Indiana Tribüne, Volume 1, Number 43, Indianapolis, Marion County, 7 June 1879 — Page 1
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(Für die .Tribüne". PfuiSpinne! "V on F. rawcn23l0. Dicht vor meinem Fenster vebt eine Spinne sich ihr Nejs ; ' Wie sie ihre Fäden klebt in Erstaunen mich derw. Zwar in meinen Augen ist sie da iderlichfte Thier, Doch ich geb' ihr eine Frist l vollendet daö Quartier. Ihren häßlich dicken Leib dreht sie emsig hin und her, Ss ist nicht zum Zeitvertreib, ihre Arbeit ist doch schwer. Heine Fäden haspelt sie, die geschickte Spinnerin, Die sie dann mit Kunst und Muh' klebt an tau send Stellen hin. Mathematisch ist ihr Bau, Leitern sind es m die Rund', . Jede Sproße fügt genau sich dem eoncentralen Bund. Wahrlich, DpiZrnarbeit ist ihr so luftig leichte Netz. Wo hinein mit arger .List sie sich selbst al Centrum seht. Wundervolle Webekunst! Widerwärtig häßlich Thier; Daß Dein Kopf nicht voller Dunst zeigt Dein Machwerk deutlich mir! Spinne, haft doch viel Verstand; lebst und webst Mathematik! . . Deine sich', seine Hand dient der Kunst und dient dem Krieg ! Sieh, nun ist dein Werk vollbracht und in heuleri'cher Ruh', Wie ein schwarzer Stern d'er Nacht siehst de Fliegeaspiel Du zu. Ha ! da taumeltEine blind in Dein schoneHau hinein; Ja ein Leichentuch geschwind wickelst Du Dein Opfer ein! Spinne! o Du grausam Thier! Hungersacke webst Du auch? Folterkammer weg mit Dir! Mörderin, Du Lift'ge saug', Saug' wo ander. Fliegen au ! Solche Kunst ist garnicht werth, Die in einem schönen Hans heit're Leben nur zerstört! O Natur, Du Lehrerin, war da n'cht ein Spiegelbild, Dessen tiefderborg'ner Sinn menschlich Treiben mir enthüllt ? -Webt sich nicht von Pol zu Pol Eigennutz, der Spinne gleich, ' Auch ein Netz derderbenövoll ? Mammonsfürsten da gilt Such ! OriginalCorresponden, der Tribüne. Leipzig, den 11. Mai 1879. ' Auf die Anfrage über den Gang der Leipziger Messe erhält man überall ein be dauerndes Achselzucken als Antwort. Die Nachrichten lauten keineswegs ermuthigend und die Hoffnungen, welche an sehr vielen Orten unseres engeren wie weiteren
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Vaterlandes auf eine gute Leipziger Messe- auf eine Besserung des Ge fchäftsgangeS gerichtet worden sind, scheinen sich leider nickt n verwirklicken. Tausende und abertausende feiernde Hände werden eben auck seht nock immer weiter feiern müssen. Wenn früher socialdemokratische Zeitungen auf daS Elend veö Volkes hinmiesen, da hob das ganze revtilisirte Zeitungsgeschwiste5 ein Zeter. geschrei an und wahrheitstreue Berichte wurden als unverschämte Entstellunaen und Uebertreibungen binaestellt. die nur eigens zu dem Zwecke gemacht seien, Clas. senhaft zu erzeugen. Die socialdemokra. tische Presse, die Stimme deö Volkes ist verboten, das Elend hat stch aber in zwischen so gemehrt, daß selbst die socia. listen.fresserischsten Zeitungen, die sonst stets Alles in bester Ordnung fanden nicht umhin können, hin und wieder das Elend anzuerkennen und so bericktet die Dtead. Ztg." aus Braunschweig, wie folgt : Wie man von Aerzten hört, herrscht unter den sog. Handwerksburschen ein kaum glaublicher Nothstand, gegen den energisch irgend etwas geschehen muß. Die Leute sterben an der Landstraße und in Stallräumen, weil sie zu spät in ärztliche Behandlung kommen. Haben auch be sonders die eigentlichen Fechtbrüder unter der schlimmen Zeit des Winters gelitten, so darf man doch annehmen, daß ein großer Theil der verhungernden - ich habe keinen milderen Ausdruck für das, was ich sagen muß Wanderburschen, Leute sind, die arhiten. wollten, wenn sie nur