Indiana Tribüne, Volume 2, Number 6, Indianapolis, Marion County, 20 September 1879 — Page 4

„Indiana Tribüne.“

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WKVSö X l? (? v r- " indem ihr euer Eigenthum bei uns versichert, in unseren prompt zahlenden Eescllschasten. Ihr könnt versichert sein, daß wenn ihr bei unS in UN. serer Ossice in Zimmer No. 1 und ?, Tall'o't & New', Block, erste Stiege sudlick von der P. stof. fice, vorsprecht, wir ihnrn bei der Versicherung ih xti Eigenthums (falb sparen können ; es wird ihen wenigstens nicht zumSchaen gercichen,wenn Cie bei uns anfragen. G!ettve!olnb Go. ndiana Hribüne. (Wochenblatt.) Cfflcc: Ecke Circle u. Meridianstr. Jm dritten Stock ) Entered as second-class matter at the Postofficetit Indianapolis, lndiana. AbonnementsPreise. In der Stadt durch Trager in? Haus geliefert Per Jahr im Voraus 52.00 Per Nummer ö Kentt. Otto Sch'fsel, Herausgeber. P. O. V.995. Indianapolis, Ind., den 20. Septbr. 1879. Bedrohliche Zustände in Cuba. Es gewinnt nach den neuesten Nachrichten auS Cuba den Anschein, als ob sie dort schon wieder revoluzzen" wollen, ' denn schon seit einiger Zeit flüsterten sich die kubanischen Revolutionäre, die in den großen Städten der Union wohnen, im Vertrauen zu, daß eine neue Erhebung aus Cuba bevorstehe. Spanien hat in seiner gewöhnlichen Weise Viel versprochen, aber Wenig gehalten. Allerdings sind die Re bellen, welche sich ergeben haben, begnadigt worden; manche der Anführer wurden jedoch verbannt. Aber die versprochene neue Civil-Verwaltung der Insel, ,st noch nicht erlassen, ja nicht einmal ausgearbei ttt, Wie man von Madrid erfährt. Eben o wenig ist die verheißen Emanzipation der Sklaven zur Wahrheit geworden. Unter diesen Umständen ergibt sich von selbst, 'dab sich wieder neuer Zündstoff häuft, oder daß der alte von Neuem explo dirt. Das Elend und die Armuth in manchen Theilen derJnsel ist außerordentlich groß ur.d besonders sind es die Schwarzen, welche unter derprovisorischen Regierung der Republikaner für frei er klärt wurden, welche das Innere der Insel unsicher gemacht, da sie über ihr definiti ves SchiZsal immer im Zweifel sind. Es wird nicht an Weißen fehlen, die sich an ihre Spitze stellen. Aber die Verhältnisse auf der Insel sind so traurig, daß auch Viele von Denen, die früher loyal waren, zu den Insurgenten stoßen sollen. Sie sind durch den Kriegsdienst als Guerillas und durch den Krieg selbst in Roth und Elend gerathen und verstärken nur die neu austauchendenJnsurgenten-Schaar.'n. Es war das Programm der gemäßigten, aber nach kolonialer Unabhängigkeit strebenden Cubaner, die Beschwerden der In sel direkt in den Cortes anzubringen, da Cuba seine Vertreter dahin schicken sollte. Man glaubte, Spanien auf diese Weise für Freilassung Cubas gewinnen zu fön nen. Die Verzögerung der versprochenen neuen Verwaltungs-Organisation auf der Insel macht die Ausführung dieses Planes unmöglich. Die neue Erhebung stellt Alles wieder in ffrage und der Kriegszu stand wird nach wie vor diktatorisch auf der schönen Insel regieren. Unsere Ausfuhr. Der jährliche Bericht des statistischen Bureaus in Washington zeigt eine unge heure Zunahme unseres Exports. Der selbe ist innerhalb zehnJahren fast auf das doppelte angewachsen. Wir lassen hier die Zahlen folgen: 1569. 1879. Lndlrthschaftl.Scrkthe...? 1,077,530 2,574,993 Ledende Thiere 907,046 9.914.658 Otlschkrn 6,820,719 40,655,120 oggen 55,957 3,103,970 Oe!,en... 24,383,259 130,701,079 O!jenehl 13,813,865 23,567,713

