Indiana Tribüne, Volume 2, Number 1, Indianapolis, Marion County, 16 August 1879 — Page 1
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. " t ) oo krsY, s y n Ctto Schissel, HkxanSgebkr. Ofsiee : ESe Cirele u. Meridian-StrajZe. Jahrgang 2 No. 1. V Indianapolis, Zndiana. Samstag, den 16. August 1879.
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Waldlied. O Wald mit Deinem grünen Kleid, Du hast mich traut umfangen, Ulk ich, im Herzen Sorg und Lkid, Hinaus zu Dir gegangen. Du haft mich alö dielwerther Tay In Deine Hut genommen. Die Umsei sang vom grünen AftMir freundliches Willkommen. Tin kühler Schatten legte sich Auf eine heißen Wunden, Und süße Träume habe ich In Deinem Zelt gesunden. Zur Himmelsleiter ward ein Baum, Die Engel stiegen nieder, Ich sah des Himmels goldenen Saum Und die verlorene wieder. Da träufelte ein tiefer Thau Herab in meine Schmerzen, Der Himmel lachte wieder blau Herab zu meinem Herzen. Qt lacht der Wassersall mir zu. Mich locken weiche Matten. O nimm mich hin in Deine Ruh Du süßer Waldesschatten ! in weiblicher Maltbus. III. (Schluß.) Wir können es als eine Naturnothwen"digkeit nachweisen, daß eine bedeutende Fruchtbarkeit eines Organismus die Folge ist von irgend einer Verkümmerung nach anderer Seite hin. DaS Gesetz aller Gesetze in der Natur ist das von derE rha l tu ng d erKraft bei allen ihren Verwandlungen. Sowie kein Stoff vernichtet oder geschaffen werden kann, so daß jede VerÄnderung an'ifrrn nur Formwandlung ist. so auch mit der Kraft. Alle Naturkräfte muffen als Formwandlungen einer einzigen Kraft betrachtet werden, welche nicht vermehrt noch vermindert werden kann. Die Kraft, welche einen Organismus in's Leben ruft, muß als gleich groß in seinem Keime und in seiner vollen Entwickelung angesehen werden sonst würde die Urkraft vermehrt. So lange der Keim noch - .rächst, ist die Spannkraft noch nicht gänz. Uch lebendige Kraft geworden. Hat der Organismus seine Spannkraft gänzlich in lebendige Kraft umgesetzt, wa durch Anähnlichung aufgenommenen Stoffes geschieht, so ist seinWachsthum vollendet und
KI IJn VI' Hl jyi ? neuen Einrichtungen. die Rückbildung beginnt ; der Tod tritt langsamer oder schneller ein, wenn die lebendige Kraft aufgezehrt ist. Jeder Organismus und jede Art Organismen hat also ihr bestimmtes MaßKraft in sich verkörpert. Wird also irgend eine Seite des Organismus durch die AußenWelt, verkümmert, so wird die darin . verkörperte Kraft einer anderen Seite des Organismus zuwachsen. Umgekehrt wird irgend eine Thätigkeit von den mehreren, deren ein Organismus fähig ist, über sein ursprüngliches Verhältniß hinaus entwi ckelt, so muß eine oder es müssen mehrere andere Thätigkeiten des Lebewesens verkümmern. DaS gesammte Maß seiner Kraft bleibt unvermehrt und unvermindert von seiner Geburt bis zu seinem Tode. Ueber diese logische Nothwendigkeit läßt sich nicht hinwegkommen. Mit diesem Grundgesetz aller Organismen sind alleErscheinungen in der lebendigen Welt im strengsten Einklänge. Daher ist alles Wachsthum in derJugend ungemein rasch; denn da ist noch die meiste Spannkraft in lebendige Kraft umzusetzen. Daher tritt die Fortpflanzungsfählgkeit erst dann in's Leben, wenn alle anderen organischenThä tigkeitm nahezu ihre höchste Entwickelung erreicht haben. Daher hört bei denFrauen während des der Artfortpsianzung gewidmeten Alters die geistige Thätigkeit auf, und wenn sie vorher und nachher noch ansehnlich wäre.; und ebenso nimmt die Beleibtheit in dieserZeit ab. Daher legen diejenigen Arten von Vögeln die geringste Zahl Eier, welche eine bedeutende Flugkraft entwickeln, während die Hühnervögel, weil sie die größte Menge Eier im Jahre legen, das Fliegen gänzlich verlernen. Es sindet für jeden Verlust in der organischen Welt eine Ausgleichung statt. Man hat vielfach bemerkt, daßPersonen, welche ein Bein oder andere Gliedmaßen verloren haben, eine größere Lebhaftigkeit und Beweglichkeit, Heiterkeit und Thatkraft entwickeln, als je vorher. Jene Unglücklichen, deren körperliche Schönheit durch einen Buckel entstellt wird, werden dafür von der Natur durch einen Stolz, ja Hochmuth entschädigt, der sie gegen den Spott der niedrigen Welt waffnet. Arbeiter und ganze ArbeiterUaffen, welche schwere Lasten zu tragen haben, werdenden hohen Wuchs und die körperliche Schönheit verlieren und zwar in jeder neuen Generation stärker, weil die Kraft einseitig entwickelt wird ; dagegen schießen die AuSbeu-
