Indiana Tribüne, Volume 2, Number 11, Indianapolis, Marion County, 25 October 1879 — Page 4
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Jüdin n a T r i b ü n e."
pw indem ihr euer Eigenthum bei uns versichert, in unseren prompt zahlenden Gesellschaft,. Ihr könnt versichert sein, daß wenn ihr bei uns in un. serer Office in Zimmer No. I un? ?, Tal -o t & ?lew's Block, erste Stiege sudlicu von der P stos. fice, vorsprecht, wir ihnen bei der Versicherung ih re Eigenthums Geld sparen können; es wird ih. nen wenigstens rncht z-mSchaen gcrichcn,wcnn S:e bei uns anfragen. Eleavewnö K Co. ndiana Hriöüne. sW o ch e n b l a t t.) Office: Ecke Girrte Meridianstr. 'Im dritten ?t?c! ) (Entered as second-class matter at the rostomee at Inimnapolis, liiciiana. Abonnements-Preise. In der Stadt durch Trager ins Hauö geliefert Per Jahc im Voraus 2.00 rer Nummer . ö Kents. Otto Sch'ssel, Herausgeber. P. O. B. 295. Indianapolis, Ind., den 25. Oktober 1879. Die Arbeiter und rie besseren Zeiten. Es ist eine allerdings erfreuliche That sache, daß die Geschäfte angefangen haben. sich wieder zu heben, und daß ln Folge deffen die Arbeiter in letzter Zeit vielfach in ihren Versuchen, höhere Löhne zu erzie len, erfolgreich gewesen find. Auch hat aus derselben Ursache die Zahl der unve schästigten Arbeiter bedeutend abgenom men ; obwohl noch nicht in solchem Grade, daß das geänderte Verhältniß zwischen Angebot und Nachfrage von sehr bedeu tenden Veränderungen im Arbeitsmarkte begleitet gewesen wäre. Allerdinas die Löhne werden steigen, wenn auch nicht so schnell, als sie fielen, wir finden aber auch zugleich die steten Begleiter höherer Arbeitslöhne vor, nämlich höhere Preise der Produkte.' Eine merkliche Befferung der Lage der Arbeiter wird also nur sehr langsame Fortschritte machen, kommen wird fie aber mit dem Befferwerden der Geschäfte. Ebenso sicher aber ist, daß diese Befferung der Lage der Arbeiter keine dauernde lein wird. Wir bewegen uns. in dieser Beziehung in stetem Kreislauf. Bei den herrschenden Produltionsverhältniffer. muffen gute und schlechte Zeiten ebenso mit einander abwechseln, wie Regen und Son nenschein. Das Eintreten der Krisen von Zeit zu Zeit läßt fich nicht verhindern, nur ist es eine traurige Thatsache, daß diese Krisen stetig länger und in ihren schlimmen Folgen andauernder wcrden. Wie langte es dauern wird, bis die nächste Krisis kommt, vermag jetzt, da wir kaum über die letzte hinaus sind, noch Niemand zu sagen, aber kommen wird sie, so sicher, wie zwei Mal zwei vier ist. Und fie wird kommen mit all den gewohnten Leiden und Entbehrungen für den Arbciterstand. Es ist daher foonz am Platze auf die Gefahren aufmerksam zu machen, welche den Bestrebilligen zur Befferung der Lage der arbeitenden Klaffen drohen. Ein Erlahmen dieser Bestrebungen mag die Folge der günstigen temporären Erscheinungen sein. Menschenfreunde, welche fich um die Lage ihrer Mitmenschen kümmern, vor Allem aber die Arbeiter selbst, wollen wir aus diese Gefahr aufmerksam machen. Die Bestrebungen zur Befferung der Lage der arbeitenden Klaffen dürfen nicht erlahmen, so lange durch organische Aenderun gen im Staatsleben diese Befferung nicht auf die Dauer gesichert ist. Durch den zeitweiligen Eintritt befferer Geschäfte sind sie es nicht. Der Kluge lebt nicht in der Gegenwart allein, sondern schaut auch in die Zukunft. Der deutsche Staatssekretär für aus wärtiae Angelegenbeilen, v. Bülow ist zu Frankfurt a. M. gestorben, i ÄasVermögen der Oneida Eom munity wird auf eine halbe Million ge-