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161,196,173 4,823,158 4,120,311 11,883,064 5,846,822 35,999,862 51,074,433 4.58Z 8 ' 6,421,205 12,?79.963 22,856,073 7,311,408 4A7,668 1,618,914 6,154,021 6.9 4,940 25,157,364 2,993,613 4,138,687 Total $113,961,115 5717,093,777 Trotzdem im Jahre 1869 die Ausfuhr bloß bald so grob war. als im Jahre 1879 (es sind hier Fiskaljahre gemeint, welche von Juni zu Juni gehen), so war doch das Jahr 1869 ein Jahr allgemeiner Prosperität, während das Jahr 1879 noch immer. wie seine unmittelbaren Borgänger ein Jahr allgemeiner Geschästsflauheit ist. Es kommt eben nicht aus die Quantität des Exports an, sondern auf das was man exportirt. Ungefähr 94 Prozent un seres Exports besteht aus Lebensmitteln und Robmaterial. bloß der kleine Rest von 5 bis 6 Prozent aus Jndustrieerzeugnissen und Gold und Silber. So lange nicht der größte Theil unseres Exports aus Industlieerzeugnissen besteht und wir im Stande sind, die Lebensmittel, welche wir erzeugen, selbst zu verzehren, wird das Wachsen der Ausfuhr nicht gleichbedeutend Mit dem Wachsthum unseres Wohlstandes sein. Alle Länder, welche 'Lebensmittel ausführen und Jndustrieerzeugnisse ein führen, wie z. B. Indien, die Türkei usw. sind arm. UnsereJndustrie hat allerdings stetig zugenommen, aber die kolossale Ausfuhr von Lebensmitteln legt ein sprechendes Zeugniß dafür ab, daß die Zustände bei uns keineswegs glänzend sind. Wenn die große Masse der Bevöl kerung konsumtionsjähig wäre, wenn sie nicht am Nothwendigsten Mangel leiden würde, wären wir nicht im Stande solch' große Mengen von Lebensmitteln in das Ausland zu schicken. Wie es ist, kommen unsere guten Ernten nicht uns zu Gute, das Ausland regulirt die Preise. Trotz dem wir dieses Jahr Getreide in Ueber fluß haben, steigt der Preis desselben eher, als daß er fällt. Diese Thatsachen sollten Denen, welche stets mit unserer großen Ausfuhr prahlen. Einiges zu denken aus geben. Der berühmte französische Maler und Bildhauer Theodore Valeria ist gestorben. Die Gesangvereine in New J)orf wollen dem Camponisten Konrad Kreutzer ein Denkmal errichten. Zu dem Zwecke soll ein Conzert veranstaltet werden. Der sozialistische Reichstagsabgeordnete Fritzsche, welcher zur Zeit aus Ber lin ausgewiesen wurde, ist dorthin zurückgekehrt, um seinen Sitz im Reichstage zu beanspruchen. Selbstmorde und politische Reaktion gehen stets Hand in Hand. Nach einer jüngst veröffentlichten Statistik ist im Zeit, räum von 1874 bis 1877 die Zahl der Selbstmorde inPreußen von 2800 auf 4300 jährlich gestiegen, unter denen 3559 Män ner und 771 Frauen. Deutschland hat jede Einfuhr lebenden Viehes von Rußland oder Oestereich verboten, da in Russisch'Polen die Rinderpest ausgebrochen ist. Auch in Orange, N. Y. fand am Montag ein Auszug der Deutschen statt, um gegen den Sonntags und TemperenzZwang zu demonstriren. Der Biergeist scheint sich jetzt allenthalben zu regen. Von unsere? Baummolle verspinnen und verweben wir ein volles Viertel und führen drei Viertel aus. Dieser einheimische Verbrauch sl.416.960 Ballen in den nördlichen, 162,000 Ballen in den südlichen S taaten) hat seit 1874 um etwa ein Fünftel zugenommen. Und dennoch laufen so viele Menschen im Lande herum die kaum die nackte Haut bedecken können. Lesieps gibt zur Förderung seines PanamaCanal'Unternehmens ein eigenes Organ heraus, das "Bulletin, du canal interoceArijyuo", das den 1. und 15. jeden Monats erscheint. Obs ihm was NÜht? Der Kabeljunge bringt die Nachricht daß das ooloaiscke Institut in Kiel. ver. - fcj 9 bunden mit der dortigen Universität, ab gebrannt ist.

