Indiana Tribüne, Volume 1, Number 52, Indianapolis, Marion County, 9 August 1879 — Page 6
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I n d i a n a T r i b ü n e.
AerHodesöoXer. - :o: Romantische Gemälde anS dem Englischen ! jon - C. v. Grumbkow. (Fortsetzung.) . Die Freundin, die Ellen Neil traf, war Niemand anders als dieFrau des erwähn ten Fechters. Die Ausführung desselben gegen seine Frau war nicht zu entschuld! gen, denn, abgesehen davon, daß er sie mit schmachvoller Rohheit behandelte, miß achtete er sie obendrein durch schlechte Lei denschaften. Er setzte volles Vertrauen in daS so scharf ausgeprägte Zartgefühl die ser Unglücklichen und überließ ihr die Verwaltung feiner Einnahmen undAusgaben; dieses geschah aber nur aus der Ursache, daß er ihre hohe Rechtlichkeit und Spar samkeit kannte, die er zu Zwecken seines einzigen Charakters ausbeutete. Diese liebenswürdige Person gewann sogleich daö Herz der Ellen Neil, und beide tausch ten ihre gegenseitigen Leiden aus. Ihre Zusammenkünfte geschahen in der Folge so häufig und ohne Vorsicht, daß dieselben nicht lange der Neugierde der Nell Mac Collum entzogen blieben, welche denn auch nicht zögerte, daraus Nutzen zu ziehen. Am Abend des sechsten Tages nach der Ankunft des Todesborers sah derselbe Nell an seinem Hotel vorübergehen und sandte ihr eiligst einen Kellner nach, ihr zu sagen, er wünsche sie zu sprechen. Nell hatte seiner Frau stets anempfoh len, ihm ängstlich ihre Verwandtschaft zu verhehlen. Sie hatte diesen Rath auch stets befolgt und zwar schon aus der Ursache, daß die Anerkennung der weit und breit verschrienen Nell als ihre Mu ter nur peinlich und entehrend für sie sein konnte. Nell bestand um so geflisievtlicher auf die Verschweigung diesesGeheimnisies, als sie annahm, daß ihre Projekte sich sonst schwerlich würden verwirklichen las sen. Gut. daß Ihr da seid. Alte", - redete er die eintretende Nell an, wie steht es um das Geld?" Nell verriegelte sorgfältig die Thür, trat dann dicht an ihm heran, sah ihm fest m's Antliö und sagte, indem sie sich auf ihren Knotenstock stützte : Das Geld wird schon ausgesunden wer den, nur Geduld ! Ich habe mir ein Zau bermittel bereitet, wodurch der Dieb un sehlbar entlarvt werden wird. Ich lauere ihm auf und mir wird selbst aufgelauert, wie man Ellen auflauert. Er hat keine Stätte mehr, wohin er sein Haupt legen könnte. Jedoch, es wird noch bester kom men ! Ich setzte mein Haupt zum Pfande, daß ich ihn in Eure Hände spiele. Ihr versetzt ihm dann einen Gnadenstoß, der ihm das Genick bricht, wenn nicht, ist die Schuld Euch beizumesien." Das Geld, das Geld alte Hexe ! Je eher ich in den Besitz des Geldes eelange, desto eher werde ich dem Burschen den Garaus machen". Freilich ! Dasern nicht der fatale Um stand wäre, daß, das . . . Nun, was denn, alte Hexe?" Zum Henker, daß Ihr ihn mir nicht tödtet, wenn ich Euch einen rechtzeitigen Wink gebe." . Geht mir doch, Nelly! Wann hätte ich mich bewogen gefunden, ein Verbrechen nicht zu begehen?" fügte er lachend hinzu. Sehr wohl, so vernehmt denn, daß ich zwischen ihm und ihr einen sträflichen Um gang entdeckt habe." Zwischen ihr! Tod und Teufel, Weib, Du lügst!" Er hat einsehr gefälliges Aeußeres", sagte sie, ist jung, bedeutend jünger als Ihr...". Weiter, weiter ! drängte derTodes boxer, die Hände krampfhaft geballt, die Augen flammend wie Kohlen, weiter l Ich werde ihn. tödten, gewiß, doch' nicht eher als Ja,.ich tödte ihn durch einen Stoß, ich werde ihm das Genick brechen, es bleibt dabei, aber nicht , eher, , als Du mir mein Geld verschafft hast. Würde ich ; ihm den Gnadenstoß eher ertheilen, wärest - Du sähig, mich um daö Geld zu betrügen, 'heuchlerische Hexe. Die Todten, geben nichts wieder." 