Indiana Tribüne, Volume 1, Number 40, Indianapolis, Marion County, 17 May 1879 — Page 4
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indem ihr eaer Eigenthum bei uns versichert, in . L M M tfV unseren prompl zaylenven cieuicyazien. ant konnt dersichcrt sein, daß hn-nn ihr bki uns in ur. serer Office in Zimmer No. 1 und ?, Tal'o t & New' Block, erst Stiege südlich von der P stof. sice, vorspreche, wir ibmnbei der Versicherung ihreö Eigenthums Geld sparen können ; eö wird ihnen wenigstens nicht zumSchaen g'enichkn,wenn Eie bei uns anfsagen. Cleavelaud K Co. ildiana Hriöüne. (Wochenblatt.) Office: Ecke Circle u. Meridianstr, .'Im dritten 2toS ) AbonnementS-Preise. 3n der Stadt durch Trager ins HauS geliefert Per Jahr im Voraus 52.00 Fer Nummer . 6 Cents. Otto Schiffet, Herausgeber. Indianapolis, Ind., den 17. Mai 1879. Wieder ein Veto. Nachdem die Armee-Verwilligungsbill vom Präsidenten mit einem Veto belegt wurde, pajnrte der Congreß die Klausel als ein seperates Gesetz, welches die VerWendung von Truppen zur Aufrechthal' rung der Ordnung an Stimmplätzen, im Falle vonUnruhen.unmöglild macht. Aua7 dieses Gesetz belegte der Präsident mit sei nem Beto und da die Demokraten keine Zweidrittelsmebrheit im Congresse haben, so wird dasselbe vorläusiz keine Gesetzeskrasl erlangen. Der Präsident ist mit seinem Veto vollständig im Rechte. Wenn auch die De mokraten hundert Mal behaupten, der Zweck deS Gesetzes sei der, der Regierung die Beeinflussung der Wahlen durch Bun destruppen unmöglich zu machen, so glaubt ihnen dies kein Mensch. Auch nicht ein einziger derartiger Fall ließe sich aus der Vergangenheit nachweisen. Das Gesetz ist das Produkt der südlichenSklavenaris tokratie unseligen Angedenkens, und sein Zweck ist der, es der Regierung unmöglich zu machen, vermittelst der Anwendung von Militär die Beeinflussung der Wahlen durch die südlichen Barone zu verhindern. Das ist des Pudels Kern. Es ist der alle südlicheGeist. der diesesGesetz gemacht hat. lind welcher die Gewalt der Einzelstaaten auf Kosten der Rechte der Bundesregierun z vergröberen will. Denn so weit haben wir eö glücklich gebracht, daß Diejenigen, welche uns in dem so riesige Opfer an Geld und Blut gekoster habenden Bürger kriege als Feinde gegenüber standen, jetzt das Land regieren, so wrft ihnen der Prä stdent nicht mit . seinem Veto Halt zu ge bieten im Stande ist. Bedenkt man, dafc die Demokraten in beiden Häusern des Kongresses die Mehrheit haben, daß unter denDemokraten selbst die süolichenBarone in der Mehrheit sind, daß alle wichtigen Fragen erst im Partei'Kaukus berathen und daß die Beschlüsse des Kaukus für alle Mitglieder der Partei bindend sind, so Wird man uns wohl recht geben, wenn wr behaupten, die südlichen Barone sind, wel che gegenwärtig die Bundesgesetze machen. Hoffen wir. daß bis zur nächstenWahl das Volk dies einsieht,und dem demokratischen Unwesen ein Ende macht. 1 . Wö ist das Geld? Nun haben wir seit dem LJanuar dieses Jahres Hartgeldzahlung. Ein Papier dollar ist nicht weniger Werth als ein Golddollar, und doch sind Goldmünzen nicht weniger selten als Silbermünzen. Wie wir früher einmal andeuteden, so ist tS auch gekommen. So lange einSilberdollar, welcher blos 86 cents Werth hat, gesetzliches Zahlungsmittel ist. so lange wird alles Gold entweder in'S Ausland, oder in denSchmelztiegel wandern. Wenn ich heute einen Golddollar habe, und will ihn als Münze ausgeben, ist eö eben nicht mehr als ein Dollar, wenn ich ihn aber einfchmelze und verkaufe daS Gold, dann bekomme 1.14 centS dafür. So lange un
