Indiana Tribüne, Volume 2, Number 9, Indianapolis, Marion County, 11 October 1879 — Page 1
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Jahrgang 2 No. 9. Ofsiee: (Stfe itcle u. SJlerlblamStrasie. Lausende No. 61. Indianapolis, Indiana. Sainstag, den 11. HKtoöer 1879. '''
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NeSee MMöV.n. Gös.
HADISON AVENUB, Indianapolis, Intl., Brauer von Lager- und des rühmlichst bekannten Tafel-Biers.
Der Jesuit. Es geht ein finstres Wesen um. Das nennt sich Jesuit; ES lächelt nicht, ist still und stumm, Und schleichend ist sein Schritt. Es hat nicht Rast und hat nicht Ruh ! Und hat ein bleich Gesicht,. Und drückt am Tag die Augen zu, AIS beiße es das Licht. Es träzt ein langes Trau'rgewand, Und kurz geschorenes Haar, Und bringt die Nacht in jedes Land Wo schon die Dämm'rung war. - Es wohnt in einem öden Haus, Und sinnt auf neuen Zwang. Und blickt es in die Welt hinaus. So wird der Menschheit bang. Und JesuS trug ein farbig Kleid, Und seine Brust war bloß, Und was er sprach war Seligkeit, Und waö er that war groß ! Drum, seh ich solch 'neu Finsterling, So fällt mir immer ein : ' Wie kann man solchem wüsten Ding So schonen Namen leih'n! Humanität und Barbarenthum. Unser Zeitalter zeichnet sich durch Eigen thümlichkeiten, welche mit der so viel ge rühmten modernen Bildung und Gesittung schnurstracks in Widerspruch stehen,' sehr zu seinem Nachtheile aus. Humanität und Liberalismus" heißt die Losung in Jedermann's Munde, ist die Inschrift an den Wegweisern, wo die Reisenden und die Wege sich kreuzen. Die Reisenden aber folgen den Straßen nicht, welche die Weg weiser als zum Ziele führend bezeichnen; und das Wort auf den Lippen ist keine entsprechende Bürgschast für die entsprechende Verwirklichung durch die That. Die schöne Redensart wird stereotyp, be deutungslos; die Gewohnheit macht sie so werthlos, wie das gedankenlose Ableiern des Vaterunser". Und da die Extreme bekanntlich sich berühren, so sieht man die Inhumanität und Intoleranz den Herr scherthron usurpiven, gerade da, wo durch die Marktschreierei von .Humanität und Liberalismus" der Versuch gemacht wird, die aus der Vergangenheit noch übrig ge bliebenen Flecken am eigenen Körper zu bedecken. Mordthaten häufen sich. Mordprozesse sind an der Tagesordnung, Todesurtheile werden im Munde der Richter geläufig, der Hängemann macht gute Geschäfte. Ein tägliches Zeitungsblatt ohne mehrere hierauf bezügliche Nachrichten gehört zu den Seltenheiten, ein Zeitungsblatt ohne eine in diesen Artikel" einschlagende Mit
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neuen Einrichtungen. g ''' -. . vA ,u -vJ.. -.kvi'z? n ii i ,. A WÄMM 7,'" -i-- rT-T-;, -,.. f, - r l' j - 5ü-t .-w. .-.