Indiana Tribüne, Volume 1, Number 47, Indianapolis, Marion County, 5 July 1879 — Page 6
I n d i a n a T r i b ü n e."
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AerHodesboXer.
:o:Romantifcheß Gemälde ans dem Englischen von (5. v. Grumbkow. Im Jahre 1760 begab sich, einen fnoreigen Buchsbaumknittel in der Hand, ein junger Mann Namens Lamh Laudher D'Horfe, vom Volke auch O'Rorke mit der starken Hand" genannt, eines Abends im Monat April vom elterlichen Hause nach dem reizenden Besitzthum eines an gesehenen Nachbarn. Obschon er in der ganzen Gegend unter dem Beinamen Lamh Laudher bekannt war, hatte er doch in der Taufe den Namen John erhalten; aber um jene Zeit liebte es das Landvolk, den Meisten einen Spitznamen zuzulegen. Nicht ohne triftigen Grund hatte man ibm zu dem Taufnamen John ORorke den Beinamen Lamh Laudher, das ist: der Starke, geschenkt, denn durch zwei oder drei Generationen war sein Geschlecht in ganz Irland wegen seiner fabelhasten Stärke und Tapferkeit bekannt. Der Abend war bereits weit vorgeschritten, als O'Rorke sich dem Besidthume näherte. Die Sonne, tief auf dem Horizont herabgesenkt, spendete einen farblosen Schim mer auf die Bäume und das Gefild und träumerisch schritt der junge Man des Weges, sich von Zeit zu Zeit auf seinen knorrigen Stab stützend. Plötzlich sah er sich einer etwas sonder bar aussehenden Frau gegenüber, welche nichts weniger als jung, aber von krästi ger muskulöser Gestalt war. Sie trug einen gestrickten Unterrock von rother Wolle, welcher ihr nur bis an's Kniege lenk reichte und zwei starke Beine sichtbar werden ließ, die mit blauen, von hoch rothen Strumpfbändern bedeckt waren. Ihr Kleid aus grobem dlaugestreisten Wollenzeuge war hochausgeschürzt, ihr Haupthaar nach hinten zurückgekämmt und hier mit einem grün und roth gestreif ten Taschentuch zusammengestellt, welche eigenthümliche Frisur ihrer ganzen Person einen wahrhaft seltsamen Anblick verlieh. Ein kurzer Stock von Eichenholz mit gebogenem Handgriff vollendete ihr kurioses Cogüm. Aus den ersten Blick lag'etwas Abstoßendes in ihrem Gesicht; dies Geficht war augenscheinlich häufig dem Son nenschein und der Witterung ausgesetzt gewesen. Bei näherer Prüsung schloß man aus diesen harten, fast männlichen Zügen auf einen ebenso unerschrockenen, vielleicht gar grausamen und heimtückischen Charakter. Ihre Wangen waren hohl, ihre grauen stechenden Augen irrten un stät umher, ihre gebogene Nase war durch eine Narbe von ungewöhnlicher Größe verunziert und ihr Kinn war spitz und lang. Man gelangte auf den ersten Blick zu der Annahme, daß man einem Weibe gegenüber stand, deren Charakter und Gebräuche außergewöhnlich waren. Lamh Laudher näherte , fich, wie wir angedeutet, träumerisch seinem Ziele, als jcnt Frau ganz plötzlich aus einer niedrigen Hütte hervortrat und ihn begrüßte. Kaum hatte er sie erblickt, als er ihr auch schon fast scheu auswich, um sie vorübergehen zu lassen, im nächsten Augenblick jedoch voll Zorn und Verachtung die Worte hervorstieß : Sei mir zehntuusendmal verwünscht, verruchte Hexe !" Der Sohn Deines Baters braucht keine so bitte landläufige Verwünschung gegen mich auszusprechen, Lamh Landher," ries das Weib dageven, indem sie ihm fast drohend den Weg vertrat. Der junge Mann warf einen Seitenblick ms ihre verstörten Mienen. -Sein Gesicht .lahm einen milden Zug an und gleich, als empfinde er