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terklassen mit jeder Generation mehr in die
Körperlange, eben weil oder wenn ihre Muskelthätigkeit abnimmt. Und so geht es durch die ganze belebte Natur. Für jede einseitige Entwickelung einer organischen Thätigkeit muffen andere deffelben Wesens büßen. Ganz besonders aber steht dieFruchtbarkeit immer im umgekehrtenVerhältnisse zurErnährung, zurBewegungskraft und zur geistigen Thätigkeit Ausnahmsfälle kommen freilich vor ; aber sie sind selten, und sie dauern nicht durch mehrere Generationen an. Familien, in denen die Gelehrsamkeit erblich ist, sind kinderarm ; die Volkslehrer aber und die ärmere Geistlichkeit, bei denen sowohl die Denkkraft als die Ernährung verkümmert zu sein pflegt,sind überwiegend kinderreich. Raubthiere und Völker, welche fast nur von thierischer Kost leben, haben wenig Nachkommen,weil dieMuskelthätigkeit bald im Uebermaß nöthig, bald auf längereZeit eingestellt, die Regelmäßigkeit der Lebensweise unmöglich wird ; Thiere und Völker deren Kost vorwiegend Planzenkost zu sein pflegt, wodurch eine geregelte abwechselnde Thätigkeit bedingt ist, haben reichlicheren Nachwuchs, und den reichsten pflegen die auf die ärmliche Kost angewiesenen Klaffen zu haben. Unter den Bäumen sind die verkümmertsten an Nahrung, Wuchs,Laub und Blüthe die Fichten und Nadelhölzer überhaupt ; sie bringen den meisten Blü thenstaub und die meisten Samen hervor ; diejenigen Fichten- und Nadelholzarten aber, welche nicht in dichten Wäldern, sondern vereinzelt wachsen und deßhalb einen vollentwickelten Wuchs haben, erzeugen die wenigsten Samen. Man' kann demnach" die übermäßige Fruchtbarkeit eines Lebe Wesens als ein sicheres Anzeichen betrachten, daß seine allseitige Ernährung, Thätigkeit und Entwickelung gehemmt ist. Da also die Natur dieNachkommenschaft regelt, so braucht es der Mensch nicht zu thun, vorausgesetzt, daß seine gesellschaftlichen Einrichtungen der Menschennatur gemäß sind. Die örtliche Uebervolkerung zeigt an, daß diegesellschaftlichen Verhältniffe fehlerhaft sind. Der reiche Kindersegen armer Bevölkerungen, welcher stets mit großer Kindersterblichkeit verknüpft ist, scheint aber es scheint auch nur dem Zwecke der Natur zu entspringen, daß die Art nicht ausfterben und daß nur der U benssähigste Theil der Nachkommenschaft überleben soll. In der That ist er em Beweis, daß unters dieser Bevölkerung die entsprechende Nahrungsfülle mangelt, daß die Muskel- und. die Denkthätigkeit einseitig verkümmert sind und daß die vorhandene Lebenskraft, welche nicht spurlos ver schwinden kann, sich in derFortpflanzungskraft entschädigt. Und da es eine arge Verwüstung natürlicher Reichthümer ist, wenn eine reichliche Nachkommenschaft erzeugt wird, welche durch übermäßigeSterb lichkeit wieder verdünnt wird,so daß davon wmige Individuen ihre volle menschliche Entwickelung erreichen, so soll die Gesellschaft durch vernünftige Einrichtungen da für sorgen, daß jeder vom Weibe Geborene auch leben bleibt und ein allseitig entwickelter Mensch wird dann kann es schwerlich, auch in fernster Zukunft nicht. zu einer wirklichen Übervölkerung kommen. Frau Besant würde wohl daran thun. keine neuen Naturgesetze mehr entdecken zu wollen. Es gilt, dies schon entdeckten immer beffer zu ergründen und zu beachten. Burnham Wardwell meint, daß die Behandlung derSträflinge in denStaats gefängniffen vonMaffachusettö grausamer und willkürlicher sei als sonstwo im Lande.
