Indiana Tribüne, Volume 1, Number 41, Indianapolis, Marion County, 24 May 1879 — Page 4

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ankommen, und dort derUntersiüßung be dü'fen. In den meisten Fällen ist es bi jetzt gelungen, sie unterzubringen und ih nen Arbeit zu verschaffen. Diese massn. hafte Auswanderung ist nicht blos die Folge der dort wenn auch nicht rechtlich doch faktisch herrschenden Entrechtung der schwarzen Rasse, sondern die Folge der vollständigen Unterdrückung und Äusbeu tung des Negers. Der Reger im Süden ist vollständig abhängig vomPflanzer und selbst Jahre lange. schwereArbeit ermögli chen ihn nicht die geringste Elsparniß Rechnet man hierzu noch den Umstand.daß der Reger im Süden auf einer viel niedrigeren gesellschastlichen Stufe steht, als im Norden, so ist es kein Wunder, wenn er ein Land flieht.in dem er in aller und jeder Beziehung die Stellung eines Paria einnimmt. Dem Süden droht große Gefahr durch diese Auswanderung. Die schwere Feldarbeit auf den Reis Zuckerrohr und Baumwollenfeldern im heißen Süden kann von den Weißen kaum verrichtet werden. Dazu ist der Schwarze nothwendig und der Lerlust an Arbeitskraft, welchen der Süden durch diese Auswanderung er leidet, ist geradezu unersetzlich. DuS wissen die Pflanzer auch und da sie sich nicht anders helfen können, so greifen sie bereits zu dem im Süden dem Neger gegenüber so beliebten Mittel, der Gewalt. Man verbindert sie mit Gewalt an demBestcigen der Dampsboote und Capitänen derselben wird mit Entziehnng der Frachtbeförde rung gedroht.wenn sie die auswandernden Neger aufnehmen. Wie weit dies helfen wird, bleibe einstweilen dahingestellt. Sicher ist. daß wenn die Seaatsbehörden im Süden nicht im Stande sind, das Recht der Freizügigkeit zu wahren, wenn sie nickt Willens sind, ihn vor Gemaltthätigkeit zu schützen, die den Demokraten so verhaßten Bundesbehörden werden eingreifen müssen Dem Süden aber geschieht ganz recht, es ist dies blos die Strafe für die lang ange häufte Sünden.

Mitchcken. Drei Farbige stehen gegenwärtig vor dem Terre HauterCriminalgerichte um sich wegen ihrer Verheirathung mit weißen Frauen zu verantworten. Bekanntlich vcr bie'en die Gesetze einz:lner Staaten noch heute die Heirathen zwiichen weißen uud farbigen Personen. Es ist eine Schande für ein Land das stets sich einer sreienJn st'tution rühmte, daß solche Rassenvorur theile noch Unterstützung sindcn. DaS Phil. Tgbl. bemeikl sehr richtig, daß sich jedem vorurtheilssreien Menschen die gra ge ausdrängen muß : warum verbieten die Staaten gesetzt nirgendHeirathen zwischen Weißen und Indianern, Mongolen oder Malayan. Es ruht eben auf der schwarzen Rasse noch jener unselige Fluch der bösen That (seilens der Weißen,) die fortzeugcnd Bö ses muß gebären. Jeder denkende vorurtheilssreie Mensch deö 19. Jahrhunderts erkennt als Wahr heit, die keines weitern Beweises bedarf. den Satz an : Die Menschennatur ist un ter allen Zonen in allen Ländern der Erde in ihrer Grundlage dieselbe, alle Menschen ohne Unterschied der Hautfarbe haben gleiche Grundrechte, gleiche Grund pflichten. Deßhalb sollte jedeEhe heiligfein wo persönliche Achtung, Vertrauen u. innige Liebe die Motive sind, welche beide Personen zu einander hinziehen und in B.'iden den sehnlichenWunsch erregen, ge meinschaftltch durchö Erdenleben zu geben. eine Familie