Indiana Tribüne, Volume 2, Number 15, Indianapolis, Marion County, 22 November 1879 — Page 5

I n d i an r i b e ."

L o k a s.

An unsere Leser. . f . . .1. rf . ? : ' . r jju. uiuujiu uuc üifjeniflcn uniicr ütr ehrlichen Leser, welche ihre Wohnung wechseln, uns ibre neue Ndresse zukommen zu lassen, damit das Blatt zeitlich in ihre Hände gelangt. Die Redaktion. SV- Auf einen Antrag Morrison's hin hat der Stadtrath in seiner lektenZitzunq entschieden, dL der Lohn der Sirafcennr beiter von N. ver Tag auf $1.25 erbödt werden soll. Die Herren Carcy, Mcttny und Van Borhis stimmten gegen den Antrag. Wir wünschten den Herren von gern zem Herzen, dab sie einmal für eine Znt lanz gegen solchen Lohn Straßenarbeit verrichten miiBten. Das könnte eine sehr günstige Wendung ihrer bisherigen Denk weise zur Folge haben. 5T Arn vergangenen Dienstag starb Vii Frau des an der Noble Strome wohnenden Joseph Heinrich an den Folgen ei ner Entbindung. Die Frau wurde achl Tage vor ihrem Tode von einem Kinde entbunden, dos jedoch nur wenigestunden lebtk. Die Hebamme. Catharina Metzger hatte die Frau in Behandlung und man ifl.b Ansichr da& die Hedamme ihre Ausgabe nicht recht verstanden hat. Nach dem dieLeiche seccirt war. stellte es sich auch heraus, datz Frau Heinrich während der Entbindung Verletzungen erlitt, die ihren Tod herbeisühren mußten. Der Coroner leitete einen Jrauest ein und es wird sich dann herausstellen, ob die gegen Frau Metzger erhobenen Anklagen begründet sind. Morgen Abend können die Besll' her der Männerchorhalle aus einen groben ttanstgenuß rechnen. Der Mendelssohn Quintett Club ist noch vom vergangenen Jahre bei allen Kunstfreunden in so änge nehmer Erinnerung, dab das Conzert nel ches jene Gesellschaft morgen Abend ver anstaltet, gewiß auf einen recht großenBe juch rechnen kann. Auch in diesem Jahre hat der MZnnerchor die berühmten Kunst Itt sür das bevorstehende' Conzert gewon uen und daS ' Publikum wird hoffentlich trnrch recht zahlreiches Erscheinen demVer eine die verdiente Anerkennung zu Theil werden lassen. Die Leistungsfähigkeit des Mndelssohn Quintett Clubs noch beson--ders hervorzuheben, erachten wir nicht für nöthig. Der groke Ruf der jenen Künstlern vorausgeht, dürfte genügen, um jeden Musikfreund zu bewegen.dasConzert mor gen Abend zu besuchen. j Auch das neue Jrrenasyl wird demnächst mit TelephoneEinrichtung versehen werden. LS- Am kommenden Montag wird daS Comite des deutsch-englischenSchulvereins seine dritte Sitzung abhalten. gr Am Abend des Danksagungstages -wird der Soziale Turnverein ein Tanz kränzchen in der Turnhalle veranstalten, das eine recht gemüthliche Unterhaltung zu werden verspricht. An diesem Tage stnd die Leute meistentheils in einer besonderen festlichen Stimmung und Jeder denkt daan den Tag und auch den Abend auf be sonders angenehme Weise zu verbringen. Schon deßhalb zweifeln wir nicht daran, dav die Turnhalle am kommenden Donnerstag bis auf den letzten Platz gefüllt sein Vird. öS" In Folge des Sturmes, der am Mittwoch Abend' hier wüthete, wurde das Gebäude des Herrn Jakob Wachstetter an Ecke der Meridian und McNabb Str. sehr beschädigt. Die Front des Hauses Kürzte zusammen, da aber glücklicherweise bei diesem schrecklichen Wetter nur wenig Leutc a?ls der Straße waren, ist kein Un glück zu beklagen. Der Schaden, den der Besitzer dabei erlitt soll ganz beträchtlich sein. CzT Ein Neger Namens Fred. White wurde am Montag unter der Anklage vr hastet, Tags vorher einen Mann Namens McMinneß überfallen und beraubt zu ha den. Der Angegriffene leisteteWiderstand und stach White in den Arm. IS' Ein Falschmünzer NamenSJana . than DaviS wurde Anfangs dieser Woche in Jeffersonville verhaftet und hierber ge bracht, wo er seinen vorläufigen Aufent Haltsort im County'GefSngniß angemie sen bekam. I- In einer Scheune aus der Farm von Jrving Brown kam am Sonntag Abend Feuer aus und verursachte einen Schaden von etwa $000, der jedoch durch Versicherung vollständig gedeckt wird.