'Ich bin der Ansicht daß, das Geld in anderen Händen ist. Gott schütze uns! Die Welt liegt durchaus im Argen". . ' Wo ist das Geld V - Rief der Fechter
mit der Heftigkeit eines Menschen, welcher
fähig ist, stch für einen Heller in's Ver derben zu stürzen Dämon und Furien! Wo ist es?" Wo es ist ?" wiederholte Nell uner bittlich, ahnt Ihr nicht, Kamerad, daß ich weiß, wo es ist? Ich denke, daß die Tochter unseres Wirths, ihre intimste Freundin, genau davon Bescheid weiß, doch, seht Ihr, ich kann sie vor der Hand des Diebstahls nicht offenkundig bezicht! gen, bevor mein Verdacht sich so bestätigt, daß ich sie vor das Gericht zur Rechenschaft ziehen kann. Man muß hoffen und harren. Wir werden uns auf die Lauer legen und harren, aber ich will ihn, den Schuft, abthun. Gelt, Nell, Höllenweib, ist es möglich? Nein, nein. Du lügst, Hexe! Ich werde ihn zehnmal tödten, aber, es ist ja gar nicht denkbar, daß sie' schuldig ist. Sollte sie seinen Lockungen gefolgt sein?" Sie ist Eurer unwerth, sage ich. Gott bessere es ! Da denk' ich jener Zeit, wo Ihr bei Herrn S ... Ich lüge nicht. Freilich, in der Folge habt Ihr es vorgezogen, ein Boxer zu werden .... doch, ich schweife ab. Sprecht leise, Genosse. Bezweifelt Ihr die Richtigkeit meiner Worte, so legt Euch beim nördlichen Obstgarten gegen 9 Uhr Abends auf die Lauer, und Ihr werdet sie daselbst mit O'Rorke stehen sehen. Gott mit Euch ! ich gehe". Verweilt noch einen Moment ! . . . be reitet doch noch ein Zaubermittel, damit ich mein Geld wieder bekomme". Adieu", - sagte Nell, - Ihr habt nur ein Herz für den schwarzen Mammon. Zum Teufel, nein, ich bereite keinen an deren Zaubertrank, wenn Ihr nicht mehr Muth und Hingebung an die Sache be zeigt. Verflucht sei, hört Ihr es, Käme. rad, das Geld, hier, wo es sich um ein ent ehrtes Eheweib handelt". Sie verließ mit hastigen Schritten und scheinbarem Unwillen das Zimmer und der Faustkämpfer vermochte sie nicht zur Rückkehr zu, bewegen, um dieUnterhaltung zu verlängern. Sie hatte indeß genug geäußert, um ihn mit Folterqualen zurück zu lassen. In mehreren vorhergehenden Gesprächen hatte sie ihm die Ueberzeugung beizubringen versucht, der junge Lamh Laudher sei Derjenige, welcher seine Frau bestohlen hätte, und jetzt gesellte ste zu dem Hasse, dessen Ursprung in seinem Geize wurzelte, noch eine weit' verletzendere Mittheilung, die ihn in eifersüchtigen Zorn versetzte. Andererseits batte der Todesboxer auf die reizende Ellen Neil ein Auge geworfen und würde sich ihm vielleicht zur Zeit keine günstigere Gelegenheit geboten haben, als eben diese, um stch von einer Frau schei den zu lassen, die er nicht mehr liebte und die seit mehreren Jahren ihm nur zudem Zwecke gedient hatte, Geld aufzuhäufen. Er hatte also ein nicht geringes Jnteresie daran, den Menschen vom Erdboden zu vertilgen, welcher in doppelter Weise sein Rival war, wozu noch kam, daß