Indiana Tribüne, Volume 1, Number 44, Indianapolis, Marion County, 14 June 1879 — Page 4
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beständige Glück des Menschen und schließ
das zusällige Glück, sowie das aus dem Untergange Anderer begründete .Glück aus. Die Thatkraft des Menschen und sein Forschungstrieb werden deshalb nicht stille stehen, denn der menschliche Geist kennt keine Ruhe. Wohl aber wird sich freierund ungehinderter die Kultur zum Wohle des Menschen entwickeln, und Alle werden ihrer Segnungen theilhaftig wer den können. Blanqui'S Begnadigung ist den sonderbaren" Republikanern der Gambetta-Clique endlich doch abgezwun gen worden. Schunde und Schmach ge nug über sie, daß man sie ihnen überhaupt abzwingen mußte! Die Begnadigung ist am Samstag ersolgt, nachdem am Freitag sogar der communistenfeindlicke Kabel jüngltng von einer großen Aufregung über die, bis dahin noch widerstrebende Haltung des Ministeriums berichten mußte. Also nicht amnestirt blos begnadigt!" Nicht ein Vergeben und vergessen" des Siegers dem Besiegten gegenüber, wie dies im Begriffe der Amnestie" liegen würde blos eine Begnadigung hat die flanzöMe Republik Gambetta" für den Mann, der bereits mehr als 30 Jahre Kerkerhaft im Kampfe für die Republik zu erdulden hatte - für den Mann, der nur eines solchen Unternehmens halber bis gegenwärtig im Gefängniß schmachtete, welches vor Allem den Zweck hatte, einer monarchischen Restauration vorzubeugen. Wir sprechen hier natürlich nur von der Pariser Insurrektion vom 31. Oktober 1870, deren Mißlingen die Verhaftung Blanqu:'S,deffenVerurtheilung zu lebenslänglicher Kerkerhast und deffen auch die ganze Zeit des Commune"-Ausstandes überdauernde Einkerkerung zur Folge hatte ; wenn man nur die, an Unwiffenheit nur von ihrer Dreistigkeit überbotenen Zeitungsschreiber der kapitalistischenPreffe ausnimmt, dann weiß ja fast Jedermann, daß Blanqui, schon aus dem soeben angedeuteten, sehr einfachen Grunde mit der am 18. März 1871 begonnenen Pariser Commune-Jnsurrektion durchaus nichts zu thun haben konnte, sowie ferner : deß Blanqui auch seiner Gesinnung nach kaum als Communist" oder Sozialist" im engeren Sinne, sondern nur als ein Revolutionär gegen Despotismus im Allgemeinen zu betrachten ist. - Also noch keine Amnestie blos endlich eine Begadigung" dem Veteranen des Kampfes für Volksfreiheit und Menschenrechte. Nun Blanqui ist zwar ein alter Mann seine Gesundheit mag durch die lange Gesängnißhast gebrochen sein. Indeffen, bei dem gegenwärtigen Gange der politischen und sozialenEntwicklungFrankreichs ist es wohl denkbar, daß ihm noch die Genugthuung zu Theil wird,' den Geldsacks'Republikanern Gambetta und Cons. Amnestie gewähren oder auch verweigern zu können. Jedenfalls haben diese Gambetta's alle Ursache, sich nicht die Erreichung von Blanqui's Greisenalter zu wünschen, nämlich soferne sie nicht noch eine rechtunangenehme Bekanntschaft machen wollen mit der Nemesis der Geschichte." Ueber die Vererbung von Geisteskrankheiten. Ueber einen viel erörterten und wichtigen Gegenstand der Psychiatrie, die Vererbung von Geisteskrankheiten, waren bisher nur vereinzelte und wenig umfaffendeBeobachtungen angestellt worden. Zum ersten Male wohl wurden solche in größerem Umfange in Preußen versucht, indem die Statistik der Irrenanstalten daselbst' auch darüber Auskunft verlangt, ob in der Familie insbesondere bei den Eltern der Erkrankten Störungen oder abnorme Zustände des Geistes zu Tage getreten sind. Unter den 22,778 Personen, welche 1877 in preußischen Irrenanstalten verpflegt worden sind, waren 3339 oder 14,66 Procent, bei denen auf jene Frage die Auskunft unbekannt" oder zweifelhaft" ertheilt wurde. Leider scheint aber die Schwierigkeit der Ermittelung noch viele Irrenärzte von denselben überhaupt abzu halten ; denn für 8763 Kranke oder 38,47 Procent der Verpflegten haben dieselben keineAngaben über die Erblichkeit gemacht. So bleiben noch 10,676 Personen oder 46,87 Procent, bei denen diese entweder verneint oder festgestellt wurde ; und zwar geschah das Erstere für 4307 oder 18,91 Procent, das Letztere für 6369 oder 27,96 Procent der Gesammtzahl. Obgleich daher die unternommene Erhebung noch nicht