Nobert Jngersoll.

Am Sonntag Abend hielt Jngersoll im Park Theater einen Vortrag über Frei bcit sür Mann, Frau und Kind.- Ds Haus war bis auf den letzten Platz gefüllt, , doch konnte man es denAnwcsenden durchnicht ansahen, wer von ihnen aus Wissensdrang, oder us Interesse an der Sache, oder wer aus Neugierde gekommen war. Am Meisten wurden jedenfalls Diejenigen befriedigt, welche gekommen waren, sich zu amüsiren, denn Jngersoll versteht es. wie vielleicht kein anderer Redner, sein Publikum zu unterhalten. Sein Humor und seine Liebenswürdigkeit rufen in rascher Aufeinanderfolge Ausbrüche der Heiterkeit hervor, welche nur abwechseln mit der lautlosen Stille, mit welcher das Publikum dem Pathos des Vortragenden lauscht. In seiner Ausdrucksweise ist In gersoll einfach, das ws man populär nennt, diese Einfachheit ist jedoch wahrscheinlich das Resultat sorgfältiger Arbeit, denn er verfällt niemals ins Vulgäre, son dern bleibt stets würdig und edel. . So weit verdient Jngersoll aufrichtige Bewun derung, so weit verdient er den ihm vcr schiedenerseits beigelegten Namen des ame manischen Wemonbenks. denn er t in dieser Hinsicht unübkrtresflich. Ueber den Inhalt seines Vortrags kön nen wir uns jedoch keineswegs so unbe dingt .lobend aussprechen. Vor Allem kehlte dem Vortrage ein dem Ganzen ZU Grunde liegender großer Gedanke. Nicht als ob derselbe nicht einzelne gute Gedan ken enthalten hätte, aber sie waren lose zu sammengesügt, ohne festen inneren Zusammenhang. Das was er in Bezug auf Frauen und Kinder sagte, war nicht nur nicht philosophisch durchdacht, sondern Manches davon war sogar falsch und ver kehrt. . Eine Frau, die von ihrem Manne Geld verlangt, mit einer Bettlerin zu der. gleichen, mag einem Manne richtig dün ken, der so viel Geld und das viele Geld noch so leicht verdient, wie Jngersoll, aber gewiß keinem, der seine Ausgaben berechnen muß. um am Ende des Jahres keine Unterbilanz vorzufinden. Auo glauben wir nicht, daö die Ideen JngersollS im Allgemeinen bei der Erziehung der Kinder angewandt, besonders gute Früchte tragen würden. Herr Jngersoll mag seinen Sin dem wohl erlauben, sich von PickleS zu er nSbren, wenn sie es wollen; aber er sollte dann nicht vergessen zu erwähnen, daß die Kinder auch Bauchweh bekommen; auch dürste eS für die künftige Moral der Kin der gerade nicht sehr schädlich sein, wenn man sie für das Lügen strast. Border Kritik halten die Ideen Jngersoll's durchauS nicht alle Stand. Wirklich schön war in dem Bortrage der Vergleich zwischen der christlichen und der indischen Schöpfungsgeschichte. Auch die Pe'siflirung des Glaubens an Hölle und Teufel und die Beweisführung, wie alle Unfreiheit zum Theil diesem wahnsinnigen Aberglauben entspringt, war recht gut, ebenso die Un terdrückung der Gedankenfreiheit durch die Anwendung der Folter im Mittelalter. Als Herr Jngersoll auf die Büke und Reue zu sprechen kam und erklärte, dob durch dieselbe