Indiana Tribüne, Volume 2, Number 7, Indianapolis, Marion County, 27 September 1879 — Page 4

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pmei Gew y indem ihr euer Eigenthum bei unS versichert, in unseren prompt zahlenden Eesellschaiten. Ihr könnt versichert sein, bafj wenn ihr bei unS in un. serer Office in Zimmer No. I und ?, aloii & New' Block, erste Stiege südlich von der P, stof. sice, vorsprecht, wir ihnen bei der Versicherung ih reö Eigenthums Geld sparen können; es wird ih nen wenigstens nicht znmSchaöen gercichcn,wenn Sie bei uns anfragen. Vleaveiclnd Go. Judiana Priöüne (Wochenblatt.) Lffice: Ecke Circle u. Meridianstr. fJm dritten Ctock ) (Entered as second-class matter at the Postoffice at Indianapolis, Indiana. Abonnements-Preise. 2 der Stadt durch Träger ins Haus geliefert Per Jahr im Voraus 52.00 Ver Nummer 5 KentS. Otto Schüssel, Herausgeber. P. O. B. 295. Indianapolis, Ind., den 27. Septbr. 1879. Die Todesstrafe. Von Philip Rappaport. Trotz aller Fortschritte, welche daS Criminalverfahren in unserem Zeitalter in humanitärer Richtung gemach! hat, hat man sich bis jetzt imAllgemeinen noch nicht zur Abschaffung der Todesstrafe entschließen sönnen. Und doch ist dieselbe nichts veiter, als mittelalterliche Barbarei und entspricht erfahrungsgemäß nicht dem Zwecke. Sie ist der Ausfluß des Rachegefühls! Wer Blut vergießt, deß Blut soll wieder vergossen werden," heißt es in der Bibel. Wir aber leben in einem anderen Zeitalter, als in dem, in welchem die Bibel geschrieben wurde. Gehen wir näher aus den Zweck des Criminalverfahrens ein, und fragen wir uns vom Standpunkte der Wissenschaft und der Humanität auö, ob die Gesellschaft das Recht hat, den Ber breche? zu bestrasen, so müssen wir die Frage unbedingt mit Nein" beantworten. Der Mensch ist gar wunderbar organisirt. Sein Denken und Handeln steht mit seiner physischen Beschaffenheit in so enger Ver bindung, daß man in gewiffem Sinne von einem freien Willen 'gar nicht mehr spre chen kann. Wir können die Ursachen der Verbrechen hier nicht klassisiciren, aber es ist wohl nicht zu viel gesagt, wenn wir be Häupten, daß in den meisten Fällen, in welchen das Verbrechen nicht die Folge eines augenblicklichen Impulses ist, der eigentliche Grund außerhalb der Controlle des Verbrechers liegt. Die Anlage zum Verbrechen kann ebenso, vererbt werden, wie jede andere seelische Anlage; sie kann durchErziehung, oder durch besondere Um stände erzeugt werden ; auch kann das Verbrechen indirekt die Folge vonLeidenschas ten sein, welche an sich nicht sträflich sind. Mit Fug und Recht behauptet die Mistenschaft, daß die Begehung von Verbrechen mehr oder weniger mit der physischen Or ganisation des Menschen zusammenhängt, wenn auch in dieser Beziehung noch Vieles unerforscht ist. Daher kommt cs. daß wir nirgends so merkwürdige psychologische Räthsel finden, als in derChronik der Verbrechen. Man ist zuweilen absolut nicht im Stande zwischen dem Charakter des Verbrechers, seinen Motiven und der Aus führung des Verbrechens selbst einen ver nünstigen Zusammenhang zu finden. Für die Wlffenschast ist hier noch, ein großes Feld des Forschens offen. Unser Criminalverfahren beruht nicht auf Wissenschaftlicher Basis. Wir bewegen uns in einem ttteislauf. Zur Uebersührung eines Verbrechers ist der Nachweis der Absicht nothwendig, und wir schließen wiederum aus der That aus die Absicht, von dem Grundsatze aus gehend, daß Jeder die Folgen seines Han delns beabsichtigt. Wir haben ein stufen weises Straffystem, welches aber nicht die

