Indiana Tribüne, Volume 2, Number 5, Indianapolis, Marion County, 13 September 1879 — Page 1
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Jahrgang 2 No. 5. ßfffce: $de Gircleu. SKctlfciantta. Lauftlldc No. 57. , ' ' Indianapolis, Znoiana, Samstaq, den 13. Sepiemöer 1879. MiWMMMaMMMMBWMMM""iMIMI'IMMMW,MMWMIMIM,l,l,M,,MM,lBMWB
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MADISOff AYENÜE, Indianapolis, Ind., Brauer von Lager- und des rühmlichst bekannten Tafel-AkcrS.
Die Jagd nach dem Glücke. Sö ist da Glück ein fluchtig Ding, Und war's xa allen Tagen; Und jagest du um der Srde Ring, Tu möchtest es nicht ertragen. Leg dich lieber in's GraS voll Duft, Und singe deine Lieder; Plöhlick vielleicht aus blauer Luft Fällt es auf dich hernieder. Aber dann pack' es und halt' et fest Und plaudere nicht viel dazwischen ; Wenn du lang es warten läßt, Siochi' ek dir wieder entwischen. Eine Nation von .Rednern. Wahrend sich die Franzosen des RuseS erfreuen, von allen Völkern des Erbodens in der Conservation die größte Zungengeläusigkeit zu enthalten, können die Amerikaner,im Redenhaltcn den ersten Preis unter den Bewohnern dieses Planeten beanspruchen' Auf den ersten Blick ist riel' leicht Mancher geneigt anzunehmen, daß die unermüdlichen conversationellen Sprecher auch die größte Fruchtbarkeit im Re denhalten entfalten würden und umge kehrt. Jedoch ist, wie bei weiteren Nachdenken ein jeder rnsehen wird, ein großer Unterschied zwi'chen einrn hin und her springenden Privatgespräch und einem öffentlichen Meinungsausdruck über einen ganz bestimmten Gegenstand. ' Die Amerikaner sind, im Kroßen und Ganzen nicht gesprachig; sie sprechen wahrscheinlich, weniger, als irgend ein europaisches Volk, die Engländer auSge nommen; man kann sogar von ihnen sagen, daß sie in ihren allgemeinenLebensbeziehungen ziemlich .schweigsam sind. Aber sie verlieren ihre Schweigsamkeit, so bald sie in der Oefsentlichkeil zu einem bestimmten Zweck zusammenkommen. Dann lösen sich die Zungen und entfalten eine Beweglichkeit, welche desto größer ist, je weniger Veranlassung für einen bedeu tendcn Wortschwall vorhanden ist. Wenn eS in Wahrheit nichts zu sagen giebt, reden sie daraus los, als ob es ihnen darum zu thun wäre, mit ihren Zuhörern eine Geduldsprobe anzustellen. Fortwährend haschen sie nach einem Vormunde, um auf--zuspringen und die Anwesenden durch eine Rede zu beglücken. Welcher Art auch das Thema ist. welches zur Behandlung vorliegt, ob sie mit dem Gegenstand vertraut sind oder nicht, stets haben sie einen Vor rath von schillernden Phrasen und Meta phern zur Hand, mit welchen sie ihre Unkenntniß zu verdecken suchen. Die ungeheure Fruchtbarkeit der Ame rikaner im Nedenhalten ist gleichzeitig, ein nationale Talent und ein nationales Laster. Europäer wundern sich oftmals
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f neuen Einrichtungen. M. W0. über die unerschöpfliche Menge von Red nern, welche sich bei allen öffentlichen Ge legenheiten bemerkbar machen. Sie sind nicht im Stande sich zu erklären, wie Je mand, welcher Stundenlang stumm und theilnahmlos wie ein Fisch neben ihnen gesessen hat, plötzlich Feuer und Flamme wird sobald 'er aufgefordert wird, eine Rede zu Wien. Fastjcheint es. a's ob die Ämenkaner eine Ration von Rednern seien. Zwar nicht Redner nach dem Muster eines Demosthenes, aber doch im Stande, ihre Mitbürger jeder Zcit ein. zwei oder drei Stunden lang zu unterhal ten, beziehungsweise zu langweilen, ohne in's Stocken zu gerathen. Es erklärt sich dieses zum Theil aus der Reichhaltigkeit und Formgewändtheit der englischen Svrache. welche Jemand, der derselben mächtig ist, in den Stand setzt eine Stunde nach der anderen zu sprechen und doch seine Zuhörer völlig imDunkelen darüber zu lasten, was er eigentlich meint Von dieser 'Art der Beredsamkeit liefern uns unsere Gesetzgebungen,. Kanzeln und öffentlichen Festlichkeiten unzählige Bei spiele. Vor allen aber sind es die Politi ker, welche sich Glück wünschen können, in der englischen Sprache sprachen zu dürfen denn keine Sprache erleichtert es ihnen mehr, nicht nur ihre Gedanken, sondern die Thatsache zu verbergen, daß sie über Haupt keine Gedanken haben. Wie viele sogenannte Reden, Predigten usw. sind weiter,nichts als Worte, Worte, Worte von Denen, wenn man versucht slc zu analysiren, einem so dumm n,ird, als ginge einem ein Mühlrad im Kopfe herum Nichts desto weniger gehört ein gewisses Talent dazu, Worte so zulammenzuballen baß sie für den oberflächlichen Zuhörer den Eindruck machen, als ob sich Ideen hinter