meistens der Unrechte gerettet wurde, trug sich ein interessanter Zwischensall zu. Der Redner schilderte wie z. B. ein Bösewicht einen guten Menschen todtschlägt, während derselbe im Begriffe ist. eine gute Handlung zu begehen. Der Gute kommt in die Hölle, denn er hat vor seinem Tode nicht Zeit gehabt, seine Sünden zu bereuen, der Bösewicht aber kommt in den Himmel, denn noch auf dem Galgen hat er sich bekehrt und seine Sünden bereut. Bei dieser Stelle rief Jemand von der Gallerie herab : Glauben Sie es ?" und Jngersoll antwortete mit Emphase: .Nein, wenn es aber wahr wäre, möchte ich lieber dir Gute in der Hölle, als der Bösewicht im Himmel sein." Herr Jngersoll ist kein Genie, wohl aber ein großes Talent. Er ist kein Philosoph, a' er er versteht eS wie Wenige philnsophi fche Ideen zu popularisiren und der Maffe zugänglich zu machen. In der Satyre ist er Meister, und wenn er die Orthodox,? und daS Muckerthum auch nicht mit Keu lenschlägen trifft, so verletzt er sie um so stärker mit der beißenden Schärfe des Witzes und der Satyre. Der Sache des Freidenkerthums ist Jngersoll von unbe rechenbarem Nutzen, denn wo immer er spricht, spricht er zu den Masten. CST Im Freidenkerverein findet morgen Anend kerne Versammlung statt. sonn tag über acht Tage wird jedoch die gesellt ge Abend'Uaterhaltung stattfinden. JCST S. Benson, der der Brandstiftung . . w T f. . angeuagr war, wuroe sretgeiprocyen.

DaS Conzcrt der Philharmonischen Gesellschaft.

Das lkhte Conzert. welches diese Gescll schuft in der Mozart Halle gab, hat uns die Berslckerung aegeben, datz das Publi kum auch fortan Willens ist. diese UnterHaltungen durch recht fleißigen Besuch sür h nnor heÜ MUin(rä nt erUnitrn sfti igrn ,c,uai iur Nhiihnrmnnitrfn ttiflii.s, 5ni-kt, lll(iwi. . ... i letzten -onnlng vor einem ziemlich zadlix- V l"ll .v i , reichen Auditorium und ,dre Vortrage ianoen aueroroenmqenelsau. , . 11 M M I r w . fc am i (i a In m H Sr, , mit aronem Beifall aufaenommen. Besondrrs aber g.ftcl der Vortrag Louts Vogt's und als Anerkenuung wurde dem luicniüuucu luuurn xiunnc cui iuiuiici rt-. x rj.u i InmPnftrnnf im fi1 ihilharmn. niscke Grscllickafr Kat biskcr alle Ursache mit dem gebabtenElfolge zufrieden zu lan und wlr yoNen. datz auch ferner dle l,an zerle rech, gut fccfiidjt anten. Für rnor aen iit etn besonders gutesProgramm nt' morsen, das zu den höchsten Erwartungen und wlr doNen. datz auch ferner dle an bcrech'igt. f&F Der Turner Kalender für das Jahr 1880 lst erschienen. Derselbe nimm! wohl unter allen bis jetzt erschienenen Ka. lendern elnen yervorragenden Play e,n. denn er enthält neben hübschen Gedichten auch eme Neihe gediegener Aus,atze. die haupsachklch allen Turnern und Freunden der Turnerei zum Lesen empfohlen werden können. Der Kalender ist durch Herrn Karl TSlslinger, Mlwaulee,. zu dezie hen. In der am Donnerstag abgehalte nen Lsikung der Jndiana Grotzloge der " V. O.fl..a . c T v. - l i . ljlu