Indiana Tribüne, Volume 1, Number 46, Indianapolis, Marion County, 28 June 1879 — Page 4
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indem ihr euer Eigenthum bei uns versichert, in unseren prompt zahlenden Gesellschaften. Ihr könnt versichert sein, daß wenn ihr bei unt in unfern Office in Zimmer No. 1 und , Talbott & New's Block, erste Stiege südlich von der Pcstof. sice, borsprecht, wir ihnen bei der Versicherung iy res Eigenthums Geld sparen können ; et wird ih. ue wenigstens nicht znmSchaden gereichen,wenn Sie bei uns anfragen. Gleavelm?b $ Go. ndiana Tribüne. (Wochenblatt.) Ofstce: Ecke (Titele u. Meridianstr, (m dritten Stock ) Abonnements-Preise. In der Stadt durch Träger ins Haus geliefert Per Jahr im Voraus ..$2.00 Per Nummer ö KentS. Otto Schissel, Herausgeber. P. O. B. 295. Jndianapelis, Ind., den 28. Juni 1879. Der Normal Arbeitstag. Am 4. Juli finden in den meisten größe ren Städten der Union Demonstrationen zu Gunsten der Einführung des achtstün digen Normal Arbeitstages statt. Die Bewegung ist eine berechtigte, und was unS wundert ist, daß eS so vieler Angren gungen bedarf, um die Einficht zu verbrei ten, daß der durch Gebrauch festgesetzte Arbeitstag von 10 Stunden zu lang ist, für ersprießliche soziale Verhältnisse. Der zehnstündige Arbeitstag mag ganz in der Ordnung gewesen sein, als das Handwerkerthum noch in Blüthe stand. Heut zu Tage aber, da das Fabrikwesen daS Handwerk vollständig verdrängt hat, da Maschinen das Zehn und Zwanzigfache von dem leisten, was Menschenhände zu leisten im Stande sind, ist der Arbeitstag von zehn Stunden zu lang. Verlange Arbeitstag hat zur Folge, daß die Löhne immer mehr heruntergehen, daß der Arbeiter einen großen Theil der Zeit beschäfti. gungslos ist und daß er phystsch und mora lisch zu Grunde geht. Zwölf und vier zehnstündig Arbeit beim Handwerk ist nicht so ermüdend und gesundheitsschäd lich, als zehn Stunden dauernde, einför ttlge, geist und nerventödtende Arbeit an der Maschine. Die Abkürzung des Arbeitstages muß zur Folge haben, daß eine größere Anzahl Arbeiter Beschäftigung findet, daß in Folge dessen die Concurrenz unter den Arbeitern abnimmt, der Arbeitsmarkt nicht mehr so überfüllt ist, und die Löhne steigen. Sie muß ferner zur Folge haben, daß der Arbeiter auch Zeit gewinnt,' an seine eigene Ausbildung, sowie an dieErziehung seiner Kinder zu denken. Die Abkürzung der Arbeitszeit und in Folge derselben das Steigen der Löhne wird einen besseren Gesundheitszustand unter der arbeitenden Klafie herbeiführen und der ungeheuren Sterblichkeit unter den Kindern der Arbeiter ein Ende machen. Die Abkürzung der Arbeitszeit ist eine Maßregel nicht bloß im Interesse der Ar beiter allein, sondern im Interesse Aller, die kleine Zahl der Großproduzenten viel leicht ausgenommen. Man .frage die Kaufleute nach der Ursache verschlechten Zeiten und neun unter zehn Mal werden sie sagen, daß so lange die Arbeiter nichts verdienen, die Geschäfte nicht besser wer den, daß, wenn der Arbeiter nichts hat, auch der Geschäftsmann nichts hat. Daß die Arbeiter einstimmig den achtstündigen Arbeitttag befürworten würden, wenn ste nicht befürchten müßten, durch Betheili gung an einer Bewegung in dieser Rich tung aus der Fabrik entlassen zu werden, steht außer allem Zweifel.- Der Arbeiter bedarf der moralischen Unterstützung der übrigen Bürger gegenüber den Oroßpro duzenten und Orobkapitalisten. Qir
