Indiana Tribüne, Volume 2, Number 12, Indianapolis, Marion County, 1 November 1879 — Page 6

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I ll d i a n a r i b ü tt e."

DaS Gchcimuiß dcö Pavillons.

AuS denPapieren einesGe b e i m p o l i z i st e n, von C. Panlowsky. (Fortsetzung.) 3n der That der Plan ist nicht übel ersonnen. Es bleibt uns nur übrig zu er' jähren, ob er den Beifall meines Freundes hat,- rief der Polizeidirektor. Er gefällt mir ausnehmend," beeilte Herr Lesebre zu erwidern. 5ie würden mir den qröktenDienst erweisen, wenn Sie ihn noch, heute Abend zur Ausführung brachten." Haben Sie auch die möglichen Folgen einer solchenConfrontation erwogen? Ha' ben Sie'bedacht, daß ein linziges Zeichen, irgend ein Mienenkpiel dieses Menschen die Verurtheilung Ihres Sohnes zu Folge haben kann? .JH weiß das Alles und bestehe dennoch darauf,da ich mich aus meinen SohnCharlks verlassen kann. Wäre er zugegen, er würde sich mit mir zu der Bitte vereinigen dieses äxperim'nt, wodurch die Haltlosig' kcit der Anklage klar zu Tage treten wird schleunigst in's Werk zu setzen. . Sie werden mir hrsf.'ntlich gestatten, daß ich mich, nachdem die Konfrontation stattgesunden, zu Ihnen begebe, um das Enderesullat zu vernehmen?" O, gewiß mein alter Freund." ant wartete der Polizeidirlktor !et,hast, indem er dem Greise die Hand drückte, und ich würde mich glücklich schätzen, wenn ich Ihnen eine gute Nachricht mittheilen könnte." Tollan erging sich inVetsicherungen seiner Anhänglichkeit und Freundschaft und Herr Lesebre, von so vielen Beweisender Theilnahme tief gerührt, empfahl stch,das Herz von Hoffnung erfüllt. ' XVI. Ein seiner Plan. Gegen Abend bog ein eleganlesGespann um die C6e der Straße Majas, ein . Gespann, welches von einem prächtigen Rap pen gezogen und von einemKutscher gelakl wurde, der in einen warmen Pelzmantel gehüllt war. Diese hübsche Equipage hielt vor dem Portal des großen Gsängnisses und zwei Herren stiezen aus derselben. Der Platz war in diesem Moment wenig' belebt, weit die Elsendahnzüge von Lyon undBordeaux noch nicht angelangt waren. Die Herren schienen Jemanden zu suchen und einer von'ihnen sagte haldlaut zu dem Andern: SU müßten doch schon zur Stelle sein, nicht wahr, Herr Tollan?" Es kann den Leuten etwas hindernd in den Weg getreten sein, geehrter Herr Di rekior," antwortete der Gefragte verbind lich. Uebrigens", fügte er seine Uhr aus der Tasche ziehend, h'nzu, trifft sie keine Schuld, wir sind vielmehr zu früh gekom men." DaS ist etwas Anderes. Sagen Sie. was versprechen Sie sich von der bevor stehenden Zusammenkunst?Ich hielt meine Meinung zurück. Meines ErachtenS nach ist sie ungünstig für den Angeklagten, doch hütete ich mich um Herrn Lcfebre nicht zu betrüben, diese An sicht in seinem Beisein auszusprechen. Herr Lesebre ist ein vorlefjlicher Mann, den ich von ganzem Herzen schätze und liebe, aber seinen Sohn halte ich sür schul-big.-Es ist klar, daß seine Sache verloren ist sobald der Stumme ibn wiedererkennt. Ich habe mich in dieser Sache an die ng Iischen Behörden gewandt. Der Alge klagte ist nämlich mehrere Jahre in Eng land gewesen und ich habe ihn daher stark in Verdacht, dort die ermordete Dame kennen gelernt zu haben. Wenn diese Aus klärungen welche ich erwarte, sich in eint gen Tagen in meinen Händen befinden werden.werde ichJhnen vielleicht sehr wich tige Aufschlüsse geben können." Möchte es so sein ; indeß, kommen dort picht unsere 2utc, die uns suchen V ! Tollan erkannte beim Gaslicht die ver kleideten Polizisten Fergon und Bernard und bejahte die Frage seines Vorgesetzten. 'Letzterer winkle Fergon herbei und sagte ihm, auf die Equipage deutend : . . ; Du siehst dort das Führwerk.,. Wir werden noch ein wenig spazieren sabren. aber süns Minuten vor acht Uhr wird der