ihnen verbergen. . Daß es nicht ausschließlich die englische Sprache ist, welche die Amerikaner zu einer Nation von Rednern macht, erhellt aus der Thatsache, daß die Engländer selbst keineswegs eine Nation von Rednern sind. Niemanden, welcher mit dem Eharacter und dem Tejnparament der Engländer bekannt ist, würde es einfallen in der unge i nirten Weise, wie dieses in Amerika. ge- ( schiehr, Hinz und Kunz zum Halten einer Rede aufzufordern. Man merkt es den englischen Rednern an, daß das Halten einer Rede für sie eine Arbeit ist, daß sie mit dem Gedanken und mit der Form ringen, während bei dem Amerikaner die Worte nur so herauskommen, wie das Wasser auö dem Krahne. Daß dem so ist, daß in Folge einer glücklichen Naturanläge zum wenigsten das Redenhalten in Amerika nicht Gefahr läuft das Monopol veniger zu merken, mag bis zu einem gewissen Grade unseren republikanischen In-
titutionen zu gute kommen. Wenn jedoch
die Amerikaner imRedenhalten etwas mehr Maß beobachten würden, als. dieses gewohnlich der Fall ist, so würde das auch nichts schaden. Eine Verwahrung dcö Prof. Linck. Die N. V. Staatszeitung- enthält so!gendes Eingesandt: Herr Redacteur! In No. 210 der Staats Zeitung" vom 2. September er weisen Sie m'r abermolö die unverdiente und unerwünschte Ehre, meinen bescheiden nen Namen in Verbindung zu bringen mit den Namen angesehener und einflußreicher Staatsmänner und lassen mich sogar im vertraulichen tete-a-tetc mit den Senatoren Eonkling und Anthony die Rolle berathen, welche ich- in -der unsterblichen SpragueAffaire zu spielen habe. Ich danke für die Ehre und bitte ergebenst meinen Namen in Zukunft aus dem spiele zu lasten; ich bin weder Politiker, noch In triguant, sondern ein einfacher, ehrlicher deutscher Schulmeister, der, nach der nicht beneidenswerthen Rolle, welche er ohne sein Zuthun im Sprague'chen FamilienDrnma zu spielen gezwungen war, gern wieder in's bescheidene Privatleben zurück treten und sein bescheidenes Glück als vielerfahrener Privatlebrer von Neuem probiren möchte ! Die obengenannten Staats' männer kenne ich nicht weiter,, als der bescheidenste Ihrer Leser!. Senator Eonkling sah lch nur im Blick am 7. August zu Eanonchet, den Senator Anthony nie und da ich den Herren nie 'vorglstellt wor den bin, so ist die Behauptung, diese Her ren hatten mit mir eine Rolle berathen, nicht nur absurd, sondern maliziös! Meine Unabhängigkeit von beiden streitenden Parteien habe, ichtü? rkaust ! Die Vorbereitungen, mich in' höheren Kreisen zu bewegen, sammt der vorausbezahlten Commission an die Schulagcntur, berech nen sich auf 100 Dollars; ferner 100 Dol lars für's tägliche Brod und' Reisen haben seitdem ihren Weg aus meiner Privat tasche gefunden, noch ein günzer Monat der Verdienstlostgkeit steht mir bevor und wo bleibt mein Salair für drei Monate G $50. Ich trage den Verlust mit dem Bewußt sein, zu dem Sprague-Scandal persönlich keinerlei Veranlagung gegeben und keiner lei Partei, weder die eines Gouverneurs, noch eines Senators, noch einer hoben Dame ergriffen zu haben.' Der Sprague LinckScandal, wie ihn meine ausführ i : x .u ..v . on . je. : rn -: l tilgen unu genauen -öeuajic im vivvi dence Journal vom 11. August und in der Sun-vom 16. und 17. August melden, würde die Weltlich! lange interes. sirt haben dem Sprague - Eonkling Scandal dagegen siehe ich ganz und gar fern-und hege ich leinen sehnlicheren Wunsch, als demselben auch ferner ferne zu bleiben. HochachtungsvollGe or g e Lin ck. Auf das amerikanische , Petroleum haben außer dem deutschen Reiche in jüng ker Zeit noch mehrere andere Staaten Zölle gelegt. Man glaubt aber nicht. dab dadurch sein Verbrauch in jenen Län dern vermwdeit werden wird, denn Petro leum bleibt trotz alledem noch das beste Brennö! der Welt. ' Der Preis deö rohen. unaereiniaten ntlä ist iekt bei den Brun nen nur 60 Cents das Fb und es kann Ti ' ic..ri;.. (.!mim hnNtH Vlrk4V, (111(11 OÜU lytllwl JCUHUl VWUtll sammt den ' Verschiffungskosten gleich kommt, vertragen, ohne daß sein Ver brauch wesentlich vermmdert werden würde. Das Petroleum ist in allen Län dern der civilisirten Welt ein Bedürfniß geworden, und wenn der Preis hier wie der steigen sollte,- würden sich die Regie rungen wahrscheinlich gezwurgen sehen. die Zölle zu ermäßigen. Im Jahre 1878 sind in Frankreich nur 21 Strikes inAllem vorgekommen ; in Grsßbritanien aber 277. DieVerbindung .lch. zisch.n di.s.n Umstand, und den gegenvärtlaen industriellen BerhältNlssen beider Länder besteht, liegt aus der Hand.
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