Indiana Tribüne, Volume 1, Number 48, Indianapolis, Marion County, 12 July 1879 — Page 4
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kadem ihr euer Eigenthum bei uns versichert, in unseren prompt zahlenden Eesrllschakten. Ihr könnt vczsichcrt sein, daß wenn lhr b.i uns in ua. serer Office in Zimmer 1 rnit ?, Tal' o t K New's Blocks erste Stiege südlick toon der P 'stof. sice, brftf crjt n ir ih'.lkNdei der Versicherung ihres Eiöc':::ll:uz Geld jparc.i können; es wird ihnen denigstenö nicht zmScha?en gerlichcn,wenn Siebe' vv anfragen. GleaveSanö S Go. Jndiana Hriöime. (Woch.enblatt.) Office: Ecke Circlc u. Meridianstr, lJm dritten Stock ) Abonnements'Preise. In der Stadt durch Trager ins Haus geliefert Per Jahr im Voraus .52.00 Per Nummer 5 Cents. Ctto Sch ssel, Herausgeber. P O. B. 295 . Indianapolis, Ind.) den 12. 'Juli 1879. : Neligiön und Verbrechen 4 Die, Thatsache, daß jbtx Mörder der Frau Hull in New Z)ork, Cbastine (5er,. nach vollbrachter That und'nachdcm er, in Boston angekommen, die" geraubten Ge gensiande verpfändet hatte, in die Kirche ging und' seinen religiösen Pflichten oblag, hat in dcr englischen Presse einen eigen thümlichen Streit .hervorgerufen. Wäh' rend manche Blätter die Ansicht vertreten, daß der wachsende Materialismus, das Verlangen nach. irdischen Gütern und die Gleichgiltigkeit gegen die Gebote der Religion Schuld an der wachsenden Zahl der Verbrecher sind, behaupten wieder andere, daß gerade die christliche Lehre von der Vergebung der Sünden Veranlasiung zu Verbrechen gebe, oder wenigstens dazu beitrage, daß die zur Verhinderung von Verbrechen existirendenUrsachen nicht ihren vollen Einfluß ausüben können. Diese Blätter .kommen sogar zu dem Schlüsse, daß die christliche Lehre gefährlich für die Gesellschaft sei. Es Ist dies bei dem PieNsmuS, der in Amerika vorherrschend ist. eine Behauptung, welche die Aufmerksamteil anzuregen, geeignet ist. Hören mit z.B. was der hiesige .Sentinel" sagt: Cox scheint der thologischen Richtung n tugehören, welche volle Verzeihung für das schrecklichste der Civilisation bekannte Verbrechen lehrt. Aber, darf man wohl fragen, ist Cox für diesen Glauben zu tadeln? Wird er nicht jeden Tag von den Kanzeln aller orthodoxen Kirchen ge predigt? Alle Segnungen des Himmels sind in Bereitschaft für den gemeinsten Verbrecher, vorausgesetzt er bereut ehe ihn die Strafe des Gesetzes ereilt. Der Ge genstand ist anregend und liefert Stoff zum Nachdenken. Es ist dies eine Frage, in welcher die Gesellschaft sehr interessirt ist. Wir sind der Ansicht, daß gerade die besten Christen in dieser Beziehung ihre Zweifel haben. Sie glauben nicht an die frommen Erklärungen eines Delinquenten, oder sie hängen nicht an ihrem eigenen Glauben. Der Zweifel tritt jedenfalls irgendwo ein und sie glauben. Hängen sei gut für die Gesellschaft. . ES ist ein Unglück, daß die Religion sich in Fragen von solch' allgemeiner Wichtigkeit eindrängt. ES scheint, daß ebenso viel Nothwendigkeit für die Hölle, wie sür das Zuchthaus und den Galgen existirt, und die Todesst'afe follte daher trotz allen Glaubens ausrecht erhalten werden. Die Frage ist, sind die Feinde der Gesellschalt, welche tauben und norden, tpt Empfänger der besten Gaben deS Himmels, wenn sie bereuen? Wenn so, dann mögen ja die Verbrecher, ?ach. dem daS irdifcke Leben vorüber ist, auf ein Leben so voller Freude und Annehm UchkeU rechnen, wie eS die lebhafteste Phantasie nicht auSmalen kann. ES ist daher weit besser, die Religion von Ver brechen zu trennen, und das zu thun waS für die Gesellschaft daS Beste ist. ohne Rücksicht aus ein zukünftigeSLeben. Wenn
ein Mensch Mord oder Nothzucht begeht, dann ist er gefährlich für die Gesellschaft, man tödte ihn, man hat keinen Gebrauch für. ihn. . ' .. . Man sieht, wie leicht Derjenige, bei dem das freie Denken nicht auf gesunder Grundlage beruht, so leicht auf, Abwege geräth. Wenngleich es wahr ist, .und von vorgeschrittenen Geistern schon längst an erkannt wurde, daß die Lehren . der Reli gion der Gesellschast eher schädlich als nützlich sind, daß durch sie die Zahl der Verbrecher eher vermehrt, als verminder wird, so folgt daraus doch nicht, daß wir den Barbarismus der Todesstrafe beibehalten müffen. Lasten wir die Religion bei unseren Gesellschaftseinrichtungen bei Seite, so müffen wir die Humanität an ihre Stelle setzen. Die Rücksicht aus Nüfc lichkeit und Zweckmäßigkeit allein führt gar zu .leicht zur Grausamkeit und die Todesstrafe ist grausam., und inhuman wahrscheinlich aber auch nicht einmal zweckmäßig. Da lasten sich doch aus der Lehre von Himmel und Hölle' noch ganz andere Schlußfolgerungen ziehen, die mit weit größerem Nutzen sür die Menschheit angewandt werden können.