Reue über seine unbe sonnene Verwünschungssormel, sagte er begütigend : .Nell Mac Cellum", ich habe mich zwar soeben unliebsam gegen Euch geäußert, aber Ihr wißt es wohl, daß die Verwünschungen mir keineswegs aus der Seele gesprochen. Doch Nell, sagt, wer wohl würde Euch nicht verwünschen, wenn Ihr ihm unerwartet ln den Weg kommt ? Er zählen es nicht Groß und Klein, Alt und Jung, daß ein Zusammentreffen mit Euch ein Unglück im Gesolge hat?Und wer hat, wenn ich fragen darf, mir das größte Unglück zugefügt?" krächzte rauh das Weib. Ist es nicht der Mann jener Mutter gewesen, die Dich, John, in ihrem Schooße getragen hat? War er es nicht, der mich so elend machte, wie Du mich siehst, als ich mich glücklich
lick zu verheirathen beabsichtigte ? Dein Vater, Lamh Laudher, hat meinen Namen befleckt und ihn in ganz Irland so berüch tigt daß man, wo man mir begegnet, ein Kreuz schlagt, wie wenn man dem Bösen gegenüber stände." . Es geschah, weil er nicht zugeben wollte, daß Jemand aus seinem Blute sich mit einem Weibe verheirathete, welches in dem Verdachte stand, das .... nun, ich liebe es nicht, Nell, mich näher darüber auszulasten, es ist Euch ja auch zur Genüge bekannt, daß man das unerklärliche Verschwinden Eures Kindes einem schwe ren Verbrechen zuschreibt. Zhr habt diesen Vorwurf nie entkräftigen können und eS hartnäckig verschmäht, die Sache auszu klären, aber Ihr habt dagegen meinem Vater bei Nacht wie bei Tage blutige Rache geschworen, weil er Euch verhindert hat, seinen Vater in'S Unglück zu stürzen. Wohl hundertmal hat er Euch überdies nach dem Schicksale Eures SohneS ausgeforscht". Die alte Frau blieb stehen, wie wenn sie mit dem Fuße aus einen Dorn getreten wäre, der ihr durch das Fleisch bis auf den Knochen gegangen zu sein schien. Dann hob sich ihr Körper zur vollen Höhe, die Augen rollten, ihre Augenbrauen hoben und senkten sich in fieberhafter. Hast; ihr Antlitz wurde bleich, sie schleuderte auf den jungen Mann einen Flammer.blick, gleich als wollte sie mit diesem ihm einen vergisteten Dolch in's Herz stoßen. Sie kreuzte dann ihre Arme über die Brust zu sammen und maß ihn mehrere Minuten wie mit wahnsinnigen Blicken. John, welcher sich bisher noch niemals vor einem Menschen gefürchtet hatte, schauderte unwillkürlich zusammen. Er versuchte eS, der Scene dadurch ein Ende zu machen, daß er unbemerkt zu entschlüpfen gedachte, aber die Alte hielt ihn zurück und bohrte im wilden Triumph ihre grauen stechenden Augen in die seinigen. Lamh Laudher Oge, höre mich an rief sie mit kreischender Stimme. Frage doch Deinen stolzen Vater, wenn Du ihn siehst, was er mit seinem eigenen Kinde gemachthat, und vernimm ferner, daß ich, wenn sein Gedächtniß etwa zu lahm ge worden ist, bereit bin, ihm zu sagen, was aus dem Kinde geworden ist! Jetzt gehe, um die schöne Ellen aufzusuchen...., aber, bevor Du Dich zu ihr begibst, höre Dein baldiges Schicksal aus dem Munde der Hexe : Ich werde aus Deinem starken einen so schwachen Arm machen, daß Jedermann mit Fingern aus Dich zeigen und Dich verhöhnen und verlachen wird." Bei diesen Worten schlug sie ihren mit Eisen belegten Stock so heftig aus einen Wegstein, daß aus demselben die Funken sprangen und schickte sich dann, unablässig Drohungen und Verwünschungen murmelnd, zum Fortgehen an. OMorke verfolgte sie mit Blicken, welche seine Furcht und Erstaunen verriethen, so lange