Indiana Tribüne, Volume 1, Number 43, Indianapolis, Marion County, 7 June 1879 — Page 4

u I n d i a n a T r i b ü n e."

V 4 indem ihr euer Eigenthum bei unS versichert, in unseren prompt zahlenden Gesellschaften. Ihr könnt versichert sein, daß wenn ihr bei uns inun. smr Office in Zimmer No. 1 und ?, Talbolt & New' BloS, erste Stiege tuMtcQ von der P. fios sice, vorsprecht, wir ihnen bei der Versicherung ih tti Eiaentbums Geld sparen können: es wird ih Hi wenigstens nicht zumSchaden gereichen,wenn ?Z - T. -1 r ylCüc uup uiiiuyin. Gleavelnnd K Co. ndiana Hriöüne. (Wochenblatt.) Cfftcc: Ecke Circle u. Meridiänstr. sJm dritten Stock ) Abonnements-P.reise. :-- ? - ' Jn'der Stadt durch Träger ins HauS geliefert Per Jahr im Voraus $2.00. jer Nummer - 5ßntt. f Otto Schüssel, Herausgeber.' P.O.B. 295.' Indianapolis, Ind., den 7. Juni 1379. ' ' Demokratische Ehrlichkeit.. Unter den Vorwand Ehrlichkeit und Selbsiständigkeit dei denWahlen zu sichern, vollen die Demokraten die' Verwendung von Militär an denStimmplätzen unmög lich machen. Da ist e3 doch gewiß am Platze, sich zu fragen, wie es mit der Ehr. lichkeit bei den Wahlen im Süden bestellt ist. - Wohl sind hie und da in ein zelnen. Fällen Truppen an den Stimmplätzen ntv wendet worden, doch waren diese Fälle nur so vereinzelt, daß irgend welche Statistik auf dieWahlen imAllgemeinen basirt, nicht von diesey einzelnenFällen besonders beinfluvt werden kann. Die Einteilung in Congrcßdistrikte ge schieht nach der Einwohnerzahl. DieZahl der Einwohner ist in allen Congreßdistrik ten dieselbe. Folglich sollte, wenn nicht besondere Umstände in's Spiel , kommen auch dieAnzahl der abgegebenen Stimmen im Durchschnitt in allen Congrebdistrikten dieselbe sein. Zieht man ferner in Be tracht, dab die Neger viel eifriger von"ihrem Stimmrechte Gebrauch machen,als die Weißen was wir wohl als allgemein bekannt voraussetzen dürfen, so müßte die Zahl der Stimmgeber in solchen Gegenden, wo die Zahl der Neger eine sehr große ist.auch verhältnißmäßig größer sein. Da die Zahl der Neger im Süden eine viel größere ist, als im Norden, so müßte demzufolge die Zahl der Stimmgeber daselbst auch eine viel größere sein.es müßten denn, wie gesagt, besondere .Umstände in's Spiel kommen. So müßte es sein, in der That ist es aber anders. Wie es ist darüber gibt uns Blaine in einer Rede, die er diese Woche im Senate hielt, Ausschluß. Im Norden werden imDurchschnitte in jedemCongreß' Distrikte 25,819 Stimmen abgeben, imSü den dagegen nur 18,533, also 8,286 weniger. In einzelnen Fällen ist die Sache noch viel auffallender. Im dritten Con greßdistriktvon GeorKia wurden beider letztenWahl bloß 2626 im sechsten bloß3192 'Stimmen abgegeben ; in Mississippi im 4 Distrikt bloß 4650,' im fünften bloß5000 u. im sechsten blos 6000. Aenlich ist es in Alabama und in Virginia, aber nicht in allen Distrikten, sondern nur in einzelnen. Nun wird wohl kein Mensch behaupten vollen, daß die Demokraten im Süden, t oder die Bepublikaner und die Neger da'selbst nachlässiger in der Ausübung ihres ''Stimmrechtes sind, als im Norden. Die Ursache dieser geringeren Stimmenabgabe muß' aber doch irgendwo liegen. Nimmt man nun die Berichte über die den Negern "gegenüber geübten Gewaltthätigkeiten bei Wahlen im Süden und die Drohungen dei Ausübung ihres Stimmrechts in Befracht, so ist es nichtunschwer zu errathen, was die Ursache der geringen Stimmen abgäbe imSüde'n ist: - Wie kommt es denn -.daß'z'. B. im dritten Congreßdistrikte von .Mississippi blos M6,Simmen und. da "runter bloß 12 republikanische abgegeben .wurden ? .Wie kommt es. dyß.im4.Distrikt von MlZstsstppl blos klmmen und darunter bloß 2ttepublikanische abgegeben trntrVn 1 Qnnn Nn,s?ckt der (innthtntn WV t V 1 ü g Thatsachen noch Jemand daran zweifeln daß derNeger und - auch der weißeRepubU kaner im Süden durch Gewalt und Dioh ungen vom Stimmen äbzehalttn werden?