er ihn für den Räubsr seines Geldes hielt. Der Verlust seines Geldes ging ihm schwer zu Herzen und er ließ es seiner armen Frau durch hunderterlei kränkende Redensarten und Mißhandlungen tagtäglich entgelten. Da er überdies, wie angeführt, für Ellen Neil in unwürdiger Liebe entbrannte, kann man begreifen, was sie ertragen und dulden mußte. - Endlich schlug die Uhr neun. Der Todesboxer hüllte sich in einen Mantel und trat, nachdem er durch eine Hinterthür das Hotel verlassen hatte, in den Gemüsegarten, hinter welchem, nur durch eine kleine Gartenpsorte getrennt, der Obstgar ten lag. Bald darauf war er im Letzte ren und erblickte daselbst Lamh Laudher und eine Frau, welche, wie er, in . einem Mantel vermummt war und die er als seine Gattin erkannte. Er fletschte vor Wuth die Zähne, seine Nasenhöhlen er weiterten sich und eS durchzuckte ihn eine Freude, als habe er schon seine Opfer zwi schen seinen Händen. Vorsichtig näherte er sich den Beiden, die argloö mit einander plauderten. Den scharfen Ohren deS Lamh Laudher entging indeß sein schlei chender Gang nicht, er sah sich um und entdeckte den farbigen Coloß, welcher,, um sich frei bewegen zu können, sich seines Mantels entledigt hatte. Die Dame zog bei diesem Anblick instinktartig die Kapuze ihres Mantels über ihr Antlitz herab und Lamh Laudher schickte sich soeben an, ihn v . r . . : e um oie ur acye zu fragen, warum er ihnen nachschleiche, als der Boxer -sich
ihm in der Attitüde eines Angreifers
näherte. Mit einer unter solchen Umständen fast beispiellosen Ruhe ersuchte Lamh Laudher die Dame, sich zurückzuziehen. Wenn Ihr Euch an mich anklammert, sagte er, dann bin ich verloren." , Nein", rief sie aus, Ihr werdet es nicht thun.-Zieht Euch zurück, Mensch, zieht Euch zurück ! Wenn Ihr ihn tödtet. werde ich dafür sorgen, daß sein Tod ge rächt werde. Verlaßt auf der Stelle den Garten, Lamh Laudher hat Euch niemals etwas zu Leide gethan". Pah !" versetzte der Farbige erstaunt, wer spricht hier? Ellen, denn sie war es, näherte sich ihm bei diesen Worten. Ei, das trifft sich ja herrlich, kommt, mein schönes Kind, ich will Euch nach Hause begleiten. Mein Lohn dafür' soll nur in einem einzigen Kuß bestehen. Seht junger Mann," sagte er im Ge fühle eines bitteren Triumphes, ich werde Euch beweisen, daß der Kuß eines Farbigen besser ist, als zwei eines Weißen." Schwer, dumpf und energisch war der Stoß, den Lamh Laudher als Antwort auf die Schläfe des Boxers richtete und furchtbar war das Geräusch seines Fal les auf den Boden. Ellen sah sich ent setzt um. Kommt", sagte sie, ihren Liebhaber an dem Arm zupfend und ihn mit sich fortziehend. Barmherziger Gott ! ich hoffe, daß Ihr ihn nicht getödtet .habt. Kommt, John, es erübrigt uns nur noch wenig Zeit und man muß sie so gut als möglich ausnützen. Dieser Mensch, ich habe es Euch bereits gesagt ist ein Ver breche?. O, rettet Euch, John, ich bin die Ursache Eurer Erniedrigung und Eurer Leiden, aber ich will Alles thun, um mein Unrecht wieder gut zu machen. Binnen vier Tage werde ich bereit sein. Eure Gattin zu werden. Versucht es bis dahin nicht. Euch mir zu nähern" John betrachtete, ohne zu antworten. den Todesboxer und schien plötzlich von einem lebhaften Gedanken ergriffen zu werden. ,Er bewegt sich schon wieder", sagte er, und ich wünsche