-w T-'---; theilung . giebts nicht. Die Schwarzen werden als Bestien" gehängt, als Missethäter" trotz religiöser Erziehung die Weißcn; unv Richter Lynch übernimmt's nicht selten, kurzen Prozeß zu machen" und neben den Schuldigen auch Unschuldige zu expediren. Dabei thun wir unS auf unsere Humanität und unseren Libe ralismus, auf unseren Fortschritt und unsere Gerechtigkeitsliebe recht viel zu gute und nennen die nicht civilisirten Menschen Barbaren. Barbaren ! So nannten einst die Griechen alle nichthellenischen Völker, alle diejeniqen, welche nicht aus dem Born eines Aeschylos, eineö Sophokles, eines Euripides getrunken hatten, alle diejenigen, welche nicht ihren Schönheitssinn an den erhabenen Schöpsungen eines Phidias, Alkamenes, Praxiteles, Lysippus heran gebildet hatten, alle diejenigen, welche keinen Sinn hatten für die beißende Satyre eines Aristophanes. Damals lag also dem Worte Barbaren" ein ganz bestimmter Begriff zu Grunde. Anders dagegen heute, wo von Vielen das Wort Barbar" nur in Hinsicht auf andere angewandt wird um ihr eigenes Barbarenthum zu verdecken. Es ist richtig, wir haben es herrlich weit gebracht" in diesem neunzehntenJahrhundert. Die Fortschritte, welche auf dem Gebiete der Industrie mit Hülfe der Chemie, Physik, Mechanik gemacht worden sind, sind staunenswerth. Erfindungen, welche.vor fünfzig oder hundertJahren der kühnste Gedankenflug nicht in daS Gebiet der Möglichkeit zu ziehen wagte, erscheinen jetzt als etwas ganz Alltägliches. Riesenleistungen, an denen sich das ganzi Men schenleben eines Riesengeistes verzehrte, vermögen uns kaum eine flüchtige Beachtung abzunöthigen. "Nil aäriairari". heißt es heutzutage. Es giebt eben in der zweiten Hülste des 19. Jahrhunderts zuviel zu bewundern, und eS ziehen daher eine Menge Menschen vor, gar nichts mehr zu bewundern. Dagegen blicken sie allerdings mit um so größerer Verachtung auf die Völker herab, welche von der modernen Civilisation noch nicht beleckt sind, und schelten sie Barbaren. Und doch braucht man sicherlich nicht nach Afrika oder nach Australien zu pilgern, um aus eigensterAnschauung kennen zu lernen, was Barbarenthum ist. Inmitten unserer eigenen gepriesenen Civilisation finden wir dasselbe zur Genüge vertreten. Ja, fast will es scheinen, als ob in demselben Grade, in welchem die Civilisation eines Volkes sich steigert, sich um so heftiger die Rückschläge in die tiefsten Abgründe derBarbarei vollziehen. Solche Gestalten z. B. wie der Knabe Pomeroy,
welcher feine Gespielen, seine anscheinend liebsten Kameraden zu morden pflegte, nur zu dem Zwecke, um sich an ihren Todesquälen zu weiden, finden unter den barbarischenVölkern Afrika's undAustralien's kaum ein Seitenstück. JenerKnabePomeroy steht aber noch dazu keineswegs vereinzelt da. Hat doch beispielslos erst vor wenigen Tagen der 16jährige Georg Baumgarten in der Nähe von Edgarton, Wisconsin, dem Leben eines fünfjährigen Knaben, dem Sohn seines Brodherrn, in der denk bar grausamsten Weise ein Ende gemacht, ohne daß auch hier ein. anderer Antrieb, als der eines tigerhasten Blutdurstes, ersichtlich wäre. Wahrlich, die Kehrseite unserer gepriesenen Civilisation ist eine sehr'dunkle, und es thäte noth, daß unsere Resormer das Wort Humanität und Ausklärung" weniger auf den Lippen führten, dagegen mehr thäten, um wahrer Humanität und Ausklärung" eine Gaffe zu bahnen. (St. Jos. Vksbl.)