Rohe Baumwolle 160,258,160 Pelze 2,039,563 Gold 14,858,369 Silber 13,573,427 Leder 293,933 Brennöl 2,631 042 Speck und Schinken 7,443.660 Frisches Fleisch Butter 434,094 Käse 6,437,806 Schweineschmalz 7,443,9[illegible]8 Präservirtes Fleisch 181,140 Schweinefleisch 3,422,928 Nähmaschinen 2,021,581 Zucker 472,311 Talg 2,362,630 Tabak 20,552,9[illegible]3 Koffer 32,936 Unklassifizirte Fabrikate 1,726,110

In den Seidenfabriken Italiens sind

120,428 Frauen beschäftigt, in den Baum wollespinnereien 26,676 und in den Tabak sabriken 13,707. Im ganzen Land gibt es 9178 Fabriken, in denen 392.018 Arbei ter beschäftigt ünd, darunter 183,486, also über die Hälfte, Frauen. Und doch ver weist man die Frau bei den geringsten Anspruch den sie erhebt, aus ihreKüche, als wenn man nicht wüßte, daß Tausende von Frauen gezwungen sind den Kampf ums Dasein aufzunehmen, und daß sie schon deßhalb ein Recht haben ihre Ansprüche geltend zu machen. 4.242 Möbelfabriken waren im Jahre 1850 in den Ver. Staaten im Gange; dieselben beschäftigten 22.010 Arbeiter bei einem Betriebskapital von Z7.303.353. Die Kosten für Rohmaterialien beliesen sich aus $6,899,546 und der Werth der produzirten Waare auf $ 17,663,054. In 1870 war das Verhältniß wie folgt: 5.931 Möbelfabriken, 53.293 Arbeiter. An. läge und Betriebs-Kapital $43.947,913, Summe der Arbeitslöhne 521.574.531. Werth des Rohmaterials $25.843,170, Werth der produzirtenWaare $69,082.634. Dies ist eine Zunahme von 400 Prozent in 20 Jahren. Der Census von 1880 wird unzweifelhaft ein verhältnißmäßig noch größeresAnwachsen diesesGeschästszweiges ausweisen. Das gelbe Fieber behauptet trotz der vorgerückten Jahreszeit und trotz der schon eingetretenen kühlen Witterung im. mer noch seinen Platz. In Memphis sieht es noch gar nicht aus als ob dieser ver Heerende Schrecken weichen wollte, denn noch jeden Tag kommen neue Krankheits fälle vor und auch dieSterbefälle sind n?ch nicht im Abnehmen begriffen. Dazu kommt noch', daß jetzt auch in Concordia, Miss, jene schreckliche Krankheit ausge brachen ist und dieselbe auf Ansteckung von Memphis aus zurückgeführt wird. Die Greenbackler von Maffachuffets nominirten auf ihrer Ende voriger Woche abgehaltenen Staats-Convention wieder Benj. F. Butler für Gouverneur undWen dell Philips für Vice Gouverneur. Rev. Dr. Schaff hat den wahren Grund von Bismarck's politischen Erfol gen ausgefunden. Der Mann von Blut und Eisen" hat es darum weit gebracht, weil er es stets verstanden, den Willen der Vorsehung vorzuahnen." Bor dem deutsch österreichischen Kriege hat er das Abendmal genommen und bei seinem letzten Aufenthalt in Kissingen hat er zwei mal protestantische Pfaffen zu sich geladen. Ob Herr Bismarck vor der Absaffung des Sozialistengesetzes auch das Abendmahl genommen, berichtet Rev. Schaff nicht. Wenn er eö gethan, so ist eS ihm jedenfalls in die unrechte Kehle gerathen. Pittsburger Zeitungen sagen daß seit dem Wiederaufleben der Eisenindustrie kein Tramp mehr zu sehen ist. Daraus läßt sich schließen, daß die Tramparmee nicht aus lauter arbeitsscheuen Strolchen besteht, daß vielmehr die Geschästsstockung allein. daS große Heer der Tramps geben. . Die Niederlagen, welche die demokra tische Partei in der letzten Zeit zu erleiden 'hatte, dürfen ihr wohl zu denken geben. Ja die demokratische Preffe selbst sängt an die traurige Lage der Partei zu erkennen. Die Baltimore Gazette", ein lei tcndeö, demokratisches Blatt bemerkt sehr richtig : Die demokratische Partei von New Bork ist auf einem Standpunkt der Demoralisation angelangt, welche den Staat thatsächlich den Republikanern in die Hände giebt; die Erwählung eines demokratischen Präsidentschaftskandidaten 1880 wird dadurch sehr problematisch. Robinson kann unmöglich auf seine Er wählung rechnen. Durch seine Nieder lage wird die Macht Tilden's gebrochen. Das Hinschwinden von Tilden'S Einfluß wird von Niemandem beklagt werden. Daß aber in Folge der Streitigkeiten einiger Ringmitglieder der große Staat New York der demokratischen Partei verloren gehen soll, gereicht der Convention von New Pork zur Unehre. DaviS, der republikanische Gouver neurs-(Sanoibat in Main, bekam bei der Wahl am vorigen Montag mehr als 20, 000 Stimmen Mehrheit über den Green backler, und völlig 50,000 über den demo kratischen.