Arbeit fänden. Es ist festgestellt, daß Handwerksburschen, die todesmatt in das hiesigeSpital kamen, jahrelang gewandert sind und währenddem nur kurzeZeit Arbeit hatten, während sie früher jahrelang in einer und derselben Werkstatt beschäftigt waren : ein Zeichen, daß sie nicht eben Bummler von HauS aus waren. Man könnte die unter den Leuten herrschende Krankheit Bettlerpest nennen, denn die Krankheit ist ansteckend. Es sind , daher auch schon Desinfektionen der Herbergen ?c. vorgenommen worden Diese reichen aber nicht aus. Durchaus nöthig wird sein, daß die von den Aerzten für krank befundenen Wandergesellen sofort Auf nähme finden . können und nicht erst von Pontius zu Pilatus laufen müssen, ehe sie ein Plätzchen der Ruhe finden. :DieKrankenhäuser liegen voll und in den Herbergen sollen wahrhaft erschreckende Bilder deS Elends vor das Auge . treten. Wird da Anderes übrig bleiben, als .provisorische Krankenräume zu schaffen?" -. : Es ist schlimm, daß man immer keine anderen als traurige Bilder aus dem Vaterlande bringen kann ; der Mann der Arbeit steht solchem Elend gegenüber recht
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os, se'ne Stimme um Besserung der Zustände darf er nicht erheben. Erst kürzlich wieder wurde das in Leipzig erscheinende ganzlich unparteiische Wochenbistt verboten. Das Verbot wollte man damit rechtfertigen, dab einige socialdemokrati sche Abgeordnete die Erklärung darin ab gegeben hatten, -nicht Mitarbeiter einer vom soc. Abgeordneten Hasselmann her ausgegebenen Zeitschrist zu sein! Kaum glaublich aber wahr! Unsere Zustände streifen hart an dle. russischen; wir sind nicht mehr als Sklaven. Während das Volk auf den Landstraßen stirbt, wird im mer weiter provorirt. Die Kanaille muß zu Kreuze kriegen lernen, das ist ihre, der herrschenden Klasse Losung ! DieKanaille mit ihren Führern ist zu stolz um zu bet teln, wo sie das heiligste Recht , zu fordern hat, dies weiß man auch höheren Orts und deshalb läßt man keine Gelegenheit vorübergehen sie zu demüthigen. So sollen anläßlich der goldenen Hochzeit des Kaisers 1000 Gefangene amnestirt werden, jedoch mit Ausnahme der Socialdemokrat ten,es sei denn, daß solche ausdrücklich um Begnadigung an suchten und e in vollständiges Reuebekenn tniß ablegten!" Ist das nicht der reinste Hohn? Wenn man gemeine Verbrecher und Halsabschneider lieber begnadigt, als Diejenigen, die um des leidenden Volkes Willen im Kerker schmachten, so erspare man sich wenigstens den Hohn. Daß einSocialdemokrat nicht um Gnade bettelt und ein reumüthiges Bekenntniß ablegt, wo dies gemeine Ver breche? nicht zu thutt brauchen, dieö wußte man ganz gut, und diesen Hohn wirdIch das Volk daher zu manchem anderen hin. ters Ohr-schreiben.., Auch kürzlich kam es wieder, wie vor 2 Jahren in Berlin deßwegen zu ernstlichen Ruhestörungen, weil man fremde, polnische Arbeiter zu Erdarbeiten herangezogen hatte, wo die einheimischen ohne Arbeit am Hungertuche naqen müssen. Die Nächstliegenden Straßen wurden in ziemlicherAusdehnung durch MMtSr abgesperrt und dann zahl reiche Verhaftungen vorgenommen. Und dies geschieht in einer Zeit, wo zahlreiche Arbeiter ugend emen Exes begehen, um nur im Gefängnisse dem nagenden Hunger Z entgehen. Eben daselbst wurde 3 rufst schen Nihilisten der Prozeß gemacht wegen Vergehens wider die öffentliche Ordnung, da dieselben einem verbotenen, resp, unbe kanntem Vereine, angehört hätten. Starker Tabak ! einem deutschen Vereine, da es in Deutschland keine solchen giebt hatten sie nicht angehört, es ist demnach ein russischer gewesen und doch wurden sie von preußischen Richtern zu 1 und 4 