Indiana Tribüne, Volume 1, Number 52, Indianapolis, Marion County, 9 August 1879 — Page 3
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gttxa$ über die Schule und Erzie-
; ' Kuna. Die Hindernisse einer TrzZehung, die ihres Namens werth ist, sind erstaunlich grob, und sie stnd allesammt künstlich ge schaffen. Man kann diese Wahrheit gar nicht oft und eindringlich genug verkün den. Es ist ein alter, aeflissentlich unter haltener Irrthum, daß die Anlagen sehr, ungleichvertheilt seien, daß die Genies und' Dummköpfe und dieMittelmäßigkeiten ge boren würden. Nein, sie sind künstlich er zogen. Um kein Mißverständniß 'dieser . '. e . ivt . . , t er I unierer Beyauplung einreden zu. laiien, eben wir allerdings sofort zu, daß es schwächsinnig geborene Kinder' gibt, sei es, daß ihnen das Gesicht, oder Gehör von Geburt an fehlt, oder daß ihr Gehirn zu klein ist. Allein auch für diese unglücklichen Kinder hat man Hilfe gefunden, wenn nur die Mittel vorhanden sind, sie anzuwenden ; auch ist es gewiß, daß die, an sich lleineAnzahl dieser UNglücklichenGeschöpfe stch vermebrt oder vermindert, le nachdem , - - - , , . ' die Aeltern unmenschlicher oder men chli- , ---?:- - I cher leben, und daß solche frevelhafte GeMr r viviv i burten schließlich in einer vernünftig'enGe , I tUtiatt aufhören müflen. Man kann feststellen, daß bei zivilistrten Nationen heuiiuiaat ans .M?burt?n nr twa',in " l "7 l - !- -- " ( I - - -" - " . i kommt, welche blödsinnig, blind oder taub - - Q www wwwwww w " ist und schwer erziehbar. Bei allen übrigen Neugeborenen ist die Aussicht auf eine wahrhaft menschliche Entwickelung.obwohl geradeweise verschie den, doch weit günstiger,als das herrschen de Vorurtheil annimmt. Die Möglichkeit einer wahrhaften Anlage Entwickelung hängt zunächst von vollständiger leiblicher Gesundheit ab ; denn derGeist ist .ja nichts als die Blüthe und Frucht des Körpers, Nun steht aber fest, daß die leibliche Ge sundheit des Kindes sich bei gehöriger " " I Pflege vonGeburt an ganz bedeutend ver bessern läßt : daß die Kindersterblickkeit. . 1 Jf. . t'.C V.a . . f -f . . ' I " " IiT " - h; 1 1 - i- o Tu Tfl k. ' und dan die ganze Zukunft des Kmdes m .:tif:A v R ..nxi v... iciouajer uno geistiger iniaji von oer Wilese deiielben in den frühesten Lebens jähren besonders im ersten abhängt. In einer vernünftigen Gesellschaft also kann diese Pflege bis zu einem Grade durch das Zusammenwirken der Aerzte, Eltern und Erzieher vervollkommnet werden, van wel. chem die öffentliche Meinung sehr wenig wein. Unsere Parteigenossen aber sollen es wissen, um es einmal durchführen zu helsen. Gesunde Kinder müssen der Erziehungs Wissenschaft für gleichausbildbar gelten. Dieser Satz wird so lange leicht mißverstanden, als man nicht' weiß, daß jeder werdende Mensch eine besondere An läge hat. welche blos erkannt zu werden braucht, um durch dargebotene Beschäfti auna von angemessener Art sich von selbst ru-.," v ... -z t fu.t:.Li vio r" Wmtno zu