Indiana Tribüne, Volume 1, Number 44, Indianapolis, Marion County, 14 June 1879 — Page 1

j :i f. ' - s ' Jl.. $ ' " s . - V f v i iV Otto Schissel, Herausgeber. Office: Ecke Circle u. Meridiau-Straße. Jahrgang l No. 44.

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MADIS0N AYENUE, Indianapolis, Ind., Brauer von Lager- und des rühmlichst bekannten Tafel-VierS.

tFSr die Tribüne. Der Aermsten Begehren. Von F. GrawemWill. Beklagt mich nicht, weil ich in Lumpen gehe, Verachtet nicht mein Stückchen trocken Brod Und wenn ich Euch auch oft im Wege stehe, O, schlagt mich nicht mit Euren Blicke todt ! Mein Daseinskampf war eine Niederlage, Ich hab' gebuhlt, wie Ihr, um ElückeS Gunft Und, daß ich jetzt am Hnngertuche nage, O, nennt es nicht der Faulheit schlaue Knnst! . Ich sprech' zu Euch, die Ihr, mit ßolzenMienen, Nicht Gaben habt für meiner Noth Aliar! Doch hat e mir zuweilen auch geschienen, i wenn für Euch mein Anblick peinlich war. .Hinweg mitDir!" so hört' ich'S inEuch sprechen, .Dein Jammerbild beschämt uns allzusehr! .Du darfst den Stab nicht über Reiche brechen ! .Dich drückt dieNoth, un drückt vielleicht noch mehr! .Un drückt die Sucht, die Un'sren' zu beneiden, .Uns drückt der Haß, den gera man Ehrgeiz nennt, .Uns drückt die Angst, (die alles kann verleiden,) .. .DaßNnglück uns von unj'renSchätzen trennt! ,UnS drückt die Wucht erlog'ner Freundlichkeiten, .Uns drückt die Lust, die stet mit Ekel schließt, .Den Magen drückt das Mahl, das wir bereiten, .Eö schmeckt uns nicht, weil Hunger nur genießt ! ..UnS drückt daöG.'ld,daS ängstlich wir bewachen, .Denn ohne D'S sind nichts wir in der Welt; .Nur dadurch läßt auS uns sich etwas machen, .Wenn unser Nichts sich auf den Zinsfuß stellt!" So spricht'S in Euch ! ES hilft Euch kein Mas. kiren, . Ein armer Mensch steckt nur m Eurer Pracht! S Ihr laßt, wie ich , die Armuth Paradiren, Nur merkt Euch das : ich wein' dabei, Ihr ' lacht! ii-,. Beklagt mich nicht der armen Lumpen , wegen, ,' . Mich einst, Ihr seid' . mitGlanzbeklagenS. ' . werth, 1 1ndeß ich mich am trock'nen Brod kann Pflegen, Wird Ueberdruß in SchüsselnEu ch bescheert. ' ' Ich neid' Euch nicht di: Fälle Eurer Schätze, Gott sei davor! genieß't sie, wenn Jhr'S !";:'' : ' ' könnt Z , . Ich will sie nicht! Ich will nur eins , Gesetze, Vor denenIhr als .B r u d e rmich erkennt ! ! Der Selbstmord. Einen interesantenVortrag über dieZu ' ''nähme der Selbstmorde hielt Herr Oskar Wolf im vorigen Monat im cons. Neuen y Volksverein- in Berlin. DerRedner wieb an der Hand der Arbeitern der Statistik u. . der Studien von A. Wagener nd Alex "ander v. Oettingen die " erschreckende Zu. nähme dieser traurigen Erscheinung nach

und war der Meinung, daß, trotzdem die Wissenschaft dem Umsichgreifen derSelbst morde ein ernstes Augenmerk zugewandt, es noch der Herbeischaffung umfangreiche ren Materials bedürfe, um die einzelnen, für die psychologische Beurtheilung dieser Erscheinung in Frage kommenden Mo mente zuverlässig kennzeichen zu können. Im Allgemeinen hielt er, was das Einge hen auf die mit dem Auftreten des Selbst mordes in? Zusammenhang zu bringende Umstände anbetreffe, für erwiesen, daß die allgemein verbreitete Auffassung, es sei die Jahreszeit, welche eine gewiffeMelancholie zu nähren scheine, die Herbstzeit und der traurige Winter, geeignet, den verzweifelten Entschluß der That nahe zu führen, nicht richtig sei, daß vielmehr die. Seibst mord-Tendenz mit dem Steigen undSin ken der Sonne steige und sinke. Der Ju ni und Juli zeige die größten, die Monate November bis Februar die geringsten Selbstmordziffern. Ebenso hielt er es für constratirt daß wie die Statistik er gebe, zwar die Betheiligung des jugendli chen Alters an sich am Selbstmorde eine geringere gewesen sei,' aber dafür die Be theiligung am ' Selbstmördern ein noch jugendlicheresAlter, als man seither wahr genommen, zurückgreife; daß man nicht mehr nur von einer Betheiligung am Selbstmorde bis zum Alter von 15 Jahren herab sprechen könne, sondern das die Betheiligung an dieser verzweifelten That schon bis zum Alter von 10 Jahren herab reiche. Noch trauriger sei daß Ergebniß der Feststellungen, daß gerade im höchsten Alter die. Zunahme der Selbstmorde am stärksten hervortrete, bis zum Alter von 80 Jahren hinauf. Dem gegenüber erscheine der Wunsch, den man so gern seinem Nebenmenschen mit auf den Weg gebe, daß ihm ein glücklichesAlter be

