Indiana Tribüne, Volume 2, Number 8, Indianapolis, Marion County, 4 October 1879 — Page 4
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9 4 M m r.tJrl indem ihr euer Eigenthum bei un versichert, in unseren prompt zahlenden Eestllschaiten. Ihr könnt versichert sein, daß wenn ihr b'i uns in un. fern Office in Zimmer No. 1 irnb ?, Talo t & W Block, erst.- Stiege sudlick ben der P stof. fice, vorspreche, wir ihncn bei der Versicherung ihreö Eigenthums Geld sparen können; es wird ih. ven wenigstens nicht zumSchaen genichen,wenn Cie bei uns anfragen. Glcävelanb & Go. Jndiana Hriöüne. (Wochenblatt.) fsice: Ecke Cirele u. Meridianstr. kJm dritten Ctock ) (Entered 3 seroml-class matter at the Postoölce at Indianapolis, Indiana. Abonnements-Preise. An der Stadt durch Trager in Hauö geliefert Per Jahr im Voraus Per Nummer 52.0 . 5 KentS. Otto Sch'ss?l, Herausgeber. P. O. B. 295. Indianapolis, Ind., den 4. Oktober 1879. KLaS ist nothwendig? Es ist eine Thatsache, die wir zuge stehen müssen, so unangenehm sie auch ist. daß wir in der Politik noch nicht viel über die alten Frage hinausgekommen sind. Anstatt, daß es uns möglich ist, unsere Auirnnkiamfeii mit Eiler und ftlrifc den ökonomischen Verhältnissen zuzuwen den, müssen wir immer aus die alten, zwischen dem Norden und Süden obschweben den Streitsragen zurückgreisen. Kaum sind wir einigermaßen über die furchtbare Krisis von 1873 hinausgekommen, noch tmpsinden wir derenFolgen aus'sSchwerste und schon vergessen wir. uns um das zu kümmern, was uns am Nächsten liegt. Zu ändern ist dies sür den Augenblick nicht. Schuld daran tragen aber Die, welche das Wohl d, s Landes soweit ver gessen konnten, daß sie der demokratischen Partei ihre Stimmen gaben, und derselben dadurch zu Macht und Ansehen verhalfen. Die Folge davon war, deß wiederum der Süden gegebn dn Norden den Kampf ausgenommen, vorläufig freilich nur in den Hallen des C.zngrestes. Der Scdwervunkt der Demokratie liegt im Süden. Nur wer blind ist. kann das laugnen wollen. Durch die Macht des Caucus regieren augenblicklich Diejenigen das Land.welche Noch vor wenigen Jahren gegen dasselbe in Waffen standen. Das kann und darf der Patriot nicht zugeben, um so weniger, als die Demokratie bestrebt ist, ihre Macht durch Mittel zu erhalten, welche nichts weniger, als rechtlich und ehrenhaft stnd. Unter solchen Umständen bleibt uns Nichts übrig, als olles Andere bei Seite zu legen und als Republikaner die Demo traten zu bekämpfen. Wir stnd der festen Nnstckt. daß so lauge der Streit zwischen dem Norden und dem Süden nicht durch eine gi ündliche Besiegung der Demokraten erledigt ist, die Aufmeiksamkeit des Volkes von den wichtigen ökonomischen Fragen abgelenkt wird. Wir wollen damit durchaus nicht sagen, daß ökonomische Fragen vorläufig ganz und gar aukeiAcht gelassen werden sollen. Wir find im Gegentheile dafür, sie recht eifrig zu besprechen und wir werden dies auch jederzeit thun. Wir stnd aber der Anficht, daß so lange die Fragen zwischen Nord und Süd nicht erledigt find, e'ne praktische Lösung der schwebenden ökonomischenJragen aus dem Grunde nicht möglich ist, weil die Lösung der Frage, ob der Noiden rder der Süden dominiren soll, zu viel Aufmerksamkeit be ansprucht und die Gemüther leider über die Wichtigkeit der Sache hinaus bewegt. ES ist keine Frage. doß alle Dirienigen, welche in den letzten Jahren den Demotraten ihre Stimmen gaben, weil sie mit den Republikanern nicht zufrieden waren, trotzdem sie im Prinzip Republikaner waren, einen Fehler begingen, welcher so
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bald wie möglich wieder gut gemacht wer den sollte.