niioiucin. vycimicgi vies, ,o erwacyen aucy aue vorigen Anlagen lelazr, r n ' r rw V i wenn tt Nlll paiienoerClCDaingung ange . r? v tti.r?? . lprocyen weroen. r. . v ... Diese aroke. zuerst von Götbe gemachte . Entdeckung hat denErzieher Friedrich allgemein menschliche Anlage spielend entwickeln kann. Gesunde Kinder mit vollen Sinnen werden nicht von derNatur dumm sondern sie werden künstlich verdummt, weil entweder nichts behufsEntdeckung ih rer besonderen und allseitiger Entwicklung ihrer allgemeinen Anlage geschieht, oder weil obendrein die besondere Anlage un zerdrückt und alle Entwicklung erschwert wird. Es g,bt kein geborenen Genies; wenn zuMig vom ersten oder zmttlenMo. nai nacy oer eouri an ooer oocy recyl . . tr . i v... i f r i sruyzemg vem mve verzenige gelwge Reiz.dargeboten wird der dasWachsthum der Gehirnzellen, m denen die. Möglichkeit feiner besonderen Anlage wurzelt, beför dert, und wenn diese Art Reize lance ge nug andauern, so entwickelt sich ein Genie besonderer Art scheinbar . ohne alles Zu thun von Außen. Das Genie ma'g ...aber höchst einseitig und unglücklich ..werden, wenn ihm nicht durch" sorgsame allseitige Beschäftigung auch semer ubrlgenGehlrn Zellen em Gegengewicht dargeboten wird. In neunhundert neunundzwanzig Fallen aber tritt dem zarten Kinde der paffende Reiz seiner Anlage nicht entgegen; dann wird aus ihm eine Mittelmäßigkeit, falls später seme allgemeine Anlage -thellweise' entwickelt wird ; öderes wird daraus em Dummkopf, wenn auch dafür nichts ge schieht. Auch ausGenies,welche schon als solche erkannt waren, werden häusig
Dummköpfe, wenn man sie überreizt, oder
wenn sie nickt vielseitig entwickelt wer. den. Nun sinn man freilich a'uch in der viel seitigen öntwickelung ins Uebermaß fallen, so daß der' fertige Mensch 'zu Igar nichts Ordentlichem zu brauchen ist. ' Dies wird aber jederzeit die Folge davon sein, daß man nickt zuerst seine besondere Anlage zu erkennen'und, beschäftigen vermocht hat. Und da dies den 'meisten .-Eltern 'viel zu schwer ist, so hat Fröbel in der EnUhung, welche ei den Müttern zuerdacht hat, da für gesotgt, daß jede Manigfachheit der m , . ri I mtnt von lynen oem lnoe im ernen uno zweiten Lebensjahre kann dargeboten wer oeni In dem von ihm erfundenenKinder garten vesen aber hat er eine fast unend? liche Mjnnigfachheit geistiger Reize' dar gebotenwelcher dieKinder schon vom drit ten Lebensjahre an uud bis zum siebenten sollen Ausgesetzt werden, täglich einige
II -" wwm U- I V v . v, n'IVtllUVfcbtVVVWU.V.t M V V M V I Stunden lang. DieseKindergärten,. in die es werden wollen - in Menge ange-