zu vollständig befriedigenden Ergebniffen geführt hat. so ist doch die Zahl der Fälle, in denen . die Erblichkeit der Geisteskrankheit behauptet wird, eine sehr bedeutende. Von allen Kranken, bei. denen Erblichkeit behauptet wird, bilden diejenigen, an deren Elternabnorme Erscheinungen beodachtet wurden, 51,47 Procent, diejenigen, wo sich dieselben bei den Geschwistern der Eltern und Großeltern gezeigt . haben, 23.83, und die, bei deren Geschwistern dies der Fall gewesen war. 24.70 Procent. Bei
der Beurtheilung dieser Zahlen ist aber zu beachten, daß die Geisteskrankheit und ähnliche Erscheinungen in der Familie um so eher der. Beobachtung entgehen werden. je entfernter die Verwandtschaft und je leichter die Form der Krankheit selbst war. Arbeiter Risiko. In Pennsylvanien bat man ein Bureau für industrielle Statistik, welches jedoch sich um die Lage der Arbeiter nicht bekümmert. Im 6. Jahresbericht desselben wird der Lebensverlust der Kohlenarbeiter im Westlichen Theile des Staates, wo es blos bituminöse Kohlen giebt, aufgezählt. Im ersten Distrikt verloren von 18,011 Arbcitern 32 das Leben' und 61 wurden mehr oder weniger beschädigt. 21 Lebensverluste entstanden durch herabfallenden Schiefer und 7 durch Dampskeffel-Explo-sionen. 6 Personen wurden durch Ent zündung von Gas beschädigt, aber keine tödtlich. Es wurden 9 Millionen Tonnen Kohlen gefördert, Nußkohlen und Abfall ungerechnet. Der Arbeitslohn für die Tonne betrug durchschnittlich 42 Cents, und der durchschnittliche. Jahresverdienst der Arbeiter $235 (wovon Qel und Werkzeuge zu bestreiken sind). Im zweiten Distrikt gab es 20 Unfälle, worunter vier tödtliche. Im dritten Distrikt gab es blos 8 Unfälle, worunter blos ein tödtlicher. Gerade von diesem Distrikt aber behauptet der Inspektor, daß die Operatoren um die Kohlen recht billig zu fördern, die Bauten vernachlässigten, die Gräben sich füllen ließen' und Pfeiler, welche zur Sicherheit der Gewölbe stehen bleiben sollten, wegräumen ließen. Wenn also' auch nach stens große Unfälle vorkommen sollten, so giebt es kein Recht, nobody to blame zu rusen. Uebrigens steht die Zahl der Unfälle so ziemlich im Verhältniß zur Zahl der Minen, von denen der erste Distrikt 244, der zweite 58, der dritte 34 enthält. - Ganz wie bei uns! Nachstehendes Histörchen das von der übergroßen Bil dung des Militärs in Deutschland Zeugniß ablegt erzählt eine Bamberger'Zeitung: Der 13 jährige Sohn des hier ganisonirenden Obersten war in schlechte Gcsellschast gerathen vnd hatte sich nicht gescheut, Abends ein Wirthshaus zu besu chen. Der hiervon in Kenntniß gesetzte Vater wollte seinen Sohn zur Heimkehr zwingen, allein derKnabe verweigerte nicht nur seinem Vater den Gehorsam, sondern zog einen Revolver hervor und feuerte drei Schüsse auf. den Vater ab. Glücklicherweise versehlten die Kugeln ihr Ziel; der empörte Vater zog seinenSäbel u. brachte dem Knaben am Kopfe eine solcheVerwundung bei, daß dieser nach zwei Tagen verschied." Also nicht nur bei uns auch im gebildeten Deutschland kommen solche Dinge vor und hauptsächlich ist es das Militair, das solche Rohheiten dort verübt. Die London Times erfährt, daß im letzten Monate 108 neue Aktiengesellschafte gegründet worden sind, mit einem Gesammtkapital von 35 Millionen Dollars. Sie sagt darüber: Das sieht geradeso aus wie ein Wiederaufleben derBörsenspeculation." Die Times hat recht gesehen. Das im rebelmäßigen Handel unbeschästigte Capital sucht Beschäftigung an der Börse ln schwindelhasten Unternehmungen. Weil die französische und russische Heeresstärke vermehrt worden ist, willBismarck vom Parlamente neue eiserne Verwilligung für mehr Soldaten haden. Er wird sie kriegen. Dann vermehren Rußland und Frankreich ihre Armee, und er braucht noch mehr Soldaten. Ueberall krachts! Auch in Australien gehen die Bankerotte los. Die größte Bank in Melbourne hat fallirt. In Paris haben sich nicht weniger als 586 Personen, darunter 21 Kutscher und 87 Aerzte sür die dort freigewordene ßenkerstelle gemeldet. Das ist recht bezeich-nend.