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Absicht berücksichtigen kann,', denn nur selten entspricht die Ausführung der That der ursprünglichen Absicht. Ein Einbrecher wird z. B. zufällig zum Mörder, dadurch daß er gestört und angegriffen wird und ein Diebstahl ist oft nur deshalb Kleindiebstahl, weil der Dieb sich in seinen Erwartungen täuscht und nicht so viel vorfindet, wie er vermuthete. . So kommt es, daß wir wohl milder strafen, als in der Vergangenheit; wir können aber nicht behaupten, daß wir gerechter strafen. So richtig es nämlich ist, daß der wichtigste Punkt bei der Beurtheilung eines Verbrechens dieAbsicht des Verbrechers ist, so schwer ist es auch, . diese Absicht zu er. kennen. . Berücksichtigen wir nun alles dies, näm lich den Umstand, daß die Grundlage des Verbrechens möglicherWeise außerhalb der Controlle des Verbrechers liegt, daß unser Erkennen oft unzureichend ist, die Absicht des Verbrechers zu entdecken, und datz wir gar zu leicht Irrungen ausgesetzt sind, so kommen wir zu vem Schlüsse, daß wir' kein Recht haben, den .Verbrecher zu be strafen, am Allerwenigsten aber eineStraf nrt anzuwenden, welche im Falle deS Jrrthums das Genommene wieder zu ersetzen, unmöglich macht. . Der Zweck unseres Criminalverfahrens kann also nicht die Bestrafung des Ver brecherö sein. Von derAnsicht ausgehend, daß ein Mensch, welcher ein Verbrechen begeht, wahrscheinlich in Folge seiner besonderen physischen Organisation, zum Verbrecher angelegt ist, kann sein einziger

Zrreck in der Sicherung der Gesellschaft bestehen. Für diesenZweck ist lebenslängliche Einsperrung ebenso hinreichend, wie Töotung. Wahr ist es allerdings, daß hierzulande durch leichtsinnige und überhäufige Begnadigung der Zweck der Einsperrung in vielen Fällen vereitelt wird, man darf aber deshalb nicht dem falschen Grundsatz huldigen, ein Uebel durch ein anderes Uebel neutralisiren zu wollen. Es giebt wohl noch andere Mittel und Wege, dem Begnadigungsübel auszu weichen, als die Todesstrafe. Der Standpunkt, daß die Todesstrafe ein Abschreckungsmittel sür Verbrecher sei, ist längst unhaltbar geworden. Wenn die Wissenschaft recht hat, daß die Anlage zum Verbrecher in der Organisation des Menichen liege, und daß es bloß der nöthigen Umstände bedarf das Verbrechen hcrvorzurufen, gerade wie das Pulver ganz un schädlich nur des zündendenFu'nkens harrt, um zu explodiren, so giebt es überhaupt kein Abschreckungsmittel. Abgesehen davon aber, kann heutzutage, da die Hinrichtungen nicht mehr mit mittelalterlicher Grausamkeit verlängert, sondern mit allen Mitteln der Mechanik verkürzt werden, von Abschreckung gar keine Re)e sein, am Allerwenigsten sür den.welcher einer solchen Hinrichtung schon beigewohnthat. Wir waren Zeuge der Hinrichtung Gütigs und wir behaupten, daß ein Mensch nicht rascher und schmerzloser sterben kann als Gütig starb. Bei solch' rascher Hinrichtungsproz?dur verliert sast der Tod seine Schrecken. Wo bleibt da die Ab. schreckung für den, welcher ein Verbrechen beabsichtigt ? . Bringen wir ferner noch den Umstand in Anschlag, daß bei der großen Masse allerdings eine gewisse Furcht vor dem ode herrscht, daß sie deshalb geneigt ist. Delinquenten, welcher mit Ruhe und Fassung dem Tode entgegengebt, zu bewundern, als eine Art Held zu betrachten, so daß schließlich das Mitleid für den gewaltsam Getödteten, den Abscheu vor dem Verbrecher verdrängt; oder erwägen wir, daß das Vorhandensein der Todesstrafe im Gesetzbuch? bei derMasse ein schädliches Rachegefühl, einen krankhasten Blutdurst hervorruft, und daß eine sensationssüchtige Presse durch Wort und Bild diese ungefunden Charakterzüge bei der Masse des Volkes nährt und in spekulativer Weise ausbeutet, so müssen wir unbedingt zu der Ueberzeugung gelangen, daß die Todesstrafe nicht mit unserer Zivilisation im Einklang steht, daß sie ein Ueberbleibsel mittelalterlicher Grausamkeit ist, daß ihre Wirkung eine demoralisirende ist, und daß sie, je eher, desto besser, abgeschafft wird. Der deutsche Unterricht wird in St. Louis beijederSchulrathswahlzurSlreitk frage und ist es bisher den Deutschen nur mit größter Anstrengung gelungen, denselben in den öffentlichen Schulen zu . erhalten. Wundern dürfte es uns daher nicht wenn am Ende der deutsche Unterricht dortselbst dem Knownothingismus doch noch unterliegen würde.