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Dr. Falk schreibt eine Flugschrift gegen 'den Papst. Der Berliner Stadtrath hat die allgemeine Einführung derFiuerbestattung em
pfohlen. Wien'steckt schon 6 Zoll tief imSchnee.' Da hat sich Der Winter früher eingestellt als bei uns. Der olle Willem will den preußischen Landtag persönlich eröffnen. Scheint immer noch gut ans den Beinen zu sein. Das preub'sche Staats-udget zeigt dieses Jahr einen Fehlbetrag von $10. 500,000 ein Zehntel der Einnahme. Die Verarmung nimmt schnell zu. Aus Wien trifft die Nachricht ein. daß der deutsche Schriftsteller und Reisende Friedrich Bodensteot nachAmerika kommen will um Borlesungen zu halten. Der Sultan hat aus Geldnoth wieder 90.002 Mann reguläre Gruppen entlassen. Wenn Räuber daraus werden kann Nie mand etwas dasür: denn Geld zur Heim reise können sie eben so wenig bekommen. Ungarische Bauern, denen die Ernte mißrathen ist, wollen nach Amerika auswandern. Alle Leute glauben, hier ihr Heil finden zu können, während doch auch hier so Vieles faul ist. Die amerikanische innere Miffion hat seit ihrem Bestehen 17 Mill.Doll. verwen det. Dasür haben 400.000 Heiden Un terricht. erhalten. Wieviel derselbe genügt hat, wird im Berichte nicht angegeben. Die Republikaner von Iowa haben fich tapser gehalten. Sie hatten gegen die vereinigte Allianz der Demokraten, Tem perenzler undGreenbackler zu kämpfen und haben über dieses seltsame Kleeblatt auch den Sieg davongetragen. Im nächsten Februar wird fich die Exkaiserin Eugenie nach dem Zululande einschiffen, um auf dem Flecke zu beten, wo Lulu vom Tode ereilt wurde. Dann wird der gute Junge ganz gewiß in den Him mel kommen. Der als chri'tlich'sozialer Agitator bekannte Berliner Hofprediger Stöcker ist in Bielefeld'Herford'Halle zum Mitglied des Abgeordnetenhauses gewählt worden und wird Arm in Arm mit dem wohlbekannten Herrn Strosser seinen Zinzug in dasselbe halten. Der verstorbene Baron Reinach, einer der geadelten, israelitischen Bankiers in Frankfurt a M. hinterläßt seinen drei Söhnen ein Vermögen von fünfzehn Mit lionen. Und das hat der Mann Alles durch Arbeit und Sparsamkeit erworben ! Wer erlaubt sich daran zu zweifeln? Der Rev. W. I. Park hat seine Pfarrenstelle in Eanton, 0. eingebüßt, weil er dabei ?rwkscht wurde, wie er mit der Frau eines Andern Reißaus nehmen wollte. - Dazu bemerkt die N. Y. Volks Zeitung": Wenn man beechern will muß man so schlau wie Beecher sein und sich nicht erwischen lassen. Eine schreckliche Katastrophe ereignete sich in der russischen Fabrikstadt Biescheck. Es ist dort nämlich in der Eisenfabrik des Komanon ein groß?? Dampskeffcl explo dirt, wobei nicht weniger als 36 Arbeiter getödtet und über 20 schwer verwundet wurden. Hatten diese Arbeiter auch kein Risiko? Auch der Vesuv schien den Gedächt. nißtag der vor 1800 Jahren erfolgten Ein äscherung Pompejis nicht ungeseiert vor über gehen laffen zu wollen. Am 22. September entströmte dem oberen Krter Lava, welche auf der dem begrabenenPoM" peji zugewandten Seite des Berges hinabfloß. Die spanischen Sklavenhalter in Euba, find freundlich genug, fich bereit zu erklä rcn, alle Sklaven über 60 Jahren und alle Klnder der Sklaven emanzipiren zu wollen, also alle, welche noch nicht oder nickt mehr arbeiten können, und welche ihren deßhalb zur Last fallen. Ach welche Groß mulh! Durch eigne Betreibung ihrer Gaö' anstalten hat die Stadt Manchester, (Eng. land.) im letzten Fiscaljahr die hübsche Summe von $475000 realisirt. Ein Be weis, daß die Forderung der Sozialisten in ihren verschiedenen Lokalplatformen : Uebernahme von Gaswerken seitens der Commune doch nicht so aam unvraktisch ist.
