Indiana Tribüne, Volume 1, Number 45, Indianapolis, Marion County, 21 June 1879 — Page 5
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o lT gegen alle Magsn-WMM Magcnleidcn. John B. Rockenfeller, El Paso, Woodford Co., JllS. Meine Frau, welche seit Jahren an Ma genleiden litt, wurde durch den Gebrauch von Dr. August Königs Hamburger Tropfen bollständig wieder hergestellt. Maaenvcrsckleimnna. . m n S6iabngf3 Leiden. M. I. Falk, Kaufas City. Mo. haben n ich 7öjährigkn Greis wieder vollkommen hergestellt, nachdem ich alle Hoffnung aufgegeben. Nttverdaulichkeit. Frau Annie W. Hohlwager, Middleton, Pa. Ich kann vom Grund mcineö Herzens sagen, daß ich Gott danke, daß er mir durch dieses Mittel geholfen hat. Appetitlosigkeit. Peter Clemens,' Little' Orleans. Md. Ich bin 74 Jahre alt und konnte keine Speisen mehr ertragen, haben mich wieder neu gekräftigt, nach dem ich schon die Hoffnung aufgegeben. Schwäche. Charles Hauptmanu. Rv r Point, N. I. habe i mich soweit curirt, daß ich nach acht Wo chen langem Kranksein nun wieder meinen Ceschäften nachgehen kann. Krämpfe. Capt. R. Baumgarten, Ashland, Ky., ha ien mich zu j"ker Zeit von Krämpfen befreit, ja, thaten als Vorbeugungsmittel ausgezeichnete Dienste. Colic. Ludwig Weber, Däne Co., Wiöc., haben meinen Sobn von heftiger Colic befreit. Gegen alle Leiden der S e b c t Leberleiden. Herr Simon Schnepf, Pitlsdurg, Pa. ha. ben sich als ein vorzügliches Mittel gegen Leber leiden erwiesen. Leberverliärtung. Custaee Sauer, Uladina, Mo. haben mich von 7jähr'gem Leberleiren befreit. Gibt keine bessere Medizin. Fieber. Christ. Schuld, Ogden, 'KS., erlösten mich von hef.igem Schüttelsieber. (Vallenfieber. Dr. Jakob Meyer, St. Louis, WH. waren bei Eallensieber von vortrtffl'cher Wirkung. Schüttelffeber. Jckcb Frei, Rock Island Co., JllS. werden in unserer Gegend als das beste Mittel gegen Fieber betrachtet. Wechselfieber. Herr Eeo. Jenny, Betkel, Mo.. gibt kein besseres Mittel gegn das Wechselfieber. Des Blutes. Scropheln. Nath. HartingS. St. Rose, O. rotten Scropheln mit der Wurzel aus. Bösartige Flechten. Herr Steif, Quandago, N.H. befreiten rich von einer bösartigen Flechte, an welcher ich beinahe zwei Jahre litt. Offene Wunden. Scrorhulöser Natur. Frau Elisabeth Heil, Maralhon, WiSe., heilten meinen Sohn von einem cffenen Bein, an dem er viele Jahre litt. Milch-Bcin. Sophie Stellmacher. Mmnefota Lake, Min. curirte offene Bein, an dem ich feit ,7 Jahren litt. Blutgeschwüre. Mr. C. Wolf. Trenton, N. I. bezweckten eine voll kommene Heilung einer langwierigen Fistel. , Kopfweh. Dr. I. C. Freestone. Hamburg, Pa., erfüllen auch bet schweren Fallen, ihre Mission. , Herzklopfen. Phil. Rost, Salemville, Wise., gaben mir eine Sefundieit roieder, nachdem ich lange Zeit an Herz ttoxfen litt. Leiden deö weiblichen GkschlechtS. Frau Elisabeth Wickium, Malugin Grove, JllS., haben mich nach dreiwöchentlichem Gebrauche vollftSn big hergestellt. . Hautkranrbeiten. AuSfchlZge, Schwören, Salzfiüsse, Flecken, Mitesser, Geschwüre, Earburkel, Ringwurm, Grrndkoxf, schlimme Lugen. Rsthlauf, KrSZe, Schorf, Viißfarbe und andere Krankheiten der Haut ist der Gebranch der Tropfen von unvergleichlicher Wirkung. Eine e in ,tg e F lasch e wird m fast allen Fällen den Urgläubigsten von der Wrrkung dieses Heilmittels überzeugen. Die Flasche Hamburger Tropfen kostet 50 Cents, oder fünf Flaschen $2, sind bei allen Apothekern und Händlern tnMetizinen zu haben. W a r n un a ! ! Ehe Ihr Dr. August König'S Hamburger Tropfen kauft, laßt Euch von Eurem Apotheker 4. vt. v er- vt i r x.; tt r cceranüicr nc jiorncn mutTiajiisi von xi Vogeler (So zeigen, damit Ihr nicht durch schlechte Nachahmungen betrogen verdet.