Eine vorgangige Wirkung der Ächt stunden Dcmonstrrtion. Eine solche war schon Mittwoch vor. Woche zu verzeichnen. In Chicago, wo Arbeiterbewegung und Socialismus sich mit überwältigender Kraft entfalten, hat es sich wieder gezeigt,daß die herrschenden Klaff-n gar schleunigst bereit sind, den Arbeitern Rechnung zu tragen nämlich so bald Letztere nur ernstlich wollen, und diesen Willen- auch -entsprechend deutlich merken lasten. So kommt es wobl, daß die dortige Arbeiter Ztg.- schon 2 Tage vor dem 4. Juli Folgendes zu berichten hatte: r ""' . . AldermannMeier, der unermüdliche und anerkannt tüchtige Vertreter der 16. Ward im Stadtrath brachte, wieaüs.denStadt. ratbsverhandlungen ersichtich, eine Reso. lution ein, der zufolge.der Commiffär für öffentlicheArbeiten angewiesen wird, einem bereits bestehendenGesetz gemäß, in seinem Departement denRormal-Arbeitstag von 8 Stunden 'inzusühren. . .i , : '? Und diese Resolution, von einem Füh rer und Vertreter der soziolistischen Arbei terpartei eingebracht, ging angesichts der bevorstehenden 4ten Juli-Demonstration durch, wurde angenommen und 'das jedenfalls zum nicht geringen Erstaunen aller Anwesenden. Wir möchten fast beHäupten, daß Ald. Meier selbst nicht glaubte, daß er mit dieser.Resolution Erfolg haben würde. Nun es ist ja gut und damit ein Präze denz-Fall geschaffen, welcher derBewegung im Großen nur von Nutzen sein kann. Im Jahre 1850 gab eS in den Ver. Staaten 9.024 Meilen Eisenbahnen, in 1860 gab es 30.635 Meilen, in 1870 waren sie auf 52.914 und in 1877 auf 79,208 Meilen angewachsen. Diese Eisenbahnen repräsentirten im Jahre 1877 ein Kapital von $4 806.202 022. sage über vier tausend acht hundert Millionen Dollars. Die! Einnahme der Bahnen in besagtem Jahre belies sich aus Z472.909.272, sage und schreibe nahezu vier hundert und drei und siebenzig Millionen Dollars. Bedenkt man, daß diese Eisenbahnen von einigen wenigen Personen kontrollirt werden, den Vanderbilts. Siotts. Jay Goulds u.s.w. so läßt sich wohl die Gefährlichkeit der Ansammlung solch' ungeheurer Kapitalien in den Händen weniger Korporationen nicht in Abrede stellen. In der Tha herrschen letztere auch in den Hallen der Legislaturen und des Congreffes, ste beeinflusten Rich ter und Geschworene. Staats- und Bundesbeamte, und beherrschen den Markt. Wer kann da Nein sagen, wenn wir beHäupten, daß solch mächtige kapitalistische Korporationen gefährlich sür den Staat, gefährlich für die Gesellschaft stnd. Und waS thun unsere Gesetzgeber, um diesen Einfluß zu brechen? Nichts! Sie leisten der Gefahr noch Vorschub, und bereichern diese' Korporationen durch ungeheure Landschenkungen. So verschenkte der Kongreß M.MAckeiLand an dleChicago und Northwestern Bahn ; 1.248.O00 Acker an die St. Paul und Pacisic Bahn ; 1 475.000 Acker an die Zweigbahn der St. Paul und Pacisic ; 643.000 Acker an die Minnesota Central Bahn ; I.OlO.OOOAcker an die St. Paul und Sioux City Bahn; 1.520.000 Acker an die Miffouri. KansaS und Texas Bahn; 3,000.000 Acker an die Atchison. Topeka und Santa Je Bahn; 2 350.000 Acker an die Miffouri River, Fort Scott und Guls Bahn ; 6.000,000
