Indiana Tribüne, Volume 2, Number 10, Indianapolis, Marion County, 18 October 1879 — Page 6

!

6 i I n d i a n a r i b ü n e."

Das

Geheimniß des Pavillons. A u s d en Pap ier en eine sGe heim Polizisten, . von C. Paülovsky. ' . . . . (Fortsetzung) ;: . Weil ich vermuthete, bafe Ihre. Tochter Anrechte auf eine bedeutende Erbschaft hat . D CJalml ImVoCi tMSn(llS fJ tin Q-W--i: u.;ciiii iiiuct tutiiiti jtiis ynv un n" , thum obzuwalten" - " . ' , . , Was mich betrifft, so bin ich davon ' sogar überzeugt.' . Erbschaften sind nicht ' sürLeutc unseresSchlagcs. Meine. Schwie .' germutter mußte im Schweiße ihres An gesichtes ihr Brod verdienen und hat ihrer Tochter ? nichts : hinterlassen. Also, mein ' Herr" Ein anhaltender Psiff uus der Ferne schnitt ihm das Wort ab.'. " Da ist der Zug No.16. schon," rief er ' aus. - Ich muß an die Weiche, meine Zeit ' ist verstrichen." .. Und indem er Tollan stehen ließ.' eilte 'Cambremer nach dem Wachthäuschen, drehte den Hebel, änderte die Signale und . 9 V 4 V X . 4i S.m ' O t ttt f-n 1 f . iuiiucic uuuuiu ucui uyiuyiu uu, iup der Weg frei sei und derEisenbahnzug un.gehindert passiren könne. . Mittlerweile kehrte Tollan langsam nach ; seinem Wagen zurück. Er weiß von nichts," dachte er, es ist ' . a. v . r. r ' cv ' . lyiii gunz unueiunni, uag jcuic uiuu ciac ;roßnich:e des Majors O'Sullivan war. Aber ein nsall kann ibn darüber usklä w-w w w ' " " I ren !" In diesem Angenblick ging das Kind an .ihm vorüber und blickte ihn an mit ' ihren 'großen Augen, den Augen eines Engels Ihre aschblonden Haare - schlangelten sich in langen Locken auf . ihre : Schultern he rab, ihe Wangen blüthen wie Rosen, ihr .Mund lächelte. Ihr Vater sah sie nicht, da er den Zug Nr. 16, welcher- dampfend heranbrauste, überwachen mußte. Aber aTT (aY 7 A A . k U IfM AwIa A - ui) ic uiiu ci uiwuiiutuc uguc Zweifel ihre Anmuth und kindlicher . Schönheit, denn er bä seine mit Gold ae .' füllte Börje und bot ihr ein. Goldstück an, - Das Kind neigte das Haupt auf die Brust - herab und blieb unbeweglich stehen. Man hatte sie gelehrt jedes Almosen abzu lehnen. .- . Herr Tollan zuckte die Achseln und steckte die Börse wieder ein, benahm sich dabei aber so, ungeschickt, daß er ungefähr ein Dutzend Louisdor zwischen den beidenEi senbahnschienen gleiten ließ, welche' der Zug darauf Passiren mußte.' In der Eile ' bemerkte er denVerlust nicht, sondern setzte leinen.Weg fort,'' ; , . ; : ;Mein Herr, mein Herr !" rief ihm daö ' kleine Mädchen nach, welches dieGoldstücke 1 hatte fallen sehen. ;. ; , .. Tollan. kehrte sich "aber nicht um,.. worauf das Kind 'sich bückte, um das Gold .-Zu sammeln and es ihm später wiederzü 'geben. ' : t ."' . ' ' XIV. . . . . -, ' ... .. . . Ein t rä g isch es Er eign iß. '., . Eine blasse , Wintersonne' erhellte diese . dramatische Scene, welche keine Zuschauer : hatte, da alle diejenigen, welche anwesend 'waren, darin eine Rolle spielten.- Tollan setzte die Hände in denTaschen seines Pa - letotö, seinen Weg mit großen Schritten : sort und schien seinen Verlust nicht zu ah ' nen.' - Das : Kind dächte - nicht an den - Ei senbahnzug, welcher im .Anzug ' begriffen .wär. denn es . sammelte gewissenhast die : glä n z end e n G o ld stücke zwischen. den'Schie nen heraus, und erschöpfte sich im Schrei -en,'um ben fremden 'errn zur' Umkehr u bewegen..'. ' '. : ' ,..... . j i . . . . j . . i i i : ' ' In Diesem Augenblick richtete, Cambre 'per die Augen .auf seine Tchter welche 'unverwandt' .hinter' Tallan herlief ohne. die i'S'chienen.'zu' -verlassen.' 'Jn. ewigen ' Mj. .nr tenmußte - sein Kind von den , Rädern erfaßt iiriÄ zermalmt werden,- da der Zug 'sürer selbst'wenn er sie gesehen hatte. den Lauf der Maschine nicht mehr hätte. hem ,men können: .'.:.-'. i- 5')' ' ' Es lag indeß in der Hand eine's Men -scheu, das' Leben der kleinen.' Unschuld zu breiten, und ' dieser. Eine : wärihr' .Vater. Richtete er. wie vorgeschrieben,' die .'Weiche so, daß der Zug in gerader 'Richtung vor 'wärtS eilte, so. war.seine'Tochie'rverl Allein eS 'stand in' seiner Macht, ihn auf eine Zweigschiene Hinüberzugleiten, und in . diesem Fall würde seine Tochter gerettet 'sein. Er beging durch diese Handlung je

