Indiana Tribüne, Volume 1, Number 45, Indianapolis, Marion County, 21 June 1879 — Page 1

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. . Otto Schissel, Herausgeber. Office: Ecke Vircle ut Meridian-Straße. Jahrgang 1 No. 45. Znd!a::apokis, Andiana. Samstag, den 21. Zum 1879. Nf

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MADIS0N AVENUE, Indianapolis, Ind., Brauer von Lager- und des rühmlichst bekannten Tafel-BierS.

Zur Entdeckung der Seele. Von Dr. Jäger, der, wie wir hören, sich viel früher mit dem Thier als dem Menschen beschäf tigte und der vor Kurzem die Seele als eine durch'denGeruch wahrnehmbareSubstanz erkannt haben will, geht dem Nedak teur des Auslands" solgendeMittheilung zu : .Stuttgart, den 11. Mai 1879. Wertester Freund ! Da ich weiß, daß Sie sich für meine .Entdeckung der Sele" lebhaft interessiren. wird ihnen vielleicht die kurze Notiz willkommen sein, daß es mir hcute, nachdem mein Chronoskop seit acht Tagen imGang, gelungen ist, den mathematischen Beweis für den Knotenpunkt meiner Entdeckung in wünschenswertherWeise zu fug ren. Aus der nächstenNatursorscherVer sammlung in Baden-Baden werde ich die Seele an Händen und Füßen (sie) mathe matisch gebunden dem Gelehrten-Areopag ad oculos, ad nires et ad rnanum öe monflriren. Mit besten Grüßen Ihr Dr. G. Jager..Wehe, wenn -:s eine Hundeseele ist, die der schwäbische Thierarzt den Natursorschern unter die Nase hält !" (B. V..Z.) Z2? die Tribüne. Er hat's entdeckt, er hat's gesunden, Er hat das schlimme Ding erjagt Und mathemitisch festgebunden, Kann man es riechen, wenn's behagt . O Seele, hinterlisl'ges Düftchen, Wo ha't Du denn so lang' gesteckt ? Wie hast Du, jetzt erroch'nes Lüstchen, Die Wissenschaft so lanz' geneckt ! Ja ja, die Chroioskopen.Nase Ist ein Triuznpf der neu'sten Zeil ! Sie fand, wie Veilch:u unter' Grase, Die seelische Bescheidenheit. Jetzt bricht sich wohldie Riechperiode Mit weiten Nüstern schn iubend Bahn Und, vas bei Polizisten Mode, Thut Doktor Jaeger's Riechorgan. ' DaS Chronoskop roird es erschnüffeln, Wo allen Aufruhrs Seele stinkt ! Dann wird man manchen Dichter rüffeln, Der seelenvoll sein Liedchen singt. Dann wird man manchen Freund der Armen Verspotten : .Deine Seele riecht, .Daß sich die Nase möcht' erbarmen, . .Mit der man oft im Drecke liegt 1 : c O Schwabenland, Du Land der Sieben ; : ? Jetzt ist d.r Achte, Klügste, Dein ! . Was an Verstand ihm noch geblieben Floß durch die Nap, ein Tröpfchen Nein ! L'atrina capitis, o Nase, .. Du sprichst jetzt auf den Kanzeln mit; ' .Die Seele recht!" heißt's mit Sztase! O heayea stop the nose at it ! I Doch Dir, Du großer Seelenriecher, Hang' auf Dein Näschen ich den Kranz !

