Indiana Tribüne, Volume 1, Number 42, Indianapolis, Marion County, 31 May 1879 — Page 6
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Gebrochener Stolz.
j :o: Roman von A. Vumann, (Fortsetzung.) Ella geleitete ihn zu dem prächtigen Sitze unter dem Ulmenbaum, indem fK heiter lächelnd, sagte: Dieö ist im Sommer mein Wohnzim mer, doch kann ich mich nicht entsinnen, hier vor Ihnen einen Besuch empfangen zuhaben."' Mir ist mein Auftrag verhaßt", redete er sie seuszend an. .Sie mögen stets dessen eingedenk sein, daß ich ihn lediglich übernommen habe, um Ihnen in derFolge vielleicht von Nutzen sein, zu können." Langsam, ernst, und' bedächtig jedes Wort wägend, erzählte Herr Ford ihr jetzt die ganze Geschichte; er-verhehlte ihr nicht den kleinsten Umstand und veranschaulichte ihr den begangenen Fehltritt ihrer Mutter, obschon er den Fall so leicht als möglich berührte. Als sie seine Erzählung ver nahm, schwand die Röthe aus ihren Wangen, erbleichten ihre schwellenden Lippen, erzitterte ihre ganze Gestalt. . Wie!" ries sie aus. Bin ich wirklich die Enkelin dieses vornehmen Lords?" . .Das unterliegt keinem Zweifel, mehr," antwortete er. .hören Sie mich an, Frau Waldon. Sie sind die gesetzmäßige Toch ier der Käthe Ella Cärlswood. welche mit Thornton Cameron entwich. Sie -. sind ferner die Enkelin des Lords . Carlswood, des Besitzers von SchloßBraiyn mit dessen veitläusigem Zubehör. Das Kind, welches" zu ihren Füßen spielt, wird eines Tags Lionel, Lord Carlswood heißen und Sie selbst werden die reichste Erbin von England werden. Dagegen haben Sie sich einer Bedingung zu unterwarfen, einer Bedingung, welche ich Ihnen nur mit Be schämung nennen und nach meiner inner ften, Ueberzeugung keineswegs zur An Nahme empfehlen kann. Die Verwerfung oder . Annahme derselben überlasse ich Ihnen." - Eine Bedingung!" wiederholte sie mit blitzenden Augen. O, Sie wissen eö nicht, wie sehr ich lebenslänglich mich da nach gesehnt habe, reich zu werden. Mir würde zur Erreichung dieses Zweckes keine Bedingung zu schwer fallen." , .Ich. bezweifle das doch sehr", versetzte der Advokat. Lord Carlswood ist ein gar stolzer Mann, ich möchte behaupten, es sei kein stolzerer aus Erden zu finden; ihm. geht die Ehre seines .Hauses -über Alles. Er selbst würde weit eher. den schmerzlichsten Tod erleiden, als. daß ,er sich beflecken sollte. Bedenken Sie, daß er seine einzige Tochter, die er so heiß geliebt, als 'gestorben ansah, weil sie sich unter ihrer Würde verheiräthet hatte. Ich werde mich kurz fassen,- da der Gegenstand mich aufs Peinlichste berührt. Lord Carls vood will Sie als. seine Enkelin ausneb men, will Ihnen ein ungeheures Bei mögen schenken, will Ihren kleinen Sohn zum Erben seinesNamens erklären, Alles gegen die Bedingung, daß Sie ihren Gat ten verlassen, den er Ihrer nicht würdig hält, und versprechen wollen, denselben niemals wieder zu sehen." ES war wunderbar, ihr flammendes Antlitz, ihre blitzenden Augen, ' und den Zorn' auf ihren sich kräuselnden Lippen bei dieser Erklärung des Advokaten zu beobachten. Ich meinen Gatten verlasien, versprechen, ihn nie wieder sehen zu wollen !" schrie sie auf. Das würde ich nicht thun, wenn ich selbst eine Königin werden würde. Paul liebt mich so innig, ich werde nun und niemals sein Herz brechen." Sie haben geantwortet, wie ich es er wartete, und es sei fern von mir. Sie über reden zu wollen. ES war meine Pflicht, Ihnen diese Mittheilung zu mächen, Lord Carlswood wird einen anderen Erben sixden und Sie werden über diesen Gegenstand nichts mehr vernehmen. Vielleicht dürfte es sich aber empfehlen, nicht so vor eilig Ihre Entscheidung zu treffen." .Ich meinen Gatten verlassen!" wie derholte sie unter einem Strome vonThrä nen. Der Lord muß ein schlechtes Ge müth haben, um glauben zu können, daß ich so elend handeln würde. Nimmer mehr! Sie hätten mich mit einemsolchen Anerbieten vusdnen. mich nicht versuchen müssen!" fügte ste leidenschaftlich hin id. Frau Waldon", erwiderte er ernst und ruhig, ich habe nur meine Jnstructionen befolgt." Dann antworten Sie - gütigst diesem
hochfahrenden Lord, sagte Ella hastig.
