Indiana Tribüne, Volume 1, Number 43, Indianapolis, Marion County, 7 June 1879 — Page 6
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ebrochener Stolz. o v . f Roman von S. ZZaumann. (Fortsetzuug.) PaulWaldon erschöpsle seine Kasse, um seme Frau geschmackvoll zu kleiden.. Er hatte "ihr auö einem Magazin fertiger Garderoben einKleid von weißer Halbseide gekäust und Beide wähnten in ihrer Einkalt, dak eine größere Eleganz gar nicht denkbar wäre. .Dieser vornehme Lord wird sehen, daß ich für Dich gesorgt habe", sagte der junge Ehemanns . - r ... . Der Morgen ihrer Abreise brach an und sein bleiches Antlitz war wohl geeignet, Mitleid zu erregen. Es gilt ja nur einen einfachen Besuch", beruhigte Ella ihren betrübten Gatten. .Ella, mein süßes Weib, Du wirst Dein Herz nicht lieblos von mir wenden, Du wirst Reichthum und LuxuZ nicht so hoch schätzen lernen', daß Du mlH hinfort nicht mehr lieben , kannst?" Sie beruhigte und liebkoste ihn. während er sie in seine Arme schloß und es versuchte, ihr Lebewohl, zu sagen. .Du mußt Dich so viel als möglich zu zerstreuen suchen, Ella. Gräme dich nicht zu sehr in dem Gedanken, daß Du mich ganz allein hast zurücklassen müssen. ' Ich werde glücklich sein, so ost ich mich Deiner erinnere und das wird immer geschehen. Bleibe mir treu, mein herziges Weib und möae Gott Dick und unsern Knaben in seine Obhut nehmen." - Also trennten sie sich und er verfolgte sie so lange mit sein Blicken, bis der Wald sie ihnen entzog. Seine Liebe zu ihr war so ergreifend, daß er, wenn er all' das Leid hätte voraussehen können, was ihm bevorstand, an gebrochenem Herzen gestorben wäre. - o - Es überraschte den .Advokaten, zu J6e merken, wie bald Frau Waldon,, ihre Fassung wieder erlangte. Wie bitterlich sie auch beim Abschiede von ihrem Manne geweint hatte, so verflechten ihre Thränen sehr schnell.. Der Wechseldas Neue und die Bewunderung, welche ihre. Schönheit überall erzielte, ergötzten sie. Jbre Eitel keit fühlte sich geschmeichelt und kein Ge .danke an das vereinsamte, trauernde H.rz, welches um ihretwillen allerBequemlichkeit , entsagt. hatte,. störte ihre .hochfliegenden -Pläne. und Träume. Sie erreichten ohne .Unfall das Schloß Bralyn - und .ihr Ver. .gnügenbeim Anblick des - prächtigen Ge .bäudes war unbeschreiblich. :- - AlS Lord Carlswood's Augen sich zuerst aus ihr schönes Antlitz richteten, hätte er beinahe seine Selbstbeherrschung - ringe büßt. ; . . , . : Es ist Käthe": murmelte Lord Carls, wood, Käthe, welche vom Tode erstanden -ist." '..Ella begrüßte ihren Großvater mit Anmutb und Würde, indem sie ruhig sagte: ' .Wollen Sie mich um meiner verstor.benen Mutter willen ein wenig lieb 'haben?- . . : rr: ' Lord Carlswood drückte einen Kuß. auf irjrc weiße Stirn ; er schaute .ihr in die glänzenden, dunkelblauen Augen und legte seine Hand auf die schimmerndeFülle ihres .Hauptbaares. - .? ,.Jch werde lernen," äußerte Lord Carls wood, .Dich um Deiner, selbst, nicht um Anderer willen zu lieben.. Ist dies Dein .Sohn? Du siehst 'so jugendlich aus. Ella. . , . - . ... , ,x .Ich habe auch noch nicht mein zwanzig . stes Jahr-erreicht", .antwortete', sie mit be zauberndem Lächeln, und dieses Lächeln . stand ihr so schön, daß der alte Mann in - ihren Avblik versunien dastand. . Er schloß . den Knaben in seine Arme. ... .Das .Kind . hat einen Carlsmood' eschen Zug-im' Gesichte",.sagte er nach ? denklich. ..... ... .. Ella bewies zum Entzücken ihres Groß - Vaters, daß auch sie. etwas von .dem alten Carlswood'schen Geist und Stolz besaß. . Obgleich . die Neuheit, die Pracht, der .Lurus sie .mit Berwunderuna erfüllte, ließ . sie keine Silbe .darüber fallen.. Er hätte vulgäre Ausrufe, Ausbrüche von Vcrwun - derung von ihr befürchtet er hätte seine Besrgniß sparen können. Wenn Ella etwas fah, was ihr unbekannt, war, er kundigte.sie sich ruhig danach. Der Lord ward von ihrem Benehmen bezäubert, sie bezeigte auch keine Spur von linkisazen Manieren. Er hatte , sich ihre-. Sprache als eine breite, provinzielle vorgestellt, und siehe da, ihr Accent war eben so rein
undioohlMngend, wie der seinige.-'- Dachte
' -1 i Ella an ihren Mann zurück, der sie so aufopfernd liebte ? Glanz und' Reichthum drohten die' ederen Regungen ihres Her zenS zu ersticken. ' Armer Paul! ' Ella unterdrückte einen Schrel .deS Er staunens, als sie der Haushofmeister zu einer Reihe , prächtiger Zimmer, führte, welche für. sie ausgestattet worden' waren. Für den Knaben , war' ein Spiel, ein Wohn- und ein Schlafzimmer mit jeg licher Bequemlichkeit hergerichtet und ein freundlicher Diener, sowie eine kleine Magd zu seiner Bedienung angewiesen. Die vielen Zimmer, welche Ella zum Ausenthalte dienen sollten, waren mit einer so erlesenen Pracht und Verschwendung möblirt, daß eine Königin sie sich nicht eleganter hätte wünschen können. Ella weidete an den rothseidenen Tapeten, den seltenen Oelg'emälden,den dustenden, aus ländischen Gewächsen und Blumen, den prächtigen Statuen, dem kostbaren geschnitzten Möblement stundenlang ihr Herz. -' . . .Sind diese vielen Zimmer sämmtlich für mich bestimmt ?" fragte sie, verwundert umhersehendhielt dann' aber mit 'angeborenem Tact inne, indem sie sich sagte. daß die Dienerschaft des Schlosses es nicht einmal ahnen dürfe, wie sehr dieserGlanz ihr ungewohnt sei. Und als sich vollends die Thür zur Garderobe öffnete, erblickte sie die wunder vollsten Schätze inSatin, .Seide, Sammet, Spitzen, Kaschmirshawlß, Mänteln von feinstem Sammet u. s. w., und alle diese Prachtgewänder waren .direkt aus Paris verschrieben worden. Das Antlitz Ella's strahlte bei diesem Anblick vor Entzücken. .Dars ich Ihnen meine Hilfe anbieten, gnädige ; Frau", fragte 'eine Kammerzofe mit zierlicher Verbeugung, .damit Sie sich zur. Mahlzeit' umkleiden können?" Und Ella bejahte. diese Frage mit klopfen dem Herzen. . .' . . Die Zofe hatte eine Halb-Toilette er. wält ein Kleid von reichem, blauem Sammt, geschmückt mit feinem Spitzenbe fatz. Sie arrangirte die.wogendenMasien ihres lichtbraunen Haares so,' daß dessen Ueberfluß sofort in's Auge .fiel und .that eine weiße Camelie hinein. .Dann öffnete sie ein Juwelen Kästchen, welches auf dem prächtigen ToilettenTisch prangte. Es enthielt eine . Reihe von.Perlen ein fun. kelndes Halsband, ein Armbnnd und Ohr ringe. - " " : ;;. . b -. . , Ella betrachtete sich, als ihre Toilette vollendet war selbst mit - eineml Gemisch von Furcht undBewunderung. .. War diese reizende, strahlende, prächtig ' gekleidete Dame wirklich Paul-.Waldon'S Gattin? Der weiße, anmuthig geformte Hals,, die blendenden Schultern waren so schön wie die im matten Glänze schimmernden Per len ; die gerundeten Arme waren vollendet geschaffen, wie. die schlanke Figur, dieZüge des strahlenden, jugendlichen Antlitzes. Träumerisch vertiefte sie sich mehren eigenen Anblick. :-: . : '.Jch wünschte Paul könnte mich jetzt sehen", dachte sie und erinnerte sich daran .daß ich eS nur nicht versäume, an ihn zu schreiben." Sie begab sich jetzt in's Gesellschastszimmer, wo' Lord Carlswood und Herr Ford ihrer harrten. Beide blickten überrascht auf, als sie die schöne mädchenhafte Gestalt hereinschweben sahen.