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neuen Einrichtungen. i7, . -m "TMM ! wmr imWis Nun such' auch Seelchen bei .die Viecher", Tu riechst vielleicht sie unterm Schwanz. Und wenn Du stolz und siegestrunken Auch noch erriechst des Menschen Geist, Dann, hoff' ich, bat sich ausgestunken Dein Seelchen, das da Wahnsinn heißt ! ; F. Grawen-Will. Die Einwanderung nach Amerika. Diesen Artikel erhielten wir von unserm Leipziger Korrespondenten und obwohl mir nicht in allen Punkten damit überein stimmen, wollen wir denselben doch unverkirzt wiedergeben. Betrachtet man die europäischen und speciell die deutschen Verhaltnisse mit un getrübt, objectivem Blicke, so wird man finden, daß dort mehr als je eine Aus' wandrungssehnsucht unter Millionen platzgreist. Hungertypbus und Massenelend ist durch die herrschende Mißwirth schast konstant geworden. Der Kleinbürger und Bauernstand, aus dessen Wirth schaftlichen Ruin, soweit er noch nicht herbeigesührt ist, die europäischen Gesetze hin zielen und hinzielen müssen, maßen sie je vor einerKlassengesetzgebung fabricirt sind, keucht schwer unter einer kaum zu ertragenden Steuerlast. Eine jedeRegung zur Umgestaltung der herrschenden Mißstande wird gewaltsam unterdrückt, die Träger vernünftiger, zum Besseren führender Ge danken werden ausgewiesen, verbannt und eingekerkert. Das freie Wort, nach wel chem die Deutschen schon längst schmachte ten, dessen Genuß ihnen aber nie gewor den ist, ist nun vollends, zur Chimäre ge worden. . Die . kräftigsten, Kinder des Vaterlandes werden in bunte Röcke gesteckt und gleich Sklaven von adlichen und unadlichen Lakaien, deren einziges Verdienst,' das ist, sich die Mühe des Gedorenwerdens gegeben ' zu haben unter einer eisernen Disciplin zum Massenmord getrillt. Schon in der Schule wird den Söhnen des Vaterlandesein Patriotismus beigebracht, der nach nichts als nach Blut und Eisen riecht; echteVaterlandsliebe, echten PatriotiSmuö, der. in der Liebe zur Menschheit aufgeht, kennt die jüngere Generation nicht; diesen ihr beizubringen hütet man sich; Nationalhab predigt man der Jugend und dies giebt man für den echten Patriotismus aus! Eine die Wahrheit liebende Presse, die trotz Kerker und Verfolgung das Banner der Freiheit hoch hielt, trat man in den Staub um desto besser das Geschäft der Vo?ksverdummung durch eine servile und feile Presse betreiben zu können. Das Volk mit Pflichten über lastet und nicht die geringsten Rechte be sitzend, wird noch obendrein durch allerlei kleinlichePolizeichikanen bis zum äußersten gebracht. Kein Wunder also, wenn man danach verlangt ein Land zu verlassen.

wo die Menschenwürde mit Füßen getreten und nur das Heuch!erDenüncianten und Lakaienthum in Blüthe steht ! Der Mittel und Kleinhandwerkerstand, soweit er nicht ganz unter den demorali sirenden Einflüsien der heutigenMißwirthschast das Denken verlernt hat, sieht seinen sichern wirthschaftlichen Untergang, vor Augen und weik, daß derselbe nur noch eine Frage der Zeit ist. Begierig würde er die Hand erfassen, die ihm in einem an deren Vateklande ein besseres menschen würdigeres Dasein, und ein Recht auf Arbeit und Brod sicherte. .Er würde sich nicht lange besinnen, einLand zu verlassen, wo er seinem völligen wirthschaftlichen Untergange nicht entgehen kann. Und.er würde um so eifriger nach dieser rettenden Hand greifen, da er weiß, daß dieZeit bald kommen muß, wo er nicht einmal mehr die Mittel besitzt seinemLande den Rücken kehren zu können. , - ., '. Men weiß, daß in Amerika der kleinste Theil des Landes 'erst' bebaut und urbar gemacht ist und daß es ein Land ist', wo durch Fleiß noch eine auskömmliche Existenz, auch unter den-heutigen, dortigen wirthschastlichen Verhältnissen zu sin den ist; da arbeitende Volk' der alten Welt weiß dies und Heller leuchten seine Augen, wenn von der neuen Welt geredet wird, trotzdem eine feile Presse an falschen und entstellten Berichten über die neue Welt die sie ja zu 'verbreiten ein In teresse hat es nicht fehlen läßt. Wenn nun auch ein Bruchtheil die Ueberfahrtskosten bestreiten könnte, so wüßte es doch eben so gut, daß es ohne weitere Mittel im Osten verharren, den Arbeitsmarkt Übersüllen und seinen dortigen Arbeitsbrüdern Concurrenz machen müßte. Der weitaus größte Theil der Europamüden aber, er ist zu blutarm, er besitzt nicht einmal die Mittel zu einer Ueberfahrt ! Bei Familienvätern ist daher nicht im Entferntesten daran zu denken, daß sie jemals zu diesen Mitteln gelangen sollten ; eine sehr große Zahl solcher Familienväter verdient in Deutschland wöchentlich im Durchschnitt kaum einen Lohn von - 3 M. was, die Familie zu 5 Köpfen gerechnet, bei den