Lokal.
Das 21. Sängerfest ist nun glücklich vorüber d. h. nicht so ganz glücklich, denn ein kleines Defizitchen blieb auch hier nicht aus. DerBesuch war zwar sehr gut, allein die vielen Comite's hatten sich in mancher Beziehung in gar zu große Un kosten gestürzt. Doch es ist ja einGarantiefond da und so können die 10,000 schon gedeckt werden. Die Gäste amüsirten sich im Allgemeinen sehr gut, wie dies bei solchen Festen fast immer der Fall ist. Für die gebotenen Kunstgenüsse zeigte jedoch nur der kleinere Teil der Anwesenden Interesse, denn die Conzerte waren fast alle nur sehr schwach besucht. Das bestbesuchte Conzert war das am Freitag abgehaltene. Aber die Besucher kamen auch nicht umsonst, denn der Tenorist Bischoff war an diesemAbend in einer Verfassung, die in der That sehenswerth war. Aus Schumanns Ballade, Das Glück von Edenhall" war ihm die Tenorpartie übertragen. Der Tenor war aber so berauscht, daß es ihn fast nicht möglich war, die Zunge zu heben. Ja der Gerstensaft hatte me solch schreckliche Wirkung, daß Bischoff während er auf der Bühne saß, einschlief. Das war denn doch zu arg und hättte nimmermehr vorkommen sollen. Alle anderen Sänger thaten ihre Schul digkeit und hauptsächlich war es Frau Alvsleben die mit ihrer mächtigen, Herr lichen Stimme das Publikum entzückte. Am letzten Sonntag traten die meisten der Gäste ihren Heimweg an und die Cincin natier können sich noch kaum in die jetzt in der Stadt herrschende, unheimliche Ruhe finden. JB3 Die hiesigen Kaufleute hatten diese Woche eine Versammlung und beschlossen die Eisenbahncompagnien zu bewegen Excursionszüge mit billigen Fahrpreisen nach Indianapolis laufen zu lasten um den Verkehr zu beleben und das hiesige Geschäft zu heben. Die (Superintendenten der Eisenbahnen haben sich auch dazu bereit erklärt und so werden schon am 4. Juli viele Excursionszüge hier einlaufen. Die GetreideErnte hat in ver Umgegend begonnen. , SST Erst jetzt stellte es sich heraus, daß durch irgend einen Zufall die Bewilli gungsbill, worin die Legislatur $809 be willigte, um das während ihrer Sitzung verbrauchte Waffer und Licht zu entscheid!' gen, nicht aufgenommen wurde. Das County mag jetzt nur Geduld haben, in zwei Jahren kommen die Herren wieder nif.twim jui UUllill.lt. WennJemand noch eine gutePhoto graphie haben will, bevor es zu beißwird, sollte er nicht säumen bei Herrn Hermann Eisele in der New York Gallerie, 39K Ost Washington Straße vorzusprechen. Daß nur gute Arbeiten geliefert werden, dafür bürgt der Name. öS" Ein unbekannter Deutscher gerieth am Mittwoch Abend ins Stationshaus, in anscheinend betrunkenem Zustande. Am andern Tage wurde er ins Hospital gebracht, da er epileptische Anfälle hatte. Friederich Wehling wurde von Ellen Dalton und Mary Harrington aus Schadenersatz verklagt. DieKläger sagen, daß ihr Eigenthum durch den vielen Ruß und Rauch, der aus Wehlings Schorn stein kommt sehr beschädigt wurde und wollen dafür $500 Entschädigung. 