Und dies geschieht trotz der Verwendung von Militär. Wie würde es da erst sein. wenn die Verwendung von Militär nicht gestattet wäre ! Kann da Jemand noch zweifeln, daß es den Demokraten gegen wärtig um nichts Anderes zu thun ist, als um die Beibehaltung solcherZustände, un ter denen es ihnen möglich ist, ihre Gegner vom Stimmen fern zu halten. Nicht " um Ordnung und Sicherheit, nicht um die Reinhcit des Stimmkastens ist es den De mokraten zu thun, sondern um das gerad'e Gegentheil. In der That hat auch die ganze--demokratische Presse den Zahlen Vlaines gegenüber kein Wort der Erwiderung oder Vertheidigung. Zahlen spre chen eben zu deutlich. Die nächsten Wah ' len werden zeigen, daß dasVolk dieBedeu tung dieser Zahlen versteht, und darnach handeln wird. Auch in England gährt eö. Und diese Währung geht . gegenwärtig nicht von den Sozialisten aus, sondern von den Bauern. Seitdem Amerika mit seinem billigen Getreide und Fleisch Eng lands Bauern Concurren; macht, hat der Profit der englischen Landwirthschast sich derart reduzirt, daß er nahezu gleich Null steht. Viele Landleute verarmen. Das' unglückliche Landgesetz, welches allen liegenden Grund und Boden, mit sehr wenig Ausnahmen, in die Hände der

hohen Aristokratie gelegt hat, gestattet den englischen Landleuten keine -rechte Ent Wicklung der Agricultur. Sind doch alle Landwirthe Pächter und dem Willen der Heiren Lords unterworfen, der da direkt oder indirekt, je nach Belieben, den Mie ther zum Verlaffen des Platzes zwingen kann. Hohe Miethe und noch höhere Steuern, die der Miether zahlt, erschweren dem armen Bauer das Dasein, und die billigen Preise von heute lassen ihm nichts, übrig für die vielen Plackereien, die er zu erdulden hat. Riesige Flächen Landes liegen unbebaut, auf welchen die Aristokratie Rebhühner und Hoch und Niederwild züchtet. v Wehe dem armen Teufel, der im Zorne über das Viehzeug, das feine Ernte zer stört, eine Kugel dazwischen schickt! Er wandert in3 Zuchthaus.- .Das sind Zustände, wie sie in Rußland nicht mehr existiren. Und das , intelligente (?) englische Volk ertrug sie gern, so lange es zu leben hatte. Allein wo.- nun Schmalhans Küchenmeister wird, sängt es an zu murren und zu fragen, ob die Aristokratie nicht mit der Bezahlung einst geleisteter Dienste durch Nutznießung deö Landes seit 3-500 Jahren zufrieden gestellt sein könnte, zu mal doch in neuester Zeit ihre Gegenverpflichtungen aufgehört' Man könnte genug Getreide ziehen für's eigene Land, würden die Besitzungen zerstückelt und verkäuflich.' Allein davon will man nichts hören. Öb man nicht doch noch amEnde hören muß ! WarnendeStimmen erheben sich. Man wird sie nicht beachten, bis eines schönen Morgens England bis über die Ohren in einer Land- und Brod Revolution" sitzen wird. . Der IsthmuS von Panama. - Eine große Anzahl Mitglieder des in Paris tagenden Congresies, welcher die Frage entscheiden-muß, wie und wo die Wassergröße, die den Atlantischen Ocean mit dem Stillen Meere verbinden "wird, die Landenge durchschneiden soll, ist für den Ban eines Kanals ohne Schleußt. Ist einmal der Durchstich beschlossen, so handelt eö sich nur darum, ob ein Tunnel oder ein offener Kanal .die, zweckmäßigste Anlage ist.. Ein Kanal, vom San. JuanFlusse durch den Nicaragua-See und von da bls zum Stillen Ozean, oder über die Landenge vönTehuäntepec, schon 1869vou der, Darien'Kanal Kompagnie in New Bork projektirr, würde freilich .mit bedeutend geringeren Kosten hergestellt werden können, und besonders die'letzte Route von den Ver. Staaten unterstützt werden. Sollte aber der Congreß für die vonCha greö nachPanama sührende Linie. entscheiden, so werden sich voraussichtlich wenige amerikanische Capitalien betheiligen. . - Da .so viele Capitalien, so viele Ar beitskräste brach liegen,so konnten die Unternehmer keinen günstigeren Zeitpunkt für ihrhochwichtiges Unternehmen finden. Aber.: wir müsien jeden weisen .Arbeiter dringend warnen, . sich nicht durch irgendwelche glänzende Versprechungen zur; Unterzeichnung eines CöntrakteS bestimmen !zü lassen. DaS Klima s ist ebenso mörderisch, als dieContraktoren gewissenlos 'und habgierig sein werden.