muuiDij rauiDfn in slfnee rnmip er wadlt : J w-" w -w w WW w v TW Gronmeister: D. W. Vofolette. New Albany. Dkputy Grokmelster : Will. Cumback, , f l tt A AM . hll . I uii'iuuiM. fVtvoH (cfrohtr - v iC inltDr n. navoli. VVi O w-v.v. . v I). MV v. 1IV- 1 GroN'Schakmeister : I. V. SauaHev. ri I nmarapolw. vrubaiucni ; ji. jiiajuiunu üidmü. Renräientanten.ttr Ner .o.enlRrob. su-z. x..a. . vn ct : -i s. ro. f loae: Enoch Cor. Delvhk. und W. R. iirwx . . cä . r lkvers, Anoerkon. Der Growar chall ernannte btc folßcnocn -oeanucn ; - Mr.k..i?.,nsan & m Il?f ffifniinnf nn - ni 4 vvu-oM.Mit , t w tfwMMnfv(ii Mooresv.lle. Grob'Marschall : JohnA. men,Muncte. m.. m . m . GroK Condukter: Joseph A. Baker. AZarsaw. i m äß . tW (Mrnk erald : )seas ammona. me. U C7 - - " s W w tersbura. Großmeister : C. H. Hausier, Knights town. Arbeit a l S SBaa tc. Ein Vortrag bon Herrn Nappaport. (Fortsetzung.) - Der Verkauf derArbeitö kraft ist stets Zwangsverkauf. Der Eigenthümer irgend einer Waare kann dieselbe ganz nach belieben verkau fen. Wenn er nicht denv gewünschten Preis dafür erhalten kann, so kann er seine Waare behalten bis Aenderungen im Markte zu seinen Gunsten eintreten. Er kann noch viel mehr thun. Er kann Waa ren verkaufen, welche er noch gar nicht besitzt, und die er später billiger einzukau fen gedenkt. Er verkauft auf Lieferung. Nichts dergleichen ist mit der Arbeit mög lich. Der Mann, der nichts weiter zu ver kaufen hat, als feine Arbeit, ist gezwungen, zu verkaufen. Die Arbeitskraft, welche heute nicht verwendet wurde, ist morgen werthlos, sie existirt nicht mehr. Während jede andere Waare durch den Verbrauch werthlos wird, wird die Arbeit durch Nicht' verbrauch werthlos. Arbeitskraft läßt sich nicht aus Lager halten. Nicht-Verbrauch zerstört sie. im Gegensatz zu anderen Waa ren, welche durch Nicht-Verbrauch erhal ten werden. Arb:itskraft muß verkaust werden, oder dem Eigenthümer droht der Hunger. Sie kann deshalb auch nicht wie andere Waaren durch Verpfändung eine Quelle des Einkommens bilden. Ver kauf rst Alles, was übrig bleibt. Arbeit als Waare leidet außerdem unter dem ferneren Nachtheil, dak die Zahl der Verkäufer derselben, im Verhältniß zu der Zahl der Käufer, eine groke ist, während der anderen Waaren das umgekehrte Ver hältnik stattfindet. Nur Kapitalisten sind Arbeilslüuser und auch unter diesen nur d'e verhältnikmäkia geringe Zahl der Fabrikanten. m MM m . f mm unker tolcoen um tanoen tu es ganz natürlich, dab der Arbeitsmarkt nur sehr selten dem Verkäufer günstig ist, dab der Käufer den Markt kontrollirt, und daß der Verkäufer ganz und gar von ihm abhängt. Der Preis der Arbeit wird niemals von dem Verkäufer, sondern stets von dem Käufer bestimmt. Der Arbeiter ist ae zwungen, mit dem gebotenen Preise sich zu begnügen. Beweis dafür ist die vollständige Erfolglosigkeit fast aller Arbeits einstellunkkn. ;Xn 1877 fanden in Eng land 181, in 1878 fanden 277 Arbeitsein sleuungen statt. Viele oadon waren natürlich blon von lokaler Bedeutung viele auch von grober Ausdehnung. Und