daß ich meinen Mann nie verlassen werde, das ich sein treues, zartes, liebevolles Herz nicht um alle Schätze und Kronen derWelt brechen könnte. Sagen Sie ihm daö von mir. Sie baben mich krank gemacht und elende mein Kopf glüht, meine Sinne scheinen zu schwinden. Gehen Sie, Herr, verlassen Sie mich. Lassen Sie mich vergessen, wie sehrSie mich versucht haben, wenn es mir möglich ist." Herr Ford erhob stch. Ich hatte mich' bereits daran gewöhnt, mich glücklich und zufrieden zu fühlen," äußerte sie tiesbetrübt, und jetzt kommen Sie hieher, um Alles zu zerstören." Sie sah so reizend aus in ihrem Stolz, ihrer Reue und ihren Thränen, daß der Advokat nichts sehnlicher wünschte, als daß sein Austrag geber stein diesem Moment hätte sehen können. j Ich wiederhole es," äußerte Herr Ford bewegt, daß ich Sie keineswegs habe in Versuchung führen wollen. Leben Sie recht wohl, Frau Waldon." . Sie sah ihn mit einem Ausdrucke an. als hätte sie ihn noch aufhalten wollen.. Wünschen Sie etwa eine Bedenkzeit V fragte er theilnehmend. Gestatten Sie mir, daß ich nach einem Monat wiederkeh ren und ihreendgiltigeErklärung einziehen darf?" ' .Ja," flüsterte sie kaum hörbar. ' Und wollen Sie einen wohlgemeinten Rath befolgen?" sagte er beim Abschirde. Theilen Sie Ihrem Gatten kein Wort von unserer Unterredung mit, bevor ich wiedergekommen bin." Zehntes Kapitel. : Eines Abends saß Paul Waldon in sei nem hübschen Blumengarten, eine Beute ängstlicher Gedanken: Die Sonne war im Untergehen begriffen, die Vögel sangen im grünen Dickicht der schattigen Bäume. Er war diesen Abend früh nach Hause gekommen und hatte seine Frau blaß und verstört , angetroffen. . Sie. hatte keinen Thee sür ihn bereitet und das Lächeln, welches ihn sonst begrüßte, war von ihren Lippen verschwunden. Er liebte sie jedoch zu zärtlich, um ihr auch nur den leisesten Vorwurf zu machen. ' . ' Ist Dir nicht wohl, Ella?" fragte er sanft.' Ich bekümmere mich nicht darum, daß Du noch kein Abendbrod bereitet hast. Folge mir ins Freie, Ella,-ich will der suchen. Dich aufzuheitern." ' . Als sie nun in der frischen Luft sich ergingen, sagte Paul Waldon zu Ella : Ich begreife Dich nicht, Ella. Du bist so verändert, so seltsam geworden, mein Liebling, daß Du Dir kaum mehr ähnlich siehst. Bald ruhst Du an meinem Halse und flüsterst mir die süßesten Liebesworte zu, bald bist Du kühl und hochmüthig, als wärest Du eine Prinzessin und ichDein Sclave.. Verbirgst Du einGeheimniß vor mir, Ella?" .. ' Sie schmiegte ihreWange an die seinige, sie sagte, daß er der treueste, theuerste, beste aller Männer wäre, daß ste ihn unsäglich lieb hätte und brach schließlich in Thränen aus. Er seufzte tief auf, als er sie liebkoste. Was war feiner jungen, liebenswürdigen Gattin widerfahren ? Er ahnte es nicht, welch' ein schwerer Kampf ihr Herz U stürmte, das, wie er glaubte, ihm ganz allein angehörte. Ella drohte das Herz zu zerspringen. Sie sehnte sich so sehr nach demReichthum, dem Rang, der