Indiana Tribüne, Volume 2, Number 3, Indianapolis, Marion County, 30 August 1879 — Page 4
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.r n t Zudem ihr euer Eigenthum bei uns versichert, in unseren prompt zahlenden GeseUIchasten. Jy sännt torsitfurt sein, ba wcnn ihr bei uns in im serer Office in Zin,mer No. 1 rnh ?, Talo t & New Bll'cr, ertt Svcge fiiviicü bon vr P Hos sire, vorsprecht, wir ihm n bei der Versicherung ih rti KZoentbum (eld ?vare können: es wird ib nen w'nigstkns nlcht zmTchalen genichrn,wenn Eleve? uns ansiagen. GZeöivoZmZd K Eo. Indiana Hribüne. (Wochenblatt.) Lfsice: Ecke Circle u. Meridianftr. (m dritten Stock ) lEntered ns second-class matter at the 1 - . T , , , , T .1! 1 f ostotnee ai liicnanapons, muiaiia.j Abonnements-Prcise. In der Stadt durch Träger in Haus geliefert Per Zahl im Voraus 2.00 Ver Nummer 5 Kentö. Otto ch'ssel, Herausgeber. P O. B. 295. Indianapolis, Ind., den 30. August 1879 Der Mordanfall auf Kalloch bildet einen würdigen Commentar zu un serem politischen Treiben. Er ist die Folae des eingerissenen Uebels nicht nur die Persönlichkeiten der Aemter-Candlda-ten zu verleumden und mit Schmutz zu bcwerfen, sondern auch diese nichtswür dige Kampsweise auf Vorfahren und Nachkommen der Betreffenden auszudeh nen. Erst ariff De Yoüng den Charakter des verstorbenen Vaters Kaliochs an, und als dieser sich damit rächte der Mutter De Youngs mit demselben Maße zu messen, mit dem seinem Vater gemessen worden war. wurde er von De Poung in meuchlerischer Weise mit der Schußwaffe angegriffen. Die That war feig und Niedelträchtig und sollte mit der höchsten Strafe, welche das Gesetz kennt, geahndet werden. Welchen ordentlichen Mann müssen aber solche Ereignisie nicht von der Bewerbung um ein Amt zurückschrecken ? Was gestern in San Franzisco möglich war, ist auch bei uns morgen möglich. . So lange die Vesse unbestraft der gemeinen Sitte hui digt, den Privatcharakter des gegnerischen Kandidaten um jeden Preis zu verdächti gen, wird der anständige Bürger vor der Bewerbung um ein Amt zurückschrecken. So lange in dieser Beziehung keine Aen' derung stattfindet, wird die Erwählung für ein Amt stets eine Ehre zweifelhafter Natur fein. Welchen Einfluk der Vorgang aus die demnächstigen Wahlen im Staate Califor nien und in der Stadt San Francisco haben wird, läßt sich schwer sagen. Da die That Meß eine That persönlicher Rache war, wenn sie auch mittelbar dem Partei Hader entsprang, so wird sich kaum beHäupten lassen, daß sie von bedeutendem Einfluß auf den Ausfall der Wahlen sein wird. Und dennoch wird sie nicht spurlos an den Parteien vorübergehen. Kalloch ist der Kandidat der Arbeiterpartei, einer Partei, der es gelungen ist, die Verfassung bi8 Staate) zu ändern, und welche im Augenblicke die stärkste Partei in Califor nien genannt werden darf. Wer die Be richte über die Vorgänge unmittelbar nach dem Mordansalle gelesen, dcm ist die furchtbare Aufregung, welche sich der Arbeiterbevölkerung San Franci5co's beMächligte, wohl bekannt, der weiß auch, wie das Feuer de Zornes noch geschürt wurde, um die Arbeiter zu gesetzlosem Handeln zu veranlassen. Dennoch ge schab nichts Gesetzwidriges von Seiten derselben, und niemals wurde dleAnschuldigung, daß Arbeiterparteien Feinde der öffentlichen Ordnung sein, glänzender widerlegt, als eben jetzt in San Francisco, und dieser Umstand - wird gewiß nichtwenig zur Stärkung der Arbeiterpartei dort und anderwärts beitragen.