Acker an ' die Kansas Pacific Bahn ; 8,000.0' 0 Acker an die Central' Pacisic Bahn ;' '12.000.000 Acker an ' die Union Pacisic; 42 000.000 Acker an die Atlantic und Pacific Bähn; 47.000.000 Acker an die Northern Pacific Bahn ; 9,520,009 Acker an die Southern Pacific c: Es wäre in der That einmal Zeit, daß dieses selbstmörderische Verfahren von Schenkungen Landes in der Größe kleiner Königreiche an mächtige Korporationen aufhört.' Es wäre' Zeit, daß das Volk anfinge, die sozialistische Forderungen, daß alle Verkehrsmittel in die Hände des Staates übergehen sollen, in Erwägung zu ziehen, und nur solche Männer in die gesetzgebendenKörperschaften schicke, welche dieser Idee huldigen. In Californien ist der Anfang gemacht worden. Hoffen wir, daß das Beispiel Nachahmung findet. Der neue deutsche Zolltarif ist eine wirthschaftliche Mißgeburt, eine Monstrosttät. Es ist die ostensible Absicht Bis' marcks das Reich in finanzieller Beziehung unabhängig von den Matrikularbeiträgen derStaaten zu machen. Zu diesem Zwecke braucht .er Geld und das soll durch die Zölle kommen. Da wird denn den Leuten vorgemacht, man brauche einen Schutzzoll zur Hebung der Industrie. Dieser Hohn auf die Volkswirthschast! Während es gerade der Zweck des Schutzzolls ist, die Jmportation zu verhindern, es also in der Natur des Schutzzolles liegt, daß der selbe keine Einnahmsquelle für den Staat bildet, führt Bismarck den Schutzzoll ein, um ihn als Finanzquelle zu bcnützen. In Wirklichkeit stnd die deutschen Zollsätze deshalb ! zu niedrig, um die heimische Industrie vor der ifremden. zu schützen, aber hoch genug, um eine recht drückende Steu erlast zu bilden. Dieser Schutzzoll wird die deutsche Industrie gj Tode schützen. ' Es' war allerdings nicht leicht sür Bis marck, sein Projekt durchzubringen. Er ist dasür auch nach Canoffa gegangen. Die Ultramontanen im Verein mit Bismarck walten im Reichstag, die liberalen Minister sind gegangen, der Culturkampf ist zu einen Kampf gegen die Kultur geworden deutsches Reich, wohin bist du gekommen! Wohl darf man mit Schiller sagen: . ' 'Das deutsche R ei ch, daß' Gott erbarm, Ist geworden zum deutschen Arm. t Das Projekt der Erbauung eines Schiffkanals über dieLandenge vonDarien sein schmaler Landstrich, der Südamerika mit Nordamerika verbindet) wird inFrank reich eifrig betrieben und scheint stch seiner Verwirklichung nähern zu wollen. Die Sache wird im Kabinette des - Präsidenten Haves mit Eifer besprochen. Die großen EisenbahN'Corporationen stnd gegen das Projekt eingenommen, und versuchen die Regierung zu. 'bestimmen, stch auf Grund der MonroeDoktrin der Errichtung des Kanals durch eine fremdcNation zu wider setzen. Die Erbauung des Kanals solle nur gestattet werden, wenn die Ver. Staa ten die Controlle über denselben besitzen. Wir sehen nicht ein, wie in diesem Falle die Regierung die Monroe-Doktrin gel tend machen kann, außer sie baut den Kanal selbst. Die Errungenschaften deö 4. Juli 1879 in Philadelphia summiren sich wie folgt: 33 Unfälle durch Schießen; andere Unfälle (Ertrinken, Ueberfahren usw.) 39, außer unzähligenKeilereien, 25Brände, Verlust $10,000. Dies stnd die bis jetzt bekannt gewordenen. Doch that will do sor the present. In den Ver. Staaten gibt es wohlge zählt 77 protestantische Sekten, welche sich gegenseitig nicht schlecht verketzern. Daß der Militärzwang nur üble Fol gen hat, darüber sind die Gelehrten einig. Die Selbstmorde, welche jeden Tag in den Kasernen verübt werden, die brutalen Mißhandlungen, welche die Soldaten von Seiten ihrer Vorgesetzten zu erdulden haben sprechen deutlich genug, aber nichts spricht mehr dafür als Nachstehendes, das wir einem Wechselblatte entnehmen : Ein israelitischer Chirurg in Kiew wird beschuldigt. 'mehrere seiner Glaubensge nosten durch Verstümmelung derselben sür den Militärdienst untauglich gemacht zu haben. So hat er z.B. sechs jungen militärpflichtigen Leuten t ein Auge ausgenommen. Für jede dieser Operationen ließ stch der Angeschuldigte ein Honorar von 30 Rubeln bezahlen. In Spanien will man eine Commu nisteN'Verschwörung entdeckt haben. Eine glückliche Entdeckung!