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ecker Bros. M!M und Fischer piHUUOi In San Francisco sind in d em am 30. Juli endenden Jahre 86 Selbstmorde vorgefallen, darunter 27 von Deutschen und 10 von geborenen New Vorkern. Auch ein Sohn deSAbgeordnetenFrilz' sche in Berlin wurde ausgewiesen. Am 12. August wurde bei den Dresdener Sozialisten wieder einmal gehaus sucht. Eine ganze Masse altes Papier wurde mit Beschlag belegt unnd ohneWeiteres auch 5 Verhaftungen vorge nommen. Unter den Verhafteten befindet sich auch Herr Kegel, Redakteur der Preffe und einer seiner Kollegen, Herr Goldstein. O, du glückliches einiges Deutschland ! Endlich ist in Pennsylvanien ein An fang damit gemacht worden, um die Be stechung derLegislatur zu bestrafen. Chas. B. Salter in in Dauphin County und H. Kemble in Harrisburg in Anklage versetzt. und drei tüchtige Sachwalter sind angenommen worden um die Sache des Volks zu führen. Ob der Prozeß sür.daS Volk gewonnen werden kann,- daran baden wir noch immer unsere Zweisel. Aber auf alle Fälle er hält das Bestechungssystem einen Damm kür einige Zeit. Männliche Putzmacherinnen sind in Nem Pork im Zunehmen begriffen, aber keine Damen sind noch Schneider gewor den. In den letzten Tagen waren in Saratoga die Bankiers, und in Niagra Falls die Zahnärzte in Sitzung beide Körperschaften beriethen, auf welche Weise man am besten dem Volkes .auf den Zahn fühlen" resp, die ähne ziehen könne. Die Greenbackler sind überall daö fünfte Rad am Wagen,!so auch in Maine. Dort wollte ihr Gouverneur-Candidat die Partei an die Republikaner ausverkaufen. natürlich wiesen diese den Stimmschacher zurück. ES ist keine zu kühne Behauptung" schreibt der Franks. Beobachter wenn wir sagen,daßdasSozialistengesetz und die .große wirthschastliche Reform", sowie das neue conservativclerikal'schutzzöllnerische Bündniß mächtiger zur Ausbreitung der Sozialdemokratie beitragen werden, als die freieste und ungebundenste Agitation. Dies vermöchte; fänden heute Neuwahlen zum Reichstage statt, so würden statt 9 bis 11 mindestens 40 Sozialdemokraten im Reichstage erscheinen und Bebel hat viel leicht ein prophetisches Wort gesprochen, als er bei der Debatte über die Getreide zolle sagte : Nach fünfJahren kommen wir!" Welche Repreffiomaßregel gegen die Sozialdemokratie bleibt der Regierung noch übrig? Einzig ht Abschaffung deö allgemeinen Stimmrechts für de RrtchS tag, und eS ist ja mehrfach davon chon die Rede gewesen. Aber Fürst BiSc-zrck weiß vielleicht recht gut, daß diese Maßregel der Todeskeim für seine Schöpfung sein wär de. Der großeStaatsmann hat eineReihe glänzender Erfolge erzielt; seine Bahn geht aber abwärts und die siltsamen Zick zackbewegungen seiner Polit -.vermögen die? nicht zu ändern.
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