Indiana Tribüne, Volume 1, Number 47, Indianapolis, Marion County, 5 July 1879 — Page 1

Office: Ecke Clrcle u. Meridian-Straße. Jahrgang 1 No. 47. f Zndia::apoNs, Indiana Samstag, den 5. Zuli 1879.

Otto Schisscl, Herausgeber.

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MALIS0N ATENUE, Indianapolis, Ind., Brauer von Lager- und des rühmlichst bekannten Tnfel-Bierö.

Die drei Worte der Mannhaftigkeit. Drei Worte nenn' ich Euch, hoch und her, Die ziemen dem Manne von Ehren, Wohl werden sie heute Dir oft gar schwer Zu bewahren und zu bewahren. Doch der allein ist ein rechter Mann, Der diese drei Worte bewahren kann. Laß nimmer Dich locken durch gleißenden Schein, Vom rechten Pfade zu weichen ! Laß nimmer Dich schrecken durch grimmige Dräu'n, - Dem Wahn Dich zu geben zu eigen ; Und ob man die Kette mit Blumen umflicht, Sei frei, und gib Dich gefangen nicht ! Und wiche auch Alles im heiß? Eefecht, Beihört von dem Truge des Lebens, Und kämpftest allein noch im Menschengeschlecht Für Wahrhnt und Licht Du vergebens. Und umringten die Freunde Dich noch so dicht, Altib' treu, nnd verlasse die Fahne nicht. Und gilt eö, so opsre auch Eut und Blut Für der Menschheit heilige Euter, Der guten Sache voll Kraft und Muth Bis zum Tode ein tapferer Hüter! Und ob Alles um Dich zusammenbricht, Steh' f e st, und weiche vom Posten nicht. Die hehren drei Worte, die gib nicht auf In des Lebens brausenden Stürmen ! Sie leiten Dir sicher zu, Ziele den Lauf, Wie finster auch Wolken sich thürmen. Wer diese drei Worte bewahren kann, Nur der allein ist ein rchtr Mann. Die Gliederung der Gesellschaft nach dem Wohlstande. ' Als Lassale vor nunmehr fast 16 Jahren aus den preußischen Klassensteuerlisten den Nachweis führte, das 89 bis 96Prozent der Bevölkerung sich in elender materiellerLage befänden, da bemächtigte sich zunächst unglaubliches Staunen insbesondere jener Klasie der Gesellschaft, d:e so wenig Gele genheit haben, das arbeitende Volk kennen zu lernen, und sich doch anmaßen. über seine Bedürfnisse und.dieArt,wie die selben zu befriedigen seien, das große Wort zuführen. Hätten wir in den Ver.Staaten eine zu verlassigeTtatigi Msultate würden für dieMeisten nicht tJer überraschend sein. als es die Lassalle'schen Ausführungen zu

jenerZeit für den deutschen,bürgerlichenLi beralismus waren. Daß sich die Verhältnisse inDeutschland nicht geändert, ja eher eine Wendung zum Schlechteren genommen,beweist ein,von keinem Sozialdemokraten herausgegebenes Werk, welches in Leipzig unter dem Titel: Die Gliederung der Gesellschaft nach dem Wohlstand auf Grund der neueren amtlichen deutschenEinkommen- u. Wohnungs statistik. Von Richard Michaelis. (1878.)" erschienen ist. . Wir bringen in Nachfolgendem ein!

