Indiana Tribüne, Volume 2, Number 8, Indianapolis, Marion County, 4 October 1879 — Page 7

7

Schnell sprang sie auf, wandte sich um und ging. O, sie wubte eö, wie sehr, wie sehr der arme Bursche sie liebte und er fühlte eS, auch sie liebte ihn wieder!" Da stürzte er ihr nach und siel ihr zu Füßen nicht wahr V .Falsch ! Er siel ihr nicht zu Füßen ! Aber die Geschichte ist doch nun aus!" und Warren Iah so melancholisch, so an gegriffen aus, daß Sutton erschrak. .Was? Die Geschichte ist aus? Unsinn ! Nur weiter mit dem Liebesleid und 3 Hochzeit, denn so etwas soll ja doch kommen, wie ich Dich verstanden habe." Ja, so etwas kommt und deshalb ist die Geschichte aus !" jftcin, nein, gieb nur den üblichen Schluß zum Besten " Einen Schluß hat eö wohl, ob es aber der übliche ist, weiß ich nicht. Mir kommt er sehr ungewöhnlich vor!" Nun, lieber Warren, wie war er denn ? laß hören!" Well, der arme Bursche stand da, die blaue Blume in der Hand und starrte auf den Platz, wo Vally geknieet hatte. Es

war ein schrecklicher Tag sür ihn. Dann

folgten noch zwei andere. Die Mädchen kamen nicht. War es denn wirklich Trennung, Abschied sür immer? Er konnte es nicht glauben. Er wollte es nicht glauben. An jedem Morgen lief er in den Park. Endlich am drittenTage kamen Valley und Helene wieder. Vally war ein süßer Engel,, aber so wehmüthig! Helene nahm dagegen eine sonderbare Haltung an. Sie that so vornehm und doch war nichts Gemachtes in ihrem Wesen. Der Student hatte allerlei Gedanken und sonderbarerweise sühlle er sich eingeschüchtert, erschreckt. Sie blieben nicht lange. Helene trieb zum Abschied und Vally gab dem jungen Manne zum erstenmal die Hand. Er sühlte etwas in seiner Rechten. Die Damen verschwanden und er laS. " Einen Liebesbrief mit Anweisungen, wie man zu Papa und Mama zu gehen habe, denn das heimliche Wesen sühre ja zu nichts. Nicht wahr, der langsame Student sollte graduiren?" Falsch ! Es standen nur wenigeWorte aus dem schmalen Pagierstreifen : Heute Abend 6 Uhr, hier." Well, well, mit überraschend.en Eltern im Hintergrunde. So ging es mir näm lich, aber es hat mir heute noch nicht leid gethan; ich war zu schüchtern, weißt Du m Der junge Mann erschien zu rechter Zeit. Er hatte die besten Pläne zurecht gelegt. Er war zwar nicht sehr reich aber konnte doch der Wahl seines Herzens sreudig und ungebundrn folgen. Er wartete eine Stunde " Aha!" Er wartete zwei Stunden ! Da kam sie, athemlos, in schrecklicher Hast. In abgerissenen Worten nahm sie Abschied von ihm für immer!" Für immer?" So sagte sie und es ist wahr geworden. Ihre Augen schwammen in Thränen, ihre Wangen waren bleich wie Lilien. Sie beschwor ihn, daö Geheimniß ihrer Be kanntschast aus ewig zu begraben. Sie flehte ihn an. Alles, Alles zu vergessen. O, er sollte Vally vergessen! Sie war im ergreisendsten Ernst. . Nichts von Coquetterie oder affectirten Wesen. Echt deutsch, echt weiblich forderte sie ein Opfer, da sie ein schweleres'zu bringen gezwungen wurde l" Armes Ding ! sollte gewiß irgend Jemand heirathen !" Sie sagte, daß sie die Cousine und Ehrendame der Prinzessin von A . . . . sei, welche den Fürsten von Ronau hei rathen würde." Was sagst Du? Prinzessin?" rief Sutton und sprang vom Stuhl auf. . Ja wohl! Prinzessin Helene, sagte sie, würde die Gemahlin des Fürsten von Ronau und sie müsse bei ihr bleiben, als Ehrendame. Dem armen Menschen schwindelte der Kopf. Er hörte etwas von politischen Heirathen von einer strengenMutter," vonmem ungeliebten Gatten", von Standespflichten", ver stand aber nichts. Vally vergoßThränen ströme als sie das Schicksal ihre? Bebau ernswerthen Cousine in wenigen Worten schilderte. Ich soll Ihnen sagen," sprach das liebe Kind, daß sie Jemanden liebt, so von Herzen liebt, den sie nie vergessen wird, wenn sie ihn auch nie wiedersehen darf!" Wie stand es denn aber mit ihr selbst V fragte Sutton gespannt. (Schluß folgt.)

