Indiana Tribüne, Volume 2, Number 8, Indianapolis, Marion County, 4 October 1879 — Page 5
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WeV St. Jakobs Oel ist in der That ein wunderbarer zu nennen, denn selten ist es linem Heilmittel gelunaen, sich in kurzer Zrit zu einer solchen Popularität rB0rzuschViugkn, Wie g rade dlks m Miltkl. Taglich aufcn Zeugnisse an, welche über dessen lindernde, schulerzstillende und heilende Kraft in den beredtesten Ausdrücken Kunde geben "Weraliete Malle von Rheumatismus, sogar von 24lährigrr Dauer. Neuralgia, Zaknwrb, Kopsweb, Gliederreißen, Frostbeulen, idif, Brandwunden, Hüstcnleiden, Vcrttauchunflen, Hexenschuß, Quetschungen und überbaupt alle Leid.n, welche ein Einreibuvgs Mittel benöthigcn, weichen der geheimnißvo'.len Kraft des
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-l' --l . O MM mu K ; y j X-? 1 sT1ii'' "jiS . Aus Schwarzwälder Fichtennadeln gewonnen l nnd folgendes find elNlge der taufenden Anerkennungen, welche ihm zu Th'il wurden. 24jähr,ger Rheumatismus geheilt. Wm. SftrindarM, Elmore. Wisc. 12jahriaer Rheumatismus geheilt. Thos. Ott. St. Bonifacius. Pa. 5iähr!grr Rheumatismus geheilt. ffrank Schwarz. 98 19. Str.. Cincinnati. O. IVjahrigkNeuralgiageheilt.Christ.Hanni, jlini H 11. nahe oungstown, O. Nückeuschmerzeu. I. Kisthart, Mahony Ciw.P,. Nenralgia geheilt. Ieremiah Davis. 84 Mulbrrn St.. New.York. Glied'rrki en geheilt. John B.Hyland, Troy. N. Y. Frostbkuleu acdeilt. William Kotz, bei Herrn Cbas. McClellan. Avon, O. Nervosrs Nopfleideu. Elisabeth Lutz, 139 Division Str. New Port. Ve renkungeu. Fred. Köppel, 436 Gar den Str.. Hodoken. N. I. Zahnschmerzen geheilt. Julius Storm, 121 tfss r Ztr., New-York. Hex'nschub gbeilt. Joseph Minz, 182 Clinton Str.. Vim orr. Nheumatische Schmerzm. Eugen Gersienbauer. W'nona, Mlnn. vrfrorene Fnfze feheilt. Jos. Reinbold, 352 Bowery. New York. Entzündung aebellt. Wm. Pitzcr, 178 . 7. Str.. New Bork. EntzüuZlicher Rheumatismus geheilt. Ed. Stuart Lloyd. ew.olk. Wichtig für Farmer, Viclzzüchtcr-Pscrdclicschcr. St. Jakobs Wcl ist ein bewährtes Mittel gegen die turfchiedenen Schaden der Hausthure ' Pferde, Kulje, Schaafe, Schweme :c. alZ Verstovwnq, sckwereS Nriniren, Colik.Beinsvatb. Cch'U den und FußfSule, Klauenfäul, bei Cchaafen, Nierenwurmer bei Scdweinen, schwie lige FlechZen (Sweeney), Warzen, Spizotic, Stauchungen und uueljamnaen, offene Wun "den, Lnhm'lzeit. Suf.iescbwuist, Windaall n, ttro uengkschwüre, geschwollene Euter, Aufbruch und Gen'ckfisteln. Fisteln Salendcrö und Malen. ders, Nanke und Beulen und Schrammen. Was ein vrominenter ff'rmer -rn Jowa dar über sagt: Ich hatte 6 Pf rde, welche s limm von Distem er befall n waren. Da deg.b ich mich nach der Avothke der Gebrüder Wan l,r in Wterloo u-d erfuchle dieselb n, mir ein Mittel ,u? Heilung dieser Krankheit zu geben. D eselben riithe mir. bn St. lAtübj Oel iu aebrauchen. Ich kaufte eine lasche nd stellte durch 'sselbe meine Pferde in wenigen Ta gen wieder her. I rann vayer dt'ie 2ed,zm allen Pferde ,sl?ern auf'. Wärmste empfehlen. Matthias Zimmer, berttvllle, Iowa.Ein Tfdtmtr aus Pennsylvanien. 23. H. Shar?, VillerSdur: Ist auzzezechnet ge en wehe ufe und Gefchmulsten, alf? regen Pfzrde.Ningwurn. , ' Ous dem Stiate Mlnnescta. Wm. Veisner. Lall? Creek. Minn., fchreibt: .Kegen Kronenge, kcSmure bt Pferden tit da St. atob Oel auf Beüe lu emxfeblen. Ich machte reoelmi- tge Sinforitzungen 9 . m i 4. r ; k (i 'i r damit und yeule as yirr n kurzer eii ganji cy.- . Eine Flasche St. Jakobö Oel kostet L0 Cent (fünf Flaschen für 2). ist in jeder Apo. tbeke au haben oder wird bei BesteNung voa nickt , weniger als Zö frei nach allen Theilen der Wer. laaien veranor. Maa adrelsire: N- 'Aogeler & ßo., valtkmore, Okd., Alleinige Niederlage in Amerika
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Lokal.