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neuen Einrichtungen. . I ; ge Bemerkungen des Verfassers im Aus zuge. Was der Verfasser beabsichtigt, geht auö dem Titel hervor," die Ermittelung der Wohlstandsverhältnisse an der Hand der Statistik der Einkommensteuern und 'der städtischen Wohnungen als Beitrag zur Selbsterkenntniß.die nicht nur für dasJndividium, fondern auch für dieGesellschaft von hoherWichtigkeit ist, um unter planvoller Leitung sicher und ohne Fehltritte vorwärts schreiten zu können." Ausgehend von einem Citate Lassalle's, sucht Michae lis überrall, sowohl dieses, wie die Ergebnisse der Zahlen möglichst abzuschwächen und die Verhältnisse in ein möglichst gün stiges Licht zu stellen. Trotzdem gesteht er (. 12) zu, daß die von ihm gebrachten Zahlen die verschwindende Anzahl der wirklichWohlhabenden"beweisen. Jenach seiner subjektiven Anschauungs u. Denk weise, meint er S. 116, wird Jeder die Grenze einer ausreichenden und wirth schaftlichen Lage etwas höher'oder nicdri ger suchen und wird ihm das Bild in etwas hellerer oder dunklerer Schattirung erscheinen. Ich will nur aussprechen, daß mir persönlich dieVerhältnisse,obgleich an manchen Stellen trüb und unvollkommen genug, keineswegs als zur Verzweiflung an unserer modernen Entwickelung Anlaß gebend erschienen sind. Allerdings scheint mir aus der vorstehenden Darstel lung vorzugehen, daß ein großer Theil der Bevölkerung dic gewohnheitsmäßig zur Nothwendigkeit gewordenen Bedürfnisse nicht zu befriedigen vermag." Und S. 21 sagt er; Mb er die Grenze, die wir vor läufig als den Beginn des Wohlstandes bezeichnet haben, erhebt sich danach viel weniger als ein Zehntel der gesammten Steuerpflichtigen. Mehr als neun Zehntel bleiben mit ihrem Einkommen hinter der selben, selbst in Dresden und Leipzig, 9 Prozent m yemnitz zurück. Die juristischen Personen befinden sich, ... 5 . ' Zt X A P rt C Jfx 4 4 PaihI At AM roic im ,,.....tvnzu.k.. zngt, ourcymeg in oen yocu,ien inrom. menklassen. Nicht uninteressant ist dieBe merlung daß viele Personen aus den UN' teren Klassen, namentlich Arbeiter, imVer hältniß zu den Besitzern größerer Einkam men zu hoch eingeschätzt find wegen der Über sie vorliegenden Angaben von Unternehmern, Dienstherrn :c. S. 22 heißt es: Soviel können wir wenigstens aus den ? - U OVTi a!m ! Ic. ! K..ttU (a. ooifle o"" ij im . . t w m 1. 1 m UU9ll vvi. vv. nvpt. Vmv vv Steuerpflichtigen, welche , ein jährliches A..As( 6vt hrtti ntr nrfctMtt r m t rt Einkommen von unter m. 800 (200 Dol lars) ausmrist, gehört der verheirathete Theil mit seiner Familie einem in elender Lage lebenden Proletariate an ; dem un verheiratheten Theil aber ist die Aussicht auf Gründung eines eigenen HeerdeS für

vorläufig fast vollständig verschlossen. Von einem weiteren Viertel mindestens (bis Mk. 1600400 Dollars) lebt ber verheirathete Th'eil in merkbar drückender Dürftigkeit ; der unverheirathete Theil hat für denFall, daß er die Gründung eines eigenenHeerdes

wagen sollte,Aussicht aussiche'rllch nicht viel bessere Verhältnisse.Diese Anführungen eines' sehr günstig Sehenden werden genügen, um unsere oben ausgestellteBehauptung zu rechtfertigen. Wir schließen mit den folgendenWorten des lKatbedersozialisten)Prof Schmoller, der für das Werk ein einleitendes Vor wort geschrieben hat. , Er sagt : DieWis senschast und das praktische Leben werden zur Zeit von außerordentlich hestigenMeinungsttimpsen über die Ursachen, die Be deutung und die Mittel zürtzeilung der so zialen Schäden der Gegenwart bewegt. Derartige' Schäden, Massenelend u.Prole tariat, hat es gegeben, so lange überhaupt Menschen in staatlich organisirten Zuständen bei einander wohnen. Von jeher auch sah man sich von Zeit zu Zeit zu weitgeh enden sozialistischenMaßnahmen genöthigt wie die häustgen Korn- und Ackervertheihingen in Rom und anderwärts deutlich beweisen. Aber eine soziale Frage in un? scr:mSinne hat es in früh-renZeiten nicht gegeben und konnte es nicht geben. ' Jene sozialistischenMaßnahmen warenAkte,wel che den herrschenden Klassen abgedrängt wurden durch ' das. unmittelbarste Gebot der Klugheit, zu. denenlsie geführt wurden theils weil sie der Gunst der Massen zu ir gend.welchen potitischenZwecken bedurften, theils wfil sie ihre' gewaltsame Erhebung befürchteten. . In einem anderen Sinne sozialistisch dachten nur' einige über ihrer Zeit stehende edle und deshalb selteneMänner. Unser Jahrhundert 'dagegen bietet uns das erfreuliche Schauspiel, daß die Schaar derjenigen, immer, kleiner wird, welche die bestehenden sozmlen Schäden, nicht als Schäden, sondern als eine heil same Folge der aristokratischen Gliede rung derGesellschast ansehen und dieseari stokratischeGliederung, d. h. dieBeschränk ung des. Wohlstandes auf einen ganz ge ringen, auserwählten Bruchtheil der Be völkerung, welchem die ganze Masse der selben in schlechter wirthschastlicher Lage gegenüber steht, für lalle Zeiten erhalten wissen wollen; vielmehr beginnt man sich allgemein klar zu werden, daß das einzig würdige und vernÄnftige. Ziel unserer wirthschaftlichen ' Entwickelung nur darin g'efunden werden kann, daß sie eS ermSgliche, einen immer größerew Theil der Nation zunächst und sodann der Menschheit u den Segnungen geistiger und materiel. ler Cultur heranzüruse. wenigstens die Vorbedingungen sür die Möglichkeit der Ereichung eineSmenschenwürdigenDaseinS liesern zu können. In diesemSinne hängt die s,ial.ruk'z5nniaNe mit dem m.:a. y.im u ..v v. .-t;. Vrtt V V V VVVMQVt UV VVI fMl genschaften der letzten Jahrhunderte zusommen, ist ein echtes Kind unserer Tage, eine nothwendigeConsequenz der vor hundert Jahren verkündeten Menschenrechte." (N. Z). 33. Ztg.) ; An Natten scheint es in Ohio nicht zu fehlen. . ?in dem Wraaramm für die im kommenden Sommer abzuhaltenden landwirthschaftlichen Ausstellungen finden wir auch eine Prämie von Z2ö für dasjenige M ni i Iouly ausgesetzt, daß die meinen Zttatten schwänze einliefert. - Es muß das in Bün deln geschehen, die ja nicht weniger als10, Schwänze enthalten. Wenn die Counties um diesen Preis ringen, wird ein schreck liches Blutbad unter diesen langgeschwänzten Nagern anaerichtet werden. 'RattenHunde werden ein gesuchter Artikel sein, u. die Jungkn haben während der Ferien ei. :rn.f x Sri ... : v -ti.T.in,... rtntSBcfcHFtigunbtc thrcneIüRcn fct)r aur . ' m ' . . f ' i lagen nnrp. jucan loutc oenien, arnuion I . ' . . . . ' r-..4.iu - ii jirtAVitTiMoiMMA; ViüUlliy U,U UZX UU)lUUUlViUVllHU4l uupte desP'..-'Äsicher sein,schreibt boshaft ein Tauschblait. . , ,JnTomsk,Sibirien,ist unter denAnnedlern eine geheime Pulverfabrik entdeckt worden, von welcher diePolizei wußte ohne die Sache anzuzeigen.