er sie sehen konnte. Das Jahr hundert, in welchem er lebte, war im höch sten Grade abergläubisch und zum Glauben an übernatürliche Wesen hingeneigt. ES gab in Irland Personen beiderlei Geschlechts, welchen man, wie der alten Nell Mac Collum, Zauberkünste zuschrieb. Ueberdies zieh man dieselben deöUmgangS mit bösen Geistern und des Diebstahls von Kindern, welcher Handel zu jener Zeit sehr im Schwünge war. Theils nahm man an, daß die Kinder gegen schwere Entschädigung nach Dublin und London verkauft wurden, theils standen jene als Hexen verschrieenen Personen im Berdachte die Kinder zu tödten, um sich aus deren Blut Verlängerung ihres LebenS zu erzielen. So war auch der Ruf dieser Frau. Ob dieser Ruf unbillig oder gerecht war, wolUn wir unerörtert lassen und uns daraus
beschränken, daß sie, nachdemLamhLaudher nach kurzem Verweilen seine Reise fortge setzt, ihre Schritte nach dem ersten Wirthöhause deS Dorfes lenkte. Ihre Gegen wart verursachte eine gewisse Heiterkeit, die indeß mit abergläubischer Furcht unter' mengt war, wie sehr man sich auch be mühte, dieS vor ihr zu verbergen. Bedienung der Wirthschaft eilte mit einer scheinbaren Herzlichkeit herbei, wo durch die verschrieene Hexe sich indeß nicht im Mindesten beirren ließ, sondern sich mit vollendeter Verstellungsgabe bewegte. Die neugierigen Fragen der Leute be antwortete sie in humoristischer Weise, aber selbst ihre vertraulichsten Worte waren zweideutig und herbe. In Folge ihrer fahrenden Lebensweise erfuhr sie Hinsicht lich sämmtlicher Verhältnisse stets daS Neue. ES gab in weiter Runde, vielleicht keine Familie, von welcher sie nicht Alle
wußte, was ihr zu wissen erwünscht war, und sie benutzte geschickt die Umstände, um sür sich selbst Capital daraus zu schlagen. Diesen ihren mystischen Andeutungen, welche sie im prophetischen Geiste aussprach, verdankte sie hauptsächlich ihren Rus und sie erzielte, daß man sich ihr allseitig mit heiterer Miene näherte, während man sie heimlick haßte. Ihre Unterhaltung mit dem Gesinde der Herberge war sehr lakonisch. SheemuS", sagte sie zu dem Kellner, ,wo istMechaul Neil?" Meiner Treu, Nell, meine liebe Frau, ich vermag Euch daS nicht zu sagen. Wahrscheinlich wird er die Heerde Schafe hüten, anstatt des Audy Connor, welcher schwer an den Pocken darnieder liegt-. Audy ist krank ? Seit wann doch V Ei freilich, seit ungefähr zehn Tagen." Davon ist mir nichts bekannt, aber eö verlangt mich, Mechaul Nei! zu sehen, von dem ich bestimmt weiß, daß er in diesem Hause ist." .Aus mein Wort, Nelly, er befindet sich hier nicht und eS ist Euch bekannt, wie ich mich wohl hüte, mich von Euch auf einer Lüge ertappen zu lassen." Hast Du etwa das Leinen wieder gefunden, welches Deinem Herrn gestohlen worden ist?" kragte Nell mit scharfer Betonung, indem sie einen stechenden Blick auf den Kellner richtete, und überdies", fügte sie hinzu wie geht eS Sally Lavery und wo halt sie sich gegenwärtig auf?" ES hat sich bis jetzt nichts gefunden," murmelte er, und in Betreff Sally'S kann ich nur erwähuen, daß sie seit einigenTagen diese Gegend verlassen hat." SheemuS, Du weißt es sehr wohl, daß Mechaul Neil zu Hause ist. Ich stelle Dir die Wahl frei : enweder Du verschaffst mir eine Unterredung mit ihm unter vier Augen, oder ich werde mich beeilen, Dei nem Herrn den Namen deS Diebes zu offenbaren, welcher ihm daS Leinen ge stöhlen hat, ja, den