nicht, mich heute zum zweiten Male an ihm zu vergreifen. aber ... ja, Ellen, ja ... . Gott segne Euch für Eure Worte. Vernehmt indeß, Ellen, Ihr werdet niemals meine Gattin, bevor nicht die Schande von mir gewichen ist. Ich liebe Euch zu sehr, als daß ich eö dulden könnte, zu sehen, daß Ihr je über Euren Mann erröthen müßtet. Mein Entschluß ist gefaßt, reden wir nicht mehr darüber. Sollteich in diesem Zu stände noch drei Monate leben,-das Herz würde mir brechen. Mmer John", rief sie beim Abschiede bewegt aus, und ihre Worte wurden von einem Thränenstrom begleitet, ich weiß eö, daß sich in der ganzen Umgegend Keiner besindet, der ein so edles Herz besitzt und so hoher Gedanken sähig ist, als Ihr". Ich danke Euch, Ellen. Aber ehe ich nicht-über jeden Tadel erhaben bin, könnt Ihr nicht meine Frau werden. Guten Abend, Geliebte !" Kaum hatten sie von einander Abschied genommen, als der Todesboxer, taumelnd wie ein Betrunkener und die Ohren hängend laffend, sich nach seinem Hotel begab. In seinem Zimmer angelangt, kannte seine Wuth keine Grenzen ; der Schaum trat ihm vor den Mund er stampste zornig in den Fußboden bei dem Gedanken, daß Jemand ihn hatte zu Boden werfen fön nen. Er verlangte Branntwein und Was ser, überhäufte den Kellner bei jedem Schluck mit Verwünschungen und schickte schließlich nach Nell Mac Collum, um sie schleunigst herbeizurufen. Diese Hexe treibt, wie es scheint, ein falsches Spiel mit mir", rief er wuth "schnaubend aus, ste hält mich, weil mein Antlitz schwarz ist, für einen Einfalts. Pinsel. Sie dürfte sich irren. Wehe ibr, wenn ich hinter ihre Schliche komme". . Was ficht Euch an",- redete Nell ihn an,-welche foeben in's Zimmer trat; Ihr könnt nichts sagen oder denken, das .ich nicht erriethe." . Woher kommst. Du, Weib?" Aus ihrem Zimmer; sie ist krank, wes halb sie sich verhindert gesehen hat, das verabredete Stelldichein mit Lamh Laudher innezuhalten." Alte, weißt Du, wer sie ist? Ich bin ihre? müde, ste ekelt mich an." , . Mich dünkt, Ihr wüßtet genug über sie.
War sie nicht schön, als Lady S . . . sie
zu sich nahm und ste in Allem unterwies. bis sie ausgebildet war? Ihr wäret da mals Diener bei Seiner Gnaden, dem alten Lord und ich vermittelte die Heirath zwischen Euch und ihr, freilich ein wenig gegen ihren Willen, das räume ich ein. Sie that es mir zu Gefallen. Das war, ehe man Euch aus dem Hause jagte und Ihr das Geschäft eines Boxers er wähltet". Alte es ist durchaus erforderlich, daß Ihr den jungen Lamh Laudher bewegt. stch mtt mir zu schlagen". Mord und Todtschlag, Weib, wißt Ihr, was er ge. than hat ? Er hat mich vorhin zu Boten gestreckt, daß ich besinnungslos liegen blieb. Ich ! und blos deswegen, weil ich seine theure Freundin umarmen wollte." Ach", versetzte Nell bitter, - .ver schweigt das um Himmelswillen gegen Jeden! Wenn es bekannt würde, würde sein Name gefeierter dastehen als je zuvor. Bei meiner See!', das war ein Stoß des Lamh Laudhers, mein Junge, und dieser Stoß ist bekannt. Möge er dafür verdammt sein." Alte, Ihr müßt mir in drei -Dingen beistehen; nämlich: erstens, mir meinGeld wieder zu verschaffen, zweitens, mir den Lamh Laudher Gehege zu führen, wie Ihr es mir versprochen habt,' und mir drittens die Tochter des Gastwirths ge neigt zu' machen." Nichts weiter ?" Nein." Aber ste daneben