Indiana Tribüne, Volume 1, Number 49, Indianapolis, Marion County, 19 July 1879 — Page 6
.-.ri!.- fc J(uJ -1. .- . Mk . . . -:, - ä s .vr...k.n Ifc. . . . dVMIIN ' " i..-.. . i--.. ,- W . - r 4 I Q !ü ii r 6 I n d i a n a T r i b si n e."
- V V - . JL J W ?
Ser HodesboXer. Sr . V ! J . ... . . . . '
;o; . Romantisches Gemälde anS dem Englischen '.'i.'ü- i ' 1 ' . . . .von x .', ' C. v. Grumbkow. lm (Fortsetzung.) . - . : ! Nun, Du weifet es doch,' ganz vor Kur zem. Sie gab in dieser Beziehung eine gar sonderbare Erklärung oder vielmehr -gar" leine ab. - Sie hat' mir gesägt,' daß iDu zu mir kommen oder auch nicht 'kom' itn würdest, und daß ich ihr aus Deinen Wunsch meinen Stock geben möchte. l:Sie hat Dich belogen, John. Ich weiß kein sterbendes Wörtlein vdn Allem,' was Du da anführst." ' ' Gelt Ellen-, erwiderte Lamh Laud her mit feierlichem Ernste, Da hast 'mich'wa'hrscheinlich wider Deinen Willen in 'grofec Gesahr versetzt. ' Um meine Per son bin -ich allerdings sehr sorglos. Ich 1't fcf Si,r l&'Mor ti - 'il bln heute Abend, ehe ich hierher ging ihm Xante der sogenannten Hexe begegnet und ! Ia1V..4i!i V s l ViiKliiMAn 'tla m tltan selblge hat unsere beiderseitigen Familien bedroht! '-'Ich weiß, daß sie, wenn es In ihrer Macht stände, uns augenblicklich verNichten würde.- Entweder Ihr oder Dett nem Bruder ist dieser Plan zuzuschreiben. Wie dem aber auch sei, so fürchte ich' darum Deinen Bruder doch nicht, aber sie, wenn es wahr ist, was die Leute über sie reden, sie ist' zu fürchten." . i : ' Nein, John' ich traue ihr trotz alledert nicht zu, daß sie Dir oder mir ein Leid zu fügen sollte. Ich athme jetzt erleichtert auf, seitdem Du meinen Wunsch zu er füllen . versprochen hast. ' Zwischen. Du und Mechaul. kann sürder kein UngM sich ereignen,' denn ich habe ihn oft sagen hören, daß nur ein' Elender fähig, sei. Jemanden anzurühren, welcher sich nichi vertheidigen, könne. . - Begleite . mich jetzt. bitte, bis an dm Fußpfad, der zu unsere! Wohnung führt; Du wirst, , ich halt, mich davon überzeugt,.,mir später dankbai sein für Deinen Entschluß, den ich 'Tii abgedrungen. Beeile, spute Dich, mar könnte zu Hause meine Abwesenheit be merken." . , Nach einem zärtlichen Abschiede, der sich beim Mondschimmer einer lauen Mainacht wahrhaft poetisch gestaltete, verschwand Ellen auf dem Fußpfade, während er ei nen Seitenweg einschlug, der den Weg zu seiner Wohnung bedeutend verkürzte. Plötzlich sah .er sich seinem Todfeinde, Mechaul Meil gegenüber. . , . . Lamh Laudher", rief Mechaul. ihm zu, wenn' ein Neil Euch anredet,..da wißt Ihr aus Erfahrung, daß es nicht in freundlicher Absicht geschieht. ' - .Gewiß, das ist mir b-kannt, Mechaul Neil und Ihr brauchtet das nicht eben erst sonderlich zu betonen. Sprecht, was habt Ihr mir zusagen?" Es gab eine Zeit", versetzte der An dere, wo Ihr und ich nur insofern Feinde waren, als unsere Vorfahren sich 'mit feindseligen Blicken maßen. Jetzt aber, Ihr wißt es, besteht zwischen uns Heiden ein wirklicher Haß."- ' . -"Ich wünschte, daß dieser nicht bestände, Mechaul; was mich betnsft, so hkge ich keine Absicht gegen Euch oder die Eurigen. Wenn Ihr nichtsdestoweniger von einem
Hak Iprecht ikann hier nur von tinemjch mm m fliegt er zum
einseitigen.die Rede sein. . Keine Ausflüchte", herrschte Neil,
oder wollt Ihr etwa, daß ich zu mcineriS. über das 3Wi dPa nrft.n
Feindschalt noch meine Verachtung gesel - len soll". Lamh Laudher wandte sich lebhast nach ihm um, sein Auge blitzte zornerröthend aus; gleichzeitig aber gedachte er seines Velsprechens und erwiderte deshalb mit gedämpfter Stimme : Was wünscht Ihr heute Abend von' mir V Das ist Euch sehr wohl bekannt. Ich verlange augenblicklich von Euch, dafern ihr auf den Namen eines ehrenwerthen Mannes Anspruch erheben wollt, miru sagen, wo Ihr vorhin gewesen seid V Ich bin gewiß ebenso ehrenwerth, Mechaul, wie irgend Einer, der den Namen Neil führt, un dennoch kann ich Eurem Wunsche augenblicklich nicht entsprechen. Ich habe meine Gründe dafür jd kann nicht anerkennen, daß Euch das Aecht zusteht, mich danach zu fragen." Ihr vergeßt, glaube ich, daß ich El en's Bruder bin ; als ihr Bruder also, Lamh Laudher, bestehe ich aus einer Ant wort". Geschieht es auf ihren speziellen Wunsch ?"