doch ein großes Verbrechen, weil der Eil zug eine Strecke weiter voraussichtlich aus Hinderniffe stoßen würde, die seine Ent gleisung. herbeisühren' mußten. : Indem Cambremer das Leben seiner Tochter ret tete. weihte er über hundert Personen dem sicheren- Tode .Er . wußte das und er konnte sein Gewissen auch nicht beschwichtigen,'das ihn.warnte :.. Wenn Dü das thust wirst. Du ein Mörder sein !" Sein Kind hilflos tödten zu laffen,war indeß auch ein Mord und was für einer ! Die Hdare des unglücklichen Vaterö sträubten sich auf seinem Haupte und seine Hände ruhien . cen'tnerschwer auf dem Hebel der Weiche Er halte aber auch Freunde, in dem herandampfenden Zuge, unter andern den Heizer, der sogar mit' ihm verwandt war und deffen Ende unvermeidlich schien denn die Lokomotive, empfängt bei Un glücksfällen stets den ersten und furchtbar sten Anprall. -Cambremer war dem . Wahnsinne nahe. Bleich, zitternd,, mit verstörten Mienen, die Finger krampfhaft um den eisernenHe bel geklammert, von dem das Leben seiner Tochter abhing, glaubte er in der sich dro hend nähernden Maschine ein wildesThier zu erblicken, das sich auf seine Beute stürzt. ' - ' .'. - Es ist ein Extrazu für Söhne reicher Leute, die bei Etamps aus die Jagd gehen wollen, und damit diese sich amüsiren kön nen, muß meine Tochter. sterben !" schrie er aus. .Nein, das darf nicht geschehen ! Gott sei meiner armen Seele gnädig !" ' In demselben Moment ließ der Maschinist einen ichrillen Pfiff in kurzen und rasch- äufeinanderfolgenden Stößen aus der Röhre aussteigen, um den Weichenstel ler zu benachrichtigen. . Es hat eineSpra che, diesesPfeifen, bald langsam und trau rig wie eine Klage, bald schroff und gebie terisch wie ein strenger Befehl eine dominirende Sprache,. die jeder Angestellte genau kennt ! Dieses Pfeifen, diesesZischen es redete auch dem beklagenswerthen Wei chensteller ins Gewissen und es war ihm, als ob die Lokomotive ihn andonnerte : Was haben diese lebensfrohen jungen Leute Dir gethan, daßDu sie tödten willst? Hast Du denn . kein Mitleid mit. den unglülichen Eltern, die heute Abend rhreKinder beweinen werden?" Und als er noch zögerte stieß die Ma