ist krank". Gut ! Meinetwegen mag sie sterben, ich kümmere mich nicht darum." Ich will Euch in allen anderen Dingen beistehen," sagte Nell, aber inJBe treffs des einen Punktes müßt Ihr EZch selbst den Weg zu bahnen suchen. Wen ich mich zu Allem verstehen könnte, würde ich zu solchem Bubenstück mich nicht ver. stehen. Ich selbst habe einen Sohn, und meine Hände werden nicht eher Blut vergießen, als bis ich ihn wieder gefunden habe. Es gibt Leute, deren Untergang mir zwar sehr erwünscht wäre, aber ich könnte sie doch nicht tödten. Gehabt Euch wohl! i Sechstes Kapitel. Inzwischen trat ein Fall ein, an de Keiner geglaubt oder gedacht hatte. An-. Mittag des nächsten Tages ward nämlich das Haus Lamh Laudher More von einer zahllosen Menschenmenge bestürmt und der ganze Ort schien in Ausregung gerathen zu fein. Es bildeten sich üdercll Gruppen, um sich'eifrig über eine Neuig keit zu unterhalten, welche ebenso sehr das allgemeine Jnteresie wie Erstaunen her vorries. LamhLaudherOg'ehatte den Todesboxer zum Zwei kampfherausgefordert. DieNachricht war wahr; schon in früher Morgenstunde hatte der junge Verbannte stch bei dem Bürgermeister eingefunden, um ihm anzuzeigen, daß er gewillt sei, die freche Herausforderung des Negers anzu nehmen. Unmittelbar nach dem Zusam mentrefsen mit dem Boxer am verwichenk Abend hatte er den furchtbaren Entschluß gefaßt, dem Neger ein Cartell zuzustellen. Als der Bürgermeister seinen Antrag ver nahm, maß er den Jüngling mit verstörten Mienen. Nein, nein", versetzte er lebhast, begebt Euck ruhig nach Hause und schlagt Euch den Gedanken aus dem Kopfe, es väre eine Bermesicnheit." Mit Verlaub, Herr Bürgermeister ; ich bestehe nichts desto weniger darauf. Man hat mir das Elternhaus verwiesen und mich, weil man mich sür einen Feiglin? hielt, überall mit Verachtung und Hohn behandelt. Ich werde eö beweisen, daß ich kein Ehrloser bin und mich vor Nie manden sürchte". ; . . j Aber", rief der Bürgermeister tÄ jungen Lamh Laudher zu, der Neger wird Euch unfehlbar umbringen". Das fragt stch noch; auf jeden Fall ziehe ich den Tod einem Leben voll Ent ehrung vor. ' Ich bitte inständigst darum, dem Neger offiziell , die Mittheilung zu machen, daß Lamh Laudher Oge sich mit ihm schlagen würde." BarmherzigerGott erwägt doch, daß Mein Entschluß, mich mit ihm imZwei kämpf zu mesien, steht unwiderruflich fest". unterbrach der Jüngling den Bürger meiste?, und keine Macht der ' Erde wird mich daran hindern.. Wenn Ihr mir verweigert, ihm meine Herausforderung lim.Namen . des Ortes zuzustellen, werde
ich sie dem Boxer eigenhändig überlie fern." ' 1 Der Bürgermeister senkte traurig sein Haupt. ES sei denn," sagte er, da Ihr-. Euren Untergang mit Gewalt wollt, wird das Cartell ihm offiziell übermittelt wer den. Ich vermuthe .indeß, daß Ihr noch' anderen Sinnes werden werdet". - Benachrichtigt ihn, ich bitte darum, fügte Lamh Laudher hiizu, daß wir morgen Mittag den Kamps zum Austrage bringen müsien." . .. Der Bürgermeister machte ein Zeichen des Einverständnisses und Lamh Laudher verabschiedete sich. Bald darauf verbreitete sich dieNachricht wie mitBlitzesfchnelle. : Vom Bürgermeister erfuhr sie der Rath, vom Rath der Sekretär und der Sekretär ' war seinerseits nicht müssig, die untenstehenden Beamten von diesem Ereigniß in Kenntniß zu setzen, so daß eine Stunde später die ganze Stadt in Aufruhr versetzt war. .. . ' Wissen Sie, was vorgefallen ?" -bil dete die allgemeine Frage. Lamh Laudher Oge hatdenTodesboxer herausgefordert. Die geneigten Leserinnen und Leser nrissen, in welch' schonungsloser Weise die öffentliche Meinung über den armen Lamh