Nehmt an, es sei so." Wohlan, bestätigt dies dadurch, daß Ihr1' die' Haüo ' auf Euren - rechten Brüst, winkel legt und'als ein ehrenwertherMann beschwört, -daß . : .'.Doch pah ! . es 'ist lächerlich! Mechaul, geh nach Hause! Ich möchte, gar zu gern, daß wir Freunde würden." ..' ' ' ,, .,, Jhr. habt diesen. Abend ein Stelldich ein mit meiner Schwester gepflogen". . ."Wißt Ihr das so. gewiß ?-,' :;i,.y ' .Allerdings, denn , ich habe Euch gi sehen ' ?i ' - .' . . , So? Es ist eine Schunde Mechaul, daß Ihr ein Mädchen zu belauschen wagt, " . .)' . . . 1 ' welches ebenso, rein ist wie das Sonnen licht.. . Ihr .solltet darob . erröthen, , eine solche Schwester' zu belauschen und zu der dachtigen." . ', )....: Lamh Laudber, Ihr äußertet vorhin, es wäre Euch lieber, daß zwischen uns keine Feindschaft bestände"-.. ; "; 5" Ja, ich . wiederhole dieses aus Herzens
gründe, deß ist. Gott mein Zeuge". m.. ? ' ; flDttcts s;a nt t - "UN, yiUl JJUHU, . j- . Entsaget meiner Schwester Ellen; 3 aß dies in Eurem ei- '.' ' ' . . genen Interesse ist." Was fällt Euch ein, Mechaul?" ' Entsaget Ellen, rath. ich Euch und wir können über den .anderen Punkt, uns ver abreden?"" .. . ,. . Guten Abend, Mechaul, .geht., nach Hause.", : .,, . ...... ...... ,;. ..t Während dieses Gespräches waren sie in die Hauptstraße desFleckens eingebogen, und da sie. in. einem Gespräche, . begriffen waren., wurden einige Bekannte, welche bic milde Sommerlust in's Freie gelockt hatte, nicht. s wenig überrascht. Indem Lamh Laudher ihnen einen, guten Abend wünschte, betrat, er just die .Straße an welcher die Wohnung seines Vaters bele? gen .war, und er freute sich darüber, in , j i ' . . '... der Hoffnung, ein Gespräch, zu beenden, welches für beide. Theile ermüdend und . ' ; ' i . . unangenehm war. Er sah sich indeß plötz lich aus eine rohe Weise von seinem Feinde aufgehalten. ' Wir, können uns nicht trennen, Lamh Laudher", rief Mechaul aus,. indem er ihn bei der Kehle faßte, Ihr habt mir zuvor zu erklären, daß Ihr auf meine Schwester künstig keine Absicht hegt ; In diesem Falle könnten wir bis an's Ende unserer Tage hier .verweilen. Mechaul, und , dazu bezeige ich eben keine Neigung." Ich verlange es ? Darf ein Neil zu einem Lamh Laudher in 'olcher Weise re den? Ihr vergeßt Euch, Mechaul, Ihr seid eben reich, während meine Vermö gensverhältnisse nur mäßig sind,. aber, der erste beste Greis, welcher uns unterwegs begegnet, kann Euch denUnterschied sagen, welcher zwischen Eurem -Großvater und dem meinigen besteht. Ihr habt von mir nichts zu verlangen." Ich, will es so und sage Euch