Indiana Tribüne, Volume 2, Number 4, Indianapolis, Marion County, 6 September 1879 — Page 6

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I n d i a n a S t i b ü n e."

Das Geheimniß des Pavillons.

Aus denPapieren einesGe h e im P o l i z i st e n, von C. Paulovsky. (Fortsetzung.). 2öö ist Dir heute zugestoßen, mein Sobn ? Du bist so düster und träumerisch als wenn Du ein Verbrechen aus dem Ge wissen hättest." Mir ist auch nicht wohl", erwiderte leb. haft derJünglina : als ich gestern Abend sehr spät von einem Besuche in einem ent legenen Stadtviertel heimkehren wollte, konnte ich keinen Wagen bekommen u. sah mich deßhalb genötight, bis gegen 1 Uhr Nachts durch ein dichtes Schneegestöber zu Fuß zu gehen, wobei ich mir eineErkältung zugezogen habe." Du wirstdoch nicht gar ernsthast krank werden?" kragte besorgt der Vater, indem er erwog, daß sein Sohn weiblicher Bedie nung ermangelte, wünschest Du, daß ich Dir hier ein Bett bereiten und einen Arzt holen lasse?" Nein, nein," stammelte Charles dies war sein Vorname indem er sich mit der Hand über die Stirn fuhr, es ist keine erhebliche Krankheit, Vater. Frische- Lust wird mir wohl thun." Schon gut, ich errathe versetzte Herr Lesebre lächelnd, Du wirst gestern Abend dem JunggesellenstandValct gesagt haben, wobei es etwas lärmend hergegangen sein mag. Wenn man die Absicht hegt, sich binnenMonatssrist zu verheirathen, ist das sehr natürlich. O, ich verlange keine weiteren Erklärungen von Dir," sügte er hmzu, als er bemerkte, daß seinem Sohn eine Rechtfertigung auf den Lippen schwebte ; es genügt, wennDu heuteAbend Dich dis' ponirt suhlst, mich zu Deiner künstigen Schwiegermutter zu geleiten und . Deiner Braut den Hof zu machen." . Charles war zweiselsohne im Begriff, zu erwidern, daß dies auch sein sehnlichster Wunsch wäre, als die alte Haushälterin Gertrud in'sZimmer trat und ihremHerrn mit wichtiger Miene einige Worte in'öOhr flüsterte. - Er wählt fürwahr " seine Zeit sehr schlecht," murmelte Herr Lesebre zwischen den Zähnen, indeß kann ich seinen Besuch nicht abweisen. Erwarte mich hier, mein theurer Charles, ich werde in einer Viertelstunde wieder zu Dir' zurückkehren. Zünde Dir mittlerweile eme Cigarre an, das wird die Folgen Deines nächtlichen Spaziergangs imSchneegestöber abschwä chen . Herr Lesebre erhob sich und trat in sein Arbeitscabinet, welches vom Wohnzimmer durch einen Corridor getrennt war. In demselben erblickte er zu seinem nicht geringen Erstaunen den-Ches der Pariser Sicherheitspolizei, den er seit einem Jahre nicht gesprochen hatte. Seit so langer Zeit .hatte Herr Lesebre sich nämlich osficiell denPolizeiangelegenheiten sern ge halten. Was gibt eS Neues ?" fragte er denGerichtsdirektor, nachdem sie sich herzlich die Hände geschüttelt hatten. Etwas Neues und Aubergewöbnliches : seit 15 Jahren habe ich ähnliche nicht er lebt." Und Sie kommen wahrscheinlich in der Absicht, mich aus's Neue für Ihre Dienste anzuwerbender doch wenigstens, um mich um Rath zu fragen?" .Ich glaube, daß es Ihnen allein gelin gen wird, dieses dunkle Geheimniß zu er hellen." Halten Sie mich sür einen Hellseher?" warf Herr Lesebre spöttisch hin. Setzen Sie