Indiana Tribüne, Volume 2, Number 8, Indianapolis, Marion County, 4 October 1879 — Page 1

u Mr.' . , u h LJLt'lri, I f ir S r'Z'Z t k M s ) V Jahrgang 2 No. 8. Office: Ecke Circle u. Meridlan-Strasie. Laufende No. 60. V,

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HADIS0N AYENUE, Indianapolis, Ind., Brauer von Lager-und des rühmlichst bekennten Tasel-BierS.

WaS wir lieben und bekennen. Der Geist ist frei, die Sklavenketten fallen Vor unserer freien Lehre Hellem Licht, Die Nebel fliehen, die den Seift umhüllen, Sobald Vernunft den Aberglaube bricht ! . Der Sundenfall drückt uns nicht mehr dar'. 7 nieder, Denn fehlte Adam, sündigten nicht wir Cc pellt unk unfrei dar und schwer belastet Mit einem Fluch, alö Sklaven eitle: Gier. Den Himmel aber, wie ihn wir begreisen, Erwerben dir durch Seufzer nicht und Schmerz: ßir suchen ihn im Innern nur des Menschen Vd finden ihn in unserm eig'nen Herz. , Wir handeln nicht aus Furcht bor ew'gen Strafen, In! locket nicht dei Jenseits großer Lohn: Die Tugend lieben wir ob eig'ner Schone, Und ihre Harmonie beglückt unö schon. 7' Vernunft und' Liebe ist', die wir alt Höchstes achten, Cie, deren Macht das Menschenherz erwärmt, Und ohne die in Hütten und Palästen Der Fürst sich, wie der Bettler, ewig härmt. Oir finden sie im großen Weltenbuche, vrkennen sie im weiten, ew'gen All, Und im Bewußtsein treuster Pflichterfüllung LrtSnet ihrer Stimme Wiederhall. Die Dibel ist für uns nicht .Offenbarung, Me ist der Ausdruck einer frühern Welt, ' sich die Menschen Gott als Menschen dachten 3 mancherlei Gestalten, nur verstellt. ' Die Wunder, die sie uns erzählt, verschwinden .Lie Finsterniß vor Hellem Sonnenlicht, 'Vem Verstand, der sich die Bahn zur Klar. r k.Zt 'llllmälig zwar, jedoch allmächtiz bricht. ' Wir achten ohne Unterschied den Menschen, , Ob er ein Heide, Jude, Türke, Christ: wiewohl ein Jeder glaubt nach seiner Lehre, Daß er ein Bess'rer, als ein nd'rer ist. Wir fürchten keinen Bann für diesen Glauben, Wie einsten auch die Scheiterhaufen nicht Erschreckten Huß, Servet und diele Andere. . ie Weltzeschichte ist das Weltgericht. , ' - Drum brich hervor, o Geist, mit deinem Lichte, nch durch zum Tro der Finsterlinge Zunft, Srhell' die Zukunft unserm freien Blicke, Verscheuch' deS Aberglaubens Dunkel durch Ver. nuuftl Nicht Meinungen laß ferner unsre Herzen Ja GlanbensfanatismnS mehr entzwei'! Ourch Thaten nur, durch wahre LiebeSverke Laß fernerhin den Menschen Mensch nur sein!

f. 'vriginal Correspondenz der Indiana Tribun.-)

Bremen, 3. September im. Noch klingen die vaterländischen Melo ien : .Heil Dir im Siegerkranz .Was !t deö deutschen Vaterland?- zc. in mei-