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Die Lage der Arbeiter in Würtemberg. Die Consular.Berichte über dieLage der Arbeiter in Europa enthalten unter Ande remeine lehrreiche Unterredung des Ver. Staaten Consuls in Stuttgart mit einem dort arbeitenden Zimmermann in wörtlicher Nebersetzung. Derselbe theilt dem Consul mit, daß er . 36 Jahre alt sei und eine Frau und drei Kinder habe das
älteste 11 und das jüngste 3 Jahre alt. Sein Tagelohn sei 3 Mark 30 Psennige (84 Cents), während der gewöhnliche Lohn für Zimmerleute 2 Mark 80 Pfennig bis 3 Mark (67 bis 72 Cents) beträgt. Die Arbeitszeit sei von 6 Uhr Morgens bis 7 Uhr Abends mit einer halben StundeRast um 9 Uhr Morgens, einer Stunde zu Mittag und einer halben Stunde um 4 Uhr Nachmittags. Seine Frau verdiene auch, aber nicht beständig, und erhalte, wenn sie arbeitet 60 Pfennige (14 Cts.) per Tag. Das gesammte Einkommen der Familie, wenn keine Krankheit eintrete und es nie an Arbeit sehle, sei 1050 Mark ($252) per Jahr. Diese Summe reiche nothdürftig für den Lebensunterhalt aus, lasse aber gar nichts übrig ; sie werde wie folgt verwendet: Mark. Mirthe für zwei Zimmer im vierten Stockwerk 206 oder? 49.44 leidung für die Familie 160 Nahrung und Brennmaterial 638 Miethesteuer 4 laff'nsteuer 4 Schulgeld 13,'" Leitrag die UntkrstLtzungskafse. ... 715 -Schulbücher, Medizin und unvorherge lehene Ausgaben. . 16 38.40 153.12 96 1.20 3.24 173 3.91 5252.00 Es fehlt in der Liste ganz und gar der Posten für Anschaffung -von Mobiliar. Bettzeug, Küchengeschirr, die doch in jedem Haushalte nothwendig wird und ein ansehnliche? Ausgabenposten ist. Auch erscheint der Posten für Bekleidung, selbst wenn ste der ärmlichsten Art ist, so unmöglich niedrig, nämlich durch schnittlich iy2 per Jahr für Kleider, Schuhzeug, Wäsche u. s. w. daß es den Anschein gewinnt, als seien die Angaben nicht auf Grund eingetragener Ausgaben, sondern nackAbschätzung gemacht. Ebenso erscheinen $3-91 für Schulbücher. Medizin und alle unvorhergesehene Ausgaben ab solut zu niedrig gegriffen. Daß derStaat und die Stadt Leuten in so bedrängter Lage noch ZI Miethssteuer und $1.2 E,n kommensteuer und $3.24 für Schulgeld abnimmt, ist auch höchst lobenswerth. Der. Zimmermann, . welcher die obige Auskunft gab, verdiente nach seiner Aus sage mehr als den höchsten, gewöhnlichen Wochenlohn und dabei verdiente seine Frau auch und war seine Familie nicht groß. Wie muß da erst die Lage der Arbeiter in Deutschland sein, welche einen geringen Gehalt haben, wegen Krankheit oder schlechter Geschäftszeit nur einen Theil des Jahres Belästigung finden und vielleicht noch mehr Kinder zu ernähren haben. Bei alledem erklärte sich der in Rede stehende Arbeiter mit seiner Lage zufrieden, weil Unzufriedenheit" dieselbe doch nicht beffern würde. . So wie die Dinge jetzt in Deutschland stehen, darf sich eben das Volk nicht muck sen, es muß geduldig die schwere Bürde tragen, die ihm auserlegt ist. Ob dort die stehende Armee auch Millionen ver schlingt darnach wird nicht gefragt, das Volk muß es eben aufbringen. Wofür gäbe es auch eineSteuerschraube, die man nach Belieben fester anziehen kann! Schiller'S ,91äubcc in Nmerika. Es sind jetzt nahezu hundert Jahre, daß das neue Drama die Räuber" des schwä. bischen Karlsschülers Schiller allen Leuten in Deutschland die Köpfe verdrehte und auf der Bühne, wie im Romane eine förm liche Räuberliteratur veranlaßte. Merk würdig genug äußerte sich diese ganz gewaltige Räuberbegeisterung der Deutschen nur aus der Bühne und in -Leihbibliothe. ken; der Einzige, welcher versuchte, diese! be praktisch und thatsächlich zu verwerthen Deutschlands berühmtester Räuberhauptmann Johannes Pückler oder, wie er allgemein hieß, der Schinderhannes, wurde am 21. November 1803 in Mainz geköpft. Allerdings hat. schon mancher Student seitdem, wenn ihm alle Pumpquellen ver siegten und der physische und moralische Kater bei ihm sich in der Permanenz er klärte, in tragikomischerVerzweifluna aus gerufen : laßt uns in die bömischenWälder gehen und eineRäuberbande gründen!" aber geschehen ist es doch nicht. Das vor hundert Jahren so gelaffen ausgesprochene große kvvxi nouer'ö aal aver, roxt es
