Indiana Tribüne, Volume 1, Number 45, Indianapolis, Marion County, 21 June 1879 — Page 4
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indem iyr euer Eigenthum bei uns versichert, in unseren prompt zahlenden Gesellschaften. Ihr könnt versichert sein, daß wenn ihr bei uns in unserer Office in Zimmsr No. 1 und ?, Tall oit & New' Block, erste Stiege südlich von der Pcstof. sice, dorsprecht, wir ihnen bei der Versicherung ihnö Eigenthums Geld sparen können ; es wird ih nen lvknigsicns nicht znmScha!en gcrttchkn,wenn Siebe! uns anfragen. Clevewnb & Co. Zndiana Hribüne. (Wochenblatt.) rfsice: (fdc (SixcU u. Meridianstr, 73m drillen Stock ) Abonnements-Preise. In der Stadt durch Träger ins Haus geliefert Per Iaht im Voraus 52.00 Per Nummer K Kents. Ctto Sch'sscl, Herausgeber. .P. O. B. 295. Indianapolis, Ind., den 21. Juni 1879. Acht Stunden Arieit. Unter dieser Ueberschrift bringt das hiesige deutsche Tageblatt einen Artikel über die sozialistische Forderung der Einsührung des achtstündigen Arbeitstages. Wir rathen dem Verüber des betreffenden Artikels in der Folge die Hand von Dingen zu laffen, von denen er nichts versteht, und sich nicht zu blamiren. Von Sozialwissenschast und Volkswirthschast versteht er so viel wie die Kuh vom Seiltanzen. Jedermann, der über das ABC dieserWissenschast hinaus ist, begreift, daß der Staat das Recht hat für das Wohlbefinden aller Staatsangehörigen zu sorben, daß er das Recht hat, das physische und moralischeHerunterkommen der Volksmassen zu verhin dern, daß er dasRecht hat, einen gesunden krästigenVolksstamm zu erhalten, und daß er die zur Erleichung dieser Zwecke nothwendigen Mittel in Anwendung zu bringen ebenfalls dss Recht hat. Wenn dazu die Regulirung derArbeitszeit, der Frauen undKinder-Arbeit nothwendig erscheint, dann hat der Staat das Recht die nöthigen Gesetze zu erlassen. Nach derAnsicht des gelehrten Verübers des hiesigen Tageblattes ist der Staat nichts weiter als ein Polizeibüttel, der da rauf zu sehen hat, daß sich jaRiemand hinein mischt,, wenn der Besitz alle Freiheiten undVortheile genießt und die Arbeit rechtlos ist. Wenn in der Redaktion an der Delawarestraße nur eine Ahnung davon vorhanden wäre, wie vielfach selbst in dem freien England schon an den Gesetz? betr. die Dauer der Arbeitszeit und dieFrauen und Kinder Arbeit gedoktort wurde, ohne daß es selbst dem verbissensten ManchesterTheoretiker (weiß die Redaktion an der Delawarestraße was daö ist?) einfiel, dem Parlament das Recht dazu abzusprechen, dann dürfe sie vielleicht ihre Idee, daß der Staat nichts weite? zu thun hat, als die Nachtwächterrolle zu spielen aufgeben. Die Unwissenheit der Redaktion des hiesigendeutschen Tageblattes zeigt sich aber am herrlichsten imAusspruche,daßderStaat nicht das Recht habe, zu bestimmen, dak für die kürzere Arbeitszeit derselbe Lohn bezahlt werde, wie sür die längere. Haben Sie denn geehrter Herr da drüben wirklich gar keine Ahnung davon, daß dies ganz unnöthig ist, daß jedeVerkürzung.der Arbeitszeit nothwendiger Weise ein Stei gen des Lohnes ganz von selbst zur Folge hat ? Doch, was fragen wir ! Sie können dies freilich nicht wissen denn Volkswirthschast und Sozialwissenschast sind Ihnen böhmische Dörfer. WennSie diese unausbleiblicheWirkung der Verkürzung der Arbeitszeit kennen würden, dann würden Sie wohl nicht davon faseln, daß der Staat kein' Recht hat zu bestimmen, daß für 8 Stunden Arbeit so viel bezahlt werden soll, wie für zehnstündige. Schlagen Sie das Kapital" von Karl Marx auf (Marxist wenn Sie das vielleicht nicht wissen sollten, als der
genialste, gelehrteste und scharfsinnigste