Aus Würzbuig wird gemeldet, daß Caspar Holleber, welcher den Rentier Glaser getödtet un deffen Frau und Enke lin schwer verwundet hatte zum Tod und 15 Jahren Zuchthals verurtheilt wurde. Wie das die Leute tur anfangen um den getödteten Holleber 15 Jahre brummen zu laffen! Aber in Deutschland bringt man ja Alles fertig. Eine neue Mettode um die Kinder vom Hunger zu rettei, scheint in Deutschland um sich zu greif:n. In jüngster Zeit sind nicht weniger qU dreiVäter zum'Tode verurtheilt worden, weil sie ihre Kinder,
die sie nicht mehr ernähren konnten, und ' die sie nicht verhungern lassen wollten, umbrachten. O, du großes, gesegnetes Deutschland. Indem die franzjsische Regierung den Staatsanwälten befehlt, Reden und Schriften zu verfolgen, welche die be stehende Ordnung" anzugreifen scheinen, hat sie in ein Wespinnest gestochen. Es wird an Freisprechung solcher Anklagen nicht fehlen, und jede solche Freisprechung durch Geschworene .st eine Ohrfeige für das Ministerium. Ein rührender Fall trug sich neulich in einer Fabrik in Birmingham zu. Ein Knabe wurde durch ine Maschine tödtlich verletzt. Der Vater des armen Burschen arbeitete in derselben Fabrik, und die ein zigen Worie, die letzt:rer äußerte, als man ihn blutend und stcrtend wegtrug, waren : L'ißl ja nicht meinen Vater mich in diesem Zustande sehen." Der Knabe wollte also dem Vater, der durch unsere gesellsihaftlichen Einrichtungen gezwungen mar,das Kind solchen Gefahren preiszugebenden schmerzlichen Anblick ersparen. Das . ist ein rührendes Beispiel von Zartgesühl, um so mehr als man denken sollte, daß durch das schreck' kicke Loos, das jen.'m Kinde zusiel, auch der letzte Funke von Zartgefühl und Liebe erlöschen mußte. Die Cnronersjviy über dieKatastrophe in Adrian', Mich., woselbst durch den Zu sammenbruch einer Tribüne 16 Menschen ihr Leben verloren und 279 verletzt wur den, hat sich nach 7stündiger Berathung auf folgenden Wahrspruch geeinigt : Wir erkennen hiermit, daß Matthc'w Johnson u. A. durch den Zusammenbruch der Tribüne auf dem Fairplatze zu Tode gekommen und daß W.F.Lawrence, der Eigenthümer der Tribüne, C. F. Sizer, der Arckitekt, der die Plane für dieselbe gemacht und E. H. und Hen:y Armstrong, welche dieselbe errichtet haben sich strafbarer Nachlässigkeit schuldig gemacht haben." Unmittelbar, nach der Entscheidung er hob der Staatsanmalt Anklage bei dem Friedensrichter, und dieser erliefe gegen die vier obengenannten Personen Hastbesehle. Die Anktageschrist beschuldigt Lawrence verbrecherischer Nachlässigkeit, weil er die Armstrongs engagirt hatte. Sizer ist an geklagt, fehler, und' mangelhafte Plane geliefert zu haben und die beiden Armstrongs werden gänzlicher Unfähigkeit ge ziehen. Die Prozeffe gegen dieAngeklagten wer den hoffentlich nicht lange auf sich warten lassen und wenn das Gericht ebenso wie die Coronersjury seine Schuldigkeit thut, dürfte den leichtsinnigen Massenmördern eine heilsame Lehre oegeben werden. Der dcutsch-cnglische Schulverein. Unter dieser Überschrift bringt, der Spottvogel vom letzten Sonntag .einen längeren Artikel, worin derselbe unseren Bericht über die vorige Versammlung des genannten Vereins, als einen von Herrn Rappaport verfaßten Aussatz bespricht. Für den betreffenden Bericht war die Redaktion dieses Blattes verantwortlich, und es war, gelinde gesagt, eineTaktlosig keit, Herrn Rappaport deshalb persönlich anzugreifen. Allein es ist offenbar das Bestreben des Herrn Seidensticker, die Vorgänge im Scbulverein auf das Gebiet der Persönlichkeiten hinübermsühren und auch das Publikum, das dem Vereine ferne steht, gegen diejenigen Pttsonen zu Hetzen, gegen welche Herr SeidenstickerOpposttion macht. Die Vorgänge im Schulverein sind den, noch in Jedermanns Gedächtniß befindlichen Vorgängen im Turnverein zu ähnlich, die den Parteien angehörenden Persönlichkeiten zu sehr dieselben., als daß man nicht Absickt meiken und verstimmt werden sollte. Wenn es dem Herrn Seidensticker und seinem alter ego Herrn Lorenz Schmidt so s.'hr um die Erhaltung der Schule zu thun ist. warum schicken fie dann, nicht ihre eigenen, oder die ihrer
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Zv-züglich aneikannt. Aufträge zum Verschiffen von Lagerbier aus allen Eisenbahn'
Linien werden prompt erfüllt.