Am Dienstag starb in London Baron Lionel Rathan Rothschild.:. 'Er war ein Sohn von Nathan Mayer Rothschild, dem dritten Sohn von Anselm Rothschild, dem Gründer dieser Geldfürsten.Dynastie. Er

war der erste Jude im englischen Parlament, in das er im Jahre 1843 gewählt wurde. Als Jude konnte er seinen Sitz nicht einnehmen, trotzdem wurde er immer wiedergewählt, bis im Jahre 1853 durch das Gesetz Juden für wählbar im Parlament erklärt wurden. . Die neuesten Depeschen sagen, daß das Gerücht geht, das. Maulkorbgesetz-, welches in dieser Session von dem Reichs tage verworfen wurde, werde demnächst von Bismarck wieder eingebracht werden. Für . so dumm halten wir ihn denn doch nicht.... Hamburg und Bremen werden bald aufhören, Freihäfen zu sein. Sie werden von B'smarck gedrängelt ihre Rechte frei' willig aufzugeben. Und bist Du nicht willig so brauch ich Gewalt", sagte der Erkönig. Natürlich passenFrcihäfen nicht in ein Schutzzollsystem der Schmuggel wäre nicht zu verhüten.' Wenn diese reichst treuen Hanseaten nun nicht umschlagen j und unversöhnliche Reichsfeinde werden so kann Bismarck nichts dafür. Das Sängersest wird also den Besuch des Präsidenten entbehren. Der Präsident hat die Einladung abgelehnt, weil ihm seine Berufspflichten die Reise nach Cincinnati nicht erlauben. Ob wohl da . die Frau Landesmutter, welche bekanntlich kein Bier sehen kann nicht ein Wörtchen mitgesprochen hat? Die kapitalistische Presse schreibt fortwährend von dem Herannahen besserer Zeiten, ja sie leugnet den jetzigen Noth stand ganz und gar ab und der Depeschentheil derselben Zeitungen erzählt uns von ewigen Strikes der Arbeiter, weil die Fabrikherren den Lohn herabsetzen wollen. Wie reimt sich das zusammen ? Das soeben vom Präsidenten unterzeichnete Gesetz, welches die Bundesregierung zu Maßregeln gegen Einschleppung ansteckender Krankheiten ermächtigtest das einzige Vernünstige, was der 46. Congreß bis jetzt fertig gebracht hat. Wenn eine ansteckende Krankheit ins Land jomm: so verschont sie eben weder Groß noch Klein, sonst könnten wir auch auf dieses Gesetz noch lange warteu. In Deutschland werden immer noch Schriften, Zeitungen und Photographien verboten. Neuerdings wurde wieder ein Bild verboten, welches einen Baum dar stellt, in besten Zweigen die MedaillonPorträts von 12 bekannten Sozialdemo kraten sind. Und damit würd? das Reich vor Umsturz bewahrt ! O sancta sirnplicitas. ' DieWiedergestattung der Todesstrafe in der Schweiz mit einer wenn auch geringenStimmenmehrheit ist auf das Schuldregister der Geistlichkeit zu setzen, welche mit wenigen Ausnahmen für die Todesstrafe agitirt hat. So befolgen die sie das biblische Wort : Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Am elften Jum soll ganz sicher die Welt untergeben. So versichern diePropheten der Milleriten", deren Organ der Advent Herald" in Boston ist.Aber wahrscheinlich wird unvorhergesehener Hinder nisse halber die großeVorstelluug abermals verschoben werden müssen. . . M, ; Die neueste reaktionäre Maßregel im Deutschen Reiche ist, daß das Budget auf zweiJahre bewilligt werden soll, wozuine Mebrzahl desReichötags ihre Zustimmung bereifs versvrochen hat Hurrah, dieTodten reiten schnell!" ; ' . . -o Frau von RacowitzäS viel geschmähte Beziehungen haben in Deutschland bereits die sechste Auflage erlebt. Freistnnigkeit ist nur in der demokra tischen Partei zu Hause, sagt der Cincinnati VolkSfreund". Nun aber steht die Welt auf keinem Fall mehr lang. In Baltimore beabsichtigen .die großen Austerhändler die Gründung einer Ak tiengese.llschast) um ülle kleinerenEtablishementS zu verdrängen. Macht des. Kapi talS! ." r. . ' - ' 'Baumwollen Speculationen, die 'bisher an der New Yorker Börse nicht ge " ; Im ''l - C raazr. wuroen yaven oorr Umgang gesunden, '-i