Nationalökonom anerkannt der je exisUrt hat) und Sie finden in diesem Buche hin längliche statistische Beweise, daß in Eng land der Arbeitslohn am niedrigsten ist, wo am längsten, und am höchsten, wo die kürzeste Zeit gearbeitet wird. Aber Sie brauchen gar nicht nach -England deshalb zu gehen. Sie werden z. B. in Ihrer al lernächflen Nähe finden, daß dieCartreiber für 16-18stündige Arbeit schlechter bezahlt werden, als der Fabrikarbeiter sür zehn stündige. Da Ihnen die Sache aber trotzdem phänomenal vorkommen möchte. und bei Ihrer totalen Unwisienhett m sozialwissenschaftlichen Dingen auch vorkommen wird, so erlauben wir uns, Ihnen mit gewchnter sozialistischer Selbstlosigkeit einBischen unentgeltlichenUnterrichtzu ertheilen. Nehmen Sie "an, daß bei zehnstündiger Arbeit 10,000 Arbeiter genügen, den Be darf herzustellen, die Anzahl der vorhandenen Arbeiter jedoch 12,000 sei. Es sind also 2000 überzählige Arbeiter da, welche sich um Arbeit bewerben, und durch ihre Concurrenz den Lohn herab drücken. Das von den politischen Oekonomen so sehr beliebte Prinzip des Angebots und derNachfrage wirkt hier zu Ungunsten derArbeiter. Nun bestimmt das Gesetz auf einmal, daß derArdeitstag nicht länger als 8 Stunden dauern darf. Da werden Sie trotz Ihrer mangelhaften vollswirthschaftlichenKenntniste einsehen, daß zur Herstellung desielSen Quantums uun eine verhältnißmaßig größere Anzahl von Arbeitern nothwendig ist. Stellten bei zehnstündiger Arbeit 10, 000 Arbeiter den Bedarf her so werden bei 8stündiger Arbeit 12500Arbeiter nothwen dig sein, um in der gleichen Anzahl von Stunden das gleiche Quantum herzustel-. len. Nun sind, wie Sie sehen, die 2000 Arbeiter, die vorher überzählig waren, beschästigt, und es fehlen noch 500 Arbeiter für vorhandene Nachfrage. Ziehen Sie dann ferner in Betracht, daß dadurch, daß nun 2000 Arbeiter auch verbrauchsfähig werden, der Bedarf sich verhältnißmäßig steigert, daß dieser Mehrbedarf den durch allenfallstge Erhöhung des Preises des Erzeugnisses vielleicht entstehendenAussall mehr als aufwiegt, so begreifen Sie daß jetzt das Blättchen sich gewendet Hot, daß die Concurrenz um Arbeit beseitigt ist, daß das Verhältniß zwischen Angebot u.Nachfrage jetzt zu Gunsten d& Arbeiters steht und daß ein Steigen des Lohnes ganz unausbleiblich ist. Wir sehen dabei von dem Glücke, das in 2000 brodlose Familien getragen wurde, und dem moralischen und hygienischen Einfluß der kürzeren Arbeitszeit ganz ab, denn darum kümmert sich der Kapitallst nicht. Er interessirt sich nur sür den Preis. Nun mag freilich das Verhältniß in Wirklichkeit ein anderes sein. Die Verkürzung der Arbeitszeit um zwei Stunden mag vielleicht etwas zu groß, oder zu klein sein, aber das muß eben die Erfahrung lehren. Am Prinzip wird dadurch nichts geändert. Und sehen Sie, was Ihre Gelehrten (?) nicht wissen, das weiß heut zu Tage jeder vernünftige Arbeiter. Sie finden daher wohl, daß die Arbeiter eine Verkürzung der Arbeitszeit fordern, es .fällt ihnen aber nicht ein zu verlangen, daß der Staat dafür sorge,daß derselbe Lohn bezahlt werde. Die Arbeiter .verstehen das bester, als Sie. Sie wissen, daß fie nicht nur denselben, fie wis sen, daß sie sogar einen relativ und positiv besteren Lohn bekommen. Die Frage der Dauer der Arbeitszeit ist eine so wichtige, ihre Lösung muß eine so durchgreifende sein, daß Rodbertus (sehen Sie gefälligst im Conversationslexikon nach, wer Rodbertus ist) der Ansicht war, daß die Regelung der Dauer der Arbeitszeit die ganze soziale Frage lösen würde. Der weiterhin von der Redaktion ander Delawarestraße demSozialismus gemachte Vorwurf, als bekümmere er sich blos um die Interessen der Fabrikarbeiter ist nur ein weiterer Beweis der vollständigen Unwistenheit in volkswirthschaftlichenDingen welche in jenem Redaktionslokal herrscht. EineWiderlegungwäreZeitverschwendung. Wir würden der Redaktion an der Dela warestraße jedoch empsehlen, sich ein Bischen Mühe zu geben und denSozialiömus wistenschastlich zu studiren. Wir empfehlen ihr zu diesemZwecke etwa folgendeLektüre : Das Kapital" von Marx. System der erworbenen Rechte. BastiatSchulze, Arbeiterlesebuch und kleinere Schriften von Lastalle. DieArbeiterfrage" vonFriedrich Albert Lange.