Der europäische Militarismus. Aus einer Schrift,, die unlängst unter dem Titel: Militärstatistische Tabelle aller souveränen Länder der Erde erschienen ist, bringen einzelne Zeitungen Mittheilungen, welche einer niederschmetternden Anklage gegen den Militarismus gleichkommen. Wir glauben nun gern, daß diese Zeitungen eine solche nicht beabsichtigten, aber sie ist- geschehen. Es heißt da in der Zusammenstellung : Eine erstaunlich große Summe von Menschen repräsentiren allein schon die Fricdensarmeen in Europa .Die kleinste Armee in unserem Erdtheile hatMontenegro, nämlich 100 Mann; dann kommt Luxembürg mit 513 Mann, hierauf Serbien mit 4222 Mann, alsdann Rumänien mit 11,613 Mann; beinahe gleich mit letzterem Staat steht sich Griechenland, welches 12,000 Mann zählt ; nach ihm kommt Däne, mark mit 18,106 Mann, Holland mit 32,000 Mann, Portugal mit 35,733 Mann, Schweden mit 36,501 Mann, Belgien mit 45,970 Mann,Spanien mit100,000Mann, die Türkei mit 150,000 Mann, Italien mit 220,690 Mann, Oesterreich-Ungarn mit 292,191 Mann, Deutschland mit 418,821 Mann, Frankreich mit 496,351 Mann, und endlich Rußland mit 575,000 Mann. Die Stufenleiter von Montenegro bis Rußland ist gewiff intereffant Zusam men geben alle genannten Zahlen eine eu ropäische Friedensarmee von 2,437,444 Mann. Rechnet man hierzu noch die Kriegsmarinen mit circa 100,000 Mann. so erhöht sich die Summe auf 2,537,000 Mann. Diese Totalsumme von Soldaten bt darf alljährlich zu ihrer Erhaltung unge 1500 Millionen Gulden ö. W. Nimmt man nun an, daß jeder dieser kräftigen Männer täglich mindestens einen Gulden durch seine Arbeit verdienen würde, so repräsentirt dies einen wirthschaftlichen Verlust von 949 Millionen Gulden, wozu noch die Arbeitskraft von 400,000 Cavalle riepferden zu rechnen sein würden Rechnet man den Arbntsentgang zu den positiven Kosten, so ergeben sich 2,500 Millionen Gulden ö. W. oder 5.000 Mill. Mark jährlich, oder täglich 9,6 Mill. oder stünd lich 287,000 Gulden." Zunächst wollen wir bemerken, . daß Großbrittannien mit .einem stehenden europäischen Heere von 120.000 Mann in der vorstehenden Zu sammenstellung nicht angeführt worden ist. woourch sich die angegebenenZahlen noch um etliche Millionen Mark erhöhen. Aber weiter: Was war daö für ein Geschrei, als Frankreich 1871 an Deutschland 4000 Millionen Mark Kriegsentschädigung zah len mußte; vor solchen Summen schwin delten den Leuten die Köpfe unö hier, aus dieser Zusammenstellung ersieht man daß jedes Jahr der Milittarismus in E. ropa noch eine Milliarde mehr verschlingt. als jene coloffale Kriegskostenentschädi gung betrug. Wenn einzelne europäische Staaten der Verarmung entgegengehen, wenn das Volk kaum noch den Steuerdruck
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Solcke. die VianoZ oder Oraeln iu kaufen wünschen, den unseren Lorratk als den arttten der
Stadt sowie de S:aate finden, und zwar zu den niedrigsten Preisen, wenn Güte derselben in Betracht kommt.
Decker Bros. DIAIIslO und Fischer s ' ertragen kann, dann ist zum größten Thell der Militarismus daran schuld. Wohl hat derselbe seine Blüchezeit hinter sich. da die einzelnen Ländtr auf die Dauer eine so schwere Rüstung nicht ertragen können, da es ihnen ergchen wird, wie den beiden Löwen in der Fabel, die sich bis auf die Schwänze auffraßen ; aber ist den Völkern damit geholfen ? Werden dieselben nicht völlig zu Grunde gehen in diesen Rüstungen ? . Wir hoffen, daß das Volk Kraft genug hat, den Militarismus zi überdauern; mögen solche Hoffnungen sih erfüllen. Für das Beten und daZ Kirchengehen