An unsere Leser. Wir ersuchen alle diejenigen unsrer ver ehrlichen Leser, welche ihre Wohnung wechseln, uns ihre neue Adresse zukommen zu lassen, damit das Blatt zeitlich in ihre Hände gelangt. Die Redaktion. Die StaatS-Fair. DieFair erfreute sich wahrend der ganzen Woche eines viel regeren Besuches als sie eigentlich verniente. Denn wenn auch die dort ausgestellten Gevenstände nichts zu wünschen übrig lassen, so wird doch dadurch der Durst der sich bei die Hitze" gar zu bald fühlbar macht, nimmermehr ge stillt. Und da es bekanntlich unserm fanatischen Ackerbaurath gefallen hat, die Bestimmung zu treffen, daß auf dem Fair platze kein Bier verschenkt und getrunken werden darf, so hätte dus Publikum diese Gemeinheit mit recht schwacherTheilnahme an der Fair bestrasen sollen. Wären übrigens nicht so viele Lrntevon Auswärts hier gewesen, und dieser starke Besuch war fast ausschlieblich der Gegen wart des Präsidenten zuzuschreiben, so wäre den Tcmperenzaposteln tüchtig heim geleuchtet worden ; denn dab die Jndianapoliser mit dieser muckerischen Anordnung nichts weniger als zufrieden waren, das bewiesen die ersten Tage der Fairwoche wo noch nicht sehr viele Gäste in unserer Stadt waren und wo auch der Besuch auf dem Fairplatze nur einsehr spärlicher war. Am Mittwoch undDonnerstag frei lich wo es von Fremden nur so wimmelte. da war eS auch auf dem Fairplatze zum Erdrücken voll. Es waren meistentheils Fremde und die bestanden wieder gröbten theils aus Leuten der naheliegenden kleinen Ortschaften. Keln Wunder daß Du sich mit matter Limonade und schlechtem Sodawasser begnügten, ihren letzten Trost. .die Whiskeyflasche" führten sie ja bei sich und so ein verstohlenerSchluck,der schmeckt ja noch einmal so gut. Darin werden auch die Herren vom Ackerbaurath mit Jenen übereinstimmen. Am Donnerstag, dem eigentlichen Fest tag der vergangenen Woche, wo Alles aus den Beinen war nnd sich Jeder einen Feiertag machte, waren ohngefähr 50,000 Personen auf dem Fairplatze und die un geheure Menschenmenge die den ganzen Tag durch dasAusstellungsgebäude wogte, bot einen eigenthümlichen Anblick. Am Nachmittag um drei Uhr kam der Präsident mit Gefolge dort an, derselbe wurde der Versammlung vorgestellt und ließdann eine Rede von Stapel. Er meinte, dafe der Enthusiasmus, den das Volk allent halben laut werden ließ, nicht einem einzigen Beamten zu Gute kommt. da& nicht er allein der Gegenstand sei, der die Freude der Leute wach rief, daß es vielmehr d!e herannahenden, besseren Zelten wären, denen die Lust und die Freude zuzuschreiben sei. Er sagte, da& wir nun die schlechten Zeiten überstanden haben, und daß das Geschäft jetzt allenthalben wieder auszuleben beginne. Er lobte den Staat Jk'.diana, sagte daß Jndiana einer der blühendsten Staaten des Landes sei und daß die Produkte unseres Staates auch schon im Auslande besonders beliebt sind. Er betonte dabei, dab wenn die guten Zeiten" wieder ganz gekommen sind, der Staat Zndiana ganz besonders davon berührt wird. Schließlich lobte der Redner noch besonders die Soldaten Jndianas, welche den Bürgerkrieg mitgemacht batten. Auch von demKriegs'Gouvernor Oliver P. Morton sagte er, daß wohl kaum ein anderelGouvernor so viel für seinenStaat gethan, wie Morton für den Staat Jndiana. Der Schluß seiner Rede sprach die Ueberzeugung aus, daß es ihm in