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Es giebt kein Geschäft in der Stadt, daß sich solch eineö guten Rufes erfreuen kann, alö das der Gebrüder Moßler.
I v , n td ew 1 oi K une j. ne 13 tt. NB Betrachtet blos das große Laaer Obhut anvertrauten Kinder in die deutschenglische Schule, wie es die Herren Lieber. Köhne. Rappaport und Andere machen? Glaubt Herr Seidensticker vielleicht, daß dus Publikum dumm genug ist, anzunehmen, daß er bloß Opposition mache aus Sorge, daß ein Vertrauensbruch gegen das deutsche Publikum stattfinde, oder daß er überhaupt an einen solchen Vertrauens bruch glaube? Wir haben eine bcfiere Meinung von ihm sowohl, alsvomPubli kum. Das Publ'kum weiß es so gut, wie wir, daß Herrn Seidensticker weniger die Eonstitutionsveründerung Sorge macht, als der Umstand, daß seine Gegner im Schulverein dieselben find, welche auch seine Gegner im Turnverein waren, und zu welchen er eben kein Vertrauen hat. Wir find von Herrn Rappaport autorisirt zu sagen, daß er seinen Ausspruch, er sei sür die Statuten-Veränderung, gerade weil dadurch alleBarrieren niedergeworfen würden, welche verhinderten, und Thor und Thüre geöffnet wurden, um es zuzu lassen, daß der deutsch-englische Schulderein und sein Eigenthum zu irgend welchen Zwecken, welche die Majolität sür pafiend erachte, verwendet weröen könnte" durchaus nicht in Abrede stelle, sondern im Gegentheil in seinem ganzen Umfange ausrecht erhalte. Er ersucht uns jedoch zu be merken, daß er auch gesagt habe, daß er das volle Vertrauen zu den bisherigenLeitern des Schulvereins hege, daß sie auch inZukünst in demselben liberalen und frei sinnigen Geiste verfahren werden, wie bisher. Daß Herr Seidensticker dieses Ver trauen nicht hegt, ist seine Sache, aber es ist auch sein Malheur, daß er sich mit sei nem Vertrauensmangel innerhalb des Vereins in der Minderheit befindet, und diß die Mehrheit dieses Vertrauen hegt. Wo besteht die Berechtigung, die Frage zu einer solchen zwischen dem Publikum und der Majorität des Vereins zu machen, und worin besteht die Berechtigung sür Herrn Seidensticker fich zum Vert-eter des Publikums in dieser Sache auszuwerfen? Vorläufig bleibt es immerhin noch eine unbestreitbare Thatsache, daß die der Majorität angehörigen Mitglieder des Vereins während der langen Jahre des Bestehens der Schule die größten Opfer gebracht und die riesigsten Anstrengungen gemacht haben, um die Schule zu erhalten. Es kann ebensowenig bestritten werden, daß gerade in den letzten Jahren die Schule das Schmerzenskind der Majorität war und diese Majorität liberal in die Tasche griff, um das Bestehen der Schule zu ermöglichen, während Herr Seiden sticker seinen Geldbeutel verschloß und sich weigerte. Etwas beizutragen. Das zeigt nicht gerade, daß Herr Siidensticker blos aus Interesse an der Schule Opposition macht, noch erlaubt es uns anzunehmen, daß die Mitglieder der Majorität ihr Intensse an derselben verloren haben. Ist es nicht wahrhaft lächerlich, zu sagen, daß die Majorität durch die vorgeschlagene Statuten'Veränderung einen Vertrauens bruch gegen das Publikum begehe, weil vor 13 Jahren eine Fair27C0 eingebracht hat, und weil vielleicht bei anderen Gelegenheiten ebenfalls das Publikum sich in
