Indiana Tribüne, Volume 1, Number 37, Indianapolis, Marion County, 26 April 1879 — Page 4

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indem ihr euer Eigenthum bei unö versichert, in unseren prompt zahlenden Gesellschaften. Ihr konnt versichert sein, daß wenn ihr bei unS in unserer Office in Zimmer No. 1 und 2, Talbott & New' Block, erste Stiege südlich von der Pcstof. sice, vorsprecht, wir ihnen bei der Versicherung ih res Eigenthums Geld sparen können; es wird ih. neu wenigstens nicht zumSchaden gercichen,wenn Sie bei uns anfragen. Glcavelonb 8 Go. Zndiana Hribüne. (Wochenblatt.) Office: Ecke Circle u. Meridianstr, lJm dritten Stock ) Abonnements-Preise. In der Stadt durch Trager ins Haus geliefert Per Jahr im Voraus $2.00 Per Nummer 5 Cents. Qtto Schissel, Herausgeber. Indianapolis, Ind., den 26. April 1379. RepublikanischeSStadtTicketFür Mayor : John Caven. Für Schatzmeister : William G. Wasson. Für Clerk : Joseph T. Magner. Für Marshal: Richard S. Colter. Für Assessor : Millard F. Connett. Die soziale Frage. Der größte Erfolg, welcher mit der sogenannten Arbeiterfrage erzielt werden konnte, ist erzielt worden. Sie hat auf gehört zu existiren, an ihre Stelle ist die soziale Frage getreten. Denn wie an Stelle des Handwerks die Großindustrie getreten ist, ebenso ist an die Stelle des Krämers und kleinen Geschäftsmannes, der Großhandel und der Detailhandel im Großen und an die Stelle des kleinen Bauern der Großbetrieb in derLandwirth schaft getreten. Der Arbeiter nicht blos sondern auch der Krämer und der Bauer fühlen denDruck desCapitals. Heute sin det man bereits in jeder Stadt ein oder zwei großartige Etablissements, welche den grölen Theil des Kleinverkaufes absorbiren und außerdem zu so niedrigen Prei sen verlausen, daß dem kleinen Geschästsmanne die Ernährung seiner Familie oft sehr schwer, wenn nicht nahezu unmöglich wird. In Folge des riesigen Fortschrittes in der Anfertigung landwirtschaftlicher Ge räthe und der dadurch ersparten Arbeit durch Menschenhände ist der Betrieb der Landwirthschast aus einem kleinen Areal so unprositabel geworden, daß die Existenz der kleinen Farmen bald ein Ende nehmen muß. Auch die Landwirthschast ist Heut zutage nur nutzbringend, wenn t im Großen betrieben wird. Auf diese Weise kann es natürlich nicht ausbleiben, daß sowohl Industrie, wie Handel und Landwirthschaft nur von der kleinen Zahl derjenigen selbstständig betrieben werden kann, welche die dazu nöthigen Betriebsmittel, das heißt das Kapital besitzen, einerlei, ob dasselbe in Geld, Maschinen sder Land besteht. Bei der großen Menge' des Volkes hört dann natürlich der selbstständige Erwerb auf. Wir werden dann keinen Mittelstand mehr haben. Es wird nur sehr wenig Reiche und sehr viele Arme geben, und die Armen werden den Reichen ihre Arbeitskrast für einBettelgeld verkaufen. So muß es kom men, wenn nicht ganz andere Verhältnisse eintreten. ' Wir sehen somit, daß nicht der Arbeiter allein an der Verbesserung unserer Gesell'schaftsordnung interessirt ist, daß der Krämer und der Bauer nicht weniger Ur sache haben sich vor derAllmacht des Kapi tals zu schützen. Von Tag zu Tag wird