Stellung und der Umgebung, welche ihr beschrieben worden. Es hatte sie die Erzählung, des Advokaten nicht im Mindesten frappirt : eine Stimme in ihremJnnern hatte ihr stets gesagt, daß ihre Mutter eine Lady gewesen und daß sie selbst nicht am rechten Platze wäre. Ihr kam es so grausam vor, daß sie all' diesen Herrlichkeiten entsagen mußte, weil ste eben ihren Gatten liebte und ihn nicht ver lasten wollte. Ein charakterfestes Weib würde, wenn es einmal diefeö Opfer gebracht hätte, auch daran festgehalten haben. Sie schwankte indeß, weil sie glaubte, fest zu sein. Sie kränkelte schließlich, ihr Antlitz ward bald roth, bald blaß, ihre Hände bebten; sie wurde nervös, hysterisch, sah sich selbst nicht mehr ähnlich. ' Vergebens bot ihr Gatte Alles auf, sie zu zerstreuen ; ach, er fühlte sich selbst, wenn möglich, un. glücklicher als sie. So verstrichen beinahe vier Wochen und ste wußte, daß ste beim Ausgange der vierten Woche entweder reich ohne ihren Mann oder arm mit ihm sein würde. Inzwischen hatte Ford dem alten Lord Alles haarklein berichtet : er schilderte ihm
die Schönheit seiner Enkelin in lebhasten
Farben; er beschrieb ihre Reue, ihren Zorn, ihren Entschluß, den Mann ihrer Wahl nie zu verlassen, ihm niemals das Herz brechen zu wollen. Lord Carlswood lächelte mürrisch. ES gefällt mir das an ihr", - daS ist der echte Geist der CarlSwood'S. Aber sie wird nachgeben. Sie schien schließlich zu schwanken, sagen Sie? O, Sie wird schon anderen Sinnes werden. J$ habe mir einen Plan ersonnen", fügte er hinzu. Wenn Sie sich, wozu ich meine Einwilli gung ertheile, nach vier Wochen zu ihr begeben werden, müssen Sie ste förmlich auf einen Besuch von vier Wochen nachBralyn einladen nnd selbst hieher begleiten. Sie werden denKnaben ebenfalls mitbringen aber nicht ihren Mann, verstehen Sie. Ihr Mann kann meiner Enkelin nicht verwehren, mich zu besuchen, nnd wenn sie er schienen ist, wird ste ich gehe darauf die höchste Wette mit Ihnen ein, nie wieder zurückkehren wollen. Lassen Sie ste nur ein solches Leben, wie sie es allhier führen wird, kosten und sie ist mein sür immer." Ganz gegen seinen Willen willigte Herr Ford in den Vorschlag.- Als er nach Verlaus von vier Wochen abermals die Waldwobnung betrat, erröthete Ella' tief. Sie streckte ihm ihre zierlichen Hände wie abwehrend entgegen und äußerte in Verzweiflung : Sie müssen, Sie dürfen mich'nicht wie der in Versuchung führen; ich sühle mich nicht stark genug. Bitte, verlassen Sie mich." Ich bin lediglich in der Abficht erschie nen, Sie und Ihren Sohn zu einem Be suche nach Bralyn einzuladen", versetzte er achtungsvoll. Lord Carlswood hat be schlössen, sür's Erste die Frage auf stch be ruben zu lasten; Lord Carlswood lehnt sich aber danach, Sie und Ihren kleinen Lionel zu sehen." Richt meinen Gatten ? fragte sie mit erblästenden Lippen. Rein,, er will Herrn Paul . Waldon nicht empfangen. Es steht Ihnen selbst dend frei, die Einladung entweder anzu nehmen oder