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- Vramm SQUARli!,) INDIANAPOLIS, IND. Brauerei 'm Staate. Mein Lügerbiet Bottle Beer" ist vor allem anderen als ' C. F. Schmidt. . P TT nee j i j i irrn rice uioiiiins nouse, 45 Ost Washington Str. von Männer und .ffnder Kleidern. liberaler Weise an den zumBesten desVereins veranstalteten Vergnügungen bcthei ! ligte ? Das Publikum hatte vor 13 Iah. ren lbensowcnig heutige Velhältnisie im Auge, als wir heute aus die vo-13 Jahren bestandenen Vcrbältmsse.RückliäN nehmen können. Es wird Niemand fagen können, daß die vor 13 Jahren dem Vereine zugeflofienen Unterstützungen nicht in dem Sinne verwendet wurden, in dem sie gegeben wurden. Aber nicht Einem von diesem Publikum wird es heute einfallen, zu behaupten, daß der Schulverein Ver pflichtungen ggen ihn habe, weil er vor 13 Jahren eine vom Verein veranstaltete Fair besucht hat. Diese geradezu lächerliche Idee blieb Herrn Seidensticker vorbehalten. Wundern muß man sich aber dennoch, daß sich bei Herrn Seidensticker diese geistreichen Ideen gerade dann immer einstellen, wenn er nicht mehr zum Tanze aufspielen kann. Kam ja doch Herr Seidensticker, der Jahre lang im Turnerbunde politische Platformen zimmern half, eben falls erst dann aus die Idee der unpolitischen Turnvereine, als die Zukunft auf gehört hatte, Bundesorgan zu sein. Wo allo besteht die Veranlasiung, die den Schulnerein bewegende Frage zu einer zwischen dem Publikum und der Majorität des Vereins zu machen, und was berechtigt Herrn Seidensticker anzunehmen, daß das Publikum sich nicht aus der Seite der Majorität befinde? Wozu ist es noth wendig, diese innere Frage dcs Vereins zu einem Kampfe zwischen Persönlichkeiten zuzuspitzen? Herrn Seidensticker ist es schon theilweise gelungen, das hiesige Deutschthum in zwei Lager zu spalten, uno sein Verfahren im Schulverein wird noch mehr zur Vervollständigung dieser Spaltung beitrügen. Daß das hiesige Deutschthum so macht und einflußlos ist, hat es diesen Bestrebungen des HetrnSei-' densticker zu verdanken. Darüber mögen sich Herr Seidensticker und sein Publikum beruhigen, daß wenn das Gebäude des deutsch-englischenSchul-Vereins in Folge Statuten Veränderung sür andere das Deutschthum fördernde Zwecke, als Schulzwecke verwendet wird, und es sollte sich jemals wieder das Bedülfniß einer Schule einstellen, dies Nie- - mand erwünschter kommen könnte als den Mitgliedern der Majorität, welche zu jeder Zeit wieder bereit wären, das Gebäude diesem Bedürfnisie dienstbar zu machen. Es geschah nur mit Widerstreben, daß wir in diesem Artikel Angriffe auf die Persönlichkeit des Herrn Seidcnflicker machten, aber da Herr Seidensticker den Kamps dadurch zu einem persönlichen machte, daß er Diejenigen, welche nicht seiner Ansicht waren, persönlich demPublikum gegenüber stellte und fie als Solche bezeichnete,, welche gewiffermaßen leine Achtung vor dem Publikum haben, und wir die Ansicht der Majorität vertreten, so nehmen wir keinen Anstand, den Kamps so auszunehmen, wie er uns geboten wird. Zum Schlüsse noch die Bemerkung, daß dieser Artikel von der Redaktion der Tribüne" geschrieben trurde, welche sähig und. selbstständig genug ist, ihre eigenen Artikel zu schreiben.