Jndia napolis sehr gut gefiel und daß er den freundlichen Empfang niemals vergesien wird. General Sherman und Thompson hiel ten kuize Ansprachen und nachdem besich tigte die Gesellschaft das Ausflellungsgebäude. Die Frau Präsidenten wurde verschie denen Damen vorgestellt und nahm m Begleitung derselben die Ausstellung dir Frauenarbeiten in Augenschein. Die aus dem Fairplatze ausgestellten Gegenstände sind der Besichtigung werth. Die verschiedenen Gegenstände sind geschmackvoll geordnet und das Auge stoßt
immer und immer wieder auf neue Erfin
düngen und Verbesserungen welche die Kunst von Tag zu Tag hervorbringt. Das meisteJnteresse erregten die dort aus gestellten Ackerbaugeräthschasten, da sich die Landleute von denen die Fair Haupt sachlich besucht wurde besonders dasür in teressilen. Auch dos dort ausgestell'eVieh (nament lich Ochsen und Schweine) erregte viel Bewunderung, hat für uns aber in rohem Zustande keinen besondern Reiz. Auch gestern wogte eine großeMenscheN' menge nach dem Fairplatze da sich immer noch viele Gäste in unserer Stadt bkfin den. Die Straßeneisenbahn Compagnie und die Expreßwagen machten dabei die glänzendsten Geschäfte. Ein längst geplanter Mord begangen von einem rachcsttchtigenMcnschen der um seinen Rachcplan auszuführen sein eiqcneö nichtöwürdig'S Leben dransetz'e. Eine entsetzlicheKunde durchlief amMittwoch in alle? Frühe unsere Stadt. Ein Mord und ein Selbstmord hieß es und die Bewohner derStadt wurden d;,?ch die schreckliche Nachricht in große Aufregung versetzt. In der Nabe des Schauplatzes, wo die blutige That verübt wurde sah man viele Gruppen beisammen stehen, die sich gegen seilig von dem furchtbaren Ereigniß unterrichteten. Das Unglück ereignete sich solgenderma ßen : Es war gegen 5 Uhr Morgens als man an der Nord Liberty Straße den Hilferuf einer Frau und mehrere Schüsse vernahm und die Nachbarn des Hauses, von dem das schreckliche Geschrei kam, sprangen so fort über den Zaun der sie von jenem Hause trennte und befanden sich aber lei der zu spät an dem Ort', wo die schreck liche Blutthat begangen wurde. Die Herren Wcibel und Kaiser, so heißen die Nachbarn, wollten in denRaum eindringen, von welchen der Schrei aus ging, aber sie fanden dieThüre verschlossen und nur mit Gewalt gelang es ihnen, dieselbe zu öffnen. Auch der Sohn der Frau Simmelik war mittlerweile hinzugekommen und. den Männern bot sich nun ein schrecklicher Anblick. Es war eine kleine Sommerküche in der sie sich befanden. John F. Will, der Mörder der Frau Simmelink lag in der Nähe der Thüre in einem Blutbade. Sein Kopf war von den Schüssen, die er sich beigebracht hatte furchtbar zerstümmelt und das Gehirn war nach allen Seiten hin gespritzt. Unweit von ihm auf dem Boden lag die Leiche der Ermordeten, Will's geschiedene Frau, Margaretha Simmelink. Die Unglückliche lag auf dem Rücken und ihr Gestckt war blaß und entstellt. Der Mund und die Augen waren halb geöffnet und die verzerrten Züge gaben Zeugniß von der furchtbaren Angst, die jene Frau ausgestanden haben muß, alö sie sich ihrem Mörder gegenüber befand und an ein Entrinnen nicht mehr gedacht werden konnte. Der Elende hatte ihr mit einem Dolche eine zwei Zoll breite und neun Zoll tieseWunde unterhalb derBrust beigebracht und dadurch eine Arterie durchgeschnitten. so daß ihr Tod augenblicklich eintreten