Wagen an derselbenStelle, wo er jetzt steht wieder hallen. Der Stumme wird präcise acht Uhr durch die gewöhnliche Pforleherauslreten, woraus Herr Tollan seinenWagen verlassen und ihm ein Zeichen geben wird. Dieö ist der Augenblick, wo Ihr Eure Augen rffen ba'ten müßt. Steigt der Stumme zu Herrn Tollan in den Wagen, so haben wir das Spiel gewonnen. Ihr braucht dann nur einen Wagen zu nehmen und HerrnTollun zu folgen." Wenn der Stumme," suhr der Polizei direklor fort, sich jedoch -wegschleichen, oder, links oder rechts umherirrend, jeden Winkel beachten sollte, dann müßt Ihr ihn schars beobachten und so lange verfolgen. bis er ersichl'ich' nicht' mehr weiß, welche Richtung er einzuschlagen hat. In diesem Falle werdet Ihr freundlich an ihn heran lrelen, ihm durch Zeichen bedeuten, daß Ihr Euch seiner annehmen wollt und ihn dann nach der Wohnung des Herr CharleS Lesebre bringen, wohin ich mich jetzt begebe." . Mit diesen Worten ergriff der Polizeidirektor Tollans Arm und Beide lenkten ihre Sctritte nach dem Wagen, der bald darauf fortfuhr. ?er Direktor ist heule einmal wieder

bei üb er Laune murmelte Fergon. Ein armer Polizist muß sich doch viel gefallen lassen.Ja diesem Moment , bemerkte er, daß eine Hand sich schwer aus seine Schulter legte und es klangen ihm die Worte in's Ohr: '' Sagen Sie mir, mein Herr, und Ihnen die beiden Personen bekannt, milche soeben in jenes - Fuhrwerk eingestiegen sind?' ' : Fergon wandte sich rasch um und sah. daß k er Mann, welcher diese Worte an ihn richlele, em Arbiter an der Eisenbahn sei, mit dem er slühcr verkehrt hatte. Jene Herren," versetzte der Polizist be dachtsam, nein, ich habe sie bisher nie ge sehen. Leule, wie wir, gehen nicht mit Personen um, die in glänzenden Eqaipa gen fahren. Sie belästigten mich mit Fra gen nach dem nächstenWege zumHolel St. Petelsburg.- '.- EntschuldigenSie versctzie derFremde da sie sich indeß längereZeit mit ihnen un terhielten, glaube ich" Sie kennen also die Herren, weil Sie sich so angelegentlich nach ihnen erkundi gen?- - . , Ich kenne den schlanken, bartlosen Herrn : er beißt Tollan und wohnt in der Straße de la Madeline. Alles dieses habe ich zusällig durch eine Visukarte erfahren, die er verloren hat. Meine Wohnung ist mehrereStunden von der seinigen entfernt und ich hab: keine Zeit, hinter ihm herzu lausen. Morgen Vormittag bin ich indes sen dicnstsrei, was ich benutzen werde, um ihn einen Besuch abzustatten. Sic stehen also in Geschäftsverbindungen mit ihm?- sragte Fergon neugierig, welcher keine Gelegenheit versäumte, um sich über die Verhältnisse anderer Leute zu informiren. Ich möchte wetten, daß Sie ihn bitten wollen Sie bei Ihrem Chef zu empfehlen." .Fehlgeschossen! Ich habe ihm Geld abzuliesern, welches er, sammt seiner Karle verloren hat." Dazu hätten Sie a eben eine vortreff liche Gelegenheit gehabt." Allerdinds, allein ich habe das Geld nicht bei mir, und ich wünsche überdies in einer Privatangelegenheit mit ihm zu sprechen." Ich versiehe wegen deS Finderlohns." Ich verlange keinen Lohn," sagte stolz derArbeiter. und ich werde auch nicht eben freundlich mit ihm reden." Hat er ihnen denn weh gethan?" . Denken Sie sich, in der vergangenen Woche ha er mich beimWe'chenstellen auf. gesucht, um mit mir vo? einer Erbschaft zu reden, die meineTochter angeblich zu erhe ben hätte. Das Mädchen ist nur durch ein Wunder der Gefahr entgangen, von einem ankommenden Schnellzuge ergriffen und zermalmt zu werden, weil sie unbe sonnener Weise die' Geldstücke auf den Schienen auflas, die er wie mir scheint, mit Vorbedacht aus ihren Weg gestreut hatte. Er hat sich aus dem Stau be gemacht, ohne sein Geld zu beanspru chen." Das ist eine seltsame Geschichte rief ergon. welcher seinen Worten ausmerk sam gelauscht hatte, aus. . An Ihrer Statt würde ich ihm darüber nicht zürnen. Er könnte ihnen schaden, denn, unter uns gesagt, sein Arm reicht weit. . Doch, .ich darf hier nicht länger verweilen. LebenSie wohl."