die Masse des existirenden Reichthums

größer, von Tag zu Tag verarmt die Masse des Volkes immer mehr und btc Anzahl derer, welche sich in den immer mehr anwachsenden Reichthum theilen, wird immer kleiner. Wir schicken Schuhe in's Ausland und unsere Armen müssen barfuß laufen, wir versehen halb England mit Mehl und Tausende haben bei uns kein Brod, wir versehen Deutschland mit Wolle und ver mögen nicht die Masse desVolkes im Winter warm zu kleiden. Wer da nicht einsieht, daß es auf der ganzen Welt nichts Wichtigeres giebt als dieLösung der sozialen Frage, der muß entweder kein Auge und kein Ohr haben sür das, was um ihn herum vorgeht, oder er kennt auf der Welt nichts als sein eigenes Ich. Zur Abfertigung. Bebel muß das ja besser wissen", so schließt die .West. Post" einen Artikel, in dem sie sich erlaubt, eine Stelle aus dem neuerschienenen Werkchen Bebels: Die Frau und der Sozialismus zu kritisirrn. Auch die New Orleans deutsche Zeitung stimmt damit überein, und beideZeitungen haben allerdings darin Recht, daß es Bebel auch besser weiß. Wenn die Westl. Post." eine Erklä' rung resp. Ausschluß nachstehender, aus dem betr. Werkchen entnommenen Stelle von Bebels Genossen verlangt, so wollen wir ihn diese Bitte schon erfüllen. Wir können das um so leichter, als gerade wir es waren, die Bebel die erste Anregung zur Bearbeitung jener Frage 'gegeben. Bebel sagt : in den Ver. Staaten, wo die Gesellschaft heute zwar noch auf bür gerlichem Boden steht, aber sich weder mit alten euroväischenVorurtheilen, noch über lebten Einrichtungen herumzuschlagen hat, und weit mehr geneigt ist neue Ideen anzunehmen, wenn sie Vortheil versprechen. sieht man seit geraumer Zeit schon in weiten Kreisen die Stellung der Frau etwas anders als bei uns. Dort ist man z. B. schon vielfach auf den gesunden Gedanken gekommen, daß, so gut es sür die Frau mühselig und umständlich und für den Geldbeutel bedenklich sei, wenn sie noch selber Brod backen und Bier brauen wollte, es eben so überflüssig und der Kasse schad lich sei, wenn sie noch in der eigenen Küche koche. Man hat an der Stelle der Privatküche die Speisegenossenschast mit großer Dampfküche und Maschinen gesetzt. Diese Worte Bebels wollen doch 'nichts anderes sagen, als daß man hier vielfach Boardinghäuser" benutzt. Wohl in seinem Lande gehen die Leute so viel in Board" als hier, und dies ist eben nur ein Beweis, das die Amerikaner praktischer sind, denn Jeder hat schon gesunden, daß die Führung einer eigenen Küche mehr Geld, mehr Mühe und mehr Zeit kostet. Wenn nun die Westl. Post" gesteht, daß sie von einer derartigen Einführung hier noch nichts bemerkte, so ist es klar, daß' Bebel" selbst über amerikanische Einrichtungen mehr weiß, als die West. Post" und die N. O. d. Z. zusammen. Im Uebrigen merkt man Absicht, wird aber nicht verstimmt. Russisches. Der Ezar hat in Folge des Attentats einen Ukas erlassen, welcher die Einsetzung von 6 General-Gouverneuren in verschie denen Theilen des Landes bestimmt, welche das Recht haben, ohne Prozeß und ohne Verantwortung Verhaftungen vornehmen zu lassen und zu verurtheilen, das heißt ganz nach Willkür zu schalten und zuwalten. Das ist ächt russisch, kosackisch. Trotz, dem die Vorgänge im russischen Reiche nur zu deutlich den im Volke herrschenden Wunsch zu erkennen geben, daß die Regie rung dem Volke größere Freiheit gewähre, so ist die Antwort daraus asiatische Barbarei, oder Despotie, damit wird in Ruß land weder der Drang nach Freiheit, noch die Revolution unterdrückt. .Die Attentäte daselbst waren nicht, wie in Deutsch land und Italien die thörichten Handlun gen halb wahnsinniger Verbrecher, sondern die opferwilligen Thaten solcher Männer, welche man im Falle des ErsolgeS i'als Patrioten feiert. Die russischen Revolütionäre gehören den besten Ständen an, welche den Druck von Oben, vermöge ihrer größeren Bildung mehr fühlenalS diij un.' teren Schichten der Bevölkerung. . In Rußland regiert man nicht durch Gesetze, sondern durch Ukas, das heißt durch kai serliche Befehle. Der Kaiser ist allmächtig und kann seine Allmacht auch aus Andere übertragen. Wie die General'Gouver neure ihre Besugnisse ausüben werden, das