ein für alle Mal, daß ich nicht eher von hinnen weichen werde, bis' Ihr mir geschworen habt, es zu thun. Wo nicht, wird dieser hanofeste Knittel Euch schon dazu zwin gen". Jch führe keinen Stock bei mir, also Euch habe ich, wie ich vermuthe, dieses Bravourstück zuzuschreibend" Was soll das heißen?" fragte Neil. doch, gleichviel, ich bedarf dessen Teufel". Mit diesen Worten schleuderte er den ! uf der Stelle entsagt Ihr meiner ' Srhmpfffr ndr thr hnhi ffitrh hi ?vrtTrt JV ' Vi" VIV J k i V 11 selbst beizumeffen.' Mechaul, noch einmal: geht nach Hause ! Ihr wißt es, daß ich Keinen fürchte; aber es ist zugleich Niemand, mit hpm irh frt ii m &irt0ri trif hnmOMinii i W ft4ft llii I J UlftUkLIA kbAlkift V J liLll UUI1I rl I II I r s. m, nTa m; sr,lA atnnU Q.VVMfll VfV, .MU. VIUUVI Ihr etwa, daß ich, selbst wenn ich mich für Eure Schwester nicht interessirte, mich so feige betragen könnte, daß ich mir von Euch oder irgend einem aus EuremStamm Gesetze vorschreiben ließe? Niemals, Mechaul, spart also Eure Worte und ver'aßt mich". ! Es hatten sick inzwischen mehrere ange ehene Gemeindemitglieder um die Beiden 'zersammelt, welche mit großem Jntereffe )iesem drohenden Gespräche zwischen den Zhefs der beiden feindseligen Stämme zu lörten. Sie waren beide jung, stark, nusculös. Der- Größte von ihnen war Mechaul, deffen Kraft Muth und Behenigkeit von Allen lobend erwähnt wurde. Andererseits war Lamh Laudher, ein voll ommenes Modell physischer Stärk? und nännlicher Schönheit. Insonderheit wa
ren seine Arme robust. Kaum hatte er .die angeführte Aeußerung gethan,als Mechaul mit allen Kräften seinem-Gegner einen Schlag aus den Magen beibrachte, den dieser, in der Absicht, ihn, zu 'Pariren. in die .Brust erhielt. ; Er schwankte, tau ; melte sechs bis sieben Schritte, zurück, fiel aber nicht zu Boden..! Sein Auge flammte und er schien . sür den' Augenblick geneigt. Vergeltungsrecht zu üben.i Aber sein fei. erliches Versprechen, das er Ellen gegeben hatte, kam ihm rechtzeitig. in denSinn und er ließ seine bereits , zum Schlagen erhoben?'. Arme kraftlos sinken. Er be ruhigtesich . gewaltsam.- und. sagte indem er sich Mechaul näherte, so kaltblütig als möglich . Mechaul, wie habt Ihr . mich schlagen können?. ,Dvch'dem sei, wie.iihmwolle, ich erwidere Eure Brutalität nicht, ich habe dafür meine Gründe." .; : .. Jnr,. wollt Euch also nicht mit, mir schlagen ?", versetzte Mechaul mit einem Gemisch. von Wuth und Verachtung. Nein 'erwiderte der Andere 7-ich will mich nicht mit Euch schlagen." , DieUmstehenden ließen Worte wie Feig, ling und Ehrloser fallen. .. .