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(SCHMIDT'S vorzu Linien werden prompt erfüllt. Zum Kapitel des Schul. zwangs. Aus dem letzten Berichte des statistischen Bureau's von Ohio entnehmen wir, daß im genannten Staate im Jahre 1878 die Zahl der Kinder im Alter zwischen sechs und sechszehn Jahren 757.440 betrug, von welchem jedoch nur 626.365 die öffentlichen Schulen besuchten. Unter den 131,075 Kindern, welche nicht die öffentlichen Schulen besuchten, waren ungefähr 8,000, ' welche Prinatschulen und 45.000, welche die katholischen Schulen besuchten. : Demvach gab es in Ohio im Jahre 1878: in runder Zahl 78,000 Kinder, welche gar keine Schule besuchten und also gar keinen Unterrricht genossen. Dies ist eine schrecklich große Zahl. Wenn man bedenkt, daß Mangel an Er' ziehung gewöhnlich den' Ausgangspunkt der künftigen Verbrecherlausbahn bildet, so graut Einem vor der Zukunft. Kann man unter solchen Umständen noch länger davon sprechen,' daß die Einführung des Schulzwanges eine Beschränkung der per sönlichen Freiheit' ist? Muß man da nicht einsehen, daß der Staat vielmehr ver pflichtet ist,' daß die Jugend nicht zu Ver brechern, sondern zu guten Bürgern erzo gen wird? Wenn es wahr ist, daß Btf dung Freiheit schafft, dann ist es ein Verbrechen an der Freiheit, daß man in einem einzigen Staate alljährlich 78,000 Kinder ohne Schulbildung läßt. i Die Brauer-Convention. Wohl noch nie hat in St. Louis eine Convention stattgesunden, deren Mitglie der mit solcher Gastfreundschaft empfangen worden sind, wie die der Brauer aus den Ver. Staaten. Nicht allein unsere hiesigen Brauer und Malzhändler, auch die deutschen Geschäftsleute im Allgemeinen, und ihre Zahl ist keine kleine, nehmen an den Verhandlungen der Convention ein großes Interesse. St. Louis hat nach New Z)ork die zrößte.sche Bevölkerung in den Ver. Staaten! Das deutsche Mitglied deö Cabinets ist ein Bürger von St. Louis, der Mayor ist ein Deutscher, der Präsident der Merchants' Exchange ist ein Deutscher. Wir glauben kaum, daßun' sere deutschen Mitbürger in einer andern Stadt in den. Ver. Staaten einen solchen Einfluß in politischer wie in kommercieller Beziehung haben, wie die Deutschen in St. Louis Die neunzehnte Convention ist trod der für die Brauer sehr ungünstigen Jahres zeit sehr gut besucht. Aus den Berichten geht hervor, daß die Anzahl von Verhaftungen wegen Trunkenheit unter der Wirksamkeit des Lizenz gesetzeS während des Jahres 1877 im Vergleich mit dem Prohibitivjahr 1874 eine Abnahme von mehr denn fünfundzwanzig Prozent vorweist. In .der Anzahl von Verurtheilungen wegen Trunkenheit er giebt sich derselbe Unterschied zu Gunsten des LizenzjahreS. DieAnzahl vonPlätzen, an welchen unter dem Prohibitivgesek im Jahre 1874 Spiritussen gesetzwidrig ver kaust wurden, übersteigt die Anzahl der Verkaufsstellen, die im Jahre 1877 eine LizenS hatten, um 336. Aus diesen Be richterstattungen ergiebt sich offenbar, daß daS Prohibitivgesetz nicht im Stande war, den Verkauf von Spirituosen aufzuheben oder auch nur zu reguliren, während eS ebenso ersichtlich ist, daß daS Lizensgesetz alS Gesetzmaßregel nicht nur den Verkauf der Spirituosen regulirt, sondern auch die Trunkenheit vermindert. Soll ein Gesetz von Wirksamkeit sein, so muß es vom Volke unterstüßt werden ; daö Prohibitivgesetz wird, diese Unterstützung niemals finden, da der gesunde Menschenverstand lehrt, daß es weder gerecht noch vernünftig ist. Jemand' anders als den Trunkenbold selbst für sein Laster verant wortlich zu machen. Und ist nicht grade Das die.fragliche Theorie, die derProhibi tion zu Grunde liegt.