Adicu, und wenn Sie Ihr Weg nach dem Orleans-Bahnhofe führt, dann vergsssen Sie nicht den Weichensteller Cambremer aufzusuchen, den Jeder kennt." .Höre Kamerad." sagte Fergon. als er an der Straßenecke sich mit seinemGcsähr. t.n vereinigte, dieser Tollan hat, dünkt mich, zu viel versprochen, als er dem Di rettor gegenüber behauptete, den Mörder der Pique'Dame" in einem Monat aus' findig machen zu wollen. Was hat er bis jetzt in dieser Angelegenheit für Erfolge auszumeis,n ? Er vertreibt sich seine Zeit mit Erbschaflsangelegenheilen. worin er vermuthlich im Trüben fischen zu kön' nen hofft, worin mir jener ehrliche Wei chenstd'er soeben eine kleine Probe . mitge theilthat." Mir gesiel dieMelhode des alten Herrn Lesebre auch weit brsser." sagte zustim nun nickend, Bernard; solche Possen wie ConfrvlUationen in Privatgemächern, auf Wagen zu achten undStumme zu verfolgen, entstanden nicht in seinem Ge Hirn." ' In diesem Augenblick schlug die Uhr dreiviertel aus acht und beide Polizeiagen ten näherten sich jetzt verabredetermoßen