auszuschlagen." . - 'Ich möchte schon dahin gehen", sagte sie hastig. Ich habe mich längst danach gesehnt, ein wenig von der großen, schönen Welt kennen zu lernen. Es ist mir, als müßte ich dieser sreunttichen Einladung folgen , und meinen Knaben mit mir neh men. Beschreiben Sie mir doch gefälligst das Schloß Bralyn." Ich muß mich dahin begeben", rief sie abermals aus. Paul wird sich mir nicht widersetzen, wenn er erfährt, daß es sich nur um einen Besuch handelt." Sie haben doch Ihrem Gatten nichts gesagt?" sragte Herr Ford. - Nicht die leiseste Andeutung", versetzte ste. Glauben Sie, daß er abgeneigt sein wird, mich reisen zu lassen V Das entzieht sich meiner Beurtheilung ; aus alle Fälle haben Sie ihn um Erlaubniß zu bitten." Fürwahr, ich möchte Bralyn gar zu gern sehen sagte ste nachdrücklich. Es versteht sich von selbst, daß ich wieder hier her zurückkomme. In Anbetracht des großen Opfers, das ich bringe, wird er mir dieses Vergnügen auch nicht versagen, aber ich befürchte, daß Paul, wenn er den ehemaligen Vorschlag meines Großvaters erführe, mich nun und niemals gehen las sen würde. Ich dächte, es würde sich einpfehlen, daß Sie ihm die ganze Geschichte erzählten, ibm über den Rang und das Schicksal Nieiner seligen Mutter Aufschluß ! ertheilten und ihm schließlich dieEinladung l Lord Carlswoods unterbreiteten, ohne der Bedingung zu erwähnen, unter welcher er meinen Sohn und mich bei sich aufneh men will." . Glauben Sie, daß Herr Waldon, wenn er die Bedingung Ihres Großvaters ken. nen lernen würde, Ihnen selbst zu diesem Besuche seine Einwilligung versagen würde V . Das unterliegt keinem Zweifel; Wal don würde mir den Besuch einfach verbieten. Warum?" fragte der Advokat kurz. Weil, weil er befüralttte, ich würde nicht wieder zu ihm zurückkehren", antwortete sie. Aber Sie beabsichtigen ja, doch wieder zu kommen, Sie hegen ja doch nicht im Mindesten den Gedanken, Lord Carls wood'S Anerbieten anzunehmen!Nein, ganz sicher nicht", sagte sie; ich sagte Ihnen ja schon, daß ich niemals das Herz meines Gatten brechen könnte". Aber es frappirte ihn, daß ihre Worte jetzt keineswegs daS Feuer und die Leb
haftigkeit bekundeten, wie bei ihrer ersten Aeußerung. Sie werden diesen Abend 'wiederkom men", sagte ste,und meinem Manne das Erforderliche eröffnen, nicht wahr?" ' " ' ' Paul," -rief Ella plötzlich aus, als ste Abends beim Theetisch saßen, siehst Du den fremden Herr dort unten an der Gartenthür? Er kommt, um Dir eine der seltsamsten Geschichten zu erzählen, die Du je vernommen hast." ' - Paul Waldon hörte Herrn Ford in dumpfem Schweigen, in verwirrter Angst an. Bisweilen drang, ein tiefer Seufzer äuS seiner Brust und als Herr Ford schwieg, wandte er stch in unsäglicher Liebe und Zärtlichkeit an seine Gattin. Mein Liebling", redete er sie an, mein theureS Weib, Du bist also eine vornehme Lady !" ' ' ' ,; :: Jch-bin Deine Frau", beeilte ste stch zu erwidern, als sie seine heftige Gemüths bewegung bemerkte.