?le berühmteste und besteingerichtetste Brauerei m Staate. Mein Lagerbier und "Invifforatinor Malt-Extract "Rottlft Tp.fir" ift tinr nTTrn nnhenn nTß

alten anerkannt. Auttraae Zum Berickmen von Laaerbier aut allen Klsenbabn.

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tumu SQüARsi,) : INDIANAPOLIS, IND. C. F. Schmidt. Vermischtes. s Bei einemSelbstmörder inWorcester, Maff.,fand man folgendenZette! : .Denkt nicht, daß ich irrsinnig sei oder etwas dem Aehnliches ! Es ist einfach, ich kann keine Arbeit irgend einerArt finden, vomSchau feln bis zur Bedienung einer Dampfma schine. Ich habe es in mehr als zwanzig Städten und bei zahlosen Farmern ver sucht, und ehe ich bettle oder stehle, sterbe ich mit unbeschmutztemNachruse." 8ap!en ti sat! Deutschland. Im. Lande der Gottesfurcht und frommen Sitte" vollzieht sich unter Bismarcks Führung ein .reaktionär rer Umschwung, wie ihn der schlimmste Pessimist vor . einem Jahre nicht geahnt. Herr Bismarck, der seiner Zeit emphatisch erklärte; .Wir gehen nicht nachCanosia!" der aber nach Kissingen ging, er ist nun auch nach Meppen" gegangen wo ditfRe präsentant von .Canossa, die Perle von Meppen" thront, und hat mit dem Herrn Windhorst ein Schutz und Trutzbündniß geschlossen natürlich gegen daö Volk. Der brutalste Despotismus, Staat und Kirche im Bunde, feiert vorläufig wieder Triumphe ! . Die bisher feindlichen Brüder, Staat u. ffirche,haben sich also thatsächlich versöhnt und machen jetzt gemeinschaftlichFront ge gen den armen Stiefbruder Volk, der mündig, geworden und nicht länger mehr .Knecht", im Vaterhause, sein will, wo ihm von Rechtswegen die Herrschaft ge hört. Ein Wohlthäter eigener Art ist ein zum Tode verurtheilter Mörder in einem Gefängniß von Connecticut. Er hat sich in seiner Zelle Photographiren lassen und verkaust die Bilder zum Besten derWitt we des von ihm ermordeten Mannes. ES gibt doch noch gute Menschen, sogar untea Mördern! Ueber Studentinnen der Medizin an der Harvard Universität wird auö Boston gemeldet: Vor einem Jahre erbot sich Marion Hovey, Vermögensverwalterin sür ihren Vater Geo. O. Hovey, K10.000 für die medizinische Schule an der Harvard Universität herzugeben, wenn deren Vortheile auch Frauenzimmern unter gleichen Bedingungen mit den Männern dargebo ten werden." Die Ausseher der Universität bestimmten, daß es unangemessen sei, dem Präsidenten un den .Fellows" der Universität zu empfehlen, diesen Vorschlag anzunehmen. Es wurde aber serner von ihnen erklärt, daß es angemessen sei, unter geeigneten Beschränkungen Frauen in der Medizin durch die medizinische Scjule der Harvard-Universität zu unterrichten. Die Beschränkungen sind, so viel man hört, die, daß Frauen getrennt von den Männern in allen Uebungen unterrichtet wer den sollen, an welchen Studenten aktiven Antheil nehmen, wie zum Beispiel Arbeiten im Laboratorium, Vorlesungen über Frauenkrankheiten, Anatomie und dergleichen. ; - ' Ueber die deutschen Ansiedlungen in TexaS spricht sich ein reisender Correspondent der NewPorker .Tribune". höchst rüh mend aus ; während er die südlichen Ame rikaner als träge, ohne jede Industrie, ihre Farmen in höchst liederlichem Zustande findet, hebt er die Deutschen hoch über die Amerikaner empor und sagt: Wohin nur immer Deutsche gehen und ziehen, sie nehmen und tragen mit sich den wohlthuenden Einfluß der Gesetzlichkeit, der Ordnung, der Toleranz, der Jnd'usterie, guter Sitten der Geselligkeit, derKunst und der Musik." Dies ist eine hohe Anerkennung für -die Deutschen in TexaS. ; ; :