Indiana Tribüne, Volume 1, Number 40, Indianapolis, Marion County, 17 May 1879 — Page 1
.iv.tr; :si-.i'. -V j Jb. "b 1 - - i ' b.4at f i..,Mr .int 'fl fr riVlt -i-t- WT f-- ft ri-tfc't tWU; I l : Otto Schissel, Herausgeber. Office: Ecke Circle u. Meridian-StraHe. Jahrgang l No. 40, Zndia::aporis, Zndiana. Samstag, den 17. Wai 1879.
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MADIS0N 1VENÜE, Indianapolis, Ind., Brauer von Lager- und des rühmlichst bekannten TafclsJierS.
(Fllr tie Tribüne.) Himmel und Hölle. von Fr. Grawk"Wia.. Der Himmel ist auf Erden Der Liebe Paradikö, Ant dem um Mensch zu werden Die Sorge u..s verstieß. Die Hölle und der Teufe! Sind leider nicht bloZ Spaß ! Die Hölle ist d.'r Zweisel, Der Teufe' ist der Haß. So irrt denn zwischen Beiden Der arme Mensch einher, Fr hat sich zu entscheiden W) er am liebsten wär. Denn liebt er ohne Sorgen Schließt ihn der Himmel ein, Ist Haß in ihm verbsrgen, Wird er deö Teufels sein ! i " Das soziale Elend. Wenn wir von einem rechtmäßigen AnspruchdesArbeiters,an die irdischenGlücks guter sprechen und uns dabei aus Seiten der Arbeiter d. h. der sogenannten niedern Klasse stellen, so bekommen wir nicht selten die Antwort, daß der Arbeiter, so lange er moralisch noch auf solch niedern Stand Punkt wie heute, steht, kein Recht hat, diese Forderung zu stellen. Moral! das ist das Schlagwort der un moralischsten Menschen und alsSittenrich ter verurtheilen nicht selten die, welche am ersten gerichtet zu werden verdienten. Wenn sich doch dieseLeute etwas umseh en wenn sie sichMühe geben würdenRund schau zuhalten in den verschiedenenSchich ten der Gesellschaft und wenn ste stch doch dann sragen würden, woher kommt es und wer trägt Schuld daran, daß unter der niedern Klasse der Menschheit der Begriff Moral" gar häusig mißverstanden wird ? Wohl geben wir es zu,daßdieStatistikmehr Verbrechen unter den Armen ausweist, wir wissen aber auch zu gut, daß all diese Ver brechen aus dem sozialen Elend entstehen, daß sie von den Armen begangen werden, gerade, w e i l sie arm sind. Wie wunder lich dies vielleicht Manchem auch erscheinen mag, es ist doch so; und wenn wir einen Blick auf Jene werfen, die im harten, schweren Kampse ums täglicheBrod immer und immer nur Mißersolgnisse zu ver zeichnen haben,die wenn sie von dem schweren Tagewerk heim kehren, nicht von einer glücklichen Frau sondern von einem mißmuthigen krankenWeibeund von hungernden Kindern empsangen werden, so ist un sere Annahme, daß die meisten Verbrechen aus diesen unglücklichen Umständen entsteben, nur allzu gerechtfertigt. Die Armuth ist der Fluch der Familie, sie zwingt gar häufig den Familienvater
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neuen Einrichtungen. Brod zu stehlen für die hungernden Klei nen und die Fälle, daß sie verzweifelnde Mütter in die Arme des Lasters geführt, stehen gewiß nicht vereinzelt da. Darum wenn es Euch, Ihr Sittenrich ter Ernst ist, die Menschen moralisch zu bessern, so sorgt erst dasür, daß sie Brod haben damit sie nicht zumStehlen ge zwungen werden. Die Ursachen der Noth im Spessart. Der Spessart ist schon in früherenJahr Hunderten und auch in dem laufenden wiederholt von Hungersnöthen betroffen worden. Diese in allen Culturläadern als längst überwundener .Standpunkt be . sr pr i l r s i m lracyttle Geiayr m oa?eiv l nocy immer gleich drohend, wie es anderswo vorJahr zehnten war. Thatsächlich sind gegenwär tig in 27 Ortschaften die Mehrzahl verBe wohner ohne jegliche Nahrungsmittel als den durch Sammlungen ausgebrachten, und in mehreren anderen Orten sind we nigstens einzelne Familien gänzlich mittel los. Die Regierungs-Commision, welche die Feststellung des SachverhalteS zu be sorgen, wußte von einem namenlosenElend zu berichten. Als die Hauptgefahr für die nächste Zukunft stellte stch der gänzliche Mangelan Saatgut sowohl an Kartos fela als an Körnerfrüchten heraus, so daß es die wichtigste Aufgabe der hülfreichen Mildthätigkeit war, hier einzugreifen, um eine zweite Mißärnte abzuwenden. Aber auch in der gegenwärtigen Ernährung und Bekleidung der verarmten Bewohner wur den ungemein traurige Dinge constatirt; die Kinder z. B. waren im letzten st ren gen Winter meistens -nur in Kleidern