- Der alte Lord zollte ihr Complimente und ihr rei rendes Antlitz lächelte triu'mphirend. Sie bestand die Feuerprobe derEtiquette während des Mahles ganz vorzügliche Es fravpirte sie die Pracht des Speisesaales, die. massiven Silbersachen, die edlen Weine, die köstlichen Gerichte, aber, sie nahm sich sehr zusammen, ihremGroßvater nicht zu mißfallen, überwachte sein Beneh men und ahmte ihm nach. : Drei Monate sorgfältigen Unterrichts bei einer geschickten geübten Erzieherin", dachte Lord . Carlswood, .werden,.' Ella vollständig solonfähig machen." . Nach Tische sah Ella während einer Pause plötzlich 'ihren Großvater ' an und sagte : -; . -'. , . . ' ; Ich darf nicht vergeffen, Paul, meinem Mann zu schreiben; er wird sich nach einem Briefe von mir Lehnen." LordCärlswood nahm eine wegwerfende Geberde am : .Du wirst mich Dir ver pflichten, wenn Du, so lange Du in meiner Gesellschaft bist. Dich enthältst, denNamen dleses Menschen auszusprechen : Ihr Antlitz ward blutroth vor Zorn eine stolze Erwiderung schwebte auf ihren Lippen; aber ihre Klugheit gewann die Oberhand' sie erwiderte keine Silbe Später erwies Lord Carlsmoöd sich gütiger gegen sie als je. Er zeigte, ihr
seine großartige Bildergallerie, er. plau derte mit ihr und erlaubte ihr wahrznneh men, wie sehr er sie bewunderte. : Ohne zu prahlen oder sich. zu rühmen gab er ihr eine schwache Vorstellung von dem Ruhme des Hauses Carlswood. Er zeigte ihr die alterthümlichenPanzerhemde, welche, die heldenmüthige Streiter seines Geschlechts getragen hatten ; er zeigte ihr die Portraits von Männern, derenStimme das Land beherrscht hatten er zeigte ihr die Bildnisse -von Ladyö, deren Namen, ihrer Schönheit und Anmuth halber, im Lande sprüchwörtlich geworden waren. Ella lauschte athemlos, uhne Commen tar, seinen zierlichen Worten. Im Geiste verglich sie die Pracht ihrer ganzen Um gebung mit der Dürftigkeit ihrer WaldWohnung.' Konnte sie, wenn sie dahin zurückkehrte, dort jemals zufrieden, glück!ich leben? Lord Carlswood maß sie schweigend mit seinen Adlerblicken; ihm fiel der Ausdruck ihres Antlitzes aus und er vertiefte sich absichtlich mit ihr in eine gewählte Unterhaltung. .Unterläßt sie es, am ersten Abend ihrer Abwesenheit ihm zu schreiben", sagte er bei sich selber, .ist mein Spiel gewon-
nen. Es wird ihm zeigen, was er zu gewärtigen hat, denn ich fange an, mich der sicheren Hoffnung hinzugeben, daß sie mich nicht wieder verlassen wird". Als Ella ; weit über die Mitternachtsstunde hinaus .sich von. ihrer Kammerzofe entkleiden ließ, sagte sie zu sich selbst : .Wehe mir! Ich habe versäumt, an Paul zu schreiben!" Elftes Kapitel. Schon nach einigen Tagen begann Ella Waldon sich in Bralyn heimisch zu sühlen.. Sie gewöhnte sich an den daselbst herrschenden Glanz, die. Pracht, an das Leben, welches 'sich ihr aufthat. Verwundert blickte sie aus die Vergangenheit zurück und dachte an ihr . einsames, freudloses Dasein in der ländlichen Wohnung. Wie hatte sie diese Ruhe, diese Entbehrungen nur ertragen können ? . ' Lord Carlswood