lehrt Polens Geschichte. Die Gesängnisse

werden sich mit unschuldigen Frauen und Männern füllen und die Transporte nach Sibirien und die Hinrichtungen werden kein Ende nehmen. Das russische Civilisations'Jnstrument, die Knute, wird seine große Rolle spielen. Selbstverständlich werden die Verschwörer mit weiteren At tentaten darauf antworten. Wie das ein Ende nehmen wird, wer weiß es. Daß die Revolution dort vorläufig keinen anderen Weg, als den des Mordes einschlagen kann, ist klar. Schade sür jede Kugel, welche nicht trifft. Hoffentlich leuchtet auch dem getretenen und geknechteten russischen Volke noch einmal die Sonne der Freiheit. Der großartige Erfolg, welchen der Finanzsekretär Sherman in der Fundi rung der Nationalschuld in 4prozentigen gen Bonds gehabt, hat ihn sehr in den Vordergrund als nächstenPräsidentschaftskandidaten gebracht. Einstweilen sind seine Aussichten sür die Nomination sehr gut. Am Montag wurden im Congreß nicht weniger als 1,500 Gesetzesvorschläge eingereicht, wovon die meisten beabsichtigen das Land mit neuen Finanzeinrichtungen zu beglücken. Wenn man diejenigen Congreßmitglieder, welche ihre Vorschläge in der Tasche behalten, sür die dadurch dem Lande erzeugte Wohlthat belohnen würde, hätte da8 Land den Vortheil davon. Das furchtbare GrubenUnglück,wel cheS aus Belgien berichtet wird, hat wieder eine große Anzahl von Familien in na menloses Unglück gestürzt. Es hat abermals gezeigt, daß man mit dem Leben der Arbeiter allenthalben leicht sinnig umgeht, denn durch eine Explosion entzündlicher Gase in der Kohlengrube Agrappe" bei ManS, gerieth das Holz werk der Mine in Brand und stürzte in die Tiefe. Man sollte doch endlich wissen, daß für eine Kohlengrube ein Ausgang mit so un genügender Ventilation nicht genügend ist. und daß sich deßhalb explosive Gase von lolcher Gewalt bilden müssen. Selbst die Gegner des Sozialismus sangen an, die Forderungen desselben etwas genauer zu untersuchen und sich schließlich sogar mit denselben zu befreunden. Die Cblcago FreiePresse, ein antisozialistisches Blatt, publizirte dieser Tage ein Cirkular der New Yorker Tischler Union, worin dieselbe ihre Mitglieder auf' fordert, sich durch ihre Unterschrift zu er klären, ob sie die sofortigeEinsührung eines Arbeitstages von acht Stunden innerhalb ihres Arbeitszweiges befürworten oder nicht. Genannte Zeitung führt selbst verschie dene Gründe zu Gunsten der Acht Stunden Bewegung an,und stimmt im Wesent lichen mit dem überein, was wir in der vorigen Nummer unsres Blattes ütt den Normal-ArbeitStag gesagt haben. Schließlich bemerkt noch jene Zeitung, daß es unleugbar sehr interessant und zeitgemäß ist, der Frage Aufmerksamkeit zu widmen und darüber nachzudenken. Wenn das Jndianapoliser Congreß Mitglied De La Matyr als ein Spezimen der Anhänger seiner Partei, der sogenannten nationalen Greenback Arbeiter-Partei, ist, dann geht man ganz gewiß nicht fehl, wenn man sie alle mit einander ins Irren Haus schickt. Stellt dieser große Staats mann im Congreß den Antrag die. Regie-, rung solle für 1000 Millionen Dollars Greenbacks drucken um sie an eine Anzahl höchst zweifelhafter Canal und Eisenbahn Compagnien, welche er nahmhaft macht, zu verleihen. Wir wollen unsere, Leser nichs damit beleidigen, ihnen das Üngeheuerliche und Lächerliche dieser Idee aus einandetfetzen;, wer nur emen Grad Verstand hat, wird 'mit uns übereinstikymen, daß' der Urheber, einer solchen Idee fürs Irrenhaus reif ist, denn der Vorschlag schließt nicht einmal ein, daß die betreffen den Compagnien Sicherheit für das 'geliehene Geld geben sollen. Alles wäs.verlangt wird, sind Bondö, d. h. Schuld, verschrtibungm :. Gegen .detu Namen Greenbatz Arheite Partei", müssen wir jedoch...prytestiren.. .So dumm. .sind die Arbeiter nichts.. Greenback NarrenPar Uxu; ooerGreenback' Schwmoel.Partei" wäre' besser 'und richtiger, und minde. stens nicht so beleidigend für, den Arbeiters der sein Brod im, Schweiße seines Ange sichte.'s''verMrilnd nichr'Willens ist, mi zuthun,. wenn eft sich darum handelt, Geld an zweideutige Corporationen zu vcr-schleudern.