sich, mein theurer Freund, und lassen Sie mich Ihre Geschichte hören." Der geschickte Beamte ging nun ohne Umschweife zu dem uns bekannten Criminalfalle über, den er sehr klar beschrieb. Er verschwieg nicht den kleinsten Punkt u. wußte dabei das Hauptsächlichste von dem Nebensächlichen so zu trennen, daß man so fort erkannte, man habe es mit einemFach mann zu thun. Herr Lefebre hörte ihm mit gespannter Aufmerksamkeit zu und schloß die Augen, um desto besser die Worte des Direktors in sich aufnehmen zu können. Ist das Alles?" fragte er, als der Beamte schwttg. , J , , Durchaus Alles. Der Taubstumme sitzt im Gefängniß, die Frau befindet sich im Leichenhause und die Leichenschau hat nur ergeben,dab das bedauernswertheOp

fer am gestrigen Mend getödtet worden ist." , . Der Fall ist allerdings sehr seltsam," antwortete Herr Lesebre; wenn Sie mei nem Rathe folgen wollen, so stellen Sie den Leichnam . noch nicht öffentlich zur Schau aus, sondern balsamiren Sie den selben ein. Der Koffertrager wird wirk lich taubstumm sein und dürfte in diese blutige Affaire sehr wenig oder vielleicht gar nicht verwickelt sein.' Er wird vor sei ner Verhastung irgendwo gewohnt haben, entweder bei dem Mörder oder bei einem Andern gleichviel. Wenn Sie nur den früheren Aufenthalt des Verhafteten ken nen, werdenSie auch die Jdendität dessel ben feststellen können. Was hat man bei ihm gefunden?" Sieben Sous, ein kleines wohl fettes Taschenmesser und ein Stück Kohle-" Ein Stück Kohle?" wiederholte Herr Lesebre, hm; der Burscheist sogleich frei zu lasten." Jhy srei lasten?" fragte der Ch:f er staunt. . Nun freilich, dabei folgen Sie ihm aber verkleidet von ferne; ich habe mich früher so unkenntlich zu machen verstanden daß ich den Schurken einen Cjutentag ge boten habe, ohne von ihnen erkannt worden zu sein. Wenn Sie sich indeß dieser Aufgabe nicht gewachsen fühlen, so erwäh len Sie zwei geschickte Unterbeamte, die seine wirkliche Flucht zu verhindern suchen müssen. Wie ein Blinder seine Wohnung sindet, so wird der Taubstumme auch da hin zu gelangen suchen, sobald er sich frei weiß. Jetzt werdenSie mir hoffentlich ge statten, mich zurückziehen zu dürfen. Mein Sohn, der mich nur alle Sonntage besuchen kann, ist bei mir und ich gehöre ihm sür diesen Tag an." Ich habe vergessen, Ihnen die Spiel karte, die Pique-Dame, zu zeigen sagte der Beamte, indem er die Karte her vorzog. - Herr Lefebre besah die Karte von allen 'Seiten. Plötzlich legte er einenFinger auf die Oeffnung, welche der Dolchstoß verur sacht hatte. Ein geschickter Stoß, murmelte Herr Lefebre. Er war sicherlich im Begriff gewesen, mehr zu sagen, aber er schwieg. Mein lieber Lefebre," äußerte der Ge richtsdirektor, Sie wiffen, daß in Poli zeisachen die Theorie nichts, Praxis Alles ist. Ich komme, umSie Namens desPrä fekten zu ersuchen,einzuwilligen, dieLeitung der Untersuchung zu sühren. Wir würden ihnen sür diesen wichtigenDienst ein glän zendes Honorar bewilligen." Ah !" sügte Herr Lesebre, dahinaus wollenSie also,, mein lieber HerrDireor? Wie sehr mich auch dieser Antrag ehrt, "so kann ich demselben doch nicht entspechen und zwar aus triftigen Gründen, die ich Ihnen mittheilen