welchen,'auch die zukunstigen Mütter für ibren GniehiinaSbrnif sollen nnrbereitet ' T --: 1 ' -t...... I - - I werden sind -wenn sie im Sinne des . I Stifter!' eingerichtet sindwohl die voll -m , ? ..0 v f m WM I kommendste je ausgedehnte Ersindung. . .. ... I Sie ernecken jede 'Anlag? und bilden sie - a - 1) - " - - i aus, ohne das Genie zu unterdrücken. Im alücklicken Sviele mit vielen' anderen Kin W ' -r - - dem umi - hn (Tinh (KMfttfinttnfMt V. ...... ni.w wnvi.itjw.nnvi., 1 . . i.l Selbftmtwlaelung und sittlichen Cbaraktcr sich aneignen.' Den Gipfel des ganzen Baues bildet dann die Fröbelsche Arbeitsschule, welche er selbst nicht mehr stiften. nur beschreiben konnte. Bei Arbeiten al I . CW 4 . W . "?in wiro oas im nierncyl gelernte praktisch ausgeübt, zu welchem Zwecke jede höhere Schule mit Werkstätten aller Art verbunden sein soll. DieArbeit wird hier zum. Glück zum Spiele. Der aus dieser Arbeitsschule reif entlassene Jüngling, die ebenso erzogeneJungfrau sind me mehr m rrt r v nm . t r pn esaqr, ln oer en uverstu,ng zu wer den. WTT s? flT S1lllttrtM frtTT (titUv wean m d C d - " " ; ; ' r " - " sindg7oau Uno Velo ausgeführt, daß auch unsereAr MfRtirili fXnnin I '-V''' ."ö"'. Ch. A. Z. s .Nix Wahnsinn !" Dr famose Abraham von Massachu setts'der Adttntist, Freeman, der auf.Ge hech ! semes Gottes sem Töchterchen ab schlachtete, damit die Welt sähe, daß es noch einen stärkeren gibt, als selbst .derje nige Abrahams war", er scheint für die Kriminaljustiz des puritanischen 'Musterstaateö eine arge Verlegenheit werden zu sollen. ' .' , Wit aus Barnstable, der Hauptstadt des Countyszu welchem Pocage't, derSchauplatz der Gräuelthat, gehört,berichtet wird. so halte man sich m der Hoffnung gewiegt I i - Ä ,,.. I v r ey v r rv . , , , daß Freeman und seme Frau wahrend ih rr im, rnnfi -rn?! ' Xtrb Mt.v,,4Wv " r r?r" tnMrt1tt Allt nttt i 6 rit t IMtlt8 InitAHK vyH3juiuHw irtitiirtonnflrrittfrSMtit tttv ht. , .i, u , m,i - fieVit nhn tnn2 hrt tnonMT hTt ''r1? Trr r,T Vv,r.": : . I CT Htmsy f X llt li.Wrtl Allein nichts, von dem!. Die beiden oaupiung, vag iie mu voutm wincn uno , Gewissen die. That, begingen,-, weil ihr Glaube es ihnen so..gebotund protestiren mit aller Entschiedenheit gege dieJdee,daß Ne auf die Wahnstnnstheorje hin vertheidigt werden ,ollen.,ade: ist auch.lhrBe. I v 01 .v . . i f ' . . r nehmen und Reden ein durchaus vernünstiges und dasjenige sehr braver und durch aus gufterzlger Leute. Der Gefängniß, warier oereioeau,meri,amoeooaiei ai w iii :v . . . . m . w w vi mw oruar,,? i a irtnitirif inn nnc u..,... . . lfi Frau freeman M öle ttevenswurolgste, zärtlichste und semsuhlendste Frau, die ich je gesehen habe.; Vabel t t gescheht, von lebendigem Geist und.voll Muth., Ich sollte denken, es müßte ste umgebracht ha ben. Allein ich sprechenie mit ihr über diese Angelegenheit. Ich weiß nur, daß, sie das Gefühl hegt,gewissenhaft gehandelt zu haben, wie ihr Gatte. Aus die Frage, 'ob er jemals Zeichen von Wahnsinn an. den Beiden entdeckt hätte,antwortete derGesangnlßwarter ohne Zaudern: ' Niemals !Sie sind n i ch t wahnsinnig und sind es niemals gewesen, seit sie hier herkamen."".. ' ! . ; . Damit stimmten auch alle bis dahm ge schehenen amtlichen Erhebungen über ein: der Coroner bezeichnete m seinen Aussp'rüch die That ausdrücklich als v o r s ätz l ich (prvinelUtQwS) unddie Aerzte!
