Indiana Tribüne, Volume 2, Number 7, Indianapolis, Marion County, 27 September 1879 — Page 1
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s ' S f ' . m ; . i v M. 1 , w-i .- . ''. u - t jr rr i r , . 'j .y - . Office : Ecke Cirele u. Merldkan-Straße. Laufcndc No. 59. Indianapolis, Zndiana, Samstag, den 27. Septemöer 1879.
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Trost in Dir. Wenn Alle Dich verlassen verlaß Dich selber nicht ! Dann kann Dein Stern erblassen, Doch nie verlöscht Dein Licht. Wer wird sich werfen lassen Von jedem Schicksalsschlag? Smpfang' ihn fest, gelassen Nach Nacht wird wieder Tag. Vielleicht, das Dir zn fassen Nochmal daö Glück gelingt. Dann darfst Du's nimmer lassen Ob eö auch springt und ringt. Km muth'geZ Selbsterfassen Ist, was zumeist gebricht Wenn Alle Dich verlassen. Verlaß Dich selber nicht! z.Neligion und Socialismus. Von unsern Leipziger Torrespondenten. ES ist ein politischer Fehler von nicht zu unterschätzender Tragweite, daß ein Theil der socialdemokratischen RichtungDeutsch landS sich hinreiben ließ, die Religion mit in den Parteikamps hineinzuziehen, und eS kann nicht genug gewarnt werden, damit man nicht anderswo in denselben Fehler verfällt. Bis zu dem Auftreten des Hofpredigers Störker ignorirte man diese Frage ganzlich. Theilweise setzte man sich über sie, als über einen überwundenen Standpunkt hinweg, andrerseits aber würde sie ausschließlich als Privatsache betrachtet, und fand diese Anschauungsweise, als die allein richtige, auch im socialdemokratischen Pro gramm ihren Ausdruck, indem sie darin ausdrücklich als Privatsache erklärt wurde. Ein bedeutender Prozentsatz der Bevöl kerung unserer Kulturstaaten steht nun leider gegenwärtig einmal auf einer so niedrigen Bildungsstufe, daß man nur zufrieden sein muß, wenn er erkennt, daß unsere wirthschastliche Noth und alles Massenelend aus den bestehenden verkehr ten und veralteten gesellschaftlichen Ein Achtungen entspringt. Die Socialdemokratie muß sich so viel als möglich hüten,den menschlichen Egoismus direkt anzugreifen. Mit der Bekämpsung der Religion, die mit dem streng volkswirtschaftlichem Kern derStreitfrage gar nichts zu thun hat, wird derselbe ab-r direkt angegriffen. Denn der Glaube an eine Vergeltung im Jenseits und die geduldigere Hinnahme irdischer Leiden und Entbehrungen hat auch bei den scheinbar uneigennützigsten Menschen die sen unlauteren Trieb zur Grundlage, und sie wollen eö nicht hören, daß der Wechsel aus daö Jenseits nur den einen Fehler hat.