zu. grünten, zum eigenen Wohl, zum Wohl einer Gemeinde, eines Staates. Die Hautfarbe kann und soll dabei nicht in Betracht kommen, kein Slaatsgericht soll ein Recht haben, eine solche Verbindung als verbrecherisch zu brandmarkn; Dasselbe sollte vielmehr die betreffenden Personen gegen daö Vor urtheil und die Bosheit AnderSglauben der" schützen. DieWiedereinfünrunq der Todesstrafe in der Schweiz. Durch die jüngst stattgefundene Volks abstimmung in der Schweiz hat die Realion wieder einmal gesiegt. Nach üuße,st heftigem Kampfe und nur mit knapper Mehrheit ist eö, den Vertheidigern derTodeSstrafe gelungen, daß nun die Wieder einführung derselben in den Kantonen ge taktet ist. Der bessereTheil desVolkes die Fortschrittsvereine und hauptsächlich die Sozialisten haben alle Anstrengungen ge macht um den noch geistig zurückgebliede nen Theil des Schweizer Volkes zu über zeugen, wie menschenunwürdig der Blut

durst ist. wie sittlich hoch ein Bolk steht, das die Todesstrafe nicht bandhabt, wie unwürdig sie der Justiz selbst ist, da doch auch Richter nicht unfehlbar sind und ein einmal vollzogenes Urtheil nicht rrneb'r gut gemacht werden kann, wenn jemals die Unschuld eines Hingerichteten zu Tage tre ten sollte. In allen Volksversammlungen und in der Presse wurde darauf hingewiesen, daß Hinrichtungengar nicht abschreckend wirken sondern nur die robesten Gefühle wachrufen, daß nicht der Mangel der Todesstrafe die Zahl der Verbrechen in der Schweiz vermehrte sondern daß sich nur in Folge der wirthschastlichenKrisis den Verbrechen in allen Ländern vermehrten. Und dies Alles hatte nur wenig genützt, die trotzdem den Anhängern der Todesprafe eine fast ebenbürtige Opposition gegenüberstand hat die Reaktion doch noch einmal trium phirt. Vom Standpunkt der Sittlichkeit wie der Justiz muß de? wahre Menschen' freund diesen Rückschritt der Schweiz nur beklagen. Die Stellung der Frauen zur sozialen Frage. Ein Vortrag gehalten im Freidenkerverein von Fläulein Oppenheimer.

(Schluß.) Und sind wir nicht auch mit den Leiden der uns nahestehenden Männer so eng ver kettet, daß wir sie suhlen müssen, gleich als ob sie uns direkt belräfen? Wenn der Mann nichts verdient, muß dann nicht die ganze Familie darben? Wenn der Vater brodlos ist, sind es die Töchter weniger als die Knaben ? Und wenn es einer Re gierung einfällt, einen beiligen" Krieg zu führen, und wenn ein Familienvater oder ein hoffnungsvoller Sohn in demselben erschossen wird, leidet die Mutter, das Weid gar nichts dabei? Gehet in die Hütten jener Wittwen und Waisen, die ihr Bestes, ihre Stütze im Kriege verloren haben! Seht das Elend und den Kum mer jener Armen und ihr werdet nicht mehr zweifeln, daß die Wehen des Krieges auch das Weib nicht verschonen. Aller dings versucht man das unglückliche Weib oft damit zu trösten, daß der Verlorne Gatte, oder Sohn auf dem Felde der Ehre fiel. Aber sind diese Phrasen nicht schnö. der Hohn, wenn man den namenlosen Schmerz jener Unglücklichen betrachtet? Und wenn in einem Lande, wie gegenwär tig in England und im Spessart eine Hungersnoth wütbet, sind es dann immer nur Männer, die Hungers sterben ? Man darf dleist behaupten, daß in England jeden Tag Hunderte am Hungertyphus sterben, und ich glaube, daß dieser böse Geselle nicht nach Geschlecht fragt, auch wenig Galanterie für das Weib entwickelt. Sie