Indiana Tribüne, Volume 1, Number 41, Indianapolis, Marion County, 24 May 1879 — Page 6
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Gebrochener Stolz. :o: Roman von i. Waumann.
(Fortsetzung.) Dann kam ein herzzerreißendes Schreiden aus Ehester: Wir sind dem Verhungern nahe", schrieb Frau Cameron u. A. leiden an Allem Mangel und obendrein ist mein armerMann schwer erkrankt." Die starkeStimme des Advocaten bebte, als er die wehmüthigen Bitten las, welche sich daranschlossen. Wenn Lord Carls wood ihnen doch nur hartes Brod schicken, ihnen nur die Brodsamen von seinemTische geben möchte! Sie würden die Almosen, die er dem ärmsten Bettler darreichte, nicht verschmähen, vielmehr mit -'tiefstem Danke annehmen. . ' Sie muß sich unsäglich verändert haben," sagte der Lord von Bralyn. Sie, eine Carlswood erniedrigt sich, um Brod zu bettelnd Ein anderer Brief meldete ihm, daß ihr Gatte gestorben sei und flehte ihn an, sie nach Hausr kommen zu lassen,' um daselbst zu sterben. Ich habe mich von allem getrennt, was ich auf Erden besaß," schrieb sie, mit AusNahme des kleinen Medaillons, mitDeinem Bildnisse, welches Du - mir schenktest, und des Ringes, den Du meiner Mutter als Leiche vom Finger zogst, um ihn mir zu geben ; ich werde diese beiden Reliquien mit mir in' Grab nehmen." Aus dem vorletzten Briefe erhellte, daß sie Ehester verlassen und sich nach Ashbunhom begeben wollte, wo sie einige Tage zu bleiben gedächte, um eine Antwort zu erwarten. Den letzten Brief schrieb sie unterm 9. Juli aus Ashbunham und ließ sich ein herzzerreißenderesSchreiben garnicht den ken. Ihr Flehen würde selbst das verstockteste Herz gerührt haben und Lord Carlswood bedeckte beim Anhören sein Ant'itz mit. beiden Händen. Käthe hatte diese Zeilen in einemKrämerladcn geschrieben und meldete, daß sie ihr letztes Stück Geld sür die Briese ausgeben müsse. Sie flehte ibn um ihrer verstorbenen Mutter und um Gottes willen an, ihr etwas Geld zu schicken, um sie vor'm Verhungern und dem sicheren Tode zu schützen wäre es. auch noch so wenig" sonst müßte sie ibr Kind auf ihren Arm nehmen, sich auf die Landstraße begeben und dort sterben. Das war d.is letzt: Schreiben hiermit endete die Tragödie. 2öenn Ew. Gnaden diesen Brief gelesen hätten," fragte Herr Ford, würden Sie ihr Ihre Hilfe verweigert haben V So wahr der Himmel mir barmherzig sein möge," versetzte der Lord mit einem tiefen Seufzer, der fast wie ein Aechzen klang ich glaube nicht, daß ich Ihrer Bitte würde entsprochen haben." Ein peinliches Schweigen folgte dieser unumwundenen Erklärung. Was mag sich später ereignet haben V fragte Herr Ford endlich sinnend: Sie hat nie wieder geschrieben . . . . ist sie vielleicht in Ashbunham gestorben? Ich möchte es wissen !" Das Antlitz des Lords ward aschgrau, als der Advocat diese Frage in Anregung brachte. Gestorben," murmelte er, verhungert? Laßt uns eiligstRachsorschungen anstellen... ich habe keine Ruhe mehr." Herr Ford war zwar nicht minder besorgt, aber er bedachte dabei die Schwie rigkeiten, zu erforschen, was einem armen vereinsamten Weibe vor so vielen Jahren zugestoßen war. Ich werde selbst nach Ashbunham rei ien, sagte er und mich gleich dahin begeben. Sobald ich etwas Gewisses über diese traurige Angelegenheit erfahre, sende ich Ew. Gnaden die