Allem Anscheine -nach find wir auf dem besten Wege, den Fehler wieder gut zu machen. Der Ausfall der Wahlen in Kalifornien und Maine spricht dafür. Ist einmal die demokratische Partei vernichtet, dann werdenTausende. welche gegenwärtig für nichts weiter Velstä'.dniK haben, als diese Vernichtung herbeizuführen, ihre Aufmerksamkeit den weit wichtigeren öko nomischen Fragen zuwenden. Wie wenig Jnt:reste auch Manchem, der fich mehr um ökonomische Fragen kümmert, die Politik gegenwärtig vom Standpunkte oesPiin zips aus einflößen mag, vom Standpunkte des paktischenErfolges kann man fie nicht unberücksichtigt lasten, muß fie vielmehr zu beseitigen trachten. Und dies geschieht unserer Anficht nach am Besten durch eine gründliche Vernichtung der demokratischen Partei. t Heinrich Ende, t AmSamstag Morgens 5 Uhr ist in Chr cago einer der begeistertsten und geistvoll' 1n Sozialisten, der in Wahrheit seiner Ueberzeugung fich geopfert bat, aus dem Leben geschieden. Heinrich Ende ist uns durch den Tod entrissen worden. Sorgen und Ueberarbeitung hatten seinen Körper in solchem Maße angegriffen, daß der im Anfang der Dreißiger Stehende von einem Nervenfieber in verhältnibmäkig kurzer Zeit hinkveggerafft wurde. Heinrich Ende war der Sohn des früheren hessischen Kriegsministers von Ende und in Bremen am 27. Juli 1847 geboren. Seine Jugend verlebte er in Hanau, Frankfurt und Kaffel, wo er das Gymnasium besuchte. Nachdem er das Abiturienten'Eamen gemacht, beschäftigte er sich mit Literatur und Malerei; besonders aber mit Musik. Er besuchte die Henkelsche Musikschule in Frankfurt a. M., ging dann nach Italien, um dott die italienische Musik zu studiren und besuchte alsdann das Leipziger Eon servatorium. Nach Beendigung seiner Studien wirkte er eine Zeit lang als Musikoirektor in Cotthus, ging von dort nach Paris, wo er sich mit Literatur und Aesthetik beschäftigte. Während des deutsch'frcnzösischen Krieges, war er Correspor.dent der flugs burger Allgemeinen Zeitung" und Mitardeiter von .Ucber Land und Meer." lebte während der Communc Herrschast inParis, ging dann nach Liqerpool und kam 1872 nach den Ner. Staaten. Nachdem Ende eine Zeit lang alsMufik lehrer in New Vork thätig gewesen war. bereiste er die größeren Städte des Landes als Begleiter des Dr. Büchner. In Mil waukee siedelte er sich an, trat aber ein Jahr später wieder ene größereReise durch den Westen der Ver. Staaten an und zwar eine Vortragtour im Austrage des Bundes der freien Gemeinden von NordAmerika. Wahrend Karl Heinzen's Abwesenheit in Europa redigirte er den Pionier" und kehrte dann wieder nach Milwaukee zurück. Dort verheirathete er fich mit seiner ihm gleichgksinnten Gattin, welche jetzt mit zwei Kmdern den Tod des geliebten Mannes beklagt. Ende war einer der gedie gen-gedildetsten Vertreter des Svcialis' mus.in den Per. Staaten, er betheiligte sich an der Redaktion des Milwaukee Socialist", ging dann nach Cincinnati, wo er mit Aufopferung seiner bestenKräfte, ein socialistisches Tageblatt, die Odioer Volksztltung", emporzuarbeiten suchte. Als das Unternehmen fehlschlug, wandte er sich nach Oshkolh (Wisconsin),' von wo er im März nach Chicago kam, dort accep tirte er eine Stellung an der Freien Tll-efTd- nnltr Xr tt S rtf t if avt sT nn. Vll llliivi Ull uusvillUklUlU Vi U II tratlsklausel. seine Thätigkeit nur sür die wissenZÄafllichen Fragen verwendet zu sehen, aber niemals etwas gegen seine Ueberzeugung oder die sozialistische Partei schreiben zu dürsen. Die Reoaktiun der Freien Preffe" schreibt über den Dahingeschiedenen: Die vielen Freunde, welche Ende sich trotz der kurzen Zeit seines Hierseins und trotz der Stille seines Wirkens erworben hat, stehen seinen so schwer betroffenen Hinterbliebenen treu zur Seite und suchen durch ihre warme Theilnahme den Schmerz der tiefgebeugten Familie möglichst zu lindern." Wiederum wurden 84 volitische Ver breche? von Moskau nach Sibirien Irans portirt und zu schwerer Arbeit verurtheilt. Die politischen Verbrecher werden doch überall am besten aufgehoben.