ser demokratischer Dollar von 86 Cents Silbergehalt gesetzliche Währung ist, so lange werden Goldmünzen zu den Kurio sitäten gehören und man keinen Golddollar zu sehen bekommen. Ein vernünftiger Gedanke. Das hiesige Journal hatte diese Woche einen vernünftigen Gedanken, wie man ihn einem Blatte von seiner Stellung und Tendenz kaum zutrauen sollte. Es schrieb nämlich zum Schlüsse eines längeren Artikels Folgendes : Wir können denDeutschenMancheS lehren und er kann uns dasür die Kunst des einfachen billigen Vergnügens, der Unter. Haltung, des gesellschaftlichen Lebens lehren. Um zu sehen, -wie tief wir gefallen sind, betrachte man. wenn es möglich ist, das sogenannte Social" und die Party". Liegt wirklich ein Genuß darin? Man betrachte die unvermeidliche BeinArbeit, die gewundenen Versuche zurNnterhaltung und schließlich die Erfrischungen. Erfri schen dieselben wirklich ? Rann ein Mann der Hühnersalat, Kuchen und Jcccream verschlingt, dasselbe nachher mit heisem Kaffee schmilzt, auf duseWeise aus seinem Innern eine Retorte macht, und dies noch obendrein um Mitternacht, anständiger Weise der deutschen Bevölkerung TemperenzVorträge halten?" Und an einer anderen Stelle in demselden Artikel sagt dasselbe Blatt: Man betrachte das Gesicht des Amerikaners, mit den tiefen Linien, welche die Sorge darauf eingegraben. Man vergleiche sein Gesicht mit dem eines Deutschen, der noch nicht lange genug im Lande ist, um die amerikanische Krankheit (Duspesia) erworben zu haben. Der Deutsche kann sich in einfa cher, billiger Weise vergnügen, er kann sich für zehn Cents mehr Spaß verschaffen, als ein blliöserEingeborener für zehn Dollars. Er liebt Blumen, Musik daS Vergnügen der Conversation, und wenn er seinLager bier liebt, so hat er keine Dyspesia. Kön nen wir nicht etwas von dem Einwanderer mit dem runden Gesichte lernen, der seine Gesundheit und seine gute Laune mitbringt?" So vernünftig dieserGedanke ist, so UNbegreiflich ist er vom Journal. Er flößt uns in der That die Hoffnung ein, daß de, Amerikaner, der,wenn er auch schon von der Kultur beleckt ist, in seinem gesellscha.ftli chen Leben doch noch vollständig Hinterwäldler ist, mit der Zeit zur Einsicht ge langt, daher anders leben muß, wie er jetzt lebt, daß seineTemverenzschrullen besser auf seine 'gesundheitswidrige Nahrung, auf Wein und Bier Anwendung findet, u. daß gerade der mäßige Genuß dieser das beste Förderungsmittel einer gesunden gesellschastlichen Lebensmeise ist. Sie können die AZahrhcit nicht hören. Die kapitalistische Presse hält sich darüber auf,daßErnestRenan in seinerAntritts rede sich nicht gescheut hat, Deutschland in der richtigen Weise zu beleuchten. Der Herold in Milwaukce" meint, daß die Zu rechtweisungen, welche ihm dzraushin von
