon jedoch ist sechsjährige Ersah runa im Amte von solchem. Werthe, daß die republikanische Partei keinen besseren Kandidaten alS Herrn Metzger aufstellen könnte. Nomlnahon und Erwahluna wären bei ihm gleichbedeutend. Schon wieder verunglückte ein Ar beiter der Eagle Maschinen Works. Dem Unglücklichen fiel ein sehr schweres Rad auf den rechten Fub wodurch er einen Beiniruck erlitt. Der Name desVerwun. deten ist Reasingbreak. Was der Candldat der Greenback Partei für die Stelle des Vice-Gouve neurS des Staates Ohio darüber sagt : Canton, O., den 16. Junl 1879. Werthe Herren Er gereicht mir zum Vergnügen, Ihnen mittheilen zu können. daß ich selbst den Werth des St. Jakobs Oel erprobte. Ich hatte Gelegenheit es gegen Rheumatismus anzuwenden und wurde durch dasselbe sofort von meinen Schmerlen erlöst. H. Preyer. LS" Ein. Selbstmord. Ein junger Mann Namens E. Emmerich machte am Donnerstag seinem Leben ein Ende. Emmerich hielt sich erst seit kurzer Zeit in Indianapolis auf und wohnte in demKost hause des Herrn Bergmann an der Ecke von West und Washington Str. Mit der Tochter des Herrn Bergmann verlobte sich Emmerich und seine Abficht war schon bald zu heirathen. Deßhalb reiste er auch vor Kurzem nachCincinnati um seineMut ter, welche dort Lehrerin ist, um die Mittel zur Einrichtung seines Hauswesens zu bitten. SeineMutter schlug ihm aber sein Verlangen ab und der ju:;'je Mann war daher seit seiner Rückkunft von dort sehr niedergeschlagen. Am Donnerstag sagte er seiner Braut in sehr aufgeregtem Zu stände ohne weitere Erklärung Lebewohl und schloß sich in sein Zimmer ein. Das junge Mädchen ahnte gleich nichts Gutes, benachrichtigte ihren Vater von dem Vor fall und als dieser die Thür des jungen Mannes gewaltsam öffnete fand er . den selben auf dem Bette liegend noch eine Quantität Arsenik in der Hand haltend. Eine noch größere Portion Gist hatte Em merich schon zu sich genommen und alle Mittel, welche man anwandte, um dem jungen Manne das Leben zu retten, waren umsonst. Wer Coroner dlelt amNackmit tage einen Jnquest ab und das Verdikt lautete den Umstanden gematz.
(Eingesandt.) Der Telegraph" vom Donnerstag legt seinen Lesern folgende Notiz vor: Einige Leser dkt .Telegraph" und Mitglieder det Sozialen TurnVereinS beklagen sich da. rüber, daß der .Telegraph von demSchauturne de genannten Verein keine Notiz nahm. Die Herren müssen sich dieserhalben an die Leiter ihres eigenen Vereint wenden.. Nicht nur hatten dieselben ek fürunnöthig erachtet, unseremPubli. kum durch Vermittlung kei .Telegraph selbst Notiz zu geben, sondern sie haben sich jede Notiz, nähme unsererseits zwar indirekt aber sehr verHandlich verbeten, indem sie, wie wir wußten, nicht nur der hiesigen englischen Presse, sondern dem gefamn ten Lehrerpersonal an den hiesigen englischen Schulen Frei, und Einladungskarte zuschickten, aber dem .Telegraph- nicht. I solchen Fälle kommen wir der darin autge sprochenen Instruktion, daö betreffende Unternehmen zu ignoriren, stet mit der größten Lie benswüldigkeit und Bereitwilligkeit entgegen. Daraus erwidern die Unterzeichneten, welche bei Gelegenheit des Schauturnen als Comite fungirten. Folgendes : Wir halten den .Telegraph" in der That für viel liebenswürdiger, wenn er schweigt, als wenn er spricht. Die Thatsache, dab in der Halle kaum mehr ein Plätzchen zu finden war, auf welchem Jemand hätte bequem stehen können, obwohl von den Lehrern höchstens 50 von der erhaltenen EinladungGebrauch gemacht hatten, zeigt, dab daS Comite zu seiner Annahme, dak eö vollständig unnöthig sei, dem Publikum durch den Telegraph" Notiz zu geben, vollständig berechtigt war. Da der XiU