Die Prügelstrafe.
In der neuesten Zeit bat fich wieder in Deutschland die Besprechung einer Frage in den Vordergrund gedrängt, die man eigentlich schon längst sür abgethan hielt und die. wenn unser Jahrhundert wirklich Anspruch auf Civilisation und Fortschritt machen will, auch schon längst abgethan sein sollte. Es handelt fich um nichts Ge ringereS als Prügel; Prügel sür diejeni gen, die nicht pariren wollen. Mit einem Wort man scheut sich nicht das Verlangen nach Wiedereinsührung der Prügelstrafe, diesem Ueberbleibsel barbarischer Nohheit, laut werden zu lasten. Die Vertheidiger dieser Strafart, deren es ja in allen Ländern, auch in unserer fortgeschrittenen Republik gibt, führen als Grund ins Feld, der überhandnehmenden Roheit sei nicht anders u steuern. Aus dem Gefänaniö mache fich ein verkomme ner Mensch nichts ; die sentimentale Hu maniät des modernen Strafrechts habe völlig verlernt den Verbrecher wirksam zu treffen und Schwankende abzuschrecken. Wir wollen nicht untersuchen in wie weit der Richter, welcher sür ein Verbrecken die Strafe diktirt. ein erzieherischesAmt habe; wir glauben allerdings, daß die Pädago gik, die in jeder Strafe liegen kann, erst sehr in zweiter Reihe kommt. Das eiste Moment ist die Sühne sür die begangene Uebcrtretung, ob dieSühne sittlich und er zieherisch wirkt ist vorerst gleichgültig! wenn fie es thut um so bester. Aber glaubt man denn die Rohheit mit Rohheit kuriren zu können? Das Recht von der Wieder Vergeltung, das Recht von dem Auge um Ai:ge,Zahn um Zahn ist ein rohes, bar barisches, der Richter verläßt in ihm den Thron der Unparteilichkeit und Leiden schastslostgkeit, er wird zum Rächer. Wer jemals gelesen hat von den entsetz lichen Zurüstuugen, die dem Vollzug der Prügelstrafe vorhergehen, von den grauhenhaften Scenen, die ihre Execution be gleiten der wird unbedingt jenem deutschen Kriminalrechtslehrer zustimmen, der sagt, daß diesesStrasmittel überall schon durch den sittlichen Eckel verworfen werden sollte, denn diese' Strafe drückt nicht etwa nur dem Verbrecher den Stempel der Gemeinheit auf, sondern sie trägt ihn selbst und entehrt dadurch die Gesellschast. Es ist nicht edel, die Persönlichkeit in dem unmittelbaren Gebiete ihres seelig:n Lebens mit Zuchtmitteln 'anzugreisen, die stch gar nicht mehr an die geistige Persönlichkeit wenden, sondern den Menschen nur als einen thierisch empfindenden Lrib. betrachten." Die Strafe körperlicher Züchtigung ist wie alle Leibesstrafen eine der traurigsten Verirrungen in der Geschichte der Mensch heit. Wer den Prügel und dieTodesstra fe verfischt versährt inkonsequent wenn er nicht auch den zwischen diesen Grenzen lie genden anderen Leibesstrasen, alsAbhauen der Schmurfinger, der ganzen Hand oder der Glieder das Wort redet ; denn diePrügelstrafe kann erfahrungsgemäb noch schlimmer wirken als jene und oftmals lebenölängliches Siechlhum zur Folge haben. Dazu kommt noch, daß ste allen Anforderungen der Gerechtigkeit Hohn spricht; sie reibt den Schwächlichen auf und läßt den Starken unversehrt. Es kommt auch ost auf die Laune desPrügelknechtS an wie stark die Strafe wirken soll. Die Prügelstrafe wirkt demoralisirend, indem sie den Ehrlieienden moralisch ver nichtet, bei dem Ehrlssen aber die Wiederbeledung des'sittlichm Gefühls verhindert und so die Grundbedingung jeder Besterung zerstört. )as Prügeln ist ein Akt der Brutalität, und es ist eine seltsame Ansicht daß mit Rohheit die Rohheit zu vertreiben sei. Wir danken für solche Homöopa lhie! Was nun die Meinung anbetrifft, daß in ihr ein AbschreZungsmittel liege, so kann man Alles waS in dieser Beziehung von der Todesstrafe gesagt worden, auch hier vorbringen. Und selbst wäre die Behauptung von der Abschschreckungstheorie nicht so grundlos wie sie es thalsächlich ist, so müßte man in diesem Falle nicht dem Gebote des gemei nen Nützlichkeitsprinzips sondern der For derung der Sittlichkeit folgen. DiePrü. gelflrase aber ist unsittlich und was man bei dem einzelnen Jidividium gemein findet wird durch alles Recht und Gesetz nicht sittlicher j Die Ritter vomBleistift haben fich bei der ljüngst abgehaltenen Editoren-Con-vention in Evanöville ganz köstlich amü firt.