C.F.
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(SCHMIDT'S SQUARE,) INDIANAPOLIS, IND. : c..r.c.iri ..-v c.n.: : x i.in. m : . r i' i . tm . . r '.
fic uciuumuiu unu uticuiqcnujiciic oiuimci 'in viuuiC. JJlEin üufleiülcl
uno "invigorating JVialt-J,xtract Uottle UeerMst vor allem anderen als
vorzüglich anerkannt. Aufträge zum Verschiffen von Lagerbier auf allen Eisenbahn' Lmien werden prompt erfüllt. '
Ein Berichterstatter der 'Lanterne-, welcher Blanqui in seiner Wohnung aus gesucht hat, schildert ihn als einen schwer gebeugten Greis, der von sich selbst sagt, es ist mit mir zu Ende.- Von seinem hohen Alter sprechend, fügte Blanqui hinzu: Victor Hugo obgleich viel älter als ich hat -sich bester erhalten; der aber ist ein Genie. Und' dann ist er auch nicht, wie ich, rostig geworden. Um frisch zu bleiben, muß man nicht blos denken, son dern auch schreiben. Im Gefängniß ist das aber nicht leicht. Ich hatte immer Furcht, daß man mir meine Manulcripte wegnehme. ' Da vertieft man stch inTräumereien und wird rosti". Von der ge genwärtigenKammer sagt Blanqui : Sie richtet' die Republik zu Grunde und spielt ste den Orleanisten in die'H'ände."-Wie. so den Orleanisten ? fragte der Reporter,' die sind ja nur ein kleiner Generalstab. Ja, ein Generalstab, das ist aber geräde Alles." '".- f Die Polizeimaßregeln in Deutschland sind nachgerade unerträglich - geworden. :n Dresden wußte die Polizei neulich gar nicht mehr was ste thun sollte um stch ver dient zu machen, da kam ihr der Gedanke in. die verschiedenen Restaurationen zu gehen und! eine große Razzia nach söge nannten,. unsittlichen Malereien aus Bierseideldeckeln abzuhalten. . Sie hat sich auch die stattliche Zjhl von 1,000 Seidel erbeu. tet, aber es stellte sich heraus, daß. eine große Anzahl von Biergläsern beschlag nahmt wurde, aus derenDeckeln sich Copien von Bildern der ' königlichen Gemäldegäl lerie befinden. Das heißt man schmäh lich reingefallen" und die eifrige Polizei möge sich das hinter die Ohren schreiben und daraus die Lehre ziehen, daß man nicht in Alles seine Nase hineinstecken muß. Lionel Rothschild hat ein Vermögen von 2,700.000 Psd. St. Hinterlagen, und diese Summe hat sich der Mann selbstver ständlich erspart. In San Franzisko hat Bundesrichter Field entschieden, daß es verfastungSwidrig ist, den Chinesen im GefSngniffe den Zopf abzuschneiden. ES bezieht sich dieS nicht aus die im Zuchthause, wo alle Sträflinge die Haare kurz geschoren bekommen, sondern nur aus die wegen kleiner Verbrechen Verurtheilten. Dem Chinesen ist sein Zopf ein religiösnationales Ehrenzeichen. Luluö Mutter will stch noch gar nicht in ihr Schicksal ergeben. Ihre Nerven sind so zerrüttet, daß man befürchtet sie wird wahnsinnig werden. John Sherman hat, wie aus Wash ington berichtet wird eingestanden, daß er Bewerber um die Präsidentschaft sei. Er wird demnächst als solcher nach Maine gehen und sür sich arbeiten. Der Mormonen Prediger Henry Page wurde in Georgia verhastet. Der gute Mann hatte bereits hundert Bekehrte gewonnen und sich in aller Geschwindigkeit sechs Weiber angeschafft. DU Cincinnatier Zeitungen waren kleinlich genug die Gasthofrechnung der Frau Otto von Alvsleben, die wir durchouS nicht übermäßig groß finden, zu veröffentlichen und der Klatsch macht nun die Runde durch alle Zeitungen wobei selbst verständlich die abscheulichsten Gloffen über daS flotte Leben jener Dame nicht fehlen. Wenn sich die Cincinnatier über ihr großes Defizitchen ärgern, so sollten sie das doch nicht so sehr zeigen, denn die Großthuerei vor dem Sängerfeste stimmt mit dem Weheklagen nach demselben sehr schlecht überein.