auf zehn Schritte der Pforte det Gesang nisses. DerSchatten. den die hohenMav' ern auf das Pflaster warfen, ließ höchstens ihreUmrisse erkennen und mit schweigender Aufmerksamkeit harrten sie der Dinge, die da kommen sollten. , ' ' ' , Es herrschte .eine eisige : Källe und der Wind trieb den Polizisten einen feinen Schneestaub ins Gesicht. ' Der Posten hatte sich in sein Schilderhaus zürückgezoqen und man konnte sicher daraus, zählen, daß sich Niemand in diesem Wetter auf die Straße öegeben würde, der daselbst nichts zu thun Halle. Nichtsdestoweniger bot die Straße ein Bild des lebhaftesten Verkehrs, weil um acht Uhr der Haupteisenbahnzug von Lyon ankam und die Zahl der hin und herfahrenden Wagen, Omnibus und Karren war eine sehr große. ,arbleu!" wetterte Fergon. der sich durch das unaushörliche Hin und'Hcrfahren in seinen Beobachtungen gestört sah. Hälte dieser Tollan nicht füglich eine andere Zeit wählen können V Kaum hatte er diese Worte ausgespro chen, als ein Wagen rasch um die Ecke der LyonerStraße bog und dicht an dieMauer des Gefängnisses hinanfuhr. Er ist es," murmelte Fergon, ich kann zwar nicht unterscheiden, ob der Wagen eine dunkelblaue Farbe hat, wohl aber er kenne ich das Pferd ; indcß scheint mir der Kutscher keinen Pelzmantel zu tragen." Wer sollte es wohl anders - sein als Tollan?" entgegnete Bernard mit leiser Stimme. Wen würde es wohl interesstren frage ich, vor einem Gefängniß zu halten V Fergon pflichtete zweifelsohne der An sicht seines Kameraden bei, denn er schwieg. Dröhnend schlug dieGlocke des Gesänge nisses acht Uhr und als der letzte Schlag verhallt wär. öffnete sich die kleine Pforte und schloß sich gleich daraus wieder. Ein Pförtner hatte soeben den Stummen aus die Straße gestoßen. XVII. Eine Täuschung. Beim Anbick deS Stummen rührten sich die Polizisten nicht von der Stelle. Ihr Chef hatte thuen eine durchaus passive Rolle zuertheilt. Sie waren nur dazu da, die Bewegungen des Stummen zu über wachen, den man in . Freiheit gesetzt hatte und ihm zu folgen, sobald er sich weigerte, in den Wagen zusteigen. Das Weitere war Sache des Herrn Tollan, und da das bestimmte Fuhrwerk an dem bestimmten Orte hielt, waren sie wenigstens für den Moment ihrer Aufgabe entbunden. . Sie beschränkten demnach ihre, Thälig' keit darauf, den Stummen zu beobachten und. ihn nicht aus demGesicht zu verlieren. Derselbe ging einige Schritte vorwärts. blieb dann, anscheinend von den vielen Gaslichtern geblendet, stehen und suchte sich, seine Blicke von Rechts nach nach links wendend, zu orientiren.' . Der Mensch wird uns nicht vielen Kummer bereiten," murmelte Fergon vor sich hin. ' Er bezeigt keine Lust zu entwei chen."', 1 .' ;; ' Plötzlich.wand. sich aus der Wagenburg eine Halbchaise hervor, die mit einem schwarzen Pferde bespannt und von ernem Kutscher im Pelzmantel gelenkt 'wurde. Sie hielt mit auffälljger Genauigkeit ' vier Schritte von der entgegengesetzten , Seite der Gesängnißpjorte un und maskirte so