wußte sie sehr, geschickt, in sein Netz zu ziehen. ' Er äußerte nichts, w'aö sie ihm verübeln konnte,' aber er 1 ließ keine Gelegenheit unbenutzt vorübergehen, um seine .stolzen Grundsätze bis w die Lüfte, zu, erheben und seine Verachtung gegen die Liberälen und Bürgerlichen kund zu geben. Er schalt stets.auf die Armuth, jedoch in solcher Weise, daß sie keine Beleidigung darin erblicken konnte.' Die Zeit kam,wö' sie, anstatt , sich darüber zu beunruhigeu, sogar mit jedem seinerWorte übereinstimmte, und kaum', hatte der Be sitzer von Schloß Bralyn diese, ihm sehr liebe, Entdeckung gemacht, als er auf der Stelle Herrn Advokat Ford ersuchen' lt'eß, zu ihm zu kommen. .Meine Enkelin wird mich nicht mehr verlaffen", redete der Lord .den Advokaten an.' Jch bin besten ganz gewiß". .' . .Darf ich fragen, was Sie zu dieser Annahme bewegt V .Der Umstand, daß ihre Hauptleidenschaft Eitelkeit ist ; sie besitzt mehr Eitelkeit als Zuneigung. Ich. habe edle Damen gekannt, sogar solche,, die. meinen Namen sühren welche dem Reichthum der ganzen Welt.eutsat hätten und bereit .gewesen wären, ihr Lel'en für ihre Liebe dahin zu geben. . Aber Ella hat eine viel leichtere Natur. Sie wird gerne bei mir. bleiben. behaupteNch zuversichtlich, da ich ihre Eitelkeit sröhnen kann, was ihr Mann nicht vermag." , - .Es kommt mir beinahe wie Meuchelmord vor", sagte Herr Advokat. Ford, indem er sich das verzweiflungsvolle Antlitz des jungen Mannes beim Abschiede von semer .Frau vergegenwärtigte, .und ich. Mylord, möchte an Ihrer Statt solche Manipulationen nicht aussühren." . . . .Das ist .meine Sache; ich nehme alle Verantwortung auf mich", versetzte der Lord mit eisiger Ruhe. . s Dann begann er, seine Enkelin zu versuchen. . Er . schilderte ihr.' in . lebhasten Farben die große.Welt, ihre Vergnügungen, ihre Zerstreuung, ihre Ehrenbezeugungen ; er machte sie darauf aufmerksam, daß eine Schönheit, wie die ihrige, ällge memeß Aufsehen erregen, daß sie in London, sogar unter, der vornehmsten Arist5kratie, wie -eine Königin verehrt würde.' Der. Lord bestach sie durchie kostbarsten Diamanten und Perlen, durch die 'prächtigsten Gewänder, durch eine unerhörte Verschwendung. Er bestand -darauf, daß sie reiten lernen müsse und . lauste ihr vier stolze Vollblutsrappen, deren Werth ein Vermögen ' repräscntirte'.' ' Luxuriös ausgestattete Wagen mit Dienern, in reich-
ster Livree standen ihr zu jeder TageszeN zu Gebore. .. . ... ; . Er versuchte sie durch ihreLiebe zu ihrem Sohne, den er wohl zwanzig .Mal. am Tage in seine Arme zu schließen und wegen seiner edsen . Gesichtszuge, sowie . seiner ungezwungenen, einnehmenden Manieren zu loben pflegte., .ES wäre , jammerschade", sagte er, wenn Lionel in einem WaldhSuSchen auswachsen sollte, mit keiner anderen Zulunftsperspektive als der, dereinst ein respectabler Hegereiter zu werden; dieNatur hat ' ihm das Zeug zu einem Edelmanne gegeben. Lionel,Lord Carlswood, würde vielleicht der größteMann sein,esGeschlechtS