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Linien werden prompt erfüllt. ; ! Der Mord-Staat. In den 20 Counties von Kentucky stnd seit fünf Jahren 717 Morde und Todt schläge vorgefallen. Das machi36 aus jedes County und 7 im Jahre. In 3)athitt Connty stehen von den 1300 Stimmgebern 800 unter Anklage wegen Vtrbrechen; in ClayCounty von 1,600 vollj 530, in Jackson County 153 von 799. Zehn Counties mit einer Stimmgeberschast von 11.584 enthalten 2.346 angeklagte Verbre cher, und zwar vor einer einzigenGer!chtsiitzung. In zehn Jahren stnd in Ketucky nur zweiMann gehängt worden vernuty lich Neger. Es gibt zu rathen auf. wie eine olche Bevölkerung humanisirt werden könne. So schlimm ist es nirgends in der Welt, selbst nicht inSicilien undCorsica un) das will viel heißen. . m i m Das New Yorker Publikum scheint in die Lachtaube", der neuen Poste, ganz verliebt zu sein. Schon seit Wochen heißt es in den Theateranzeigen immer un) immer wieder Die Lachtaube. j , i In New Lork brannte die große Mö belfabrik von F. Hamburger total nieder. Die meisten Arbeiter büßten dadurch ihr Handwerkszeug ein. Sie stnd deßhalb wie der einmal weit schlimmer dran als deiFa' brikant, denn Jener war gut versichert während dieArbeiter jetzt beschäftigungslos und arm dastehen. Die Chinesen in New Pork bestthen nicht mehr ausschließlich aus den Herren Waschfrauen", es gibt auch dort viele chinesische Grocers, Tabakhändler undDruggiften. Wenn das so fort geht, daß sich diese Bezopften dort so breit machen, nerden die übrigen Kleinhändler bald rebellisch" werden. In Wien werden jetzt die Omnibuffe nach demselben System wie die Eisenbahnwaggons mit Gas geheizt. In New York hat sich ein Doktor der Medizin, der wahrscheinlich zu wenig Kranke aufzufinden wußte, aufs Stehlen von Pferden an denen zufällig noch ein Buggy hing, verlegt. Der Herr Doktor mi'ß jetzt liider brummen und seine neue Stellung will ihm gar nicht behagen. In Mt. Louis, Quebec gab's diese Woche schon frischgesallenen Schnee. Das ist doch ein wenig zu früh. Wir verzichten noch eine Weile auf Schlittengeläute und Schneeballenwerfen. Von den 25.006 Tenementhäusern in New York sind bis jetzt 13.000 untersuch! worden und die Arbeit wird unaufhörlich fortgctetzt. Ueber die Untersuchung wird genau Buch geführt um für die aufgefun denen Gemeinschäden dieHäuserbesitzer ver antwortlich machen zu können. ' i : Vla.:aui soll jetzt wirklich ernstlich erkrankt sein. Die vierzigjährige Haft hat den bredernenKämpfer seine Kräste geraubt uno er wlro wohl ichmerltch die Frucht sei nes Srebens reifen sehen. Shmaben hat auch in diesem schlechten Jahre seinen Ruf als gesegneter Landstrich gewahrt. Die Stuttgarter. Zeitn gen versichern, daß dort die Ernte eine ausgezeichnete ist. Ader auch in anderer Beziehung sind die Einwohner des schönen Schwabenlandes beneidenswerih. Man bedenkees kommen auf seine zwei Millionen Einwohner nur 181 Advokaten. Das presbyteriansche theologischeSe minar in Ca'enovia unweit Syracuse ist finanziellscbr schlimm daran und die 'erwalter schimpfen sich einander Lügner, Schwindler und Betrüger. Wir glauben daß sie sifc gegenseitig recht gut kennen und Alle fiecht haben. Auch dort wird eö heißen, wenn fich die Diebe zanken, kommt der ehrlichl Mann zu feinem Gelde.