scheert sein möge, wie ein Hohn. Zu ei. nem bemerkenswerthen, wenn auch viel leicht noch nicht ganz genau festgestellten Ergebniß sei Adolf Wagner durch seine Studien über die Selbstmord-Zunahme gelangt: zu dem Schluffe, daß weniger verachtenswerthe Beweggründe denSeldst mörder auch meist zu so zu sagen nobleren Mitteln zur Schußwaffe, zum Gift greifen lasten,' um seinen traurigen Ent schluß auszuführen,und daß die niedrigsten Motive den Tod durch Erhängen wählen lasten. Es habe danach eine tragische Bedeutung, daß gerade diese. Selbstmordart, dasErhängen,unter allen anderen jetzteine so erschreckendeZunahme zeige. Redner glaubt,ohne in die vielseitig an gestellten weiteren Studien über die mit dem Selbstmord zu verknüpfenden Verhältnis' einzutreten, jedenfalls da von ausgehen zu können, daß der

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Selbstmord in seinerällgemeinenZunahme auf eine allgemeine Störung in den Ver hältnisten hinweise,welche seither dasLeben als werthvoll und den Selbstmord als eine Unthat erscheinen ließen. Redner versucht demnächst durch Her vorheburyz der Aussprüche der Dichter ü. Denker unserer .Nation eine Charakterist rung derZeit, in welcher sich diese traurige Erscheinung in so erschreckende Weise geltend mache.. Er weist darauf hin, daß an die S'telle derAnschaung, daß die erheben sten Genüffe in dem Sicherheben über den Kampf des Lebens zu finden, gerade das Streben, sein Heil nur im Kreise der ma teriellen Jntereffen zu suchen, getreten sei. Der Blüf auf die Welt habe sich unter die sem Einfluß verengert und schließlich halte man nur noch das für dasWohlder ganzen Welt, in dem man sich selbst wohl befinde; das nur für Freiheit, was einem selbst zu Gute komme und das für Unglück. Unrecht und Sclaverei, was den beschränkten egoistischenAuffaffungen und der unbeschränk ten Genußsucht im W?ge stehe. Nur wenige vermöchten naturgemäß auf Grund solcher hochgespannter Erwartungen vom Leben, ihre Besricdigung zu erlangen, der größere Theil habe mit Enttäuschung, Un Zufriedenheit und all den bedrückendenEm, psindungen zu kämpfen, welche wohl geeignet wären, zu einem Ende zu' führen, dem Göthe seinen Faust beimAbschied vom Leben Ausdruck geben läßt: .Fluch der Hoffnung, Fluch dem Glauben, Fluch vor Allem der Geduld l" ) In dem prächtig geschmückten Ver sammlungssaale des Bierbrauer Con gresses in St. Louis waren verschiedene Sinnsprüche an den Wänden angebracht, unter anderen folgende : Trinke nie gedankenlos Und nie gefühllos trinke, Mach Dich nicht allzu groß. Und nie zu tief versinke. Wer weiß, wie viel er vertragen kann, Da ist in der That der freie Mann, Ihn kümmert nicht der Heuchler Gesetz. Er macht sich selbst sein Temperenz Gesetzt ' Wer nie im Brauhaus hat geschafft. Geschwitzt in heißem Darre.Dunst, Gebraucht im Keller Köpfend Kraft, Der kennt sie nicht, die BrauerKunst. .... Heraus mit dem Wort, wenn es wahr ist, - Hinab mit dem Trunk, wenn er klar ist. -: Pure Elixir of Malt and Hops Beats all ttie drugs and all ttie drops, Die Holzfäller im nördlichen Schweden, 10,000 an der Zahl,' sind im Aus stände. Wenn man die große Genugsam seit der schwedischen Lohnarbeiter bedenkt, so muß der Lohn gewiß' absolut unge'nü gend sein. Und in diesem Falle kann man nicht zur Sozialdemokratin sagen : Das hast Du gethan. Denn in Schweden hat sie noch so gut wie . keinen Fuß gefaßt am wenigsten m den schwedischen HinterWäldern. ; Wohl aber ist der Kapitalismus mit seinem Gefolge allgegenwärtige wie'es Jehovah niemals gewesen ist. - i-.;;,? )Mag auch ein Theil der Motive der Selbst, morde auf sogenannte kosmische oder anthröpg. logische Ursachen, das sind .solche Ursachen,die w'e Rachsucht, Neid, Haß)orn, Wahnsinn von den persönliche Charakteranlagen und physischpsychischenEigenschaften deö JndididmmS abbangen, zurückzuleiten sein, so beweist, doch schon die Lebensstellung der Selbstmorder, daß die große Mehrzahl derselben jenen Schichten an gehört, die zeitlebens mit des Lebens Nothdurft zu kämpfen haben. Kein . Statistiker r nimmt in Folge dessen Bedenken, die Zahl der Selbstmorde als einen Gradmesser für die jeweilige Befchaf fenheit der gesellfchaftlich.politifchen Zustände zu betrachten und sie mit ihnen in unmittelbaren Zusammenhang zu bringen. ES zeugt daher nur für die Einseitigkeit seiner BetrachtungS. weise, wenn Herr Wolf zu den .materiellen Ge. nussen" und zur Genußsucht" als Sünden, böcken greift, um sie für die Zunahme der Selbst, morde verantwortlich zu macheu. ..Wenigstens läßt sich nicht absehen wie in denjenigen so zahl reichen Fällen das Kunststück zu Stande gebracht werden soll, die .erhabensten Genüsse in dem Sich erheben über den Kampf des Lebens zu sin. den", wo der Körper eben diesem .Kampf des Lebens" erliegt. tL; d. Red. -j