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(SCHMIDT'S ie berühmteste und besteingerichtetste J unn "Inviornratinor Mn r.hYtrnr.t.

w An w fc'fc V wm Linien werden prompt ersüllt. Freidenkerverein. Am vergangenen Sonntag Abend be gann der Freidenkervercin wieder mit sei nenVersammlungen. Die ersteBersammlung der Saison war sehr gut besucht Auf dem Programm stand dieBerickterstattung des Herrn Rappaport über die Bundesveisammlung der Radikalen, bei welcher Herr Rappaport den hiesigen Freidenkerverein als dessen Delegat vertrat. Wir geben hier den Bericht des Herrn Rappaport in so weit wieder, als wir unsereLeser nicht bereits mit den Borgangen in der Versammlung bekannt gemacht haben. Da dies zum größten Theile schon geschehen ist, so theilen wir hauptsächlich den kritischen Theil der Bemerkungen des Herrn RappaPort mit, und beschränken uns aus dasFolgende: Gleich nach derEröffnung derVersamm lung hielt Herr Heinzen eine Rede, in wel' cher er in seiner bekannten Manier über Alles loszog, was nicht zu seiner Fahne schwört. Er goß dieSchale seines Zornes über die Preffe, die Liberal Leagues, die Sozialisten und die Turner aus; und stellte die Radikalen als die Vorkünder des einzigen wahren Evangeliums hin. Diese Rede war gelinde aesaat.eine Taktlosigkeit. Wollte Herr Heinzen gleich von vornherein der Versammlung den Ton angeben, so that er, was er kein Recht hatte zu thun. auch zeigten die späteren Vorgänge, daß er es nicht vermochte. Dann macht man nicht dadurch Propa ganda für eine Sache, daß man Alle, wel che ihr nicht anhängen, in den Koth tritt. Die Rede Heinzens war ganz dazu ange than, der Versammlung von vornherein den Mangel derLächerlichkeit auszudrücken. ES war ein Glück, daß die Versammlung anderer Meinung war, als Herr Heinzen. Es war eine der ersten Handlungen der Versammlung den Vertreternder sozialjstischen Sektion von Philedelphia das Recht zu gewahren, sich an den Debatten zu betheiligen und Anträge zu stellen. Das war im Grunde genommen, nicht mehr. als billig, einer Partei gegenüber, welche in ihren nächsten praktischenZielen soVieleS. mit uns gemein hat. Herr Heinzen drückt sich darüber in sei nem Pionier" sehr ungehalten aus, und nennt die Sozialisten eine dem radikalen Bunde feindliche Partei. Damit gerath er mit dem Bunde in einen unheilbaren Konflikt. Damit daß die Versammlung in einem besonderen Beschluffe den Mit gliedern des Bundes empfahl, da wo eine Einigung über ' ein gemeinschaftliches Wahlprogramm erreicht wird, mit denSo zialisten zusammen zu gehen, ist klar und deutlich ausgesprochen, daß die Soziali sten eine den Radikalen sreundliche Partei bllden. Wie Herr Heinzen darüber hinwegkommen will, sei vorläufig nicht einzu sehen. Dem Gebühren des Herrn Heinzen gegenüber muß man sich fragen: Ist es zum Gedeihen des Bundes nothwendig, daß Herr Heinzen weicht, oder soll sich der Bund dem Diktate desHerrn Heinzen beu gen. Für mich, sagte Herr Rappaport, gibt es nur eine Antwort auf die Frage. Ein Mann, welcher einer Vereinigung ange hört, und nicht im Stande ist, seine indivi duelle Ansicht der Mehrheit unterzuordnen kann Nichts zur Entwicklung und zumGe deihen der Vereinigung beitragen. Ich erkenne, bemerkte Herr Rappaport,. recht gerne, die Verdienste des altenHerrn um die Sache der freiheitlichen Richtung an, Herr Heinzen gehört aber einer vergangenen Zeit an, und vermag sich eben nicht in die Gegenwart und ihre Ideen zu schicken. Die Empfehlung des Zusammengehens mit den Sozialisten, wurde einstimmig an