daß Ort und Datum der Einlösung des selben ftngirt sind. Der Egoismus sindet dieses Resultat der Forschung trostlos, denn ihm ist Unsterblichkeit GemüthsPostulat. Greise man daher den menschlichen
EgorSmus, gegen den, nun einmal se.hr schwer anzukommen ist, nicht an, sondern suche man sich denselben zu Nutzen zu machen, rufe man denselben zur Mithilfe zur Herbeiführung des socialdemokratischen Staates, oder Gemeinwesens an und zwinge man ihn auf diese Weise sich durch sich selbst zu bekämpfen, ebenso, wie die Homöopathie in ihrem naturgemäßenHeil verfahren ähnliches mit Aehnlichem ver treibt. Und dies dürfte nicht so schwer sein, denn trotz des Wechsels auf das Jenseits, treibt der Erhaltungstrieb Ungläubige so. wohl wie Gläubige dazu an, sich aus unse rer Erde, aus der es nun einmal gelebt sein muß, so wohnlich als wie möglich ein 9m l w zurlcylen unv ncy wenigstens eine zum Leben unumgänglich nothwendige Existenz zu erstreben. Und eben deshalb, weil der Socialismus eine Magensrage in des Wortes verwegenster Bedeutung ist, weil er sich direkt an den Egoismus wenn auch hier an den berechtigen von der Welt, indem er hier zur Frage des Seins oder Nichtseins herabstnkt wenden kann. deshalb stehen seine Chancen so günstig Weshalb nun einerseits an den mensch lichen Egoismus appelliren und anderer seits ihm Gewalt anthun, ihn bekämpfen. indem man h'xi Religion bekämpft ? Dies wäre ja eineHnconsequenz und verstieße gegen den natürlichen Verlauf der Sache, weil alle Religion nichts weiter ist, als die phantastische .Widerspiegelung äußerer Mächte in denMpfen derMenschen, eine Widnspiegelug. solcher Mächte, , die ihr alltäalickeö dasein beherrschen, eine WiderspiegelurZgj in der die irdischen Mächte die Form von überirrdischen an nehmen. '1 In den Anfängen der Geschichte, sind es zuerst die Mäch'telder Natur, die ein solche Widersvieaeluna erfuhren und in der werteren Entwicklung bei den ' verschiedenen Völkern dÄsachsten und buntesten PersonifikioneKnlUidurchmachten. . Dieser erste Prozi iSerrwenigstens für die mdo europäisckub ster durch die vergleichende Mythologs aus seinen Ursprung in den indisÄ" tdtts zurückoerfolgt und in seinem gt bei Jndiern, Persern, &rf&tTifl)t&rtttiri. Germanen und soweit daö ' Mds4?rt selcht, auch bei : Celten, Litauern und (Slaven im Emzelnen nach gewiesen werden. Aber bald treten neben den Naturmäcten auch gesellschaftliche Mäüte in ZI2i:!lamkeit ; Mchte, die den
Menschen ebenso sremd und im Anfang ebenso unerklärlich gegenüberstehen, sie mit derselben scheinbaren Naturnothwendigkeit beherrschen, wie dieNaturmächte selbst. Die
Phantasiegestalten, m denen sich anfangs nur die geheimnißvollen Kräfte der Natur widerspiegelten, erhalten damit gesellschastliche Attribute, werden Repräsendanten geschichtlicher Mächte und so giebt es denn Götter für Krieg, Handel, Künste u. s. w. Äuf einer noch weiteren Entwicklungsstufe werden sämmtliche natürlichen und gesellschastlichen Attribute der vielen Götter auf Einen allmächtigen Gott übertragen, der elbst wieder nur der Reflex des abstrakten Menschen ist. So entstand' der Mono heismus, der geschichtlich das letzte Produkt der. späteren griechischen VulgärPhilosophie war und im jüdischen ausschließlichenNationalgottJehova seineVerörperung fand. Hierauf folgt das Christenthum, und es ist nicht zu leugnen, daß es trotz seiner verheerenden Wirkungen als Zwichenstation im Entwicklungsprozesse der Menschheit Dienste geleistet und uns einen Schritt näher zur Welterlösung ge bracht hat. Die kosmopolitische Außen seite des Christenthums, die Idee der allgemeinen Menschenbrüderschast in der Kindheit Gottes schlang das erste Band zwischen Nation und Nation, und die