Namen des DiebeS, welcher daS unrechtmäßig erworbene Gut zu verheimlichen trachtet. Vorläufig nenne ich Niemanden und wenn Du ein ver schmitzter Bursche bist, wird Dein Herr auch nie den Namen des DiebeS er fahren." Hört mich an, Nelly, eS könnte ja sein, daß Mechaul sich zu Hause befindet, ohne daß ich davon unterrichtet bin. Ich werde mich davon persönlich überzeugen und wenn er hier ist, soll eS nicht an mir liegen, wenn Ihr ihn nicht zu sprechen be kommt." Während der Bursche sich beeilte, Mechaul zu benachrichtigen, zog Nell aas ihrer Tasche zwei Bander hervor, ein weißeS und ein schwarzes und bildete aus denselben zwei gleiche Knoten. Als der Sohn des Wirthes mit dem Kellner ein trat, fragte er nach ihrem Begehr. Auf diese Frage begnügte sie sich einfach mit dem Worte Still !" zu antworten und nacheinander die Zipfel des weißen und schwarzen Bandes hervorzuziehen. Die ersten waren leicht geschürzt, aber die letz teren fest zusammen geknotet. "Tha 8ha marrhal Das Leben ent flieht und der Tod tritt heran !" rief sie lebhast aus. Audy Connor ist gestorben, Mechaul Neil und Ihr könnt Eurem Vater sagen, daß er sich einen andern Hirten suchen möge, um seine Hammel zu be wachen. Ja, er ist gestorben ! Doch, das ist abgethan, Mechaul, solgt mir, ich be darf Eures Beistandes und es ist keineZeit zu verlieren." Mit diesen Worten schritt sie wie eine Gebieterin zur Thür hinaus und ließ den Kellner verblüfft stehen, der sich vergeblich fragte, woher ihr diese Kunde gekommen wäre. Schweigend war Mechaul ihr gefolgt; er bewunderte die Schnelligkeit ihres Gan geS, welche so außerordentlich war, daß er nur mit Mühe gleichen Schritt mit ihr halten konnte. Da eS nicht in ihrer Abficht lag, ihn weit von der Herberge zu entfernen, hielt sie beim ersten Engpaß inne. um ihm den Zweck ihres Besuches zu erklären. .Mechaul Neil", - sagte sie, - hier sind wir deffen sicher, daß kein Verräther uns belauscht. Habt Ihr ein Herz, Eure Schwester Ellen vor Schande und Enteh rung zu schützen?" Der junge Mann zuckte schmerzlich zu sammen, ihre Worte schnitten ihm- m'S Herz. Zehntausend Teufel. Weib, waS be wegt Euch, mir zu sagen, daß meiner Schwester Schande bevorstehe? Welcher Elende würde eS wagen dürfen, ihr eine Beleidigung zuzufügen, ohne sein Leben
aupS Spiel zu setzen ? Meine Schwester ! Ellen Neil! Nein, nein! Dem Menschen welcher solche Gedanken hegte, würde ich mit wilder Freude meinen Dolch inS Herz stoßen". - - ' ' Ja, ja, das ist leicht gesagt, aber Ihr wißt eS nur nicht, wer Derjenige ist, an dem Ihr Euch zu vergreifen wünscht. ES ist Einer, vor dem Ihr bislang mit heiliger Scheu zurückgewichen seid. Ich rede nämlich von keinem Geringeren, als dem Mann mit der starken Hand" .... Ihr kennt doch Lamh Laudher Oge?" Mechaul bebte von Neuem und daö arglistige Weib entnahm sofort aus feinem Wesen, daß ihm das Thema ihrer Mitthei lung im Voraus bekannt sei. Lamh Laudher Oge !" rief er auS. .Ihr wollt doch nicht behaupten, daß diefer Menfch unedle Absichten gegen Ellen hegt! Erst kürzlich habe ich ihn sagen lasten, er möge Ellen unbehelligt lasten, und sich anderswo ein Mädchen suchen, daß sich für ihn schicke. Ellen weiß eS auch selbst sehr wohl, was ihr bevorsteht, wenn ich fle im Gespräche mit ihm überraschen sollte. Der Tag wird nie anbrechen, an welchem' seine Partei und die unsrige sich befreunden werden Ihr habt also gehandelt, Mechaul, es ist mir das bekannt; was wüldet Ihr aber sagen, wennEuch die Kunde zu Ohren käme, daß er flch dadurch, daß Ihr ihm seine Armuth vorgeworfen habt, so tief verwundet gesühlt, daß er Leuten gegenüber, die ich namhaft machen könnte, sich verschworen hat, Eure Schwester zu Fall zu bringn, um Euch wegen Eurer Aeußerungen zu bestrasen? Das würde ein großer Sieg einer Partei sein, die Ihr und