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ja y neuen Einrichtungen. T nen Ohrm, denn gestern wurde in Bre ratn ht edankeier abaebalren. Mie mir von vermiedenen Einwohnern mitgetheilt wurde, war dieselbe jedoch bei weitem nicht so glänzmd, wie im vorigen Jahre, denn die Bislmrölche Zollpolitik hat dem hie '3 riotismuS einen Dämpfer ausge setzt, und die Bremer Handelswelt ist nicht besonders gut auf den eisernen ReichSkanz' ler zu sprechen, mit Ausnahme deS Reichs tagö.Abljeordneten MoSle von hier, der ,.r 55... WMIWJ V . V ft UllVWtUU IUlUiU Um IslVI) T ' T lieb zum SckunMner geworden ist. Ja. iä die Äollvolitik wird nock man. . I ' . chen deulschen Patrioten zeigen wo Bartbel (Biänark) den Most holt. Dak der Reichskanzler der größte politische Bosco der Neu eit ist. der es versteht mit Tischchen deck dick- u. Knüvvel auö dem Sack-unzugehen, wird wohl Niemand i bestreiten können. ' Es ist keine Kleinigkeit stündlich über eine halbe Million Mark hervorzu aubern um die deutsche Armee . , , .. - . . . stets kamdsbereit zu halten, besonders wenn man bedenkt, daß deutscher Handel und deutsche Industrie in gegenwärtiger Zeit nicht besonders blühen, und daß die Milli. ardenmt längst vorüber ist. Wober also nehmen und nicht stehlen? Auch dafür weiß der Reichskanzler Rath, und im Nu zaubert er einenGoldregen hervor, so groß, " artig wie ihn der Donnergott ZeuS der Königstochter Danae bereitete. Er will nämlich alle Privateisenbahnen

dem Staate einverleiben, und soll der waareno t in ven öiaoi ramiaoen Kaufpreis für die Stettiner, Berlin-PotS. halten, waschen, nähen :c., ull denLebensdam.Maadeburaer.Maadeburaer.Halber. unterhalt für die Familie u erringen.

stadt, Hannover-Altenbekener und Köln Mindener etwa ein und eine halbe Milli arde betragen, dann sollen noch die Ber. lin Anhalt, sowie die rheinische Eisenbahn den Weg alles Eisens wandeln. Selbst verständlich würden diese ungeheuren Summen nicht in "cash" wie der Ameri kaner sagt, ausbezahlt.'sondern denHerren Actionären vier oder sechsprozentige Renten dafür ausgestellt werden. Doch die Herren ollen mehr haden, und wird der Reichskanzler dafür vermittelst seines .Knüppel aus dem Sack" Rath wissen. Wie lange wird es dauern, bis der Essener z Krupp und andere Großindustriellen auf dieselbe Weise annectirt werden ! Mir scheint der Reichskanzler ein ver kappter Socialdemokrat zu sein, wenig stenö ist seine neueWirthschastSpolitik total socialdemokratisch. Zu meinem größten Schrecken sehe ich, daß ich aus dem besten Wege bin, politisch zu werden, und in Deutschland Politik treiben, heißt den Teufel an die Wand malen, oder was dasselbe ist, in BismarckS Unfehlbarkeit Mißtrauen setzen. Und' es ist .Recht so. Z. B. der gewöhnliche Unterthanen - Verstand würde sich an

maßen, ebenso gut wissen zu wollen was dem Reiche frommt, wie ein Geist von dem Kaliber Bismarck's: daö würde eine