Auö dem Staate.

7 In Martinsville erschoß vor einigen Tagen der Barkeeper Lenear den jungen F. Fleitz, einen Metzgergesellen. Die bei den jungen Leute hatten schon lange einen Zorn auf einander. Fleitz war mit der Schwester von Lenear zu vertraut gewesen und hatte in einer Vaterschaftsklage dafür büßen müssen. Dies scheint besonders bei Fleitz böses Blut hinterlassen zu haben. Er kam am Tage des ConfliktS in die Wirthschaft und gerieth beim Poolspielen mit Lenear in Streit, was zur Folge hatte, daß er hinausspedirt wurde. Er süllte dann seine Tasche mit Steinen und band einen in sein Taschentuch. Als Lenear Abends das Geschäft schloß und nachHause ging, attakirte er ihn, worauf dieser einen Revolver zog und Fleitz erschoß. Er übergab sich dann den Behörden, wurde aber freigelassen, da Niemand eine Anklage gegen ihn einreichen wollte. il Die Richmond Volkszeitung" be richtet : Lizzie Meyer, die bei Conduk teur Higgins dient, wurde am Mittwoch Abend sehr in die Angst gejagt. Sie war allein zu Hause und als sie nach ihrem Zimmer ging, um sich zur Ruhe zu begeben, bemerkte sie eine Hand und einenArm, die unter dem Bette hervorragten. Sie lies so schnell wie möglich davon und ging nach dem Hause von John Fryar, der nebenan wohnt. Beinahe ohnmächtig vor Angst erzählte sie, was sie gesehen und dieser in Begleitung seines Schwiegei' sohnes ging mit ihr nach Hause zurück, um die Sache zu untersuchen. Zu ihrem Erstaunen fanden sie wirklich einen Mann unter dem Bette fest schlasen. Er wurde sogleich hervorgezogen und es stellte sich heraus, daß es ein junger Mann Namens Gaß war. Er war stark betrunken und er konnte nicht erklären, wie er dorthin kam. Er wurde dann hinausgebracht und zwei jungen Männern übergeben, die ihn kannten. ? In dem Städtchen Little York wurde Eliaö Grimes am Mittwoch von Geo. Jones, einem 24jährigen jungen Manne, aus der Kirche der dortigen Christlichen Gemeinde gerusen, und als er kam, winkte dieser ihn um die Ecke und begann dann ihn ohne ein Wort des Streites oder der Erklälung, mit einem Messer zu tranchi ren. Er brachte ihm 5 Wunden bei, von denen eine in der Schulter sehr tief und wahrscheinlich tödtlich ist. Jones soll schon mehrere solche Streiche verübt haben. 1T Auö der Nähe von Brooksburg wird ein ächter Gelbsieberfall berichtet. Alfred Hayes kam vor einigen Tagen aus dem Süden gesund zurück, in der folgenden Nacht stellte sich Fieber und Dilirium ein. Zwei Aerzte, welche gerufen wurden, er klärten die Krankheit bestimmt für gelbes Fieber. ? Frau William Wagner in Gosben versuchte am vorigen Dienstag Abend Selbstmord zu begehen, indem sie eine starke Dosis Morphium nahm. Ein Arzt wurde gerufen und es gelang demselben, die Frau zu retten. Häuslicher Unfriede ist die Ursache. ? In South Bend ist man aufgebracht über den alten Blue Jeans", weil er Tom Campbell, der von dort auf 3 Jahre wegen Vergewaltung eines 19jährigen Mädchens nach Michiqan City geschickt war, begnadigt hat, nachdem derselbe erst Jahr absaß. Das Verbrechen war unter den erschwerendsten Umständen begangen, und in Folge davon spricht man von dieser Einmischung des Gouverneurs nicht sehr freundlich. Muskeln und richterliches Urtheil. Eine aufgeregte Gerichtsverhandlung fand in GreenSburg statt, bei welcher Friedens richte? Roszell den Vertheidiger, Anwalt Fischer in Strafe nahm und nach der Jail schicken wollte. Fischer gerieth ebenfalls in Ausregung, streifte die Rockärmel auf und erwartete das Weitere. Es fand sich aber kein Constabler, welcher den KampfHahn verhaften wollte und so steht die Sache noch jetzt. Paris, 28. Sept. Die Republique Francaise veröffentlicht daö Folgende unter Vorbehalt: Lord Salisbury gab während der Unterredung mit Wadding ton diesem die Versicherung, England werde sich bemühen, für Griechenland die bedingungslose Abtretung von Janina zu erlangen.