schine abermals einen Mahnruf aus und dieser Psiff, gellender als zuvor, schien ihm zuzurufen i Mörder, hundertfacher Mörder !" Da ließen feine Hände erschlafft den Hebel fahren und er murmelte vor sich hin : Nein neinich kann es nicht. Pauli ne verzeihe mir !" Es war vollbracht. Der Zug fuhr aus dem richtigen Geleise an der Weiche vor über. .." ' '. ' . ;3ch will sie noch einmal sehen, ehe die Maschine sie vernichtet dachte der un glückliche Vater-, i,und wenn sie zerrisien, unkenntlich daliegt, werde ich mich unter die Räder des nächsten Zuges werfen und ihr nachfolgen . . Das kleineMädchen befand sich noch im mer auf dem .Geleise; mit gesemktem Haupte schiensie etwas zu suchen- und sie bückte sich, von Zeit zu Zeit auf die. Schie nen nieder, um einen Gegenstand aufzu nehmen '' - . - ; ' - ' . ' - Inzwischen Näherte sich ' die schwarze Masie mit dumpfem. : Brausen. Cambre' rncr lies vor Angst wie außer sich, demKin de , nach,' obgleich er an deffen Rettung I kaum mehr zu denken wagte. Jetzt . drehte sie sich um, sah den Elsenbahnzug . und gleichzeitig ihren Vater, der seine Arme nach ihr ausstreckte. Sie faltete ihre kleine Hände und sank auf die Knie' nieder, um betend den Tod zu erwarten. - . . . : - Da in der hö"a)sten 'Seelenangst flößte der Himmel Cambremer einen' Gedanken ...:....: eln. . i. - r - -Wjrf. Drch'nNderPäiMn! schrie er ihr mit gellender Stimme zu. i .--- e . .' In 'demselben. Augenblick -entzog biem Dampf gehüllte Maschine' ihm den.Ä'ttblick seiner Tochter.- ' '- :- - Dernglückliche Vater blieb entse'tzt ste hen. . Würde er seine.' Tochter ämLeben sinden.s , Ihm blieb' ein Schimmer von Hoffnung- übrige denn 7 sie war zart und schmächtig 'genug, um sich, 'wenn ' sie sich platt aus die Erde niederwarf, zu retten. Als ihr VaterIe'wiedersab lag sie zwi schenken beiden. Schienen idas Antlitz in den Sand 'gedrückt, mit ausgestreckten Ar men unbeweglich dä! Ihr Miner Hand' korb itand neben ihr! ' :;.':. .Mein armes Kind," murmelte der un glückliche Weichensteller; ein Longeron ein Querbalken eine Kette vom Gespann

wird ste gestreift haben. Mein Gott,wenn sie nur nicht todt ist!" :;. : Er eilte auf sie zu und bückte sich, um sie in seineArme zu schließen, als sie ihrtzaupt erhob. Ihre - blauen Augen und ihr rother Mund.lächelten ; ihre Wangen wa ren kaum blaß geworden. 7 Aufzuspringen,