der Presie in Deutschland zuTheil wurden ihn zur Erkenntniß gebracht hätten, und daß er sich nun beeilt, die Ungezogenheiten möglichst zu vertuschen. Der Herold veröffentlicht einen Brief Renans, den Letzterer einem Freunde in Deutschland geschrieben, und aus welchem dieses Blatt heraus lesen will, daß sich Renan bestrebt, jene von deutschen Haß überfließende Rede zu corrigiren. Wenn wir nun jenen Brief ins Auge fassen, so können wir darin absolut nichts finden, das zu solchen Schlüssen berechtigt. Renan bestätigt vielmehr wiederhol, was er schon früher gesagt hat, und wenn er unter anderen fragt, Ist EuerVolk glück licher, sittlicher, mit seinem Loose zufriedener geworden ?" und dann weiter fortfahrt: Offenbar nicht; dagegen sind Symptome bei Euch aufgetreten, wie man sie noch nie nach dem Siege gesehen hatte. DerRuhm ist das Heu, mit welchem man die Bestie im Menschen füttert; Euer Volk ist damit übersättigt worden und schlägt jetzt au3! Dann erscheint tS einem gerade zu lach erlich, wie man da noch behaupten kann, daß Renan feine vollständig richtige An--sicht über das geeinigte große (?) Deutsch land damit zurück genommen haben soll. Die getreuen Bismarckoerehrer wollen eS eben immer noch nicht zugeben, daß die Politik des großenStaatsmanneS niemals daS Wohlbefinden deS Volkes im Auge hatte. Sie winden sich bei jeder wahr beitSgetreuen Darstellung der deutschen Verhältnisse, denn sie können dieWahrheit nicht hören.
Die neue Konstitution.
von Californien ist mit einer Mehrheit von ungefähr 6000Stimmen zumSchrecken der reichen Grundbesitzer und der reichen Corporationen angenommen worden. Der Grundzug dieser neuen Verfassung ist so zialistischer Natur, aber da den Verfaffern derselben nicht nur jede sozialistische Bi düng, sondern wie es scheint, jede wissen schaftliche Bildung überhaupt mangelt, enthält die Verfaffung so viel des. Unsin nigen, fast lächerlichen, daß sie alles Andere, nur kein Meisterwerk ist und wahr scheinlich nicht den gewünschten Erfolg haben wird. Wir werden, sobald uns die Verfaffung im Wortlaute vorliegt, die einzelnen Bestimmungen derselben näher besprechen. Im Hause wurde die Bill zur durch führung des Acht'Stunden Gesetzes zur Debatte aufgenommen um wie sich schon voraussehen ließ, mit 103 gegen 52 Stirn men wieder auf den Tisch gelegt zu wer den. Da auch der Antrag, die Abstim munq, durch welche über die Bill verfügt wurde, in Wiederelwäqung zu ziehen, nie dcrgestimmt wurde, so ist dieBill wohl damit abgethan. Es heißt das Sherman sich um den Gouvernörsposten von Ohio bewerbe, um vom Capitol in Columbus aus in's weiße Haus zu ziehen. Der Gouvernörsposten soll ihm als Zwischenstation zurPräsidentschaft dienen. Die Civilisation macht Fortschritte, sagt die Iowa Tribüne" und zwar deß halb, weil der Kanonenkönig Krupp eine neue riesengroße Kanone, ein praktisches Mordinstrüment fertigen ließ. Unseres Erachtens nach würde die Civilisation U deutende Fortschritte gemacht haben, wenn es einmal so weit ist, daß Zeitungen die solch hirnloses Zeug schwätzen, nicht mehr bestehen können. Wenn gewisse russische Zeitungen sagen, die schrecklichen Berichte über Ruß' lands Zustände sind nicht wahr, so lügen dieselben wie gedruckt" denn leider ist es dort noch viel schlimmer als bisher verbkei tete Beschreibungen berichten. .Aber die russische Musterregierung laßt dies 'dem Auslande nicht gerne wissen, ein Beweis des. Bewußtseins der eigenen Niederträchtigkeit. In denKohlendistrikten unseresStaates sind die Bergleute im Ausstand. Alle Versuche, einen Vergleich zwischen den Eigenthümern der Kohlenbergwerke und den Arbeitern herbeizusühren, sind