schöne Wirthschaft werden. ' Deswegen ist es vor allen Dingen nothwendig, daß dem Volke die geistige Nahrung so knapp wie möglich beigemessen wird, und können Vergnügen, wie das Lesen socialdemokratischer Schriften, das Absingen unpatriotischer Lieder, wie: Du bist verrückt mein Kind" jc, nicht scharf genug von der Regierung unterdrückt werden. Dagegen sind als Ersatz dafür, Vergnügen wie solche, wozu nachstehende Anzeige die einer Berliner Zeitung entnommen ist, einladet, nicht allein empsehlenswerth weil sie dem Geiste die erforderliche Nahrung bietet, sondern weil das Volk dadurch auch vor .falscher Halbbildung-bewahrt bleibt : T i v o l i . T h e a t e r. Vorläufige Anzeige. Donnerstag, den 23. August. Grobe Theater-Vorstellung und grober Ringkampf zwischen dem Bäckermeister Herrn Rüstow aus Friedrichkberg mit den drei charlottenburger Herren : Rösener, Bork und Hertrich. Herr Rüstow zahlt 50 M. Prämie, wenn er von einem der drei Herren besiegt wird und zwar will Herr Rüstow, ohne Pause zu machen, den Ringkamps mit den drei Herren aufnehmen. GroberPrivat.Ringkamps des Schlächters Herrn Nicolai mit Albert am Kramschcssky aus Charlottenburg Hierauf : Die Braut des Banditen oder Der Uebersall aus FelSeck, Gemälde in e Bildeni." Doch genug von der geistigen Nahrung. Sehen wir jetzt wie es mit den materiellen Bedürfnissen in Deutschland bestellt ist. Wie Sie wohl wissen, ist auf Geheiß der Vereinigten Staaten " Regierung an I lr . . 's j. ...f.... .. r.. lammincoe ameruante on,uin ln u I m m ttn , w . ropa ver Besedl ergangen, , Bencyle uver die Lage der arbeitenden Classen in den ihnen zugetheilten Distrikten einzusenden, dieö ist jetzt geschehen, und legt ein solcher Gelammt'Berlcht vor m:?. Wemnacy steht M der Arbeiter in Belgin am besten. dann kommt in zweiter Nähe Frankreich. I rn . r r t. ir rr w en ency! uver em,cuano lane ,cy ler folgen: D e u t 1 ch I a n d. Alle Berichte stlmI v c v .r. v:,n . v or min üaim üaß üuähbc vu ui beiter eine sehr gedrückte tnd' bemitlei denöwerthe ist. In den s?ohlen und Eisenbergwerken m Westsarn kann nach dem Berichte des EonsulS k Bremen ein Mann kaum soviel verdiaen, um seine eigenen persönlichen Bedusmsse ,u be friedigen, so daß alle Famuenmitglleder I . a . ... nrr ... rr r t ... rn aronien muen. ver on,,i in Bremen schreibt, daß die Frauen au dem Lande Gemüse ziehen und lm Fede arbeiten, I . t 1 M V . I W W Der Konsul ,n Chemmtz schnbt im Junl 1, daß eme große Zahl vn Arbeitern in Sachsen ohne Beschästigng ist, das Land ist überlaufen mit Samps und Bettlern. Mcn theilt die Abeit so ein, daß man eine möalickst aro!e Äabl beschästigen kann, und so thä oft zwei Mann die Arbeit eine Einzien, sich in den Tagelohn theilend. ES i Regel, daß in allen Arbeiterfamilien Janen r und Kinder mitarbeiten müssen. ,Die Löhne für Handwerker sind niedrige wie die in Frankreich und die Frankreich niedriger (Fortsetzung auf 8. Sjte.) eue Knze gen. Deutsch-Englischer Sclulverein. Crrfannlung zur Nedision fr (Statuten findet am ! Kreitag, 10.Hllto0tt, Sväds 8Zl?r im Schulgebäude statt, wozu alle Ätglieder ein. geladen sind. C Vonneät, Präs. Oto. lotf)t, Sekr.