erklärten bei der Untersuchung Freeman
und seine Frau für geistig gesund (saue). - : ,' ,; . .. Wenn nun dergestalt die .Wahnsinns theorie für dieBmheidigung absolute aus. geschlossen ist, so wird also nur die. von den beiden Unglücklichen, selbst mit aller Aufrichtigkeit und Gradheit behauptete. Berechtigung ihrer schrecklichen Handlung, in Folge eines ihnen ertheilten göttlichen Gebotes übrigbleiben, und die mktt)urötge Frage entsteht, wie ein Geschwornengencht sich zu dieser Theone stellen wird. Die allgemeine Meinung ist Vr. :u CTTi. CT. JU,SHi XX (h b wi mnmuin tcm iiwüHuiimricht gefunden werd. n kann, das die beiden Angeklagte des .Mordes schuldig- sprechen würde., : ür die Rechtskünstler von Profession wird Rrnjtfe natfrliA in aekunde. nes Fressen sein und von nah und fern ha ben sich berühmte Advokaten und Solche tragenum die Vertheidigung zu' füh xrts .mMnliffu Wons tifinh ift h ..ul yni, ukivvuiiMi iiiwtiitiiiv i hiiv - u ' ' ' 1 I bleibt die ganze Sache unendlich tragisch " " und es fühlt, daß' keine juristische Haar MIIV V9 UIII WVJ JMMfV' M spalterei den peinlichen Konflikt zwischen it ' 1 " 1 dem Mitleid für zwei in aller ihrer Be vvu ...v (jw vv v i schränktheit durchaus ehrliche Seelen und Aks, nn einer Mrn,nikt KZ? nn x;. .,k. WW w f wV y' W W V un UUUtltll tiUtil (illliUil. U(t4UIUJCII 1 ' I I fr ' ' a rr . I kann. ' . (B. D.) I tUllll v -v -t I Die kleinen Leiden eines deutschen I Zeitungs-Herausgebers. . Bei einem Zeitungsherausgeber liefen
! r w W ri w L 4 1 1) .Wenn Sie die Zeitung noch länger, wie bisher aufgeschnitten geliefert hätten, würde ich aufgehört haben, ihr Abonnent zu sem. Ich hatte keineswegs Lust, jeden Morgen erst nach dem Federmesser zu su chen." 21 .Seit einiger Zeitliesern sieihrBlatt aufgeschnitten. Ich ersuche sie dringend, dies zu unterlasien, da meine Frau, welche I,? ffflf ihr. ;..,.s. ukWOv -wvÖv. v w, m,v braucht, mich sonst so lange drangsalirt, bis ich Ihr mir so zusagende Blatt aufgegeben :c. . 3) Jhr Papier ist so weich, daß man nichts darin einwickeln kann. Wenn sie nicht baldigst :c. 4) Meine Frau benutzt alte Zeitungen zum Fensterpuden. Können sie nicht da für sorgen, daß das Papier. etwas wei cher:c. . 5) Ich interessire mich nicht für Poli tik. ! Wenn sie nicht den lokalen TheilJh rer Zeitung mehr ausdehnen und . da für den politischem in die ihm gebührenden Schranken eindämmen,werde ich mich veranlaßt sehen 2c. 6) Lasten sie doch die lokalen Klatsch. I II II I II lllllll MMmm ,.. LA 1L II U. M. I v " ' ... - - . m tyiiuuKumim uui iuj m vttivu uirtr. hltt Wl" MWU I" ibrer auswärtiaen KorreivondenZien. da ick i " ' T v ' ' , ( ' 7, Sie besvrecken die einzelnen Bor " i-r-kammmss. nnf hnTiitiA.mfintAita, I V. V' sübrlick aenua. Unsereiner, der von No. tik nichts versteht, will sich doch nach der Wenn I - .. - i 8) fassen sie doch die höchst überflüssigen Raisonements weg und bringen sie die naktenThatsachen, Jeder gebildeteMensch wird sich in Urtheil daraus schon selbst formen. ... . , 9) Warum, bringen- sie keine .Wetter ...-. n 1 i ' . ' P l '. k .' f.