werde. Ich habe einen Sohn" Auf den Sie mit vollem Rechte stolz sein können," fiel ihm der Gerichtsdirektor in'SWort. . Ihr gütiges Lob nehme ich an," sagte Herr Lesebre indem er sich verbeugte, weil er eS verdient Ebenso klug wie gelehrt, besitzt mein Sohn vor allen Din gen ein edles Herz. Er ist im Begriff sich zu verheirathen und zwar mit einer rei zenden und sehr reichen jungen Dame, die er anbetet und die ihn unbeschreiblich wie der liebt. Die Vorbereitungen zur Hoch zeit rauben mir meine ganze freie Zeit. Ferner weiß mein Sohn nicht, daß ich in Polizeidiensten thätig gewesen bin und den größten Theil meines Vermögens durch die Jagd nach Spitzbuben verdient habe. Ich wünsche auch nichts sehnlicher, als daß ihm dies stets verschwiegen bleiben möge. Nicht etwa, daß ich befürchte, er möchte üb-.r mich erröthen, denn er liebt mich und weiß meinen Werth zu schätzen,' aber wa rum ihm einen, unnöthigen Kummer bereiten ? Es herrscht einmal gegen unserAmt ein allgemeines Vorurtheil, das sich nicht besiegen läßt. Uebrigens freut es michJh nen eine Person nennen zu können. dieJH nen in dieser Angelegenheit die ersprieß lichstcn Dienste leisten , wird. Es ist der Geheimpolizist, der im vorigen Jahre von London gekommen ist und bei der hiesigen Polizeibehörde eine Anstellung als Agent erhalten hat. Wenn ich mich nicht'irre, hat er bereits mehrereCriminalfälle zur vollsten Zufriedenheit seiner Vorgesetzten erledigt. Er heißt de Tollan.1-, - . .Ah!" rief der Gerichtsdirektor.' Er ist. reich, unabhängig," fuhr ,Herr Lefebre fort, und seine Beziehungen zur Prüfektur sind nur den höheren Beamten bekannt." . . . . '

Freilich," versetzte nachdenklich der Di rektor, hat er uns den Mörder der spanischen Prinzessin im vorigen Herbst aussin dig gemacht. Allein er verdankt diesen überraschenden Ersolg ausschließlich seiner Bekanntschaft in den unteren Kreisen der Gesellschaft. Dagegen hat er hinsichtlich der Entdeckung des NSubers der Diaman ten dieser hohen Dame völlig Fiasco gemacht. . , Es gelingt nicht immer Alles, mein Freund. Ich würde mich sür seine Wahl entscheiden, vorausgesetzt,daß nicht persön liche Abneigung ihrerseits gegen ihn vor liegt." Das eben nicht,jedoch erfreut er sich im seres vollenVertrauens nicht. Wir haben zum Beispiel trotz eifrigerNachsorschungen nicht in Erfahrung bringen können, weß halb er England verlassen hat, und seine Veegangenheit ist uns völlig unbekannt ge blieben." Es ist klar, daß sein Adel nicht aus den Kreuzzügen herstammt, aber die Poli zeibehörde kann doch unmöglich nurSöhne französischer Edelleute in ihre Dienste neh men. Tollan ist für diesen Fall wie ge schaffen." Nun, wir müffen ihn schon nehmen, da Sie uns verkästen mein lieber Herr Lefebre. Ich werde ihn dem Herrn Prä selten in Vorschlag bringen und um ihn für Tollan's Wahl günstig zu stimmen, mich auf Sieberufen. Ihren Rath, den Stummen aus seiner Haft zu befreien, werde ich gleichfalls zur Ausführung brin gen." Je eher, desto bester." Ich begebe mich sogleich nach der be treffcndenStation, um dasNöthige'zu veranlasten und werde ihnen später dasResul tat mittheilen." Wenn es ihnen gefällig ist mit Aus nähme des