sehen also, daß wir von Allem ce troffen werden, daß wi uns gerade um politische Fragen zu kümmern haben, und wenn es uns bis jetzt auch nicht ge stattet ist. unsernGesinnungen am Stimm kästen Ausdruck verleihen zu dürfen, so müssen wir eben die edlen Bestrebungen indirekt besörden helfen, sei es durch die K.ndererziehung oder durch den Einfluß, den ein wahrhast edles Weib stets aus den Mann auszuüben vermag. Und wenn wir unö das Programm der sozialistilchen Partei noch genauer betrach ten, so finden wir, daß gerade die Frauen in ihm den Wegweiser ihres Thun und Handelns erblicken sollten, denn zweiPara graphen, die dasselbe enthält, verdienen deren besondere Würdigung. Da heißt der eine : Verbot der Kinderarbeit in industriellen Unternehmungen bis zum 14. Lebensjahre und der andere Paragraph lautet aufBcrbot der Frauenarbeit in Beschäftigungen,. welche der Gesundheit oder Moial schäd' lich sind und verlangt gleiche Bezahlung sür gleiche Arbeitsleistung an Männer und Frauen. Karl Marx sagt in Bezug auf Frauen und Kinderarbeit in seinem Werke Das K vital" unter Anderm : Der Arbeiter verkaufte früher seine eigene Arbeitskraft worüber er als formell freie Person ver fügte. Er verkaust j tzt Weib und Kind. Er wird Sklavenhändler. DieNachfrage der Kinderarbeit gleicht auch in der Form der Nachfrage nach Negersklaven, wie man sie in amerikanischen Zeitungen zu lesen gewohnt war. Meine Aufmerksamkeit sagt z.B. ein enallscker Fabrikinsveklor wurde gelenkt auf eme Anonce in dem Lokalblatt einer der bedeutendsten Manu takiurstadte meines Distrikts, wovon Fol gendes die Covie: Gebraucht 12-20 Jungen, nicht iunoer als was für l3 Jahre passiren kann. Lohn 4 Schillinge per Woche x x Wre Phrase was für. 13 Jahre passtren

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kann bezieht sich darauf, daß nach dem Factory.Aet Kinder unter 13 Jahren nur 6 Stunden arbeiten dürfen. Ein amtlich qualifizirter Arzt muß das Alter bescheinigen. DerFabrikant verlangt alsoJungen, die so aussehen, als ob sie schon dreizehn jährig. Karl Marx sagt weiter, daß in einem berüchtigten Londoner Distrikt jeden Montag und Dienstag Morgen offener Markt gehalten wird, worin Kinder bei derlei Geschlechts vom 9. Jahre an, sich selbst an Londoner Seidensabrikanten ver miethen. Die Scenen und die Sprache während der Dauer des Marktes sind wahrhaft empörend. Marx deutet auf den physischen und moralischen Verderb dieser Kinder und jungen Personen und bringt statistische Beweise der ungeheuren Sterblichkeit von Arbeiterkindern. Eine osficielle, ärztliche Untersuchung im Jahre 1861 ergab, daß die hoheSterb lichkeitsrate der Arbeiterkinder in ihren ersten Lebensjahren vorzugsweise der außerhäuslichen Beschäftigung der Mütter und der daher entspringenden Vernachlässigung und Mißhandlung der Kinder, zuzuschreiben ist. Unpassende Nahrung, Mangel an Nahrung, dazu die unnatür liche Entfremdung der Mütter gegen ihre Kinder, im Gefolge davon, absichtliche Aushungerung und Vergiftung sind allzu laute Anklagen. Auch unsere neuesten statistischen Angaden berichten, daß in Obio im Jahre 1878 nicht weniger als 33.032 Kinder unter 15 Jahren beschäsligtware.i und dieAnnahme, daß eine große Zabl dieser zarten Pflanzen schon im Keime getödtet weiden, ist gewiß berechtigt. Der Paragraph, welcher die Frauen von Beschästigungen