araph" von .seinem Publikum" spricht, so nimmt er wobl an. hak die An, wesenden nicht .sein Publikum" waren. Da nun unsere besten deutschen Bürger anwesend waren, und so ziemlich das ganze deutsche freisinnige Element vertreten war, f ft . . m . m m ' 10 glevl even ver Telegraph zu, dad Diese nicht sein Publikum bilden. Zer .Telearad" bat stck seit htr Au. scheidung seines Eigenthümers auö dem Socialen Turnverein und der tAründuna des Unabbänaiaen l?) Turnvereins, un. serem Verein gegenüber auf einen so feind lettgen tfufe gepellt, unseren Verein so oft ignorirt, daß wir es an der Zeit finden, auck ibn ZU ianoriren. um so mebr. da mir in der .Tribüne ein Mittel haben, zu vem Puvttlum zu sprechen. halten es für gut, dem .Telegraph" gegenüber ebenso zu handeln, wie sein Turnverein der .Tribüne- gegenüber handelt. Wir wmen. dak wir dabei im Sinne des Vereins verfahren. DaS Comite : Armin BohN, Otto Schiffet, Wm. Mücke. Lydia Abott, welche behauptet von dem Hunde des Herrn Friedrich Borst in den Arm gebissen worden zu sein, verlangt dafür von Borst $1000 Entschädigung. JS&- Die Löhne der Vassaaier.Eonduk. teure der I. C. &8. Eisenbahn-Compag-nie muroen um iu Prozent eryovt. a Joseph L. Wensley hat einen gewissen Peter Woll auf $2000 Schadener. saß verklagt, weilWoll äußerte, daß er von Wensley um zwei Fasser voll Schweinsborsten bestohlen wurde. Am Montag wurde Samuel Walters wegen Langfinger zu einjähriger Zuchthausstrafe verurlheilt.. t Sin Bremser Namens Stewart verunglückte am Montag auf der Bee Line Bahn unweit der Station De Graff indem er von einem Wagen Ifirl und dabei unter die Rader gerieth. Die Verledun gen Stewarts sollen nicht unbedeutend sein. Von Chicago aus wurde die hiestge Polizei beauftragt einen Neger Namens Moore, der in einem Hause an der Nord Pennsylvania Str. wohnen soll zu verhaften, weil er einen Mordversuch ge macht haben soll. Ertrunken. O'Neil heißt die Jrländerin, welche am Donnerstag Nachmittag, als sie ihremSohne, der imFracht bahnhofe der I. & St. L. Eisenbahn ar beitet, das Mittagessen bringen wollte, durch einen Fehltritt in den Flnß fiel und ertrank. Än demselben Tag fand auch ein Deutscher Namens Jerry A. Swihart sei nen Tod in den Fluthen. Dersebe war bei dem Bau der neuen Brücke über den White River beschäftigt und wollte sich an diesem Tage nach beendigtem Tagewerk in Gesellschaft zweier Freunde ein besonderes Vergnügen, gönnen. Die Gesellschaft wollte in einem kleinen Boote über den Fluß. Derselbe war aber in Folge deö Regens so hoch angeschwollen, daß das Boot umschlug. Swihart vermochte eö nicht gegen die Fluthen anzukämpfen und ertrank, feine beiden Freunde retteten sich jedoch. Der Prozeß gegen Georg Harding wird am 18. d. M. beginnen. tzF Charles Daniels wurde zu sechsmonatlicherGefängnißhast verurtheilt weil er sich vor einigen Monaten der Langfingerei schuldig gemacht hat. Dasrrenasyl hat gegenwärtig so viele unglückliche Bewohner, daß es nun mehr nur noch solche Patienten ausnehmen kann welche noch heilbar sind. Un heilbare Kranke müssen jetzt entweder im Armenhaus oder in Privatinstitute untergebracht werden. ET Herr August Kühn ist der glückliche Gewinner eines Pserdes, daS der Barbier Hugo Wilbrecht auslosen ließ. tS Mit der Lieferung der Uhren für das Jrrenasyl wurde Herr Mai beauf-tragt.