scheinen die Londoner keine besondere Vorliebe zu haben. Für die nahezu vier Millionen Einwohner sind nicht mehr als eine Million Kirchensitze vorhandm, und selbst diese füllen sich nur zum dritten Theile. Nun, wir haben nichts dagegtn, würden es sogar den Wenigen nicht verargen, wenn auch sie die Kirche links liegen ließen. Immer mehr Licht !" eue Anzeigen. Germania Garten. Ar88e8 1'roi-Lonevrt gegeben vom neuen Park Theater Orchester am Sonntag, 12. Oktober. Anfang prklciS 7 Uhr. IS" Den geehrten Concert.Besuckern zur gefälligen Nachricht, daß ich zur Beaufsichtigung der Fuhrwerke eigen emen Pttvat'Ponceman angexellt yzve. Ebenfalls taufen Street.Ears von allen Richtungen bi zum Garten. Christ. H. Stein. Wieber-Gröffnung oer Mion-Kalle ! No. 133 Ost WashingtonStr. (früher Math. Lehrritter.) Dem geehrte Publikum und meinen früheren Frunden und Bekannten im Allgemeinen zur gef. Notiz, daß ich die bekannte Union Halle übernommen habe. Die besten Getränke und Cigarren stets an Hand. CST Kost bei der Woche oder einzelue Mahlzeiten. Warmen Lunch jevm Tag. 3 Die Zimmer für Gäste und Kostgänger sind aus's Beste und Angenehmste einge:ichtet. Was Küche und Keller anbelangt, werde ich das Beste liesern. Wm. Js?e. Blclianlscm & Kotlie. FeuerVersicherungs - Agentur. Zimmer No. 14, Falöott Vkoü, N. W.Ecke Pennsylvania und Market Str. Folgende Compagnien alle erster Classe werden repräsentirt : Vhenix . . New York. Guardian . . London. Hamburg-Magdeburger Deutschland. Firemeuö . . Dayton.
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UAßMaOleVö! ! ! Geehrte Damen ! Wir sind jetzt vor bereitet, Ihnen eines der gewähltesten und modernsten Lager in Putzmacher-Waaren zu zeigen, wie es nie zuvor in der HoosterHauptstadt ausgestellt wurde. Wir haben eine ungewöhnliche große Auswahl von besetzten Hüten und Bonnets in jeder denkbaren Schattirung und Mode vorräthig. Ferner ein großes Affortiment von Bändern, Federn, Velvets, Dekorationen und kurz jeden Artikel, der nothwendig ist, um eine Collektion herzustellen, die. dieses anspruchsvollen Marktes würdig ist. Das beste bei Allem jedoch ist die Thatsache, daß wir diese Waaren billiger verkaufen können, als im letzten Jahre. Die Damen der Stadt und im Staate sind achtungsvoll eingeladen, Mrö. Thomas zu besuchen, welche sich ein Vergnügen daraus machen wird, die vielfachen Schönheiten in ihrem Departement zu zeigen. L. S. ATßES & CO., 33, 35 & 37 West Washington-Straße Indianapolis, Ind. , WAMschAlö des Jndpls Soc. Turnvereins unter Leitung des Turnlehrers Kugo anher. Unterrichtszeit für , Knaben-Classen : Dienstag don 4 bis S Uhr Nachmittags. Samstagö van 8 bis iy2 Uhr Nachmittags. NädcheZl'Classen : Mittwochs von bis 5 Uhr Nachmittags Samstagö von li 3 Uhr Nachmittags. Damen-Classe: Samstags von 1 bis 5 Uhr Nachmittag.' Die älteren Knaben von 14 bis 18 Jahr (Zöglinge) werden wie bisher, mit den älteren Turnern, am Montag und Freitag Abend von 8 9 Uhr unterrichtet. Der Preis beträgt xer Monst: Für l Kind. . 25 Cents Für 2 Kinder 45 Für 3 Kinder 60 Für 4 Kinder 70 . Jedes weitere Kind 10 Cents per Monat. Anmeldungen werden entgegengenommen bei C.Vounegut, C.Hedderich, J.Karle, H. Lieber & Co., Maas & Kiemeher und in der Turnhalle beim Turnlehrer Hugo P a u e r. Zur gef. Nottz'! i Meinen Freunden und Gönnern zur gef. Notiz, daß ich den so lange don mir gehaltenen Wein-und Bier-Saloon 191 Ost Washington Str , wieder übernommen habe und ich auch in Zu kunst um ihre Gunst bitte. Tobiaö Wender.
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