die der Gesundheit und Moral schädlich, ausgeschlossen wissen will, verdient gewiß die Fürsprache allerFrauen. Es haben schon so viele SchrislstÄer die moralische und physische Verkümmerung, der Frauen, welche in Fabriken arbeiten. getadelt und hauptsächlich Engels hat diese traurige Thatsache in seinem Werke, Lage der arbeitenden Classen in England," so erschöpfend dargestellt, daß ich es nicht für nöthig halte, viel hinzu zu setzen. Doch dafür, daß die Frau von Rechts wegen gleiche Bezahlung wie der Mann für gleiche Arbeitsleistung zu beanspruchen hat. haben sich im Verhältniß nur Wenige angenommen, und doch wird die arbei tende Frau eigentlich viel mehr ausgebeutet wre der Mann. Matt ist so gerne geneigt unserGeschlecht als schwach, alS hilfsbedürftig zu bezeichn nen, man nennt es daö zarte Geschlecht, man plaudert ihm ein, daß es von dem starken Geschlecht beschützt werden muß und beschützt wird, und doch wenn wir es gerau betrachten, so haben wir den Kampf ums Dasein- eben so gut zu führen, wie der Mann, nur mit dem Unterschiede, daß man uns Hindernisse in den Weg legt, die keinMann zu bewältigen nöthig hat. Eine Illustration sür diese, meine Behauptung liefert die N. Y. Vlks. Ztg. daß bekannte Organ der sozialistischen Arbeiterpartei, welche vor Kurzem mehrere Artikel veröffentlicht', und sich darin mit den Frauen beschäftigte, welche vor Entbehrungen Hunger und Arbeit sterben, eS sich aber nickt merken lassen. Dieses traurige Bild bezieht sich aller dings auf New Äorker Verhältnisse, aber auch in andern Städten ist es nicht besser, und wir können daraufhin getrost einen Maßstab auf die allgemeine Nothlage der Frauen anlegen. Eie Reporter, sagt genanntes Blatt, be. suchte 50 Wohnungen, w0"in diese Frauen leben, in verschiedenen Stadttheilen und hat dabei Alles erfahren, was sich aus ihre Arbeit und deren durchschnittliche Bezahlung bezieht. Die Geschichte war überall dieselbe, daß Männer in unserer Mitte sind die reich werden' von dem Herz blut Derjenigen, welche die Nsth zwingt um jeden Preis zu arbeiten. ES würde zu viel Zeit beanspruchen, wollte ich all die Beitpiete, welche jene Zeitung ansübrt, vorbringen, und ich beschränke mich deß halb auf einige derselben. So erzählt sie von einer Wittwe, welche in einem kleinen

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Bmmm. C. F. Schmidt. Zimmer einesTenementbauseS wohnte und es versuchte, sich und ihren kleinen Knaben durch Westenmachen zu ernähren. Ein Haufen Westen lag auf dem Tisch'; sie waren überall eingefaßt und enthielten vier Taschen. Wenn ich den ganzen Tag und bis spät Nachts daran arbeite, kann ich 14 Westen die Woche fertig bringen, aber Freitag Nachts komme ich selten zu Bette sagte sie, da sie am Samstag Mittag alle fertig sein müssen wenn ich überhaupt Geld sehen will, denn es nimmt oft den ganzen amstag Nachmittag be vor ich meine Westen abgeben kann, da so viele Frauen vor mir da sind und ich muß warten bis ich an die Reihe komme und meine Arbeit untersucht worden ist. Wenn ich dann gerufen werde, zittere ich schon vom Kops bis zu den Füßen vor Aufre gung, denn der Mensch, der die Westen nachsieht, ist ein grober Flegel. Und wie viel glauben Sie, daß jene Wittwe bezahlt bekommt ? Für eineWeste 14 Cents und da sie trotz aller Anstren gunq nur 14 Stück pr. Woche fertig brin aen kann, so