maßen uns an zu sagen, daß mit der Einsührung des achtstündigen Arbeitstages ein plötzlicher Ausschwung aller Geschäfte einkehren wird, daß dies das besteMittel ist die Rückkehr besserer Zeiten zu erzwingen. Wie die Sachen stehen, ist die Maschine dadurch daß ste Menschenarbeit so vielfach entbehrlich macht, zum Fluch geworden, zum Segen wird sie erst werden, wenn in dem Maße, wie die Maschinenproduktion vorwärts schreitet, die Arbeitszeit be schränkt wird. Jeder sollte daher das was in seinen Kräften steht, dazu beitragen, daß der Arbeitstag gesetzlich auf 8 Stunden be schränkt wird. . Einer von Zehntausend. Unter den im April in' St. Petersburg Verhafteten war auch ein Beamter deö Gouvernments. Er war vollkommen un betheiligt an der Verschwörung hatte nicht einmal persönlicheBekanntschaft mit einem der Verschworenen. Er hatte aber feine Photographie seinemFreunde gegeben,wel cher zufällig ein Freund bon Solovieffs Bruder war. Unmittelbar nachSolovieffö That wurden alle feineVerwandten einge sperrt, sowie deren Freunde undVerwand ten, ja die Bekannten der letzteren. Unser Beamter hatte eine bettlägerige Mutter u. einen unerwachsenen Bruder zu erhalten. Als er nun in eins derVerließe derFestung eingesperrt war, wurde die Mutter von Noth undSchrecken hingerafft, und derBe amte, als er nach 14 Tagen freigelassen werden mußte.versiel in eine schwereKrank heit, von der er noch nicht wieder hergestellt ist. Dieser Fall bezeichnet die russische Re-gierungs-wirthschaft vollkommen trotzdem es noch lange nicht der schlimmste ist, denn Tausende von derartigen Fällen kommen dort vor in welchen Unschuldige noch be deutend mehr zu leiden haben. Die Regierung versteht es auögezeichet ihre Feinde zu vermehren und ihre Bestia lität vor der Welt bloszustellen.
Tod deS Prinzen LTapoleon. Der kaiserliche Prinz LouiS' (genannt Lulu), einziges Kind Napoleons III., soll einer Depesche auö der Kapstadt zufolge, imKampfe gegen dieZulU'ttaffern gefallen sein. Der Prinz soll Col. Woods Lager verlassen haben behufs einer RecognoSci rungStour; erlies seine Leute in einem Maisfelde absitzen, vm nicht vom Feinde beobachtet zu werden und sich demselben besser nähern zu können. Die ZuluS kro chen unbemerkt heran und einer derselben tödtete den Prinzen mit einem Assegai. lEin fichelartiöes haarscharfes Jnstru ment und eine gefährliche Waffe der Kaf fern.) Die Leiche des Prinzen wurde dem Feinde entrissen und in's Lager zurück ge bracht. Bestätigt sich diese Nachricht, so ist es immerhin ein jäherAbschluß des jungenLe bens und ein merkwürdiqeS Spiel desZu falls, daß der Nachkomme deS großen Na poleonBoneparte imDiensteAlbions, eines Erzfeindes, fein Leben einbüßte. Wit Lulu wird die Dynaste der Neapo loniden thatsächlich zu Grabe getragen. Gegen den deutschen Unterricht. Auch in Louisville soll der deutsche Un terricht in den öffentlichen Schulen ver kümmert werden, während die Hochschulen unbeschnitten" bleiben, was auö Nach, folgendem hervorgeht: Das Comite für deutschen Unterricht brachte in. der letzten SchulrathSsitzung folgende Empfehlung ein : 1. Der Superintendent des deutschen Unterrichts hat außer seiner sonstigen amtlichen Thätigkeit Unterricht in den deutschen Elasten der Schule der achten Ward zu ertheilen. 3. In der Schule der fünften Ward sind anstatt wie bisher drei nur zwei deut sche Lehrer anzustellen. 3. Inder Madisonstr. Schule sollen ebenfalls nur zwei anstatt drei deutsche Lehrer angestellt werden. 4. Die Saläre der übrigen deutschen Lehrer sind derartig zu reguliren. daß dieselben mit den Gehältern der in den englischen Departements angestellten Leh rer correspondiren. Durch die Anwendung vorstehender Vorschläge wird eine jährliche Ersparniß von $4,000 erzielt, ohne daß die Wirksam seit des deutschen Unterrichte eine Beeinträchtigung erfährt. 0) Unterzeichnet ist