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- BMRM 5 C. F. Schmidt. Eine einundzwanzigjährige Sängerin Namens HenritteJrank beging in Balti more,.Mary!and, Selbstmord. ' Ob sie die Liebe so weit gebracht? Die böse Welt lagt so. In denTöpsereien von Slassord wur de durch Notizen, welche an die Wand ge ksebi wurden, eine 10 procentiscke Lohnre duktion angekündigt. Die 80.000Arbeiter welche davon betroffen werden sind ent schloffen dieser Reduktion Widerstand ent . gegenzusetzen. Solche Nachrichten lafien : sich schlecht mitderAnkündigung der besse- ; ren Zeiten vereinboren. In Cincinnati spukt noch immer daö Sänaerfest Defizit. Die dortige Morgenpost" tchreidt amSamstag : Diejenigen Unterzeichner zu dem Garantie Fond des Sängersestes, we'che noch nicht bezahlt haben werden nächsten Montag in te;i Zei tungcn veröffentlicht und zu gleicher Zeit gerichtlich belangt werden. Dieses Mittel hilft sicherlich. Da es vv' läufig mit delDurchstechung der Landenge von Panama nichts ist so toll zunächst die Landenge von Konnth durchstochen werden. Man schreibt darüber aus Athen : Herr von LeffepS und General Türr treffen demnächst hierein, um die Vurar heilen der Durchstechung des JsthmuS von Korinth beginnen zu lasten. Nach einem schon vor Jahren ausgearbeiteten Plane würde diese Durchstechung ungefähr 20 Millionen Franken kosten, man hffl je doch, dei den Maschinen, wie ste jetzt bei einer solchen Arbeit in Anwendung kom men, diese Summe bedeutend reduziren zu können. Neuere Erhebungen haben ergeben, daß inDeutschland nicht weniger a:s 6 696 Kinder unter 14 Jahren in derTadakinau" strie beschästigt sind. JeneKinder bereiten manchen Familienvater, dem es in Folge besten sehr schwer, ja manchmal unmöglich wird Arbeit zu bekommen, den Untergang und die zarten Pflanzen selbst werden vor der Zeit geknickt, denn ein Kind unter 14 Jahren gehört in di: Schulstube und auf 0cn Spielplatz. Fabrikarbeit bereitet dem zarten Kind entweder einen frühzeitigen Too oder zerrüttet den schwachenKÜrper so, daß er nie mehr genesen kann. Paris bat eine Prämie von 20.000 ausgesetzt für die beste Methode der Lei chenverdrennung. In Mailand undGotha ist dieselbe gesetzlich sanktionirt und Hai de reits zü wiederhotten Malen stattgesunden Die überfüllten Begrabnißplätze in der Nähe der Städte baden sich als gesund heitsschädlich erwiesen und die Todtenverbrennungssrage wird immer lebhafter in der Preffe dcbattirt. Kein Feuer, keine Kohle kann bren' nen so beiß. Fräulein Sadrian Roß, eine sünfjedi'jähriae New Parker Schöne, Tochter des Kleinhändlers Roß, halte sich gegen Wisten und Willen ihres Vater mit einem, der Familie befreundeten jungen Steuermann, Namens CharlesDodd. ver heirathet, war aber im elterlichen Huse geblieben. Durch verschiedene Umstände brachte .der Vater ind ffen die Geschichte von der Verdeiratbung in Erfahrung. Er war wüthend. Die Tochter wurde in ein Zimmer gesperrt und Dodd wurde gebeten einmal in's Haus zu kommen. Als der junge Eaemnn kam, ward er von Roß mit Schimpfworten und Faustschlä gen empfangen. Um sich seiner Haut zu wehren, zog Dodd ein Mlffcr. Daraufhin eilte R"ß zu Richter Ferry, von dem er einen Haftbefehl gegen den unliebsamen Schwiegersohn erwirkte; als indesten der Richter den Sachverhalt näher prüfte, ward der Haftbefehl zurückgezogen. Herr Roß verbot dem Schwiegersohn das Haus rnd die Tochter wurde Tag und Nacht scharf bewacht. Aber die Liebe ist erfin derisch und in voriger Woche gelang es der junaen Frau,' aus dem Hause , zu entjchlüpsen und sich zum Gatten zu begeben, der sie in einem Hotel unterbrachte. Roß, der ein Jsra?lit und besten Gemahlin christlicher Herkunft ist, hat seinen Söhnen und Töchtern verboten, mit der Entlausenen je wieder ein Wo t zu sprechen. Dodd hat dagegen einen Sadenersatzvrozeß gegen den Schwiegervater angestrengt und verlanat von ihm $2,009 wegen thätlichen Angriffs.