Die Lage der arbeitenden Klaffen in England", von Friedrich Engels. Dies würde einstweilen genügen, doch gibt es auch außerdem noch eine Menge kleinerer Schriften, aus denen die, Redaktion an der Delawarestraße etwas über Sozialwiffenschaft und Volkswirthschaft lernen könnte. Bis dahin rathen wir ihr hübsch bescheiden zu sein, und nicht von Dingen zu sprechen, von denen sie nichts versteht.
Die Turnerschaft und die AchtstuttK den-Vewegung. ' Das .Philad. Tgbl." schreibt : Unseren Leiern wird eine, im gestrigen Blatte, im lokalen Theile von uns gegebene Mittheilung, die wohl mit Recht als eine sehr erfreuliche zu bezeichnen war, nicht entgangen sein. Ja, die PhiladelphiaTurngemeinde", eine der angesehensten des Landes und die festgebende Sektion des diesjährigen Bundesturnfestes, hat beschaffen, sich an der Acktstundendemonstration vom 4. Juli zu betheiligen. Freilich entspricht dieser Beschluß nur der freisinnigen Plat form, die der Nordamelikanische Turner bund sich im vorigen Jahre gegeben hat, und die damals von uns eingehend be sprechen wurde. Und die Turner ehren damit nur die direkt sozialistische 'Bergan genheit des Turnwesens, indem sie mann haft prompt die Erinnerung an diese Ver gangenheit durch Unterstützung der Acht stundenbewegung feiern. Alles das ist wahr; aber. wir leben jetzt eben in einer Zeit des Höhepunktes der Reaktion, wo keine Inkonsequenz etwas Wunderbares ist. Um so erfreulicher ist diese Bethäti gung von Consequenz, die hoffentlich in anderen freistnnigen Kreisen der hiesigen deutschen Bevölkerung die verdiente Nacheiserung finden wird. Damit würde es fich denn auch bestätigen, daß, wie in früheren Entwicklungspcrioden der Geschichte auch die gegenwärtige Zeit der Reaktions triumphe zugleich die Zeit jenes jugendfrischen, revolutionär belebenden Erwachens der Völker ist, wo Alle sich einen, die Vorwärts wollen, die eines guten Willens sind. Drum Muth, Gesinnuugs genoffen, unsere Zeit ein neues, verbessertes (oder verbösertes") 1848 ist nahe, wenn nicht alle Zeichen trügen. Letzteres aber ist weniger zu befürchten, als daß die Männer der neuen Zeit" im entscheiden den Momente ihrer Aufgabe nicht gewachsen sein werden. Drum Hand an' Werk zum Bau der Zukunft und zwar auch im eigenen Innern wozu die Turnerschaft manchen ihrer zahlreichen Freunde mit leuchtendem Beispiele vorangegangen ist! Verluste zur See in den letzten sieben Monaten. Daß im Verhältniß immer noch zu viel Unglückssälle auf der See vorkommen,das haben die letzten sieben Monate gezeigt. Wir haben vicleMenschenleben zu betrauern und schwere Reichthümer verloren. Die Verluste stnd in den letzten sieben Monaten sehr bedeutend gewesen, denn nicht weniger als 7Dampfer, einVollschisf, 9 Barken und eine Anzahl Briggs stnd in dem obigen Zeitraume auf der Fahrt zwischenAmerika undEuropa entweder auf hoher See aufgegeben worden oder verschollen. Die Eopia" ging den 4. September von Narrow in England nach Montreal ab, und nie hat man wieder etwas von ihr gehört. Ebenso ist der eiserneSchraubendampfer Herman Ludwig", der den 28. Septr. von New tycxl nach Antwerpen abging, verschollen. Dasselbe Schicksal hatte der Dampfer Homer", der den25.Dezember vonBoston nach Liverpool abfuhr. Ihm folgte der eiserne Schraubendampfer Zanzibar", der am 11. Januar von New Bork nach Glasgow abging; auch er ist mit Mann und Maus untergegangen. ' Der Dampfer Aberfeldy," der den 23. Februar von Philadelphia mit 6000 Bushel Mais abfuhr, wurde in einemSturme leck, der Mais quoll auf und der Dampfer mußte aufgegeben werden. Vom,DampferSurbitionder an demselbenTage vonNew Pork nach Rotterdam abging, hat man nie wieder etwas gehört, nur fischte dasSchiff.Regent"am18.März ein mit demNamenSurbition"gezeichnetes Boot auf. DieBernina"war der letzte derUnglücksDampfer. Sie fuhr den 29.März vonNew Vork und ist verschollen. Die Hauptfracht aller Dampfer bestand aus Getreide, und ist die Annahme nicht