dieser Bericht vom Comite sür den deut schen Unterricht." Der vierte Juli soll diesmal großar tig hier gefeiert werden, waS man eben so bei den Amerikanern nennt. Aber warum denn gerade diesmal ? Ist der Patriotis' mus dieses Jahr größer, als er früher war? Dies gerade nicht. Aber unserer.Kaufleu ten fiel ein, daß die Leute auf dem Lande da draußen eigentlich ihre Bedürfnisse in der Stadt kaufen sollten, daß man ihnen besondere "inducements" bieten sollte nach der Stadt zu kommen und daß die Feier deö 4. Juli sich ganz gut zu einem solchen "inducement" eignen würde. Und dieses löblichen Zweckes halber kann man doch auch einmal in Patriotismus machen. Warum nicht? Es kann ja Geld dabei verdient.werden. Es ist doch ein wahres Glück, daß die Staaten ein mal sich unabhängig erklärten, sonst hät ten unsere Kaufleute gar keine Gelegenheit am nächsten 4. Juli die Landleute in die Stadt zu locken. Sowohl die Turner, wie die Radika len haben sich in ihren resp. Platformen sür die Verkürzung der Arbeitszeit resp, für einen gesetzlichen Normalarbeitstag von 8 Stunden ausgesprochen. Am 4. Juli finden allenthalben Demonstrationen in dieser Richtung statt. Die Philadel phia Turngemeinde hat sich der Bewe gung bereits angeschlossen. Hier findet lokaler Ursachen halber die Demonstration am 13. Juli statt. Was werden unsere Freidenker und unsere Turner thun ? Das Journal stellte dieser Tage, ver anlaßt durch den Tod des Prinzen Napo leon, recht paffende und treffendeVergleiche über, wie das Journal" es bezeichnet, die europäische und die amerikanische Idee an. ES zeigte, wie in Folge der monarchischen Einrichtungen Europa's, einem jungen, unerfahrenen Manne, der weiter kein Verdienst für sich hat, als der Sohn eines Kaisers zu sein, der für lein Vaterland, für die Welt absolut nichts gethan, mehr Werth beigelegt' wird, als dem größten Manne, während dagegen der Alles nivel lirende Republikanismus in Amerika, da als Bürger Alle gleich sind, nur dem wirk lichen Verdienste den Vorzug giebt. Das mag nun wohl in der Theorie so sein, in der Praxis aber gelten zum Min besten Ausnahmen.
In vielen italienischen Städten wer den für den verstorbenen König Victor Emannel kostbare Denkmäler errichtet. Die Stadt Mailand hat zu diesem edlen Zwecke $80,000 zusammen gebracht. Im ganzen Königreiche herrscht aber die Hungerkrankheit und da wäre es nach un serer Ansicht doch viel eher am Platze das Augenmerk auf die Armen zu richten. Wahlen finden statt im kommenden Herbste wie folgt : In Kentucky'am 4. August, in Califor nien am 3. September, in Maine am 8. September, in Ohio am 7. Oktober, in Maryland, Masiachusetts, Minnesota, Mississippi, New Jersey, New York, Penn sylvania, Virginia und Wisconsin am 3 November. In all diesen Staaten mit Ausnahme von Mississippi, New Jersey, Pennsylvania und Wisconsin werden Gouvernöre gewählt. Der Sentinel" berichtet, daß die Alta California" eine St. Franziskoer Zeitung eine Versammlung befürwortet, um Grant bei seiner Ankunft daselbst zu begrüßen , und fügt hinzu: Augenschein lich versteht die Alta Grant nicht. Gebt ihm einen Krug Whiskey, ein Pferd -oder einen Hund und einige Bonanza. Aktien und der alte Kerl wird glücklich sein." Eine solche Gemeinheit kann sich nur eine demokratische Zeitung erlauben. Wenn der Telegraph" seinen Brod neid irklich für Stolz an denMann brin gen will, dann sollteer wenigstens nicht Artikel bringen, die wir vor 3 Wochen ge. schrieben und" seitdem die Runde durch die ganze deutsch-amerikanische Preffe ge macht haben, und sie dann ohne Quellen angäbe kopiren. . - Louistana ist der einzige Staat in der Union der keine SontagSgesetze hat und er befindet sich recht wohl dabei. Der belgische Senat hat nun auch daS neue. ErziehungSgesetz genehmigt, welches die Volksschulen derGeistlichkeit entwindet; aber nur mit 33 gegen 31 Stimmen. In Belgien richtet man sich in der Negel nach den .Qindt, der in Frankreichs Politik weht. '