verdient sie in einer Woche $1 96. Und mit diesen Hungerlohn ist die Frau genöthigt, sich und ihr Kind zu ernähren, $2. pr. Monat für Miethe zu be zadlen und dabei hat sie auch noch der rückständigen Zahlung für ihre Nähmet schine nachzukommen. f mx Schwestern, welche an je ein Hemd aopflöcher machen müssen, 8 Knöpfe und das Ticket anzunähen haben, erhalten für jedes Hemd 4 Cents, so daß sie. wenn sie mit großer Mühe 6 Dutzend Hemden pr. Woche fe tig bringen verdient haben. Drei Dollar also sür zwei Personen. Die bar. Zeitung bringt noch eineReihe von solchen Blldern, aber ich begnüge mich mit den angeführten Beispielen; das Bild des Elends ist zu traurig, als oaß ich lan ger dabei verweilen möchte. Meine Be hauptung aber, daß die Frau heutzutage noch mehr ausgebeutet wird, als derMann, ist durch jene Schilderung genügend U gründet. Sie sehen also, verehrte Frauen, daß uns sowie der ganzen Menschheit eine Aenderung der Verhältnisse noty thut. Von gewiss.'? Seite betrachtet, sind wir sogar veipfllchtet zur Lösung der sozialen Frage beizutragen, weil wir dem Manne eine Eoncurenz sind, mir der er nicht Schritt halten kann. In Folge der An wendung von Matchinen ist Muskelkraft zum Theil entbehrlich geworden, deßhalb verdrängen die Frauen die Männer auS deu Fabriken, da wo die Anwendung von Muskelkraft nicht nothwendig ist und die Löhne werden im Allgemeinen herunter gedrückt. So tragen wir alto gewissermaßen unier dem heutiaen System zur Verschlimme rung der Lage der .Arbeiter bei denn nicht um ihrer selbst willen wird die Flau vom Fabrikanten gesucht, sondern lediglich zu d.MJweae der Erlangung btlllgerArbeitskcasl. Daß unter solchen Umstanden die ürbei tettden Frauen in der heutigen Gesell schakt eine bückst unmürdiae Stellnn in. nehmen, läßt sich wohl nicht bestreiken. Wenn Sie auch nicht alle von unsern heutigen Einrichtungen direkt so schlimm betroffen werden, ja wenn, vielleicht Ein zelne unter Ihnen sind, die allen Grund haben, zufrieden und sorgkcs zu sein, so oürjen Sie doch nicht vergessen, daß vor Allem das schönste, das edclste Gefühl zu Ihnen reden muß und dieses Gefühl heißt Nächstenliebe. Und wenn diese Regung in Wahrheit Ihre Brust erfüllt, so mug sie Ihnen auch sagen, aus welche Seite Sie sich zu stellen haben, für mag Sie kämpfen und streiten müssen. Sie muß Ihnen sagen, daß die sozialistiiche Partei, . (n :n ...rx. v . s tj . .u , : . u ic PUliki iji, iDciujc uus vyiuu unu uic Wohlfahrt der Menschen im Auge hat, welche die Armen und Bedrängten empor Heden will, zu einem bessern Sein. Und wenn sich die Entwickelung auch gerade ' nicht so vollzieht wie eS die Sozialisten - wünschen und voraussagen, so kommt es darauf auch garnicht an. Als Stephenson vor etwas mehr als 50 Jahren daran ging, die erste Eisenbahn zu bauen, hat er sich die Lokomotiven, die Signale, und dieEinrichtungen überhaupt, . -j. i .n (a W4. . . i . AuriiiiK ii i in i nur u ucuuuii. iu i r mir 1 1 r . M " - w . U t tw-w c 1 a . C - C ML., f .:Tf V .V . . W - w w- - .Vw qwv.w richtig und brach sich Bahn und der T . n uriiip nnnrn. viiirr iriiiijiriiiiiiurniinip mnr Grunogeoanre oes Vozia.lsmus ,ir auu) rirftt ttX tntrH TIA ,K,N?,,N hU O-U . llVyilJ) WIIW V V IIMf KII- M erobern und wir grauen ollen Nach KrSf ten beitragen, die Bestrebungen deSSona liSmuS verbreiten und fördern zu helfen.'