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- DraNere 5 C. F. Schmidt. . Vierundachtzig verschiedene Sprachen und Dialekte werden in New Z)ork ge sprachen, wie ein Statistiker ermittelt haben will.- ' ' Ein Brief macht die Reise um dieWelt in 71 Tagen, falsche Gerüchte reisen noch schneller.' Die Leichenraubproz'este in Cleveland, welche in' der letzten. Zeit viel Staub aus- ; wirbelten, 'haben ' nun' ihr. Ende erreicht. D'e Leichenräuber, zwei. Professoren und der Haüshälter der dortigen medizinischen Lehranstalt stnd zu verhältnißmäßig geringen Geldstrafen verurtheilt worden. Mit Geld läßt sich hier Alles sühnen. .....(.. . . ., , , . " . Die Herren Garanticfondler scheinen sich über das unangenehme Sängerfest Desizit 'riesig. zu ärgern. Einer sogar läßt st.ch.in einer dortigen Zeitung - wie folgt vernehmen : Die Herren vom CenlralComite haben beschlossen wie ich aus Ihrer Zeitung ge sehen habe, 12 Prozent von dem Garan tiefond einzufordern, und soll, das Geld bis zum 10. Juli an das Bankhaus S. S. Davis eingezahlt sein. Das ist leicht gesagt, aber nicht so leicht ausgeführt. Die Herren, welche die Unterschriften sammelten, stellten die Sache so dar, als sei durchaus nicht zu befürch-. ten, daß ein Desicit entstehe und daß etwaö nachzuzahlen wäre, und so lieösich Mancher verleiten, zu zeichnen, in dem guten Glau ben. daß sie Recht behielten. Nun ist eS aber ganz anders gekommen. Die Her ren, welche sich bemüht haben, ein so große? Deficit zu Stande zu bringen, soll ten jetzt auch nicht so eilig sein, ihre. Ver Kindlichkeiten loszuwerden und auf die Zeichner des Garantiefonds zurückzugehen, sondern Alles aufbieten, dasselbe zu ver ungern. Sie. können vorerst zu Leuten gehen, denen die musikalischen Leistungen des SängerfesteS so gut gefielen und die nicht gezeichnet haben, um sie zu freiwilli genBeiträgen aufzufordern. Dann könn ten mehrere Sommerfeste und Conzerte abgehalten werden, und erst, wenn alle diese Wege versucht sind, sollte man die Zeichner des Garar.tiefondS zur Deckung des Restes anhalten. Einer, der sich überreden ließ, $200 zu zeichnen." DaS ist wirklich recht nett ! Der Herr hat also seine $200 nur darum gezeichnet, um stch dadurch einen .Namen" zu machen und diesen in der Zeitung gedruckt zu sehen. Die traurige Thatsache, daß mög licherweise ein Defizit entstehen könnte, daS zu d:cken er sich durch Unterschrift mitverpflichtete, fiel ihm dabei gar nicht ein. Er wollte nur etwas von der großen Ehre" abhaben, aber jetzt, da es ihm an den Kragen geht, macht er es wie alle Geldprotzen, er zeigHsich in seiner wahren Gestalt, indem er seinen Jammer in die Welt hmauS heult. Erzbischof Purcells Geist soll umnachtet sein. Er befindet sich zur Zeit unter Bewachung in einem Kloster zu Albany New York. Erzbischof Purzell hat in New York doch nicht so viel zurTilgung seinerSchul den erhalten, als man erwartete. Einer New Yorker Spezialdepesche an den Ein cinnati Jnquirer" zufolge, beträgt die Ge sammtsumme nichty100,000, sonderntz3500. Etwa den vierten Theil davon opferte ein Bankier, ollem Anscheine nach Eugene Kelly. .Am 7. Juni ging der Erzbischof nackTorresdale. Und dort überreichte ihm der BankierFA. Drexel seinerseits einen TaüsenddollarCheck. Dem verstorbenen Bayard Taylor ist in derCorneUUniversttät von. dankbaren Schülern ein MarmornerDenkstein errichtet worden, der das Medaillonportrait deS verstorbenen Poeten trägt.