Meldung durch einen Eilboten Halten Sie es denn sür richtiger, daß ich hier bleibe V fragte Lord Carlswood in fieberhaster Aufregung Entschieden", erwiederte Herr Ford, ich kann ruhigem freier und, wenn erforderlich, auch energischer handeln, wenn ich allein gehe." , Mit diesen Worten empfahl er sich und nahm, nachdem er einige Stunden später in Ashbunham anlangte, sein Logis nicht in dem' größten Hotel des Orts dort würde er schwerlich gefunden haben, was er suchte, sondern in einem ganz gewöhnlichen Gasthose. . Abends lud er den Wirth und die Wirthin ein, eme Flasche Wein in seiner, Gesellschaft zu leeren und wußte dabei das Gespräch . geschickt, auf
seltsame und plötzliche Todesfälle ;zu lenken. Er erreichte ein überraschendes Resultat, indem man ihm als Beitrag zu seinen in teressanten Unglücksfällen die Geschichte der unglücklichen Käthe Cameron erzählte. Eine arme, unglückliche Lady sei, sagte man, vor vielen Jahren mit ihrem Kinde krank in Ashbunham eingetroffen und gestorben,, ehe sie ihren Namen habe nennen, oder irgend eine-Andeutung geben können, welche auf ihre Herkunst hätte schließen lassen. Und das Kind", forschte Herr Ford -was geschah mit dem Kinde?" Die Familie Hope, bei welcher das arme Wiib eingekehrt und gestorben war, adoptirte deren Tochter und nannte sie vor ihrer Verheirathung Ella Hope." Ella Ella " wiederholte der Advokat und fragte dann mit sinsteren Mienen, fast barsch :., : Bor ihrer Berbeirathung ? Mit wem hat sie sich denn verheirathet?" Er verstummte aber, a's er zur Antwort erhielt: Mit Paul Waldon, dem Verwalter des Lords Sbofield." . .
Neuntes Kapitel. Am nächsten Tage finden wir den Advokaten in Ellas Wohnung, in die er sich unter dem Borwande, eine Zeichnung von dem zierlichen Waldhäuschen machen zu wollen, Einlaß zu verschaffen gewußt hatte. Er war von Ella entzückt; ihre seltene Schönheit, ihre Anmuth, ihre bezaubernden Manieren überraschten ihn im höchsten Grade. Und überdies hatte sie einen Sohn, den lieblichen, lächelnden Knaben, den er in seinen Armen gehalten hatte, ein Kind, aus das selbst der stolze Lord Carlswood. stolz sein konnte. Sie sprach so gewählt und in einem reinen Accent, und dennoch sühlte er sich immer und immer wieder zu dem Wunsche hingeneigt: Wäre sie doch nicht verheirathet !" Mit dieser Figur und diesem Antlitz würde sie in der Gesellschaft Aussehen gemacht haben", dachte Herr Ford im Stillen. Sie hätte auf einen Herzog An spruch erheben können und ist jetzt die Frau eines einfachen Verwalters !" Er erwog im Geiste, wie der Besijzer von Bralyn wohl die Nachricht von ihrer Verheirathung aufnehmen würde. Erbe fürchtete das Schlimmste und beschloß deshalb nicht zu einem Briefe seine Zuflucht zu nehmen, sondern selbst nach Bralyn zu rückjukehren und ihm Alles mitzutheilen. Zuvor aber wünschte er, um jedem Beden ken zu begegnen, noch das Medaillon und den Ring der Frau Cameron zu sehen und stattete in dieser Veranlassung dem Pastor Kirdcll einen Besuch ab. Diesem würdigen Geistlichen theilte er sein Anlie gen unter dem Siegel derVerschwiegenheit mit, woraus derselbe keinenAnstand nahm, ihm Beides zu zeigen. Obgleich er auf Alles vorbereitet war, frappirten ihn doch die wohlbekannten Gesicht-züge des Lords Carlswood, es war kein Zweifel mehr vorhanden ! Herr Ford eilte nach Bralyn, wo Lord Carlswood ihn schon an der Gartenthür erwartete. Sie sagen, sie sei schön," rief 'er im Laufe des Gesprächs erregt aus, ihrer Mutter so ähnlich ? Aus welcher Ursache hat man sie so jung heirathen lassen? Wenn diese Heirathung' rückgängig gemacht werden könnte ! Wie und was ist ihr Mann?" Er ist ein echtes Kind des Volkes hübsch, stärk, männlich und, wie man behauptet, in mechanischen Arbeiten sehr ge schickt. Seine Sucht ist Erfindungen zu machen und .... " . Genug, genug seines Lobes!" unter brach ihn derLord, welche Stellung nimmt er in der Gesellschast ein?" 1 ' . Herr Ford erwiederte zögernd, verwirrt : Ich wage es Ew. Gnaden kaum zu sagen. Einige bezeichneten ' ihn als den Verwalter des Lords Shofield,.Ändere als deffen tz'egereiter, meines Erachtens besorgter beide Geschäfte.". , . . Schien seine Frau ihm warm anzuhän gen?" .war die nächste Frage. ' ., ' . .. Der Advocat lächelte, als er entgegnete : Ich bin ein befferer Beurtheiler ;rich terlicher Fälle als der Anhänglichkeit einer Dame. Ich nehme . indeß an, daß sie ihn liebt. Alle Frauen lieben ihre Männer ist es nicht so ?" . ; ; , ; Keineswegs", versetzte ironisch derLord. Sie sagen)'' der Knabe sei gesund und lebensfähig?- ' ;,; Ich maße mir gleichfalls kein Urthejl über Kinder an, darf aber, erwähnen, daß
ich niemals ein hübscheres Kind gesehen habe. Es schien kräftig gebaut und recht gesund su sein." Es entstand jetzt eine Pause, der Lord vertiefte sich in Gedanken. Seine Brauen zogen sich finster zusammen, seine Lippen waren geschlossen und seine Hände dicht zusammengepreßt. Endlich seufzte er tief auf und sah dem Advokaten in's Antlitz. Herr Ford ersah aus dem eigenthümlichen Glänze seiner Augen, daß derLord einen
ernsten Entschluß gefaßt hatte. Der Lord erhob sich und trat an das Kamigesims, über welchem in Oel gemalt, das Portrait dcs Lords Justus Carlswood hing, welcher einst so männlich fürdieSache des Stuart' Königs, Karl II. gefochten. Er betrachtete das Gemälde lange und mit ernsten Blicken, es war ein stolzes Antlitz, voll edler Entschlossenheit, voll Kraft und Feuer und dann begab er sich langsam wieder zurück und äußerte : Die Carlswood's sind bei meinen LebZeiten tief gesunken ; ihr Name ist befleckt, ihre Ehre beschimpft. Ich bin indeß noch nicht so tief gefallen, um zu gestattZn, daß ein Mann' pon so niedriger Geburt sich es in den Räumen dieses Schlosies bequem mache. ' Sämmtliche dahingegangene Carlswood's würden in ihren Grüften nicht ruhig schlafen können, wenn ich einen solchen Gedanken nur zu hegen wagte." Was beschließen Ew. Gnaden also?" fragte der Advokat. Vielleicht wird mein Plan Ihr Miß. fallen erregen," sagte er, aber ich ertheile Jhnn im Voraus die Versicherung, daß mir das Ziemlich gleichgiltig sein wir;. Mein fester Entschluß, und weder Himmel noch Erde werden vermögen, mich von demselben abzubringen, ist folgender: Ich will das Kind meiner Tochter, die reizende, liedliche Ella, adoptiren und sie zu einer der reichsten Erbinnen machen ; sie soll das große Vermögen der Carlswoods, worin sich vor einigen Jahren meine vier Kinder hätten theilen müssen, ganz allein bekommen. Ich will ferner ihren Sohn dop tiren, dergestalt, daß er nach meinemTode nominell Lord Carlswood von Bralyn werden