von diesen 277 Arbeitseinstellungen waren

bloß 4 erfolgreich und 17 endeten mit Vergleich. Und diese 2! Albeitseinstellungen waren sämmtlich bloß von lokaler Bcdku tung. Würde der Verkäufer und nicht. wie es der Fall ist. der Käufer den Preis Arbeit bestimmen, dann wäre rin fortwährendes Sinken desselben nickt möallch. v.a . v.tr.ll 2 . : X. In England, tn Amerika, uberduvt uver- . I all stnd seit 1873 die LSdne fortwährend gesunken. Die Löhne der K.'hlengräber I fl" i" Eng,dli, 1873 um mch, wn. ger als 57) Prozent. In Amerika sielen fett 1873die Lohne umiOknt ' ' J i v- m m- I ""U, ü" VW wurden die Ciaarrenmacher in New tyoii mit $10ln $2a per Tausend, t nach der Qualität bezahlt. Nach dem greift gg 4 dauernden Sinke von 187, , -. st r der Lohn um l-$2 für geringere Qualität bezahlt. Nach dem aroben 15 70 war Sorten und um 1-6 sür bcssere Sorten gefallen, Nach dem Strike von 1874 betrug der Löhn ö bis 59, und nach dem gron 17 Wochen dauernden Strike von 1877 be' trug der Lohn nur ndch 1 bis $6 per Tausend, und so steht er noch jkkt. Wie aus dem Bureau für Arbeits. Statistik von Massachusetts hervorgeht, wurde von 230' Arbeitern, welche über hgupl die vorgelegten Fragen beanlwor' ,.ten. die ftrnae. ob sie so ant. wie vor 5 Jahren leben könnten, von 138 mit Nein," von 6 mit nicht halb so flut", von 3 mit nicht ganz so gut", von 62 mit .Ja". von 10 mit beinahe so gut" und bloß von 4 mit bester" beantwortet; 7 reantworteten die ffraae gar nicht. Dieraae. ob Ne kür den Ankau? von )k.sniitin mri Aniden ,., MttVU.''V. f. ' M x e... ...v. isto ,: I IllUUJI UlUhU. iuuiu vvii uiii -O ' , von 96 mit uectir uno von 2b gar nlcyr - a . beantwortet. Die 55raae : Waren Sie aemunaen. i " u - l " ' n . . (,,,. k.-.. , ,s sich m Ihren Ausgaben sur Nahrungs Mittel, Miethe, Kleidung u. s. w. kinzu I r - . w r'A 4 f.i ranien, muroe wie svigi oeanimoriei: hon sat,n bätt-n sich in Allem ein. I " r -- - fArnnftt tniif?ti 1 fnnt tr fftnn fiffi lchranken mästen. 1 sagte, v j , , , , , , lVn t . ci. nrcht mehr als eme Mahlzeit täglich er tauben und 126 antworteten gar nicht. I Dies sind freilich nur magere Berichte, aher die Ursache davon giebt Herr Bishop. der Chef des statistischen Arbeits'Bureau's von New Jersey sehr treffend an. Er sagt: Es ist ohne Zweifel wahr, dab die Arbei ter sich deshalb der Ertheilung von In sormation enthalten, weil sie fürchten entlasten zu werden. Nach dem Bericht des statistischen Bureaus von Ohioi betrug in 1873 der Durchfchnittslobn $10.C6 vcrWoche sür geschickte und $7.32 sür rohe Arbeit. Wegen Mangel an beständiger Beschäftigung beziffert sich jedoch die Jahreseinnahme des Arbeiters auf blod $318 50 oder 87 Cents per Tag. In New Jersey beträgt der durchschnittliche Arbeitslohn in 50 Produktionszwei' gen.K1.78 per Tag. Unter diesen 5V Produktionszweigen