. Gott verzeihe !" schrieen sieerstaunt, .Lamh Laudher fürchtet sich vor , ihm. Er bezeigt, Angst, jetzt, wo er seinen Mei ster gefunden hat." , . - , Schande, über Euch, Lamh Laudher! Ihr. laßt Euchivon einem Neil schlagen? Wollt Ihr Euren edlen. .Namen schönden?' . - . - ' :: . Ich werde mich niemals mit ihm schla gen", versetzte er und seine Unentschlos senheit ward als . ein.iMangelan Muth angesehen., .' : : 1. ' 'ört!" - äußerte Mechaul, ,hier vor Zeugen, ertheile ich Euch 'den, .Namen eines feigen Schuftes und diesen sollt Ihr bis zu Eurem Lebensende führen. 1 -, ,Mit diesen Worten versetzte er, ihm ei nen Backenstreich und rief dabei die Zu schauer von Neuern zu Zeugen auf. Die Menge war vor Staunen stumm. Dem edlen Jüngling blieb keine Wahl. Wie immer die Folgen ausfallen mochten, er konnte keinen Augenblick daran denken, die Ehre Ellens zu compromittiren, oder ein so feierlich gegebenes Versprechen zu brechen. Mit einer mehr aus Schäm als aus Zorn gerötheten Stirn verließ er dann die Menge, ohne ein - Wort zu äußern, befürchtend, er möge sich verrathen oder sich zur Revanche hinreißen lassen. Mechaul. folgte ihm mit seinen Blicken, seine Lippen umspielten. Erstaunen, und Verachtung. Da seht Ihr nun", redete er die Unigebung an, was 5as für ein Patron ist ! ; Bei meinem Leben, wenn der ganze Sprengel mir vordem gesagt hätte, Lamh Laudher Oge wäre ein Feigling, ich würde es'ntcht geglaubt haben". . . '. , 1 , , Meiner Treu, Neil, wer hätte das ge dacht V, antworteten, sie ihm. Zum Teufel, dergleichen ist uns bis jetzt nie vorgekommen ! . Ein schöner Bursche -der, wr würde von nun an wohl noch ein Glas Bier in seiner Gesellschaft..leeren ?" Das kommt davon", sagten Andere, weil er bislang noch Keinen gefunden hat, der ihm dieSpitze zu bieten vermochte. Wie schnell der Feigling sich entfernte. Auf jeden Fall hat er jetzt das Anrecht verloren, der Angesehenste seines S.tammes zu sein.DrittesKapitel. Von der Feigheit seines Feindes völlig überzeugt, 'richtete Mechaul seine Schritte gegen das Haus seines Vaters. Vor der Hausthüre erblickte er Nell MacEollum, welche, auf einer steinernen Bank sitzend, seiner Ankunft entgegen harrte. Sobald sie ihn erblickte, sprang sie . empor,' umschlang mit ihrem gewöhnlichen Ungestüm seinen Hals und besichtigte, sein Antlitz gegen das Mondlicht wendend, ihn mit ängstlichen Mienen. Nun," sagte sie, hatte er Feuer Waffen ? Mein Junge, was hat sich zugetragen V Man hat sich gegen Euch einen schlechten Scherz erlaubt, Nell-, antwortete Mechaul, er sührte weder Feuerwaffe noch einen Stock, noch irgend , etwas bei sich; und was mich betrifft, so' hätte ich auch jedwedes Vertheidigungsmittel zu Hause lassen können." Mein Gott, was ist Dir, was hat sich ereignet? Hast Du ihm die Knochen zer schlagen, ihn getödtet?" (Fortsetzung folgt.)
(Für lie .Tribüne" erworben.) Eine salslye Bchauptung.
1 j. :r. Humoreske von F. Grawen-Will. ' I ' ' ' . (Fortsetzung,) Stumm, aber mit einem ausdrucksvoll' sprechenden Auge, sah die Dame den schönen Mann ! an, reichte ihm dann lächelnd die Hand zum Abschied und verschwand im Gewühl der Menschen.