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Mrr (SCHMIDT'S ie berühmteste und besteingerichtetste und "Invigorating Malt-Extract
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vorzüglich anerkannt. Austrage zum Aerschlssen von Lagerbler auf allen Eisenbahn
Linien roeroen prompr crium. Die Zeitungen bringen immer noch spaltenlange' Berichte über die glänzende Feier der goldenen Hochzeit deS deutschen Kaiserpaares. Sie erzählen von schönen Festen, großen Bällen, reichen Soupers und daran sollen die LeserGefallen finden. Endlich haben sie ihn erwischt, näm lich den Mörder der Frau Hull in New York. In der Person eines Negers der niedrigsten Culturstufe ist der Mörder der Frau Hull in Boston eingesangen wor den und zwar durch den Verrath der Uhr i und Kostbarkeiten, die dem Wütherich als seine Beute auf dem Wege nach einem Bostoner Pfandhause abgenommen wur den. Dadurch ist er in die Hände der ihn verfolgenden Geheimpolizisten gefallen, die aber auch erst durch einen Zeitungsre Porter, mit scharfem Spürsinn und unfehl barer Combinationsgabe ausgestattet, auf ihr Wild aufmerksam gemacht werden mußten. Der Mörder, der, wie er an giebt, es nur auf eine Beraubung abge sehen hatte die Erdroffelung stand nicht aus seinem Programm soll bereits ein volles Geständniß abgelegt haben, wor über mit minutiöser Genauigkeit und packender Lebendigkeit berichtet wird. Die Bill welche den Etat für die Ge richte und die Gerichtsbeamten festsetzt, ist vom Präsidenten ebenfalls mit einem Veto, belegt worden. Die Gründe sind ähnlicherArt, wie die beiden anderen Ver willigungSgefetze, die vom Präsidenten zurückgeschickt wurden. Dieser unfrucht bare Kampf, welche die demokratische Par tei mit der Administration führt, kostet das Volk viel Geld, aber wir hoffen, daß er wenigstens daS Gute haben wird, daß die Demokraten bei der nächsten Wahl eine glänzende Niederlage erleiden werden. In Alabama haben die Jnlandsteuer Beamten zwei verbotene Brennereien auf gehoben. Beide gehörten einem Geistli chen von bestem Rufe"; er floh in die Wälder. Nun, was ist daran auszusetzen? Hat nicht Jesus geboten, die Durstigen zu tränken"? Und sürErsüllung dieserPflicht soll man Steuer zahlen? i Die britischen Kohlenarbeiter 170,000 an der Zahl,'haben Abgeordnete nachBir mingham geschickt um die Frage zu bera then ob nicht Ende Juni ein allgemeiner Ausstand zur Lohnerhöhung beschlossen werden solle. Da man auf Erfolg bloß dann rechnet wenn Alle einstimmig darin sind, so erwartet man. daß der Beschluß auszustehen, wohl noch verschoben werde. Wie eS in den Südstaaten mit dem Schulwesen aussteht, davon kann man sich einen Begriff machen, wenn man die neue gen Berichte des Chefs deSSchulwefens in Kentucky einerDurchstcht widmet. Daraus ergiebt sich Folgendes : ; In vielen Schulbezirken Kentucky's ibt es gar keineSchulen mehr. FürGeld Mittel zum Schulwesen ist in jenem stolzen und hochmütigen demokratischen Staate so schlecht gesorgt, daß durchschnittlich aus den einzelnen Schulbezirk nur $135 zu Schulzwecken kommen. Es gibt in Kentu cky gegenwärtig 225,000 im Schulalter stehende Kinder, die gar keine Schule be suchten, und davon sind 200,000 dieKinder weißer kaukasischer Eltern. Selbst daS demokratische Hauptblatt in Kentucky, LouiSviller.Courier.Journal", schlügtAn gestchtS dieser Zahlen die Hände über dem Kopf zusammen, führt seinen Lesern daS gute Beispiel verhaßter Yankeestaaten wie MaßachusettS und Connecticut vor Augen und ermähnt fie,EtvaS von demVankeelan de zu lernen.