befinden fich aber nicht diejenigen, in welchen die Arbeiter am Schlechtesten bezahlt werden, auch ist der Ausfall durch Beschäftigungslosigkeit nicht in Rechnung gebracht. Jn.Mastachusetts beträgt der durch schnittliche Jahreslohn $506; der Verlust durch Beschäftigungslosigkeit auf $154, also die wirkliche durchschnittliche Tages einnähme $1.00. Alles dies wäre natürlich ganz anders. wenn der Arbeiter nicht gezwungen wäre, seine Arbeitskrast zu verkaufen,-und wenn der Verkäufer den Preis derselben bestim men würde, anstatt des Käufers. Arbeit wird immer mit Verlust verkauft. Im gewöhnlichen Geschäftsverkehr werden alle Waaren mit einem Gewinne ver kauft. Gewinn, oder Profit, wie man gewöhnlich sagt, ist der Zweck des Ver kaufes. Arbeit wird jedoch stets mit Ver lust verkaust. Was, mag man jedoch fra gen, hat der Arbeiter zu verlieren? Er hat nichts, als was er für seine Arbeit ern pfängt, und dies kann er nach Belieben verwenden. Nun, eS giebt in der Natur nichts Abstraktes. Alles ist Stoff und die dem Stoffe innewohnende Kraft kann nur durch den Verbrauch des Stoffes in's Leben gerusen werden. Körper und Geisteskraft kann . nicht angewandt werden, ohne den Verbrauch von Muskel und Gehirn. Die Arbeit bedingt einen fort währenden Verbrauch von Muskel und Gehirn, der wieder .ersetzt werden mub, wenn nicht sofortiger Tod eintreten soll. Für diesen Zweck stnd Ruhe, Schlaf und und Nahrung nothwendig. Wenn nun der Preis der Arbeit nicht hoch genug ist. dem Arbeiter die Ruhe, den Schlaf und

die Nahrung zu ermöglichen, welche noth-

wendig sind, zum Ersatz des täglichen Verbrauchs an Muskel und Gehirn, dann verliert er täglich an Fleisch und Blut, Darin besteht sein Verlust. Will man diesen Verlust in Zahlen ausdrücken, so mub man ihn, in der Anzahl der Jahre ausdrucken, welcher der Arbeiter an der ourazjazntllltazen evensoauer verlustig . r t . ,- geht. Ich betrachte es als ausgemacht. d& ' ' w der Arbeitslohn in den K.sten des noth, wendigen, gemohnheitsmaksgen Lebens. Unterhaltes besteht. Dabei tst natürlich brauen- und KinkernrKeZt ni.t ;nN,trt - - H'. Der Arbeitslohn ist der Preis der Arbeit. Preis und Werth stnd aber grundverjchledene Begriffe. Wenn der Preis einer Sache unter ihremWerthe steht, so bedeutet das lmmer einen Verlust. Wcnn Arbeit immer mit Verlust verkauft wird, so muk ihr Werth höher seinals ihr Preis. Was ist nun der Werth der Arbeit, und wag beträgt der Unterschied zwischen' dem Werthe und dem Preise derselben. Dies zu erforschen, wollen wir zunächst die Frage' umkehren. Was ist der Werth eines Dinges in Arbeit ausgedrückt? Unzweifelhaft die Arbeit, welche nothwen diq war, es herzustellen. Diese Antwort ist aber keinesweas so aan, einfach, wie sie lautet, ilm sie vollständig zu begreifen, r.