Und dieser Lord hat Dich eingeladen Dich und unsern Knaben- ihn zu be suchen Dich ohne mich' !" ' Wahrscheinlich wünscht er mich zuerst kennen zu lernen", ertheilte sie zur Ant wort. Er wird Dich'zweifelsohne später sehen wollen". Dich ohne mich !" wiederholte er ton los. O, mein Liebling, glaube nicht, daß es mich deswegen kränkt, weil er reich und vornehm ist! Reichthum und Ansehen haben für mich keinen Werth. Ich schätze nur Dich, o, wenn er Dich mir ent reißen würde!"--. Das kann er ja nicht", flüsterte ste. Wer könnte mich von Dir trennen ? Bin ich nicht Dein Weib, Dein getreues Weib?"Seine innige Liebe, seine leidenschaft liche Verzweiflung rührten sie. tief; sie fühlte in diesem Moment, daß sie lieber sterben, als : ihn verkästen würde. Paul vergaß, daß ste sich nicht allein befanden ; er knieete $u ihren Füßen nieder, schloß ihre Hände in die seinigen und bedeckte sie mit heißen Küsten und Thränen. Wie könnte ich Deinen Verlust ertra gen, mein süßes Weib ? Du bist meines Lebens. Leben. Du bist das Licht, die Gluth, die Wonne meiner Seele, mein Herz kann nur anDeinem. schlagen. Möge der .Himmel jedes Leid entfernen, das sich zwischen uns drängen wollte! Ich bin jeden Augenblick bereits' sür Dich mein Leben zu opfern." : j; Und ich liebe Dich eben .so treu und wahr, Paul", flüsterte sie. ; - Er wandte sich an Herrn Ford : . Sie sehen, 'mein Herr, daß sie mich in Mg liebt mich liebt, obschon ich ihrer Liebe nicht würdig bin. Dieser vornehme Edelmann kann und wird sie nicht von meinem Herzen reißen ! Urtheilen Sie selbst, ob ste mich nicht liebt !" Ich sehe es", gab Herr Ford ernst zur Antwort; im Stillen aber dachte er seuf zend: Der Himmel sei dem Manne gnädig, welcher sein Glück auf ihrGelübde baut!" - Du wirst nicht lange fort bleiben, Ella V bat Paul. Ich, werde gar nicht fortgehen von Dir.. Paul", versetzte ste, einer edlen Regung folgend, wenn Du mir Deine Ein willigung zu diesem Besuche nicht gern ertheilst". AberPaul Waldon dachte zu hochherzig, zu edel, um dieses Opfer anzunehmen. . Nein, Du mußt gehen, Geliebte, und unsern geliebten Knaben mit Dir nehmen. Ich verkäste mich auf Dich und Deine Liebe; Gott sei Dank, daß ich. mich auf Dich Verlusten kann, Ella ! Du wirst wie der zu mir zurückkehren und fühlen, daß die ganze Welt Dir nimmer den Werth meiner Liebe ersetzen kann." Ich weiß daö jetzt", äußerte ste, und er war zufrieden. Sie fagte später zu Herrn Ford: ES war doch sehr weise von unS ge handelt, daß wir unserGeheimniß bewahr ten. und von der Bedingung des Lord Carlswood nichts erwähnten. WennPaul Waldon damit vertraut gemacht worden wäre, er würde mich nun u. niemals haben reisen lasten." Und Herr Ford seufzte abermals, indem er dachte : DerHimmel helfe demManne, welcher sein Glück auf das Gelübde eines so leicht beweglichen Herzens baut." v (Fortsetzung folgt.) Die großen Fallimente in England und Holland dürfen nur als Vorboten weiterer Symptome der hereinbrechenden besteren Zeiten" zu betrachten sein.
' (Für bie .Tribüne erworben.) ; ... Eine falsche Bcöauvtuna.