scheint, endlich doch gezündet, nur sind die
Betreffenden nicht in die böhmischen, sondern in die pennsylvanischen Walder ge gangen, was von ihnen jedenfalls zeigt. daß sie bessere Geschäftsleute" waren, als die Libertins von Leipzig, welche in die bömischen Wälder gingen. Aus Rcading wird nämlich die überra schenke Mittheilung gemacht, daß man dort einer aus deutschen Studenten beste henden Räuberbande auf die Spur gekom men ist. Der östliche Theil Pennsylvaniens heißt es in einer Nachricht ist in den letzten beiden Jahren unaufhörlich der Schauplatz frecher Einbrüche und Räube reien gewesen. DiePolizei der verschiedenen in Ost'Pennsylvanien gelegenen Städte gab sich die größte Mühe, die Einbrecherbande auszusinden, u. es sind in der letzten Zeit ihre Mühen von Erfolg gewe sen. Geheimpolizist Denhard, Polizei Cbef Hcuwm von Reading und Sergeant Reßler ist es im Vereive einer Menge anderer Polizisten gelungen, dreizehn Mitglieder der Bande dingseft zu machen. Außer den dreizehn Räubern, welche jetzt dort in Einzelzellen geseffelt sitzen, ist auch Jeremias Wentzel, der Eigenthümer eines ländlichen Hotels, welcher der Bande als Hehler diente, und die von derselben em pfangcnen Gegenstände in New Pork und Philadelphia an den Mann brachte, verhaftet worden. Die dreizehn Einbrecher sind sämmtlich junge Deutsche, meistStudenten, die in ihrem Vaterlande Universitäten besucht haben und seit ihrer Ankunst in disemLande als Wegelagerer ihr Leben fristeten. Einige der frechstenStraßenräubereien in der Gegend, Vergewaltigungen von Mädchen auf den Feldern, Einbrüche und andere Verbrechen sind von derBande verübt worden, wie sich dies aus dem umfassenden Geständnisse einiger der Gefangenen ergiebt. Es stellte sich auch heraus, daß eine An zahl Leute, welche sich jetzt im Zuchthause b esinden, unschuldig verurtheilt ist, da die denselben zur Last gelegtenVerbrechen von der in Rede .stehenden Bande verübt worden sind. Sämmtliche Verhaftete er freuen sich der eigenthümlichsten Sp'tznamen. Dieselben heißen Klosterbruder, Glockengengießer,Hopser,Lumpa, Schwarzer August, Rother Schwabe, Kugel runer Baier, Joh.Pulver, VayrischerSepple und Französischer Schwabe. Die . auf diese wohllautenden Beinamen hörenden Herren haben sich sämmtlich an den in den letzten zwei Jahren in dem östlichen Pennsylvanien vorgekommenen Räubereien auf der Landstraße, Einbrüchen, Diedstählen :c. betheiligt uud werden jedenfalls uller dieser Verbrechen überführt werden können. da mindestens ein halbes Dutzend Mitglieder der Räuberbande sich als Staatszeugen angeboten hat. Den Aus sagen derselben zufolge sind mehrere der dreizehn Gefangenen an den ihnen zur Last gelegten Verbrechen völlig unschuldig. Der Schwarze August ist der Aussage der Staatszeugen zufolge der Leiter der ganzen Bande.deren endliche Entlarvung dadurch herbeigeführt wurde, daß sich emPo lizist in das Vertrauen derselben kinzuschleichen wußte. Oer Prozeß gegen die jetzt verhafteten Mitglieder derVande wird in wenigen Wochen in Reading seinenAnfang nehmen. Wenn bei demProzeffe die obigenSpitz namen in tausscheinmäßiges Hochdeutsch Übersetzt werden, dann werden manche Leute ihr blaues Wunder erleben. (Balt. Corrsp.) .Der abgesetzte Chedive hat,, seitdem er von seiner Pacht hinweg in Neapelhat W ohnung nehmen müssen, seinen Harem nach Hause geschickt, weil in Italien keine Vielehe geduldet wird. Er wird sich dafür auf die Weise aller gekrönten Häupter schadlos zuhalten wissen. In der Schweiz geht man' mit dem Plane um ein Nationalzuchthaus zu bauen. Das erste Sonntagsgesetz rührte von Constantin dem Großen im Jahre 321 her als derselbe mittels eines Ediktes jede irdische Beschäftigung an jenem Tage derWoche untersagte. In Greenport, L. I., Passirte es, daß ein farbiger Knabe, der die einzige Stütze seiner Mutter war. bei der Arbeit in einen Kessel, der zum Aussieden von Fischen gebraucht wird hinein fiel und todt und ganz verkocht wieder herausgezogen wurde. Aber die Behauptung daß es auch ein Arbeiterrisiko gibt, bleibt trotz alledem nur leeres Gerede !