üsten wir vor Allem in Erwägung ziehen, dak Nichts auf der Erde Werthe schafft, als menschlicheArbeit. UnterWerth verstehe ich natüklich Tauschwertb. denn Dmge. welche die vkatur ohne menschliches Zathun hervorbringt, Haien wohl einen lAebraucksmertb. aber keinen Tauschwerts. ' , " -w- f - I U; O.iff O!Af cmk?. .. c I " uv u. , . i. Es mub ferner in Erwägung gezogen werden, dab zur Bestimmung des Werthes einer Sache nicht die Arbeit in Anschlag gebracht werden kann, welche zur Herfiel lung dieser speziellen Sache verwendet wurde, sondern der verhältnibmaßige An theil der Gesammtarbeit, welche zur Herstellung aller Dinge derselben Art ange wandt wurde. Zum Beisviel : Ich grabe nach Diamanten. Ich habe Glück und finde eine ganze Anzahl. Ich habe im Grunde genommen wenigArbeit auf meine Diamanten verwendet und wenn diese meine Arbeit allein werthbestimmend aus meine Diamanten einwirken würde, dann mübte der Werth derselben allerdings sehr klein sein. 7ur aleicken Zeit mit mir ...... .1 -v, v X " " haben aber auch tausend Andere nach Dia manten gegraben, von denen nur ganz Wenige so glücklich waren, wie ich. Die meisten derselben haben ganz erfolglos gearbeitet, manche haben nur ganz wenige Diamanten gefunden. Wollte man den Werth dieser Diamanten nach der daran rttntihten Wrfitt fifTirnrnftn k VnXr 5f Vti.ivuiiwvi titvvn i.iuititvii, v urntt iijv Werth sehr grob. Weder das Eine noch das Andere ist jedoch der Fall. Die Arbeit aller aus Diamanten verwandten Arbeit bestimmt den Werth aller Diaman ten, und der Werth meiner Diamanten ist der verhältnismäßige Theil der aus meine und die anderen Diamanten zusammen verwandten Arbeit. Es ist also nicht die individuelle Arbeit, welche werthbestim mend wirkt, sondern die Arbeit der Gesell schast. Und auch nur, einschließlich der besten Produktionsweise, der besten Werk' zeuge, der gröbten Durchschnittsgeschick lichkeit, der gröbten Sparsamkeit. DieS ist, was man unter gesellschaftlicher Arbeit versteht. Wenn es möglich ist, einen Rock in 5 Stunden zu machen, dann werden dem Verfertiger auch blob ö Stunden Arbeit bezahlt, und wenn er auch aus Ungeschicklichkeit, oder. wegen Mangel ge nügender Instrumente. 10 Stunden dazu brauchen sollte. Wenn ein Mann mit dem gegenwartigen Produktionsmitteln 1 Pard Tuch per Tag machen kann und Jemand macht eine Elsindung. vermittelst derer eS möglich ist, 20 Yard ver Tag zu machen, so stnkt so fort der Werth deS Tuches, auch des schon fabrizirten. Der Werth einer Sache be steht also in dem verhältnibmäbigen

Arbeitsquantum gesellschaftlicher Arbeit, welche nöthig ist, es zu erzeugen, und die ses Arbeitsquantum ist deshalb auch ein Acquivalent dafür. Quantum der Arbeit wird durch deren Dauer ausgedrückt. Wenn also das Quantum gesellschaftlicher Arbeit in einem Rock, welche alle Arbeit vom Züchten der Schaafe an einschlugt, sechs Stunden ist, dann sind sechs Stun den Arbeit ein Acquivalent sür einen Rock, mit anderen Worten eine Summe Geldes, genügend einen Rock dafür zu kaufett, wäre ein äquivalent für sechs Stunden Arbeit. ' . (Fortsetzung folgt.)