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Decker BroS. und Fischer mm j I IHIIUöi . IreidenkerMereiNo Morgen, Sonntag, 5. Hktober Abends 8 ttbr in der Turnhalle. Versammlung zum Zwecke der Besprechung der Bunreeversassung und Platsorm, und Abstimmung Über Veränderungen und Zusähe. Die Mitglieder find ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Luch Nlchtmitglieder haben Zutritt. kiekaräsou & Kotlie. FeuerVersicherungs - Agentur. Zimmer No. Ib, Falöott Wlock, N. W. Ecke Pennsylvania und Market Str. Folgende Compagnien alle erster Classe werden repräsentirt : Phenix . . New Bork. Guardian . . London. Hamburg-Magdeburger Deutschland. Firemens . . Dayton. Anfrage an den D. A. P. Waisen-Berein. Da der Waisen-Verein seine Bereitwilligkeit, die kürzlich in den Blättern besprochene Streik sache einem unparteiischen Comite, bestehend aui prom nenten Bürgern oder den Editoren der Zei tungen zu unterbreiten, biö seht nur in Worte, nicht aber in der That zu erkennen gegeben hat, so erlaube ich mir, genannten Verein um ges. Beantwortung folgender Fragen zu ersuchen: : 1) Warum ist Herr Krhter nicht öffentlich p rügt worden, trotzdem er schuldig befunden und ihm diese Frage zudiktirt worden ist, und trotz. dem einige Mitglieder des Vorfandet det Ver. eink privatim die Anficht auesprachen, daß Herr Krhter von Rechtswegen entlassen werden müsse? 2) Wie kommt es, daß in dem Bericht der TrusteeS der Werth deS Grundeigenthums mit $88,200 angegeben ist, während dieVbschatzungS. eommission deS Vereins den Werth zu nur $2V.OO abschätzte? 3) Wie kommt eS, daß der Bericht des Finam. sekretärS einen Kassenbestand von $132.60 auf. weist, während weder dieser Bericht, noch der der TrusteeS zeigt, daß Rechnungen zum Betrage von mehnren hundert Dollars unbezahlt find ? 4) Wie kommt eö, daß in dem JahrkSbericht der TrusteeS Noten von angeliehenen Geldern mit $830 als Vermögen angeführt find, da doch der Bürge auf einer Note von $80u längst Ban. kerott gemacht hat? ö) Wie kommt eS. daß das Pferd der Anstatt in einem Jahre 48 Hufeisen brauchte ? 6) Wie ksmmt eS, daß in einem Jahre nahezu 600 Pfund Kaffee verbraucht vuröen, da doch die Kinder venig oder gar keinen Kaffee bekom. men? 7) Wie kommt eS, daß in einem Jahre $133. 51 für Fütterung ausgegeben wurden, da doch Korn und Heu zur Genüge auf demPlatze wächst? 8) Wie kommt eS, daß ein Contrakt für die Erbauung einer Mauer Herrn H?Im, Trust und Schwiegersohn des Präsident:, übergeben wurde, trotzdem derselbe tzöö mehr veclan.te, als ein Anderer? 9) Wie kommt es. daß in einer Nnstalt mit 37 Kindern, Dienstpersonal, Waiienv:!er und Fa. milie bloß $ 98.46 in einem Jahre für Fleisch verbraucht werden ; welcher Art ist die Nahrung, wenn der Fleischverbrauch noch nicht einmal 2 per Kops im Jahre beträgt? Ja) stelle diese Fragen deshalb an diesem Platze, weil mir durch das Verfabren des Ver. eins, mir gegenüber die Möglichkeit genommen worden ist, sie im Verein felbft zu stellen. Ich hoffe und wünsche, daß der Verein diese Fragen so beantwortet, daß die Insinuation deS Jour nal, als bestehe ein Ring, der sich vor Herrn Krhter fürchte, zu Ehren deS Vereins widerlegt werde. Ich nehme noch immer so viel Interesse am Verein, daß ich die Ungerechtigkeit dieser I. sinuationeu nachgewiesen sehen möchte. Wilhelm Kattau.

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Jnbpls Soc. Turnvereins unter Leitung des Turnlehrers Kugo VanHer. Unterrichtszeit für lknaben-Classen : Dienstags von 4H biö li Uhr Nachmittags. Samstags von 3 bis 4 Uhr Nachmittags. NädcheN'Classen : Mittwochs von 4 bis 6) Uhr Nachmittag, Samstags von 1 bis 3 Uhr Nachmittags. Daen-Clltsse: Samstags von 4) bis 6)4 Uhr Nachmittags. Die älteren Knaben von 14 bis 18. Jahre (Zöglinge) werden wie bisher, mit den ältere Turnern, am Montag und Freitag Abend vo 89 Uhr unterrichtet. Der Preis beträgt per IZonat: Für 1 Kind ,s (Untl Für 2 Kiuder 45 Für 8 Kinder 60 , Für 4 Kiuder 10 , Jedes weitere Kind 10 Cents per Monat. Anmeldungen werden emgegengenommen bei C.Vonnegut, C.Hedderich, J.Karle, H. Lieber Sa Co., Maa äs Kiemeher und in der Turnhalle beim Turnlehrer H u g , P a n tz e r. KttV gek. NlSÄz ! Meinen Freunden und Gönnern zur ges. Notiz, daß ich den so lange von mir gehaltenen Wein- und Bier-Saloon 101 Ost Wasbington Str., wieder übernommen habe uud ich auch in Zu. kunft um ihre Ounst bitte. TobiaS Vender.

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