soll... Aber hören Sie mich wohl an, Herr Ford, all' dies thue ich nur unter' der Bedingung, daß sie ihrem Mann auf immer entsagt und darein willigt, ihn im Leben nie wieder zusehen. Wird sie diese Einwilligung nicht ertheilen, dann ist die Sache unwiderruflich erledigt sie möge dann bleiben, wo sie ist und ich werde mir einen andeten Erben suchen.. Sie muß Paul Waldon, und zwar in Begleitung ihres Kindes, verlassen sür heute und immerdar !" , : . Ein langes Schweigen folgte dieser Er klärung Lord Carlswood's. ; Man konnte während desselben draußen die Vögel zwitschern und den Wind zwischen den Blättern'rauschen hören. Das jst Unrecht, Ew. Gnaden," sagte Herr Ford, endlich kopsjchüttelnd. Eine solche Trennung ist gegen alle menschlichen und göttlichen Satzungen.".' Nichtsdestoweniger bestehe ich darauf. Ich werde nun und niemals den Gatten hier empfangen." Und doch wollen Sie sein Kind adop tiren Y Es ist meines Geschlechts, es fließt edles Blut in seinen Adern, das seinem Vater abgeht.' Da Letzterer keinen Anspruch an mich erheben darf, will ich auch niemals einen solchen anerkennen." Ew. Gnaden", entgegnete der Advokat, wollen mir erlauben, daß ich weiter gehe, und im vollen Ernste zu behaupten wage : Ihr Vorsatz ist grausam, und ich will damit nichts zu thun haben." Das steht in Ihrem Belieben", äußerte Lord Cärlswood, hochmüthig die Achseln zuckend Wenn Sie sich weigern, künstig meine Angelegenheiten zu führen,' so gibt es 'zahllose Andere, welche sich glücklich schätzen,' mein Anwalt zu sein. : Mein letztes Wort ist ' gesprochen und ich weiche in keiner Weise vott' meinem Vorsätze abl Will meine Enkelin ihremGatten freiwillig entsagen und mir versprechen, ihn nie wie der zu sehen, werde ich siemit offenen Armen'ausnehmen; wenn nicht,' bleibt sie sür mich eine Fremde." ' Die beiden Herren maßen 'sich gegen seitig mit scharfen und erregten Blicken.' Was bat der Mann ' verbrochen Ew. Gnaden, daß Sie ihm einWeib abspenstig zu machen suchen, welches er so innig liebt? Es ist nicht seineSchuld, daß sie eineCarls wood ist. Er gab ihr Alles, was er be. saß seine' Liebe sein'Herz, seinen Na men ; er ist stolz darauf gewesen, sür sie zu arbeiten. Warum wollen Sie die Eheleute ' gewaltsam trennen.? Was hat er verbrochen ? Weshalb soll er leiden
Ich selbst habe gelitten", murmelte der alte Lord mit zitternden Lippen. Jedermann muß leiden." Wie würde Ihnen um's Herz geworden sein, wenn Jemand sich erdreistet hätte, Ihnen Lady Carlswood' zu entreißen?" Der Gebieter von Bralyn hob seine Hand drohend empor. Sie haben allerdings das Privilegium, frei und unbeschränkt zu sprechen," sagte er; mißbrauchen Sie es jedoch nicht. Suchen Sie keine Vergleiche anzustellen; es läßt sich zwischen mir und einem solchen Mann keiner aussindig machen. Es ist lächerlichvorauszusetzen, daß ein Arbeiter empfindsame oder erhabene Gesühle hege. Ich bin überzeugt, daß eine reichlich bemessene Summe Geldes ihn für den Verlust seines Weibes hinlänglich entschädigen wird ..... Was sagen Sie da, Herr Ford?" ' ; Ich sage, möge Gott Ihnen verzeihen, Mylord !" Ich danke Ihnen", lautete die sarkastische Erwiderung. Mir geht die Ehre meines Namens über Alles wie hoch über Alles, Herr Ford,' vermögen Worte nicht auszudrücken. Er würde verunglimpst," beschimpft