mußte. Dies bestätigte Dr. Wright, den man unterdessen herbeigeholt hatte. Will hingegen lebte noch als der Arzt kam, war aber bewußtlos. Er hatte ein zähes Leben. Eine Kugelmunde hatte er sich über dem rechten Ohr, eine andere auf der Stirne beigebracht. Der Selbstmörder hat wahrscheinlich den Revolver an die Schlafs gesetzt und die Kuzel ist dann an der Stirne wieder berausaekommen. Er bot einen furchtbaren Anblick, denn sein Kopf war total mit geronnenem Blut und Gehirn überdeckt. Die Waffen, ein zwöls Zoll langer Dolch, womit er die unglück liche Frau umbrachte und ein sechsläufiger Revolver womit er seinem nußlosen Leben ein Ende machte, lagen neben ihn auf dem Boden. Die entsetzliche Scene fand indem Hause No. 191 Nord Liberty Str. statt. Dieses Haus gehört der Frau Dora Felling und wurde von der Eigenthümerin, serne? einer irischen Familie NamensConaughtou und der unglücklichen Familie Simmelink bewohnt. Frau Simmelink war die geschiedene Frau ihres Mörders John Will's. Ihr erster Mann hieß Simmelink und jener Ehe entsprossen drei Söhne, mit denen sie
bis jetzt zusammen lebte. JohnSimmelink
ist 28 Jahre alt. Frank Simmelink zählt 18 Jahre und'Henry Simmelink ist erst 14 Jahre alt. Der Zweitälteste Sohn sagte. daßWill, der ja allenthalben als ein roher Mensch bekannt war, schon lange mit Rachegedanken gegen die Familie Simmelink umging. Er umschlich am Äbend sehr häufig das Haus wo Simme links wohnten und sein Aussehen deutete darauf hin, daß er nichts Gutes vorhatte. Frau Simmelink hütete sich deßhalb schon seit Wochen vor Will und ging fast nie ohne Begleitung aus dem Hause. Die furchtbare Wuth, die Will gegen die arme Frau hegte, kam daher weil die Arme sich im letzten Frühjahre von ihm scheiden ließ Sie ernährte ihn stets, da Will ein arbeit scheues Subjekt war und diese Stütze scheint Will sehr vermißt zu haben, meß' halb er auch schon einigeMal seine frühere Gattin bewegen wollte, sich wieder mit ihm 9 M S fe. M tf. zu verlohnen. wtt gmg leooq man darauf ein, da sie die schlechteBehandlung, die sie stets von Will zu erleiden hatte noch nicht vergesien hatte. Nun sannWill auf alle möglichen Mittel um Rache zu üben und schlug deßhalb auch vor einigen Monaten den Neffen der Frau Simmelink, den jungen Schoppenhorst, dermaßen, daß er schon damals dafür brummen mußte. Die Bestie schien aber nicht cberNuhezu baben bis erden Gegenstand seines Haffes aus der Welt geschafft wußte. Sein Vor haben war ein wohlgeplantes, . denn alle Anzeichen lasten darauf schließen. Als er sich am Mittwoch Früh zu einer Stunde wo alle übrigen Hausbewohner noch in tiefem Schlaf lagen und nur die rührige H.msfrau schon an der Arbeit war, in die Sommerküche des Hauses schlich, trug er Gummischuhe an seinen Füßen, jedenfalls um den sonst hörbarenSchritt zu dämpfen. So überraschte er sein Opfer, die arme Frau, welche eben damit beschäftigt war Brod zu bereiten, denn sie hatte noch nach' dem man sie fand, etwas Mehl in der Hand und die halbfertige Maffe stand aus dem Tische. Ihre Söhne batten natürlich auch keine Ahnung von der Gefahr und sie erwachten erst nachdem sie die Mutter um Hilfe rufen hörten und der Schurke seinen Streich bereits ausgeführt hatte. Der Mörder hinterläßt vier Kinder aus feiner ersten Ehe, drer söhne und eine verheirathete Tochter. Der Präsident in Jndiana