mit den Wagen, welchen die beiden Poli

zisten vor fünf Minuten hatten ankommen sehen und den sie sür Tollans Wagen gehalten hatten. Es unterlag keinem Zwei f es, daß der letztere der richtige sei, denn nan. konnte beim Laternenschimmer deut llch die Farbe, der Chaise, das Pferd und Pelzwerk des Kutschers erkennen. , Uebrigens o'sf iele sich jetzt ein Kutschenschlag und ein Mann rn weitem Ucberzie der sprang heraus, der, gerade wie der Slumme, vom Gaslicht geblendet, seinen Kavf nach rechts wandte. Der Herr des Fuhrwerks winkte ihn durch Zeichen herbei ohn den Schlag, welchen er mit der andernHand angelehnt hielt, loszulassen und der Stumme durch die freundschaftlichen Geberden desselben gewonnen,trat sogleich auf ihn zu. Das geht wie gewünscht," äußerte Fer gon leise. Laß' uns sehen, ob er ctnftci gen wird ? Wahrhaftig, er ist im Wa gen I Die Sache war schnell abgemacht. Nach' dem der Stumme eingestiegen war, setzte sich der Herr im weilen Ueberrocke zu ihm und schloß geläuschvoll die Thür des Wa gens. In diesem Moment versetzte der Kutscher dem mulhigen Pferde einige tüch tige Peitschenhiebe, woraus die Chaise in der Richtung nach Mazas wie ein Pfeil dahinschoß und sich rasch 'den Blicken der Polizisten entzog. Unser Dienst ist beendet," rief Fergon aus. Es bleibt uns jetzt nur noch übrig, unsern Clies auszusuchen ? Dach, was ist das?" fuhr er im höchsten Grade über raucht sort. Dort t.ält ja noch der Wagen Tollans. Ein Nichtswürdiger hat-unS betrogen und getäuscht. Der Slumme ist entkommen." ' Die Abfahrt der Chaise, welche den Stummen sortgesührt,hatte den zuerst ankommenden Wagen demaslirt und dieses Fuhrmerk näherte sich j.tzt langsam. Ein Kops zeigte sich am Fenster des Wagen schlages, ein Kops der dem des Herrn Tol lan entsprechend ähnlich war. . Fergon fragte sich, ob er nicht durch eine Sinnestäuschung betrogen würde, als ein Pserd , das schwarze Pferd. wenige Schritte von ihm entfernt anhielt. Der Insasse stieg aus u. schien aufmerksam die Pforte des Gesängnisies zu beobachten. An seiner Kleidung, seinem Wuchs, beson ders aber an der ihm eigenen lauschenden Haltung erkannten die beiden Polizisten den Agenten Tollan, dem zu folgen sie beauftragt waren, und ihre Bestür' 5 ii n st darüber läßt sich nicht beschreiben. Bernard vermochte sich die Sache durch aus nicht zu deuten. Fergon aber, dem die Nalur eine glückliche Auffassungsgabe ver liehen halte, sing an zu ahnen, daß sie ein großes ' Versehen begangen hätten. Er wollte in die Sache klar sehen und schritt deshalb schnell auf den Herrn zu. Es war Tollan un) dieser empfing ihn mit folgen den Worten : Ich habe Ihnen doch verboten Ihren Platz zu verlassen. Begeben Sie sich au genblicklich wieder dahin. Die Uhr hat acht geschlagen und der Stumme wird so gleich erscheinen. Er darf uns aber nicht zusammenlrrsfen. Vorwärts ! . . . . Weh halb zögern Sie?" Der Slumme." murmelte Fergon, er ist schon fortgegangen." Wie, er wäre schon fort ? Sind Sie von Sinnen?"' Keineswegs! Ich wiederhole, daß er soeben in dem Wagen, welcher dort am Gesängniß hielt, fortgefahren ist." Und Du 'hast daö geschehen lassen!" riesTollan wüthend aus, indem er den unglücklichen Polizisten am Rockkragen packte und ihn heftig schüttelte. Lassen Sie.mich los!" ries.Fergon hef. tig, der keine Neigung verspürte, sich miß' handeln zu lassen. ' Nicht eher, als. bis Du mir Dein Betragen erklärt hast." Fergon erwiderte, sich - gewaltsam von ihm loßreißend : . - ... . Wenn der Stumme unö entschlüpfte, so ist das lediglich Ihre Schuld und sei nesfalls die meinige."' Du wagst es, daö zu sagen !"' Gewiß, ich behaupte, daß Sie mit all' Ihren Projekten sich glänzend blamirt ha ben. - Sie hätten vor die Pforte des Gesängnissks fahren müssen, dann würde der zweite Wagen nicht mit demStummen ent kämmen sein." , Aber Du hast doch den meinigen gese hen ; Du. hast ihn erkannt." . Ich war meiner. Sache, nur halb ge wiß. Erstens brennen ihre Wagenlampen ! sehr malt, sodann hatte Jdr Kutscher sei. nen Mantelkragen ausgeschlagen, so daß

man das Pelzwerk nicht sehen konnte unterbrechen Sie mich nicht, ich spreche die Wahrheit wahrend er ihn jetzt zurückge schlagen trägt."' ' Du lügst!" Ich lüge nicht, und ich konnte nicht er rathen, daß ein Fuhrwerk, welches d:m Jh rigen auf ein Haar gleicht, kommen würde, und obendrein auf den bcstimmlen Glo den schlag lIch hatte Dich doch benachrichtigt, dab ich süns Minuten vor acht Uhr beim Gefängnisse anlangen würde und das ist doch auch in der That geschehen." Ich wiederspreche dem nicht, aber eS ist uns ja streng untersagt worden, uns eher mit dem Stummen zu besassen, als bis er sich weigern würd, zu Ihnen in denWagen . zu steigen." Du wußtest es indeß, daß ich erst auS steigen mußte, um dem Stummen zu wm ken." f.. Nun ja, einHerr von Ihrer Gestalt und mit eben solchen Ueberzieher bekleidet, hat auch alle diese Vorkehrungen getroffen. MeinKamerad wird mir das bezeugen. ES ist seltsam aber dennoch wahr."