- General Grant wurde in San Francisco mit großem Pomp empfangen. Die ganze Bevölkerung San Franciscos war auf den Beinen und der Festzug soll groß artig gewesen' sein. Die böhmischen Reichstagsabgeordne ten haben sich entschlossen ihre Sitze im österreichischen Reichsrath einzunehmen. Auch in Gilmores Garten in New Pork ist wieder einmal die große Verrückt heit des Wettlaufens an der Tagesord' nung. Einer der Renner wurde dieser Tage bereits ohnmächtig aus der Rennbahn entfernt und auch die Andern wer den sich mit der Zeit zu Tode Hetzen. Daß daS Publikum an solch brutalen Schauspielen Gefallen findet, ist ein Beweis wie wenig gebildet der Geschmack desselben ist. Dazu trägt noch unsre Presse ihr Möglichstes bei, um den Leuten für solchen Schwindel Interesse einzuflößen, wie z. B. der 91. I. Herald," der dieser Tage einen 6 Spalten langen Bericht brachte. Es ist eine Schande, daß eineZeitung statt solchen Blödsinn zu verdammen, ihn zu erhalten und zu befürworten sucht. Trotz der gewalligen Temperenzbewegung hat sowohl die Bier als auch die Schnapsfabrikation in unserem Lande während des vergangenen Jahres bedeutend zugenommen nämlich von 56 bis zu 71 Millionen Gallonen. Wie viele Schnäpse davon die Herren Temperenzler selbst vertilgen, daS wissen nur sie allein.

'Ein zum Tode verurtheilter Mörder Namens Wheatley in Little Rock, Ark. beging lieber Selbstmord indem er freiwillig verhungerte, als daß er sich hätte den Strick um den Hals legen lassen. Die beiden Bostoner Detcctives. Cohen und Canway. welche Brandstif tungs- und Mordanlchläge gemacht haben und Unschuldige damit belasteten wurden zu je vier Jahre Zuchthaus verdonnert. Daß ist viel zu gelinde sür solche Schurken. Der Sedanstaq verlief in den meisten Städten Deutschlands äußerst ruhig und traurig. Nur in wenigen Städten hätten einige Bewohner ein paar Fähnlein an ihren Häusern. In ganz Leipzig fand sich Niemand, der sich herbeiließ eine Festrede zu halten und das allein ist schon Beweis genug, daß der Mordpatriotismus keine Anhänger mehr findet, daß die Deutschen nach und nach einsehen, daß der Sedans tag nicht dazu angethan ist heitere Feste zu feiern, daß vielmehr gerade jener Tag all die traurigen Erinnerungen in uns wach rufen sollte deren wir uns nicht erwehren können, wenn wir der geliebten Todten und der trauernden Hinterbliebenen ge denken. Die immer größer werdenden Differenzen der Demokraten in New 2)orf, Ohio und Pennsylvanien machen die Gewißheit auf glänzende republikanische Siege immer größer. Bei einem fu.chtbaren Gewittergurm, der in der Dienstag Nacht Buffalo heimsuchte und während seiner nur 10 Minuten langen Dauer bedeutende Verwüstungen unter Schattenbäumen, Schornsteinen, Aushängeschildern und Fenst rläden anrichtete, schlug der Blitz in den Wurstkessel des Hrn. Hillriegel an Senecastraße, riß denselben (nämlich den Wurstkessel) in Stücken und schleuderte den Jnhal nach allen Himmelsrichtungen. Denn die Elemente hassen das Gebild der Menschenhand !" Der gewissenhafte Erzbischof Purcill bat in Wheeling, W. V. einen beinahe ebenbürtigen Genossen gefunden. Der Priester Kreusch hat dort ebenfalls die Gelder seiner gemeindlichen Schafe in Verwahrung genommen und nun kann er ebenfalls nicht zahlen. Auch bei ihm ist die Frage, wo denn die Gelder eigentlich hingekommen find, noch nicht beant wortet. Daß sich auch dort nieder Narren genug fanden die in die Falle gingen, wundert uns gar nicht, denn die Dummen und dieSpitzbuben sterben noch lange nicht aus. Der deutsche Kaiser wurde in Straßbürg ziemlich kühl empfangen. Man schien sich mit seinem Besuche nickt sand-r. lich zu freuen, das französisch sprechende Element zeigte sich nicht einmal in den Straßen, um den Kaiser zu sehen, ein Beweis, daß es mit seiner Begeisterung sür den deutschen Kaiser nicht weit her ist. Die Liebe läßt sich eben nicht erzwingen.