C. F.

Lag

Bier

(SCHMIDT'S

ie berühmteste und besteingerichtetste Brauerei m Staate. Mein Lagerbier und "Invfeorating Malt-Extract Bottle Leer" ist vor allem anderen als

a t 1 j 11 Js (Vf.. tl.X. . CTO . Herr Her.dricks hat sich dahin ausgesprachen, daß er unter keinen Umständen die Nomination für daö Amt des Vice' Präsidenten annehmen wird. Entweder Präsident, oder gar nichts. Der Mann hat Ehrgeiz. Herr Hendricks glaubt An spruch auf daS Präsidenten-Amt zu haben. So ganz Unrecht hat er nicht. Er hat stets den Grundsatz befolgt, daß zurrechten Zeit schweigen, besser- sei als zur rechten Zeit zu reden, und hat stets den allgemeinen herrschenden Vorurtheilen ge schmeichelt. Warum sollte er da nicht Präsident werden können. Der neuernannte General-Gouver-neur von St. Petersburg, General Gourke hat alle Büchsenmacher aufgefordert, ein Verzeichniß ihrer Vorräthe dem Stadt Commandanten einzureichen und Waffen nur an solche Personen zu verkaufen, die einen Erlaubnißschein zum Waffenankauf vorlegen können. Zuwiderhandelnde so! len mit Confiöcirung der Vorräthe und Concessionsentziehung bestraft werden. Privatpersonen welche Waffen besitzen, dürfen dieselben nur mit besonderer Er laubniß behalten. Das ist unser civilisirtes neunzehntes Jahrhundert. Es wird gesagt, daß Herr English, der Vorsitzer des demokratischen Stadt Centräl'Comites so unter der Hand für die demokratischen Stadtraths-Candidaten agitire und die Candidaten für die städtischen Aemter seinen Absichten vollständig aufopfere. Diese' Absichten sollen sehr eigennütziger Natur tin, und sollen in der Erwählung seines Sohnes zum Congreb Mitglied an. Stelle De la Matyrs gipfeln. Warum auch nicht ? Herr English hat ja das Geld dazu. Die N. Y. Stsztg.- bemüht sich, jeden Tag neue Beweise zu bringen, daß sich das Geschäft von Stunde zu Stunde bessert. Wir müssen aber gestehen, daß wir die ser Beweissührung durchaus nicht beistim men können. Man merkt absolut noch nichts von einem Ausleben des Geschäfts und wir haben auch noch gar kein Ver trauen, auf ein baldiges Herausarbeiten aus der schlimmen Krisis. Wir müßten denn gleich einem hiesigen deutschen Blatte thöricht genug sein den Leuten zu sagen, daß eine so erfolgreiche Bockbiersaison wie wir sie hatten, ein un trüglichesZeichen ist. daß wir die schlechten Zeiten überstanden haben." Der großartige Erfolg des Finanzsekretärs Sherman in der Fundirung der Schuld zu einem Zinsfuß von 4 Procent hat auch seine dunkle Seite. Daß ein so ungeheures Kapital zu so niedrigem Zins fuß in Papieren angelegt wird, ist ein Zeichen, daß daS Kapital, anstatt Ve Wendung in industriellen und commerziel len Unternehmungen zu suchen, zunächst mehr aus Sicherheit der Anlage, als auf roßen Gewinn bedacht ist. Das Ver trauen in Geschäftskreisen, wie es die Rückkehrbesserer Zeiten bedingt, ist jeden sallö noch nicht vorhanden, und das gol dene Zeitalter steht uns noch nicht in aller nächster Zukunft bevor. Wir wollen dem Herrn Finanzsekretär seinen Erfolg nicht verkleinern, aber die Verhältnisse trugen jedenfalls 'daS Ihrige, und zwar, nicht nztma) zu demselben Uu : i I ' ' ' ' ' - ' ". , 'Liebknecht. Wie lommt'S daß .':;.: ... - n -von den Postbehörden. ; Die Briefe oft erbrochen werden? r ' i Erklärt mir dieses .ohne Säumniß! Stephan. Da steckt ja grad' das Briefgeheimniß. (Wespen.)

uuiguuuuj: uuniuiiiii. u,zlugr guul ociiajincn uuu nagervier aus auen mienoayn Linien werden prompt ersüllt. . C. F. Schmidt.