. . - . - Humoreske von F. Gramen-Will. (Fortsetzung,) AlS die Damen der Equipage zuschrit ten, ließ. Clary vergnügt, die Locken im Winde flattern und rief : Jetzt kann ich mich doch wieder sehen lasten,undNiemand merkt es, daß ich vorläufig noch so kahl bin wie ein gepflücktes Hünchen !" . Auf der Heimfahrt meinte die Mutter; Ich bin soweit ganz zufrieden mit unse fCtM i AnYAM v.Ct iu iiiuu, hui uiup iuj 'i)Cicycii, uup x eigentlich nie Deine Mode war. Dein natürliches Haar so auffallend fristrt, ja, ich muß sagen, so kokett fristrt zu tragen wie die wie Deine " 'Perrücke, Mütterchen, Perrücke! Sag'S nur dreist. ! Perrücke heißt Perrücke. Da helfen keine kleinen . Wendungen. Aller dings. Du .'hast Recht, 'ich gmg einfacher. Aber schön ist's doch nicht wahr?. Vielleicht ist es so Mode letzt." . : Heimgekehrs in daS verborgene Heilig thum desBoudoirs gab eö eineSchreckens scene sür Mutter und Tochter. Im Ver gleich mit dem abgeschnittenen goldblon den Haar des jungen Mädchens war. die Perrücke um zwei und einen halben Farbenton zu dunkel. ' Augenwimpern und Augenbrauen differiren meistens mit der Farbe des Kopfhaares, namentlich bei Goldblondinen, daher hätte man nach Originalprobe und nicht aus unzuverläs stge Stellvertretung einkaufen sollen. ' Mütterchen !" rief Clary halb ärgerlich und halb verzagt, Mütterchen, was fan 'gen wir nun an ? Das merkt man gleich ! Das merken Alle ! O, du lieber Himmel, jetzt sann ich mich doch kaum sehen las sen."' Nur in matterleuchteten Zimmern empfing sie die ersten Besuche ihrer Busen freundinnen. JmSönnenlicht aber fehlte dem gekauften Haar jener Goldduft, der früher das , Haupt des jungen Mädchens umgab und sehr ost zum Gegenstand all gemeiner Bewunderung gemacht worden war, deshalb war Clary fest entschlosten, es nicht an's Licht der Sonnen kommen zu lasten, daß sie mit ihrem falschenHaar eine kleine Wendung insDunkelblonde gemacht hatte. ' -" Sie bat ihre Mutter vom Himmel zur Erde, ihr einen stillen, verborgenen Win kel auf der weiten,weitenWelt ausfindig zu machen, wo Niemand sie kannte und wo sie in der vorsichtigsten Zurückgezogenheit den Wiederwuchs ihrer eigenen Haare abwar ten konnte. Frau Stanleh hatte das größte Mit leid mit ihrer Tochter und war willig, je des nur erdenklicheOpfer zu bringen,wenn es nur ihrem Kinde Gemüthsruhe und Herzensheiterkeit verschaffte. Nach einer vertraulichen Rücksprache .mit dem alten Hausarzte, der mehr noch als dies, ein wahrer Freund der Familie war, entschloß sie sich,, an eine srühere Jugendfreundin zu schreiben, welche auf derLandenge vonPa nama an einen reichen Kausmann verhei rathet war und dort in den glänzendsten Verhältnisten . lebte. Bei dieser, 4 unter ganz sremden Leuten, konnte Clary ohne Furcht ihre falschen Haare tragen und den Sommer über nicht das Gras, aber das Haar auf ihrem Kopfe wachsen sehen, auch war die Mutter zugleich beruhigt, ihrKind in guten Händen zu wissen. Das junge Mädchen war entzückt über die Weisheit ihrer Mutter. Nicht nur ei ' rt . r ' r t.. : . v ne iioairemoe, onoern aucy eine paraoie sisch schöne Gegend, von der ste so viel ge hört und gelesen hatte, sollte ihr Aufent halt während des Frühjahrs .sein. Ihre dunkelblonde Perrücke war in ganz Pana ma unbekannt und keinem Menschen dort ein ominöses . Fragezeichen. Niemand konnte ste in Verlegenheit setzen durch die Bemerkung : Hat sich ihrHaar nicht merk würdig verdunkelt. Miß Clary ? ES sah früher goldiger und überhaupt heller aus Panama war der rechte Ort. Weit weg von New Jork und keine einzige bekannte Menschenseele dort! Ein herzlicher Brief kam von Panama. Er enthielt alles Wünschenswerthe. Die Freundin käme selbst, hieß eö. un schon an Bord deS Dampfers ihre Mutterrolle übernehmen zu können. Der Dampfer Berenice" werde bald im Hafen von New Bork einlaufen. Der Kapitain,' welche die Dame ihren old Dick nannte, war derEi genthümer des schönenSchiffes undzugleich deren Verwandter. Kind, daö geht herrlich !" rief dieMut ter mit erleichtertem Herzen. Jetzt kann