Sonntags" sagteHerr Lefebre lächelnd. Der Polizeidirektor begriff, daß die Audienz beendet sei. Er reichte Herr Lej febre die Hand zum Abschiede, und über legte aus seinem Wege nach dem Stadt hause, wie er dieRathschläge am geignisten zur Aussührung bringen könnte, die ihm der genialste aller Polizeiagenten ertheilt hatte. V. Erfolglos verhört. Der Direktor erwählte zur Ausführung des ihm von HerrnLesebre vorgeschlagenen strategischen Planes zwei seiner besten Un terbeamten, nämlich Bernard, welcher die Nummer30, u.Fergon, welcher dieNummer 49 sührte. Beide waren,wie ehemaligeSol daten, so auch langjährige erfahrene Poli zisten. Fergon war früher in schwierigen Fällen mit großem Erfolge von Herrn Lesebre verwandt und von demselben der Ad ministration gegenüber stets gerühmt wor den. Beiden Agenten war die PiqueDame" (unter dieser Bezeichnung verstand man auf der ganzen Präfektur das traurigeEr eiqnib welches wir zu Anfang unserer Er zählung geschildert haben) bekannt-und der Umstand, daß man aus der großenSchaar der Polizeiangestellten sie ausgewählt hat te, schmeichelte in hohem Grade ihre Ei genliebe. Man konnte also darauf rech nen, daß ste nicht alleinEifer, sondern auch einen gewiffen Ehrgeitz cn den Tag legen würden, die Spur des Mörders zu entde cken. Kaum hatten Beide flch zu ihrem Zwe cke verkleidet, als derDirektor die Zelle öff nen ließ, worin der Stumme auf einem Bund Stroh schlief. Man mußte ihm erst einige heftige - Stöße geben, ehe er er wachte. - ' . Sie sind irrthümlich ins Gefängniß ge warfen worden", redete der Direktor den sonderbarenArrestanien an, indem er dies mal nur der Form wegenKomödie spielte, da er die Ueberzeugung gewonnen hatte, daß der Gefangene kein Wort verstehen würde, Sie können gehen." Der Stumme rieb sich verwundert die Augen, erhob sich und richtete .stumpfst nige Blicke aus seine Umgebung. Man führte ihn nach der Kanzlei, wo man ihm gewistenhaft seine sieben Sous, das Taschenmeffer uno das -Stück Kohle aushändigte, worauf man. die große . Hof thüre desGesängniffes öffnete und ihn bin. ausschob. - ' .! Der. Stumme schickte sich an, fortzuge hen, drehte sich auf seinen Holzschuhen nach allen vier Himmelsgegenden um, wie einer der sich orientiren will, und begab sich nach langen Zögern endlich nach dem ,Quai.

Fergon beobachtete, den Arm auf das Geländer gestützt, mit scheinbarem Jnter effe zweiFischer, die trotz der Kälte im auf gehauenen Eise angelten. An der Straßenecke aber erblickte man Bernard, als Stutzer verkleidet, vor einem eleganten Hause auf und ab schlendernd. Der Taubstumme bieb indeß in der Mitte der Straße stehen und seine Augen Irrten von links nach rechts, von oben bis unten, bis er schließlich sich auf einen Eckstein nie verließ und dort eine Zeitlaug unthätig si tzen blieb, das Haupt gesenkt,, wie ein Mensch, der nicht weiß wohin er sich wen den soll. Ah !" murmelte Fergon, ich bin der Ansicht, daß Herr Lefebre sich diesmal in der Wahl seines Mittels, das er mir em 1 psohlen, geirrt hat. Der Bursche scheint mirpsiisflger zusein,' indem er Miene macht auf dem Eckstein sitzen zu bleiben, bis man ihn von seinem Posten ablöst. Oder sollte derBursche in