- - ' Vielleicht habe ich sie von einer Thor heil kurirt," murmelte Richard und vergaß Miß'Cora ins Umdrehen; ' Allerdings war es so wie er dachte.' Es half. Sein Wort hat ein Wunder ge wirkte Cora hat in ' San Jose, bei ihrer Tante, die aschblonde Täuschung' gänzlich bei'Seite gelegt uud betrieb dieMltur ihres eigenenGewächses. Sie erzählte ihrer Verwandten- eine 'lange und breite Ge schichte,die halb erdichtet und halb erlogen war- und deren unveränderlicher Refrain blieb : Roth ist die Lkebe, hat er gesagt.' Habeich erst meine Locken wieder' dann geht'nach Santa Maria di 'Sol zu ihm und zeigemich ihm dannals seine uch'teBe renice" mit'dem ächten Haar," schöner ' als denn'röth ist die Liebe, hat er gesagt !" ' "Doch 'ehe es so weit kam, haben wir uns einstweilen um Clär's Wohlergehen und weitere'Schicksale zu. bekümmern: " ' - 'Der' alte- Httr'Morris empfing seine Gattin, seinenAöoptivsohn und seinen lie ben Sohn mit herzlicher Freude. Er war ein allerliebsterjovialer, spaßhafter, alter Herr, immer heiter und immer vergnügt. Gemüthliches Neckett war.ihmdas größte Vergnügen.' ; "il' -?- - jHöre, olä Dick sagte er mit derFaust drohend, wenn mir.' daS' Fräulein über Heimweh klagte steigt ich. -Dir. auf's Dach! , ", vr 41: . r Mir? Warum?? ' I'
Weil Du dann Deine Schuldigkeit alS Kavalier und Sohn vom Haufe nicht ge than hast' v- r,. üi:: .'f - Befürchten Sie nichts,' Herr Mor ris "' ' ' v - Ich bin keinHerr Morris, liebes Herz, chen, ich bin ein Onkel !" unterbrach der alte Herr das Mädchen, das ihm dankbar lächelnd die'Hand reichte und sagte: Hier, wo ich einen Onkel und eineTan te und einen Cousin habe " Einen Cousin ? Wo ? wo ist derCou sin?- . , Hier, Cousin Richard," undClary deu tete hoch erröthend ouf den Kapitän. Ist das Ihre Erfindung, oder seine. Herzchen?" . - ; :: . Den Cousin hat. er erfunden und den Namen Richard hab' ich mir er laubt! ; ' ' 1 ' 1 . . Das ist ja prächtig, jubelte der . alte Herr. Ich sehe schon,es wird sich machen. Der 'Haushalt ist komplet, DameMorris,", wandte er sich an seine kleine,dicke, schmun zelnde Ehehälfte, die mitZihrem Männchen ein sehr verdächtigesAugenspiel trieb, was er wohl zu begreifen, schien, denn er raunte ihr ins Ohr, wie bestellt für unsren DicklEine offene Kalesche hielt vor . dem Ge schastshause.in dessenOsfice dieseSzene sich abspielte. Jede hinaus, nach Häuse," kommandirte Herr Morris. . Hüpsen wir in den Wagen., Kannst Dr. auch noch hüpfen, Herzchen," fragte er sein Frauchen, oder muß ich Dich noch lüpfen? Na denn komm' nur, süße Last meittes Lebens !"und er hob ächzend die lachende Dame in den Wagen. , Ja, Du kannst, wohl lachen !" rief er seinemNeffen zu, als dieserFräuleinStan ley in den Wagen hob. Husch, so leicht wie eine Feder ? Nicht wahr ? Aber das begreift ja ein Jeder. Meine Dame ist dr?imal so alt und' dreimal schöner, also auch neunmal schwerer. So nun sitzen wir drinn : jetzt fahrt zu, veustra Werced)," rief er dem jungen Kreolen zu,der schmunzelnd die Peitsche knallen ließ, und dahin rollte das leichte elegante Gefährt. Man fuhr durch den schönsten Theil der Stadt, über den Korso, zum Tbor hinaus, hätt' ich beinahe gesagt und Santa Maria di Sal hat keins, in's Land hinaus, unter prachtvollen .Baumalleen entlang, bis man endlich in einem Paradies garten vor einer herrlichen Villa hielt. Von einem wirklichen Blumenmärchen sah sich das junge Mädchen umgeben und wie trunken schritt eö an derSeite des Kapitäns der Villa zu. Auf der weinum rankten Veranda saß in einem goldenen ) Teuer Gnadln
Ringe ein prächtiger, roth.uud grünerPa pagei der mit mächtig gellender Stimme kreischte? Surrak iWClary ?" Hab ichjs recht gemacht, old Dick ?. fragteHerr Morris seinenNeffen, der lach elnd nickte.,,, Der alte Herr hatte sich näm lich die Vjühe gemacht,dem gelehrigenVo gel diesen .Bewillkommnungsgruß zu Eh ren seines lieben Gastes einzustudiren.' Wohl freute sich Elary über diese Auf. merksamkeit, aber der Vogel war ihr doch ein schreckliches Thier. Umsomehr, als sie später erfuhr, daß es jener Polly war,wel cher der schwarzlockigen Eora die falschen Haare vom Kopse gerissen hatte Das junge Mädchen fand