2? Ein schöner Garten, ein hübsches Conzert, ein gutes Glas Bier, das sind drei Dinge, die unsere Museflunden versüßen und uns des Lebens Last und Plage für einige Zeit vergeffen lasten. Alles dies sindet man im Volksgarten und kein Wund er ist es, daß derselbe immer so gut besucht ist. Besonders am Samstag und SonntagAbend erfreut sich Herr Hedderich immer eines recht zahlreichen Zuspruchs, und da slch Herr Hedderich alle Mühe gibt seine Gäste zufrieden zu stellen, so ist ihm dieser Erfolg gewiß zu gönnen. Die beabsichtigte Errichtung eines katholischen Hospitals an Nord Ost Str. wird wohl unterbleiben müffen, da die neue Ordinanz die Errichtung eines Krankenhauses innerhalb der Stadtgrenzen untersagt. LS-Der Männerchor kehrte am Sonn tag Abend von Cincinnati zurück und ob wohl er dort schon schauderhaftes Pech hatte wurde das Maaß auf der Heimreise doch erst recht voll. Während der Fahrt von Cincinnati hierher wurde nach dem betreffenden Eisenbahnzuge geschaffen und da Frl. Frick, ein Mitglied des Männer. chors, gerade am Fenster saß wurde sie von einer Kugel am Kopse getroffen. Die Wunde ist zwar nicht gefährlich, aber sehr schmerzlich.
Zum zweiten Male verurtheilt. LouisGütigs zweiter Prozeß endete nicht günstiger, als der erste. Am vergangenen Samstag verurtheilten ihn die Geschworenen nach 10 Minuten Berathen zum Tode, durch den Strang. Man ist nicht im Geringsten erstaunt über das Urtheil denn man hatte es nicht anders erwartet, trotz dem bei dem zweiten Prozeß mehrAnstrengungen gemacht wurden, den Mörder zu retten. Und nun wird es wohl nicht mehr ge ändert werden, daß im Hofe der Jail bald wieder ein Galgen gebaut wird. Gütigs Vertheidiger haben zwar immer noch Hoffnung einen neuen Prozeß für ihren Clien ten erzielen zu können aber wir glauben, daß sie.sich diesmal täuschen.
Samstag Nachts drangen in Chas Wilsons Store an der Pennsylvania Str. einige Diebe und versahen sich mit $8 aus dem Geldkasten. Zum 4. Juli. Flaggen, Feuerwerk :c. im Fancy Bazaar. Vogelkäfige, Expreß . Wagen, Veloci pedes im Fancy Bazaar. Corsetten zu 20, 25 und 50 Cents im Fancy Bazaar. SSDie Prämiumliste für die im Herbst stattfindende Fair wurde vom Ackerbau rath publizirt. LS Morgen giebt der Freidenkerverein ein Picnie. das auf einer Privat-Farm abgehalten wird und wozu sich nur die Mitglieder und Freunde des Vereins einfinden. Alle Vorbereitungen werden von Seiten des Vereins getroffen, um den Theilnehmern einen recht vergnügten Tag im engsten Kreise verleben zu lassen. Auch an Überraschungen soll es nicht fehlen und die schönste soll in dem köstlichen Abendeffen, das die Gäste, gewürzt mit schönen Reden, servirt bekommen, bestehen. Die Speisekarte ist so manichfaltig, daß uns der nöthigeRaum sie zu veröffentlichen fehlt; und dann soll es ja eine Ueberraschung werden. S-S- Viel Malheur hatte Wm. Hawkins der am Donnerstag unter der Anklage verhaftet wurde, ein Pferd gestöhlen zu haben. Er hatte dieses Pferd für $6 und einer silbernen Taschenuhr wie der verkauft und die Uhr wurde noch bei ihm gefunden. Der Verhaftete