Laudher ihr Urtheil gefällt hatte ; aber woher die Worte nehmen, um den raschen und gewichtigen Umschwünd genügend.zu beschreiben, der zu Gunsten des so arg Verkannten stattfand ? Jedermann be dauerte ihn, erging sich über ihn inLobeö erhebungen, erinnerte sich seiner früher bewiesenen Tapferkeit, man nahm jetzt allseitig hmsichtlich des Vorfalles mit Mechaul Neil mildernde Umstände an und war sich in dem Punkte einig, daß er sich durch dieses Cartell dem sicheren Tode ge weiht habe. Als diese Kunde zu Ohren semer Eltern drang, erstarrte ihr Blut in den Adern und ihre natürliche Liebe über trug stch stärker als zuvor auf ihren ihnen so gewaltsam entrissenen Sohn. Die Verwandten und Freunde eilten herbei,. um die Eltern, zu bestürmen, ihn von die sem unsinnigen Vorhaben abzurathen. Er darf nicht darauf bestehen", huben ste an, der Vorfall mit Mechaul Neil erheischt keineswegs ein solches Opser. ' Wir wiffen jetzt, daß er keine feige Memme ist und das genügt. Wir können nicht . darein willigen, daß er erbarmungslos vor unseren Augen getödtet werde; auf keinen Fall! Wo ist er?" Er wohnt bei seiner Tante", versetzte der Vater, und will nicht eher zu uns zurückkehren, als bis er den Schandfleck, der auf ih& lastet, abgewaschen und seine . Ehre wieder erlangt hat. Gerechter Gott! sich mit einem Menschen schlagen zu wol len, der jeden Gegner unfehlbar tödtet! Der Gedanke könnte einen wahnsinnig machen". Man beschloß, daß seine Eltern und. Freunde sich zu ihm begeben sollten, um ihn zu bewegen, von. seinem Vorhaben - abzustehen. Der Jüngling empfing ste mit.frostigem Wohlwollen.' Der Vater näherte sich ihm . mit unbedecktem Haupte, reichte ihm die' Hand und sagte mit vor Aufregung zit ternder Stimme: - Gib mir : Deine Hand, John. Sei willkommen im Herzen Deines Vaters und t unter dem Dache Deiner Eltern.". , ;': Der Sohn verschränkte seine Arme über dieBrust, neigte ehrerbietig seinHaupt, aber weigerte stch, die Hand des Vaters anzu, nehmen. ' Nein, Vater, mein theurer Vater, erst dann,' wenn mein Name rehabilitirt ist".-. John", äußerte derGreis schluchzend, schlägst Du mir meine.Bitte ab ? ; Du bist mein einziger Sohn, mein einziges Kind, und ich kann Dich dem Verderben nicht weihen. Dein Name leuchtet wieder, wie ein Heller Sterns. - Vater", entgegnete der Sohn, eö ist jedt zu spöt. Mein Herz hat - mir brechen llen, ob all dessen, was mir. in letzter wiedersahren ist. Ich habe wenig Liebe bei meinen intimen Freunden gefunden. Da ich gc'woren habe, mich mit dem frechen Boxet im Zweikampf zu mesien, kann ich nicht mehr zurück. Und hätte ich auch nicht geschworen, so wäre ich doch kein Mann, wenn ich die Auffor derung zurücknähme, da er ste, die mir lic ber ist als mein Leben, tödtlich beleidigt hat. Ich wußte es, daß Ihr Alles aufbieten würdet, mich daran zu hindern, und eben darum habe ich. mich heute Morgen durch einen heiligen Eid dazu ver Pflichtet." (Fortsetzung folgt.)
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