polis. Die'große Parade. Nach wochenlangen Vorbereitungen kam endlich der lang ersehnte Tag, an dem der Präsident unsere Stadt mi seinem Besuch beehrte. Schon am Dienstag war man allenthalben damit beschäftigt, unsereStadt in ein Festgewand zu hüllen. ' Von allen Hausern der Hauptstraßen wehten Fahnen und Fähnchen und Guir landen und Kränze verliehen denGebäuden ein schmuckes, sreundliches Aussehen. Bon den öffentlichen Gebäuden bekam das Postosficegebäude das prächtigste Fest. kleid angethan. Das ganze große Gebäude war mit Guirlanden und Fahnen dekorirt und bot hauptsächlich von derNordseite einen wun verschönen Anblick. Am Mittwoch Abend um 6 Uhr wurde der Präsident erwartet. Er kam etwas spater als das Programm besagte und tras also erst um 6 Uhr in Begleitung des General Sherman und Sekretär Thomp son in Indianapolis ein. Das Empfanascomite erwartete die hohe Gesellschaft am Bahnhofe und der deutsche und amerikanische Veteranen Verein ge leitete dieselbe nach dem Hotel. Präsident Hayes wohnte im Grand Hotel, General Sherman im Bates Hause. Kurz nach der Ankunft begaben sich der Präsident und seine Begleiter nach Herrn Jngrahm Fletschers Wohnung, woselbst dessen Schwiegervater Herr JohnS. New man, der ein Freund des Prändeuten ist, seine goldene Hochzeit feierte. So kam es, daß der Präsident nicht zu der auf dem Programm festgesetzten Stunde im Court hause erschien und die ungeheure Menschenmenge die sich in der Näh: des CourtHauses angesammelt batte wohl oder übel warten mußte. Das Publikum ergab sich, auch geduldig in sein Schicksal denn es ist ja bekannt daß große Herren" stets auf sich warten losten. Erst um neunUhr lang te seine Hohheit vor dem Courthause an. Die Menge war dabei ziemlich ruhig und nur ein gaiz leises . Hurrahgeschrei' das
wenige Kinder abzustoßen schienen, hörte
man hin und wieder. General Sherman, Sekretär Thomson und Webb Hayes, dkg Präsidenten zweiter Sohn, traten vorerst auf die Platform u. ihnen folgte der Präsident, sowiePastmei ster Holloway dem die große Ehre" zu Theil wurde die Frau Präsidentin am Ar me führen zu dürfen. Außerdem folgten noch andere promlnentej Persönlichkeiten. Die Frau Präsidentin ist nichts weniger als schön und wenn sie eben nicht die Frau Präsidentin wäre, erschiene sie auch keinem Menschen interesiant. Ihre Toilette bestand anS ei nem hellbraunen Kleide, das mit, Spitzen und Seidenbesatz verziert war. Mayor Caven hielt die EmpfangSrede , und hieß den Präsidenten im Namen der Bevölkerung herzlich willkommen worauf sich der Präsident für den freundlichenEm pfang bedankte. Dann gings in daS Courthaus, das hübsch ausgestattet war und das Händeschütteln" nahm seinenAn fang. Präsident HayeZ hatte auf derTri büne Platz genommen und eine ungeheure Menschenmaffe drängte sich herum um der hohen Gunst theilhaftig zu werden den höchsten Beamten von Angesicht zu Ange stcht gegenüber stehen und seine Hände berühren zu dürfen. Trotzdem die Empfangsstunde erst zu spater Stunde endete mußten Viele ohne jenes Glück genoffen zu haben von dannen ziehen. Was uns an jenem Abend noch ganz besonders ausfiel war die schauderhast schlechte Illumination deS CourthauseS. E'.ekrisches Licht batte man ermirtet und elende, spärliche Gasflämmchen fand man vor. ES sah gerade aus als wenn man will und kann nicht. Die große Parade welche am