werden, wenn ich diesem Menschen einen Platz in meinem Schlosse einräumte." '' Sie beschimpfen den NamenCarlswood dadurch weit mehr, daß sie zu scheiden suchen, was Gott zusammengefügt hat," versetzte der Advokat leidenschaftlich. Ick wundere mich von nun an nicht mehr über die französische Revolution, mich wird seit diesem Moment das Revoltiren der Niederen gegen die Anderen nicht mehr srapviren, wenn die Großen auf Erden in solcher Weise gegen die Niedrigen verfahren. Wenn Sie zwei Tauben besäßen, zwei zarte Vögel Sie würden sich bedenken, ehe Sie sie von einander trennten; jedoch diesen trefflichen Mann zu foltern, nehmen Sie keinen Anstand ; ja, Sie wollen nicht einmal einräumen, daß diese Folter ihn schmerze." , ' Lord Carlswood lächelte, sein Antlitz bezeigte keine Reue. ' Ich Zürne Ihnen, keineswegs ob Ihrer freimüthigen Sprache, Herr Iord ; es gibt außer Ihnen wenige, die so zu mir sprechen dürsten. Meine Ansicht bleibt dadurch unverändert, nur unter meiner Bedingung werde ich meine Enkelin Ella und deren Sohn adoptiren. Ich verlasse Sie jetzt aus eine Stunde, um Ihnen Zeit zur Uebcrlegung zu lasten. Beharren Sie darauf, meine Angelegenheiten von nun an nicht mehr vertreten zu wollen, so geschehe es also, wenn nicht, werde ich Sie be' vollmächtigen, die erforderlichen Schritte zu leiten." '"' Als der Jurist sich allein sah, erwog er die Sache reiflich. Wenn ich mich weigere", dachte er, wird sich ein Anderer dazu bereit finden, eine Persönlichkeit, die voraussichtlich nicht den geringsten Einfluß auf ihn ausübt und niemals zu Gunsten Ella's und ihres Mannes wirken kann ; ich besitze, Gott sei Dank, einigen Einfluß auf sein starresGemüth und werde ihn zu ihrem Nutzen verwenden. Möge er Ella und ihren Sohn bekommen; sein Herz wird sich allmählig bejänstigen und dann wird es mir gelin gen, ihn zu überreden, auch ihren Mann in seine alte Familie aufzunehmen." Als Lord Carlswood nach'Verlauf einer Stunde pünktlich wieder erschien, um seine Antwort zu vernehmen sagte er: Ich will mich mit dieser Sache zwar unterziehen.. Ew. Gnaden, aber ich thue es nur unter Protest. , Nach meiner innigsten Ueberzeugung ist das, was Ew. Gna den zu thun beabsichtigen eben : so grausam wie unbarmherzig." ' ' " 'l Noch an demselben Tage 'kchrte er nach Ashbunham zurück. '.Er versuchte es. sich einzureden, daß die Zeit Alles wieder gut machen, werde ; aber sein Herz pochte hörbar; der Austrag war Ihm . sehr zuwider. Erst nachdem Waldon seine Wohnung verlassen hätte, trat er in's Haus und mclbete Ella seinen Besuch. Sie? lächelte
! graziös, als sie ihn vewjllkommte. , ,,le teuren zürnet, um ote. Skizze aus zuführen, nicht wahr?" redete sie ihn an aber fein Antlitz trug keine' heitere Miene zur.Schau, als er erwiderte : ' Ich bin wiedergekommen, weil ich elvas Wichtiges mit Ihnen zu verhandeln habe. Frau Waldon. Können Sie mir wohl einige Augenblicke widmen?" " Ihr schönes, glühende Antlitz ward sehr bleich, als sie diese Worte vernahm. . Sie brauchen sich keineswegs zu ängstigen, fügte er hinzu. Einige Leute würden meinen Austrag vielleicht mit Freuden vernehmen, ich werde es Ihnen überlassen, darüber , nach Belieben zu urtheilen. . Es wäre m.r indeß lieb, mit Ihnen unter vier Augen sprechen zu können." - - " (Fortsetzung folgt.)