-' . .! i vrodbeiunaen ? ' wein ia. dan nickt viel darauf zu gehen ist, aber ich interesstre mich ' nun' mal dafür und wenn Sie -. ... zch zc., , , . . - , Aebnlicke Vorwürke nd unZ schsn zu i - - Dutzende gemacht worden. Wir haben aber reaelmänia in denVavierkori sva zieren lasten und in allerGemüthsruhe fortrediairt' wie bisber V. d.W. Vermischtes ' Der erschlagene Lulu soll mit dem Nestkücken der Königin Victorio, der Pnn zessin Beatrice, eine sehr', ernstliche. Herzensaffaire gehabt haben. 3 heizt, er habe sie heirathen wollen ; die jungeLeute hätten Briefe gewechselt unddle Mutter ihre Ansichten ausgetauscht. ;; Die Königin soll dieBesürchtungen ausgesprochen haben das Parlament werde dieVerbindunö nicht gerne .sehen und der Prinz darauf den Entschluß gefaßt haben, nach :Awka zu gehen,' um 'sich durch dort zu verrichtende Heldenthaten die Zuneigung des eng Volkes zu gewinnen. . ischen
tn jungner Zeit naMeyenoe lagen In einer neuerdings stattgehabten Beein : svreckuna der Zükrer der säckNicken
- Aus einer Dresdener höheren Töch terschule wird der .Berliner Vlksztg.-Fol gendes erzählt : Bor Beginn des evangelisch.- lutherischen Religions.Unterrichts verlassen Juden- und Dissidenten-Kinder, wie.gewöhnlich die Klasse, einige gehässige Bemerkungen der lutherischen, welche zu
rütkbleiben mußten, mit aus den Weg nehmend auch wie gewöhnlich. Diesmal hießes: Aetsch! Ihr kommt in dieHölle, weil Ihr keinen Heiland habt! Wir kom men aber ln den Hlmmel! Emer der so kindlich fromm apostrophirten Kleinen, das Kind eines Disitdenten, antwortet : CT in I aT I CT lf!aH CÄimmiTS. u ii u uuui v'Ml"8 Kandidaten hinicvvrtnslcn öusc Aeußerung der Direktorin, einer sehr frommen prote stantischen Dame. Diese diktnt darauf dem vor dem Höllenfeuer so gleichgültigen Kinde : zur: Strafe .eine. Stunde in der Ecke stehen ! f , f Ot X TT In Dresden hat am 7. 3uli in .aller Ö lUE. cin 10 emr n Öag,t, an welchem sich die lammlUchen . r. r m w . , IaiiiI. W4iit W A P aXh(6h m i ,ün3ul uu.... ... AlltiHiAiii SniiSHAhrn 8 !iAnrn SllrArt UUlllll'-lll tU3IIUVUIfc Ul . t.UII.(.ll UIUUV VV O C V C IT I r if i ocs aoroe cnocn Hasselmann eei(n(n CTNavWatJha finhtnfttititriH y . . ry , CVTl C i ' ' ? 5v ' " etliche 80 Mandate ausdeutschen S sollen Städten oerireien gcwe en.tein. egennuno oer ' . ...'s.. . r 'et . 1 '' n-v v.' m ,', ' v . v ' ' .. v li .ntlMitii tnv nt SW nirtisiMnti nur sjuuiiuiif) wui , uit (ituyuniiuiiuti sozialdemokratischen Partei in Deutsch land in einer dem Sozialistengesetz nicht widerlaufenden ftonn. Die Verbandlungen sollen bis gegen Mitternacht ge dauert und zu positiven Resultaten in der angedeuteten. Richtung geführt haben. I I 1" ' F I j - - -j I " F II r Sozialdemokraten, ist der Beschluß gefaßt worden, von einer selbstständigen Bethei ligung der sozialdemokratischen Partei bei den bevorstehenden Landtagswahlen gänz lich abzusehen. Es würden demnach bei den Wahlen lediglich die Nationallibera len Parteien vor denen der Conserva.iven auf Unterstützung zu rechnen haben, wird als selbstverständlich bezeichnet. ' Das Scheitern des Dampfers State of Virginia" auf den Sandbänken bei Sable Island südlich von Newfoundland wird dem zur Zeit des Unfalls -herrschen den dichten Nebel und den starken Meeres strömungen. zugeschrieben, welche das Schiff aus seinerRichmng