Es ist so seltsam," betonte Herr Tollan hart, daß ich Dich., auffordere es mir näher zu erläutern."" , . Erläutern . . . .wie verstehe ich daö?" , O. stelle Dich nicht so einfältig. Du verstehst mich sehr wohl, und ich sage Dir, daß Du,' durch Geld bestochen, de!. Slum men wisienllich hast entkommen lassen." Gestehe nur offen') wie viel der alte Le sebre Dir gegeben hat, damit Du einAuge zudrücklest, als der Wagen mit dcmStüm men davonfuhr.". ' Herr Lesebre'! Ich habe ihn seit diesem Morgen nicht wieder gesehen." 'v Das ist zu weisen. Ich behaupte und bleibe dabei, daß Du diejcs Spiel mit Le sebre verabredet hast, und ich erkläre Dir hiermit, daß Dlr dos nicht so- hingehen wird. Man erwartet uns in derWohnung des Herrn Charles Lesebre. Ihr folgt mir beide dahin und es wird sich dann finden, wie der Herr Polizeidireklor dieSache auf nehmen wird." Ja da wollen wir sehen rief Fergon aus. Wenn Spitzbüberei verübt ist. tra gen entweder Sie oder ich die Schuld." Und indem er einen Wagen heibeiwinkte sagte er entschieden zu Tollan : Bernard und ich werden diesen Wagen benutzen; wenn Sie besürchlen solllendaß wir dilFlucht ergreisen möchten, so steht es ja bei Ihnen, unö mit Ihrer Equipage zu folgen." ' Tollan dachte ohneZweisel, daß er nichts Besseres thun könne, als diesen Vorschlag anzunehmen. Während Fergon undBer nard in den Wagen stiegen, ließ er sich be haglich aus dieSammetpolster seiverEhatse nieder. Kurz darauf hielten beideWagen vor der Wohnung des Angeklaglen. Der alte Lesebre hatte nicht die Geduld gehabt, die Zeit welche der .Polizeidireklor ihm -zu einer' Zusammenkunst bewilligt halte, abzuwarten. Er harrte vielmehr mit klopsenden Herzen vor der Thür deS Hauses, wo das Schicksal seines SohneS sich entscheiden sollte. ' : Der arme Vaterrichtele unverwandt sei ne Blicke auf die Jcnster des' GcmacheS, welches zu der Zusammenkunft bestimmt war und er sah datd hinter den Rouleaux. Schatten sich bewegen, die tym bekannt waren, und infolge deren er sich imStande sah, der ausregenden ' Scene uls stummer Zuschauer beizuwohnen. - Charles ist da," sagte er vor sich 'hin, indem' er da mittlere Fenster betrachtete, fit baben ihn in den Salon gelassen, während seine Wächter im Arbeitszimmer lauschen; ich sehe ihre Schatten sie dränien den Stummen in den Salon -ach, wenn der Unglückliche nur nicht ir gend ein Zeichen von sich gibt, welches zu Mißdeutungen Anlaß 'geben könnte ich zittere!" . ' Und er verwünschte im Stillen, daßTol lan einen so gcsührlichenVorschlag gemacht' hatte. (Fortsetzung folgt.) London 26. Okt. Von Berlin wird gemeldet, daß der Justizminister, Dr. Leonhardt ferne tLntlaflung eingereicht hat, da er an der Wassersucht leidet. Der. U'n ter Staatssekretär Schilling wird zu sei nem achsolzer ernannt werden.' .Auf d.er russischen Gesandtschaft ist nichts davon, bekannt, daß der Czar die Absicht, hegt, Berlin zu besuchen. ; . ; . ' ri ' -Berlin, 26. Okt. Bilmarck leidet große Schmerzen und hat selnenFamilienarzt nach Varzin berufen.