ihrem Vater um .den Hals zufallen -war Eins. - : r. : - - Ach, Vater !" ries sie aus, w.elcheAngst Du mir bereitet hast " -( ; Er antwortete nicht die Freude erstickte seine Worte. - 7 r . Jch wußte,eS, daß ich, indem ich mich platt auf die Erde warf mein Leben retten würde," äußerte sie lebhaft. DeinFreund der Heizer hat mir oft erzählt, daß er einst auf solche Weise sich gerettet habe, und ich bin doch noch weit schmächtiger als er.Weine nicht mehr,Vater, ich habi nicht den geringsten Schaden genommen. Ich höre nur noch ein starkes Brausen vor den Oh ren in Folge desGetöses das die über mich hinsahrenden Waggons verursacht haben." Und als er sie innig an sein Herz preßte unfähig, ein Wort hervorzubringen, fuhr Pauline mit einer Beimischung von Stolz fort : - , . - kJch habe auch nicht den Kops verloren, Vater, denn ich babe sämmtliche schöne Goldstücke behalten, die jener Herr, der tzorhin mit Dir sprach, fallen ließ. Da ist auch eine Visitenkarte die seinen Namen trägt. Schade, daß ich noch nicht lesen kann.ich habe ihn nur halb zusammenbuch stabiren können. Du wirst ihm die Gold stücke bringen, nicht wahr, Vater?" Ja, ja, ich werde zu ihm hingehen," murmelte amvremer, uno er lou nur Rede stehen." Er umfaßte sein Kind und küßte es zärt lich auf Mund und Stirn. - . " " " . . , XV. Vater und Sohn. Hestige Schmerzen sind stumm. Nach dem Herr Lefebre die beiden Damen bis zur Hausthür geleitet hatte, ließ er keinen Seufzer aus seiner gequälten Brust empor steigen, keine Thräne in seine Augen kom men. DemPolizeidirektor gegenüber hat te er seineFaffung bewahrt, weil er sich den Schein geben wollte, als ob die gegen seinen Sohn gerichtet Anklage keine ernstli chen Folgen haben könnte; im Beisein der Damen hatte er sich sogar heiter benom men, weil er sie um jedenPereis beruhigen wollte und jetzt als er sich allein sah, sagte er sich blutenden Herzens, daß er, anstatt zu klagen seinen Sohn männlich vertheidi gen muffe. Denn er verhehlte sich nicht, trotzdem er ihn für unschuldig hielt,' wie mißlich seine Lage sei. Das Verbrechen hatte einen unglaublichen' Widerhall ge sunden und sämmtliche Zeitungen ergin gen sich in mystischen Vermuthungen 'über das Drama in der riie Panattie. Das Publikum war. anfge'regt, man fand es unerhört, daß der Mörder noch nicht'ent deckt sei und entblödete sich nicht, die Polizeiagenten der Lauheit, ja garder Besfech lichkeit'zu beschuldigen. WasWunder al so,.daß die Polizei und der Magistrat Al les aüsboten, um den'Schuldigen' zu er Mitteln'. - ; ; : ' - r Mit diesen Gedanken verließ er sein Haus. Beim Eintritt in die Präfektur fiel sein Blick zuerst aus Fergon, welcher in wartender Stellüngvör der Gesängnißthür pos tirt war. Herr ' Lefebre unterdrückte seine Gefühle -trat auf ihn zu und sagte wNnn, Du hast gestern "wieder - einen Trumps a'usgespielt.- O, ich bin Dir des halb nicht böse;' irren ist menschlich.' 'Der Fund der Brieftasche ist bewundernswür. dlg gegluckt üvd'' -ich' danke ' Dir' herzlich, daß Du die Angelegenheit so diskret--be handelt hast.' -' Me'in D ohn ist im Begriff sich 'zu -'verheirath'en und- ein öffentlicher Skandal würde ihm sehr geschadet haben. Jch-Hoffe' däs'Mißverstännib'in-höchstens einer Viertelssünde aufklären ' und - meinen Sohn mit'mir nach' Hause nehnien zu kön nen. Melde mich dem Direktor." - ' ' ' ' Fergon glaubte kaum seinenOhren trau 'en zu dürfen und er fragte sich, od der alle S f:LL.'cl wt i.m ff J.4t4 2:ejeoie Nicoi 0 viuhcii ii,vuß er juiicn Gedanken Raum geben könnte. ' Entschuldigen Sie,' HerrLefebre' flam melte.er,' Jhr Sohn befindet sich'.seit et', wä einer Dtüne.nicht ' viejhr irn Polizei 'gewahrsa'm,,sondtrn ist bereits derStaatsanwaltschafi überwiesen. ' . ,,Schon !1rief.derGreiS erblassend' aus. Diese Nachricht tras ihn wie ein" Donner schlag und durchkreuzte seine sämmtliche Pläne. Er hätte alles darum gegeben

wenn er seinen Son hättesprechen können bevor dieser ein -gerichtliches Verhör be standen, um ihn in ein vorteilhaftes 93er theidigungssystem einzuweihen, und jetzt hatte, er sich vielleicht in der ersten Ver'wir rung zu unbcdachtsamenAeußerungen hin reiben lasten,' die seine Schuld in den Au gen der Richter klarbew'esen. Während er sich ängstlich das Gehirn zermarterte, was Charles wohl im Verhör- ausgesagt haben möchte, erblickte er, aus seiner Sei: tenthür tretendem Direktor der Polizei und hinter ihm, zwischen zziei Polizisten und an den Händen gefesselt,' seinen Söhll ChaUes, bleich, vernichtet, mit gesenktem Haupte dahrnschreitend, wie ein zum Tode verurtheilter Verbrecher.' . Cbärles hatte bisher jetzt außer .demPolizeidirektor, den Polizisten und dem. Unterfuchungsrichter Niemand ' gesehen und kann man deßhalb seine freudige Aüfre gung ermeffen, als er, beim Eintritt in fei ne dumpfe Zelle, sich seinem Vater gegen über befand. Der Greis öffnete die Arme, schloß ihn an sein Herz und vermochte'vor Rührung kaum einige Worte über lseine Lippen zu bringen. Ein. leiseS . Geräusch in der anstoßenden Zelle überzeugte jedoch den erfahrenen ehemaligen Polizeiagenten, daß ihre Zusammenkunft überwacht wurde weshalb er sich Mühe gab, so gefaßt wie möglich zu erscheinen. . " Mein theurer Charles," redete er seinen Sohn an, Du stehst hier nicht vor Pöli zeiagenten, nicht vor einemUntersuchungs richter Du bist mit mir allein. Ich hatte mich für überzeugt, daß Dü unschuldig bist und daß Deine Verhaftung durch tu nen unverzeilichen Irrthum geschehen ist. Erkläremir die Nebenumliände, .verhehle