Donner stag stattfand hatte schon in aller Frühe ei ne große Menschenmsse auf die Straße gelockt. Um 10 Uhr wurde die Präsiden tin von der Leichten Infanterie" und dem Beißenherz'jchen Orchester abgeholt nnd nach der vor der Postossice errichteten Tri büne begleitet von wo aus sie die Prozes sion in Auoenschein nahm. Nach demProgramme sollte sich diePro Zession um halb elf Udr in Bew'gung se tzen aber bei dieser koloffalen Theilnahme war es kein Wunder, daß man die Zeit nicht so genau einhalten konnte. Es mar berei's elf Uhr als der Zug von der Ecke der Tennffee und WasdinatonStraße ab ging. Es würde zu weit führen, wollten wir die ganze Reihenfolge des Zuges und alle diejenigen, welche an derPrade theil nahmen, h er oufführen u. da wir auch an nehmen, daß der g'ößte Theil unserer Le ser die große Begebenheit persönlich inAu genschein nahm, wollen wir sie mit aber maliger Vorführung nicht abermals lang weilen. Aus den ersten Blick konnte man der ganzen Geschichte ansehen, daß Amerikaner dieselbe arrangirten und hauptsächlich da bei betheiligt waren. Es war keine Ji dustrie'Parade. welche die Zuschauer durch orgineöe Vorführung der Künste und Gewerbe ergötzen konnte. Die Geschäfts lcute faßten dieÄache wie das hier gewöhn lich geschieht nur von der Seite auf, wi' der einmal die Gelegenheit zu packen ihre Firma in der Stadt sehen zu lasten und auf diese Weise bekannt zu machen. Und dafür nahm man die Geduld des Publi kum mehrere Stunden in Anspruch und die Zeitungen bemühen sich noch obendrein den Leuten weiß zu machen, daß das sehr schön war. ja daß dieser Tag in den An nalen der Stadt stets eine hervorragende Rolle einnehmen wird. . Als ob man z. B. die 23 alte Rumpel kästen, welche die Eagle Matchinenfadrik vor uns vorbei Passiren ließ, jemals schön oder interesiant nennen könnte. Dem Publikum so etwas zu bieten und ibm noch vorschwatzen zu wollen, daß das schön sei, ist gelinde gesagt eine Unverschämt heit. Wir wollen deßhalb nicht sagen daß alle Geschäftsleute mit solcher Rücksichts losigkeit verfuhren. Erstens schickten nicht alle so viele Waqen mit und dann waren einige wenigstens ganz hübsch ausgestattet. ' Eine gute Idee hatten die Kohlenhändler und wir stnd ihnen dafür dankbar, daß sie nicht ihre rungen Kohlenmagen mitfahren ließen sondern daß sich die Zerren auf einen Wagen sitzend in optima fonna ! igten. Auch der Ackerbaurath war im Zuge. Es war ein alter Wagen welcher von Eieln gezogen wurde und auf dem sich mehrere Strohmänner befanden die jene Temve renzapostel vorstellen sollten. Der Witz wurde aber nur von Wenigen verstanden und würde gew'ß men ' man jene Stroh männer mit Wiskeyflaschen versehen HS'te mehr Beifall gefunden haben. Am Don nerstag Abend wurde die Strohgesellschoft zum Gaudium der Zuschauer an btt Ala bama Straße aufgestellt und verbrannt. Die Musik welche im Zuge war ließ in der Quantität, nichts zu wünschen übrig,wobt aber in der Qualität. Am Donnerstag Abend wuröe an der Ecke von Washington Straße und Vir ginia Avenue ein Feuermerk abgebrannt, das wirklich prachtvoll war. Auch dabei fanden sich unendlich viele Zuichauer eirr.. Der Präsident nebst Gesellschaft reifi: '- am Donnerstg NachtS um 12 Uhr. rän hier ab und damit hatte die ganze fjat f.JUt.lL At- i , lichkeit ein Ende.
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