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Auch in Paris sollen demnächst die Leichen verbrannt werden. Die Munizipalbehörden ziehen die Errichtung eines Leichenverbrennungsofens ernstlich in Erwägung. Wem das Verbrennen nicht ge nehm ist, kann sich auch begraben lasten. O herrliches Rußland! Wie meisterhast derDespotismus sich selber un terwühlt,das zeigt die neuePaßverordnung des Czaren. ' Jede Person, Frauen und Kinder inbegriffen, war unter strenger Strafe angewiesen, einen Paß zu führen, so lange sie nicht amHeimathsorte wäre. .Da gewöhnlich ein Drittel allerRuffen unterwegs oder außerhalb der Heimath ist, so verloren ! Hunderttausende ihre Arbeitszeit im Versuche, von den Polizeibehörden, die dem furchZbaren Andränge der Päsiesuchenden bei Weitem nicht gewachsen waren, ihrPapier zu erlangen. Zehntausende mußten weite Reisen nach ihren Heimathorten machen, um dort ihren Paß zu bekommen. Die Ausregung war furchtbar.Die meisten Fabriken und Geschäfte standen still. Jetzt hat man den Termin hinausschieben müssen, bis zu welchem die Pässe beschafft jein müffen, Nicht nur ist der Zweck derMaßregel die Nihilisten ausfindig zu machen, welche sich meist falsche Püffe' verschafften, vereitelt worden, sondern die Nation ist in Aufregung, schweren Schaden und in Ab neigung gegen solcheGewaltherrschast ver setzt worden.' Die Regierung ist mitBlindheit geschlagen zaber es bleibt ein altes, wahresWort: Wen die Götter verderben wollen, dtn schlagen sie zuvor mit Blindheit." Der niederländische Thronerbe, der Prinz von Oranien ist am 11. Juni gestorben. ' Auch die Schweiz amerikanisirt sich denn die Feuerausbrüche scheinen dort seit einiger Zeit epidemisch geworden zu sein. Und da die meisten dmch Brandstistung veranlaßt sind, so ist das ein untrüglicher Beweis schlechter Zeiten. , . Solowies, der Attentäter ist nun auch besorgt und aufgehoben, denn am letzten Montag hatte sein letztes Stündchen geschlagen und er ist den Weg aller Attentä ter gegangen. Er verwahrte sich noch im letzten Augenblicke dagegen, einer Gesell schast angehört zu haben,' die den Umsturz des Staates will und so viel Mühe man sich auch gab, er verrieth nichts. Der Czar hatte ausdrücklichen Befehl gegeben, den Akt zu vollziehen, noch bevor er nach St. Petersburg zurückkehre. ' Klagen über die Wirkung der neuen Verfaffung des Staates Californien hat man bis jetzt nicht gehört. Wohl aber heißt es bereits, daß die gute Wirkung der neuen Verfaffung sich darin zeige, daß die Besitzer großer Länderstrecken ihre Lände reien parzelliren und sie um Preise verkausen, welche es auch den weniger Bemittelten möglich machen, dieselben käuflich an sich zu bringen. So wäre doch einstwei len der Angriff aus den großen Grundbesitz mit Erfolg gelungen. Der Congreß hat beschlossen, an der Stelle von Washingtons Geburtshaus ein Monument zu errichten, und dasür die Summe von 3000 Dollars ausgefetzt. Aus der Größe der Summe schließen wir, daß die Bewerbung von Seiten wirklicher Künstler , um Herstellung des Monuments nicht gewünscht wird. Die Republik kann es nicht afforden" Kunstwerke zu schassen. Die Arbeiterpartei inCalifornien fängt an sich zu fühlen. Wie es heißt, beab sichtigt dieselbe in der Person John Swinton's einen Candidaten für diePrästdentschast aufzustellen.