fruchtlos geblieben. Wie gewöhnlich nehmen die Bergleute, schon wieder zu dem ungesetzli chen Mittel Zuflucht, Solche welche arbeiten wollen, mit Gewalt davon zu verhindern. Den Arbeitern ist es noch niemals gelungen durch Strikcs Erfolge auf die Dauer zu erzielen, durch Anwendung von Gewalt kann ihnen nur Schaden erwachsen, und wenn sie arbeiten haben sie .auch keinen Gewinn. . DemCongreß liegt eineBill vor.welche Jedermann das Recht giebt, Silber in den Regierungsmünzen prägen zu lassen. DiescBill ist lediglich eine derjenigenMaß. regeln, welche darauf berechnet, den Reich, thum Einzelner ohne irgend welche Anstrengung ihrerseits eine Quelle noch wei teren Reichthums zu machen. Unser Silberdollar ist bekanntlich je nach d-n Schwankungen des Silberwerths nicht mehr als 86 bis 89 Cents werth. Wenn also Jemand sein Silber münzen kann, so bekommt er für le 86-89 Cents Silber einen Dollar. Man sieht, daß das ein sehr einträgliches Geschäft ist. Niemand wird etwas dagegen einwenden, daß die Regierung einen derartigen Gewinn macht (von allem Anderen abgesehen,) aber demKapitalisten daS Recht zu geben, von der Regierung zu verlangen, daß sie ihm jede 86 Cents die erbesitzt, in einen Dollar verwandelt, dasür bezahlt das Volk seine Regierung wahrhastig nicht. Die dem Cöngreß vorliegendeBill grenzt gelinde gesagt an Unverschämtheit. Da der Congreß demokratisch ist, so würde uns die Passirung derselben jedoch gar nicht so sehr wundern. Leipzig war von jeher ein Hauptsitz der Sozialdemokratie, und jetzt da dieSozialdemokraten nicht überall mehr sein dürfen, scheint oiese Stadt auch das Haupt quartier der Sozialisten zu. sein.' Es halten sich zur Zeit eine ziemliche Anzahl der Ausgewiesenen dort auf unter denen sich auch der aus Berlin ausgewiesene Kammergerichtsreserendar a. d. Viereck, der Sohn des Kaiser Wilhelms, befindet. ES ist doch komisch, der Sohn deö KaiserS und ausgewiesen zu werden.
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(SCHMIDT'S ie berühmteste und besteingerichtetste und "Invifforating Malt-Extract
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vorzüglich anerkannt. Auftrage zum Verschiffen von Lagerbier auf allen Eisenbahn Linien werden prompt erfüllt.
Die vetoirte Vill hat folgenden Woltlaut : Da die Anwesenheit von Truppen an den Stimmplätzen dem Geiste unserer In stitutionen ebenso zuwider ist wie denTra ditionen unseres Volkes, und die Wahlsreiheit gefährdet.deßhalb sei es beschlossen, ein bestimmtes Gesetz verbiete, daß an ir gend einem Platze in irgend einem Staate wo Muncipal, Staats- oder Bundeswählen statrfinden, irgendwie Bundessoldaten des Landheeres oder der Flotte ver wendet werden sollen, ausgenommm.wenn genannte Streitkräfte nothwendig stnd,bewaffnete Feinde derVer.Staaten zurückzutreiben, oder es nöthig ist, der Sektion 4, Artikel 5, der Constitution der Ver. Staaten und den mit im Einklänge stehenden Gesetzen Nachdruck zu geben, infolge Aufforderungen der Legislatur oder Executive dcSStaates, welcher dieseHilfe inAnspruch nimmt. Hiermit solle alle Gesetze wiederrufen sein, welche obigen Bestimmungen entgegenlauten." Als die Demokraten diese Bill entwar sen, UM die Einmischung der regulären Armee von den Wahlen in denerschiede nen Staaten fern zu halten, gaben sie sich natürlich der Hoffnung hin, sie