mir nichts." ' x " ' Der junge Mann bebte zusammen, seine Züge : verzerrten stch sein Antlitz ward aschgrau. Er kämpfte augenscheinlich ei nen schweren Kampf gegen' widerstreitende Gefühle und konnte sich, nach einer Pein lichen Pause,' nur zu der . Erklärung ver stehen : .""..'. . . . - .'. . ' Jch.habe nichts aufzuhellen,mein bester Vater; Du weißt es wessen man mich bcr ' . w 1 . rn 1 t IcDuioigi. yvu wrro aucy meme nennet digung bekannt sein, da Du mit meivem Ankläger persönlich 'gesprochen hast." Von dieser Erklärung wie betäubt, wich Herr Lefebre einige. Schritte zurück u. ries aus: ' Habe ich ?echt gehört? Täuschen mich meine Sinne? Wie! Du befindest Dich vnter einer schweren Anklage die. Dich der Nichten kann und das einzige Wort, daö Dich retten könnte. Du weigerst Dich, es auszusprechen, während wir doch jetzt ohne Zeugen sind, währendDu nicht zu besürch ten brauchst, daß eine unüberlegte Ant wort auf die Waagschaale' gelegt werden wird." - ' ' 7 Ich habe versucht, mich zu.rechtfertigen es ist mir mißlungen, und ich werde 'von nun an keine weiteren Schritte zu meiner Rechtfertigung thun." ' ' Du willst Dich also selbst in5 Verder ben stürzen, willst daß Dein armer Vater, der Dich stet's 'auf den Händen getragen hat,- vor Kummer und .Schande m die Gruft sinken soll? Habe ich das um Dich verdient ? Darfst Z D auf solche Weise die Liebe ' Deiner trauernden Braut 'per .gelten?" ' Der junge Monn fuhr vus dieser An deutung wie aüs einem bösem Traum im por. . ; . ; ' : ; : : ; Adeline," seufzte erhast'Du 'sie ge sehen'?- - ' '. Allerdings habe ich sie gesehen ;. sie kam diesen Morgen. .Mt-ihrer Mutter in aller Frühe zu mir. Die" unglücklichen . Damen haben eine entsetzliche Nacht verlebt 'Aber es gelangmir, sie zu berühsgen as mir um so leichter ward,'als siegest an Deine Unschuld' 'glaubten. Ich habe versprochen Dich heute Abend 'zu ihnen zü führen, 'sie erwarten .D.ichl !f.' 'l-; ' , Charles senkte sein H.aupt aus die' Brust . i f J , . - . --- ' - - herab. ' j : Mein Sohn-, .ergriff der.Greis wel cher suhlte, daß .ex das'. Rechte "getrofien, wleder'daS.WortAd zählt so sicher aüs Deine Befreiung, daß' sie mir. biim Abschiede ins Ohr- geflüstert hat : Ich. wer. dewenn-.ich.ihn - wiedersehe so - glücklich seindaß ich nicht dett Muth habe,-ihu'zu scheltm nurmuß et mir- erklären, weshdlb eran ieinem.Herzett da Bild einer ktttN den '.Dame ssetragen hat." . ' . ) ; : Hat: ste Dir das gesagt 7 HatPe von dem Portrait gesprochen Vater?"- ' ' : : '3a;unö ich bin überzeugt daß es 'Dir leicht werden wird, ihre Eifersucht zu .beschwichttgen, da Du die Engländerin yelcher ei!r Engländer erdolcht dat, nicht kennst so wenig wie den Mann, der in der rue Panattiere erschlagen worden ist. , j (Fortsetzung folgt.) i j

Für Inserate ist die Ncdak tivn nicht verantwortlich.

Von V. Mürenberg.

z Ick glaubte, solches Zeug nahmt Ihr gar nicht auf," bemerkte ein junger Mann, ; der .eben im Redaktionszimmer-die neueste Zeitungsnümzner durchblätterte. ' ' ' -1 WassurZeug?1 srapttder Redakteur'. ein lnoch hübsch'erMann 'von etwa fünf undvierzig Jahren. , , , Ei, dies : ' Ein 'junger Mann vonan