. (Für lie .Tribüne-erworben.) '. Eine falsche Behauptung. Humoreske von F. Grawcn-Will. (Fortsetzung,) Vorsichtig verhüllt und verschleiert suh ren nun beide Damen in wohlverschlosse ner Equpage, zu einer Tageszeit, an welcher die seine Welt nicht auf den Straßen und in den Läden, sondern bei den Mit tagstafeln anzutreffen ist, zu dem berührntcstenHaarkünstler und ami de la tete von New Pork, Monsieur Alphonse de Pothuile de Paris, und verschwanden Pfeil schnell in seinem Departement, pour dames. Eine elegante Pariserin, führte sie in einen Raum hinter dem Parfümerie Vcrkausslokal und Departement für Her ren", in das Heiligthum weiblicherHaar touren und Perrücien. In umfangreichen Glasschränkcn 'hingen auf,schneeweisen Porzellan-Halbkugeln, welche von langen vergoldeten Füen getragcnwurden, 'alle erdenllichenFormen und Farben dc weiblichen Haarwuchses. Vom kohlpechraben schwärzesten Blau der Peruanerinnen stuftcn sich die Farbenschattirungen ab bis zum ehrwürdigen Silberweiß ds Sibyl lenalters. Es war so vielPracht undMa terial an Haar vorhanden, , daß man hätte erstaunt fragen sollen : Wo ist das Alles gewachsen ? Mlch nicht die halbeDamen weit geschoren worden sein, um die andere Hälfte überreichlich mit Haar zu versor gen? Als Clary in peinlichster Verlegenheit der ihr total fremden Verkäuserin ihren Wunsch aussprach, rief diese im stümper hasten Englisch mit französischer Acentirung : Sie kommen sich auf die beste place, mademoiLelle ! Hier ist die beste place vor die 8ecret8 de la tete vor die toilette. Pas de chagrin Miss, vertrauen sich ge tröst mir an. Keine pers0Q,keine grntle man, nicht die kleinsteMonnsperson in die ganzeWelt erfährt hier bei mir die soerets von tie Kopf und von die Haar!" . Dennoch zögerte das jungeMädchen das Seidenhäubchen zu entfernen. Da hob mit einem gewandten Griff die Französin ihre schwarze Lockcnpracht vom eigenen Kopse und zeigte lächelnd ihr spiegelblan kes Haupt, um so ihrer Leidensschwester das Vertrauen zu erleichtern. Sieh' sich hier,Miß, auch ich sein na dicht auf der Kopf.' Aber nix von Krank heit das, oli non! Diccouleur von meine Haar war miserable impertinent und ich habe gebraucht tinctures, couleurs, essences und Qels und ist gegangen alles eaput, ganz caput!" Mit diesen Worten krönte sie wieder ihr Haupt und war so schön wie zuvor. Ueberrascht hatte Elary dieser-Metamorphose zugeschaut und das praktische Beilpiel vor ihrenAugen erleichterte ihr das gcschästlicher?rcije nothwendi ge Vertrauen und die Annahme einer so nützlichen Erfindung, als welche man Per rücken anzusehen, zuweilen in die nackte Nothwendigkeit versetzt ist. - Die nur nach Mode- und niche'nachNa turgesctzen urtheilende pariser Dame hielt dem jungen Mädchen eine schwarzeLockenkoiffüre vor die Augen, welche in der That ihres Gleichen suchte. Eine, üppige Fülle öes schönsten, glänzenden Hvares war so künstlerisch und künstlich geordnet,daß man sagen mußte : Das ist nicht nur geschmack voll und reizend,- sondern geradezu haar sträubend himmlisch " LofcRingel legten sich über den Hinterkopf und bildeten dort einen griechischen Knoten a la Sancta Helena, Kaiserin von Konstantinopel. Auf der Stirn sielen kleine Lockenflock en a la Vally und über den Nacken hingen schwer und voll -die herrlichsten und üppigsten Haarspiralen a' Xi razy-trick. - tt Ich bin aber blond," protestirte Fräu' lein Sanley und wehrte lächelnd mit der, Hand. . Das macht nix, Mademoiselle ent geg'nete die Französin Versuchen Sie sich Mr IMxdal dies hier: Lassen sie sich sehen, wie Sie sich aussehen werden," und' ehe Clary es sich versah, fühlte sie mit 'ei-' nem leichten Schauder diePerrücke aus ihrer Kopshaut. In einem Äugenblick war das Arrangement des Lockenfalles mit ge' wandte? Hand bewerkstelligt und sie ward vor einen groben Spiegel geführt.' . , Ein fremdartiges, aber interesant schö' nesBild strahlte ihr entgegen. Dcr dunkle Rahmen. 'des schwarzen' Haares hob'die
zarte Färbendes Ge'sich'ies prächtig h'erv oto Besonders schön war derKontrast der blau en Augen mit'der Ebenholzsärbe ber 1 Lo-'