aus SackZwillich und mußten so ost weite Wege bis zur nächsten Schule machen. Der gänzliche Mangel an Baargeld hatte aber auch andere, ganz abnorme Preisver hältniffe geschaffen, so daß Waaren wie z. B. Salz, Speck u. dgl. mietn einer bela gerten Stadt zu ganz ernormen Preisen (meist auf Credit) bezahlt wurden. Diese Vorgänge waren bis etwa um Neu Jahr wenig bekannt geworden und auch nicht beachtet,bis aus einmal die aroßenSchnee fälle eine etwa zwei monatliche Stockung in den Holzsällungsbetrieb der ' Forsten brachte. Hierdurch hörte auch die letzte Quelle von Verdienst zu fließen auf und es entstand dieHungersnoth sans phrase. Erst da kamen die Hilferufe aus den be drängtenOrtschaften, Und Dank der groß artigen Leistungen der öffentlichen Mild thätigkeit ist es möglich geworden, das Aeußerste, den Hungertod von Hunderten abzuwenden. Die Ursachen dieser trauri gen Erscheinung sind mehrfache, welche erst in ihrer zufälligen Verkettung diese Hoch fluth der Noth hervorgebracht hatten. Als
konstantes und stets Armuth bedingendes Moment ist die schlechte Vodenbeschaffen heit zu betrachten, welchem Verein mit einem regenreichen und kalten Klima der Landwirthschast nur spärliche Ernten gestattet. Speziel in dem .vorigen Jahre war eine totale Mißernte an Kartoffeln eingetreten. Dazu kam dann die allge meine Arbeits und'Verdienstlosigkeit,wel' che auf demSpeffart deßhalb so sehr drückte weil die Leute gewohnt waren, zu Hunder ten ihren Unterhalt bei dm Bauarbeiten in Frankfurt, Darmstadt,; Hannau :c. zu suchen. Während also früher jedenSams tag Abend die Bahnzüge ganze Bataillone ArbeiterZmit ihrem verdientenWochenlohne
n der Tasche heimwärts besörderten,stockte m letzten Herbst und Winter dieser Ver dienst total. Eine einheinische Hausindustrie existirt aber im Spcffart nicht, weil die Leute meistens als Stemhauer, Eisenbabnarbeiter und Maurer gelernt hatten und im Winter Holzhauer in den königli chen Forsten wurden. Aber auch der letzte rr, - .v.. n x t . . v -w vsrroero icuujir iaj oeucrj oa in oige der abnorm schlechten Holjhandels'Con junkturen weniger Holz, ziim Hiebe kam als sonst und die Ausarbeitung des Holzes in dem tiefen Schnee noch liinge verzögert wurde. In der allgemeinenNoth scheint auch der Wucher noch upplgex gediehen zu sein, als in normalen Verbältniffen, we nigstens hörte man verschiedene Beispiele davon berichten. Ein Vorschlag zur itte Am Sckluffe der Freitagssitzung hat der Arbeiter-Repräsentant Wclsh von Shuyl kill County die Rücksichtslosigkeit femer Collegen den Arbeitern gegenüber in sol gender Resolution scharf gegeißelt : Da die Legislutur deö Staates Penn sylvania sich für einen langen Arbeitstag und gegen dasAchtstundengesetz erklärt hat sei es beschaffen, daß in Zukunft dieMor gensitzungen dieser gesetzgebtnden Körper jchaft von 7 Uhr Morgeis bis 12 Uhr Mittags dauern sollen. Nöch einer Rast stunde soll die Sitzung um 1 Uhr wieder eröffnet undAbends 6 Uhr geschloffen wer den. Das sollen fortan die Arbeitsstun den dttLegislatur vonPennylvanien sein, biS die Mitglieder derselben'es endlich ein mal gelernt haben, mit dem Loose ihrer hart arbeitenden Mitbürger Sympathie zu sühlen." ( Die Halle erdröhnte natürlichvom Ge lächter und Beifallbrüllen der edlenReprä sentanten des Staates Pennsylvania. Nachdem es dem Sprecher desHauses end lich gelungen war, die Ruhe wieder herzu stellen, erhob stch der ehrmwerthe Herr Brooks, welcher die Resolu:ion des Herrn Welsh als revolutionär (!) denuncine, da sie die beklaaenswertbeJdeet der russischen Nihilisten, der deutschen Sozialisten und französischen Communisten gutheiße und vertrete. Ist das nicht schrecklich?! Die Bemerkungen dieses Ehrennerthen wurden von der Ma orttät unserer dlederenGe etz geber natürlich mit großem Behagen und lautemBeifallsgebrüll aufglommen. Was kann man auch von so brutllen.unwiffenden Gesellen Anderes erwar en : Pd.Tavt. Dr. W. B. Fletcher, i Hffice 300 Aord FennHlvania Officestunden von 2 bis 4 UHrNachmittag. Wohnung 625 Nord Pennsylvania Str. Childrens Carriages. Baseball Goods. GlWlM. Arekerz Imi)1mvut8. Bird Cages.' Siökingtckle. Kammocks. Charles Mayer & Co., 2 West Washington Str.
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