werden". Er verlockte sie schließlich durch die wunderbare Achtung,. welche er seinen Ahnen zollte; er erzählte ihr die berühmten Thaten der- verstorbenen Ca'rlswoods und pflegte dann, plötzlich in seiner Rede innehaltend, mit seltsam rührendem Ernst auszurusen : Ich könnte einem solchen Namen keine Schande bereiten !". . Von Tag zu Tag gewann Ella ihre Lebensweise lieber. Es war so angenehm, in diesen ehrwürdigen. Hallen ihrer Vor fahren einber zu schreiten; es wohnte sich so reizend in ..diesen prächtigen hohen Sälen mit ihren dicken, weichen Tapeten, ihrem prächtigen Mobiliar, ihren seltenen Gemälden und exotischen Gewächsen; es schmeichelte ihrer Eitelkeit so sehr, Diener, Zofen, Wagen, Pferde, . Juwelen, kurz, jeden Luxus zu haben, den ihre Einbildungskraft nur zu ersinnen vermochte. Sie dachte jetzt nur mit einem Anfluge von Grauen an die kleine Waldhütte, an ihre einzige Magd, ihre einfache Lebensweise zurück, und gefiel sich darin, sich den Contrast vor die Seele zu führen,' den chr Mann in seinem, gewöhnlichen Arbeitsanzuge gegen die . feinen "'Edelleute bilbete, die sie täglich auf Schloß Bralyn umgaben. ' Und doch liebte. sie Paul, liebte ihn so hoch und theuer, wie'dies ihr leicht erregtes Gemüth .nur. zuließ. Es kamen Nächte, in welchen ihre Kopskiffen von Thränm naß, waren in' "welchen sie zeufzte, als drohte ihr ..das Herz zu .zerspringen, in' welchen sie wähnte,'. die ganze We.lt sei für sie verlören. ...Abeer.schon beim Sonnenschein des nächsten'Tages pflegten ihre besseren Gedanken zu entfliehen.. Sie vergab nie .ihren Gatten ; wenn sie etwas besonders Hübsches sah, pflegte .sie sich stets nach ihm zu sehnen. 'Sie nahm ihren Knaben mit 'sich 'in den' Wald, damit Fe ungestört mit ihm über seinen Vater reden konnte. ES gab sicher, keine Stunde,' in welcher ihr Herz nicht nach Paul zurülkehrte, aber sie war' so veränderlich, so leicht erregt und zu überreden,' daß sich die Liebe zu ihrem Gatten nicht stark 'genug erwies, um den Versuchungen des Reichthüms und irdischer Hoheit- zu wiederstehen. ' ' . .Ich bin jetzt an meinem rechten Platze", sagte sie zu sich selbst ; .ich habe mich in Paul's kleinem Hause noch niemals heimisch gesühlt." ' r Als Lord Carls'wöod dachte, die Neigung zuihrer gegenwärtigen Umgebung habe jetzt tiefe Wurzeln in ihr geschlagen, sprach er mit ihr. Er war ruhig, fest und entschieden, erklärte ihr, daß nichts ihn bewegen werde, ihren Mann als solchen anzuerkennen und wiederholte ihr sein Anerbieten. . . ; .Ich werde Dich nicht im Mindesten be- ! einfluffen, äußerte'er voll , Arglist, und stelle Dir die Wahl zwischen diesen beiden I Vorschlägen gänzlich i frei. Entscheidest Du Dich sür die Rückkehr, wohlan. Dein Wille geschehe ! In . diesem Falle, werde ich. . Dir keine . Vorwürfe machen, werde Dein Antlitz aber nie wieder sehen wollen, wie ich i damiTT Du verzeihst mir meine Offenherzigkeit, Dir- und Lionel keinen Pfennig von meinem' ungeheueren Ver mögen zuwen'den werdet Glaube nicht, daß ich mich in diesem Punkte ändern oder mit der Zeit mildere Anschanungen hegen könnte. Das wird nie geschehen ! Äithst I DU es.jedöch vor, bei mir zu bleiben, so werde ich Dich zu meiner Urnversalerbm einsetzen und Deinen' Sohn zu meinem Nachfolger ernennen. Du wirst bekommen, was Dein Herz sich nur'zu wünschen vermag. ' Ich werde -eine mit den 'Sitten und Gebräuchen der Aristokratie vertraute Erzieherin annehmen die Dich zmeioder drei Monate lang in allem Wiffenswerthen unterweisen wird, damit Du zur'nächsten Saison in London standesgemäß auftreten kannst. Du sollst 'Herrin ' des BralynHotels werden, eine der prächtigsten Privatwohnnngen in. dei Hauptstadt. Du wirst wie eine Königin geehrt und gefeiert werden 'und unter . meiner Leitung in' der vornehmen Welt den Ton angeben." (Fortsetzung folgt.)