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(SCHMIDT'S ' ' . ie berühmteste . und besteingerichtetste und "Invisroratins: Malt-Extract

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vorzüglich anerkannt Aufträge zum Verschiffen von Lagerbier aus allen Eisenbahn Lmien werden prompt erfüllt. ' .

- Herr W. Marr, der in Hamburg das Hauptquartier seines Judenhasses aufgeschlagen hat, beabsichtigt vom 1. Oktober an eine antijüdische Zeitung herauszuge ben, Die deutsche Wacht" Organ der alliance anti-israeliteV die. im Verlag von Otto Hentze inBerlin erscheinen soll. Ich hoffe in dieser Zeitschrift so äußert sich Herr Marr wörtlich in einem Schrei den die Mauern ZionS endlich zu brechen." Wozu OscarBlumenthal trocken bemerkt : Wenn ihm aber für diesenZweck keine andern Brechmittel" zur Verfügung stehen, als seine Schriften, so wird ihm lein Vorhaben schwerlich gelingen." Die Legislatur von Georgia hat ein strenges Tramp'Gesetz passtrt. In der großen Stadt New Pork kannten nicht alle Kinder in den Volksschulen Aufnahme finden. Es meldeten sich im Ganzen 107.393 Schüler und 2.130 nußten wegen Mangels an Raum zurückge miesen werden. Dafür gibt es in der That keine Entschuldigung und es ist nehr wie beklagenswerth daß so und so viele Kinder nichts lernen dürfen, weil man kei nen Platz für sie bat. Der New Poiker Bankier Joseph Seligmann (dem Namen nach wahrscheinlich ein Jsraelit) hat dem Proseffor Adler zum Besten des von demselben zu gründenden Kindergartens für Unbemittelte einen Beitrag von $10.000 übergeben. i In Wilmington, Del., rcsp. Vew Castle, wurden am Samstag vier Farbige und ein Weißer von Rechtswegen öffernlsch ausgepeitscht. 0 ternpora, o rnores ! ' Die mexikanische Regierung hat Z130.000 als Abschlagszahlung derSchuld an die amerikanische Regierung nach Washington gesandt. i Wem die Bundesregierung Geld schuldet, sei cs, daß er Zinsen zu erheben oder Geld sür die erste zu ziehen habe, kann das jetzt auch bier inGold bekommen, wmn er nicht Silber oder Papier vorzieht. Greenbacks können außerhalb New Po:ks einstweilen nock nicht gegen Gold umge setzt werden. Wer Greenbacks in Gßld umwechseln will, muß nach wie vor, eme Summe von wenigstens 100 Dollars zn den Hülssschatzmeister in New Bork einschicken, der ihm alsdann Gold aus Kosün und Risiko des Empfängers zustellen wild. Die letztere Anordnung wird vielleicht eine Enttäuschung sür Manche sein. Ter Schatzamtssekretär ist indessen auf ein altes Gesetz gestoßen, welches dieEinlösuig von Greenbacks außerhalb New Pork in tersagt. Ein Bankpräsident wirklich und wahrhastig im Gesängniß! Der Herr heizt Beny Ruffell von der Lafayettebank n New Orleans und ist der Unterschlagung von $13.000 angeklagt. Er konnte die verlangte Bürgschaft von $10,000 nicht austreiben. Ach, gibt's denn gar kehrn Weg, ach, gibt's denn gar keinen Steg" aus dem Hundeloche" für einen -o respektablen- Mann?. j Die preußische Armee hat seit 1874 nicht weniger als 4.330 Selbstmorde aufzuweisen. Die thierische Behandlung, welche di preußischen Soldaten zu ertrigen haben, zwingt die Unglücklichen diesis letzte schreckliche Mittel zu wählen. .W:r stimmt da noch in dasLied ein : welche Lust Soldat zu sein" !? Nahezu 15.000 Personen wohnten in New Z)ork dem Sängelfcst bei, (einEhrerbenefiz der N. P. Volks-Zeitung) das an lS! AMmIm A t . t 1 ft ttX A i cpicu wuiiiuuy uuucyuutu urniuv