gebracht hatten. Gewiß ist, daß die Ossiziere des unglück lichen Dampfers keine Ahnung davon hat ten, daß sie sich bei Sable Island befan den. Im Gegentheil mukten sie sich nach ihren Verechnnngen mindestens 25 Meilen von demselben befinden. Der Capitän hatte kurz vor dem Unglück -den Cours etwas nach Norden ändern lassen, aber nicht etwa weil er Gefahr, ahnte, sondern um des Nebels .wegen doppelt sicher zu gehen. Außerdem hatte erBefehl gegeben. " , um 8 Uhr zu. stoppen und Lothungen vor Ztunebmen: 5 Minuten vor aber wbr I " ' ' , . T . t i u Mer avitSn ailt als tÜcktiaerSeemann ; t v -t."'o .fnf U fnlfi to,nmiU I MHV(V. . , . V WlfV.VII Ö VV. als solcher bemäbrt. Mie es beikt. ist er in allen Dingen den Jnstructionen seiner Gesellschaft gefolgt und deshalb tadelfrei. Aber um sö mebr ist die (Resellsckast au I - - I 7 I U tadeln, daß sie solche Jnstructionen erläßt Es ist schon von vorn herein nicht einzu sehen, warum man ' einen Pasiagier Dampfer mit seiner Kostbaren Fracht, um , die Reise vielleicht , um ein' paar Stunden I abzukürzenden gefährlichen Weg zwischen . fi . c m r ' " i - . ' ' ' Sable Island und Newfoundland nebm-n läßt, wo fast immer Nebel herrschen und, wie gesagt,' trügerische und wechselnde - Meeresströmungen vorhanden sind. Dann aber sollte den Capitänen g.radezu ver i . . - . ... - voren tem, mtt voller ove? nahezu voller ! Viel mehr sollten ste ausdrücklich Befehl haben. bei Nebel nur mit größter Vorsicht zufab ren. Vann wurden ungluassalle, wieder des State of Virginia" und des Schil ler", der ja auch im Nebel auffuhr, 'woh nicht ' ganz vermieden, doch seltener wer den. Daß der 'Menschenverlust' dieSma ein geringer war,' hat man bloß dem Um stände zu danken,' daß das Meer verbaltnißmäßig ruhig war. Amerika und D eut schländ Der Jahresbericht der Handelskammer zu Leipzig, besten zweit Theil,Bericht über Thatsachen", vorliegt, enthält einige sehr intereffante Bemerkungen, aus welchen man ersehen kann, wie die Ver. . Staaten in kommerzieller Beziehung von Jahr zu Jahr größerePropaganda machen und ge wissen Handelszweigen konkurrirend selbst
in solchen Plätzen entgegentreten, die frü
her in ihnen ein, unbestrittenes Monopol s hatten.. ' ; . r , Von der PianaFabrikat!on wird ge sagt, daß die Vereinigten Staaten in den. letzten Jahren fast ganz aufgehört? haben zu beziehen und daß nur die '. werthvollsten Instrumente ..deutscher , Fabriken mit Erfolg mit den' 'englischen und amerikamschen Fabrikaten.es aufnehmen kön- ' nen. - ; -: .V,;' ; Weiter heißt es: In Hohiglas war ei? niges 'Geschästin amerikanischenGlaSwa'a. ren zu erzielen dieses Fabrikat Zeichnet sich durch wasserhelle Farben, elegante. . Formen und saubere Preffung bei außer- -ordentlich billigen Preisen aus 'und droht ' den rheinischen und lothringischen Fabri ken, welche viel gepreßtes Glas fabnziren, eine sehr empfindliche Konkurrenz zubei reiten. . ' "i . " Auch für den deutschen Spielwaaren Handel macht sich die Concurrenz der Ver Staaten, welche. bis vor . wenigen Jahren.' die besten .Abnehme r für deutscheFabrikate. waren, in immer bemerkbarererWeise gel tend. Man sieht bereits auf den Leipzi ¬ ger Meffen ganze Musterlager von ameri