hatte in letzter Zeit überhaupt ein sehr romantisches Leben geführt, denn er wohnte in einem hiesigen Hotel, lernte dort eine der Answärterinnen, welche getrennt von ihrem Manne lebte, kennen und lieben. Das Liebes-Verhältniß hatte baldFolgen, die nicht mehr geheim gehalten werden kennten, und deßhalb miethete der junge Liebhaber für sich und seine Geliebte ein Zimmer, das jedoch'Beide bald verkästen mußten, da sie für die Sünde, in wilder Ehe gelebt zu haben, längere Zeit brum men mußten. Hawkins steht auch im Ver dacht zur Zeit sür seine Geliebte zweiAerzte gebrauch: zu haben, welche sie aus ihrer mißlichen Lage befreiten. Durch all diese Vorgänge ist nun Hawkins selbst in eine sehr unangenehme Lage gerathen. LS- Letzten Montag eröffnete Herr George Königer sein altes Geschäft. Ein zahlreiches Publikum hatte sich eingesun. den und alles Verlief in schönster Harmonie. Die Union Band sowie der Liederkränz waren zugegen und thaten Beide ihr Möglichstes zur Erheiterung der Gesellschast. Hauptsächlich müffen wir noch bemerken, daß der Heiterste unser Freund Georg selbst war, indem er das Tanzbein so schnell und schön geschwungen hat, was wir ihm nicht zugetraut hätten. Vermischtes . Der schweizerische Canton Neuenbürg hat zuerst die Ehre gehabt, eine humane Antwort auf die betrübende Abstim mung vom- 18. Mai (Wiedereinführung der Todesstrafe) zu geben. Am 21. Mai erhob der große Rath einstimmig (nur ein Mitglied enthielt sich der Abstimmung)ter Namensausruf folgenden Antrag von Zelim Perret zum Dekret : Der Große Rath des Cantons Neuenbürg, inBetracht,daß dieVolksabstimmung vom 18. Mai 1879 betr. Revision des Artikels 65 der Bundesverfaffung den Kantonen die Wiedereinsüurung der Todesstrafe gestattet im Namen der dem Menschenleben schuldigen Achtung beschließt : .Einziger Artikel : Es wird das Gesetz vom 8. Juni 1854 feierlich bestätigt, welches erklärt: Die Todesstrafe ist abge-schafft."
(Fortsetzung von 1. Seite.) ben Einwohnerschaft des überlasteten China zum Glücke einer guten Heimath verhelfen! Daß der dorthin geleitete. Strom der chinefischen Einwanderung der ganzen cultivirten M:nschheit zumSeqen gereichen würde, bestätigt auch ein Ausspruch unsereS wackeren Landsmannes, des Generalconsul Sturz, den wir hier folgen lasten: Gerade in der maffenhaften selbstständigen Auswanderung dieses thätigen Volkes (der Chinesen) auf die weiten unkultivirten aber überaus fruchtbaren Theile Süd- und Mittel-Amerika, besteht unser (der Deutschen) Hauptintereffe jenseit der Meere in nächster oder doch naher Zukunft. Die Folgen des Bodenbaues in den bisher brach liegenden Ländern durch diese niemals rastenden Menschen wird ein enormer Rückgang der Preise aller Kolonialmaaren sein und besonders derer, die dem deutschen Volke zu einem Bedürfniß geworden sind, deffen Befriedigung ihm durch steigende Preise mit jedem Jahre mehr erschwert wird. In der That, ohne ein solches Eingreifen in deren Produktion würden uns diese Waaren bald unzugänglich werden." (Schluß folgt.)