tmtn 5 SQÜAKE,) ' i INDIANAPOLIS, IND. ' . . Brauerei Staate. Mein Lagerbier Bottle BeerM ist vor allem anderen als . C. F. Schmidt. In den Ver. Staaten gibt es jetzt 853 Staats- und 2.856 Privatbanken. . In Spolmock, (Ungarn) brach kürz lich der Boden der überfüllten Synagoge ein,' wobei 18 Frauen' getödtet und acht lebensgefährlich verletzt wurden.' Wenn so etwas in einer Freidenkerhalle passirt wäre, würde man eS als eine gerechte Strafe GotteS ansehen. MemphiS. leidet noch immer unter : der gelben Pest. In Birmingham bereiten sich einige hundert Kesselschmiede vor nach Amerika auszuwandern. Viel bester wird es den Kesselschmieden, die schon lange arbeitslos sind, auch bier nicht aehen. Pastor Tompson der ein Liebesver hältniß mit einerSchauspielerin unterhielt, ist in Berlin gestorben. Zur Illustration der Preßfreiheit im sonnigen Süden diene die Nachricht, daß sich die Zeitungen Democrat, Times" und PicayuneZ in New Orleans entfchie den weigerten, die Adresse des rcpublikonischen Staats Comites als bezahlte Anzeige zu veröffentlichen, während daS Jtem" einen solch' bohen Preis verlangte, daß man von einer Veröffentlichung abstehen mußte. Der Titel der neuesten Nummer der Most'schen Freiheit" lautet: Was nun?" Was nun? Nun, auch diese Nummer wurde verboten. Die Westl. Post eifert in einem Artikel gegen die Frauenstimmrechtlerinnen. Die Betheiligung der Frauen in Maffachusetts ist ihr nicht groß g.-nug und deß halb sollte nach ihrer Ansicht die ganze Frage abgethan" sein. Es ist nur ein Glück, daß obwohl die Westl. Post mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln gegen dieFrauenbewegung, wie überhaupt gegen jede radikale Bewegung kämpft, die Frage eben doch nicht abgethan ist.

New Orleans, 20. September. Gestern explodirte in der Eagle Brewery", an der Tschaupitoulasstr., der Dampf & 4 kessel. Der am Gebäude angerichtete Schaden beläust sich auf nahezu $3000. Eine 70jährige Frau, Namens Mary Strutzinger, erlitt durch Sprengstücke schwere Verletzungen. , d Den Sparbanken in New Vork soll abermals ein kleiner Verdruß bereitet wer den, die Brooklyner Freie Preffe" schreibt darüber: Der Bankrevisor des Staats New Pork hat den Verwaltungen der Spardanken in inquirirender Form einige Fragen zur gewissenhaften Beantwortung vorgelegt, die gewiffe Geheimniffe vor das Publikum

brächten. DerPräsident einerNew Z)orke? Sparbank hat sich aber geweigert, über das Befragte Auskunft zu geben, ehe er nicht seinen juristischen Berather befragt hat, ob er darf. Der Revisor wünscht unter anderem darüber Ausklärung, ob aus den Mitteln' einer Bank Gelder zu Privatzwecken benutzt worden sind, als z.' B. für Geschenke an Beamte, für Schmau sereien der Verwalter, für Weihnachtsoder Hochzeitspräsente,für Spendegeld an dle Gesetzgebung, um gewisse Bills durchzusetzen, sür Anschaffung von Portraits und Büsten früherer oder gegenwärtiger Beamten und was detgleichen wißbegierige

Fragen mebr sind. Ob dem Ober Bankrevijor das Recht zusteht, sich in so eingehender Weise um die Privatissima eine 3 Bankinstituts zu bekümmern, wird wohl noch zu entscheiden sein ;. daß die Fragen . aber überhaupt gestellt werden, deutet r darauf hin, daß für gewiffe Zwecke mit den Geldern der Depositoren oft genug in einer Weise verfahren wird, die nicht ganz zweifelsohne" ist".

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