14. Juni 1879.

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MöM6s Mö lZVgölN ! f Solche, die Piano? oder Orgeln zu kaufen wünschen, werden unseren Vorrcth als den größten der Ltadt sowie des S'.aatei finden, und zwar zu den niedrigsten Preisen, wenn Güte derselben in Betracht kommt.

Decker Bros. PljislN? und Fischer j lINIlUü, Religiöse Schwärmerei steckt-an! Der Kinderschlächter Freeman von Pocasset, Mass., hatte in Portsmouth, N. H., bald einen Nachfolger gefunden. Ein Chas. Goodwin bat die dortige Polizeibe hörde, seine Kinder unter ihre Obhut zu nehmen,' da Gott ihm befohlen habe, sie zu tödten und er diesem Gebot folgen müste wenn er Gelezenheit habe, so zu thun. Hier liegt also der liebende Vater mit dem fanatischen aller Grausamkeiten fähigen religiösen Schwärmer im Kampfe. Einem lichten Momente Goodwins ver danken seine Kinder das Leben. Goodwin ist ein Opfer sogenannterBekehrungs Versammlungen (Revivals). Man wies ihm eine Irrenanstalt als Wohnst!) an. Das langjährige Uebel, welches bisher die.Schuld daran gewesen ist, daß die Emigration nach Californien niemals eine große Ausdehnung gewinnen konnte die großen Ranchos und mexikanischen Land Grants im Besitze einzelner Individuen, fängt jetzt an nach und nach zu schwinden, denn viele Besitzer solcher Ländereien ha den in letzter Zeit ihre Strecken in kleine Farmen abgetheilt und dieselben auf den Markt gebracht. Hierdurch ist eineMenge gutes Land, besten Boden fähig ist, irgend ein Produkt hervorzubringen, dem Farmer zugänglich' gemacht worden, und zwar zu solchen Preisen, daß jeder fleißige, arbeit same Ansiedler seine Rechnung dabei stn den wird. In Süd-Californien werden heute ganze Landstrccken von bcsterBodenbeschaffenheit, von denen einige sogar das ganze Jahr hindurch bewässert werden können, zum Preise von 55 bis $15 Dollar per Acker angeboten. Diese Ländereien eignen stch nicht' allein zur Anpstanzung von den verschiedenen Getreidearten, son dern auch die'Weintraube, sowie semi-tro-Pische Früchte, als Orangen, Citronen, u. a. m., gedeihen auf ihnen vortrefflich. eue Anzeigen. Mm MlSMDSo den 16. di M. werde ich mein Lokal No.346SüdOststr. - ' ' - - . " i ; , mit einem -,- HvoGen Lunch ' ' ; 'i ' ' , -' ' , . ...... . . bestehend auö allen nur zu erlangenden Delikatesten w i e d e r) eröffnen, und lade alle Freunde und.. Bekannte, freund lichst ein ihr Erscheinen Aufmachen.- ! , 7 ' Georg Königes ' ' . r ; ' ' ' 5..":-r... .i. :! r yjs . i . . .i i i. 3Ä Oüd QMrasze. V . 4 kl J!i ! e" ? . 1 1 j WM U -: Am Dienstag, den 17. d. 5?c. werde ich mein anfS neue und, schönste renodirte Lokal r i . t No.202SlldIllinoisSt, cä t 3üinoii nnd Oiidflrcöe mit einem ? ! : - , -- .- vr ) : y eröffnen, und lade alle Freunde und Oekannten dazu freundlichst ein. .'- - I , . - , f I ' I . ' ist. QC)Ü.

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