derThat schwach stnnig sein?" Nach Verlauf einer halben Stunde er mannte sich der Stumme und verließ seinen harten Sitz, jedoch nm sich nach dem Gesängniffe zurück zu bege ben. ,Herr .Direktor", meldete der Gesäng nißausseher, der Gefangene den wir kürzlich entlasten haben, ist in'S Gefängniß zurückgekehrt, und der Oberaufseher er bittet sich Befehlewas er jetzt zu thun habe." Man sperre ihn vorläufig ein," ordnete der Direktor niedergeschlagen an und fragte sich, was nun anzufangen sei ? In diesemAugenblick aber erheiterten sich seine Mienen, denn er erblickte den alten Lefebre der, auf einem sehr elegant gekleideten jungen Mann gestützt, kaum zehn Schritt vom Stadthaus entfernt, daher kam. Ah !" dachte der Direktor, er kommt zur guten Stunde. Er war es, der meine Flinte geladen hat. Die Flinte hat indeß versagt, weil das Pulver schlecht gewesen ist. Er muß mir also mit besserer Muni tion laden oder bekennen, daß sein Rath Unsinn gewesen ist." Er begab sich auf die Straße, als er sah. daß Herr ' Lefebre Miene machte, an ihm vorüber zu gehen, ohne ihn zu grüßen, fuht er fort: Es ist zweifelsohne sein Sohn, dieser junge Mann, auf den er sich stützt. Der guteLefebre wird sich zwar nicht angenehm überrascht fühlen, wenn ich ihn in besten Beisein anrede, aber ich muß ihm dieSach läge mittheilen u. ihn um andern Rath er bitten." Der Direktor ging jetzt auf denGreis zu und redete ihn,indem er höflich denHut ab nabm, folgendermaßen an : GestattenSie mir,mein lieber HerrLcfe bre.eineFrage unter vierAugen? Ich werde Sie. nicht länger belästigen." Erwarte hier in einigen Minuten meine Rückkehr, Charles," sagt Herr Lesebre und folgte dem Direktor zu jenen .Halbzirkeln von runden Säulen, die denQui malerisch umgaben. Sie hätten mir diese Unterredung auf offener Straße ersparen können, Herr Di rektor," sagte Herr Lesebre. Ich habe Ihnen bereits angedeutet daß ich meinenSohn in Polizeisachen gänzlich aus dem Spiel zu lassen wünsche." . . Verzeihen Sie aber die Angelegenheit ist dringend. Ihrem Rathe, gemäß habe ich den Stummen aus demGefängniß ent lassen. Nachdem er etwa eine halbeStunde auf einem Eckstein Platz genommen, ist er jedoch freiwillig ins Gefängniß zurück gekehrt." .O", erwiederte der Greis betroffen und fügte nach einigem Nachdenken hinzu wir sind also auf falscher .Fährte gewesen und der Bursche hat, weil er in der That stumm ist, sehr überlegt gehandelt. Er ist einfach .deßhalb ins. Gefängniß zarückge kehrt, weil erParis nicht kennt und demge mäß nicht weis, welchenWeg er einschlagen soll. Man bringe .ihn im Polizeiwagen nach derselben Stelle, wo er arretirt wor den ist, setze ihn daselbst inFreiheit und be obachte genau seine Schritte. . Ich bin überzeugt, daß er sich dann zurecht finden wird." . ' ' Hm", meinte der Direktor, falls er es nicht darauf ankommen läßt" . Wenn er sich schuldig sühlt, gewiß, und Sie werden in diesem Fälle gewiß nichts aus ihm herausbringen ' Ist er indeß nur das Werk eines Andern gewesen, so wird er schon irgend eine Richtung ' einschlagen. Doch jeßt entschuldigen Sie mich, ich muß zu meinem' Sohn zurück wir sonst das Dampfschiff;verfehlen würden,welches nach Boulogne fährt."