vorzüglich anerkannt. Aufträge um Verickiffen von Laaerbier f nflm ffinfcnfin

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mm 5 SQUAKE,) INDIANAPOLIS, IND. Brauerei rn Staate. Mein Lagerbier Hntt p. KApr nt nnr nnm ind?r,n aI5 w w hwvww atww 5 Ich V J 9 MM Hl MtlV C. F. Schmidt. genommen. Es wäre zu wünschen, daß von Seiten der Sozialisten dieser Beschluß freundlich aufgenommen wird, daß sie ebenfalls eine Annäherung anstreben. Ging auch die Bundesversammlung über die nächsten zu erstrebenden praktischenZiele ' nicht hinaus, so nimmt sie doch in Bezug auf diese einen und denselben Standpunkt mit den Sozialisten ein. Das von den Letzteren angestrebte Endziel liegt einst weilen ja doch noch in so weiterFerne.daß kür die nächsten praktischen Zwecke ein Zusammengehen der Sozialisten und Radi kalen nur ersprieblich sein kann. Eine weitere Verständigung kann man ja ruhig der Zukunft überlasten. Daß die Platform nicht energischer die sozialistische Richtung einschlug, lag veniger an dem Mangel an Verständniß oder an einer an deren grundsätzlichen Richtung, als viel mehr an der Furcht, es kenne der Eintracht im Bunde schaden. Erklärten ja Herr Boppe und Herr Schmemann bei Bespre chung ber Grund- und Bodenfrage aus drücklich, daß ste im Prinzip ganz damit einverstanden seien, daß das Privateigen thum in Grund und Boden aufgehoben werden solle, daß sie aber von einer Pro klamirrng dieses Prinzips Gefahren sür den Bund befürchten. Herr Rappaport meinte, diese Furcht sei vollständig unbe gründet, jedenfalls aber haben die Sozia listen alle Ursache sich mit Gesellschastsele menten, solcher Anschauungen zu befreun den. Hoffentlich werden sie nicht. in 'den Fehler verfallen,ihnen gegenüber a laHein zen aufzutreten.

Die neue Platform ist von der alten fast nur in der Form verschieden. Im Prinzip ist sie die dieselbe. Sie hat :vor der alten Platform den Vorzug der Klarheit und Bestimmtheit voraus. Trotzdem spricht &l Herr Heinzen die Hoffnung aus, daß ste Nlcht angenommen werde, und erklärt, sich so lanat nickt als Mitglied der ftilfSan

theilung des 'Lorstandes zu betrachten, bis sie verworfen ist. Ich will, sag! Herr Rappaport, aus Achtung der Anwcsenven' n

den Freunden des Herrn Hemzen em sol ches Gebühren nicht beim rechte.1 Namen nennen. Ich hoffe jedoch, daß die Plattform an genommen wird. Besteht Herr Heinzen auf seiner Weigerung, nun, der Bund wä rc nicht werth zu existiren, könnte er Herrn" Heinzen nicht entbehren. Nach meiner Anschauung, (bemerkte der Redner,) ist der Beschluß, sich den Sozia listen zu nähern, das beste und wichtigste. was die Versammlung gethan. Mag Herr Heinzen auch konsequent Kommuni sten sagen und den Kommunismus verhöh nen, weil er eben zwischen Kommunismus als fortschrittliche Rechtsidee und den ver fehlten bisherigen praktischen Versuchen, ihn anzuwenden keinenUnterschied machen kann oder will, so wird darum doch der künftigen Gesellschaftsordnung der Komx munismus zur Grundlage dienen, wie der Individualismus im Gegensatze zumKom munismus die Basis der heutigen Gesell schastsordnung ist. - Unser Bund wird für sich allem nimmermehr bedeutenden Cm fluß gewinnen. Uns den Sozialisten fente.zu halten, hieße die Kräfte der fortschritt!! chen Elemente der Gesellschaft zersplittern. Daß die sozialistische Partei an Ansehen und Einfluß uns weit überragt, brauchen wir uns nicht zu 'verheimlichen. Ihre Preffe hat es bereits zu vier Tageblättern gebracht, wir besitzen noch kein einziges. Es wäre Unsinn von uns, allein einen ver ' geblichen Kampf kämpfen zu wollen ; Un ser Bund wird erst Bedeutung erlangen, wenn er sich der größeren Bewegung an schließt Zum Schluffe sprach Herr Rappaport die Hoffnung aus, daß der Bund wachsen und gedeihen möge, und daß der hiesige Freidenkerverein, dem dieAusgabe derAgi tation zu Theil wurde, in der Ersüllung derselben großen Erfolg haben möge. Zu diesem Zwecke sei Einigkeit im Bunde nöthig, und diese muffe um jeden Preis er TrtTfn nrdn iffä FKnn nhiiri M.WWV... V IVtltU IIU V W V Vf geschehen, daß der Einzelne sich dem Gan zen füge. Herr Rappaport schloß unter anhalten dem Beifall.