In München ist soeben ein bairischer Freiherr von Linden in Abwesenheit zu 4 Jahren Gefängniß verurtheilt worden, weilereine Flugschrift veröffentlichthat, betitelt : - DieWiedergeburt des deutschen Reiches, in welcher Kaiser Wilhelm und Bismarck angegriffen werden, und Oestereich und andere Länder zum Kriege gegen Preußen aufgerufen, um einen neuenBun desstaat unter babsburgischerHerrschaft zu gründen. Ist es nicht lächerlich eine solche Narrenthat ernstlich zu verfolgen? Aber das Altpreußenthum ist nicht in der Lage, auch nur einer solchen gegenüber die Haltung stolzer Verachtung annehmen zu können. Es gleicht einem betrunkenen Prahlhans, der die Faust nach allen Rich tungen macht und doch auf den Füßen wacklig ist. Unter dem Tische bleibt er liegen. . Der Sänger Alexander Bischoff, der sich undAndere so schrecklich blamoren hat, wird jetzt von vielen Zeitungen in Schutz genommen. Auch die Westl. Post tritt für ihn in dieSchranken. Wenn es gilt einen ungebildeten" Arbeiter seines ?ohe"Benehmens wegens zu tadeln stnd diese Zeitungen nicht so gutherzig. Warum mit zweierlei Maß meffen? Das nächste Bundes Sängerfest sindet in Chicago statt. Die loyalen deutschländischen Deutschen von New'Orleans haben am Tage der goldenen Hochzeit des deutschenKaiserPaares folgende Kabeldepesche nach Berlin abgehen lasten : .Sr. Majestät dem Kaiser Wilhem, Berlin. Die Deutschen von New'Orleans senden dem hohen Jubelpaar ihre herzlichlichsten Glückwünsche." Dazu bemerkt das Terre Haute Banner" sehr richtig : . Solche Schweiswedelei vor gekrönten Häuptern läßt sich allenfalls in einer Monarchie noch entschuldigen. Bürgern einer freien Republik aber steht ste herzlich schlecht an. Der deutsche Kaiser ist gefallen. Aber nicht etwa in einer Schlacht, sondern gelegentlich seiner goldenen Hochzeit auf dem zu glatten Parquetboden. Er ist glücklicherweise ganz unverletzt wieder aufge standen. Das unglückliche Mexiko ist in eine neue Revolution verwickelt bei der es sich nicht um Versaffung und Verwaltung handelt, sondern um Verdrängung eines Usurpators durch einen andern mit Wasfengewalt. Es wäre tief zu beklagen, wenn die Ver. Staaten dadurch einen neuen Vorwand erhielten mit Mexiko anzubinden. Jn Deutschland scheints mit dem Mailüsterl in diesem Jahre auch zu hapern. Die Zeitungen melden, daß die Witterung allenthalben noch sehr rauh und unsreundlich ist, und daß in Folge deffen die Ernteaussichten sehr trübe sind. Das fehlte gerade noch zu den guten Zeiten. Der russische Thronfolger hat Drohbriefe erhalten in denen ihm gerathen wird auf einige Zeit ins Ausland zu gehen, widrigenfalls ihm Unangenehmes Passiren werde. Die Fürsten stnd doch heutzutage recht zu bedauern.