hätten jetzt die Sache so eingefädelt, daß der Präsident unmöglich solche Gründe dagegen vorzubringen im Stande sein werde, wie gegen die 6. Sektion der ArmeeVerwilli gungsbill, welche folgendermaßen lautet : Kein Offizier dcsBundesheers ober der Flotte, oder irgend eine andere Person, welche im Civil-, Militär, oder Seedienst der Ver. Staaten steht, soll das Recht haben, zu commandiren, herbeizuführen, oder unter ihrer Autorität und Controle zu haben irgend eine Truppe oder bewaffnete Männer an irgend einem Platze, wo Muncipal, Staats- oder Bundeswahlen abgehalten werden, es müßte denn sein, daß ihre Gegenwart geboten wäre, um be waffneteFeinde derVer. Staaten mitWaffengewalt zurückzutreiben." Im deutschen Reichstag hat es also zur Abwechselung wieder einmal eineScene zwischen Bismarck und Lasker gegeben. Lasler hat dem Kanzler tüchtig die Meinung gesagt und der große Mann girg grimmig von danncn. Ein recht kleinliches Schmollen sür einen Bismarck. Schiller's Ballade Der Handschuh" ist nunmebr denn in einen Operettentex verwandelt worden. Ein begabter Prager Humorist. Victor Paul Mendl, brachte dieses Kunststückchen zuWege, und ein jun l,er Componist, I. Haberzettel, schrieb die Musik dazu. Die dreiaktige Operette, betitelt : Die schöne Kunigunde", ist vor einigen Wochen in Prag mit gutem Erfolg aufgeführt worden. (Sivg.sandt.) Geehrte Redaktion ! Da ich im Voraus davon überzeugt bin, daß Sie mir im Interesse Ihrer Leser, die Spalten Ihres geschätzten Blattes zur Verfügung stellen, erlaube ich mir durch diefeZeilen darauf aufmerksam zu machen, daß.am 4. und 6. Juni in unsrem schönen Muncie ein großartiges Conzert abgehal ten wird. Die ersten musikalischen Talente werden dabei mitwirken und die besten Musikvereine der Städte, Indianapolis, Boston, Philadelphia, Cincinnati, St. Louis und New Pork haben zu kommen versprochen. Wir treffen hier die umfassendsten Vorbereitungen, um unseren deutschen Freunden einen würdigen Empfang zu bereiten, und unser Städtchen wird zur Festzeit in buntem Fahnenschmuck und Hellem Lichtermeer prangen. Darum kommt Alle von Nah und Fern und verleibt ein paar vergnügte Tage in dem schönen Muncie ! L. S. Muncie, Ind., 12. Mai 1879.
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tumul 8QTJARE,) INDIANAPOLIS, IND. Brauerei m Staate. Mein Lagerbm Bottlc Leer" ist vor allem anderen al C. F. Schmidt. Die Stellung der Frauen zur fozialen Frage. Sin Vortrag gehalten im Fretdenkerverein ron Fräulein Oppenhelmer. . n (Fortsetzung.) . Viele Leute wären damit auch einverstanden, wenn nur die Sozialisten däS Eigenthum nicht aufheben wollten. Dabei möchte ich vorerst erwähnen, daß sich eigentlich Niemand über diesen Punkt, sowie über die ganze Frage überhaupt ein Urtheil erlauben sollte, ohne sich vorher mit Allem was dabei zu wissen nöthig ist. vertraut gemacht zu haben. Denn man hört nicht selken, selbst von sonst ganz intelligenten Leuten, daß die Soziallsten theilen wollen, daß sie Weibergemeinschaft einführen werden und dieser Blödsinn blamirt selbstverständlich stets nur die, welche mit diesen landläufigen, abgedroschenen Phrasen umwerfen. Und nun wollen wir mit der Untersuchung unserer Frage weiter gehen. Was ist Eigenthum ? Das was Einer besitzt. Ich lasse das gelten. Aber Sie werden auch nie aus einer sozialistischen