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(aHMDI'' 00 Lmien werden prompt erfüllt. Für die von dem Mt. Vernon Wchbl. zu unserm zweiten Geburtstage darge brachten Glückwünsche, sagen wir unsern besten Dank Der bekannte Dr. Strousberg beabsichtigt.wie es heißt.bis zum I.Oktober eine neue Zeitung in Berlin zu gründen. Wa rum auch nicht? Ein so moralischerMensch wie Strousberg kann sicher auf einen großen Leserkreis rechnen. 4e SMn tTin0 ftlt öS - ? . n i t S n rt ltn UtJUIUIlUl. Ilttt V9 IIIVIUUI9 U II S V 4 i j fationen. Kaum ist Sprague - Affaire i abgedroschen, da. taucht tn denpalten der New Z)orker Presse Stewarts gestohlener Leichnam Bankos Geist ähnlich auf. Die Leichenräuber wollen diesen angeblich gegen einLosegeld von $2(X),(XX) herausgeben. Richter Hilton will jedoch so viel nicht zahlen, denn ihm ist es mehr um die Bestrafung der Räuber als um das CorpU3 äeliot! zu thun. - Die russischen Behörden haben mit ihren Nihilisten alle Hände voll zu thun. Trotzdem jeden Tag Nihilisten verbannt oder zum Tode verurtheilt werden, nimmt die Zahl derselben. nicht ab. Sie schießen wie Pilze aus dem Boden hervor. Die Frage, nach der Ernährung der Völker in Europa, steht mit der Besorgnißvor'einem neuen Kriegein gleichem Rang. Das schlechte, kalte und nasse Sommerwetter in Deutschland, Frankreich und England hatte eine so magere Ernt? zur Folge, daß dort , die GetreideEinsuhr von Amerika ein dringendes Bedürfniß geworden, ist. Dazu noch der Schutzzoll das deutsche Volk ist wirklich zu beneiden. ; , , Bornirter Fanatismus. Nach dem Demokratie Herald" in Butler Co , Pa., erklärte Rev. Fathergile vonNew Castle in einer dort gehaltenen Mucker-Jndigna tions'Versammlung : Er würde nicht einmal ein Pint Milch am Sonntag kausen, selbst wenn er dadurch eines, seiner Kinder vom Tode retten könne." Haben die Leute in jenem Staate kein Irrenhaus? DaS gelbe gieber wüthet noch ungeschwächt in Memphis und fordert täglich neue Opfer. Die Bewohnerzahl der Stadt vermindert sich zusehends. Bemerkenswerth ist, daß die farbige Bevölke rung im Verhältniß mehr Kranke aufweist. während von den Weißen im Verhältniß mehr sterben als von den Farbigen. Bismarcks Gesammteinahme beläuft sich aus $13,500. Der arme Mann hatte eigentlich noch viel mehr um das deutsche Volk verdient. Der älteste Sohn des deutschen KrönPrinzen bildet sich in Bonn zum Gelehrten auS. Deutschland hat somit Hoffnung nach einem Soldaten auch einmal einen Gelehrten auf dem Throne zu suchen. Aber wir glauben, es kommt anders. Der große Geschichts- und Portrait maler Alexander Heffe starb in Paris im 73. Lebensjahre. Die ' republikanische Campagne in Ohio ist bereits mit schwerem Geschütz eröffnet worden. Es sprachen in Cincinnati Carl Schurz, in Steubenville Finanzminister Sherman, inCleveland RichteerTaft und der Gouverneurscandidat Fester an einem andern Orte. In Philadelphia fcheints auch recht gemüthlich zuzugeben. Nach dem dortigen Record" belaufen st'ch nämlich die im städtischen Wasser-Departement entdeckten Unterschlagungen auf eine Million Dol larS.