MonatenGefängniß verurtheilt, jedenfalls nur aus Gefälligkeit gegen Väterchen eö fehlt nur noch, daß sie demselben auöge liefert werden, vaö ja auch nichts Neues mehr wäre. Die 3 nordischen Großmächte Europas haben auch schon wiederholendlich bei der französischen Republik um An schließung zu einem Bündnisse, wegen Auslieferung politischer Gefangener und Attentäter nachgesucht; Se wurden aber mit ihrem Ansinnen von der französischen Republik abschlägig beschicken. Bravo ? Letztere muß sich auch nichts Gutem versehen, denn die ganze französtsche Nation wird gegenwärtig mit der Handtirung deS Waffenhandwerks vertraat. gemacht, so daß die Republik schon jetzt mit Bequem lichkeit über 2 Millionen Streiter ins Feld stellen kann! Schon bei der ersten großen franz. Revolution vermochten die vereinigten europäischen Despoten nichts gegen den Freiheitsdrang .der Franzosen auszurichten, auch diesmal könnten sie sich gelegentlich an der franz. Republik die Schädel einstoßen. Auch der alte Gari baldi hat sein Felsennest verlassen und ruft in Italien eine Agitation für gleiches Stimmrecht in Staat und Gemeinde her vor; es läßt ihn offenbar nicht in träger Ruhe, da es allerorts inEuropa zu gähren beginnt. Anläßlich .der Stichwahl in Bordeaux empfahl er den kommunistischen Kandidaten Blanqui den dortigen WSH lern aufs Wärmste. Daß die franz. Re. gierung den alten Blanqui, der für die Erkämpfung der Menschenrechte nicht
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Stadt sowie deö S:aate finden, und zwar zu den niedrigsten Preisen, wenn Güte derselben in Betracht kommt.
Decker Bros. ZMM riHllUOi und Fischer weniger als 4U Jayre lemes eoens im Kerker zubrachte, nicht vor seiner Wahl . r. r fltf ft amnestirte, sondern ihm immer noch ge fangen hält , und im Journal Offiziell" unter Nennung der 7 andern Nachgewähl ten, den alten Freiheitskämpfer ganz über geht, damit wird ste jedenfalls nicht wohl gethan haben.' Ueber ganz Rußland ist nach dem neue sten UkaS der Regierung der BelagcrungS zustand erklärt worden. Der gefammten Fortsetzung auf Seite 5.) Weue Anzeigen. 2 Toöcs-Anzeige. Äm Donnerstag, den 6. Juni, Morgens 8 Uhr starb am -Nerven.Fieber unser innigstgeliebter Sohn Henry F. Ri chterS, im Alter von 18 Jahren 11 Monaten und 2 Tagen. Heinrich Richters. 858 North California Str. ' Germania-Theater. ßcte ZZarüet und ZloSke Straße ' '' : Vt Sbrift. H. Stein Direktors Jean Vaurels kkeaiffeur. H. D. Belßenherz Sapellmelfter. Sonntag, den 8. Juni. Auf vielseitiges Vkklangen : ' llasemaun8 Toecfrtvr. ollsstück in 4 Akten von Sl. L'Arronge. (Verfasser von .ein Leorold, Dr. laui u. f..) Eintritt 25 ßents-Kinder 10ßents. affenöffnung 7 Uhr. Anfang vrlci 8 Uhr. Jeden Donnerstag und Sonn t a a BorNelluna. "i j Im ffalle an den betreffenden Ta gen ungünstiges Wetter eintreten sollte, so r 1. . ' m w . . ' Tinoen ote norueuungen am naqNsolgen den Tage statt. s K$kh im Suodliclioii Park, gegeben bött G. Tmöen's . , , . - '. 'i' : " ? euiocGngleker-Sekuli am Sonntag, den 8. Zuni. 6preK.Wagen fahren stündlich von Morgen 9 Uhr. von der Mozart Halle, aö. . Die Jefferson Eisebahn dirbebenfalls doa 9 Uhr ab jede halbe Stunde Züge nach dem Picnie Plajse befördern. ' , ' k UU :, . der . ., , ; ., , dcutsH-engl. unabhängigen yri am Montag, den 9. Juni .'im MöschPark. Slpreßvagen fahren von der Schule vlta SU Uhr und den . Tag über von der Mozart Halle nach dem Feftplatze ab. . " . . ?.... Die Musik liefert - BeiHenherz' 'örchifter und für Unterhaltung und Sicherstellung gegen störende Besucher ist vollauf Sorge getragen worden.
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