deutschen Bauernkriege, in welchen man auch die Klust zwischen Arm und Reich zu überbrücken versuchte, waren nur eine praktische Folge der christlichen Lehre, die den moralischen Impuls durch das ihr innewvbnende Gefühl der Gleichheit vor Gott dazu gegeben hatte. Mit dem Entstehen des Welthandels und unserer großartigen Commnnikationsmit tel, seit dem Umsichgreifen der positiven Wisienschaften, welche immer; mehr Ge meingut der Gebildeten aller Nationen werden, sind wir der Verbrüderung der Nationen unendlich näher gerückt und es sind jetzt die Fortschritte der Produktion und Kultur im Allgemeinen, welche das Band der Nationen fester und unauflös licher schlingen. Es bedarf dazu des Christenthums nicht mehr! ' Doch bis zu der Zeit, wo die vorwärts treibend? Idee derMenfchheit, der moderne Socialismus zum Siege kommt und die Arbeit der Fels wird auf welchem die Kirche der Zukunst gebaut werden kann, giebt eö noch immer Mächte von denen die Menschen abhängig sind, von denen sie beherrscht werden; die thatsächlicheGrund läge der religiösen Reflezaktion dauert also fort und mit ihr der religiöse Reflex selbst. Und wenn auch viele heute nicht mehr an eine Welterlösung durch den Tod Christi, die erst späteren die christliche Religion als ein reinigendes Sühneopfer hineingk schmuggelt worden ist und von derChristus selbst gewiß nichts würde haben wisien wollen,. glauben, so haben sie doch noch das Bedürfniß, an ein höheres, ihre Ge schicke lenkendes Wesen zu glauben. Nun werden aber heute die. Menschen in der bürgerlichen Gesellschaft, von den von ihnen selbst geschaffenen Verhältnissen, von den von ihnen selbst producirten .Produk tionsmitteln wie von einer fremden Mach beherrscht, und wenn auch die bürgerliche Oekonomie eine gewisse Einsicht in. den ursächlichen'Zusammenhang dieser Fremd Herrschaft hät,"so ändert dieS der Sach nach nichts. Die bürgerliche Oekonomie kann weder die Kriesen im Ganzen'j ver hindern, noch : den einzelnen Kapitalisten vor Verlusten, schlechten Schulden , pnd Bankerott, öder den einzelnen Atheiter vor Arbeitslosigkeit und Elend . schützen; Es heißt noch immer : .Der Mensch denkt und Gott", (d. h. die Fremdherrschakt. der kapitalistischen Produktionsweise) lenkte Die bloße Erkenntniß, und ginge sie weiter und tiefer als die bürgerliche Oekonomie, genügt nicht, um gesellschaftliche Mächte der Herrschaft der Gesellschaft zu unterwerfen Dazu gehört vor allem eine ge sellschastliche That. Und wenn diese That vollzogen, wenn die Gesellschaft durch Besitzergreifung und planvolle Handhabung der Produktionsmittel sich selbst und
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Stadt sowie des S:aate finden, und zwar zu den niedrigsten Preisen, wenn Güte derselben in Betracht kommt.
Decker Bros. P A stt und Fischer s U0, alle ihre Mitglieder aus- der Knechtschat befreit hat, in der sie gegenwärtig geholten werden durch diese von ihnen selbst produzirten, aber ihnen als übergewaltige remde Macht gegenüberstehenden Pro dultionsmittel, wenn der Mensch also nicht mehr blos denkt, sondern auch lenkt, dann erst verschwindet die letzte sremde Macht, die sich jetzt noch in der Religion wider,i v , f. . v . , spiegelt, und damit verschwindet auch die religiöse Widerspiegelung selbst, aus dem ganz einfachen Grunde -weil es dann nichts mehr widerzuspiegeln giebt. Das Aufhören derVerehrung und Anbe tung aller mystischen Mächte würde also, mit dem Verschwinden der Grundbedingung solcher Verehrung von selbst wegfallen und die Erztehung der Jugend den Prozeß desVerschwindens aller bestehender Religionen beschleunigen, von der siegen den Bildung der neuen Generation, würde der lekte Rest des Aberglaubens hinweggeschwemmt