Das CentrabCo tee der Gewerkschaft Union der Möbel-Arbeiter von NordAmerika hat an alle in derMöbel-Jndustrie beschäftigten Arbeiter, nachstehendeProklamation erlasten : Kameraden! Wir sind aufgefordert, von den organi sirten Gewerksgenoffen des Ostens und des Westens die Agitation für die Einführung des 8stündigen Normal-Arbeitsta ges von Neuem in die Hand zu nehmen. Indem wir diesem Rufe Folge leisten, unterbreiten wir Euch.folgende Resolutionen nnd Beschlüsse, welche Ihr in Euren
Vereinen und Maffenversammlungen zu verlesen und abzustimmen habt und wenn dieselben die Majorität erhalten, so stnd die nachfolgendenMaßregeln auszuführen, und ist an uns darüber zu berichten. Resolutionen: In Erwägung, daß dieMöbel-Jndustrie dieses Landes sich durch die ausgedehnte Anwendung der Maschinerie u. der größtmöglichsten Arbeitstheilung, in den letzten 15 Jahren zu einer Vollkommenheit" entwickelt hat, daß sie alle ausländische Concurrenz aus dem Felde schlägt ; In Erwägung, daß das Großkapitals angezogen durch die außerordentliche Leistung, inErtragssähigkeit'der vorhandenen Arbeitskrast u. der Maschinen, sich dieses Industriezweiges bemächtigt .dieMaffenProduktion ohne Rücksicht auf den Bedarf eingesührt hat; In Erwägung,daß unter diesem System unsreArbeitskraft einGegenstand der herz losestenSpeculation geworden ist, die man für kurze Zeit über alles Maß ausbeutet und dann, weil überflüssig, auf die Straße wirft,indem derMarkt mitProdukten überfüllt ist; In Erwägung, daß die überflüffige Ar beitskraft, welche stch in Maffe anbietet, den Lohn immer mehr und mehr herunterdrückt; In Erwägung, daß in Folge dieser an gegebenen Ursachen die Lage der Möbel arbeite? in denVereinigtenStaaten sich seit Beginn der Krisis 1873 bis heute immer mehr verschlechtert hat, sowohl hinsichtlich des Lohnes, als auch der Unbeständigkeit der Beschäftigung und Ueberanstrengung, so daß es uns nicht mehr möglich ist, eine mencfertYnnrWinpGrrtttm tu fi"tfrpn - - i - - - j- o lJ (I v v Familie anständig zu erhalten ; In Erwägung, daß dieser Zustand ein Hohn ist auf die Industrie, die Fortschritte der Wissenschaft und auf die freien Jnstitutionen dieses Landes überhaupt ; In Erwägung, daß schon vor drei Iahren die Majorität der Chicago? Möbelfabrikanten sür die Abkürzung der Arbeitszeit agitirt und in neuester Zeit die Fabrikanten vonMaffachusetts stch ebenfalls dafür erklärt haben, wenn Dieselbe anderwärts in den Ver.Staaten auch eingeführt werde; Und in ferner Erwägung, daß nur in der Abkürzung der Arbeitszeit das Mittel zu finden ist, der Ueberproduktion zu ste ern und unsre Lage zu verbeffern ; So sei beschaffen : Daß wenn bis zum 5. Juli 1879 die Majorität der Arbeiter dieses Judustriezweiges sich für die Einführung des 3'stündigen Arbeitstages erklärt hat, so soll diese Maßregel, nachdem die Fabrikanten davon gehörig in Kenntniß gesetzt, an einem vomCentral-Commit-tee festzusetzenden Tage in Kraft treten. Beschaffen: Listen in allen Vereinen, Werkstellen und Maffenversammlungen circuliren zu lassen, auf welchen sich die Arbeiter, welche damit 'einverstanden sind, mit Namen und Branche zu unterzeichnen haben, welche dann dem Central-Commit-tee zuzusenden sind. Beschloßen ; AlleArbeiter und Arbeiter Organisationen aufzufordern, gleichfalls Maßregeln zu ergreifen damit die Einführung, des 8'stündigen NormalarbeitStagS eine allgemeine werde. Beschlossen: Die Resolutionen ber ge sammten Presse des Landes zurVeröffent lichung zu übersenden. New York, April 1879. Für das Central Committee; ' L. Zetshe, 300 E. 63. Str. Die in's englische übergangene dcutscheWorte vermehrtArgus" um folgende : Doppelgänger, Lämmergeier, Fortschritt, Reichstag, Salpeter, Kulturkampf, Null, Sauerkraut, Sängerfest.Krach,Rinderpest, Meerschaum, Lagerbier,Kinderga'rten,Eis berg (IcedoeA) Schweineherde . (Swine herd). '