eine himm lisch.schöne Heimatb in dieser reizenden, hocheleganten Villa und ein paar vortress liche alte Leute, deren sorgliche Liebe mit der Aufmerksamkeit iRichard's wetteiferte. Der junge Mann wohnte bei seinenAdop tiveltern' und so sah ihn Elary täglich. Weil die :,Berenice" .einen Monat Ruhe hatte so verließ Richard' nur während ciniger Geschästsstunden deS Tages das Haus, im Uebcigen war er der stete Begieiter und Gesellschafter, der .jungen Dame, "der es uicht gegönnt zu sein schien, heraussinden zu können, ob in Abwesenheit des Kapi täns die'Zeit ihres HerzenSWunde zu hei len im Stande. war. ' . - Richards interessannte und geschickteArt und Weise, auch das Kleinste bedeutend u. sehens.werth zu machen fand unerschöpfli ches Material in der reichen Natur des Südens, um das liebe Kind mit seltenen Blumen,, Thieren undSteinen zu ergötzen. Stundenlang promenirten sie unter Pal men und Loorbeerbäumen und wetteiferten im Entdecken von Gegenständen, welcheRi chard vorher genau beschrieben hatte u.die nun gesucht wurden. . . .Als Elary einmal auf der Veranda saß, kam er mit einer Handvoll blauer Glocken blümen angesprungen und rief schon von Weitem : ' Endlich hab' ich 'sie die Königin von Panama. Sehen Sie hier, liebe Elary, diese Blume ist die schönste die wir haben, und jetzt soll sie auch ihren Ehrenplatz sin den !" Mit diesen Worten wollte er dem jungen Mädchen eine blaue'Glocke in die blonden Haare stecken. , . ; ' Bitte, Cousin Richard; um des Hinimelswillen rühren sie mich nicht an !" rief Elary entsetzt, sprang vom Stuhl u. wich ein paar Schritte zurück. . Lächelnd und ruhig sagte der juuge Mann: Ei, Miß Elary, erlauben Sie mir doch das Vergnügen, Ihr schönes blondes Haar, und und unsere blaue Blumen Kö nigen pasien so vortrefflich zusammen !" Wie die Granaten und Kamelieu im schwarzen Haar der Sennora di Luna?" presste angstvoll das junge Mädchen ,heraus. O, nein, das waren falsche Haare !" lachte Richard heiter und' ausgelassen und versuchte von Neuem eine Dekörationsat taque auf das blonde Haar. 1 Da flatterte der Papagei auf Clary'S Schulter und schrie : Ilrn-r-ah for Cla-
ry !"
Mit beiden Händen die Perrücke festhal tend, stürzte das arme Kind ins Haus.setzte den Papagei auf das Geländer derTreppe flog die Stufen hinauf, flüchtete in sein Zimmer und verriegelte die Tkür. Der Papagei aber gelte durchs Haus : Ilurrak for Clary " Unselig Ding !" ächzte Elary, riß ihre Locken vomKopf und warf sie aus denTep Pich. Gütiger Himmel, wie soll, wie wie kann das enden?" und bitterlich weinend barg sie den Kopf in den weichen Kis sen ihres Ruhebettes. Beim Abendessen erschien sie nicht. Sie ließ sich mit Kopsschmerzen entschuldigen. Niemand durste zu ihr; nicht einmal die Panama-Tante. Das Herzchen wird doch nicht Heimweh haben V fragte diese besorgt. Dann ginge miYs schlecht. Aber nein, Heimweh hat sie nicht : Du hast ja gehört. Tantchen, Kopsweh hat sie. Kopfweh ! Kopsweh ist kein Heimweh !" Was verstehst denn Du davon, olä Dick Damenkopfweh ist ganz etwas an deres alsHerrenkopfweh. Ich hab einmal Kopfweh gehabt, das saß mir in den Fu ßen, mein Lieber. Ich hatte so engeBall schuhe an, daß ich nicht mehr auftreten konnte, und nur mit Kopfschmerzen konnte ich mein Verschwinden vom Ballsaal entschuldigen." Warum sagtest Du denn nicht einfach : Meine Herren, entschuldigen Sie mich, meine großenFüße haben keinenPlatz mehr in meinen kleinen Schuhen; ich werde blind ans meinen Hühneraugen! Ich glaube. Tantchen, das meiste Kopfweh bei Damen rührt davon her, daß sie sich un nütz den Kopf zerbrechen mit allerlei Auö. flüchten nndAusreden." (Fortsetzung folgt.)