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mmm SQUARE,) INDIANAPOLIS, IND. f JC : CI . . O f r ty rr r r r I General Dix in New Bork ist gestor. ben.' Der deutsche Kaiser soll trotz aller Ver sicherung en über die Besserung seiner Ge sundheit, doch sehr kränklich und seineTage sollen gezählt sein. Die schlechtsten Früchte sind es nicht, woran die Wespen nagen. Victor Hugo wird von :der Westlichen Post" ein Narr und seine Reden lächerlich bezeichnet. Den Namen Victor Hugo'S zu beschmutzen gelingt zum Glück dieser Zei tung nicht, denn er hat einen zu hellen Klang in allen Ländern. Die bekannte Wochenschrift, Die Waage", herausgegeben von Dr. Guido Weiß, ist am 29. März zum letzten Mal erschienen. Der Grund deS Eingehens ist wie gewöhnlich Abonnentenmangel. Auch die politischen Gegner mußten stets die feine und scharfe Feder, mit welcher die eigenen Artikel des Herausgebers geschrie ben waren, rühmend anerkennen. Die Volksstimme des Westens erhielt am 24. April ein Schreiben vom Abg. Bebel worin die Genossen ersucht werden, die bedürftigen Familien der aus Berlin Ausgewiesenen nach Kräften unterstützen zu helfen. Großes, einiges Deutschland', so weit ist es mit dir gekommen, daß an dere Nationen beitragen müssen, deine Unterthanen zu ernähren. Professor Clifford -j-. In London starb im März Professor Clifford, einer der bedeutendsten jüngeren Gelehrten Eng lands. Er vertrat in Londoner Zeitschrif ten besonders die Grundsätze der deutschen Philosophen und Forscher Feuerbach und Strauß, Virchow und Häckel. Er war Schüler Darwin's und kannte die deutsche Literatur und die deutsche zeitgenössische Wissenschaft außerordentlich genau. Er hat auf die wissenschaftlichen Anschauun gen in England einen sehr entschiedenen Einfluß geübt. Die Abstimmung des Schweizer Vol keS über Aufhebung des Verbots der Todesstrafe wird am 18. Mai stattfinden. Schon nach dem in dieser Richtung erfolg ten Beschlusse des einen Zweiges der Bun des-Gese'tzgebung fand sich bei einem der Regierungsstatthalter des Kanton Bern ein stämmiger Bursche ein, der sich als Henker anmeldete. Er zog dann ganz übler Laune von bannen, als ihm der Be amte mittheilte, daß die Sache nicht so Preisire und der Kanton Bern trotz des Ständerathes doch wahrscheinlich nie mehr einen Henker anstellen werde. - Aus dem deutschen National-Zucht hause. Der sünfteMonat desSozialisten Gesetzes (März) weist in Summa 27 Ver böte auf, während im vierten Monat 29, im dritten 89, im zweiten 105 und im ersten 279 Verbote durch den Reichsanzeiger publizirt wurden. JnSumma ergibt dieö für die 5 Monate, seitdem das Soziali sten Gesetz in Kraft ist, 520 Verbote. Im ersten Monate wurden 135 Vereine, 35 Zeitungen und 100 nicht periodischeDruck schriften, im zweiten 39 Vereine, 9 Zei tungen und 57 nicht periMscheDruckschriften, im dritten 12 Vereine, 10 Zeitungen und 67 nicht periodische Druckschriften, im vierten 5. Vereine, 10 Zeitungen und 14 nicht periodische Druckschriften und im fünftens Vereine 13 Zeitungen und'12 nicht periodische Druckschriften verboten. Die Zahl .der aus dem Bereich des kleinen Belagerungs Zustandes" ausgewiesenen Sozial Demokraten beträgt unter Hinzu rechnung der neuerdings Ausgewiesenen 71. Eine sehr erbauliche Liste.