genehmem-.Aeußern, bemittelt und inLUter Stellung,' suchr.die - Bekanntschasi' einer jungen Dame zum Zweck einer event.-Ehe- j schlikßung. Haüptbedingungen sind Sit ' tenreinheit und ein liebevolles Herz. Adresse : Laurence, Bureau d. Bl." ' Ach so, das", entgegnete gleichgiltig der Redakteur,' versteht sich lieberFreund,der gleichenbezahlt sicham besten." Aber wenn man' die möglichen Folgen erwägt".. '-y Dasür'ist die Redaktion nicht verant , wortlich," ergänzte der Andere. . ' J'. Wie manches schwärmerische Mädchen kann damit gefangen werden !" 'Pah, ein Mädchen besserer Art'wird es gar nicht beobachten!" antwortete der . Redakteur mit Zuversicht. Und diejeni' gen, die es thun, würden auch ohr.eoies Gelegenheit genug finden, um aufJrrwege . zu geratben, verlaß Dich darauf." ' " Der Besucher schüttelte den Kopf Es scheint mir der Staats ' Zeitung" un-A würdig." . Ader die Staatszeitung" muß leben !" rief Jener lachend, und ich auch ! -Willst Du bei mir esien?" , ' jl 1 1 ,','; : Der Besuchende .hatte eine Abhaltung. , und Gordon.vder ReoakteUr,' ging ' allein, ohne weiter an das Inserat zu denken. Er war eine heitere Natur, dem.weder sein ' einträglicher Beruf noch 'das einzige Kind, ein Mädchen, welches der Schule - nicht völlig entwachsen, war, besonderen 'Kum''' mer verursachtes Zwar hatte er vor vielen Jahren seine Frau verloren, doch hatteie. Zeit längst diesen Schmerz gelindert-und . es war dem Wittwer geglückt, sie wenig -stens für seine Tochter Lilly durch leine vorzügliche Erzieherin und, Gesellschafterin annähernd zu ersetzen. - Mit Freuden dachte er an die Zeit, wo er Lily, deren Schönheit von Kindheit an eine bewundernswürdige war,' in die Ge ' sellschaft einführen werde. . Er hatte sie sehr sorgfältig erzogen. Stetö zu Hause gehalten, besaß sie fast keine intime Schulfreundin und jetzt, in ihrm sechszehnten Jahre, hatte sie noch kein Ver gnügen kennen, gelernt, als, hin und wieder einen Abend im Theater, an-der Seite ihres Vaters. '- ' : ' s- . .. Gleich einer fostbarenPflanze sah sie sich von allen Siuen eingezäunt; aber die schlanke Rebe begann, wilde. Ranket nach Lust und Sonnenschein auszusenden. Daö weiße Kätzchen , wollte ; zur ' Unter (. Haltung nichts mehr genügen, .kurz,, Lily fing an, die .Monatonie .ihres Lebens -zu sühlen-. " j Siesaß .am Fensilr als', rl'Vater eintrat, den Blick in die weiie Ferne ge, rileUMrt'Ws kj MllllirjiOi . Nun, Lily rief er heiter, wie geht es 5)ir.hcute?V :Q.i''.'j . . Z - O, wie jeden. andern Tag," antwortete sie mit unterdrücktem Gähnen.' Weißt Du, .Papa dpß ich inachsten: Monat, sechs? zehn werde, und daß, wenn man sechszehn K Jahre immer dasselbe gethan hat, cö zuletzt langweilig wird?" -i Mein Gott, Kind,was verlangst Du denn?, Was fehlt 'Dir?.-, . Nun, eine Beschäftigung, einen Beruf, meine ich." . . , Kann ich'Dir nicht kaufen kenne den - Laden-nicht im . crwieoette orbon'lachenl). 'Und wenn ich' könnte, . 1o weiß ich. nicht. - ob- ich'S' thun würde. ' Wan' noch ein Jährchen, bis Du In die Gesellschaft ein trittst, dann, wild.stch das schon geben." ) Hier tratFräulein Gillmöre ein und Lily ' sagte nichts -weiter, .denn sie besann,, sich. daß, ihr.die.Gouvervante.die-.Uebersetzung , eines deutschen Dramas als Mittel gegen die Langeweile .empfohlen hatte. ; Der " Vater semerseltS versprach lhr sie am morgendem Abend in's. Theater zu führen. UM Romeo und Julie zu sehen' und begab sich ttseinenKlu, überzeugt, seine'Schuldigkeit in vollem Maße gethan, zu haben - und Lily verbrachte mit Fräulein Gill more-wieder Einmal einen recht infamen . Abend. ' - 'Die Einpfe'rchung hatte ihre Phantasie gereizt, so daß die tollsten Einfalle eine Art Zauber aus sie übten. Jetzt, die

c