ttC berühmteste UNd besteingerichtetste Brauerei ;rn Staate. Mein Lagerbier w und "Invigorating Malt-Extract Bottle Beer" ist vor allem änderen als rzüglich anerkannt. Austrägk zum Verschiffen von Lagerbier aus allen Eisenbahn'
rmm 5 SQUABE,) V INDIANAPOLIS, IND. C. F. Schmidt. Das Petroleum welches der Abgeordnete Richter im deutschen Reichstage ein großes Civillsationsmittel nannte, weil sein billiger Preis den armen Mann in den Stand setze sich an Stelle des Kienspahns der Väter" ein Licht zu verschaffen, wird dem armen Manne inDeutsland gar bald nicht mehr zugänglich s in. Und das bewirkt einzig und allein des großen Bis marcks gepriesene Zollpolitik! In Odessa wurden wieder einmal 6 Nihilisten zum Hängen, ein Mädchen von 15 Jahren zur Verbannung nach Sibirien u nd 22 andere zu schwerer Arbeit in CV "X ir . m ccn ergwerien aus iu ayr verurlyenr. Schöne Gegend das! Ein ganz netter Bankerott wird von London gemeldet. Der wohlbekannte englische Eisenbahnmackler JameS Mc Henry hat mit der Kleinigkeit von 5Milli onen fallirt' Aktiva garnicht. Ein ena lisches Blatt widmet ihm den kurzen aber recht bezeichnenden Nekrolog: Er lebte extravagant, verdiente schnell viel Geld u. bankerottirte großartig." Ganz unserer Zeit angemessen. Das schöne Geschlecht Englands beschämt das starke im Universität-Examen. Der Liste erfolgreicher Candidaten bei der Immatrikulation an der Londoner Uni vetsität ist zu entnehmen, daß von 63weiblichen Studenten öl ihr Examen bestanden haben während nur 475 von 859 männlichen Stvdenten sich als tüchtig erwiesen; es sind somit nur 19 Prozent der ersteren und 44 der Letzteren durchgesallen. Was sagen wohl da diejenigen dazu, die wenn von Gleichberechtigung der Frauen und von denJäh, gleiten derselben dieRede ist, nur ein verächtliches Achselzucken ha ben? In den Kattünsabnken in Oldham haben die Fabrikanten beschlossen, bei den Spinnern und Webern anzufangen, ob diese, sich eine Lohnherabsenung von 5 Prozent gefallen lassen wollen. Sind das die bessern Zeiten? ' In Chemnitz wurden dieser Tage dir Quartiere der Sozialisten untersucht. Bis auf einige Schriften die sofort beschlag nahmt wurden, war alles ganz richtig. Auch drei in den Augen der Polizei verdächtig aussehende Personen steckte man der Vorsicht halber ein. Darauf kommt es ja so genau nicht an. . WHiP Die nachstehende Zusammenstellung zeigt, daß in Amerika nicht einmal Naturschönheiten besehen werden können, ohne daß man dafür bezahlt. Die NiagaraFälle gehören zur Hälfte den Ver. Staa ten, und doch ist es für keinen Ver. Staaten Bürger möglich, sie in Augenschein zu nebmen, wenn er nicht wenigstens 25 Cts. opfert. Die wild-romantische WatkinS GlenSchlucht darf ein freier Amerikaner nur dann betreten, wenn er 50 Cents Ein trittsgeld erlegt. Es ist schwierig und daher auch noch nicht geschehen, den Mount Washington mit einem Zaun zu umgeben. Da das Fahrgeld höher ist, als der Berg selbst, so könnte man denken, das Geld zu sparen und die Spitze deS Bergleins zu Fuße zu erreichen. Man wird staunen, wenn man bört, d..ß hierfür 80 Cents gezahlt werden müssen. Für. den Eintritt in die prächtige Au Sable Schlucht werden 50 Cents berechnet. DaS Betrachten der Schleuse der Franconia .7!otch" kostet 70 Cents. Für Beslchti. gung des Niagara Strudels werden 50 Cents verlangt. Um die -romantischen, wunderbar schönen Montmorency Fälle beaugenscheinigen zu können, hat man 25 Cercis Eintrittsgeld und 50 Cents Zoll zu bezahlen. Könnten amerikanttcheSpckukanten eine Mauer der Seeküste entlang errichten, so würde auch:dies geschehen, und es würde Niemanden erlaubt sein, sich des Anblicks des Oceans zu erfreuen, ohne dafür einen Dollar zu opfern.