Im päpstlichen Bann. Unter diesem Titel erzählt ein Feuilletonist des N. P. I." von einem kleinen siebenbürgischen Ort, Namens CzikSzentDomokos, des sen Bewohner seit dem Jahre 1599, also seit nunmehr 280 Jahren unter dem päpstlichen Bannstuche (excommunicatio major) leben. Mit dieser fürchterlichen aller kirchlichen Maßregelungen wurde daS unglückliche Dorf von Clemens VIII. für die im Weichbild von Szent-DomokoS stattgefundene Ermordung des Cardinals Bathori gegen besten kirchliche und weltliche Herrschaft sich damals ganz Sie benbürgen im Aufstand befand bestraft. Die Gemeinde wurde durch den Fluch vollständig isolirt, man wich den Männern von Szent'Domokos auö und freite kein Mädchen desDorfes. Zerschlug derHagel die Saaten, Niemand hätte es wagen dür fen, den mit päpstlichem Interdikt Behas teten Brotfrucht zu verkaufen. Hungersnoih und Armuth stellten sich ein. Da versuchten die Szent-Domokoser auszuwandern, aber die Leute aus den umlie genden Ortschaften trieben sie mit Plügeln zurück, und der Eine oder Andere, dem es trotzdem gelungen war, den Cordon zu durchbrechen, wurde aufgefangen und als Satansknecht verbrannt. Nach der im Jahre 1607 ausgebrochenen Pest waren nur noch 65 Bewohner des Ortes am Leben, die, des unerträglichenLooses müde, an den Bischof von Karsburg Gesandte schickten, sich zu jeder Buße bereit erklärten und ihn baten, sür sie in Rom zu interveni ren, damit der Bannstuch zurückgenommen werde. Der Bischof versprach ihnen seine Hülse, auferlegte aber der Gemeinde vor erst eine hundertjährige Fastenzeit. Die Szent-Domokoser nahmen zwar die lange Buße an, als sie aber bedachten, daß ihnen alle Enthaltsamkeit und Geißelung nichts nützen würde, wenn es einem ihrer Nach kommen einfallen sollte, es mit denFasten speisen nicht so genau zu nehmen, wie es der Austrag des Bischofs erforderte, nah men sie es auch nicht so genau damit, und als die hundert Jahre um waren, wer konnte da beweisen, daß die Buße getreu lich erfüllt worden war ? So kam es, daß auch dann der Kirchenbann nicht von Szent-Domokos genommen wurde, und die Insassen des Ortes leben deshalb bis auf den heutigen Tgq noch im päpstlichen Interdikt.

Dr arme Kamerad. Ich hatt' einm Kameraden, Einen besseren find'st du nit. Die Trommel schlug zum Tanzen, Wir gingen durch die Schranzen Im gleichen Schritt und Tritt. Da kam ein Blick geflogen. Eilt er ihm oder gilt er mir? Er fühlt sich hingerissen, Er liegt zu ih en Füßen, Als wär'ö ein Stück von ihr. Ich will die Hand ihm reichen. Jedoch eö war zu spat; Denn eh' der Tanz bertobet, Da war er schon verlobet, Der arme Kamerad. Verkehrter Wegweiser. Humanität und Christenthum Schreibt riugs man auf die Fahnen Und schlägt dabei die Menschen tobt, Um christlich sie zu mahnen. Humanität nd Christenthum! Ja, solche Worte packen. Die Phrase setzt damit den Fuß Der Menschheit auf den Nacken. Darwinischeö. Ob Pflanzen oder Thieren entstammt,' Was braucht un daö zu scheren? Wollt' nur den Menschen furderhin Daö Mensch sein eifrig lehren, Und was er erlernt, das möge er, Doch endlich ganz begreifen, Um nicht fast jeden Augenblick An'S Thierische zu streifen. Wie'S in der Welt geht. Auö dem Garten zum Lampenschein Fliegt und schwirrt kleines geflugeldeSVolk herein. Verbrennt sich so mancher hitzige Wicht Flügel, Leib und Leben am Licht. Da ist ein Bild, die'ö geht im Leben, Alle wollen zum Glänze streben, Aber'ö ist ihnen weniger um, Licht zu thun, Alö im warmen Strahl des Glücks zu ruh'n. Da streben sie hin mit Füßen und Handen, Um meistens rühmlos und schmählich zu enden.