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. 8QUARE,) INDIANAPOLIS, IND. Brauerei m Staate.- Mein Lagerbier Bottle Leer" ist vor allem anderen als E. F. Schmidt. ' Die Sturmglocke" ein russisches, revolutionäres Blatt, welches in Genf er scheint ist in Deutschland verboten wor den. Die zarten Nerven des Kanzlers können daS heftige Geläute der Sturm glocke nicht vertragen. FurchtbareStürme und Ueberschwem mungen haben in letzter Zeit von Neuem Oberitalien, Ungarn und einzelne Theile Deutschlands heimgesucht. Die daraus folgende Noth und der befürchtete Ausfall der Ernte sind traurige Dinge. Der Aitna hat seinen Ausbruch eingestellt, da für ist der Vesuv nun in Thätigkeit. Die zerstörenden Elemente sind stets an derAr beit, dem Menschen das Leben zu' einem mühsamen und schweren zu gestalten. Von welchem Caliber die letzte LegiS latur des Staates New Pork war, kann man daran erkennen, daß der Gouverneur nicht weniger als 124 Bills mit seinem Veto belegte. Das muß eine schöne Bande gewesen sein! Das amerikanische Loaferthum hat letzten Sonntag in Chicago wieder ein mal einen glänzenden Beweis seiner Exi stenz geliefert. Eine böhmische Schule hielt in der Umgebung ein PicNic ab. Loaferö drängten sich ein und wurden zu rückgewiesen. Sie stellten sich an der Um zäunung des Platzes auf. Ihre Zahl wuchs bald in die Hunderte, ein regelrech, tes Bombardement mit Backsteinen wurde auf die Besucher des Picnics eröffnet, und diese riefen die böhmische Scharfschützen Compagnie zu Hilfe. Letztere machten erst einen Bayonettangriff, und als dies nichts half, gaben sie zwei oder drei Mal Feuer, wodurch mehrere der Loafers mehr oder weniger gefährlich verwundet wurden. Einer wurde getödtet. Die Scharfschützen wurden verhaftet. Nun werden die Scharsschützen für Sozialdemokraten aus gegeben, und es heißt, die Polizei hätte die Sache angezettelt, um Gelegenheit zu haben, mit den Sozialisten anzubinden. Zu gut ist die Chicagoer Polizei nicht da zu. Gewiß, aber ist, daß nirgends in der Welt so viele Banden faullenzender, jeder zeit zu allen Schlechtigkeiten bereiter Lumpe existiren, als in Amerika. Und der Polizei, die vielfach nicht viel bester ist. und sich zum Theil aus dieser Klasse rekrutirt, gefiele es gar zu gut, diese Ele mente den Sozialisten aufzuhalsen. Aber es wird doch nicht gehen! . Le bensmüd e! Am vergan genen Sonntag wollte eine junge Frau Namens Jennie Maddox ihrem Leben ein Ende machen. Die Unglückliche ist erst seit Kurzem hier und wohnt in dem Boar dinghause der Frau Drake. Da dir jun ge Frau schon während der ganzen Zeit ihres Hierseins in einer sehr schwermüthi gen Stimmung ist, erkundigte sich Frau Drake nach der Ursache ihres Kummers u.' erfuhr, daß die junge Frau von ihrem Manne geschieden wurde und daß ste durch einen Fehltritt ihrem Gatten einen ScheidungSgrund gab. Nach dieser Er zählung hatte Frau Drake stets ein wach sames Auge fürdie Unglückliche. Dieselbe verlieb am Sonntag Abend das Haus ging in die nächsteApotheke und kehrte nach wenigen Minuten wieder zurück, um stch auf ihr Zimmer zu begeben. Frau Drake schien eine dunkleAhnung gehabt zu haben, denn in wenigen Minuteu ging sie in das Zimmer der jungen Frau, welche in be wußtlosem Zustande auf ihrem Bette lag. Es wurde sofort ein Arzt gerufen und'mtt Hilfe desselben gelang es die Unglückliche inöLeben zurückzurufen. Sie erzählte daß fieMorphium genommen hatte um sich das Leben zu nehmen und dieser Versuch be reitS zum vierten Male mißglückt ist. -Ueberfahren. Letzten FreitagAbend wurde ein unbekannter Mann vftliü von der New Jersey Str., aus den Geleise der Union Bahn überfahren und sofort ge iödtet.