anischen Spielwaaren, und zeichnen- sichdiese Artikel, welche meist mittels Maschi nen auf dem Wege der Maffenproduktion hergestellt sind, durch große Preiswürdig. keit aus, so daß man sich vergeblich bemüht Hai die gleichen Waaren für gleiche Pro fite in Deutschland zu fabriziren. Im Uhrengeschäft sind Pendulen von Regulatoren fast verdrängt; in Bezug aus Modelle und Material macht sich eine so lidere Geschmacksrichtung geltend, auch ist trotz des geringen Gebrauchs einRückgang der Preise im Allgemeinen nicht zu ver zeichnen. Die Amerikaner überbieten hierin durch Güte der Waare und Ele ganz der Form, sowie Qualität der. Werke. Die UnpaZteilichkeit in denBerichten derLeipziger Handelskammer steht i? ange nehmem Contrast mit den kleinlichen Ma' keleien, welche die Mehrzahl der sonstigen deutschen Handelszeitungen amerikanischen Produkten gegenüber hervorzuheben suchen. Ueber einen frommen (?) Herrn, der n fi atM T! i4 r4.tf C m n X. lVHMf iiiiiHy Ms. .vy., v UMV Wj keine günstige Gelegenheit bietet, aber lange Finger macht, wenn die Gelegenheit günstig ist, berichtet die Saginaw Zei tung In Albion, Mich, stieg kürzlich eine Dame aus, einen sitbernen Trink becher auf ihrem Sitze zurücklaffend. Sie. . v.i. ra . je r . t ctv -: i im i i nur i M i um iiiiiii iiiriiii III i II II II r iiiib uciiiiHjic ucii otufKt cyt uuiu, ging zuriux zu ihrem Sitz, aber der Becher war veri schwunden. Sie erzählte demCondukteur,-. was vorgefallen, und er begab sich ebenfalls an's Suchen des Bechers. Ein 3Ufc sender, der dieses sah, stand von seinem? Sitze auf, nahm den Condukteur auf die Seite und zeigte bedeutungsvoll auf einen salbungsvoll aussehenden, schwarz geklei deten Herrn, welcher hinzer der Dame ge seffen hatte. Ledterer roch Lunte, nahm seine Reisetasche, ging mit derselben an die hintere Thür des Waggons, öffnete sie so heimlich wie möglich, nahm den Becher heraus und warf ihn unter einen auf einem Nebengeleise' stehenden Güterwaggcn Dies wurde gesehen und der feine schwarz gekleidete Herr verhaftet. Es stellte sich nun heraus, daß der Becherdieb der sehr geachtete und von seiner Gemeinde auf den Händen getragene Prediger der Metho disten-Gemeinde von Portland, G. L. Haight war. ' Die Nachricht traf die Gemeindemitglieder und überhaupt die bessere Klaffe Portlands wie ein Blitz aus heiterem Himmel.. Der Schrecken machte aber sobald eintm tiefenMitleiden für denSeel sorger Platz, weil der liebe Herrgott ihn in eine Versuchung gerathen ließ, der er nicht, widerstehen konnte. Auferstehung von den Todten. Emil Bausch, ein in New Z)ork wohnenderDeut sKer, der feit Jahren an einem Herzleiden, laborirte, siel am DonnerstagNachmittagl zuBoden und seine Angehörigen, imGlau-. ben, , Bausch sei seinem . Leiden erlegen schickten zum Leichenbestateer, der bald da rauf mit . einem Sarg und der nöthigen Quantität Eis eintraf. Als der Todtge. glaubte in den Sarg gelegt werden sollte begann er plötzlich zu niesen und zu athmen. Er erhob sich blickte verwundert umher und war wieder vollständig munter.Der Leichenbestatter packte seine Sieben fachen zusammen,Bausch feierte seineAuf-. erstehung" durch einen gemüthlichenFami' lien-Kaffee. y.n, : v:i;'r.:.