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Solche, die PianoZ der Orgeln zu kaufen wünschen, werden unseren Vorrath als den größten der a. t ! L. . . . r l . W - c . r rr r r ... nti. l r - r ? ri a a . . a.

Stadt somie des Staate finden, und zwar zu den niedrigsten Preisen, wenn Güte derselben in Betracht kommt

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Arbeiter aller Gewerkschaften von Indianapolis MMch's NöV S o n tag, p e n 1l F. I u l i, . zu Gunsten des " 8 Stunden Normal-Arbcitstagcs, a ; : . arrangirt vom . Central-Comite der Gcwcrksckafts-Nnion der Möbelarbeiter ' von Nordamerika,. . ' r

( . ' ': unterstutzt von der hiesigen Sozialistischen Arbeiter-Partei. Vorbereitungen werden.getr'ossenwelche dieses Picnic zu 'einem wahren Volksfeste machen werden. Für alle Arten Amüsements, sowie für gute Musik ist gesorgt. Berühmte Volksrevner Verven das Publikum addrefsiren. ' j : ßS Im Falle ungünstiger Witterung wird das Pic-Nic am nächstfolgenden Sonntag abgehalten. -

Im Turnverein von Qttawa,Jll., wurde am 22. Juni über die Frage debat. tirt:' Ist das Mädchenturnen zumWohle deö Allgemeinen zulässig?" ' - Jedenfalls hatte doch diese Debatte keinen andern Zweck als eine Gelegenheit zu bieten, in die vielen Vorurtheile Bresche zu schießen. welche Unwissenheit und engherzige An schauungen über Bestimmung und Wirksamkeit des weiblichen Geschlechtes gegen das Mädchenturnen noch ins Feld führen. Der Turner kann diese Frage nur mit ei nem kräftigen Ja"beantworten.' Man kann gegen alle die Modethorheiten, denen sich das weibliche Geschlecht' auf Kosten einer gesunden Konstitution unterwirst, nicht , besser Krieg führen als indem man die heranwachsende. weibliche Jugend zum Turnen anhält. In Deutschland soll die bereits im Pst"khr bestehende .Emr.chtung : der Stundung vonPostbetragen Zufolge neue, rer Bestmung nunmehr auch m Betreff h" '"uhren e.ngesuhrt wer. l' 1. 3u!i ab iff c8 den Corres. 5."'' gestattet, d.e Gebuhren sur die b" Post.ANl,Ttlegraphenam,er aufgege. benen Telegramme, anstatt sosort.g.rZah. lung, erst nach, Ablauf des Monats , . ner Summe zu berichtigen. Wegen der näheren Bestimmung hat man sich an da? betreffende Telegraphenamt zuwenden.' Meue Anzeigen. Großes Somm'etfest des Cfthfrs Ot oh ivPntt llUlJiUi AltU 1 1 1t UIl " u am Sonntag, den 6. Juni '79 IN Gimberö" Grove.' Für Erfrischungen wird bestens gesorgt werden r imr ? . c . und ebenso werden die Sanaer de Verein und dieMon Baniir Unterhaltung tt, PMkua, Morgen, , Uhrv . L v . J 1 ?r V , V. der Mozart Halle ab. Für Aufrechterhaltung V - V ...... . Offr4i'1uSilk fK. . i. . - , wiuhuub m uuv Beugen rott I Vim - - - i vm Das Comites Ghas G, Loebev. : Deutscher Neütsanwakt. . . - i . Office: . . . Zimmer 37, Bance Block.

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