' Einsalsche: Behauptung. i ; .- iri ' ? : -.. - ... , i -.. '. r-. , f i ' - ' - . ' ' i "i- :" . ' " -s l " Humoreske don ' ' F. Gramen-Will. . ' (Fortsetzung,) Die .Berenice warkeinPaffagierdamp fer für alleArten vonReisenden. Sie hatte nur eine Erstc" Kajüte und daher,. auch nnr irp ftu&np'mFihWfi (ÜrfA ''. " " m mmm j v . . ' Strvn itnS rtrnt fct Ktt lif fc-.iao in. ii t viT o v.r...Au. üuucn Muuiu zirncuiua 0Cuujcii wuuun. Im Uebrigen war daS Schiff ein Privat kauffahrer für die bekannte Firma Morris & Morris in der schönen HafenstadtSanta Maria di Sol. Onkel Morriö undOld Dick waren die Inhaber dieser Firma,wel che ehedem' von den beiden Brüdern ge gründet worden war und Richard Morris, als Erbe seines Vaters, durch die persönliche Leitung des Dampfers, zu immer größeremAnsehen und höheremAufschwuug verhalf. Der ältere Kompagnon, der sei nen Neffen wie einen Sohn liebte, lebte auch für diesen, als wäre er sein lieberVa ter und, anstatt auf seinen goldenen Loor beeren auszuruhen,wär er noch immer per sönlich in dem großartigenGeschäst thätig. Frau Morris lebte auf dem Lande und dort, in einer reizenden, spanischen Villa, sollte Clary wieder zu Haaren kommen ohne daß es Jemand merken dürfe.! ; Der elegant gebaute Propeller zog, be wimpelt und beflaggt, majestätisch seine tiefen Wasserfurchen durch den Hafen von NewDork. Es war ein fchönes, stolzes Schiff, dessen Bemannung mit der Akku ratesse und Sauberkeit, welche auf dem ganzen Dampfer sofort in die Augen fiel, auf das beste harmonirte. ' Man sah ti den munteren, gebräunten und durchweg hübschen Burschen an, daß die Equatör sonne ihr Blut destillirt hatte. - In den Tauen und auf den Raaen hingen und liefen die gewandten Gestalten mit der an geborenen Grazie -des Südens, erklang nicht das' monotaneGedudel.der nordischen Seefahrer, sondern .ein Gesang, dessen molltonartigerFall einen sehr angenehmen Eindrück auf die lauschenden Landratten ' ' i machte. Auf dem Deck, hatten sich sämmtliche Passagiere, versammelt. Es war eine klei ne Schaar eleganter Herren und Damen. Höchstens fünfundzwanzig Personen. Da runter befand sich eine Dame, ' fehr-schön. und nur zwei bis drei Jahre älter alSCla ry. Sie kam.von Boston und wollte nach San Jose auf der Landenge von Panama zum Besuch einer Tante. Sie hatte auf fallend aschblondes Haar, dessen üppige Fülle in reichen Locken unter seinem allerliebsten runden Hütchen hervorquoll. Eine frische Seebriße spielte von Zeit zu Zeit mit diesem schönenFrauenschmuck, und sei ne Inhaberin schien wohl zu wissen, dak sie in ihrem Schönheitsprogramm um eine wichtige. Nummer reicher war, als viele ih res'Geschlechts' ' Die Reisenden hatten Platz genommen, theils auf .Feldstühlen, theils standen sie an Bord des Schiffes gelehnt und beob achteten die Einfahrt der Beranice in die offene See. Noch hielt stch alles fremd u. abgeschlossen gegen einander. - Clary und Tante Morris saßen in der Nähe desMit telmastes, allein für sich. Wir werden noch früh genug bekannt werden mit unseren 'Gasten," sagte die freundliche Dame, welche das Schiff ihres Neffen als einArt'vonSeehotel betrachtete. Auf offener See kommen wir inSituatio nen, wo man alle Umständlichkeiten .und Zeremonien ausgiebt. Ans schnellsten be kannt mit einander werden wir Menschen kinder, wenn wir seekrank sind. Du wirst es noch erleben, mein Herzchen." Das waren, schöne Aussichten. - Aber eS wird ja nichtJeder seekrank undClary hielt sich sür stark und ihre Tropfen im Koffer für eia unfehlbares Schutzmittel. Ihre Gedanken heichäftigten sich mit et was Anderem.- 'Mochten die Wogen des atlantiscen.pacan , n oci) so hoch gehen, ln ihrem 'Herzen.gingen ' die' Wogen des GesühlS noch höher. -Und was war ein Seesturnr im Vergleich zu den drohenden Aussichten in ihrem Innern? Sie hatte in ein Meer gesehen, baS war tiefer und gefährlicher. Die dunklen schönen'Augen des jungen Kapitäns waren ihr wie das Leuchten auf dem Meer der Liebe erschie nen ; ihr klarer Blick und schimmernder Glanz waren tief, tief in ihr Herz gedrungen und Clary träumte.' DaS ächtzenjäh rige Mdchen träumte und dieser Traum war so schön, so lieblich, so - wemüthig, , fo Alles- inl Allem ' was' dazu gehört, wenn die schlummernde Rosenknospe der
(Für 5k Tribüne-erworben.) - . i -