Schrift oder einer Rede gehört haben, daß die Sozialisten die Besitzverbältnisse der einmeinen Menlcken anareiken wollen, oder daß diese Annahme irgend welche Begründung bat. Allerdings schiene dies gar nicht einmal so wunderlich, denn wenn man genau untersuchen wollte, auf welche Weise Vkancher seinen Besitz erobert, so würde es gar oft in der Ordnung erfchernen, ihm diesen Besitz, dieses sich anaeeig nete Eigenthum wieder zu nehmen. Diese Erfahrung hat gewiß jeder Einzelne unter Ihnen schon selbst gemacht. t Aber den Sozialisten ist es deßhalb doch' noch niemals in den Sinn gekommen, die Förderung zu erheben, daß diese Besitzverhältnisse, d. h. dies bestehende, individuelle Eigenthum einer Untersuchung unterzogen wird. DieSozialisten wissen ganz genau, daß eine Untersuchung, wie der Eine oder Andere zu seinem Besitz gelangt ist, eine mühelose Arbeit wäre. Sie fragen nicht nach des Höhe des Vermögens des Kanonenkönigs Krupp in Essen, es ist auch kein Gegenstand ihres Neides, daß Herr von Rothschild in Frankfurt s und so viele Millionen besitzt. Alle'dings kümmern sie sich um die fortwährenden Aenderungen des Besitzstandes und finden, daß gar oft Gewalttbätigkeit und Unrecht die Grundläge vieler solcher Veränderungen bilden. Dennoch nehmen sie den Besitzstand der Personen wie sie ihn vorfinden als Thatsache an und respektiren ihn. Aber Eines ist, es, was Sozialisten in die Schranken ruft. Sie haben nichts dagegen, wenn Einer Hunderttausende sein eigen nennt. Die Besitzer mögen mit ihren Millionen ansangen was sie wollen ; sie mögen sie vergeuden, verjubeln oder verprassen, darnach haben sie bis jetzt noch nicht gefragt obwohl es manchmal ganz gut wäre, darnach zu fragen. Aber jene Millionen sind ja auch die Mittel ihren Besitzern neue Reichthümer zuzuführen. Die Hundert taufende vermehren sich, ohne daß ihre Besitzer auch nur eine Hand zu rühren haben. Sie find die Brücke, über welche die Erträge der Arbeit anderer, fleißiger Menschen jenen Wenigen zugeführt werden, ganz ohne deren Verdienst, nur weil sie schon reich sind. Und dos ist gerade der Punkt um welchen sich deiKampf dreht, daß die größten Antheile denen zufallen, die nichts thun, daß aber denjenigen, welche die anhaltendste, schwerste Arbeit verrichten. kaum die äußerste Nothdurst zufällt. Die traurige Lage der großen Mehrheit des Volkes und dagegen der immer mehr wachsende Reichthum weniger Menschen. Der todte Besitz nimmt der lebendigen Arbeit ihre eigenen Früchte ! Und da die Arbeit daS ursprünglichste 'Eigenthumsrecht an diesen, ihren Früchten hat. so ist der todte Besik ein Feind des Eigenthums, htt lebendigen Arbeit. So entspinnt sich d?? Kampf zwischen Kapital und Arbeit. und bier kommen wir noch einmal auf die vorhin gestellte Frage, was ist Eigenthum? zurück, und wir müssen dieselbe auch noch von'einer andern Seite behandeln. Wenn wir sagen, Eigenthum, ist das, was Einer besitzt, so ist daS einseitig. ES ist dabei die Frage aufzuwerfen, und diese ist von sehr großer Wichtigkeit, wem das Eigenthum gebührt, daS täglich von der arbeitendenMenschheit aeschaffen wird ? Heute ist eS der todte Besitz, dr den größten Theil an sich zieht, indem vr aenschlichen Arbeitsbienen meistens, ja ,i immer nur (Fortsetzung auf der i. Seite )
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