hohen Lebensmittelvreifen ein trauriges Bild derErnährungsweise dieser zahlreichsten Bevölkerungsklasie giebt." Zur Zeit der Reformation wanderten aus Frankreich viele : Tausende aus, Deutschland würde gegenwärtig ebenfalls unter dem Drucke des Socialistengesetzes und der ökonomischen Miswirthschaft eine Massenauswanderung bevorstehen, wenn die pekuniäre Lage des Volkes eine solche wäre, wie in den Zeiten'd'er Reformation. Das Volk kann der Tyrannei nicht entgehen und sühlt deshalb doppelt schwer den Druck derselben. ES muß.vorlSufig geduldig da? Regiment der heiligen Drei faltigkeit, Kirche, Krone und Kanone über sich ergehen lasten, wohl fühlend, -daß die Geschichte der Könige, die Leidensgeschichte der Völker von jeher war und noch jetzt ist. - . - - "; :- :r;' Es ist nun' die Frage ' auszuwerfen': wäre es unter den bestehenden Umständen in der alten Welt nicht im Interesse Ame rika's geboten, die Einwanderung zu,sisti matisiren und auf ' die ' größtmöglichste Weise ztt begünstigen?" ' ' . 7. Sicherlich !" ,.' V V Und eine Agitation dahinzielend', die amerikanische.Regierung'zu bestimmen, die Einwanderung aus der alten Welt nicht nur zu regeln, sondern auch ' nach besten Krästen zu unterstützen, dies ' wäre eine der nähsten und würdigsten Aufgaben des amerikanischen Volkes ! - '; .. Die Frage der Reglung . der Einwände -rung dürfte überdies der amerikanischen Regierung , über, kurz oder lang schon in Gestalt der Cbinesenfräge näher rücken und zu einer brennenden werden,' da nicht zu erwarten ist, daß die Einwanderung über den stillen Ocean , bei der . Dichtigkeit der Bevölkerung Chinas nachlassen würde ; im Gegentheil sie wird mit den Jahren an Stärke gewinnen. -, ' , ' : . 1400 Millionen Menschen zählt - unser Erdenball, davon kommen auf dleBe wohner Chinas- allein 400 Millionen, so

BABGAIN81! in BAßGAItfS!! Mmws Nöw BMÄN ! - o. Solche, die PianoZ oder Orgeln zu kaufen wünschen, werden unseren Porrath als den größten der Stadt sowie des S:aates finden, und zwar zu den niedrigsten Preisen, wenn Güte dcrselden in Betlat kommt.

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daß beinah jeder dritte Mensch ein Chinese ist.' China ist' beinäh 6 Mal dichter bevölkert als Deutschland ; wollte man daher über die Noth des weißen Mannes das Elend seiner gelben Brüder vergessen,' so würde man ein Verbrechen an derMajestät der Menschennatur begehen!. Die unermeßlich weiten, 'reichbegabten Länder Mittel und Südamerika harren trotzdem ihr Dasein Jahrhunderte bekannt ist, noch immer der eigentlichen, durchgrei senden Kultivirung, wir heben nur das eine.Land Brasilien hervor, welches seiner Beschaffenheit nach - ein. herrliches Land, dessen Natur .einem feurigen. Roste der Wildnib vergleichbar I ist.: Den. schwäch. lichen .Reiter bringt' es unter die Hufe, während es denjenigen, der bes zu'zügeln versteht, 'mit unvergleichlicher Kraft und Wohlgefallen trägt.' Dem schwachen Neiter vergleichen wir die 'kleinen Kolonien europäischer' Ansiedler, 'die kaum das Klima ertragen können: . Sofern ste nicht in diesem rechtlosenLande von den erbärm lichen Großgrundbesitzern und deren Regiment erdrückt werden, erliegen sie der über wuchernden Natur des Landes, die in Ge statt aller möglichen Luft-, Land und Wasserplagen sie Tag undN acht befeindet.' Für Chinesen und Jndier jedoch ist dieses Klima nicht viel anders als die Luft der Heimath und zahlreicher freier Einwänderung aus China würde es bald gelingen) die wilde Natur zu unterjoen und ihre ungemesseneKraft zu eigenem und unserem Segen zuleiten. Dann wird das Land mit Leichtigkeit auf jeder Quadratmeile mindestens 2000 Menschen erhalten können, während es jetzt 6 Mal dünner bevöt kert ist als das unwtrthlichste Land Euro pas, das kalte und felsige Norwegen. In der That Brasilien zählt nur 65 Menschen auf- der Quadratmeile und könnte doch bei seinem 155.000.Quadr atmeilen umfäs senden Gebiete .der ganzen Bevölkerung Europas Aufenthalt und Unterkommen gewähren, noch viel leichter aber der hal? (Fortsetzung auf S.Seite.) Aeue Anzeigen. Gcrmania-Theatcr. ßck'e Market und Möke Straße, , ' ( ; Sönntag, den 22. Juni. ' ' ' ' ' Zum ersten. Male : v . ; PQM tt$:M$pdd ! - (Big Bonanza ) .' , . t ,. f. Lustspiel in fünf Akten von P. v. Moser. : In Vorbereitung : Anti Xn.n.tii3xo," . . ; und' : : -, X MUnter der Erde Kintriit 25 ßents-Kwder 10Kenis. . affenöffnung 7 Uhr. Afang präci 8 Uhr. ' SMkmiö des Concordia Tanz-Vcrcins -ta - s Gvove, am ..." Sonntag, den 22. Juni. Ervrek'Waaen verlassen den Kermania ten und cke Delamare und Washington Straße um 9 Uhr Vorm. und 2 Uhr Nachmittag. : Die Einladungen fid orjujeigen. DaS Comite.