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unwahrscheinlich, daß diese unter Umständen gefährliche Fracht etwas mit demVerschwinden der Dampfer zu thun habe. Die Getreidefracht gefährdet ein Schiff besonders,weil sie sich beiStürmen zu leicht verschiebt u. das Fahrzeug aus denGleich gewicht bringt. Sogar die kapitalistische Presse in Deutschland sängt an zu begreifen und das will gewiß viel heißen. Die Magdelburgerin, das treueRegierungsblatt bringt jeden Tag einen Leitartikel in dem sie über die Noth und die zunehmende Bettlerpest jammert. Auch die Berltner Vossische Zeitung" sieht mit trüben Blicken in die Zukunft, denn sie sagt : Wenn Europa nicht abrüstet, wenn es nicht die furchtbar drückende Last des mit jedem Jahre seine Kosten mehrenden Heerwesens abschüttelt oder doch wesentlich vermindert und wenn esAmerika nicht gelingt, zu gesundenZollund Finanzverhältniffen zurückzukehren, und nicht nur mit seinen Nachbarn, sondern mit allen Ländern günstige HandelsVerträge zu schließen, die nichts von den hemmenden Zollschranken misten dann wird die Welt am Ende dieses Jahrhuuderts leicht noch ein Schauspiel erblicken können, gegen das die französischeBlutperiode nur ein Kinderspiel war. Es gab eine Zeit, da man glaub 'e, wir seien in der That zu einem kulturfreundlichenGeschlcchte geworden, das nur noch denKünsten des Friedens leben und zu Segen und Gedeihen kommen könnte, so daß unsere Kinder, verschont von allen denKämvfen,die unser Leben beschwerten, ein frohes, freies und glückliches Dasein führen würden. Jetzt scheint es oft, als ob sie einer Zukunft entgegengehen sollen, gegen die unser bewegtes Dasein ein idyllisches, unsere Noth ein beneidenswerther Zustand, unsere Sturmund Drangperiode nur ein harmloses Scheinringen gewesen wäre." Dem Sieger gehört die Beute. Bis zu welchem Extrem die Demokraten diese Idee ausführen, beweist wieder so recht dieAbsetzung des bisherigen Leiters unseres Blindeninstituts, William I. Cushman. Derselbe ist selbst blind, ist 62 Jahre alt und hat 40 Jahre seines Lebens mit dem Unterricht der Blinden zugebracht. Er gründete im Jahre 1847 das hiestge Blindeninstitut und war damals schon seit acht Jahren Blindenlehrer. Er hat verschiedeneBefferungen im Unterrichte der Blinden eingeführt und ist infolge seiner Dienste Präsident der amerikanischen Association von Blindlehrern. Kurzum er ist Meisterin seinem Fach. Bedenkt man, was es heißtBlinde zu unterrichten. welches Verständniß welche Ersorderung. welche unendliche Geduld und Ausdauer dazu gehört, so begreift man wohl, daß man ein Opfer bringen könnte, um einen Mann wie Cushman unserem Blindeninstitute zu erhalten,aber man begreift kaum wie man sich vomParteieifer Hinreisen lassen kann, einen solchen Mann nach dreiunddreißigjähriger Dienstzeit abzusetzen. Das ist gemein, niederträchtig und dumm. Und in der That wäre kerne andere Partei einer solchenHandlungöweise fähig, alS die demokratische. Die Demokraten von Jndiana freilich haben es fertig gebracht. Sie haben den alten erfahrenen Lehrer der Blinden abgesetzt und einen gewissen Wilson, einen Lehrer von Edinburg, der von Unterricht der Blinden so viel versteht, wie ein Esel vom Seiltanzen zum .Leiter unseres Blin deninstituts ernannt. WeitererCommentar ist überflüffig. Professor Karl Friederich Rosenkranz der bekannte Philosoph ist in Königsberg gestorben.