Mit diesen Worten entfernte er sich eiligst. ' O . lt. ttt . I. I . , -

neinJiveisel , oaqie oerireilor, ue febre wird alt nnd sein Scharssinn geht zu Ende. Der Rath, den er mir ertheilt hat, taugt nichts. Judeß, was riskirt man wei ter dabei ? Ich will ihn doch befolgen. Miß lingt der Plan, so bleibt uns Voraussicht lich die öffentlicheAusflellung derLeiche ein Vortheil,auf den man sich ebensowenig ver lassen kann. Mit diesen peinigenden Gedanken kehrte ' der Direktorin das Gefängniß zurück und traf seine Anordnungen so, daß derStum ' me nach Verlauf einer Stunde aus dem Gefangenenwagen in der nie Panattiere zum Aussteigen veranlaßt wurde. Fergon beschäftigte sich an der Ecke der einen Straße eifrig mit dem Beschauender im Fenster ausgestellten Gegenstände ei neS Antiquars, während an der andern Straßenecke Vernard, eine Cigarre im Munde, langsam auf und ab zu spazieren schien. Im Hintergrunde sah man die elegante Kalesche des Direktors. Es war eine eisige Kälte und der Frost hatte den in der vorhergehenden Nacht gefallenen Schnee in eine feste Eisrinde verwandelt. Kein einziger Spatzicrgänger zeigte sich in dem armseligen Stadttheil, so daß die Polizeiagenten leichtes Spiel hatten, das Wild auf welches sie lauerten, zuöeobach ten. i1 Der Stumme sah sich diesmal nicht ver wirrt um,sondern seineBlicke kennzeichneten ein Gesühl hoher Besriedigung. Er ging direkt auf das Eckhaus der, Straße Pascal zu, bückte sich auf das Portal hernieder u. ging dann,ohne sich weiter umzusehen, den Boulevard Argo hinauf. Seh Einer den schlauen Burschen an", sagte Fergon zu seinem Kameraden, als er sich bei dem betreffenden Eckhause mit ihm vereinigte, er hat ein schwarzes Kreuz an die Steinmauer desPortals gemacht. Das Stück - Kohle, welches wir in seiner Tasche fanden, dient ihm also als Weg weiser!" Der Stumme setzte inzwischen unbeirrt seinen Weg sort und man konnte sich da rüber nicht täuschen, daß er sich auf be kanntem Terain befand. Plötzlich bemerkte der Direktor mit freudiger Ueberraschung, daß er vor der Gitterthür eines Hauses stehen blieb und nach kurzem Bedenken mit entschlossener Miene läutete. DieseHand habung warihm augenscheinlich eine ge wohnte. Bernard stellte sich jetzl behüt sam an die Mauer des gegenüberliegen den Hauses auf) Fergon versperrte den Ausgang der Straße, während der Poli zeidirektor, der ausgestiegen war, auf das Gitter zuschritt. Der Rückzug war ihm also, abgeschnitten. Der Stumme fuhr fort zu läuten, allein Niemand zeigte sich, um ihm zu öffnen. Endlich steckte, eine Koblenverkäuferin ibr bestäubtes. Antli ; ' ' ' ' ' i M . t tf " W ' ourcy meTyur emereuerwoynung neveu an nnd sagte: Du kannst lange läuten, mein Sohn, das Haus ist leer." VI. Der einsame Pavillon. Ist dieses Haus gänzlich unbewohnt ?" fragte derDirektor dieKohlenhändlerin in dem er hinzutrat. Die Bewohnerin scheint gestern Abend abgereist zu sein,, denn heute ist Niemand darin ein oder ausgegangen", lautete die Antwort. Ich frage nur jenes armen Menschen wegen, der unermüdlich . zu läuten fort fährt.Es wäre wahrlich einWerk derBarm herzigkeil,ihn davon in Kenntniß zu setzen, daß Niemand im Haufe ist." Nein das werde ich hübsch bleiben las sen umsomehr als ich meiner Sache nicht gew'ß bin." - Sie kennen den Mann also nicht der läutet ?" ' : Ich habe ihn bis jetzt noch nie gesehen," versicherte die Kohlenhändlerin, ein wenig erstaunt über diese Fragen. - . .Vielleicht irrt er stch in der Thür ; ich werde ihn fragen." , Und er näherte stch indem er die Kohlen. Händlerin .stehen ließ, dem Stummen und klopfte ' ihm auf die Schulter. Derselbe dreht? sich verwundert um,aber seineMiene zeigte keine Furcht. Ein neuer Beweis,' der überzeugender ist, als alle übrigen," dachte der Direktor, Lefebre hatRecht.dieferBurfche weiß nichts von demMorde. Aber er hat uns dieSpur. gezeigt. DaS genügt, wenn wir methodisch unser Ziel verfolgen." . ! . ' (Fortsetzung folgt.)