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Unerhörte Vargains ! in schönen n Hm ach Waaren ! Um unser enormes Lager von Eleganten Hüten u. Bonnets zu reduzireu, haben wir die folgenden un gewöhnlichen Reduktionen in P: eisen gemacht : Schöne Chipbüte und Bo.nets, slüherer Preis. tz3.ö", jetzt 2.00. Jmilirte Chiphüte und Bsnncts, srühererPreis tz1.7S, j tzt 75 Cents und $.00. Tape Braids, früherer Preis 90 Cts., jetzt 20 bis 60 Cts. ffl-ine Strohhüte, früherer Preis $2, jetzt $1.00. Mittlere Strohhüte, früherer Preis 51.00, jejt 20 bis 60 Cents. Chip.Sonncnhüte, srüherer Preis 60 CtS.,1 25 Cents. Jmitirte Leghorn Flatö, 18 Cents. Man komme zeitig denn die obigen Preises werden einen Anlauf verursachen. L. 8. AYRES & CO., 33, 35 & 37 West Washington-Straße Indianapolis, Ind. olksgarte Die Gartenwirthsckaft desselben ist für die Bequemlichkeit des Publikums auf das eleaanteste einge'ichtet; die besten Getränke und Speisen stets an Hand. Auf reelle Bedienung wird ganz besondere Rücksicht genommen. Jeden Samstag Sountag Abend ftöws OümueH von Vogt's Oi'cliester. ;: Vereinen empfehle ich meinen Garten zur Abhaltung von Somm:rnachtsfesten k. auf das Angelegendlichste. - Zu zahlreichem Besuch ladet ergebenft ein C. C. HEDDEKICH, Gen. Manager. v 0 (VJtk eviv . n) y Ö 3 Morgen ' Sonntag, den 22. Juni in Uwsok's Ynrk. ' . Wagen gehen von 9 Uhr an ab bön der Union Halle. ' ' Prüfung der dcutsch-cngl. unabh. Schule am " Mittwoch, Donnerstag und Sreitag, den 25., 26. und 27. Juni '79. Vom Mittwoch bis Freitag'nackster Woche hält d-e deutsch-englische Schule ihre jahrliche Prüfung ab. Derselben ist eö darum thun, von ihrer Thätigkeit ein möglichst anschaulich- Bitd zu liefern, und sie wird daher, wie in früheren Iah. ren, auch die, mal wieder eine so große und mau. nigfaltige Anzahl von Schülerarbeiten vorlegen, daß sich ein Jede über den Werth der Schule sein' eignes Urlheil bilden kann. Wir hoffen daher auf einen resen Besuch der Prüfung und zwar nicht allein von Seiten der Eltern der Schüler, sondern auch ton allen Denen, die an der hoch-, wichtigen Sache der freisinnigen Erziehung unserer Jugend ein lebhaftes Interesse nehmen.

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