Euer Anhang verabscheut". Ei, geh mir doch, Weib ! Dergleichen zu schwören, wird ihm nun und niemals in den Sinn gekommen und würde er in der That so vermessen gewesen sein, so wäre das nur eine eitle Drohung. Mit welchem Rechte indeß bezichtigt Ihr Ellen, solche Schande auf sich und ihre Familie zu häusen? Nein, nein, Nell, der leib hastige Gottseibeiuns redet aus Eurem Munde, sonst würdet Ihr nicht den Muth haben, eine solche Erzählung zu erdichten. Ich habe meine Schwester vor ihm ge warnt und ich halte mich für überzeugt, daß sie nicht einen einzigen Schritt thun wird hinter dem Rücken ihrer Verwand ten, um mit ihm unter vier Augen zu sprechen." Unter anscheinender Gleichgiltigkeit der barg das alte Weib eine rücksichtslose wilde Freude, als sie entgegnete : Gewiß, gewiß ! Ich bin stolz darauf. solche Worte aus Eurem Munde zu ver nehmen. Wie benahm sich aber die arme Nanse Mac Collum gegen Euch? eS ist. dünkt mich, jetzt fast ein halbes Jahrhun dert verflossen, seitdem ich sie zuletzt ge sehen. Auf alle Fälle hoffe ich, daß sie .keine Abneigung gegen ihre rechtmäßige Tante hegen wird." Wenn sie ehrenwerth bleibt und sich wohl hält",erwiderte Mechaul .braucht sie sich über nichts zu beunruhigen. War das Alles, was Ihr mir zu sagen hattet. Nell?" Ueber das Antlitz des alten Weibes zog
neuerdings ein Zug hämischer Schaden freude und sie sagte, indem sie ihn mit höh nischen Blicken maß: In 'der That, mehr sage ich nicht. Würdet Ihr mehr Einsicht und Urtheils. fähigkeit besitzen, so würde ich nicht anstehen, Euch zu eröffnen, daß ... . Mechaul Neil", fügte sie mit erhobener Stimme hinzu, was meint Ihr wohl, würde ich Euch anvertrauen? Eure Schwester ist sicherlich ein ehrenwerthes Mädchen, aber wer kann sich zur Zeit auf ein mankelmüthiaeö Mädchenherz verlassen ? Und in Betreff der Furcht, mein auter Junge, muß ich Euch doch sagen, daß weder Ihr noch Euer ganzer Stamm im Stande sem würdet, sie zu hindern oder abzuschrecken, mit dem jungen Lamh Laudher heimliche Zusammenkünfte zu verabreden. Habt Ihr mich verstanden?" Ich glaube kein Wort von dem, was Ihr da schwatzet-, sagte Mechaul ruhig und schickte sich an, sich zurückzuziehen. Und ich betheure Euch, daß meine Rede eben so wahr ist wie die Sonne auf dem Zifferblatt und ich werde Euch noch mehr sagen : er befindet sich in diesem Augenblick mit ibr hinter dem Weinberg ihres Baters. Ja und Ihr könnt, wenn Ihr es wünscht, sie beide zur Zeit daselbst belauschen. Ich weiß einen Seitenweg, auf den wir dahin gelangen können, und werdet Ihr, da Ihr meinen Worten kaum Glauben schenken wollt, vielleicht Eurem Gesichte trauen. Aber, Mechaul, nehmt Euch in Acht, denn er hat Feuerwagen. Wenn Ihr ihn angreift, sorgt dafür, daß Ihr bis an die Zähne bewaffnet seid und erwäget wohl znvor, ich rathe es Euch ob Euch nicht die Schande treffen könnte, vor ihm das Hasenpanier ergreifen zu müssen." i (Fortsetzung folgt.)
lFür tte .Tribüne erworben.) Eine falsche Behauptung.