Kein Podagra, Neuralgia oder Rheumatismus mehr. Sichere Kur. Jede der obigen Krankheiten wird aai dem örxer getrieben und gSn,lich verbannt durch eine von einem medizinischen Gelehrten in Deutschland Dr. M. von Thane bon Berlin erfundenen und angewandten Methode. Dies ist keine Patent.Medizin, sondern daS Recext dieses eminenten Chirurgen und ArzteS. der Jahre auf da Studium obiger rankbeiten verwandt, sie zur Spezialität gemacht hat und in allen Fällen erfolgreich nar. Auf Verlangen liefern mir Zeugnisse von Hunderten von Patienten, sowohl auswärts, als in diesem Land?, welche durch dieses System der Behandlung miederher gestellt wurden, nachdem sie bereit für unheilbar r klärt worden waren. Sei Empfang von $1.00 wird eS mkt genauer Anweisung zugeschickt. William H. Otterson & Go 297 Greenmich Str.', New York City. Einzige Agenten für die Bereinigten Staaten und Canada. 87 llilt. Pouder's RcincrAcischmarkt 232 Ost Washingtonstr., ist daS Haupt-Depot für Frisches u. reines Fleisch, sowie für Wiener-, Rokognaund alle andere Sorten Würste. Iljantm

George Grinsteiner, Leiche - Bestatter, 276 Oft Marketstraße, zv. Ost und Liberty, Indianapolis, Ind. LVK u t s ch e n werden zu niedrigen Preisen auSgeliehen. 17aug6m

Photo g villphisches MtelieV. Frank M. Lacey, Nachfolger bon CLARK & LACEY, VANCE BLOCK, HVÜIAJN APOLI8

fe. r K H ( )

Fraget duxtn Apotheker nach HARLESS' Medizinischen

immk Z

1t ft 4t

WfUH-VHUWWUHHi

MMM -X jT , , F iSC'X lv '

(COUGH

viiu iiojcrce tiimiiici jur; Husten, Heiserkeit, Erkältung, :e.

icjm n jr. - .

Ich huste Tag und Nacht, und Preis per Packet 25 Cent?. Ich hatte eiuen sehr bose roean mir meine Mama keine Famitten-Cchachtela 50 Cent?. Husten, abrr einize von den Caramellen giebt so Werde ich . Eeneral-Dexot: wohlschmeckendenHusten.llara sterben l a. habless & co.. Lt. Louis, Mo. nullen haben mich kurlrt l .

M

9

236 West Washington Str.,

Wholejale und RetailHändler und Fabrikant von allen Sorten von Sedttler-WedaVen. ' Der billigste Vlatz in der Stadt. Bestellungen dan auswärts werden pünktlich besorgt Ssbrlj Leicht, Gesund und Nahrhaft! Kein Tisch ist vollkommen ohne

VveeS, WMööV - GVlSSöVs !

r Beste Crackers für den allgemeinen Gebrauch. Bryce's Wiener Brod soll das beste im arkt sein. Fraget Euren Groeeriften darnach. Verfertigt in B rv e e'S D ampf-BScke re 14 und 16 östliche Südstraße. 26aetljahr

GQ

TO R m

OT

jl n

Deut f ch e s M6n!6V MlwöV-WssÄM., M)d Zlerekäut Vailors, 17 Ost WaMngton Sttaße. Die größte Auswahl in den neuesten GerbstOtosson. Bei ihnen findet man die beste Waare, die ttö$te QnötoaI u.

John Wcilacher, Saloon u. Billiard-Hallc, 33 N. PennsylvaniaSr. 17aug5 JOHN GROSCH, Wein- u. Bierhalle 195 Hst Wasyington-Str., IlSlJJWLTOJL.T99 I2VI. 2zljhr Dr. T. A. Wagner, Arzt und Wundarzt. Indianapolis, Ind. Office u. Wohnung : gleicher u. Sharpe'S Block. S. W. Ecke Washington und Pennsylvania Str. Eingang Pennsylvania Str. 1 Treppe hoch. Telephon.Verbindung durch die Hauxt-Offtce mit irgend einem Instrument in der Stadt. Officestunden : 9-10 Vorm., 2-4 Nachm nud 7-8 Uhr Abendö. Dr. W. B. Fletcher, gleicher u Sharpe's Block. S. 3. Ecke Washington nd Pennsylvania St? (1 Treppe hoch., Officestunden don 2 bis 4 Uhr Nachmittag. Wohnung 62ö Nord Pennsylvania Str. M. ScheUer, Wohnung: No. 423 Madison Ave. Office: 27 S. Delawarestraße. !7aug1jhr C. C. Burgeß, Zahnarzt. Office Zimmer 4 VajenS Block, Nord Pennsylvania Straße, Indianapolis. Muco,, Kleine Summen für Kunden rrositabel angelegt mit pünktlichen monatlichen Berichten. Ein Buch zur Sx xlication frei versandt. 23mz1jhr

- M? -rw. . s i

al)

AVA4HaI I A4tt X, CAEAMELS.) UWW'MM u ä. -r ni .r r " . . . .. -s?:',?' 3"-u, 'fSefäfyp

& UMW,

die bllliasteu Preise.