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SQUARE,) INDIANAPOLIS, INIX C. F. Schmidt. Warrens Silber-Bill wird nicht zum Gesetze werdenund zwar ohne daß einVe to des Präsidenten nöthig wird und trotzdem das hiesige deutsche Tageblatt zu Gunsten derselben. Merkwürdiger Weise nämlich hat sich unter den Demokraten ein Mann gesunden, der ehrlich genug ist, einzusehen, daß 82 Cents keinen Dollar ma chen. SenatorBayard, ein demokratischer Senator am Finanzcomite, dem die Bill überwiesen ist, weigett sich für Berichterstattung zu stimmen, und so bleibt die Bill imSenate liegen, ohne daß etwas mit der selben geschieht. In Nord Carolina ist mckn mit dem Galgenstrick sehr schnell bei derHand. Ein Neger, der sich des Einbruchs schuldig gemacht hatte, wurde gehenkt. Mit weißen Verbrechern geht man natürlich glimpsli cher um. ' In den deutschen Bädern, werden in diesemJahre dieRuffen sehr vermißt. Der russische Adel ließ immer viel Geld sitzen, allein er traut sich in diesem Sommer nicht vom Hause weg : er wartet vielmehr der Dinge, die da kommen mögen, i , Der Kabeljunge meldet, und alle Zei tungen verwenden die Meldung mit Hast, daß die deutsche Kaiserin gelegentlich ihrer goldenen Hochzeit dem Reichskanzler gegenüber ein sehr kaltes, gemcffenesBenehmen gezeigthat. Wir fragen ist es auch der Mühe werth, solches Gewäsch zu berichten? Ein nachahmenswerthes Beispiel haben die Buch und Zeitungshändler dieser Tage in Freeport gegeben, indem sie sich versammelten und beschaffen, den Betrieb der folgenden unmoralischen Publikanen einzustellen: Police Gazette", Police News", Jllustrated Times", Unter the Gaslight", Boys os NewPork" u.Young Amerika." Die Oelproduktion wird noch immer fortgesetzt nnd so hat nun das Petroleum den niedrigsten jemals erzielten Preis mit QllA Cts. das Barrel, erreicht. Das rafftnirte ist Cts. die Gallone werth. Wenn alle Geschäfte stocken, wenn die Zeiten noch so schlecht stnd, bei Krupp in Esten blüth stets das Geschäft, er hat imnnr Gelegenheit Geld zu machen. Der Mann kann nicht verderben so lange der Krieg als ein erforderlichesUebel betrachtet wird. Kürzlich wurde Tag und Nacht an Herstellung von Kanonen in der Krupps schen Fabrick gearbeitet. AlleWelt fragte: wohin, für wen ? Die Frage wurde letzte Woche gelöst, als die fertig gestelltenKanon?n rachChili,Südamerika, verladen wur-' den. Die Peruaner werden also einenGe schmack von Krupp in Esten an derRuhr, bekommen. ' In Egypten werden die Steuer mit telS der Folter eingetrieben. Wer nicht zahlen kann oder will, wird an einemBaüme 'ausgehenkt. Ms er oderJemand für ihn zu blechen willens ist; im anderen Falle läßt man ihn hängen,bis erden verstockten Geist aussiebt. Das deutsche Reich hat dagegen Einsprache erhoben wenn's war ist. Im deutschen Reiche quetscht man die Steuern reichlicher und leichter in Gestalt vonZollen heraus. Man braucht diejeni gen,welche nicht zahlen wollen oder können nicht aufzuhängen; man läßt sie sich auS Verzweiflung selbe? aushängen. ? Seidene Kleider werden jetzt theurer, denn die Seidenernte ist allenthalben miß glückt. Die Preise derSeidenwaaren sind in Folge, deffen schon um 20 Prozent gestiegen. " . .