i'ftl't.'Z. -Bmmm 5 8QUABE,) . INDIANAPOLIS, IND. Brauerei 'm Staate. Mein Lägerbier "Rnftlf 15" ist Ynr nTTprn nnhrn nTf C. F. Schmidt. , Die Demokraten vonJndiana sprechen von Frank Landers als von ihrem nächsten Kandidaten für den Gouverneursposten. Die Greenbacklers im Staate Maine sollen in der letzten Zeit bedeutend an AnHängern gewonnen haben. In gut unterrichteten Kreisen wird Murat Halflead, der Herausgeber . des Cincinnati Commercial" als der Nachsolger McCrary's im Amte des Kriegssekretärs bezeichnet. Die Sauregurkenzeit ist für die Arbeiter der Baumwollenfabriken bereits im Anzüge. ' . - - Die Gambrillsche Fabrik entläßt 3-4(X) Hände weil das Baumwolljahr" zu Ende ist und andereFabriken werden folgen müs sen. Wäre nicht so viel Ueberzeit gear beitet worden, so würde länger Arbeit vorHanden geblieben sein und mehr Ersparniß um die Sauregurkenzeit auszuhalten. Harmlose Drohungen. Die zwei größten Prahlhänse unter den demokratischen Abgeordneten sind Blackburn (Ky.) und McMahon (Ohio). Ersterer ' sagt : Ich werde in der von der Demokratie eingenommenen Stellung ausharren, bis die Hölle zufriert, und dann werde ich den Kampf auf dem Eis fortsetzen und auskämpfen." Der Zweite aber sagt : Ich werde im Kampf gegen die Bundeswahlaufsicht ausharren, bis mich die Ameisen in kleinen Stückchen durch daö Schlüsselloch der Bronzethüre des National-Abge-ordnetenhauses schleppen." England bezieht jetzt .400,000,000 Pfund Wolle aus seinen Colonien, wovon die Hälfte nach dem Festlande von Europa ausgeführt wird. Es könnten also alle Engländer recht wohl in der Wolle sitzen ; statt dessen werden die meisten von ihnen selbst geschoren. Am vergangenen Mittwoch feierte Kaiser Wilhelm in Deutschland seine goldne Hschzeit. Selbstverständlich war ganz Berlin auf den Beinen und wurden demKaiserpaare die größtenAnerkennungen zu Theil. Das Volk feiert ja so gerne Feste!- . - In den letzten acht Monaten sind in Italien 890 Mitglieder geistlicher Gesellschaften wegen Unzucht bestrast worden. Das ist sehr begreiflich, denn die Natur rächt sich gegen jedenZwang. Mann kann sich denken, daß die Zahl der unentdeckten Unzuchtsfälle eine noch bei weitem größere ist. . Aus Mainz wird berichtet, daß etwa 300 Sozialisten sich anschicken nach Ame rika zu reisen.'' In Deutschland ist es unerträglich und das Volk wird förmlich zur Auswanderung aufgefordert. ' Das ist starker Taback! Der Unterosfizier Pude, welcher jvor einiger Zeit den Studenten Sicken in Würzburg meuchlings niederschoß, ist nun als ausbildender Unteroffizier" den Einjährig-Freiwil-ligen, die überwiegend Studenten sind, vorgesetzt. Nichts illustirt die. Militär, wirthschaft in Deutschland vortresflicher. . "H -,- Eine Nemesis eigenthümlicher ' Art hat den ehemaligen Polizeirichter Sträub in Cincinnati ereilt. Er war als Richter unbarmherzig und unerbittlich gegenLeute, die eines Rausches wegen verhaftet waren. Jetzt ist er der unverbesserlichste Trunkenbold in der Stadt, hat alle Aussicht, einst imRinnsteine zu enden und ist der häufigste Insasse der Stationshäuser. DasSchickal spielt ost wunderliche Streiche.
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