Humoreske don F. Gramen-Will. (Fortsetzung,) Jetzt war die Reihe an Richard verlegen zu schweigen. Der kleine Borwurs in die ser richtigen Bemerkung traf ihn gut. Miß Cora blickt dankbar lächelnd zuClary hinüber u. sagte: Gewiß waren Sie nur in die blau schwarze Haare der Sennora verliebt, nicht wahr, Herr Kapitän ? und es war damit nicht ganz richtig !" ,Nein, es war nicht richtig, denn alles, was sie auf demKopfe trug.war eine kunstvolle, äußerst täuschende Perrücke. Werden Sie unwohl, JJHfc Clary ?" fragte er, eigenthümlich forschend dem verlegenen Mädchen in die Augen schauend. O nein, nur das Schaukln desSchiffes macht mich schwindlig !" KommenSie, wir wollen uns dort hinsetzen," und er führte beide Damen zu einer festen Bank und vollendete dort seine rtuf;. . VUJlUJV . Meine Braut hatte einen Pappagei, welcher frei herumflog. EinesTages brachte ich eine kleine, gezähmte Tigerkatze, von der Jaguarraffe, in ihr Hauö, um ihr ein kleines Geschenk damit zu machen. Sie hatle sich eins dieser eleganten und zierlichen HauSthiere schon längst gewünscht u.' ihr zu Liebe hatte ich mich herzlich bemüht einen zu fangen und zu zähmen.Als ich in das Zimmer trat, erschrack Polly, daS ist nämlich der Papagei; mit furchtbarem Gekreisch flog er auf die Schultern der Sennora di Luna, schlug wild mit den Flügeln um sich, verfing sich mit seinen Krallen in die langen Locken und als mein Jaguar spielend hochsprang nach dem zier lichen Vogel, flatterte dieser in die Höhe u. nahm diePerrücke meinerBraut mit sich. Sennora Cora di Luna, meine Damen, trug also eine Perrücke und war jetzt ein Kahlkopf, ein ganz nackter, häßlicherttahl köpf und nicht mehr meine Braut. Sie hatte mich zu sehr getäuscht,dennSie müs sen wissen, meine Damen, sie hatte eines Tages vor meinen Augen, mit eigener Hand, eine ihrer prachtvollen Locken abge schnitten und dabei zu sagen die Vermesnfiti nefnft Yip& i"hfr ait ttirn fst -W99WV v vr 0 v nen Andenken Riccardo ! Ich trug bis zur Entdeckung dieserTäuschung die schöne schwarze Haarkette, die ich mir daraus ma chen liß, nicht an meiner Uhr, sondern aus meinem Herzen mit dem Medaillon der Dame!" Eine peinliche Pause folgte dieser Mittheilung. Clary konnte nicht reden und Cora wollte nicht.Langsam .feierlich fuhr daher Richard fort : Seit der Zeit hasse ich da schwarze Haar u. blond ist dieJarbe meineSJdealS. Meinen Damdker lieft ick - ahm neu auf ........ ..... T , . -j i stackeln und setzte daS Bild der goldhaari rigen Berenice an die Stelle der schwarzlockisenCora.That ichRecht meineDamen?" schloß der Kapitän lächelnd. .Nein, durchaus nicht, durchaus nicht!" eiferte die aschblonde Cora. .Es gibt Damengeheimnisse, die kein. Herr wissen darf!" Auch kein Verlobter, kein Bräutigam?forschte der Kapitän wie ein spanifcherJn quisitor. .Nein, selbst dieser nicht ! Herr Kapitän, Sie sind ein Seemann, und im Umgange mit Wassernymphen und Nixen lernt man sich wohl an deren grüne Haare gewöhnen aber, wie es scheint,verlernt man dieNachsicht gegen Haare,die auf dem Lande wach sen. Wir sind Schlachtopskr der Mode, Herr Kopitän : auf dem Schiff gibt's keine Moden, aber auf dem Lande. Sie müssen daS wohl berücksichtigen. .Das Einzige, was ich in diesem Falle berücksichtige, ist Ehrlichkeit, Ausrichtigkeit, Wabrbeit. Mick mit einer abaescknitienen Locke falscher Haare täuschen zu wollen, ist gegen alle Moden, mein Fräulein, ganz gewiß, sogar gegen die Moden von Boö rv-i m . . c rr ion. 2uon meiner rani loroere ica or lichkeit. .Was sagen Sie, Miß Clary?" Clary die sich ganz in ihr Schicksal er. geben hatte, ließ nur noch ihre Ueberzeu. gung reden. DaS armeHerz mußte schweigen. Gelassen antwortite sie daher: .Sie haben Recht, der Mann'oarf von der Geliebten nicht getäuscht werden, selbst wenn . dieser dasBekennwiß schwer fällt. Wahre liebe fordert wahres Vertrauen." - .Liebes Fräulein," rief Cora spöttisch. so etwas ließt man wohl inRomanen, aber entschuldigen Sie mich, im wirklichen Le