werden. Alle freien Gemeinden und Freidenkervereine können daher zur Förderung ihres gesteckten Zieles nichts BesiereS thun, als sich in enger Phalanx den Reihen der Socialdemokraten anzuschließen und mit uns einzustimmen in den zum Schlachtruf gewordenen Ruf: .Hoch die Social demokratie aller Länder!". Dann wird das ersehnte Ziel vieler Millionen, die vollkommene Befreiung des Menschengeschlechts aus ökonomischen und religiösen Banden nicht mehr all zu fern sein ! ' Hohes Alter. Wie der armenischen Zeitung Mschak" mitgetheilt 'wird, starb am 15. v. Mts. in , Tistis Frau Kalia Bolnjanz, eine Wittwe in ihrem einhundertvierziksten Lebensjahre. Von ihrer Geburt an hat sie sich stets einer tresflichen Gesundheit zu erfreuen gehabt und erst wenige Monate vor ihrem Tode war sie erkrankt. y AuS ihrer im löten Lebensjahre eingetretenen Ehezeit sind sechs Söhne entsprosien, deren ältester gegenwärtig ein hundert Jahre alt ist, während der jüngste im siebenundfünfzigsten Lebensjahre steht ; alle Söhne treiben daö Fischerei-Gewerbe. Die gesammte Nachkommenschaft der so hoch betagt verstorbenen Frau ist 50 Köpfe wk. " v ; . ' . WWWn )ev WM :.v.,-,. de, Unabhängigen tlntcr(lüiuno - Vereins ;.vr:''v.".;i, . : - ' der deutschen Krauen - ' ' ' in der ; " ; ' " ' ' ' ' " ,- ' - ' Montag, W.September 1 879 . ? ' Eintritts-YreiS 50 Cents. H uv ssf. v 4 Meinen Freunden und Gönnern zur gef. Notiz, daß ich den so lange von mir gehaltenen Mn-und Bier-Saloon 101 tft Wasblngton Str wieder übernommen habe und ich auch in Zu kunft um ihre Gunst bitte. Tobiaö Vender.
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H. Bcllöwm 8 Go., 22 Nord Pennsylvania Str.
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Madame Slvccnic und Madamc Wclvs ' cv sind von New York mit allen neuen Ideen zum Kleldermach.'n zurückgekehrt ; wir sind daher jetzt ll -i. vl- . 1 n .i n t. vvlvrrrilel, 01c eleganieren nleioer im z:anoe aus Order anzufertigen. : Unser Lager ist daö vollständigste in reichen und 'schönen ffabrikaten, die jemals im Staate gkzeigt wurden uno umrapr am Die spatesten 5! o v i t ä. ten in Kleider.gabrtts und TrimmingS, die wir zu ungewöbnlich anziehenden Preisen aus unsere Ttsche plactrt haben. Wlr lenken die besondere Aufmerksamkeit auf einen speziellen Einkauf von 10,000 Dardö von ßtx&t an $i.ee-$1.25, $1.50 und $1.75, die wir für die prcisVürdigfte jemals im Westen offerirte, halten. ' Achtungsvoll L. . AYHES & CO., I 33, 35 & 37 West Washington-Straße Indianapolis, Ind. V 'BmnnU itt JnoplsSoc. Turnvereins ' unter Leitung des Turnlehrers Hugo VanHer. . UntetlichtSzeit für Knaben-Classen: Dienstags von 4 bis 6j Uhr Nachmittags. Samstags von 3 bis 1 Uhr Nachmittags. ; Nödchen'Classen : Mittwochs von 4J4 bis 5 Uhr Nachmittag. Samstags pon 1 l'xi 3 Uhr Nachmittags. DameA-Classe: Samstags von bis 6 Uhr Nachmittags. Die älteren Knaben von 14 bis 18 Jahre I (Zöglinge) werden wie bisher, mit den alteren TuTnern, am Montag und Freitag Abend do 89 Nhr unterrichtet. Der Preii beträgt per Monat: Fürl JHd;... .. 25 Cents Für 2 Kinder 45 t FürSMnder ... 60 t Für 4 Kinder 70 JedeS weitere Kind 10 Cents per Monat. Anmeldungen werden entgegengenommen bei C. V 0 n n e g u t, C. Hedderich, J.Karle, H. Lieber 6? Co., Maas Kiemeher und in der Turnhalle beim Turnlehrer Hugo V a n y e r. m WZ AS y 4 ' Hierdurch die ergebene Anzeige, daß ich meine O f f i r f und W o y n u n g in mein neues Gebände . ' No. Äst Wasbington St. verlegt habe. :y v Vr. "W. Denke. Herr Ou gen Spät h, früherer Apotbeke? in Etuttzart und'Canstadt wird nächsten Motag seinen Orug-Otore unter den Namen ,Verliuer ktpoth:: ernen.
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